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GUUG Frühjahrsfachgespräch Bochum 2002-03-01 14:45-16:30

Es wird ein Symposium über Besitzrechte an Software (Urheberrecht, Patentrecht und Alternativen) stattfinden. Ziel dabei ist es, weitgehend unabhängig von rechtssystematischen Überlegungen die Bedürfnisse der Informatik zu ermitteln. Gesprächspartner sind u.a. Andreas Stöckigt (Vize-Präsident der GI) und Xuân Baldauf (FFII). Zwei der Gesprächspartner werden zuvor Gelegenheit haben, ihre Position ausführlich darzulegen. Die anschließende Podiumsdiskussion moderiert Dieter Längle, Kassenwart der GUUG.
Xuân Baldauf, der am Schluss den Vortrag hielt, verfolgte ein leicht anderes Konzept. Sein Vortrag ähnelte dem am Linuxtag 2001 gehaltenen.

Die Eurolinux-Kampagne für ein softwarepatentfreies Europa hat inzwischen über 100000 Unterschriften und offizielle Unterstützung einiger 100 Unternehmen gesammelt. "Wenn alle Leute das gleiche sagen, ist es Zeit eine Gegenposition zu beziehen", mag sich da manch ein Informatiker sagen. Warum sollen denn nicht Informatiker genauso wie Ingenieure die Chance haben, ihre geistigen Leistungen in stattliche Lizenzeinnahmen umzusetzen? Ist es nicht wunderbar, dass die Herren R. S. und A. reich wurden?

Diese Frage gewissenhaft zu beantworten, ist nicht ganz einfach. Einerseits erfordert die Diskussion allerhand relativ komplizierte Fragen und Antworten, für die nicht unbedingt jeder Diskussionsteilnehmer die nötige Geduld aufbringt. Andererseits führt jede leichtsinnige Äußerung, insbesondere von Seiten einflussreicher Personen, besonders leicht in einen Teufelspakt.

Gerade für einen Vertreter der Informatik ist die Sache nicht ganz einfach. Es wäre für ihn unverantwortlich, einem Zeitgeist (Skylla) blind zu folgen, der womöglich aus einer unreflektierter Abneigung gegen das "geistige Eigentum" heraus die Informatikwelt einer wirtschaftlichen Stütze beraubt. Ebenso unverantwortlich wäre es, der Patentbranche (Charybdis) die Schlüssel zur Informatikwelt zu übergeben und damit, wie das chinesische Idiom sagt, "den Wolf in die Stube zu holen".

Das Präsidium der Gesellschaft für Informatik hat sich offenbar bereits für Charybdis entschieden. Ich möchte bei dieser Diskussion versuchen, mein Gegenüber zu überzeugen, dass die Eurolinux-Allianz nicht Skylla ist, und dass es im Interesse der Informatik liegt, mit uns zusammen ein urheberrechtsbasiertes System des Software-Besitzes anzustreben, bei dem eventuell auch an eine sanfte kurzzeitige Inbesitznahme von Algorithmen zu denken ist.

Jahrgang 1963, MA Sinologie, seit 15 Jahren einerseits häufig als Chinesisch- und Japanisch-Dolmetscher im Europäischen Patentamt und Bundespatentgericht beschäftigt, andererseits viel Freizeit und auch manche bezahlte Arbeitszeit mit Programmieren, insbesondere auf Unix-Systemen, verbringend. Zeitweilig bei Siemens-Nixdorf und SuSE in dieser Funktion beschäftigt. Seit 3 Jahren in das Studium der Softwarepatente-Problematik vertieft, Mitgründer des FFII e.V. und der EuroLinux-Allianz, Mitorganisator der der (Eurolinux Petition for a Software Patent Free Europe).
[ Conferences on Software Patenting 2002 | Mediatage Kiel 2002-11-21 | Europarl Hearings 2002-11-07 and 26 | Swpat Conference Amsterdam 2002-08-30..1 (Columbanus Symposium) | UK Patent Orifice: Software Patentability Rally Brussels 2002-06-19 | Information Economy and Swpat Conference Paris 20020610-1 | FFII auf Linuxtag 2002 | Europarl-Anhörung 2002-05-15 | Pro-Swpat-Kundgebung Madrid 2002-05-06 | Konferenz zur Revsion des EPÜ 2002-06 | GUUG Frühjahrsfachgespräch Bochum 2002-03-01 14:45-16:30 | Konferenz über Informationelle Infrastrukturpolitik 2002-01-28 Arlington USA ]
http://swpat.ffii.org/penmi/2002/guugffg/index.de.html
© 2005/01/06 (2004/08/24) Arbeitsgruppe
deutsche Version 2003/12/10 von Hartmut PILCH