Insgesamt gibt es inzwischen 4470 Patente und Anmeldungen auf Viterbi-Decoder und Viterbi-Algorithmus.....
DE 5300 Bonn
Wie man sieht, weist auch der Patent-Anspruch nichts anderes auf als einen mathematischen Algorithmus und virtuelle "Tabellen", in denen Zahlen stehen.
Diese kam aber nie zur Erteilung, weil der Patentanwalt wahrscheinlich vom Prüfungsantrag beim DP abriet -- man hätte damals mit Sicherheit NICHT erteilt.
Interessanterweise kam aber diese Patentanmeldung in den USA unter US3872432: SYNCHRONIZATION CIRCUIT FOR A VITERBI DECODER zur Erteilung.
Ähnlich auch bei Hagenauer: Sowohl US-Pat als auch EP-Pat kamen problemlos zur Erteilung:
US5181209
Method for generalizing the viterbi algorithm and devices for executing the method
EP0391354B1
Method of generalizing the Viterbi-algorithm and apparatus to carry out the method
Nicht so die DE-Anmeldung.
Hier gab es folgendes Prüfungsverlauf:
| 1990-10-11 | OP8 + Prüfungsantrag gemäß §44 PatG |
|---|---|
| 1992-05-21 | D2 + Erteilung |
| 1992-10-29 | 8363 - Einspruch |
| 1996-09-26 | 8366 + Patent mit Einschränkung bekräftigt |
| 2002-05-23 | 8327 Patent an Fa. Samsung (KR Seoul) verkauft. |
Im BPatG war dem Hörensagen nach der 21. Senat unter Richter Wilfried Anders zuständig, der sich als "fortschrittlicher" Vorkämpfer der grenzenlosen Patentierbarkeit bei der Patentanwaltschaft einen Namen gemacht hat.
Nach der vom BPatG. erfolgten Bestätigung der Etscheidung gab es in Bezug auf Viterbi-Anmeldungen weltweit KEIN HALTEN mehr. Inzwischen gibt es hunderte, ja Tausende angemeldete und erteilte Patente.
Bei diesem Fall kommt ganz klar zu Tage:
Beginnen die USA mit Patenterteilungen auf abstrakte Ideen, wächst der Druck auf das EPA, ebenfalls Patente in diesen Bereichen zu erteilen.
Erteilt das EPA Patente auf abstrakte Ideen, wächst beim Deutschen Patentamt der Druck, nachzuziehen.
Wolfgang Tauchert schreibt zu dieser BPatG-Entscheidung unter http://www.jurpc.de/aufsatz/20010040.htm#rfn33
Interessant dazu auch unter http://www.innovation.co.at/IMG/TM_SOFTWARE.PDF auf Seite 37 wo es heißt:
..zum Empfang von gestörten Kanal übertragenden Signalen..
Das Technizitäts-Erfordernis wird hier offenbar durch eine bloße Zweckangabe erfüllt.
Auch ein Computer Law Association Bulletin in Engl. gibt es dazu: http://www.cla.org/007844_10CLA_jj.pdf, s. Seite 10 (von 40)
Weniger ergibig zu diesem Thema ist der Jahresbericht des Bundespatentgerichts
in Verbindung zu setzen.Genau untersuchen, wie die Viterbi-Patente gemäß verschiedenen möglichen Patentierbarkeits-Kriterien abschneiden und ob dieses Ergebnis dem Fortschritt dienen würde.