Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 im Auftrag des Eine Sekundärstudie von TNS Infratest GmbH & Co. KG München, April 2004 Bearbeiter: TNS Infratest GmbH & Co. KG Business Intelligence Dr. Sabine Graumann Florian Neinert unter Mitarbeit von: Bettina Gräfe Sonja Kahre Landsberger Straße 338 80687 München 089 / 5600 ­1221/-1133 089 / 580 19 96 sabine.graumann@tns-infratest.com florian.neinert@tns-infratest.com Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis SEITE 1 1.1 1.2 1.3 Zusammenfassungen Management Summary Faktenbericht und Trendbericht 1.1.1 Untersuchungsgegenstand 1.1.2 Deutschlands Positionierungen im Gesamtmarkt und Einschätzungen durch Experten 1.1.3 Informationswirtschaftliche Teilbranchen und Einschätzung durch Experten 1.1.4 Das Internet als Massenmedium: Zunehmende Verbreitung, Chancengleichheit, Bildung und Qualifizierung 1.1.5 E-Commerce, E-Business, E-Government 1.1.6 Identifikation der wichtigsten Handlungsbereiche und Market Drivers aus Expertensicht 1.1.7 Politischer Handlungsbedarf Zusammenfassung Faktenbericht Zusammenfassung Chartbericht I I I II XI XIX XXIV XXXI XXXV XL LXII 2 Einführung und Struktur des siebten Faktenberichts 1 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 3.6 3.7 3.8 3.9 Methodologie und Bestandsaufnahme Fortsetzung des Projekts Vorgehensweise der Berichte 2004-2006 Ziele des Monitoring Veränderungen gegenüber der ersten Projektphase Wie läuft das Monitoring ab? Methodische Grundlagen der Sekundärforschung Methodische Grundlagen der Primärforschung Verbreitung der Monitoring-Ergebnisse ­ Öffentlichkeitsarbeit Die bisher erschienenen Fakten- und Trendberichte nach thematischen Schwerpunkten und Bezugsmöglichkeiten 3 3 5 10 13 16 17 24 28 30 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 4 4.1 4.2 4.3 4.4 Der Gesamtmarkt der Informationswirtschaft Der Arbeitsmarkt im Bereich IKT und im Bereich der Informationswirtschaft 4.1.1 Angebot und Nachfrage an Fachkräften in der Informationswirtschaft - weltweit und europaweit 4.1.2 Beschäftigtenzahlen im deutschen IKT-Bereich 4.1.3 Gehälter 4.1.4 Outsourcing und Offshoring 4.1.5 Aus- und Weiterbildung Die weltweiten Märkte für Informationstechnik und Telekommunikation (IKT) mit Positionierung Deutschlands 4.2.1 Weltweit 4.2.2 Europa 4.2.3 Deutschland Der Markt für Informationstechnik 4.3.1 Weltweit 4.3.2 Europa 4.3.3 Deutschland 4.3.4 Der PC-Markt - weltweit, in Europa und in Deutschland Der Markt für Telekommunikation 4.4.1 Weltweit 4.4.2 Westeuropa 4.4.3 Deutschland 32 33 33 36 42 46 48 53 53 57 60 62 62 66 68 70 73 73 74 76 5 5.1 5.2 5.3 Infrastrukturelle Voraussetzungen Breitbandtechnologien 5.1.1 Breitbandzugang allgemein weltweit 5.1.2 Breitbandzugang allgemein in Europa mit Positionierung Deutschlands 5.1.3 Breitbandzugang allgemein in Deutschland 5.1.4 Breitbandzugangstechnologien im einzelnen 5.1.4.1Breitbandzugang über DSL - international, Westeuropa mit Positionierung Deutschlands 5.1.4.2Breitbandzugang über TV-Kabel ­ international, Westeuropa mit Positionierung Deutschlands 5.1.4.3Breitbandzugang über Satellit und Powerline Festnetz-Telefonie 5.2.1 Telefon-Festnetzdichte weltweit 5.2.2 Telefon-Festnetzdichte mit ISDN in Deutschland Mobilkommunikation 5.3.1 Mobilfunkdichte weltweit 5.3.2 Mobilfunkdichte in Europa mit Positionierung Deutschlands 5.3.3 Mobilfunkmarkt 5.3.4 Trends im Mobilfunkbereich 79 80 80 87 90 92 95 98 101 105 105 108 114 114 117 119 123 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 5.4 5.5 5.6 6 6.1 6.2 6.3 Die Verbreitung des Internets 5.4.1 Internet-Hosts weltweit mit Positionierung Deutschlands 5.4.2 Secure Socket Layer Server weltweit mit Positionierung Deutschlands 5.4.3 Das Internet-Angebot nach Sprachen Internet-Zugang 5.5.1 Verbreitung Internet-Zugangswege 5.5.1.1Internet-Zugang in Europa mit Positionierung Deutschlands 5.5.1.2 Internet-Zugang in Europa nach Ort mit Positionierung Deutschlands 5.5.2 Telefongebühren und Internet-Zugangskosten weltweit und in Deutschland PC-Dichte 5.6.1 Weltweit 5.6.2 Deutschland Anwendungen Internet-Nutzer-Dichte 6.1.1 Weltweit 6.1.2 Nordamerika 6.1.3 Asien 6.1.4 Europa 6.1.5 Deutschland Soziodemographie der Internet-Nutzer 6.2.1 Digital Divide - International 6.2.1.1Internet-Nutzer nach Alter und Geschlecht international 6.2.1.2Internet-Nutzer Demographie in den USA 6.2.1.3Internet-Nutzer Demographie im asiatisch-pazifischen Raum 6.2.1.4Internet-Nutzer Demographie in Europa 6.2.2 Digital Divide in Deutschland 6.2.2.1 Deutsche Internet-Nutzer nach Regionen 6.2.2.2 Deutsche Internet-Nutzer nach Geschlecht 6.2.2.3 Deutsche Internet-Nutzer nach Alter 6.2.2.4 Deutsche Internet-Nutzer nach Bildung 6.2.2.5 Deutsche Internet-Nutzer nach Einkommen 6.2.2.6 Deutsche Internet-Nutzer nach Beschäftigung Art und Intensität der Internet-Nutzung 6.3.1 Häufigkeit und Dauer der Internet-Nutzung 6.3.1.1 6.3.1.2 Weltweit Europa und Deutschland 6.3.2 Nutzung von Internet-Diensten 6.3.2.1 6.3.2.2 6.3.2.3 Nordamerika und Asien Europa im Vergleich zu Deutschland Deutschland 137 137 141 143 144 144 144 147 148 155 155 160 161 162 163 166 169 171 174 182 182 183 184 187 189 194 195 198 200 203 204 205 206 206 206 208 212 212 215 216 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 6.4 6.5 6.6 6.7 6.8 6.9 6.10 E-Commerce 6.4.1 Weltweit inkl. B2B- und B2C-Umsätze B2B E-Commerce 6.5.1 B2B E-Commerce-Umsätze weltweit 6.5.2 E-Business und E-Commerce in Unternehmen in den USA, Europa und Deutschland 6.5.3 E-Business und E-Commerce in deutschen Unternehmen 6.5.4 Virtuelle Marktplätze ­ weltweit, Amerika, Asien, Europa B2C E-Commerce 6.6.1 B2C E-Commerce-Umsätze weltweit 6.6.2 B2C E-Commerce-Umsätze in den USA 6.6.3 B2C E-Commerce-Umsätze in Europa 6.6.4 B2C E-Commerce-Umsätze in Deutschland 6.6.5 Bezahlen im Internet M-Commerce 6.7.1 M-Commerce weltweit 6.7.2 Mobile Dienste E-Government 6.8.1 E-Government-Systeme international 6.8.2 E-Government in Deutschland 6.8.2.1 Bund, Länder und Kommunen 6.8.2.2 Nutzung und Akzeptanz von E-Government in der Bevölkerung - international und in Deutschland 6.8.2.3 Elektronische Signaturen 6.8.2.4 eDemocracy und Online-Wahlen Online-Banking 6.9.1 Einführung und Begriffserklärung 6.9.2 Online-Banking international und in Europa 6.9.3 Online-Banking in Deutschland Online-Werbung 6.10.1 Online-Werbung weltweit 6.10.2 Online-Werbung in den USA 6.10.3 Online-Werbung in Europa 6.10.4 Online-Werbung in Deutschland 6.10.5 E-Mail-Marketing 6.10.6 Suchmaschinen-Marketing 219 220 227 227 233 256 260 264 264 265 268 272 277 280 280 286 294 295 305 305 309 316 318 320 320 321 331 345 345 347 348 350 357 361 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhänge Anhang I Kommentierte Bibliographie Anhang II Abkürzungsverzeichnis Anhang III Glossar Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Abbildungsverzeichnis Management Summary Fakten- und Trendbericht Nr. Abb. I Abb. II Abb. III Abb. IV Abb. V Abb. VI Seite II IV IV V V VI Abb. VII Abb. VIII Abb. IX Abb. X Abb. XI Abb. XII Abb. XIII Abbildung Deutschlands Positionierungen Deutschland: Geschäftsentwicklung der Informationswirtschaft aus Sicht der Experten 2002/2003 Branchenbarometer 2002/2003 Deutschland: Geschäftsentwicklung der Informationswirtschaft aus Sicht der Experten 2003/2004 Branchenbarometer 2003/2004 Deutschland: Erwartungen und Erfahrungen in der eigenen Branche und eigenen Einrichtung aus Sicht der Experten 20012004 Deutschland: Beschäftigtenentwicklung im eigenen Unternehmen und in der eigenen Branche aus Sicht der Experten 2002/2003 Beschäftigungsentwicklung 2002/2003 Deutschland: Beschäftigtenentwicklung im eigenen Unternehmen und in der eigenen Branche aus Sicht der Experten 2003/2004 Beschäftigungsentwicklung 2003/2004 Trend zur Beschäftigtenentwicklung Deutschland: Positive und negative Tendenzen zur wachsenden Regulierung des Internet aus Sicht der Experten Deutschland: Expansionschancen nach Anwenderbranchen aus Sicht der Experten 2003/2004 VII VIII VIII Abb. XIV Deutschland: Zukünftige informationswirtschaftliche Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen aus Sicht der Experten 2003/2004 IX IX XIII XVIII XXV Zusammenfassung Fakten- und Chartbericht Nr. Abb. XV Abbildung Übersicht über die Inhalte des Faktenberichts Seite XL Methodologie und Bestandsaufnahme Abbildung Wie läuft das aktuelle Monitoring ab? Nr. Abb. 1 Seite 16 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Informationswirtschaft Abbildung Die Informationswirtschaft als Motor der Globalisierung USA: Beschäftigte in der IT-Branche nach Arbeitsbereichen in Millionen und Prozent, März 2003 USA: Entwicklung des Personalbestandes im IT-Bereich von Großunternehmen in Prozent 2001-2004 EU: Anzahl der Beschäftigten im IKT-Sektor und Anteil an der Beschäftigten gesamt in Prozent 2000 Europa: Anteil der Computerspezialisten an der Gesamtzahl der Beschäftigten in Prozent 2000 und 2002 Deutschland: Erwerbstätige in der IKT-Branche nach Sektoren 2003 und Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent 1999-2003 Deutschland: Beschäftigtenzahlen ausgewählter Branchen in Tausend 2003 und Veränderung gegenüber 2002 in Prozent Deutschland: Entwicklung des Personalbestandes im Vergleich zum Vorjahresquartal in Prozent der Unternehmen Quartal I-III 2003 Deutschland: Zahl der IT-Stellenanzeigen 2002 und 2003 Deutschland: Entwicklung des Jobpilot-Index für den IKTMarkt, Juli 2002-Januar 2004 Deutschland: Geplante Neueinstellungen im IT-Bereich von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl 2003 Deutschland: Anteil ausgewählter Berufsgruppen am IT-Stellenmarkt in Prozent 2003 USA: Entwicklung der Durchschnittsgehälter für IT-Fachkräfte in US-Dollar 2001-2003 USA: Entwicklung der IT-Gehälter nach Position in US-Dollar 2002-2003 Europa: Grundgehälter von Berufsanfängern in der IT-Branche in EUR 2003 Deutschland: Durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen von IT-Fachkräften in EUR und wöchentliche Arbeitszeit in Stunden nach Position 2003 Deutschland: Durchschnittliches Jahreseinkommen von ITFachkräften nach Branche in EUR 2003 Weltweit: Derzeitiges und geplantes Outsourcing von IT-Funktionen in Prozent der Nennungen 2003 Deutschland: Zahl der IT-Ausbildungsverträge 1998-2002 Deutschland: Zahl der IT-Ausbildungsverträge nach Ausbildungsprofil 1998-2002 Deutschland: IKT-Markt in Milliarden EUR und Zahl der Informatik-Studienanfänger in Tausend 1999-2004 EU: Anzahl der PCs an Grund-, Sekundar- und Berufsschulen je 100 Schüler 2002 Weltweit: Markt für Informationstechnik und Telekommunikation in Prozent 2003 und 2004 Weltweit: IKT-Umsätze in Milliarden EUR und in Prozent 20022005 Weltweit: Markt für Informations- und Kommunikationstechnik nach Wachstum in Prozent 2003-2005 Weltweit: Anteil des Umsatzes mit IKT am Bruttoinlandsprodukt in Prozent 2003 Weltweit: Pro-Kopf-Ausgaben für Informationstechnik und Telekommunikation in EUR 2003 Westeuropa: Markt für Informationstechnik und Telekommuni- Nr. Abb. 2 Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5 Abb. 6 Abb. 7 Abb. 8 Abb. 9 Abb. 10 Abb. 11 Abb. 12 Abb. 13 Abb. 14 Abb. 15 Abb.16 Abb. 17 Abb. 18 Abb. 19 Abb. 20 Abb. 21 Abb. 22 Abb. 23 Abb. 24 Abb. 25 Abb. 26 Abb. 27 Abb. 28 Abb. 29 Seite 32 34 34 35 36 37 37 38 39 39 40 41 42 43 43 45 45 48 49 49 50 52 53 54 54 55 56 57 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abb. 30 Abb. 31 Abb. 32 Abb. 33 Abb. 34 Abb. 35 Abb. 36 Abb. 37 Abb. 38 Abb. 39 Abb. 40 Abb. 41 Abb. 42 Abb. 43 Abb. 44 Abb. 45 Abb. 46 Abb. 47 Abb. 48 Abb. 49 Abb. 50 Abbildung kation in Milliarden EUR 2004 und Prozent 2001-2004 Westeuropa: IKT-Markt in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Westeuropa: Markt für Informationstechnik (IT) und Telekommunikation (TK) nach Segmenten in Prozent 2004 Osteuropa: IKT-Markt in ausgewählten Ländern in Millionen EUR 2003 Deutschland: IKT-Markt in Milliarden EUR und Wachstum in Prozent 1998-2005 Weltweit: Markt für Informationstechnik nach Regionen in Milliarden EUR und in Prozent 2001-2005 Weltweit: Markt für Informationstechnik nach Branchen in Milliarden USD und Prozent 2002-2006 USA: Markt für Informationstechnik nach Bereichen in Milliarden USD und Prozent 2001-2005 Asien/Pazifik: Markt für Informationstechnik nach Bereichen in Milliarden USD 2001-2003 Westeuropa: Markt für Informationstechnik in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Westeuropa: Markt für Informationstechnik nach Segmenten in Milliarden USD 2001-2004 Osteuropa: Markt für Informationstechnik in ausgewählten Ländern in Millionen EUR 2003 Deutschland: Markt für Informationstechnik in Milliarden EUR und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 Deutschland: Markt für Informationstechnik nach Segmenten in Milliarden EUR 2004 und 2005 Weltweit: Anzahl der verkauften PCs in Millionen 2001-2005 Weltweit/USA: Anteil mobiler Systeme (Notebooks) an den gesamten PC-Verkäufen in Prozent 2003-2007 Weltweit: Markt für Telekommunikation in Prozent 2004 Weltweit: Markt für Telekommunikation nach Bereichen in Milliarden USD und Prozent und durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) in Prozent, 2002 und 2009 Westeuropa: Markt für Telekommunikation gesamt und nach Segmenten in Milliarden EUR 2001-2005 und in Prozent 2004 Westeuropa: Markt für Telekommunikation in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Deutschland: Markt für Telekommunikation in Milliarden EUR und Wachstum in Prozent 2000-2005 Deutschland: Markt für Telekommunikation nach Segmenten in Prozent des Gesamtmarktes 2001-2005 Seite 58 59 59 60 62 63 64 65 66 67 67 68 69 71 71 73 74 75 75 76 77 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Infrastrukturelle Voraussetzungen Abbildung Weltweit: Zahl der Breitband-Anschlüsse nach Technologie in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2003 Weltweit: Top 10 führende Länder nach BreitbandAnschlüssen in Millionen, Juli und Dezember 2003 Weltweit: Zahl der Breitband-Haushalte in Millionen 2001-2005 Weltweit: Zahl der Breitband-Haushalte nach Regionen in Millionen und Prozent 2003 und 2005 Weltweit: Breitband-Anschlüsse je 100 Haushalte nach Technologien 2003 Weltweit: Wachstumsraten von Breitbandanschlüssen in ausgewählten Ländern in Prozent im 1. Halbjahr 2002 und 2003 Nordamerika: Breitband-Haushalte in Prozent aller Haushalte 2000-2005 Asien/Pazifik: Verteilung der Haushalte mit Breitband-Anschluss in Prozent 2002 und 2005 Westeuropa: Zahl der Breitband-Haushalte in Millionen 20002005 Europa: Breitband-Haushalte in Prozent aller Haushalte 20012003 Europa: Breitband-Haushalte in Prozent der Internet-Haushalte 2001-2003 Deutschland: Zahl der Breitband-Anschlüsse nach Technologie 2003 Deutschland: Breitband-Anschlüsse je 100 Haushalte und Wachstum in Prozent 2001-2006 Weltweit: Breitband-Anschlüsse nach Zugangstechnologien in Millionen Dezember 2002 und Juni 2003 Weltweit: Breitband-Anschlüsse pro 100 Einwohner nach Zugangstechnologie Juni 2003 USA: Breitband-Haushalte nach Zugangs-Technologien in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002-2008 Weltweit: Zahl der DSL-Leitungen in Millionen 2002-2003 Weltweit: Führende Länder nach Zahl der DSL-Anschlüsse in Tausend, Dezember 2003 Weltweit: Führende Länder nach Anzahl der neu hinzugekommenen DSL-Anschlüsse, 3. Quartal 2003 Europa: DSL-Anschlüsse je 1.000 Einwohner 2003 Weltweit: Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse in Millionen 2003, 2007 USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse in Millionen 2000-2005 Asien/Pazifik: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 Westeuropa: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 Westeuropa: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 (Fortsetzung) Weltweit: Haushalte mit Zugang zu iTV-Angeboten in Millionen, 1. Quartal 2002 Deutschland: iDTV-Anschlüsse je 100 Haushalte und Wachs- Nr. Abb. 51 Seite 81 Abb. 52 Abb. 53 Abb. 54 Abb. 55 Abb. 56 Abb. 57 Abb. 58 Abb. 59 Abb. 60 Abb. 61 Abb. 62 Abb. 63 Abb. 64 Abb. 65 Abb. 66 Abb. 67 Abb. 68 Abb. 69 Abb. 70 Abb. 71 Abb. 72 Abb. 73 Abb. 74 Abb. 75 Abb. 76 Abb. 77 81 82 83 83 84 85 86 88 89 90 90 91 93 93 94 95 96 96 97 98 99 99 100 100 103 104 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abb. 78 Abb. 79 Abb. 80 Abb. 81 Abb. 82 Abb. 83 Abb. 84 Abb. 85 Abb. 86 Abb. 87 Abb. 88 Abb. 89 Abb. 90 Abb. 91 Abb. 92 Abb. 93 Abb. 94 Abb. 95 Abb. 96 Abb. 97 Abb. 98 Abb. 99 Abbildung tum in Prozent 2003-2007 International: Zahl der Telefonhauptanschlüsse in Millionen und Anzahl der Telefonminuten in Milliarden 1993-2003 International: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner 2002 Asien: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate in Prozent 2002 International: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2002 Deutschland: Telefonanschlüsse in Millionen 1995-2003 Deutschland: Festnetzkanäle und Mobilfunkteilnehmer in Millionen 2000-2003 Deutschland: Festnetzverbindungsminuten der DTAG und ihrer Wettbewerber in Milliarden 1997-2003 Deutschland: Minimaltarife für ein nationales Ferngespräch im Festnetz in Cent pro Minute 1997-2003 Deutschland: Gründe für den Wechsel des TK-Anbieters in Prozent der Befragten 2003 Weltweit: Zahl der ISDN-Kanäle nach Regionen in Millionen 2002-2006 Europa: Zahl der ISDN-Kanäle in ausgewählten Ländern in Millionen und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2004 Weltweit: ISDN-Kanäle je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Deutschland: ISDN-Kanäle je 100 Einwohner und Wachstumsrate in Prozent 2001-2006 Weltweit: Mobilfunkteilnehmer in Millionen 1993-2003 Weltweit: Zahl der Mobilfunkanschlüsse nach Regionen in Millionen 2003 und 2006 Weltweit: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner nach Regionen 2001-2002 Asien: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate in Prozent 2002 Europa: Mobilfunksubskriptionen je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Osteuropa: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate in ausgewählten Ländern in Prozent 2002 Deutschland: Teilnehmerzahl im Mobilfunkbereich in Millionen und Penetrationsrate in Prozent 1998-2003 Weltweit: Zahl der Mobilfunkteilnehmer nach genutzten Technologien in Millionen 2000-2003 USA: Umsatz mit mobilen Sprach- und Datendiensten in Milliarden US-Dollar 2000-2007 Seite 105 106 106 107 108 109 109 110 111 112 112 113 113 114 115 115 116 117 118 Abb. 100 Westeuropa: MMS-Umsätze nach Anwendungen in Millionen 2003-2007 Abb. 101 Weltweit: Besitzer und Nutzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen in Prozent, April 2003 Abb. 102 Weltweit: Zahl der verkauften Mobiltelefone nach Technologie in Millionen 2002-2007 Abb. 103 Weltweit: Umsatzentwicklung bei Mobiltelefonen nach Technologie in Milliarden US-Dollar 2002-2007 Abb. 104 Weltweit: Zahl der UMTS-Teilnehmer 2003 Abb. 105 Deutschland: Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit von UMTS und Bereitschaft zum Kauf eines UMTS-Mobiltelefons in Prozent der Befragten 2003 Abb. 106 Deutschland: Nutzung ausgewählter UMTS-Dienste und Anwendungen in Prozent der Befragten, September 2003 119 120 121 124 126 127 127 128 129 130 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 107 Deutschland: Bedeutung aktueller Übertragungstechnologien, Februar 2004 Abb. 108 Weltweit: Anzahl der öffentlichen WLAN-Hotspots nach Ort 2002-2005 Abb. 109 Weltweit: Zahl der verkauften WLAN-fähigen Geräte in Millionen und Anteil am Gesamtmarkt in Prozent 2003-2007 Abb. 110 Europa: Anzahl der WLAN-Hotspots in ausgewählten Ländern 2003 Abb. 111 Weltweit: Anzahl der Internet-Hosts in Tausend und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Januar 1996-Januar 2004 Abb. 112 Weltweit: Internet-Hosts nach Regionen in Prozent, Dezember 2003 Abb. 113 Weltweit: Internet-Hosts pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Dezember 2003 Abb. 114 Asien/Pazifik: Internet-Hosts pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Januar 2003 Abb. 115 Europa: Anteil der Internet-Hosts nach Regionen in Prozent, Dezember 2003 Abb. 116 Westeuropa: Anzahl der Internet-Hosts pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 Abb. 117 Osteuropa: Internet-Hosts pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 Abb. 118 Weltweit: Internet-Hosts nach Top-Level Domain in Millionen, Januar 2004 Abb. 119 Weltweit: Anzahl der Secure Socket Layer Server in ausgewählten Ländern 2002 und Wachstum im Vergleich zum Jahr 2000 in Prozent Abb. 120 Weltweit: Secure Socket Layer Server in ausgewählten Ländern pro 100.000 Einwohner 2002 Abb. 121 Weltweit: Anteil der Internet-Nutzer an der gesamten OnlinePopulation nach gesprochener Sprache und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten 2003 Abb. 122 Westeuropa: Anteil der Haushalte mit Internet-Zugang in ausgewählten Ländern in Prozent aller Haushalte 2002, 2003, 2007 Abb. 123 Westeuropa: Anteil der Haushalte mit Internet-Zugang in Prozent 2002-2007 Abb. 124 Westeuropa/Deutschland: Ausstattung der Bevölkerung mit Internet-Zugangsgeräten in Prozent, November 2003 Abb. 125 Westeuropa/Deutschland: Nutzung von Internet-Verbindungstypen in Prozent der Internet-Nutzer, November 2003 Abb. 126 Deutschland: Gründe gegen einen Internet-Zugang in Prozent der Offliner 2003 Abb. 127 Deutschland: Ort der Internet-Nutzung in Prozent der InternetNutzer 1997-2003 Abb. 128 Weltweit/EU: Kosten für 20 Stunden Internet-Nutzung in USDollar 1998-2002 Abb. 129 Seite 130 131 132 133 137 138 138 139 139 140 140 141 142 142 143 144 Abb. 130 Abb. 131 Abb. 132 OECD/EU/Deutschland: Kosten für 20 Stunden InternetNutzung tagsüber nach Anteil der Gebührenarten in Prozent, September 2002 Weltweit: Kosten für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber in ausgewählten Ländern in US-Dollar, September 2002 Weltweit: Kosten für 20 Stunden Internet-Nutzung abends in ausgewählten Ländern in US-Dollar, September 2002 Weltweit: Entwicklung der Kosten für 20 Stunden InternetNutzung in ausgewählten Ländern in US-Dollar und Veränderung zum Vorjahr in Prozent, September 2002 145 146 146 147 148 149 150 151 152 152 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abb. 133 Abb. 134 Abb. 135 Abbildung EU, Deutschland: Kosten für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber in US-Dollar und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2002 Weltweit: Monatliche Kosten für den Internet-Zugang mittels DSL in US-Dollar und Download-Geschwindigkeit in kbits/s in ausgewählten Ländern, September 2002 Deutschland: Internet-by-call-Minimaltarif in Cent pro Minute 1999-2004 Seite 153 154 Abb. 136 International: Anzahl von PCs und Zahl der Internet-Nutzer in Millionen 1993-2003 Abb. 137 Weltweit: PC-Dichte nach Regionen in Millionen und in Prozent der Bevölkerung 1995-2007 Abb. 138 Weltweit: PCs pro 100 Einwohner nach Regionen 2001 und 2002 Abb. 139 Weltweit: PCs je 100 Einwohner 2003 Abb. 140 Nordamerika: PCs pro 100 Einwohner 1998-2002 Abb. 141 Asien/Pazifik: PCs pro 100 Einwohner 2002 und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent Abb. 142 Deutschland: PCs je 100 Einwohner und Wachstum in Prozent 2001-2006 154 155 156 157 158 159 159 160 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Anwendungen Abb. 143 Weltweit: Anzahl der Internet-Nutzer in Millionen 1991-2003 Abb. 144 Weltweit: Verteilung der Internet-Nutzer nach Regionen 2003 und in Prozent 2002-2004 Abb. 145 Weltweit: Internet-Nutzer in ausgewählten Regionen in Prozent der Bevölkerung 2002 Abb. 146 Weltweit: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung und in Millionen 2003 Abb. 147 Nordamerika: Zahl der Internet-Nutzer in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 Abb. 148 Nordamerika, Europa: Anteil der Onliner an der InternetNutzerschaft weltweit in Prozent 1999-2005 Abb. 149 USA: Anzahl der Internet-Nutzer an der Gesamtbevölkerung in Millionen und in Prozent 1995-2003 Abb. 150 USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der Internet-Nutzer in Millionen 2003 Abb. 151 Asien/Pazifik: Anzahl der Internet-Nutzer in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 Abb. 152 Asien/Pazifik: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Tausend und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002 Abb. 153 Europa: Internet-Nutzer in Millionen und Veränderungen zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 Abb. 154 Westeuropa: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Februar 2004 Abb. 155 Westeuropa: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Millionen 2007 und Wachstum im Vergleich zum Jahr 2003 in Prozent Abb. 156 Europa: Internet-Nutzer je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Abb. 157 Deutschland, Westeuropa: Internet-Nutzer pro 100 Einwohner im Vergleich 2001-2003 Abb. 158 Westeuropa: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2007 Abb. 159 Deutschland: Internet-Nutzer, Nutzungsplaner und NichtNutzer in Prozent der Bevölkerung 2001-2003 Abb. 160 Deutschland: Internet-Nutzer nach Geschlecht in Prozent der Bevölkerung, Februar 2003-Februar 2004 Abb. 161 Deutschland: Internet-Nutzer je 100 Einwohner und Wachstumsrate in Prozent 2001-2006 Abb. 162 Deutschland: Internet-Nutzer-Zahlen verschiedener Studien im Vergleich in Millionen und Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 163 International: Top 25 Länder mit dem höchsten Digital Access Index 2002 Abb. 164 International: Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern nach Geschlecht in Prozent, September 2003 Abb. 165 USA: Internet-Penetration nach ethnischer Herkunft in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Abb. 166 USA: Internet-Nutzer nach Anteil der ethnischen Gruppen in Prozent, Dezember 2003 Abb. 167 USA: Internet-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent, Dezember 2003 Abb. 168 USA: Internet-Penetration nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Abb. 169 USA: Internet-Nutzer innerhalb der Bevölkerung in Millionen nach Altersgruppen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Oktober 2003 Nr. Abbildung Seite 163 164 165 165 166 167 167 168 169 170 171 172 172 173 173 174 175 176 177 178 183 183 184 185 185 186 186 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 170 USA: Anteil der Internet-Nutzer innerhalb der älteren Bevölkerungsgruppe ab 50 Jahren in Prozent 2003-2006 Abb. 171 China: Anteil der Internet-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent 2003 Abb. 172 Korea: Anteil der Internet-Nutzer an den jeweiligen Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Abb. 173 Europa: Internet-Nutzer nach Geschlecht in Prozent 2003 Abb. 174 Europa: Anteil der Internet-Nutzer am jeweiligen Geschlecht in Prozent der Bevölkerung, November 2003 Abb. 175 Europa: Altersstruktur der Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Prozent, September 2003 Abb. 176 Europa: Anteil der Internet-Nutzer über 55 Jahre in ausgewählten Ländern in Prozent der gesamten Internet-Population, September 2003 Abb. 177 Europa: Internet-Nutzer über 55 Jahre nach Geschlecht in Prozent, September 2003 Abb. 178 Westeuropa: Anzahl der Internet-Nutzer unter 18 Jahren in ausgewählten Ländern in Tausend und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, August 2003 Abb. 179 Westeuropa: Internet-Nutzer nach Penetrationsrate innerhalb der jeweiligen Altersgruppen in ausgewählten Ländern in Prozent, November 2003 Abb. 180 Deutschland: Internet-Nutzung nach Bundesländern in Prozent 2003 Abb. 181 Deutschland: Internet-Nutzer in den Bundesländern nach Indexwert 2003 Abb. 182 Deutschland: Internet-Nutzer in den Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr nach Indexwert Abb. 183 Deutschland: Internet-Nutzer und ­Nichtnutzer in Prozent der Bevölkerung in Großstädten mit überdurchschnittlichen vielen Onlinern bzw. Offlinern 2003 Abb. 184 Deutschland: Internet-Nutzungsplaner nach Bundesländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 185 Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer an der Bevölkerung nach Geschlecht in Prozent und in Millionen 1997-2003 Abb. 186 Deutschland: Internet-Nutzer nach Geschlecht in Prozent 1997-2003 Abb. 187 Deutschland: Internet-Nutzer nach Bundesländern und Geschlecht in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 188 Deutschland: Internet-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2001-2003 Abb. 189 Deutschland: Internet-Nutzer und Nutzungsplaner nach Geschlecht und Alter in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 190 Deutschland: Internet-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent und in Millionen 2002-2003 Abb. 191 Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer nach Alter und Geschlecht in Prozent 2002-2003 Abb. 192 Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer nach Bildungsgrad in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Abb. 193 Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer nach Haushaltsnettoeinkommen in EUR in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Abb. 194 Deutschland: Internet-Nutzer nach Art der Beschäftigung in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Seite 187 188 188 189 190 190 191 192 193 193 195 195 196 196 197 198 199 199 200 201 202 202 203 204 205 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 195 Weltweit: Anzahl der Online-Sessions pro Monat in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 Abb. 196 Weltweit: Durchschnittliche monatlich verbrachte Online-Zeit pro Internet-Nutzer in ausgewählten Ländern in Stunden und Minuten, September 2003 Abb. 197 Europa (EU 15): Häufigkeit der Internet-Nutzung in Prozent der Onliner, November 2002 Abb. 198 Europa (EU 15): Anzahl der Internet-Nutzer, die täglich oder fast täglich online sind in ausgewählten Ländern in Prozent, November 2002 Abb. 199 Europa (EU 15): Häufigkeit der Internet-Nutzung nach Altersgruppen in Prozent der Onliner, November 2002 Abb. 200 Westeuropa: Intensität der Internet-Nutzung in ausgewählten Ländern in Prozent der Onliner, September 2003 Abb. 201 Deutschland: Durchschnittliche täglich verbrachte Online-Zeit in Minuten in Prozent der Internet-Nutzer 1997-2003 Abb. 202 Deutschland: Durchschnittliche täglich online verbrachte Zeit nach Alter und Geschlecht in Minuten und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2002-2003 Abb. 203 USA: Online-Aktivitäten von Internet-Nutzern in Prozent, Dezember 2003 Abb. 204 Kanada: Gesellschaftliche Online-Aktivitäten in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 205 China: Online-Aktivitäten von Internet-Nutzern in Prozent 2003 Abb. 206 EU: Internet-Aktivitäten in Prozent der Internet-Nutzer, November 2002 Abb. 207 Westeuropa: Top Fünf Internet-Aktivitäten in ausgewählten Ländern in Prozent der Internet-Nutzer, November 2002 Abb. 208 Deutschland: Genutzte Online-Anwendungen in Prozent der Internet-Nutzer 2002-2003 Abb. 209 Deutschland: Nutzung von Online-Angeboten nach Geschlecht in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 210 Deutschland: Genutzte Online-Anwendungen in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 211 Deutschland: Internet-Tätigkeiten, die mindestens einmal wöchentlich durchgeführt werden in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 212 Weltweit: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 Abb. 213 Weltweit: E-Commerce-Umsätze nach Regionen in Milliarden US-Dollar und in Prozent 2000 und 2004 Abb. 214 USA: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2000-2005 Abb. 215 Asien/Pazifik: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar 2000-2005 Abb. 216 Westeuropa: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 Abb. 217 Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in Milliarden EUR 2003 und 2007 Abb. 218 Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden US-Dollar und Anteil am Gesamtumsatz in Prozent 2002 Abb. 219 Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR 2003 und 2007 Seite 206 207 208 209 209 210 211 211 212 213 214 215 215 216 217 218 218 220 221 222 222 223 224 224 225 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 220 Weltweit: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD 20002004 Abb. 221 Weltweit: Vergleichende Schätzungen zum B2B-E-CommerceUmsatz in Milliarden USD 2001-2005 Abb. 222 Weltweit: B2B-E-Commerce-Umsatz nach Regionen in Milliarden US-Dollar und in Prozent, 2003 und 2006 Abb. 223 Nordamerika: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 Abb. 224 USA: Gesamthandelsumsatz in Milliarden USD und ECommerce-Anteil in Prozent 2001 Abb. 225 Asien/Pazifik: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 Abb. 226 Europa: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 Abb. 227 Westeuropa: B2B-E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Anteil am Gesamtmarkt in Prozent 2003 und 2007 Abb. 228 Weltweit: Ausgaben für E-Business-Technologien in ausgewählten Ländern in Milliarden US-Dollar 2002 Abb. 229 USA: Entwicklung der Kosten durch Online-Einkauf in Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 230 USA: Bedeutung des Internet für Kaufvorhaben in Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 231 USA: Nutzung von Online-Marktplätzen und Internet-Auktionen in Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 232 Nordamerika: Anteil der Online-Einkäufe von Einzelhändlern an deren Gesamteinkaufswert in Prozent 2003 Abb. 233 EU: Verbreitungsgrad ausgewählter E-Commerce-Technologien in Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 234 EU: Computer-Nutzung und Internet-Anschlüsse in kleinen und mittleren Unternehmen in Prozent 2002-2003 Abb.235 EU: Computer- und Internet-Nutzung nach Branchen in Prozent 2003 Seite 228 228 229 229 230 230 231 232 Abb. 236 EU: Internet-Anschlüsse in kleinen und mittleren Unternehmen in Prozent 2002-2003 Abb. 237 EU: Nutzung von Internet-Anwendungen in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 238 EU: Nutzung von Online-Anwendungen in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 239 EU: Tatsächliche und geplante Nutzung von E-Procurement in Unternehmen nach Branchen in Prozent 2003 Abb. 240 EU: Nutzung von Vertriebskanälen für E-Procurement in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 241 EU: Unternehmen mit eigener Website in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 242 EU: Unternehmen, die Online-Shopping und -Bezahlung auf ihrer Website anbieten nach ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 243 EU: Anteil des Online-Shopping-Umsatzes von Unternehmen am Gesamtumsatz in Prozent 2003 Abb. 244 EU: Auswirkungen von E-Business auf den Arbeitsablauf in Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 245 Weltweit: Internet-Nutzung von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 246 Deutschland: Internet-Nutzung von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl in Prozent 2001-2003 Abb. 247 Weltweit: Internet-Zugangswege in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 233 234 235 235 236 237 238 238 239 239 240 241 241 242 243 243 244 246 246 247 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 248 Weltweit: Zahl der Unternehmen mit Online-Produktinformationen in Prozent 2003 Abb. 249 Weltweit: Zahl der Unternehmen mit Online-Preisinformationen und ­Geschäftsbedingungen in Prozent 2003 Abb. 250 Weltweit: E-Commerce-Aktivitäten von Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 251 Weltweit: Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtwert des Verkaufsumsatzes bzw. Einkaufsvolumens in Prozent 2003 Abb. 252 Weltweit: Bereitstellung und Nutzung von Online-Bezahlmöglichkeiten in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent 2003 Abb. 253 Weltweit: Integration der neuen IuK-Technologien in den Geschäftsplan in Prozent der Unternehmen 2003 Abb. 254 Deutschland: Gründe für die Einführung von E-Business-Technologien und deren Erfüllungsgrad in Prozent der Unternehmen 2003 Abb. 255 Weltweit: DTI E-Business Sophistication Index 2003 Abb. 256 Deutschland: Nutzung des Internets durch mittelständische Unternehmen 2001-2003 Abb. 257 Deutschland: Anteil des Internet-Umsatzes am Gesamtumsatz bei mittelständischen Unternehmen in Prozent 2002 und 2004 Abb. 258 Deutschland: Gründe für die Einführung von E-Business in Prozent der mittelständischen Unternehmen 2003 Abb. 259 Deutschland: Gründe gegen den Einsatz von E-Business in Prozent der mittelständischen Unternehmen 2002 und 2003 Abb. 260 Deutschland: Auswirkungen von E-Business in mittelständischen Unternehmen in Prozent 2003 Abb. 261 Weltweit: Anzahl der B2B-Marktplätze nach Regionen, Februar 2004 Abb. 262 Europa: Anzahl der B2B-Marktplätze in ausgewählten Ländern, Februar 2004 Abb. 263 Deutschland: Ziele von Unternehmen bei der Beschaffung über elektronische Marktplätze nach Bewertung, Juni 2003 Abb. 264 Weltweit: Vergleichende Umsatzschätzungen für B2C ECommerce in Milliarden USD 1999-2004 Abb. 265 USA: B2C-E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel und in der Reisebranche in Milliarden USD 2000-2005 Abb. 266 USA: B2C-E-Commerce-Umsätze in Milliarden USD und Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz in Prozent, 1. Quartal 2000-4. Quartal 2003 Abb. 267 USA: Zahl der Online-Shopper in Millionen und Anteil an den Internet-Nutzern in Prozent 2000-2005 Abb. 268 Westeuropa: B2C-E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Anteil am Gesamtumsatz in Prozent 2003 und 2007 Abb. 269 Westeuropa: B2C-E-Commerce-Umsatz in Milliarden EUR 2002-2007 Abb. 270 Westeuropa: Online-Shopping-Umsätze und vom Internet beeinflusste ,,Offline"-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR, 2002 und 2007 Abb. 271 Westeuropa: Zahl der Internet-Nutzer und Online-Käufer in Millionen 2002-2007 Abb. 272 Westeuropa: Online-Shopper in Millionen und Anteil an der Gesamtzahl der Internet-Nutzer in Prozent 2003-2008 Abb. 273 Westeuropa: Durchschnittliche Ausgaben pro Online-Shopper in EUR 2003-2008 Abb. 274 Deutschland: B2C-E-Commerce-Umsatz in Milliarden EUR 2002-2007 Seite 248 249 250 251 252 254 255 255 256 257 258 259 259 261 261 263 264 265 266 267 268 269 269 270 271 271 273 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 275 Deutschland: Geplantes Kaufverhalten im Internet in Prozent der Internet-Nutzer 2002-2004 Abb. 276 Deutschland: Top 10 der meistgekauften Waren und Dienstleistungen in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 277 Deutschland: B2C-E-Commerce-Umsätze mit ausgewählten Produkten in Prozent des Gesamtumsatzes, 1. Halbjahr 2002 und 2003 Abb. 278 Deutschland: Online-Käufer nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 279 Deutschland: Erfahrungen beim Online-Shopping in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 280 Deutschland: Nutzung ausgewählter Zahlungssysteme beim Internet-Einkauf in Prozent der befragten Online-Shopper 2003 Abb. 281 Deutschland: Zahlungsarten beim B2C E-Commerce in Prozent 2002 Abb. 282 Weltweit: Besitzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen in ausgewählten Ländern in Prozent der Befragten 2001-2003 Abb. 283 Weltweit: Internet-Nutzung mittels Mobiltelefon in ausgewählten Ländern in Prozent der Besitzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen 2001-2003 Abb. 284 Weltweit: M-Commerce-Umsätze in Millionen USD und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002-2007 Abb. 285 Weltweit: M-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Millionen USD 2002-2007 Abb. 286 Westeuropa: M-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Millionen EUR, 2003 und 2007 Abb. 287 Weltweit: Mobilfunknutzer, die bereit wären per Handy einzukaufen nach ausgewählten Produkten in Prozent 2003 Abb. 288 Deutschland: Bevorzugte Zahlungsarten beim mobilen Bezahlen in Prozent der Befragten 2003 Abb. 289 Kategorisierung mobiler Datendienste 2005 Abb. 290 Weltweit: Umsätze mit ausgewählten mobilen Diensten in Milliarden USD, 2003 und 2007 Abb. 291 Europa: Umsatz mit mobilen Datendiensten in Milliarden EUR 2005 Abb. 292 Deutschland: Verteilung der Mobiltelefonausgaben nach Dienstearten in Prozent 2003 Abb. 293 Deutschland: Mobiltelefonausgaben für genutzte Dienste nach Geschlecht in Prozent 2003 Abb. 294 Deutschland: Nutzungshäufigkeit ausgewählter Mobilfunkdienste in Prozent der M-Commerce-Fans 2003 Abb. 295 Deutschland: Nutzung neuer Mobilfunkdienste in Prozent der befragten M-Commerce-Fans 2003 Abb. 296 Deutschland: Durchschnittliche monatliche Mobiltelefonausgaben in Prozent der Mobilfunknutzer 2003 Abb. 297 Weltweit: Bereitschaft, für MMS-Dienste zu bezahlen nach Altersgruppen in Prozent der Befragten 2003 Abb. 298 Westeuropa: Grad der Online-Verfügbarkeit von Angeboten der Öffentlichen Hand in Prozent und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten, Oktober 2003 Abb. 299 Westeuropa: Grad der vollständig transaktionsfähigen Dienste der Öffentlichen Hand in Prozent und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten, Oktober 2003 Abb. 300 International: Ranking von ausgewählten Ländern nach dem Reifegrad ihrer E-Government-Services in Prozent 2003 Abb. 301 Übersicht der E-Government-Projektvorhaben Seite 274 274 275 275 276 278 278 281 282 283 283 284 285 286 286 287 288 288 289 290 290 291 292 297 298 300 306 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 302 International: Top Ten Länder mit der höchsten Nutzung von EGovernment-Angeboten und Positionierung Deutschlands in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 303 Asien/Pazifik: Nutzung von E-Government-Angeboten in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 304 Westeuropa: Nutzung von E-Government-Angeboten in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 305 International: Soziodemographie von Internet-Nutzern und EGovernment-Nutzern in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 306 International: E-Government-Nutzer Kategorien in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 307 International: Beurteilung der E-Government-Angebote als "unsicher" in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 308 Deutschland/International: Internet-Nutzung und E-GovernmentNutzung in Prozent der Bevölkerung 2002 und 2003 Abb. 309 Deutschland/International: Soziodemographie der EGovernment-Nutzer in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 310 Deutschland/International: E-Government-Nutzer nach Typen in Prozent der Bevölkerung 2003 Abb. 311 International: Online-Banking-Penetrationsraten in Prozent 2000, 2005, 2010 Abb. 312 USA: Nutzer von Online-Banking in Millionen 2001-2003 Abb. 313 USA: Anteil der Online-Banking-Nutzer an der Gesamtbevölkerung (ab 18 Jahre) in Prozent 2001-2007 Abb. 314 USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der OnlineBanking-Haushalte in Millionen 2000-2008 Abb. 315 USA: Aktivitäten von Online-Banking-Kunden in Prozent der Befragten 2003 Abb. 316 USA: Gründe für die Nutzung von Online-Banking in Prozent der Befragten 2002 Abb. 317 USA: Gründe gegen die Nutzung von Online-Banking in Prozent der Haushalte 2002 Abb. 318 Europa: Online-Banking-Nutzer in Millionen 2003 Abb. 319 Europa: Online-Banking-Penetration in Prozent der Bevölkerung und Pro-Kopf-Einkommen in US-Dollar 2002 Abb. 320 Europa: Bevorzugte Abwicklung von Bankgeschäften in ausgewählten Ländern in Prozent der Befragten 2003 Abb. 321 Europa: Online-Banking-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent 2002-2007 Abb. 322 Europa: Im Internet gekaufte Finanzprodukte in Prozent der befragten Internet-Nutzer 2002 Abb. 323 Deutschland: Zahl der online geführten Konten nach Bankengruppen in Prozent und gesamt in Millionen 1998-2002 Abb. 324 Deutschland: Verteilung der Online-Konten nach Bankengruppen in Prozent 2002 Abb. 325 Deutschland: Tatsächliche Nutzung und Nutzungsinteresse von privatem Online-Banking in Prozent der Internet-Nutzer 20002003 Abb. 326 Deutschland: Gründe für die Nutzung von Online-Finanzdienstleistungen in Prozent der Online-Banking- und Online-BrokerageNutzer 2003 Abb. 327 Deutschland: Online-Banking-Nutzer nach Geschlecht, Alter und Schulbildung in Prozent 2003 Abb. 328 Deutschland: Nutzer von Online-Banking nach Haushaltsnettoeinkommen in Prozent 2003 Abb. 329 Deutschland: Nutzung von Online-Banking bei jugendlichen Internet-Nutzern in Prozent Mai 2003 Seite 309 310 311 311 312 313 314 314 315 321 322 322 323 324 325 325 326 327 328 329 329 331 331 334 334 335 336 336 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Abbildungsverzeichnis Nr. Abbildung Abb. 330 Deutschland: Sicherheit des Online-Banking aus Sicht der 14bis 24jährigen Mai 2003 Abb. 331 Deutschland: Bankkunden, die die zunehmende elektronische Abwicklung von Bankdienstleistungen für gut befinden, nach Altergruppen in Prozent 2002 Abb. 332 Deutschland: Anforderungen an Finanzdienstleister im Internet in Prozent 2003 Abb. 333 Deutschland: Tatsächliche Nutzung und Nutzungswunsch von Online-Finanzdienstleistungen in Prozent der Internet-Nutzer 2002 Abb. 334 Deutschland: Onlineangebot von Banken in Prozent 2002 Abb. 335 Deutschland: Kauf von Aktien über das Internet in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Abb. 336 Deutschland: Online-Brokerage Kunden in Millionen 2000-2005 Abb. 337 Deutschland: Anreize für die Nutzung von Online-Banking und ­ Brokerage in Prozent 2002 Abb. 338 Deutschland: Versicherungen, bei denen eine Online-Abwicklung gewünscht wird in Prozent der Online-Nutzer 2003 Abb. 339 Weltweit: Online-Werbeumsätze in Millionen USD und Wachstum in Prozent 1999-2006 Abb. 340 Weltweit: Anteil der Online-Werbeausgaben an den Gesamtwerbeausgaben in Milliarden USD und in Prozent 1997-2006 Abb. 341 USA: Investitionen in den Online-Werbemarkt in Milliarden USD 2001-2007 Abb. 342 Westeuropa: Zahl der Online-Werbekampagnen und Bannerschaltungen in ausgewählten Ländern 2003 Abb. 343 Deutschland: Entwicklung des Online-Werbemarktes in Millionen EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 20012003 Abb. 344 Deutschland: Entwicklung der Online-Werbeumsätze in Millionen EUR, Januar 2002-Dezember 2003 Abb. 345 Deutschland: Veränderung im Online-Werbemarkt im Vergleich zum Vorjahresquartal nach Medium in Prozent 2003 Abb. 346 Deutschland: Werbemarktanteile nach Medium in Prozent 2003 Abb. 347 Deutschland: Brutto-Werbeausgaben im Mediensplit in Millionen EUR 2002-2003 Abb. 348 Deutschland: Zahl der Banner, Kampagnen und Werbekunden in der Online-Werbung, Januar-Dezember 2003 Abb. 349 Deutschland: Prognostiziertes Wachstum der Brutto-Werbeinvestitionen im Mediensplit im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Abb. 350 Deutschland: Derzeitiger und geplanter Einsatz von Online-Werbeträgern nach Bereichen in Prozent der Befragten 2003 und 2004 Abb. 351 Deutschland: Eignung der Mediengattungen für ,,integrierte Kommunikation" in Prozent der Befragten 2003 Abb. 352 Deutschland: Online-Werbeinvestitionen nach beworbenen Wirtschaftsbereichen in Millionen EUR und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2002-2003 Abb. 353 Weltweit: Anzahl der täglichen Spam-E-Mails pro Internet-Nutzer nach Kontinenten 2003-2008 Abb. 354 USA: Kontrolle und Eindämmung von Spam-Aufkommen in Unternehmen in Prozent der befragten IT-Manager 2003 Seite 337 338 339 339 340 342 343 344 344 345 346 347 349 350 351 351 352 352 353 354 355 355 356 357 360 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht I 1 1.1 Zusammenfassungen Management Summary Faktenbericht und Trendbericht: Standortbestimmung Deutschlands zu Beginn des Jahres 2004 1.1.1 Untersuchungsgegenstand Mit jährlichen Faktenberichten, ergänzt durch Trendberichte, analysieren TNS Infratest und das Institute for Information Economics den Entwicklungsstand der Informationswirtschaft und seiner Teilmärkte in Deutschland im weltweiten Vergleich (Benchmark-Ansatz). Dafür werden verlässliche und aktuelle Daten zur Marktentwicklung ermittelt und über mehrere Jahre (2000-2006) fortgeschrieben. Der Trendbericht ergänzt die Sekundärforschung durch eine Befragung deutscher und österreichischer Experten, um ein differenziertes und umfassendes Meinungs- und Stimmungsbild der Informationswirtschaft zu den für sie zentralen Fragen zu erhalten, die vorliegenden Thesen zur Marktentwicklung auf ihre Zukunftsfähigkeit aus der Sicht der deutschen Informationswirtschaft zu prüfen und auf neue Trends, die sich in den Ergebnissen vorliegender Untersuchungen noch nicht niedergeschlagen haben, aufmerksam zu machen. Vertiefende Analysen zu wichtigen aufgedeckten Problemen werden zusätzlich über Experten-Workshops thematisiert. Unter Informationswirtschaft werden im Einzelnen die folgenden Güter- und Arbeitsmärkte auf der Anbieter- und Anwender- beziehungsweise Nutzerseite unter Berücksichtigung ihrer Interdependenzen verstanden: · Informationstechnik und Telekommunikation (einschließlich Mobilkommunikation); · ihre technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen; · E-Commerce einschließlich E-Government, Online-Banking und Online-Brokerage sowie Online-Werbung. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht II 1.1.2 Deutschlands Positionierungen im Gesamtmarkt und Ein- schätzungen durch Experten Zusammenfassend ergeben sich laut Faktenbericht für Deutschland die folgenden Platzierungen: Deutschlands Positionierungen Abb. I Spitzenwerte weltweit Penetrationsraten · Internet-Nutzung (Platz 5) · Internet-Nutzung in Unternehmen (Platz 3) · Nutzung von E-Commerce in Unternehmen (Platz 2) · Telefonanschlüsse (Platz 5) · Integration neuer IuKTechnologien in Unternehmen (Platz 4) Platz 1 in Europa Penetrationsraten · Nutzung E-Mail, Internet, LAN, WAN in Unternehmen · Unternehmen mit eigener Website · Nutzung von E-Procurement in Unternehmen · Nutzung von B2B-Marktplätzen · Anteil E-Commerce am gesamten Handel Europäischer Spitzenplatz Penetrationsraten · Internet-Nutzung (Platz 2) · Haushalte mit InternetZugang (Platz 2) · Frauen online (Platz 2) · ISDN-Kanäle (Platz 4) · Computer-Nutzung in KMU (Platz 3) Verbesserung der Positionierung Penetrationsraten · Besitz von PCs · Mobilfunksubskriptionen · Internet-Hosts · Haushalte mit BreitbandAnschluss · Nutzung von E-Government in der Bevölkerung Absolute Werte · Kosten für die InternetNutzung (Platz 2) · Internet-Nutzer nach Sprache (Platz 5) · Anzahl SSL-Server (Platz 3) · Anzahl DSL-Anschlüsse (Platz 5) · Wachstum DSLAnschlüsse (Platz 5) · Anzahl BreitbandAnschlüsse (Platz 6) Absolute Werte · IKT-Umsatz · TK-Umsatz · Anzahl Internet-Nutzer · Anzahl ISDN-Kanäle · E-Commerce-Umsatz · B2B-Umsatz · M-Commerce-Umsatz · Online-Banking-Nutzer Absolute Werte · IT-Umsatz · Wachstumsrate ISDNKanäle (Platz 3) · B2C-Umsatz (Platz 2) · B2B-Marktplätze (Platz 2) · Anzahl WLAN-Hotspots (Platz 4) · Grundgehalt IT-Berufsanfänger (Platz 2) · Anzahl KabelmodemHaushalte (Platz 4) · Anzahl OnlineWerbekampagnen (Platz 2) Absolute Werte · Abnehmender Digital Divide bei den InternetNutzern nach Geschlecht · Senkung der InternetZugangskosten · Breitband-Anschlüsse · E-Government-Angebote Deutschlands Positionierungen sind differenziert zu betrachten: Erreichte Platzierungen nach Penetrationsraten beispielsweise sind höher zu bewerten als solche nach absoluten Umsatzwerten. Status Quo: Gesamtmarkt 2003 litt die deutsche Informationswirtschaft an der landes- und weltweiten konjunkturellen Schwäche. Erst 2004 soll es zur endgültigen Trendwende kommen. Dies stellte auch der Uno-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft fest, der erstmals 2003 Fragen der globalen Informationsgesellschaft erörterte. Der derzeitig aktuell vorliegende "Global Information Technology Report 2002-2003", der vom World Economic Forum herausgegeben wird, bestätigt, dass Deutschland vorangekommen ist: So konnte mit Platz 10 (Vorjahr Platz 17) eine beachtliche Verbesserung im IT-Länder-Ranking erreicht werden. Deutschland hat das Potenzial, zu einem der weltweit führenden IuK-Standorte zu werden. Bereits heute hängen mehr als die Hälfte der Industrieproduktion und über 80 Prozent der Exporte Deutschlands vom Einsatz moderner IuK-Systeme ab. Der Weltmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) liegt nach drei Jahren Stagnation oder sogar Umsatzrückgängen mit einer Wachstumsrate von 1,4 Prozent für 2003 (Vorjahr: 0,7 Prozent) wieder im Aufwärtstrend. Die für 2004 prognostizierten 4,3 Prozent Wachstum zeigen, dass eine deutliche Erholung des Gesamtmarktes erwartet wird. Wie in Deutschland, so hat die Rezession weltweit und insbesondere in Europa Spuren hinterlassen. Das bedeutet, dass die deutsche IKT-Industrie im Rahmen eines innereuropäischen Vergleiches in mehrfacher Hinsicht ihre Spitzenpositionen behalten hat: INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht III · · · Deutschland ist auch 2004 weltweit der drittgrößte Ländermarkt im Bereich IKT mit 6 Prozent Weltmarktanteil nach den USA (32 Prozent) und Japan (12 Prozent). In Westeuropa ist Deutschland 2004 Marktführer bei IKT mit einem Marktanteil von 21 Prozent und einem Umsatz von 131,4 (Vorjahr: 128,3) Milliarden Euro. Das Wachstum des Marktes lag bei 2,4 Prozent. Deutschland ist 2004 europäischer Marktführer im Bereich Telekommunikation mit 65,6 (Vorjahr: 63,6) Milliarden Euro Umsatz, was einem Wachstum von 3,7 Prozent (2003: 1,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Weltmarktanteil von Deutschland im Bereich der Telekommunikation beträgt damit 2004 rund 5,5 Prozent (Vorjahr: 5,6 Prozent). Deutschland wird im Markt für Informationstechnologie 2004 rund 65,7 (Vorjahr: 64,7) Milliarden Euro umsetzen. Das entspricht einer Steigerung von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hingegen schrumpfte der Gesamtmarkt für Informationstechnologie um 2,1 Prozent. Der Anteil Deutschlands am weltweiten Markt stieg entsprechend stark und wird 2004 bei 6,6 Prozent liegen (Vorjahr: 6,7 Prozent). Deutschland liegt damit nur noch knapp hinter Großbritannien. Die deutsche IuK-Branche gehört nach wie vor zu den größten Wirtschaftssektoren Deutschlands. Wie in anderen Regionen der Welt ging der Anteil des IKT-Umsatzes am Bruttoinlandsprodukt in Deutschland rezessionsbedingt zurück, und zwar von 6,38 Prozent auf 6,06 Prozent. Deutschland liegt somit im internationalen Vergleich unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 6,4 Prozent. Nach den Pro-Kopf-Ausgaben für IKT rangiert Deutschland mit 1.536 Euro knapp über dem westeuropäischen Durchschnitt von 1.517 Euro. "Gerade in einem hoch entwickelten Land wie Deutschland sind die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) der Schlüssel, um Wissen und Innovation zur Steigerung von Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung im Zeitalter einer vernetzten Welt zu nutzen" (Aktionsprogramm Informationsgesellschaft Deutschland 2006, S. 5). Deutschlands gute Position und die bereits in einigen Feldern erreichte Technologieführerschaft bei der Verbreitung und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ist aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht IV Das "Branchenbarometer": Die Einschätzung des Gesamtmarkts durch die Experten Die 109 befragten ,,Best Brains" der deutschen und österreichischen Informationswirtschaft bewerteten die Geschäftsentwicklung des Jahres 2002/2003 überwiegend skeptisch: Abb. II Die Geschäftsentwicklung wurde 2002/2003 überwiegend skeptisch betrachtet Deutschland: Geschäftsentwicklung der Informationswirtschaft aus Sicht der Experten 2002/2003 6,4% (7) 20,2% (22) 10,1% (11) 8,3% (9) 26,6% (29) Eigenes Unternehmen Eigene Branche 32,1% (35) 46,8% (51) 49,5% (54) Aufwärtstrend Gleiche Entwicklung wie Vorjahr Abschwung Absolutwerte in Klammern Keine Antwort Institute for Information Economics, 2004 An Indikatoren für das Geschäftsklima (Anzahl der Stimmen zu positiven Entwicklungen geteilt durch Anzahl der negativen Stimmen) ergaben sich damit Werte unterhalb von 1. Abb. III Die geschäftlichen Erfahrungen des Jahres 2002/2003 waren weitgehend negativ, insbesondere für die eigene Branche Branchenbarometer 2002/2003 10 ator sindiktfäh 0,67 0,14 sc 1 Ge Eigene Einrichtung Eigene Branche 0,1 Institute for Information Economics, 2004 INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht V Das bedeutet zum Beispiel, dass auf eine Stimme, die die Entwicklung in der eigenen Einrichtung im Jahre 2002/2003 positiv einschätzte, sechs pessimistische Stimmen kamen (Barometer: Stimmen nach Ankreuzverfahren und zusätzlichen Begründungen hier gleich gewichtet zusammengenommen). Allerdings wird es nach den Einschätzungen der Experten im Jahre 2003/2004 wieder aufwärts gehen: Abb. IV Für das eigene Unternehmen und die Branche wird es 2003/2004 wieder aufwärts gehen Deutschland: Geschäftsentwicklung der Informationswirtschaft aus Sicht der Experten 2003/2004 8,3% (9) 5,5% (6) 11,9% (13) 12,8% (14) Eigenes Unternehmen 50,5% (55) Eigene Branche 44,0% (48) 29,4% (32) 37,6% (41) Aufwärtstrend Gleiche Entwicklung wie Vorjahr Abschwung Absolutwerte in Klammern Keine Antwort Institute for Information Economics, 2004 Hier lauteten die entsprechenden Indikatoren für das Geschäftsklima: Abb. V Wenn sich die Erfahrungen der Experten realisieren, wird 2004 ein Jahr der robusten Erholung ­ in der eigenen Einrichtung wie in der eigenen Branche Branchenbarometer 2003/2004 10 torakidin 3,33 2,59 ftsähcseG 1 Eigene Einrichtung Eigene Branche 0,1 Institute for Information Economics, 2004 Das bedeutet zum Beispiel, dass auf eine Stimme, die die Entwicklung in der eigenen Branche für das Jahr 2003/2004 skeptisch einschätzte, fast dreieinhalb optimistische Stimmen kamen (Barometer: Stimmen nach Ankreuzverfahren und zusätzlichen Begründungen hier gleich gewichtet zusammengenommen). INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht VI Die befragten Experten hatten bei jeder Frage Gelegenheit, zusätzliche Kommentare abzugeben. Bildet man auch hier Indikatorenwerte, so kommt man zu ähnlichen Trendaussagen. Beziehen wir die Entwicklungen der Informationswirtschaft ab dem Jahr 2001/2002 ein, so ergeben sich für die ,,Gesamtindikatoren" (Durchschnitt aus Indikatorenwerten für Ergebnisse aus Ankreuzverfahren und zusätzlichen Begründungen) folgende Werte: Abb. VI Das Branchenbarometer zeigt nach Erfahrungs- und Erwartungswerten eindeutig nach oben Deutschland: Erwartungen und Erfahrungen in der eigenen Branche und eigenen Einrichtung aus Sicht der Experten 2001-2004 10 rotaki 2,78 ndsitf 1 häcseG 0,41 0,26 0,1 2001/2002 (Erfahrungen) Eigene Einrichtung 2002/2003 (Erfahrungen) Eigene Branche 2003/2004 (Erwartungen) Gesamt Institute for Information Economics, 2004 Demnach gilt: Einrichtungsbezogene Werte liegen höher als die branchenbezogenen, weil die Experten bei einrichtungsbezogenen Fragen glauben, ihre eigene Performance rechtfertigen zu müssen. Erwartungswerte liegen über den Erfahrungswerten, weil ,,Optimismus" eine unternehmerische Berufspflicht ist. Für 2001/2002 konnten keine Indikatoren nach Erwartungswerten gebildet werden, weil es keine Stimmen gab, die einen Abschwung voraussagten (obgleich sich erste Eintrübungen der Branchenkonjunktur gezeigt hatten). Sowohl 2001/2002 als auch 2002/2003 wurden ausgesprochen negative Erfahrungen gesammelt. Allerdings unterscheidet sich die Stimmung der Informationswirtschaft für das Jahr 2003/2004 dadurch, dass sie - und dies auch auf der branchenwirtschaftlichen Ebene - von einem ausgesprochenen kräftigen Optimismus gekennzeichnet ist. Demnach ist damit zu rechnen, dass 2003/2004 ein ,,Jahr der robusten Erholung" wird. Die Krisenentwicklungen der letzten Jahre wurden in erster Linie auf konjunkturelle Größen und nachfragebedingte Ausfälle zurückgeführt. Rationalisierung, Restrukturierung, Konsolidierung und Konzentration wurden zwar als Instrumente der kurzfristigen Krisenbewältigung eingesetzt. Auf mittlere Sicht setzen die informationswirtschaftlichen Unternehmen aber vor allem auf Innovation und Expansion in weitere Märkte. Die innovativen Strategien insbesondere der eigenen Einrichtung wurden als Erfolg versprechend angesehen. Nach den Einschätzungen der Experten wird die eigene Teilbranche insbesondere von der anspringenden Nachfrage in Anwenderbranchen und der damit verbundenen Auflösung von Investitionsstaus und Investitionsstopps profitieren. Allerdings dürften vom gesamten Öffentlichen Bereich kurzfristig kaum belebende Impulse zu erwarten sein. Bei den Verlegern von Print- und Online-Periodika ebenso wie bei den Agenturen für Online- und weitere Werbung dürfte bei allen auch hier bestehenden Besserungsanzeichen eine bedeutende Verunsicherung bestehen bleiben. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht VII Das "Beschäftigungsbarometer": Status Quo der Arbeitsmarktlage und Einschätzung der Beschäftigungslage durch die Experten 2003 gab es weltweit noch nicht die entscheidende Wende zur Erholung des ITArbeitsmarktes. Die ersten Quartalsergebnisse 2004 zeigen aber bereits eine Stabilisierung der Lage: die Zahl der Entlassungen geht zurück, Stellenangebote im IKTBereich nehmen wieder leicht zu. Die gesamtwirtschaftliche und auf einzelne Branchen bezogene Talsohle scheint durchschritten. In Deutschland gehört die IKT-Industrie nach wie vor zu den wichtigsten Arbeitgebergruppen, auch wenn laut BITKOM im zweiten Jahr in Folge die Zahl der IKTFachkräfte - und zwar um 3,8 Prozent auf 751.000 - zurückging. Der Fachkräftemangel im IuK-Bereich bleibt weiterhin bestehen. So ist die Green Card-Initiative bis Ende 2004 bis zum endgültigen Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes verlängert worden. Die Anzahl der Arbeitsplätze liegt damit knapp über dem Niveau von 2000 (745.000). Die Analyse der Stellenausschreibungen in Print-Medien zeigt nur noch moderate Rückgänge bei ausgeschriebenen IT-Stellen. Im Internet-Bereich ist bereits eine leichte, aber stetige Zunahme bei Stellenausschreibungen seit dem Frühjahr 2003 festzustellen. Mit einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes wird ab Mitte 2004 gerechnet, eine spürbare Belebung für 2005 erwartet. 2002/2003 verlief die Beschäftigungsentwicklung im eigenen Unternehmen nach den Einschätzungen der befragten Experten noch negativer als die allgemeine Geschäftsentwicklung: Abb. VII Negative Beschäftigtenentwicklung für 2002/2003 Deutschland: Beschäftigtenentwicklung im eigenen Unternehmen und in der eigenen Branche aus Sicht der Experten 2002/2003 9,2% (10) 18,4% (20) 11,9% (13) 0,9% (1) 17,4% (19) 32,1% (35) Eigenes Unternehmen Absolutwerte in Klammern Eigene Branche 40,4% (44) 69,8% (76) Nettozuwachs Gleiche Beschäftigtenzahl Nettorückgang Keine Antwort Institute for Information Economics, 2004 An Indikatoren für das Beschäftigungsklima (Anzahl der Stimmen zu Beschäftigungswachstum geteilt durch Anzahl der Stimmen zu Beschäftigungsrückgängen) für das Jahr 2002/2003 ergaben sich damit Werte unterhalb von 1. Das bedeutet zum Beispiel, dass auf eine Stimme zum Beschäftigungswachstum auf Branchenebene 76 Stimmen kamen, die Beschäftigungsrückgänge meldeten. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht VIII Abb. VIII 2002/2003 gab es auf der branchenwirtschaftlichen Ebene praktisch nur negative beschäftigungspolitische Erfahrungen Beschäftigungsentwicklung 2002/2003 10 orta 0,46 Eigene Einrichtung unter 0,01 sindiktfäh 1 sceG Eigene Branche 0,1 Institute for Information Economics, 2004 Nach den Erwartungen der Experten für 2003/2004 hellt sich die Beschäftigungslage zwar auf, aber erst in einem unzureichenden Maße: Abb. IX Eine Verbesserung der Beschäftigungslage wird für 2003/2004 erwartet Deutschland: Beschäftigtenentwicklung im eigenen Unternehmen und in der eigenen Branche 9,2% (10) aus Sicht der Experten 2003/2004 13,8% (15) 28,4% (31) 10,1% (11) 13,8% (15) Eigenes Unternehmen 21,1% (23) Eigene Branche Absolutwerte in Klammern 48,6% (53) Gleiche Beschäftigtenzahl Nettozuwachs Nettorückgang 55,1% (60) Keine Antwort Institute for Information Economics, 2004 INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht IX Damit ergeben sich an Indikatorenwerten: Abb. X Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt erholt sich auf der branchenwirtschaftlichen Ebene nur langsam Beschäftigungsentwicklung 2003/2004 10 torakidins 1,55 0,43 1 schäft Eigene Einrichtung Eigene Branche Ge 0,1 Institute for Information Economics, 2004 Demnach erholt sich die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt langsamer als die Stimmung der Branche unter rein unternehmenswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Dies wurde von den Experten mit steigenden Arbeitsproduktivitäten, der systematischen Suche nach Kostensenkungsmöglichkeiten und einer vorsichtigen Beschäftigungspolitik begründet. Danach trauen die Unternehmen den wirtschaftlichen Aufschwungtendenzen nicht genügend, um neue Mitarbeiter einzustellen und weichen sie bei Auftragsspitzen lieber auf Werkverträge mit Freiberuflern aus. Demnach wird sich die beschäftigungspolitische Situation in 2003/2004 nur moderat verbessern. Abb. XI Nur wenn die einrichtungs- und branchenbezogenen Stimmen zusammengelegt werden, sind die Stimmen zur Beschäftigungsentwicklung ausgeglichen Trend zur Beschäftigtenentwicklung 10 ro kat 1 0,99 ndisitf häcseG 0,23 0,21 0,1 0,01 2001/2002 (Erfahrungen) Eigene Einrichtung 2002/2003 (Erfahrungen) Eigene Branche 2003/2004 (Erwartungen) Gesamt Die Erwartungen und Erfahrungen für das Jahr 2001/2002 waren ausnahmslos positiv. Institute for Information Economics, 2004 INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht X Die Einschätzung der deutschen Informationsgesellschaft durch die Experten In ihren Antworten zur ,,Informationsgesellschaft" sahen die Experten insgesamt · · · · positive Folgen für Wissenschaft, Technik und Wirtschaft, ambivalente Folgen für den Arbeitsbereich, negative Folgen für die sozialen Beziehungen und negative Folgen für Politik, Bildung und Medien voraus. Während die Anzahl der Arbeitsplätze weiter abnehmen wird, nehmen Qualität der Arbeit und des Arbeitsumfeldes sowie die Qualifikationsanforderungen zu. Im Besonderen wird dem Mitarbeiter von morgen Flexibilität, Mobilitätsfähigkeit, Vernetzung und Netzwerkbildung sowie Schnelligkeit und selbstständiges Handeln abverlangt. Während der Divide, also die Kluft zwischen denen, die angemessen mit Informationen umgehen und kommunizieren, und denen, die das nicht können, zunimmt, kommt es zu einer Abnahme und Verarmung sozialer Beziehungen. Für den politischen Bereich werden Electronic Democracy und E-Government als Chancen gesehen. Allerdings befürchtet man, dass diese Chancen nicht angemessen wahrgenommen werden und die Qualität der Politik angesichts der sich beschleunigenden Entwicklungen abnehmen wird. Positive Entwicklungen für einen Teil und negative Entwicklungen für andere Teile der Informationsgesellschaft führen zu Polarisierungstendenzen und strukturell bedingten Konflikten. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XI 1.1.3 Informationswirtschaftliche Teilbranchen und Einschätzungen durch Experten Status Quo: Infrastrukturelle Voraussetzungen und Entwicklung der Informationswirtschaft nach Teilmärkten Um im Internet zu surfen, ist der PC immer noch das häufigste Zugangsgerät. In Deutschland hat sich die IKT-Infrastruktur gut entwickelt: 30 Millionen PCs sind installiert. Das bedeutet, dass auf zehn Deutsche knapp vier Computer kommen. Im internationalen Vergleich bedeutet dies jedoch noch Nachholbedarf (USA: knapp 66 Prozent Penetrationsrate, Skandinavien zwischen 54 Prozent und 57 Prozent). Noch immer ist der klassische Festnetzanschluss die am weitesten verbreitete Verbindungsart, um mit dem PC ins Internet zu gelangen. Weltweit existierten im Dezember 2003 rund 1,21 Milliarden Telefonanschlüsse. In Deutschland gab es 2003 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr rund 54,5 Millionen Anschlüsse. Damit verfügt Deutschland über eine der höchsten Anschlussquoten weltweit (Penetrationsrate: 65 Prozent). 46 Prozent der Telefonhauptanschlüsse waren ISDNbasiert. Nach Zahl der ISDN-Kanäle ist Deutschland in Europa mit rund 27 Millionen Anschlüssen führend. Deutschland hat also insgesamt betrachtet gute infrastrukturelle Voraussetzungen bei den traditionellen Internet-Zugangswegen. Bei den neuen Zugangstechnologien wird die derzeitige Entwicklung durch das rasante Wachstum von DSL geprägt, die für die volumenintensiven, multimedialen Anwendungen benötigt werden. 2003 waren weltweit knapp hundert Millionen Breitbandanschlüsse verfügbar (Wachstum gegenüber Vorjahr: 62,8 Prozent). Rund 37 Prozent der weltweiten Breitbandanschlüsse arbeiten auf der Basis von Kabelmodems. Während diese Art der Breitbandtechnologie in den USA einen Anteil von 65 Prozent an allen verfügbaren Breitbandtechnologien (16 Millionen Anschlüsse über Kabelmodem) erzielt, wird das Marktpotenzial für Kabelmodems in Europa Analysten zufolge aufgrund anderer infrastruktureller Vorbedingungen lediglich auf 22 Prozent (2003: rund 4,7 Millionen Haushalte) geschätzt. Führend ist hier Großbritannien. Deutschland gehört bereits jetzt zu den führenden Breitband-Nationen der Welt: · · · Der deutsche Markt ist der fünftgrößte weltweit nach China (11,1 Millionen), Japan (10,3 Millionen), USA (9,3 Millionen) und Südkorea (6,4 Millionen). Laut Regulierungsbehörde für Telekommunikation (RegTP) waren Ende 2003 4,6 Millionen Breitband-Anschlüsse in Deutschland vorhanden. Knapp 98 Prozent davon entfielen auf DSL. Noch hatte die Deutsche Telekom hier mit 91 Prozent Marktanteil eine marktbeherrschende Stellung inne. So ist zu erklären, dass auch die Preise für DSL im weltweiten Benchmark über dem Durchschnitt liegen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, sieben Millionen Breitbandanschlüsse bis Ende 2004 zu erreichen. In Deutschland waren 2003 rund 12 von 100 Haushalten mit einem breitbandigen Anschluss versehen (USA: 26, Japan: 27). Bis 2006 soll jeder fünfte deutsche Haushalt über Breitband mit dem Internet verbunden sein, bis 2010 soll es laut Bundesregierung über 20 Millionen Breitbandanschlüsse geben. Der Anteil der privaten Internethaushalte mit Breitbandanschluss soll sich bis 2015 auf etwa 70 Prozent erhöhen. Dies hat sich auch die "Deutsche Breitbandinitiative" zum Ziel ihres Aktionsplans gesetzt. Auf Kabelmodem entfallen lediglich zwei Anschlüsse je 100 Haushalte. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XII Ziel der Bundesregierung ist es zu erreichen, dass Breitband bereits bis 2005 die dominierende Zugangstechnologie wird. So sollen bis 2010 mehr als 50 Prozent der deutschen Haushalte über einen Breitbandanschluss verfügen. Zukünftig werden auch die auf Mobilität beruhenden Zugänge über UMTS, W-LAN, Satellit und Mobilfunk für anhaltendes Wachstum im Bereich der neuen alternativen Zugangswege sorgen. Neben dem Internet ist die erfolgreichste Innovation der letzten Jahre der Mobilfunk. Weltweit gibt es circa 1,3 Milliarden Mobilfunkteilnehmer. Nach Penetrationsraten liegt Westeuropa mit einer Durchdringung von 79 Mobilfunkteilnehmern auf 100 Einwohnern weit vor Nordamerika (48) und Asien (12). Die Gesamtteilnehmerzahl in deutschen Mobilfunknetzen betrug 2003 laut RegTP 64,8 Millionen und übersteigt damit bereits seit 2001 deutlich die der Festnetzanschlüsse (plus zehn Millionen). Damit wurde in der deutschen Bevölkerung eine Penetrationsrate von 78 Prozent erreicht, ein Niveau, von dem aus nur noch mit geringem Wachstum zu rechnen ist. In technischer Hinsicht verfügt Deutschland demnach über gute bis sehr gute Voraussetzungen, um sein Potenzial für E-Commerce und weitere Internet-Anwendungen auszuschöpfen. Dies wird auch vom Digital Access Index der ITU bestätigt, der eine Wertung aus vorhandener Infrastruktur, Kosten für den Internet-Zugang, Breitbandnutzung, allgemeinem Bildungsniveau des Landes sowie der Internet-NutzerPenetration bildet. Danach rangiert Deutschland auf Platz 18 von insgesamt 178 untersuchten Ländern. Die auf Mobilität beruhenden Anwendungen werden neue Marktchancen eröffnen und die Nachfrage steigern helfen. Auch die neuen Geräte mit ihren vielfältigen Funktionalitäten (z.B. integrierte Kamera, Farbdisplay) verliehen dem Markt für Mobiltelefone neue Wachstumsschübe: So wurden im Jahr 2003 in Deutschland 25,4 Millionen neue Mobiltelefone verkauft. Das entspricht einem Wachstum von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zukünftige Wachstumsimpulse werden auch von UMTS, dem Mobilfunk-Standard der dritten Generation, in naher Zukunft, erwartet. Laut Zielmarken des Programms "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" soll bereits bis Ende 2005 mehr als 50 Prozent der Netzversorgung in Deutschland über UMTS erfolgen. Noch deutlich vor UMTS in den Wachstumschancen rangieren aber die mobilen Informations- und Kommunikationstechnologien wie zum Beispiel WLAN, das lokale drahtlose Internet, sowie Bluetooth, die kabellose Vernetzung elektronischer Geräte. Die weitere Verbreitung der IuK-Technologien und die Erhöhung der Akzeptanz des Internets in der Bevölkerung hängen von der Gesetzgebung ab: es wird eine marktkonforme Gestaltung von Rechtsrahmen und Regulierung gefordert, die Sicherheit und das Vertrauen in die verfügbaren Netze und Angebote müssen gegeben sein. Die Novelle des Telekommunikationsgesetzes sowie das Elektronische Geschäftsverkehrs-Gesetz und das Signaturgesetz sind bereits in Kraft, die zweite Stufe des Urheberrechtsgesetzes steht für 2006 an, die Vereinfachung der Medienordnung ist in Vorbereitung. Durch das Signaturbündnis wurden bereits institutionen- und branchenübergreifende Kooperationen sowie ein investitionsfreundliches Klima zwischen Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung geschaffen. In keinem anderen Land der Erde gibt es mehr Websites pro Person als in Deutschland: mit rund 85 Websites je 1000 Einwohner liegt Deutschland unangefochten in der Spitzengruppe (zum Vergleich Penetrationsrate in den USA: 60). INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XIII Ein wichtiger Trend zeichnet sich mit der zunehmenden Bedeutung der IT-Sicherheit für die Branche ab. Zum einen geht es um den Schutz der IT-abhängigen kritischen Infrastrukturen im eigenen Unternehmen sowie um den Inhouse-Support der Kommunikationssicherheit und die Abwehr externer Attacken. So soll auch der weltweite Gesamtmarkt, der 2002 von Datamonitor auf ein Volumen von 7,1 Milliarden Dollar geschätzt wurde, bis 2006 auf 13,5 Milliarden Dollar wachsen. Die Region Europa wird von 2.156 Milliarden Dollar um durchschnittlich jährlich 18 Prozent bis 2006 auf 4.150 Milliarden Dollar wachsen. Die Bereitschaft, in IT-Systeme zu investieren, steigt nach neuesten Befragungsergebnissen kontinuierlich. Zum anderen geht es bei der IT-Sicherheit um die Sicherheit im Internet, insbesondere bei Transaktionen im E-Commerce-Bereich, sowie um den Schutz des eigenen Landes. So schätzt die EU-Kommission die Produktivitätsverluste in Unternehmen für 2002 bereits auf 2,5 Milliarden Euro. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wird sich zur Aufgabe machen, eine vertrauliche und manipulationssichere Nutzung von InternetAnwendungen zu schaffen und die Online-Kommunikation durch geeignete zentrale Maßnahmen absichern. Zu dem Prozess einer weitergehenden Regulierung des Internet kamen die Experten zu den folgenden Einschätzungen: Abb. XII Die Meinungen zur Regulierung des Internet sind geteilt Deutschland: Positive und negative Tendenzen zur wachsenden Regulierung des Internet aus Sicht der Experten Anbieter Anwender Öffentlicher Bereich 60,6 (20) Absolutwerte in Klammern 37,3 (22) 41,2 (7) 44,1 (26) 41,2 (7) 27,3 (9) 15,3 (9) 17,7 (3) 12,1 (4) Vor allem Chancen Keine Antwort: Öffentlicher Bereich 3,4% (2) Gesamt 1,8% (2) Vor allem Risiken Institute for Information Economics, 2004 Teils/teils Demnach kamen die Experten zu differenzierenden Antworten. Ferner neigten sie in ihren zusätzlichen Begründungen dazu, die Tendenzen zu einer weitergehenden Regulierung des Internet negativ und die autonome Internet-Entwicklung positiv zu bewerten. Damit verbunden nahmen sie zentrale Argumente der ,,Freiheitsbewegung" des Internet auf und ergänzten sie um Argumente des Wirtschaftsliberalismus. Für den politischen Bereich bedeutet dies, dass Regulierungsversuche umfassend zu begründen sind und im Zweifelsfall zugunsten der Freiheit entschieden werden sollten. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XIV Die Einschätzung informationswirtschaftlicher Teilbranchen aus der Sicht der Experten Auch die Experten sahen die Informationswirtschaft wie in den Vorjahren als eine Wachstumsbranche mit einer Vielzahl kurz- und längerfristiger Innovationsmöglichkeiten. So wussten 98 von 109 Experten (88 Prozent) 2003/2004 mindestens einen Durchbruchsbereich zu nennen. Aus ihrer Sicht liefern Forschung und Entwicklung genügend Innovationsmöglichkeiten. Es kommt darauf an, was die Informationswirtschaft daraus macht und angesichts der bestehenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen daraus machen kann. 90 Prozent aller genannten Durchbruchsbereiche bezogen sich in den Jahren 2002/2004 auf Durchbrüche innerhalb der Informationswirtschaft. Die restlichen 10 Prozent verteilten sich vor allem auf die Bereiche Biotechnologie, Nanotechnologie, Umwelttechnik und InformatikAnwendungen. Auf die Bereiche ,,informationswirtschaftliche Produkte" entfielen 75 %. Dagegen kamen die Anwenderbranchen und -bereiche lediglich auf einen Anteil von 12 Prozent. Zur Identifizierung relativer Gewinner und Verlierer im Vergleich der Jahre 2003 und 2004 wurden an Indikatoren herangezogen: der prozentuale Anteil der Nennungen eines potenziellen FuE-Durchbruchsbereiches an allen Nennungen (2002 - 2004); die Veränderung dieser Anteile von 2002/2003 zu 2003/2004; die Differenz zwischen den an erster Stelle vorgenommenen Nennungen zu Durchbruchsbereichen und den Nennungen ,,unter ferner liefen" für die Erhebung 2003/2004. Es ergaben sich folgende Ergebnisse: Gewinner 2003/2004 Mobilkommunikation, Vernetzung - Mobilkommunikation - Vernetzung Hardware - Speicherung Software ) 2 Informationsdienste und -lösungen - Informationssuche und -erschließung - Publikationen, Elektronisches Publizieren Informationswirtschaftliche Produkte 2002 - 2004 22,7% 13,5% 6,9% 6,0% 2,2% 8,0% 17,3% 8,7% 6,4% 1) 2003/2004 21,3% 10,8% 5,9% 6,8 % 2,3% 10,9 % 20,8 % 12,3% 6,3% 2002/2003 24,1% 16,2% 7,9% 5,2% 2,0% 5,1% 13,7% 5,2% 6,5% 74,6% 76,1% 73,1 % 1) Mittelwert ­ Ergebnisse zu 2002/2003 und 2003/2004 gleich gewichtet. ­ 2) Zwar nahmen die Nennungen der Software als ,,FuE-Durchbruchsbereich" von 2001/2002 auf 2002/2003 stark zu. Aber nach den anderen ausgewählten Kriterien schnitt ,,Software" wesentlich schlechter ab. Demnach waren zwischen 21 Prozent (2003/2004) und 24 Prozent aller Nennungen (2002/2003) zu Durchbruchsbereichen auf der Basis von Forschung und Entwicklung der informationswirtschaftlichen Teilbranche ,,Mobilkommunikation, Vernetzung" zuzuordnen. Das sind 23 Prozent, wenn man die Nennungen für die Zeiträume 2003/2004 und 2002/2003 gleich gewichtet. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XV Als Gewinner des Jahres 2003/2004 gegenüber der Vorperiode ergaben sich vorwiegend: · · Mobilkommunikation: Die befragten Experten bestätigen, dass sich die mobilen Anwendungen und Dienste auf dem Vormarsch befinden. Derzeit machen nicht nur die großen Provider eine technische Infrastruktur zur Mobilkommunikation verfügbar. Auch die Durchbruchsmöglichkeiten im Vernetzungsbereich werden erst durch den sich abzeichnenden Boom in der Mobilkommunikation und die Konvergenz von Festnetz- und Mobilkommunikation ermöglicht. Hardware: Dieser Bereich wurde nach skeptischen Einschätzungen in den Vorjahren wieder mit innovativen Durchbrüchen identifiziert, weil die Mobilkommunikation dringende Anforderungen an mobile Endgeräte wie Miniaturisierung und Ausbalancierung zwischen den widersprüchlichen Geboten Nutzungsfreundlichkeit und Kleinheit der Displays stellt. Hinzu kommen die Konvergenzprozesse zwischen Informationswirtschaft und audiovisuellen Medien. Elektronische Informationsdienste: Die Experten empfahlen den Verlegern, den aktuellen Herausforderungen vor allem durch Verbesserungen in den Bereichen Informationssuche, Retrieval, Informationserschließung, Suchmaschinen und · Automatische Indexierung zu begegnen. Allerdings wurde für die ,,Elektronischen Publizierer" mit ,,Open Access" auch ein ,,Gefährdungsfaktor" identifiziert. An Teilbranchen, die ihre innovationspolitische Stellung gegenüber dem Vorjahr gehalten hatten, wurden identifiziert: Gleichbleibende oder leicht abnehmende Bewertungen Internet-Dienste, IT-Sicherheit, E-Commerce - Sicherheit - Webdienste, Kommunikations- und Kooperationsdienste, Zahlungssysteme - E-Commerce Audiovisuelle Medien, Konsumentendienste - Audiovisuelle Medien - Konsumentendienste, Medienkonvergenz Informationswirtschaftliche Produkte 2002 - 2004 1) 2003/2004 2002/2003 14,5% 8,2% 5,2% 0,6% 4,7% 2,9% 1,8% 74,6% 12,2% 7,2% 4,5% 0,5 % 4,1% 1,8% 2,3% 76,1% 16,7% 9,1% 5,8% 0,6% 5,2% 3,9% 1,3% 73,1 % 1) Mittelwert ­ Ergebnisse zu 2002/2003 und 2003/2004 gleich gewichtet. · · Internet- und IT-Sicherheit: Hier dürfte es weniger um innovative Durchbrüche als darum gegangen sein, bereits vorhandene Lösungen einzusetzen. Damit verbunden waren die Fragen zu klären, wie ein ausreichendes ,,Sicherheitsbewusstsein" bei den Verantwortlichen in den Anwenderunternehmen zu fördern und ein zum Teil weiter geltender Investitionsstopp zu überwinden war. Die Sekundärforschung macht deutlich, dass Wachstumsbereiche vor allem in der Entwicklung zuverlässiger Software und ITSysteme gesehen werden (siehe unten). Audiovisuelle Medien, Medienkonvergenz, Konsumentendienste: Hier wurden die Durchbruchshoffnungen vor allem mit den aktuellen Entwicklungen in den Bereichen ,,Digitaler Rundfunk" und ,,Digitales Fernsehen" verbunden. Wenn der Enthusiasmus der befragten Experten dennoch begrenzt blieb, so lag dies daran, dass die kooperative Verflechtung zwischen Internet-Wirtschaft und Audiovisuellen Medien bislang nicht sehr weit vorangekommen ist. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XVI · Im innovationspolitischen Abwind befanden sich hingegen aus Sicht der Experten weiterhin Internet-Dienste und E-Commerce. Hier hat die ,,Krise der New Economy" nachhaltige Spuren hinterlassen. Dies gilt in besonderem Maße für den einstigen Hoffnungsträger der Informationswirtschaft, E-Commerce, an den sich sowohl 2002/2003 als auch 2003/2004 nur mehr ein Experte ,,erinnern" konnte. Aus den Benotungen der Experten zu den Expansionschancen informationswirtschaftlicher Dienste, Angebote und Produkte ergibt sich das folgende Ranking: Rang Expansionsbereich 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Breitband-Internet-Zugang (z.B. DSL) Sicherheit und Vertrauen im Internet (z.B. Elektronische Signaturen) Mobilkommunikation: Anwendungen (z. B. Bluetooth, WLAN) Kommunikation zwischen Unternehmen E-Commerce E-Business: Einsatz vom Internet in Unternehmen E-Government (Behördendienstleistungen im Internet) Mobilkommunikation (iMode, UMTS) Elektronisches Bezahlen Internet-Zugang allgemein E-Learning Internet-Telefonie (VoIP) M-Commerce Digitaler Rundfunk ­ Interaktives Fernsehen T-Commerce Alle Antworten im Mittelwert ,,Schulnoten" 1,89 2,07 2,14 2,18 2,21 2,30 2,32 2,41 2,47 2,47 2,83 3,03 3,11 3,29 3,33 2,52 Danach haben sich die Aussichten neuer informationswirtschaftlicher Dienste insgesamt gesehen gegenüber dem Vorjahr von 2,61 auf 2,52 leicht verbessert. Diese Stimmungsaufhellung gilt auch für alle Produkt- und Servicebereiche, für die direkte Vergleichsmöglichkeiten bestehen (Mobilkommunikation, E-Commerce, E-Government und E-Learning). Als Gewinner sind nach den vorgenommenen Einschätzungen in dieser Reihenfolge zu ordnen: 1. Informations- und Kommunikationstechnik 2. Mobile Informations- und Kommunikationsanwendungen vorwiegend auf der Basis von UMTS, WLAN und Bluetooth 3. Sicherheit und Vertrauen im Internet, hier als verallgemeinerungsfähig und damit auch als Indikator für IT-Sicherheit und Sicherheit in Netzen gewertet, und 4. E-Government. Die befragten Experten bestätigen somit auch die von der Sekundärforschung dargestellten Wachstumsbereiche der Informationswirtschaft. Die Frage an die Experten nach der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Informationswirtschaft im Bereich der IT- und Internet-Sicherheit führte zu ambivalenten Ergebnissen. Die prozentualen Anteile der Nennungen zu viel versprechenden Sicherheitsprodukten, Sicherheitsdienstleistungen und Investitionsmöglichkeiten lassen sich zusammenzählen, weil die Ergebnisse sehr weitgehend vergleichbar sind: INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XVII Viel versprechende Produkte, Dienste und Investitionsmöglichkeiten der ,,Sicherheitsindustrie" I. Funktion ,,Abwehr externer Attacken auf die eigenen informationstechnischen Systeme 1. Virenscanner, Intrusion detection 2. Firewalls 3. Anti-Spam-Programme II. Funktion "Sicherstellung der InhouseEffizienz, Kommunikation und -sicherheit" 4. Standards, Konzepte, Systeme, Anwendungen, Lösungen, Anpassung an rechtliche Vorgaben 5. Consulting, Schulung, Support 6. Netz- und Serversicherheit III. Funktion ,,Transaktionssicherheit und Vertrauen insbesondere im Internet" 7. Digitale Signatur, Authentifizierung, Verschlüsselung, Bezahlung, sichere Transaktionen 8. Transaktionen, E-Commerce 9. Schutz von Datenbanken und Dokumenten ­ Urheberrechtslösungen IV. Weitere Funktionen 10. Branchenlösungen und -anwendungen 11. Outsourcing intern und extern 12. Weitere Sicherheitsprodukte Anteil an allen Nennungen in Prozent 96 50 27 19 80 36 24 19 65 55 7 3 31 13 6 12 Demnach werden die prioritären Herausforderungen der kommenden Jahre (und die damit verbunden besondere Geschäftsaussichten für die Anbieterseite) die Abwehr externer Attacken auf die eigenen informationstechnischen Systeme sowie die Schaffung von mehr Transaktionssicherheit und Vertrauen im Internet sein. Gleichwohl kommt der Funktion ,,Sicherstellung der Inhouse-Effizienz, -kommunikation und -sicherheit" weiterhin eine hohe Bedeutung zu. Somit wurden die Ergebnisse der Sekundärforschung auch für diesen Bereich durch die Experten bestätigt. Die relativen Verlierer im Rahmen der Informationswirtschaft sind aus Sicht der Experten gegenüber dem Vorjahr: 1. Transaktionsdienste, insbesondere M-Commerce und T-Commerce 2. Digitaler Rundfunk, interaktives Fernsehen 3. E-Learning 4. Inhalte, Entertainment und Konsumentendienste. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XVIII Zu den Expansionschancen nach Anwenderbranchen ergab sich aus Sicht der Experten das folgende Ranking nach Schulnoten: Abb. XIII Das Ranking der expansionsstärksten Bereiche Deutschland: Expansionschancen nach Anwenderbranchen aus Sicht der Experten 2003/2004 E-Government Audiovisuelle Medien Gesundheit Banken, Finanzen Verkehr Mittelwert Bildung Automobilindustrie Umwelt Verlage Werbeagenturen 2,21 2,44 2,45 2,55 2,55 2,63 2,65 2,8 2,87 2,91 2,93 Bewertung nach Schulnoten: 1 = Höchste Wertung Institute for Information Economics, 2004 Danach bewerteten die Experten die bestehenden Expansionschancen nach Anwenderbranchen insgesamt gesehen mit 2,63 oder 3+. Dieses Ergebnis stellt auch gegenüber dem vergangenen Jahr eine Stimmungsverschlechterung dar, obgleich die Informationswirtschaft bereits damals auf eine Auflösung des Investitionsstaus bei ihren Kunden hoffte. Seinerzeit wurde eine Durchschnittsnote von 2,49 oder ,,2 bis 3" erzielt. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass sich die skeptisch stimmenden Erfahrungen der informationswirtschaftlichen Anbieter in wichtigen Anwenderbranchen stabilisierten und nicht mehr nur als eine nur kurzfristige Eintrübung gesehen wurden. Darüber hinaus ist zu fragen, ob es neben den mehrfach erörterten Kooperationsproblemen zwischen Anbietern und Anwendern zusätzliche strukturelle Gründe gibt, die die Geschäftsmöglichkeiten der Informationswirtschaft in zentralen Anwenderbranchen begrenzen. Bei dem seit Jahren bewährten Klassifikationsschema der wichtigsten informationswirtschaftlichen Anwenderbranchen fällt auf, dass es sich in den meisten Fällen um öffentliche oder semi-öffentliche bzw. um Branchen mit hohem Regulierungsgrad handelt. Dies kann wie beispielsweise im Gesundheitswesen dazu führen, dass bestehende Wachstums- und Kooperationschancen nicht ausgeschöpft werden. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XIX 1.1.4 Das Internet als Massenmedium: Zunehmende Verbreitung, Chancengleichheit, Bildung und Qualifizierung Status-Quo: Die Verbreitung des Internets Laut ITU hat die Zahl der weltweiten Internet-Nutzer 2003 die 650 Millionen-Marke überschritten. Somit sind mehr als 10% der Weltbevölkerung online. Die Europäer stellen absolut gesehen mit 28 Prozent weltweit den stärksten Anteil an allen Internet-Nutzern vor Nordamerika mit 26 Prozent und Asien/Pazifik mit 25 Prozent. Alle drei Weltregionen liegen Kopf an Kopf. Bezogen auf die Internet-Penetration in der Bevölkerung dominiert weiterhin Nordamerika mit einer Internet-Nutzer-Penetration von 67 Prozent vor Westeuropa mit 38 Prozent und Osteuropa mit 7 Prozent. Nach rasanten Wachstumsschüben verlangsamt sich die Zunahme der Internet-Nutzer in den USA und Westeuropa. Aber diese Weltregionen befinden sich bereits auf einem sehr hohen Niveau. Hohe Wachstumsraten sind vor allem für die asiatisch-pazifische Region sowie die osteuropäischen Länder zu erwarten. Innerhalb Westeuropas führt Deutschland mit 45,3 Millionen Internet-Nutzern absolut gesehen vor Großbritannien (35,1 Millionen). Nach Penetrationsraten rangiert Deutschland 2003 wenn auch erst nach Skandinavien und Großbritannien mit knapp mehr als 50 Prozent deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt von derzeit 40 Prozent. Für 2004 gilt, dass mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren online ist. Mittlerweile schwankt die Penetrationsrate in Deutschland nach allerneuesten Ergebnissen zwischen 54 Prozent (TNS EMNID, Mai 2004) und 57 Prozent (Forschungsgruppe Wahlen, 1. Quartal 2004). Während in Deutschland Ende 2002 die Internet-Nutzung nur mehr geringe Zuwachsraten zu verzeichnen hatte, konnte 2003 TNS Emnid zufolge wiederum ein deutliches Wachstum von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden. Die weitere Erhöhung der Penetrationsraten hängt nicht nur von den Zugangsgeräten, sondern auch von den Internet-Zugangskosten ab. Ende 2002 wurden für zwanzig Stunden Internet-Nutzung tagsüber und abends in Deutschland 29,43 Dollar verlangt. Damit gehört Deutschland aufgrund der konsequent verfolgten Deregulierung nach Frankreich mit 29,15 Dollar zu den Ländern mit den günstigsten Internet-Zugangskosten und liegt weit unter dem OECD-Durchschnitt von 44,01 Dollar. Die ehemals bestehende Markteintrittsbarriere konnte durch diese Kostensenkung (keine Abrechnung mehr im Minutentakt) erheblich gesenkt werden. Diese Entwicklung bestätigt auch EITO: 50 Prozent der deutschen Haushalte hatten 2003 Zugang zum Internet (nach 43 Prozent im Jahr 2002). Damit liegt Deutschland um 6 Prozent über der durchschnittlichen europäischen Haushaltspenetration. Deutschland schneidet auch bei den Preisen für Mobilfunk und Festnetz im internationalen Vergleich gut ab. Mittlerweile ist das Internet in Deutschland in fast allen Bevölkerungsgruppen zum Massenmedium geworden. In manchen Altersgruppen ist nur mehr eine kleine Minderheit offline, so dass wir uns in diesem Bereich einer Sättigungsgrenze nähern. Das gegenwärtige Nutzerpotenzial in Deutschland wird auf knapp 55 - 60 Prozent der Gesamtbevölkerung bzw. 90 Prozent der ,,Altersgruppe 14 - 65 Jahre" geschätzt. Die Bundesregierung strebt in ihrem Programm "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" für 2005 eine Penetrationsrate von 75 Prozent in der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren an. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XX Während der Schwerpunkt im Internet-Bereich in den letzten Jahren auf dem Zugang (,,Internet für alle") lag, geht es jetzt vor allem um gleichberechtigte Teilhabe sowie um eine qualifizierte Nutzung und den optimalen Einsatz der neuen Technologien. Es ist sicher, dass die Offliner in Zukunft immer stärker ausgegrenzt sein werden, wenn nicht die noch bestehenden soziodemographischen und regionalen "Digital Divides" abgebaut werden. Die regionale Spaltung zwischen den alten und neuen Bundesländern ist zwar geringer geworden, sie besteht jedoch nach wie vor. In jedem zweiten Bundesland entspricht der Anteil der Onliner bereits dem durchschnittlichen bundesdeutschen Penetrationsgrad von rund 50 Prozent (Stand: Mai 2003). In den neuen Bundesländern ist dieser Durchschnitt noch nicht erreicht. Zur Soziodemographie der deutschen Internet-Nutzer ergaben sich folgende aktualisierte Forschungsergebnisse: Geschlecht: 2003 wird das Internet immer noch von weniger Frauen (45 Prozent aller Frauen) als von Männern (63 Prozent aller Männer) genutzt. Anzustreben ist die gleiche und gleichwertige Internetbeteiligung beider Geschlechter. Alter: Mit weiterer Etablierung des Internets nähert sich das soziodemografische Profil der Internet-Nutzer dem der Bevölkerung. So stieg das Durchschnittsalter der Internet-Nutzer im Jahre 2003 auf 37,7 Jahre (Vorjahr: 36,6 Jahre - Soll: 46,9 Jahre). Dabei gab es in einzelnen Altersgruppen folgende Entwicklungen: · · · 60 Prozent in der Altersgruppe ,,6 ­ 13 Jahre" waren 2003 online, das sind 62 Prozent aller Mädchen und 58 Prozent aller Jungen. Zum ersten Mal gibt es im Internet in dieser Altersgruppe mehr weibliche als männliche Nutzer. 81 Prozent aller zur Altersgruppe ,,14 - 19 Jahre" gehörenden waren 2003 InternetNutzer. Hier konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 31 Prozent erzielt werden. Erst 7 Prozent der über 60-jährigen (,,Silver Surfer") waren 2003 Internet-Nutzer. Allerdings ist diese Nutzergruppe von 2002 bis 2003 um 79 Prozent gewachsen. Beruf: Die Berufstätigkeit ist unmittelbar mit der Internet-Nutzung verknüpft. An vielen Arbeitsplätzen ist das Internet ein Muss. Wer mit diesem Medium am Arbeitsplatz bereits Kontakt hat, nutzt es oft auch privat. Aber auch der umgekehrte Zusammenhang gilt: wer privat ins Netz geht, findet Wege, seine Fähigkeiten beruflich zu nutzen. Einkommen: Mit steigendem Haushaltseinkommen nimmt der Anteil der das Internet nutzenden Haushalte zu. Einkommensschwache Gruppen sind also nach wie vor im Internet unterrepräsentiert. Die Forderung "Internet für alle" bleibt weiterhin bestehen. Neben der weiteren Förderung der Internet-Verbreitung geht es aber in Zukunft Chancengleichheit. Dies bedeutet, dass für alle gesellschaftlichen Gruppen der uneingeschränkte und barrierefreie Zugang zum Internet gewährleistet sein muss, was eine entsprechende Qualifizierung der Nutzer voraussetzt. Bildung: Dank der Initiative "Schulen ans Netz" sind knapp 84 Prozent aller Schüler online. Gleichwohl gilt immer noch: höhere Bildung bedeutet mehr Internet-Nutzung. So sind Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss erst zu einem Fünftel im Internet. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXI Qualifizierung ist für die weitere Entwicklung der Informationswirtschaft aus Sicht der Experten unverzichtbar Der Umgang mit Wissen ist zu einer unverzichtbaren Kernkompetenz der in der Informationswirtschaft Beschäftigten und aller in der Informationsgesellschaft lebenden Menschen geworden. Alle Ebenen der Aus-, Fort- und Weiterbildung sind gefordert, umfassende Informationskompetenz zu vermitteln. Auch ein Drittel der befragten Experten sehen diesen Qualifizierungsbedarf. 73 Prozent der Experten erklärten allerdings, dass die Mitarbeiter ihrer Einrichtung über eine ausreichende Informations- bzw. Medienkompetenz verfügten. 64 Prozent hoben hervor, dass dies auch für frisch rekrutierte Mitarbeiter gelte. Aus Sicht der Experten besteht die "Medienkompetenz" vor allem aus drei Bausteinen: · · · technische Medienkompetenz (nach 31 Prozent aller Begründungen), darunter infrastrukturelle Kenntnisse sowie Handwerkszeuge und Tools, inhaltliche Medienkompetenz unter Einbeziehung von Verständnis und kritische Bewertung der Inhalte der von den Medien gelieferten Daten (19 Prozent) und strategische Medienkompetenz (11 Prozent), das bedeutet zum Beispiel Gesamtzusammenhänge und deren Relevanz für übergeordnete Gesichtspunkte erkennen sowie die anspruchsvolle Weiterverarbeitung von Informationen bis zu Entscheidungsvorlagen. Auf die Frage nach den besten Trägern für Medienkompetenz erklärten die Experten in ihren zusätzlichen Kommentaren, dass dies von sekundärer Bedeutung sei. Auch ergab sich aus ihren Begründungen eine nahezu universale Übereinstimmung, nach der Medienkompetenz für jeden Menschen in Deutschland ebenso wie die anderen Kulturtechniken von grundlegender Bedeutung für den beruflichen Erfolg und die Meisterung des eigenen Lebens sei. Das bedeutet, dass der politische Bereich bei geeigneten Maßnahmen zur Vermittlung von Medienkompetenz die Informationswirtschaft und sehr wahrscheinlich die gesamte Wirtschaft hinter sich weiß. Dennoch kommen Eltern und der Schule eine gewisse Priorität unter den Vermittlern von Medienkompetenz zu, weil über sie eine frühestmögliche Vermittlung der erforderlichen Fähigkeiten erfolgen kann. Die Gesamtbewertung des deutschen Qualifikationssystems für die Informationswirtschaft blieb im Vergleich zu den Vorjahren praktisch konstant (Veränderung des Wertes von 1,59 im Jahre 2002/2003 auf 1,58 im Jahre 2003/2004). Damit kamen in beiden Jahren auf eine negative Beurteilung gut eineinhalb positive Bewertungen. Die ,,unternehmensinternen Qualifizierungsmaßnahmen" wurden gleichfalls nahezu konstant (Veränderung des Indikatorenwerten von 2,74 auf 2,71) und dazu ausgesprochen positiv bewertet Aber während der ,,Effizienzwert" der öffentlichen Bildungseinrichtungen von 1,76 auf 1,33 sank, stieg der ,,Effizienzwert" für die Politik von 0,27 auf 0,71. Erstmalig wurden die Experten gebeten, die ,,Effizienz" privater Bildungseinrichtungen zu bewerten. Diese kamen auf Anhieb auf den sehr positiven Wert von 2,85. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXII Bereiche 1) Sektorspezifische Nennungen (Unternehmensintern, Bildungseinrichtungen und Politik gleich gewichtet) Unternehmensintern ­ insgesamt Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl Eigene Aus- und Weiterbildung Einbeziehung von E-Learning Bestandspflege der Mitarbeiter Weitere Maßnahmen zu ,,Unternehmensintern" Alle Nennungen zu Unternehmensintern Schulen, Berufsschulen, Hochschulen insgesamt Strukturelle Reformen Neue Ausbildungsordnungen/-berufe Neue Curricula/Studiengänge Verbesserte Zusammenarbeit Bildungseinrichtungen/Wirtschaft Weitere Maßnahmen zu Schulen, Berufsschulen, Hochschulen Alle Nennungen zu Schulen, Berufsschulen, Hochschulen Private Bildungsanbieter Politik ­ insgesamt Reform der Bundesanstalt für Arbeit Förderung Selbstständigkeit, Arbeitsaufnahme Weitere Hartz-Gesetzgebung, Agenda 2010 Flexibilisierung des Arbeitsmarktes Unterstützung von Qualifizierungsmaßnahmen (z. B. Steuererleichterungen) Weitere Maßnahmen zur Politik Alle Nennungen zur Politik 2003/2004 1,58 2002/2003 1,59 4,10 5,56 2,94 1,89 1,39 4,00 2,71 0,60 0,65 2,71 2,29 1,30 6,00 1,33 2,85 0,33 0,43 1,22 0,83 2,00 0,71 2,56 4,69 1,65 2,00 1,50 2,74 0,56 4,50 5,30 0,68 0,14 1,76 0,32 0,32 0,15 0,31 0,27 1) Zu den Ergebnissen zum ,,Qualifikationserwerb" wurden ,,Effizienzindikatoren" wie folgt gebildet: Anzahl der Experten, die für einen bestimmten Maßnahmenbereich eine Verbesserung sahen (geteilt durch) Anzahl der Experten, die sich für die Beurteilung ,,Verschlechterung" entschieden. Innerhalb der unternehmensinternen Bildungsmaßnahmen wurden Maßnahmenbereiche ,,Rekrutierung, Mitarbeiterauswahl" und ,,eigene Ausdie und Weiterbildung" besonders positiv bewertet. Vergleichsweise geringere wenngleich ebenfalls positive Werte wurden den Bereichen ,,Einbeziehung von E-Learning" und ,,Bestandspflege der Mitarbeiter" gegeben. Bei den öffentlichen Bildungseinrichtungen wurden ,,Neue Ausbildungsordnungen/-berufe" und ,,Neue Curricula/Studienordnungen" sehr positiv gesehen. Erstmalig kam der Maßnahmenbereich ,,Verbesserte Zusammenarbeit Bildungseinrichtungen / Wirtschaft" mit 1,30 zu einem positiven Wert. Die ,,strukturellen Reformen" wurden allerdings angesichts eines Wertes von 0,65 weiterhin negativ bewertet. Soweit es dazu in den letzten Jahren überhaupt gekommen ist, dürfte es sich dabei mehr um Anpassungsprozesse schwieriger Haushaltsbedingungen um Reformen mit Ziel einer die als an dem gewordene höheren qualifikationspolitischen Effizienz gehandelt haben. Zwar stiegen die Sympathiewerte für den politischen Bereich im Berichtszeitraum um mehr als das Doppelte. Eine Polarisierung der Einschätzung zwischen Informationswirtschaft und Politik besteht aber nach wie vor. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXIII Auf eine Frage zum Spannungsfeld zwischen ,,Internationalisierung und Qualifizierung" in den Unternehmen ergab sich das folgende Ranking an Internationalisierungsanforderungen: Rang Bereich 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. Sprachkenntnisse Englisch Fähigkeiten, sich rasch in neuen Arbeitsbereichen zurechtzufinden Weitere relevante Größen Mobilitätsbereitschaft, generell Richtige Partner im Ausland zu finden Berufliche Erfahrungen im Ausland Sprachkenntnisse, die über Deutsch und Englisch hinausgehen Aus- und Weiterbildung im Ausland Outsourcing betrieblicher Funktionen Mobilitätsbereitschaft, Ausland Multinationale Belegschaft Outsourcing von Unternehmens- und strategischen Funktionen Durchschnittliche Bewertung aller Problemgrößen Einbeziehung weiterer Ergebnisse unterscheiden Unter sich ,,Schulnoten" 1,36 1,52 1,75 2,41 2,88 3,15 3,24 3,42 3,47 3,59 3,61 4,47 2,98 Unternehmen mit unterschiedlicher Einbindung in die internationalen Märkte vor allem wie folgt: Für Unternehmen, Unternehmensbereiche usw., die sich weitgehend dem Binnenmarkt zugewandt haben, sind gleichwohl bestimmte Anforderungen aus dem Globalisierungsprozess wichtig. Das sind insbesondere ,,Sprachkenntnisse Englisch" sowie die ,,Fähigkeit, sich rasch in neuen Arbeitsbereichen zurechtzufinden". Auf Unternehmen mit einem mittleren Internationalisierungsgrad kommen weitere Anforderungen hinzu, beispielsweise ,,Sprachkenntnisse, die über Deutsch und Englisch" hinausgehen sowie das ,,Finden der richtigen Partner im Ausland" etwa für den Vertrieb. Unternehmen mit einem hohen Internationalisierungsgrad zeichnen sich durch eine multinationale Belegschaft aus bzw. durch Mitarbeiter, die sich im Ausland aus- und weitergebildet haben und/oder berufliche Erfahrungen im Ausland sammeln konnten. Das sind Anforderungen, die in vielen Fällen nur für diese Unternehmungen gelten. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXIV 1.1.5 E-Commerce, E-Business, E-Government Status Quo: E-Commerce und E-Business ­ Bestehender Handlungsbedarf Deutschland ist der mit Abstand bedeutendste E-Commerce-Markt in Europa. Das Internet ist bereits heute ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Deutschland verfügt über gute Aussichten, seine Marktführerschaft im E-Commerce-Bereich in Europa zu verbessern. Ziel der Bundesregierung ist, dass bis 2008 40 Prozent der KMU Internet-Nutzer sind. E-Commerce: · · · Nach Global Industry Analysts wird der weltweite Umsatz mit E-Commerce auf 1,7 Billionen USD geschätzt. Bereits jetzt ist Deutschland vor Großbritannien europäischer Marktführer im E-Commerce. Innerhalb Westeuropas hat Deutschland diesen Analysten zufolge im Jahr 2002 einen E-Commerce-Umsatz von 84,8 Milliarden Euro erzielt und liegt damit vor Großbritannien mit 71,4 Milliarden Euro und Frankreich mit 21,0 Milliarden Euro. EITO zufolge hat Deutschland mit einem Marktanteil von knapp 30 Prozent derzeit mit Abstand den größten B2B-Markt in Europa, gefolgt von Großbritannien mit 16 Prozent und Frankreich mit 14 Prozent. E-Business. Im E-Business soll bei den kleinen und mittleren Unternehmen bis 2008 ein deutliches Wachstum der Nutzung von 40 Prozent erreicht werden. Deutschland hat sich in diesem zunehmend wichtiger werdenden Bereich international gute Spitzenpositionen erarbeitet: · · · · · · · · · 98 Prozent aller Unternehmen in Deutschland verfügen über Internet-Zugänge (Department of Trade and Industry, 2003). Über die Hälfte der Beschäftigten arbeitet regelmäßig am PC. 97 Prozent aller mittelständischen Unternehmen sind in Deutschland-Online (TechConsult 2003). Für KMUs bedeutet das Internet eine Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Mehr als drei Viertel (78 Prozent) aller deutschen Unternehmen haben eine eigene Website. Hier rangiert Deutschland noch vor Großbritannien (70 Prozent) und ist damit in Europa führend (e-Business Market Watch, 2003). 30 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen das Internet zur Begleichung von Rechnungen. Allerdings bieten erst 16 Prozent eine solche Möglichkeit auf der eigenen Website an. 63 Prozent der deutschen Unternehmen bieten Produktinformationen online an (Department of Trade and Industry, 2003), 46 Prozent Online-Bestellmöglichkeiten. Die Hälfte aller deutschen Online-Shopping-Websites setzt sichere SSL-Server ein. Im EU-Vergleich ist Deutschland nach infrastrukturellen Voraussetzungen zum EBusiness führend: 95 Prozent der kleinen und mittelgroßen Unternehmen (gewichtet nach Mitarbeitern) arbeiten mit PCs. 93 Prozent verfügen über einen InternetAnschluss (e-Business Market Watch, 2003). In keinem anderen europäischen Land nutzen die Unternehmungen InternetAnwendungen wie E-Mail, Internet, Intranet, LAN, WAN so intensiv wie in Deutschland (e-Business Market Watch, 2003). In Europa verfügt Deutschland 2003 nach Großbritannien über die meisten B2BMarktplätze (121). Das britische Department of Trade and Industry hat einen Länderindex für den erreichten Stand im E-Business entwickelt. Danach wurde Deutschland auf einer Skala von 0 bis 1 der Wert 0,51 zugeordnet. Damit nimmt der deutsche E-Business nach Irland (0,53) sowie Kanada und USA (jeweils 0,52) den vierten Platz ein. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXV Im E-Business spielen vor allem die KMUs als zukünftiger Wachstumsmotor für die weitere Entwicklung der Informationswirtschaft eine besondere Rolle. Die Expertenbefragung zur informationswirtschaftlichen Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen führte zu den folgenden Ergebnisverteilungen: Abb. XIV KMUs sind Wachstumstreiber der Zukunft Deutschland: Zukünftige informationswirtschaftliche Bedeutung kleiner und mittlerer Unternehmen aus Sicht der Experten 2003/2004 KMU Wachstumsmotor in Zukunft 12,8% (14) KMU durch Großunternehmen bedroht 17,4% (19) Absolutwerte in Klammern 45,9% (50) 22,0% (24) 65,1% (71) 36,7% (40) Richtig Falsch Institute for Information Economics, 2004 Keine Antwort Die wichtige Rolle der KMUs für die künftige informationswirtschaftliche Entwicklung wurde von den Experten bestätigt. Dagegen fielen die Ergebnisse zu einer möglichen Eliminierung mittelständischer Unternehmen im Zuge von Konsolidierungsprozessen ambivalenter aus. Benachteiligungen der KMUs im Wettbewerb wurden aufgrund einer zu geringen Eigenkapitalbasis sowie größerer Finanzierungsprobleme denn je (nach Basel II) gesehen. Hinzukommen Diskriminierungen im Marktprozess, beispielsweise weil sich im Verkaufsbereich die Kunden vorzugsweise an eingeführten Marken orientieren und sich im Einkaufsbereich der Vertrieb lieber um einen großen Abschluss mit einem Großunternehmen bemüht als viele kleine Kunden nacheinander aufzusuchen. Während bei den befragten Experten E-Commerce nicht mehr im Focus stand, werden in der Literatur weiterhin Barrieren und damit Bereiche für spezifischen Handlungsbedarf vor allem im E-Business für Unternehmen gesehen: · · · · · fehlende Eignung der Produkte für den Vertrieb über elektronische Medien; Zweifel an der Wirtschaftlichkeit unter anderem wegen hoher Einführungskosten; Mangel an Ressourcen und Know-how generell sowie Mangel an geeigneten beruflichen Qualifikationen bei den Mitarbeitern sowie unzureichende Rechtssicherheit für den Handel über das Internet; dazu Benachteiligungen der KMUs aufgrund zu geringer Eigenkapitalbasis und bestehender Finanzierungsprobleme. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXVI Die notwendigen Maßnahmen sollten sich konzentrieren auf: · · · · · · Förderung innovativer elektronischer Geschäftsprozesse und Einsatz bzw. Entwicklung höherer Ausbaustufen des E-Business; Beratung und Schulung, insbesondere für KMUs; Sensibilisierung der KMUs für das Wissensmanagement wie es mit dem Leitvorhaben WissensMedia der Bundesregierung geplant ist; weitere Entwicklung der Inhouse-Sicherheitsinfrastruktur, auch für den Mittelstand; Rechts- und IT-Sicherheit beim Einsatz des Internet, insbesondere Datenschutz; Schutz vor Spamming, dem ungewollten Zusenden von Werbung. Status Quo und Handlungsbedarf: B2C E-Commerce, M-Commerce, OnlineShopping und Online-Banking Der B2C-Sektor macht lediglich einen Anteil von 5 Prozent des weltweiten E-CommerceVolumens aus. An diesem Verhältnis wird sich in Zukunft wenig ändern. Zu unterscheiden sind im B2C-Sektor die Bereiche des eigentlichen Online-Einzelhandels sowie der Internet-basierte Umsatz über die Vermittlung von Reisedienstleistungen. Auch sind neue Bereiche wie Nahrungsmittel und Getränke hinzugekommen. Die Angebote werden hauptsächlich genutzt, weil es viele Wahlmöglichkeiten gibt und eine sehr weitgehende Preistransparenz besteht. In den USA wurden 2003 87 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielt. Auf Urlaubs- und Reisedienstleistungen entfielen rund 37 Prozent. Durchschnittlich wurden pro InternetNutzer 930 Dollar im Internet umgesetzt. Im B2C-Bereich, also dem Handel zwischen Unternehmen und Endverbrauchern, entwickelten sich die Deutschen zum Teil zu Trendsettern: · · · · · In Westeuropa wurden laut EITO 2003 63,1 Milliarden Euro umgesetzt. Die umsatzstärksten Länder Westeuropas sind mit einem Marktanteil von jeweils rund einem Viertel Großbritannien (16,8 Milliarden Euro) und Deutschland (15,4 Milliarden Euro). Großbritannien und Deutschland liegen seit Jahren im B2C-Bereich Kopf an Kopf. Nach EITO soll im Jahr 2007 Deutschland mit einem Marktanteil von gut 25 Prozent Spitzenreiter vor Großbritannien mit knapp 21 Prozent Marktanteil sein (65,7 Milliarden Euro). Diese Steigerung führt EITO auf das zu erwartende Wachstum im Bereich der privaten Reise- und Urlaubsbuchungen zurück (2007: rund 40 Milliarden Euro). Derzeit werden dem HDE zufolge nur wenig mehr als 2 Prozent der gesamten deutschen Einzelhandelsumsätze online erzielt. Bis 2007 geht Forrester von 11 Prozent aus. In den ersten drei Quartalen 2003 gaben die Online-Shopper in Deutschland durchschnittlich 275 Euro aus. Produkte wie Bücher, CDs, Software, Computerzubehör, Kleidung und elektronische Geräte wurden am häufigsten über das Internet bestellt. Der Web-Handel mit Lebensmitteln ist in Deutschland auf regional tätige Händler und Spezialisten begrenzt. Wertmäßig lagen laut GfK der Bereich Bekleidung und Schuhe sowie der PC-Bereich mit Anteilen von 11,5 Prozent bzw. 10,6 Prozent an allen Online-Käufen vorn. Beim Bezahlen im Internet dominierten angesichts weiterhin bestehender sicherheitstechnischer Bedenken immer noch konventionelle Bezahlformen vor Online-Lastschriften und dem Einsatz der Kreditkarte. · INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXVII Neue Impulse werden in Zukunft vom mobilfunkbasierten Internet-Handel erwartet. Das Wachstumspotenzial ist aufgrund der hohen Zahl der Mobilfunkkunden und der verfügbaren Infrastruktur groß, setzt aber die Verbreitung geeigneter und komfortabler internetfähiger Mobilfunkgeräte voraus. Der aktuellen EITO-Studie vom März 2004 zufolge beliefen sich die mobilfunkbasierten ECommerce-Umsätze in Westeuropa im Jahr 2003 auf rund 1,1 Milliarden EUR. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz in der Nutzung von MCommerce ein. 2003 wurden hier laut EITO 280 Millionen Euro umgesetzt. Großbritannien folgt mit 212 Millionen Euro. Diese Spitzenposition sollte in Zukunft gehalten werden können. Definitionen zum M-Commerce umfassen zum Teil die Angebote der mobilen Dienste wie SMS, mobile Verkehrsdienste, Location based Services, Umsätze mit Handy-Logos, Klingeltönen und Ähnlichem. Der globale Umsatz mobiler Dienste belief sich laut Ovum im Jahr 2003 auf 16,7 Milliarden Dollar. In Deutschland erreichten die Sprachdienste einen Anteil von 59 Prozent und erreichte SMS (Kurznachrichten) einen Anteil von 36 Prozent an den Mobiltelefonausgaben. Für diese Bereiche sind hohe Wachstumsraten zu erwarten. In Zukunft wird E-Health eine größere Bedeutung als bisher erlangen, zumal das durch den Einsatz von IT und Telematikanwendungen zu mobilisierende Rationalisierungspotenzial auf zwischen 20 bis 40 Prozent geschätzt wird. Seit Januar 2004 ist der elektronische Handel mit Arzneimitteln in Deutschland wie in anderen Europäischen Staaten möglich. Zum 1. Januar 2006 wird die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte als einem Baustein zur flächendeckenden Einführung digitaler Kommunikationstechniken im Gesundheitswesen vorgesehen. Bei den B2C-Sonderformen Online-Banking und Online-Brokerage, dem Abwickeln von Bank- und Aktiengeschäften über das Internet, wird Deutschland einer Studie der Weltbank zufolge im Jahr 2010 eine Online-Banking-Penetrationsrate von rund 92 Prozent erreichen und damit auch weiterhin im oberen Mittelfeld Europas rangieren. Hundert Millionen Haushalte weltweit nutzen mittlerweile das Internet zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte. Laut ACTA 2003 nutzen 12,9 Millionen Deutsche die Möglichkeiten des Online-Banking. Das entspricht einem Anteil von rund 25 Prozent an der Bevölkerung. Damit nutzen Deutsche und Briten (15 Prozent) Online-Banking am häufigsten. Es ist mit einem jährlichen Zuwachs an Online-Konten von 11 Prozent zu rechnen. Als Markthemmnisse können sich Sicherheitsbedenken der Nutzer und die tatsächliche Sicherheit der Datenübertragungen erweisen. Laut TNS Infratest Finanzforschung nutzten im Jahr 2003 zwei Millionen Bundesbürger die Möglichkeit, ihre Wertpapiergeschäfte über das Internet abzuwickeln (Online-Brokerage). INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXVIII Die wichtigsten Barrieren, die dem Wachstum von B2C-E-Commerce entgegenstehen, sind: · mangelndes Vertrauen in die Sicherheit der Datenübertragung und in den Datenschutz, das heißt insbesondere eine bestehende Angst vor der elektronischen Bezahlung per Kreditkarte; Rechtsvorschriften, die Unternehmen an der Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs hindern; fehlender Einsatz inoperabler Lösungen für Transaktionen, Sicherheit, Unterschriften, Beschaffung und Bezahlung beim elektronischen Geschäftsverkehr; aber auch fehlendes Vertrauen in die Zukunft von E-, M- und T-Commerce, wie es sich in den Einschätzungen der befragten Experten ergab. · · · Hier besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Status-Quo: E-Government ­ Die Anforderungen der Informationswirtschaft an den öffentlichen Bereich Wie in der Privatwirtschaft so werden auch in Behörden und weiteren öffentlichen Einrichtungen zunehmend IKT-Technologien zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung eingesetzt und Arbeitsabläufe an diese angepasst. Dies soll nicht nur den Bürgern eine Vereinfachung von Behördengängen sowie eine bürgerfreundliche Verwaltung bringen, sondern auch Unternehmen den Umgang mit Behörden erleichtern sowie verwaltungsübergreifende Kooperationen effizienter gestalten. E-Government ist der Schlüssel zur Verwaltungsmodernisierung und ein möglicher starker Wachstumsbereich der Wirtschaft. Die Unternehmen profitieren als Entwickler, Anbieter, Nutzer und Kooperationspartner von E-Government. E-Government kommt ,,langsam aber sicher" voran. Nach Cap Gemini Ernst & Young befindet sich Deutschland bei der schon erfolgten Umsetzung der Online-Angebote aller Verwaltungsdienstleistungen unter 18 untersuchten Ländern auf dem vorletzten Rang. Dies ist auf die verspätete Einführung des deutschen E-Government-Strategieplans zurückzuführen. Bei transaktionsfähigen Diensten konnte Deutschland allerdings im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozentpunkte zulegen und rangiert damit im Länderranking auf Platz 10. Nach einer Untersuchung von TNS zum Reifegrad und zur Nutzungsintensität von EGovernment-Diensten in 32 Ländern liegt Deutschland bei der Nutzung von administrativen Online-Dienstleistungen auf Rang 19: 26 Prozent der deutschen Bevölkerung nimmt diese Art der Dienstleistungen in Anspruch. Die Untersuchung wurde zum dritten Mal in Folge von TNS durchgeführt und basiert auf einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung zwischen Juli und Oktober 2003 (Befragung von 31.823 Erwachsenen). Bei der Akzeptanz von E-Government-Diensten spielen Sicherheitsbedenken nach wie vor eine bedeutende Rolle. Neben Taiwan ist Deutschland das Land mit den größten Sicherheitsbedenken (81 Prozent der Bevölkerung verglichen zum internationalen Durchschnitt von 58 Prozent). INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXIX Im Sommer 2003 hatten sich Bund, Länder und Kommunen auf die gemeinsame EGovernment-Strategie ,,Deutschland-Online" verständigt, die die Projekte von Bund, Ländern und Kommunen mit zentraler Koordinierung vernetzt. Prioritär sollen die wichtigsten Verwaltungsdienstleistungen aller staatlichen Ebenen ohne Zuständigkeitsund Medienbrüche über das Internet abgewickelt werden. Mit ,,BundOnline" 2005 hat die Bundesregierung das größte E-Government-Programm Europas gestartet. Dieses soll mit 1,45 Milliarden Euro (2002 - 2005) Sorge tragen, dass die Verwaltungen bis 2005 ihre rund 440 Dienstleistungen flächendeckend internetfähig gestalten. Gegenwärtig sind 232 Vorhaben umgesetzt. Laut Accenture konnte sich Deutschland in der Online-Verfügbarkeit von transaktionsfähigen Dienstleistungen auf den 3. Rang unter 22 untersuchten Ländern verbessern. Im Rahmen des MEDIA@Komm-Transfers wurden 20 E-Government-Musterkommunen eingerichtet, die ihre Geschäftsmodelle Ländern und Gemeinden zur Verfügung stellen. Eine Reihe weiterer Aktionen sind geplant, unter anderem das ausschließlich elektronisch zu erfolgende Vergabeverfahren (E-Procurement) des Bundes bis Ende 2005. Eine bedeutende Rolle zur weiteren Nutzung des E-Government spielen das Signaturgesetz und der Roll-Out von Signaturkarten, die durch die eCard-Initiative der Bundesregierung gefördert werden. Hier wird der Schwerpunkt auf die sichere Nutzung des Internets gelegt. Die Einschätzung des E-Government aus Sicht der Experten und Handlungsbedarf Die befragten Experten bestätigten die in der Frageformulierung unterstellte und von der Sekundärforschung belegte Annahme, dass es sich bei E-Government um einen stark expandierenden Bereich handelt. Nach Anteil der Nennungen sind nach wie vor die folgenden E-Government-Aufgabenbereiche prioritär: Verwaltung und Bürger (mit einem Anteil von 44 Prozent); Verwaltung vorwiegend intern (27 Prozent) und Verwaltung von Wirtschaft (17 Prozent). Allerdings ist im Ranking der Hauptaufgaben eine Veränderung gegenüber den Vorjahren eingetreten, da der Bereich ,,Verwaltung und Bürger" nunmehr eindeutig vor ,,Verwaltung intern" rangiert. Auch wenn das zum Teil eine Folge der Frageformulierungen für die Erhebung 2003/2004 ist, so dürften doch nach mehreren Jahren E-Government-Bemühungen die Voraussetzungen für die Erstellung elektronischer Bürgerund Wirtschaftsdienste stärker gegeben sein. Auch nach den Ergebnissen der Sekundärforschung besteht prioritärer Handlungsbedarf in der möglichst raschen Umsetzung der noch verbleibenden 208 von insgesamt 440 Vorhaben. Allein nach 29 Prozent aller Nennungen und 65 Prozent aller Nennungen zu Bürgerdiensten wurde auf das ,,Elektronische Gemeindeamt" (15 Prozent) und das ,,Elektronische Finanzamt" (13 Prozent) Bezug genommen. Zusätzlich zu denken wäre an ein ,,Elektronisches Arbeitsamt", über das administrative Fragen abzuwickeln wären, das ergänzend zu der persönlichen Stellenvermittlung Arbeitsplatzangebot und -nachfrage im Arbeitsamtsbezirk und darüber hinaus zusammenführt und sich von den bisherigen Plänen durch eine stärkere ,,Lokalisierungskomponente" unterscheidet; an ein ,,Elektronisches Amt für Soziale Fragen", das Auskunft und Hilfen in allen Transferbereichen gibt, und an ein ,,Elektronisches Amtsgericht", das wie in ersten Modellversuchen erprobt Schriftsätze per EMail entgegennimmt und Urteile in Bagatellfällen per E-Mail versendet. Im Gegensatz dazu gab es keine einzige Nennung zu Verwaltungsdiensten, die sich eindeutig auf eine landesoder bundesweite Ebene bezog. Damit gilt: E-Government ist "local". Oder so sollte es aus der Sicht der Bürger und Wähler wenigstens sein. Die Bundesregierung hat hier mit MEDIA@Komm-Transfer entscheidende Schritte eingeleitet, mit denen lokale Erfahrungen für alle politischen Ebenen nutzbar gemacht werden. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXX Allerdings deuten Ergebnisse aus anderen Trendberichten darauf hin, dass auf der kommunalen Ebene besondere Performance-Probleme existieren. Nach den Ergebnissen der Sekundärforschung besteht eines der wichtigsten Probleme darin, dass in vielen Kommunen das Geld für E-Government-Aktivitäten fehlt. Aus der Sicht der Experten sind die Verwaltungen insgesamt gesehen mit der Implementierung verwaltungsübergreifender Lösungen noch nicht allzu weit gekommen. Dies wird auch durch die oben genannten Untersuchungen bestätigt. Unter den EGovernment-Diensten für die Wirtschaft nahmen ,,E-Procurement ­ Ausschreibungen" die Hälfte aller Nennungen zu konkreten Wirtschaftsdiensten ein. In der Tat ist nicht einzusehen, warum das öffentliche Beschaffungswesen nicht auf den gleichen technischen Stand wie das private gebracht werden sollte. Die Bundesregierung will die Beschaffung aller Bundesbehörden in den nächsten zwei Jahren auf elektronische Vergabeverfahren umstellen. ,,Kommune & Staat" schrieb dazu in ihrer Ausgabe 2/2004: ,,Es ist ebenfalls notwendig, endlich Länder und Kommunen von den Vorzügen einer zentralisierten Beschaffung und der Vergabeplattform selbst zu überzeugen. (...) Und die für das Jahr 2004 geplante Vergaberechtsnovelle muss das Vergaberecht darüber hinaus so modernisieren, dass es den Anforderungen der elektronischen Beschaffung gerecht wird." Spillover-Prozesse aus administrativen E-Government-Aktivitäten können die Effizienz des politischen Handelns steigern und in einem zweiten Schritt die Beziehungen zwischen Politik und Wählern sowie zwischen Politik und Wirtschaft verbessern. Geeignete Beispiele für eine ,,Elektronifizierung der Politik" sind weitergehende Vernetzungen zwischen Politik und Verwaltung sowie Maßnahmen zur direkten Effizienzsteigerung interner politischer Prozesse, zum Beispiel der direkte Online-Zugriff von Fraktionen des Gemeinderates auf wichtige Informationen. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXI 1.1.6 Identifikation der wichtigsten Handlungsbereiche und Market Drivers aus Expertensicht Identifikation der Handlungsbereiche Um die Informationswirtschaft insgesamt, aber auch ihre Teilmärkte B2B-E-Commerce, B2CE-Commerce, E-Business und E-Government voranzubringen zu können, bestehen für die infragekommenden Politikbereiche unterschiedliche ,,Dringlichkeitsgrade" für das politische Handeln: Rang 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Bereiche Forschung und Entwicklung Modernisierung des Staates, z.B. durch Vernetzung und E-Government Bildungspolitik, z.B. Integration der neuen Medien Erschließung innovativer Anwendungsmöglichkeiten Mehr IT-Sicherheit angesichts neuer Qualität der Gefährdungen Gesundheits-, Verkehrs- und Umweltpolitik, z. B. zwecks Einführung von Telematik-Anwendungen Mittelstandspolitik, z.B. Förderung höherwertiger E-Business- Anwendungen Wettbewerbsorientierte Regulierung, z.B. zwecks Ausbau breitbandiger Infrastruktur Verbraucherschutz Internationale Politik, Rechtssicherheit im Internet, z.B. Durchsetzung globaler Regeln für das Internet Alle Antworten im Mittelwert ,,Schulnoten" 1,75 1,75 1,83 2,01 2,17 2,53 2,54 2,68 2,75 2,80 2,29 An zusätzlichen Handlungsbereichen (insgesamt mit der Top-Durchschnittsnote 1,38 bewertet) wurden von den Experten eingeführt: · · · · Verbesserungen der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft; Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspolitik; Digital Divide bzw. Verteilungs- und Sozialpolitik in Internet-Zusammenhängen sowie politische Kommunikation, z.B. Schaffung von Awareness und Innovationsmentalität. Die gestiegene Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit im Berichtszeitraum bzw. Hinweise auf zum Teil gravierende Defizite in der Öffentlichkeitsarbeit auf politischer und verbandspolitischer Ebene wurden auch in den Ergebnissen zur Telekommunikations- und Urheberrechtsgesetzgebung deutlich. Ansonsten nahmen im Ranking prioritärer politischer Aufgabenbereiche, wie sie durch die Klassifizierung in der Frageformulierung vorgegeben wurde, die Spitzenreiter der vergangenen Jahre die Spitzenpositionen ein. Das sind insbesondere: · die Aufgabenbereiche, die vom innovativen Teil des öffentlichen Bereiches wahrgenommen werden, nämlich Forschung und Entwicklung zuzüglich Erschließung innovativer Anwendungsmöglichkeiten (mit den Durchschnittsnoten 1,75 und 2,01 auf den Plätzen 2 und 5) sowie Bildung und Ausbildung (mit einer Durchschnittsnote von 1,83 auf Platz 4); INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXII · die Maßnahmen, die einen effizienteren und moderneren Staat bewirken sollen. Sie sind in dieser Umfrage unter dem Begriff ,,Modernisierung des Staates, z.B. durch Vernetzung und E-Government" zusammengefasst. Dieser Bereich teilt sich mit einer Durchschnittsbenotung von 1,75 mit Forschung und Entwicklung den Spitzenplatz. Allerdings wurde die Rolle der Politik für (anwendungsorientierte) Forschung und Entwicklung strittig diskutiert. Die Kooperation zwischen Anbietern und Anwendern ist aus der Sicht der Experten ein unverzichtbarer Market Driver Darüber hinaus betonten die befragten Experten, dass einer der wesentlichen Market Driver die Zusammenarbeit zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern ist. Die Frage nach den Verbesserungsmöglichkeiten bei der Zusammenarbeit zwischen den informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern führte zu der folgenden Ergebnisverteilung: Bereiche Keine Kooperationsprobleme Doch Kooperationsprobleme Sprachliche, psychologische und personelle Grundlagen der Kooperation Direkte Dialogformen zwischen Anbietern und Anwendern Indirekte Dialogformen zwischen Anbietern und Über Kommunikation hinausgehende Kooperation zwischen Anbietern und Direkte Gestaltung des Kooperationsprozesses Anbieter ­ Anbieter Dialog und Kooperation mit ,,dritten Gruppen" Verbesserung der Anbieterbemühungen in Preis- und Produktpolitik Sonderfall Öffentlicher Bereich ­ Politische Rahmenbedingungen Anzahl der Nennungen (absolut) Anwendern 1) Anwendern 2) Summe in Prozent 0,6 4,5 14.3 Summe absolut 1 7 22 An 1. Stelle genannt in Prozent 1,3 5,1 15,2 An 1. Stelle genannt absolut 1 4 12 An folgenden Stellen genannt in Prozent 4,0 13,3 An folgenden Stellen genannt absolut 3 10 29,2 45 31,1 26 23,2 18 11,0 17 8,9 7 13,4 10 9,7 15 10,1 8 9,7 7 1,9 3 1,3 1 2,7 2 15,6 8,5 24 13 15,2 7,8 12 6 16,0 9,4 12 7 4,5 7 1,3 1 8,0 6 154 79 75 1) Z.B Marketing, Public Relations, Internet-Portale. ­ 2) Z.B. Integration des Anbieters in Betrieb des Anwenders und Einbindung des Anwenders in Produktentwicklung. INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXIII Danach gilt: · · · Die Gestaltung des Kooperationsprozesses kann weniger wichtig als die vorgelagerte und parallele Kommunikation zwischen Anbietern und Anwendern sein. So waren den Kategorien ,,Direkte und indirekte Dialogformen zwischen Anbietern und Anwendern" 40 Prozent aller Nennungen zuzuordnen. Hingegen entfielen auf die Gestaltung der ,,Kooperation zwischen Anbietern und Anwender" lediglich 10 Prozent. Eine bessere Bestätigung der Notwendigkeit der im Rahmen des Monitoring-Projektes organisierten Expertenworkshops lässt sich kaum vorstellen. Dabei ist es von vergleichsweise zweitrangiger Bedeutung, ob es sich bei der Institutionalisierung zusätzlicher Kommunikationsformen um Arbeitskreise, Round Tables, Anwender- und weitere Foren zur Organisation eines kontinuierlichen Dialoges und Erfahrungsaustausches (7 Prozent aller Nennungen), um Fachtagungen, Kongresse und Workshops (5 Prozent), Messen (2 Prozent) oder themenspezifische Veranstaltungen (1 Prozent) handelt. Nach 14 Prozent aller Nennungen wurde auf die ,,sprachlichen, psychologischen, personellen und weiteren Voraussetzungen der Kooperation" verwiesen. Unter ,,sprachliche Kooperationsvoraussetzungen" (5 Prozent aller Nennungen) wurden vor allem Verständlichkeit, Einfachheit sowie die Fokussierung der Rede auf eine Darstellung des Nutzens für den Anwender genannt. Zu den psychologischen Voraussetzungen gehörten ein hohes Maß an Kundenorientierung, ein offener Kommunikationsstil, die Bereitschaft und Fähigkeit, die andere Seite zu verstehen und auf ihre Belange einzugehen sowie ein partnerschaftliches Verhalten, überhaupt ,,Kommunikationskultur". Unter ,,qualifikations- und personalpolitische Voraussetzungen" (8 Prozent) wurde die Notwendigkeit von Vertriebsschulungen sowie die Bedeutung der Kontinuität unter den Mitarbeitern mit Anwenderkontakten betont. Um die Kooperation zwischen Anbietern und Anwendern zu optimieren, benötigen die Beteiligten zusätzliches Wissen. Das ist insbesondere klassisches Marktforschungswissen (nach 8 Prozent aller Nennungen) sowie produktbezogenes Wissen im Detail (7 Prozent), verbunden mit dem Vorschlag, die Anwender weit intensiver als bei Beta-Tests üblich in die Produktentwicklung der Anbieter zu integrieren. Nur von einem Experten wurde die Annahme gravierender und nahezu in allen Fällen bestehender Kooperationsprobleme zwischen Anbietern und Anwendern widersprochen. · INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXIV 1.1.7 Politische Handlungsbedarfe Im Folgenden werden die zentralen politischen Handlungsbedarfe aus den Ergebnissen des 7. Faktenberichts und 4. Trendberichts tabellarisch zusammengefasst. Der Zweck der tabellarischen Übersicht besteht darin, dem Leser einen kompakten Überblick über sich ergebende politische Handlungsbedarfe zu geben. Der Überblick kann die Lektüre der differenzierteren Erörterungen der Politikbereiche in den Hauptteilen des Fakten- und Trendberichtes nicht ersetzen. Politikbereiche / Allgemeine Zielsetzungen Handlungs- und Maßnahmenbereiche 1. Rahmenbedingungen / Reform politischer Strukturen Sicherstellung fördernder Rahmenbedingungen zwecks Erhaltung internationaler Wettbewerbsfähigkeit informationswirtschaftlicher Anbieterund Anwenderbranchen · · · International wettbewerbsfähiges Steuer- und Regulierungsniveau Deregulierung des Arbeitsmarktes International wettbewerbsfähige Arbeitskosten Marktkonforme Gestaltung und · Weiterentwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen · · · · · · Bündnis für elektronische Signaturen: Verbreitung der digitalen/elektronischen Signatur fördern Schutz personenbezogener Daten weiter absichern: Richtlinie zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation E-Mail-Spamming: Verbot der unlauteren Werbung in das neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einbringen Internationale Zusammenarbeit z.B. bei unerwünschter Werbung mit E-Mails erforderlich Modernisierung des Urheberrechtsgesetzes unter Einbeziehung von Fragen des Digital Rights Management (2006) Patentierbarkeit computerimplementierter Erfindungen ermöglichen Medienordnung für Tele- und Mediendienste für Bund und Länder harmonisieren Auf direkte Förderung des informationswirtschaftlichen Wachstums weitgehend verzichten (Fördernde Rahmenbedingungen aus der Sicht der Experten wichtiger) Reformdebatte zu politischen Gegebenenfalls Einstellung laufender Maßnahmen ,,Förderalismus-Debatte" um Fragen der Politikverflechtung Strukturen um europapolitische zwischen Brüssel, Berlin und den Bundesländern unter Gesichtspunkte ergänzen 2. Internetpolitik Entwicklung des Internets als Massenmedium als vierte Kulturtechnik fördern Chancengleichheit garantieren Einbeziehung informationswirtschaftlicher Gesichtspunkte auf die Agenda setzen · · "Internet-Zugang für alle": Penetrationsgrad weiter erhöhen barrierefreier Zugang für Behinderte fördern Darüber hinaus umfassende Konzepte für ,,Medienkompetenz" entwickeln und einführen INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXV Politikbereiche / Allgemeine Zielsetzungen 3. Digital Divide Handlungs- und Maßnahmenbereiche · · · ,,Access-Chancen" in politische Konzepte für Fairness und Verteilungsgerechtigkeit integrieren Chancengleichheit für Frauen und ältere Arbeitnehmer und Bürger Öffentliche Internet-Zugangs- und Lernorte verfügbar machen 4. Sicherheitspolitik Koordination und Abstimmung auf internationaler Ebene fördern Schutz innerer Sicherheit mit Sicherheit der IuK-Technik und Schutz des Internets verbinden Schutz kritischer Infrastrukturbereiche · · · · Kontinuierliches Monitoring der Internet-Kriminalität auf europäischer Ebene einführen Sicherheit und Vertrauen in die verfügbaren Netze und Angebote fördern (IT-Sicherheit) Aufbau des ,,Bundesamtes für Sicherheit" (BSI) vorantreiben Weitere Maßnahmen zur Sanktionierung und Bekämpfung externer Attacken auf unternehmensinterne IT-Systeme einführen 5. E-Business und Mittelstandspolitik Umfassende Anwendung und Einsatz der digitalen Techniken in allen Geschäftsprozessen Integrierte Lösungen statt separate Einzelanwendungen umsetzen Transformation der gesamten Wertschöpfungskette im Unternehmen anstreben Aus Sicht der Politik: · · · · · Beratung und Schulung von KMUs in neuen Technologieund Anwendungsbereichen intensivieren (siehe auch Aktivitäten der Kompetenzzentren) Förderung des Erreichens höherer E-Business-Ausbaustufen (bis zur Transaktion). Teilnahme an globalen Beschaffungs- und Absatzmärkten durch integrierte Prozesse und Standards sicherstellen Sensibilisierung für die Potenziale des Wissensmanagements (WissensMedia) Verstärkung des Sicherheitsbewusstseins/ im Mittelstand Aus Sicht der Experten: · · · · Finanzierungsmöglichkeiten nach Basel II stärken Risikokapitalfinanzierung stärken Eigenkapitalbasis verbessern Transparenz über Benachteiligung der KMUs im Marktprozess sicherstellen INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXVI Politikbereiche / Allgemeine Zielsetzungen 6. E-Government Effizienz, Innovationskraft und Modernisierung der Verwaltungen und weiteren öffentlichen Einrichtungen stärken Handlungs- und Maßnahmenbereiche · · · · · · · · · 7. Öffentlicher Bereich Sektoren des Öffentlichen Bereiches beim Einsatz neuer IuK-Techniken sowie als ,,Modellanwender" stärken · · · · · E-Government Initiativen zügig auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene umsetzen E-Government als Wachstumsbranche sehen und als solche entwickeln Kooperation zwischen ,,Wirtschaft und Verwaltung" intensivieren ,,E-Procurement"-Lösungen aus dem privaten Sektor übernehmen und flächendeckend auf allen Ebenen ausbauen Neue Prioritäten nach "All Government is local" setzen und umsetzen Deutschland-Online: Koordinierung und Weiterentwicklung der bestehenden E-Government-Projekte in Deutschland koordinieren, um Doppelentwicklungen zu vermeiden MEDIA@Komm-Transfer Initiative umsetzen und damit regionale Selbstorganisations- und Standardisierungsprozesse fördern Electronic Democracy weiter erproben Politische Prozesse z.B. in Ratsfraktionen durch Elektronische Dienste effektuieren Public Sector als Informationsanbieter stärken Mehr Ressourcen für Forschung und Entwicklung sowie Bildung und Ausbildung (generell, für informationswirtschaftliche Pilotlösungen und Modellanwendungen sowie für Ausweitung der Bemühungen um Medienkompetenz) Förderung des Einsatzes von Open Source-Produkten im Öffentlichen Bereich E-Health: Einsatz von Telematikanwendungen im Gesundheitswesen 8. Telekommunikationspolitik Internet-Zugangskosten reduzieren Auf- und Ausbau neuer InternetZugangstechnologien und notwendiger technischer Infrastrukturen fördern · · · Internet-Zugangskosten weiter reduzieren Breitband-Internet: DSL zur dominierenden Zugangstechnologie entwickeln (siehe: Deutsche Breitbandinitiative) Nutzung und Entwicklung alternativer, insbesondere auch mobiler Internet-Zugangstechnologien (WLAN, UMTS) fördern INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXVII Politikbereiche / Allgemeine Zielsetzungen Handlungs- und Maßnahmenbereiche 9. Bildungs- und Qualifizierungspolitik Bildung und Qualifikation als Voraussetzung für Innovationsund Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft stärken · · · Informationskompetenz als festen · Bestandteil und Lernpflicht in alle Ausbildungsbereiche integrieren · · · · · IT-Kompetenz der Nutzer erhöhen · Breiter Einsatz der IuK-Techniken · in der Bildung bzw. Ausbildung · Strukturelle und inhaltliche Reformen öffentlicher Bildungseinrichtungen sowohl generell als auch in Richtung Internet-Kompetenzen fördern Kooperation Bildungseinrichtungen / Wirtschaft fördern ­ Private Bildungseinrichtungen in entsprechende Bemühungen integrieren Personalentwicklung unter Einbeziehung von Medienkompetenz in den Unternehmen fördern Erlangung der ,,vierten Kulturtechnik" als nationale Aufgabe, festen Bestandteil und Lernpflicht in allen Ausbildungsbereichen etablieren und integrieren Medienkompetenz speziell für ältere Arbeitnehmer und Bürger anbieten Eltern und Schulen als Vermittler umfassend definierter Medienkompetenz fit machen Englischkenntnisse auf den Stand wie in den Niederlanden bringen Individuelle und institutionelle Fitness für Internationalisierung fördern Kooperationspotenziale mit der Informationswirtschaft ausschöpfen IT-Kompetenz aller Nutzer erhöhen, so dass jeder in der Lage ist, selbstständig für Zugang zum Internet, Sicherheit und Verlässlichkeit seiner Systeme zu sorgen Breite Nutzung der IuK-Technologien in der Bildung (E-Learning in Verbindung mit anderen Medien) und Integration dieser in den Bildungsalltag Einsatz neuer Medien in Schule, in der beruflichen Ausund Weiterbildung sowie in den Hochschulen und Fachhochschulen 10. Politik für weitere Anwenderbranchen: Deregulierung und Modernisierung Handlungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit wichtiger informationswirtschaftlicher Anwenderbranchen mit einem derzeit hohen Regulierungsgrad stärken (z.B. Verkehrsinfrastruktur, Umwelt, Gesundheit) 11. Verlags- und Informationsbranche Internationale Wettbewerbsfähigkeit der ,,Informationswertschöpfungskette" stärken · · · · Transparenz über bestehende Möglichkeiten herstellen Masterplan entwickeln Längerfristige Planungs- und Investitionssicherheit für Umwelt und Verkehrsinfrastruktur sicherstellen Wachstumsorientierte Initiative für Gesundheitswesen aufbauen Konvergenz zwischen Fernsehen und Internet fördern · Möglichkeiten und Grenzen von ,,Open Access"-Modellen (autorenfinanzierte und online publizierte Wissenschaftsjournale) erproben INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Management Summary Faktenbericht und Trendbericht XXXVIII Politikbereiche / Allgemeine Zielsetzungen Handlungs- und Maßnahmenbereiche 12. Informationswirtschaftliche Branchenpolitik - Kooperation zwischen Anbietern und Anwendern Kooperation zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern ausbauen und fördern Angesichts enormer volkswirtschaftlicher Verluste als Folge von Kooperations-defiziten reichen die Bemühungen im ,,Monitoring Projekt" nicht aus 13. Informationsgesellschaft Perspektiven der Informationswirtschaft in die Erörterungen einbringen · Monitoring-Workshops fortsetzen · · ,,Gesamtbranchengipfel" oder auf die gesamte Branche bezogenes Forum Informationswirtschaft aufbauen Initiative nach dem Vorbild von D 21 vorbereiten Wissensstand zur Informationsgesellschaft unter besonderer Berücksichtigung der Interdependenzen zwischen Informationswirtschaft und Informationsgesellschaft und unter Einbeziehung der Perspektiven der Informationswirtschaft verbessern 14. Technologiepolitik Technologieführerschaft in Deutschland durch entsprechende Techno-logiepolitik in ausgewählten Berichten (mögliches Beispiel: IT-Sicherheit) erlangen, ausbauen und fördern · · · · Existenzgründungen im High Tech-Bereich fördern Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hersteller leistungsfähiger Verschlüsselungsprodukte - Unterstützung der Privatwirtschaft bei der Entwicklung von interoperablen Lösungen für Transaktionen, Sicherheit, Unterschriften, Beschaffung und Bezahlung beim elektronischen Geschäftsverkehr Ausrichtung der Forschungs- und Technologieförderung auf Innovationen, Konvergenz und Verschmelzung der IuKTechniken mit anderen Technologien (z.B. mobiles Internet, Display-Technologien usw.) Systemführerschaft bei der Entwicklung neuer Mobilfunksysteme beibehalten 15. Politische Kommunikation / Öffentlichkeitsarbeit PR qualitativ verbessern sowie für · alle wichtigen Fragen und aus der Sicht der gesamten Informationswirtschaft betreiben · · · Permanenten Dialog zwischen Politik und Informationswirtschaft einrichten, um gegenwärtige Polarisierung der Meinungen zu überwinden Zusätzliche Kapazitäten für bereichs- und projektbezogene PR in der Politik schaffen, um qualifiziert auf bislang vernachlässigte PR-Bereiche einzugehen Kooperation zwischen den PR-Abteilungen der informationswirtschaftlichen Verbände, um Öffentlichkeitsarbeit für die gesamte Informationswirtschaft zu betreiben PR-Präsenz der Europäischen Kommission auf nationaler Ebene schaffen, um europapolitische Aspekte angemessen in die nationale Debatte einzubringen INSTITUTE FOR INFORMATION ECONOMICS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht, 4. Trendbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XL 1.2 Zusammenfassung Faktenbericht Zielsetzung Der siebte Faktenbericht zum "Monitoring Informationswirtschaft" ist eine systematische Sekundäranalyse · · · der zum informationswirtschaftlichen Gesamtmarkt zugehörigen Teilmärkte (Informationstechnik, Telekommunikation, Internet) und ihrer Marktvolumina, der Verbreitung seiner technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen und der Nutzung und Akzeptanz durch seine Anwender. Die Darstellung ist als internationales Benchmarking zu verstehen: Sie beschreibt die Positionierung Deutschlands im Vergleich zu den führenden Weltregionen nach mehreren Aspekten auf den verschiedenen informationswirtschaftlichen Teilmärkten. Abb. XV Monitoring Informationswirtschaft Übersicht Informationswirtschaft Beschäftigte in der Informationswirtschaft Informationstechnik Telekommunikation Infrastrukturelle Voraussetzungen Breitband DSL PC-Verbreitung Festnetz Mobilkommunikation Internet-Zugangskosten Anwendungen Internet-Nutzung E-Commerce B2B E-Commerce E-Business in Unternehmen B2C E-Commerce M-Commerce E-Government Online-Banking Online-Werbung Methodik Unter Einsatz des Desk Research und Consulting-Services von TNS Infratest Business Intelligence wurden aus einer Vielzahl unterschiedlicher nationaler und internationaler Quellen relevante Daten und Informationen nach einheitlichen Selektionskriterien zu den oben genannten Bereichen recherchiert. Die Daten und Informationen werden · · · nach einheitlicher Gliederung (siehe Abb. IV) strukturiert aufbereitet, übersichtlich zusammengestellt und kommentiert sowie interpretiert, um Trendaussagen und Handlungsbedarf abzuleiten. Dieses Verfahren · · · · sichert die kontinuierliche Zusammenstellung möglichst objektiver und umfassender aktueller Daten im internationalen Benchmark, erlaubt eine Übersicht und eine Bewertung unterschiedlicher Ergebnisse in Studien mit daraus abgeleiteten Trendaussagen, ermöglicht die Verdichtung der Kernaussagen zur Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich in Form aussagekräftiger Charts und stellt eine erste systematische und kritische Bewertung der Datenund Informationsflut zur Informationswirtschaft dar. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLI Selektionskriterien Innerhalb der Quellen werden sogenannte "Leitstudien" für die Kernindikatoren identifiziert (siehe Anlage I), die sich zum einen durch Aktualität auszeichnen und informationswirtschaftliche Themen generell oder einzelne Teilbereiche daraus behandeln, und die zum anderen als einschlägig eingestuft werden können. Dazu zählen insbesondere Veröffentlichungen von namhaften Verbänden und Instituten, die regelmäßig nach einheitlicher Methodik fortgeschrieben werden. Zu den Qualitätskriterien zählen zum Beispiel regelmäßiges Erscheinen (so dass auf der Basis dieser Studien Zeitreihen gebildet werden können), Offenlegung, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit der angewendeten Methodik sowie Abdeckung wichtiger informationswirtschaftlicher Teilmärkte. Zum anderen erfolgt die Selektion nach Sonderthemen. Im 7. Faktenbericht zählen dazu E-Government, Online-Banking, OnlineWerbung mit E-Mail-Advertising. Die Datenlage ist vor allem gekennzeichnet durch generelle Informationsflut, mangelnde Aktualität bei Multi-Länder-Studien und fehlende Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher Definitionen und Untersuchungsansätze in den verschiedenen Studien. Diesen Problemen konnte begegnet werden, indem divergierende Untersuchungsergebnisse zu demselben Thema vergleichenden Übersicht zusammengestellt zu und einer die Datenlage Erhebungsparameter ­ sofern verfügbar ­ zusätzlich erläutert werden. Die aus diesen Übersichten abgeleiteten Trendaussagen werden durch den Trendreport einmal jährlich verifiziert. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLII Informationswirtschaft Zielsetzung dieses Kapitels ist es, den aktuellen Stand des Gesamtmarkts und der deutschen Teilmärkte der Informationswirtschaft im internationalen Benchmarking mit den führenden Weltregionen zu beschreiben und zu untersuchen. Hierbei geht es vor allem um die Analyse und Darstellung der Entwicklungen auf den Produkt- und Dienstleistungsmärkten in der Informationstechnik sowie der Telekommunikation Arbeitsmarkt. und im gesamten informationswirtschaftlichen Nachfrage nach IT-Kräften weltweit IT-Arbeitsmarkt USA Sowohl in Europa als auch in Nordamerika gab es im Jahr 2003 noch keine entscheidenden Impulse zur Erholung des Arbeitsmarktes für ITFachkräfte, wohl aber Anzeichen für eine Stabilisierung der Situation und eine mögliche Erholung des Arbeitsmarktes in diesem und dem kommenden Jahr. Den jüngsten Marktzahlen des US-amerikanischen Arbeitsministeriums zufolge entstehen im amerikanischen Technologiesektor derzeit weniger neue Arbeitsplätze als erwartet. Im Februar 2004 verzeichnete die amerikanische Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr lediglich 21.000 neue Jobs im IKT-Sektor. Marktbeobachter einiger amerikanischer Investmentbanken hatten zuvor noch einen Anstieg um 125.000 Arbeitsplätze für möglich gehalten. Aus der aktuellen, jährlich erscheinenden Arbeitsmarktstatistik der Information Technology Association of America (ITAA) vom Mai 2003 geht hervor, dass die Nachfrage nach Arbeitnehmern im IKT-Bereich in den USA zwar noch leicht sinkt, sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt aber gleichzeitig zu normalisieren beginnt, die Zahl der Entlassungen zurückgeht und die Zahl der Arbeitnehmer im Bereich der Informations- und Telekommunikationsindustrie sich allmählich stabilisiert. Eurostat zufolge waren innerhalb der Europäischen Union Ende des Jahres 2000 rund 6,1 Millionen Beschäftigte im IKT-Sektor tätig, davon 1,6 Millionen im Produktionsbereich (ICT manufacturing) und 4,5 Millionen im Dienstleistungsbereich (ICT services). Im zweiten Jahr in Folge ist die Zahl der Erwerbstätigen in der deutschen IT- und Telekommunikationsbranche im vergangenen Jahr gesunken. Im Jahr 2003 verlor die IKT-Industrie rund 30.000 Arbeitsplätze, nachdem im Jahr zuvor bereits ein Rückgang von annähernd 40.000 Stellen zu registrieren war. Dies geht aus der aktuellen Marktübersicht des Branchenverbandes BITKOM vom Januar 2004 hervor, die auf vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes basiert. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2003 rund 751.000 Beschäftigte in der IKT-Branche, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Für 2004 rechnet BITKOM aufgrund der prognostizierten Erholung der Konjunktur mit einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes ab der zweiten Jahreshälfte und für 2005 mit einer spürbaren Belebung des Stellenangebots. IT-Arbeitsmarkt Europa IT-Arbeitsmarkt Deutschland Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLIII Gehaltsentwicklung Entsprechend der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre und unter Berücksichtigung des anhaltend schwierigen Arbeitsmarktes für IT-Fachkräfte lässt sich leicht erahnen, dass die teilweise hohen Steigerungsraten bei den IT-Gehältern zumeist der Vergangenheit angehören. Allerdings lassen sich mitunter deutliche regionale Unterschiede erkennen: Während in den USA noch ­ wenn auch geringe ­ Steigerungsraten möglich waren, sanken die Einstiegsgehälter in der ITBranche in einzelnen europäischen Ländern teilweise deutlich. Dem Branchenverband BITKOM zufolge sehen inzwischen 29 Prozent der IKT-Anbieter in Deutschland im Fachkräftemangel ein gravierendes Markthemmnis ­ ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (12 Prozent). Nach Einschätzung des Verbandes zählt das Thema Fachkräftemangel damit zu den drei schwerwiegendsten Problemen in der deutschen IKT-Industrie. Verfügbare Arbeitskräfte sind in vielen Fällen nicht den Markterfordernissen entsprechend qualifiziert. Nach der aktuellen Statistik der DIHK lag die Zahl der Ausbildungsplätze im IT-Bereich in Deutschland Ende des Jahres 2002 bei 48.554, knapp vier Prozent über dem Vorjahreswert. Spürbar zurück ging allerdings die Zahl der neuen Ausbildungsverträge. Wurden im Jahr 2001 noch mehr als 20.000 neue Ausbildungsverträge im IT-Bereich in Deutschland abgeschlossen, so sank dieser Wert auf rund 16.000 im Jahr 2002. Der Weltmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist nach drei Jahren mit einer stagnierenden oder in einzelnen Regionen sogar zurückgehenden Umsatzentwicklung wieder auf dem Wege der Erholung. Nachdem der weltweite Umsatz im IKT-Markt im Jahr 2002 um lediglich 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen war, lag die Wachstumsrate im Jahr 2003 nach Angaben von EITO (März 2004) bereits wieder bei 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Umsätze um 4,3 Prozent auf 2.160 Milliarden EUR gerechnet. Die größten IKT-Einzelmärkte weltweit sind die USA mit einem Anteil am Gesamtumsatz von 32,4 Prozent und Japan mit 12,3 Prozent (2003). Der Anteil Deutschlands am weltweiten IKT-Umsatz liegt derzeit bei etwa sechs Prozent (129,3 Milliarden EUR, 2004). Nach einem Rückgang des westeuropäischen IKT-Umsatzes im Jahr 2002 orientierte sich der Markt zuletzt wieder aufwärts. Für das Jahr 2004 wird mit einem Gesamtvolumen des westeuropäischen IT- und Kommunikationsmarktes in Höhe von 611 Milliarden EUR gerechnet, was einer Steigerung von gut drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Deutschland bleibt mit einem Volumen von knapp 130 Milliarden EUR weiterhin der größte Einzelmarkt Westeuropas, gefolgt von Großbritannien mit 125 Milliarden EUR. Frankreich als drittgrößter Markt hat mit einem IKT-Volumen von gut 90 Milliarden EUR bereits einen deutlichen Abstand zu den beiden führenden Ländern. Ausbildung IKT-Markt weltweit IKT-Markt Europa Die TK-Dienste als Teilbereich der gesamten IKT-Industrie erwirtschaften, Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLIV Informationstechnologie wie in den Jahren zuvor, auch im Jahr 2004 wieder den größten Teil der gesamten IKT-Umsätze in Westeuropa. Nach Angaben von EITO vom März 2004 beläuft sich der Umsatzanteil der TK-Dienste in diesem Jahr auf 268 Milliarden EUR oder knapp 44 Prozent vom Gesamtumsatz, gefolgt von den IT-Services mit einem Anteil von 20,4 Prozent. Der weltweite Markt für Informationstechnologie konnte sich dem innerhalb der Informations- und Kommunikationsindustrie herrschenden allgemeinen Branchentrend der letzten Jahre nicht entziehen und wies seit 2001 sinkende oder allenfalls stagnierende Umsätze auf. Nach drei rezessiven Jahren wird erst für das laufende Jahr mit einer Stabilisierung des IT-Umsatzes auf das Niveau des Jahres 2001 gerechnet. Im internationalen Vergleich stellen die USA mit einem gegenwärtigen Marktanteil von rund 42 Prozent nach wie vor den größten Einzelmarkt für Informationstechnologie dar, gefolgt von Europa mit knapp 32 Prozent. Innerhalb Europas stellt Großbritannien den umsatzstärksten Einzelmarkt im IT-Bereich dar. Im Jahr 2003 wurden dort 63,6 Milliarden EUR umgesetzt. Für 2004 wird mit einem Anstieg der IT-Umsätze auf 65,1 Milliarden EUR gerechnet. Noch im Jahr 2002 hielt Deutschland die führende Position in Europa mit einem IT-Umsatz von 64,0 Milliarden EUR vor Großbritannien (2002: 63,8 Milliarden EUR), doch aufgrund etwas geringerer Wachstumsraten liegt der deutsche IT-Markt im Jahr 2004 mit 63,8 Milliarden EUR nun knapp hinter dem britischen. Der weltweite Markt für Telekommunikationsprodukte und Dienstleistungen belief sich im Jahr 2003 auf 1.137 Milliarden EUR. Für das Jahr 2004 rechnet EITO in einer in Zusammenarbeit mit IDC erstellten Marktanalyse vom März 2004 mit einem Wachstum von 4,7 Prozent auf 1.190 Milliarden EUR. Europa (inkl. Osteuropa) hält derzeit einen Anteil am TK-Weltmarkt in Höhe von rund 29 Prozent und liegt damit vor den USA, die einen aktuellen Marktanteil von 24 Prozent erreichen. Für die Jahre 2004 und 2005 rechnet EITO für beide Regionen mit einer leicht sinkenden Tendenz. Im Gegensatz zum westeuropäischen IT-Markt, der auf drei rezessive Jahre mit sinkenden Umsätzen zurückblickt, verzeichnete der Markt für Telekommunikation Telekommunikationsmarkt in Westeuropa auch in den wirtschaftlich schwachen Jahren 2002 und 2003 kontinuierliche, wenngleich niedrige Wachstumsraten. So stieg der westeuropäische TK-Umsatz im Jahr 2002 um 2,6 Prozent auf 298 Milliarden EUR und im Jahr darauf um weitere 2,7 Prozent auf 306 Milliarden EUR. Größter Einzelmarkt in Westeuropa bleibt nach vorläufigen Prognosen des EITO weiterhin Deutschland mit einem TK-Marktvolumen in Höhe von 65,6 Milliarden EUR (2004), gefolgt von Großbritannien mit 59,8 Milliarden EUR sowie Italien mit einem TK-Umsatz von 42,7 Milliarden EUR im Jahr 2004. Infrastrukturelle Voraussetzungen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLV In diesem Kapitel geht es zunächst um eine Beschreibung der verfügbaren und genutzten Internet-Verbindungen in Deutschland im Rahmen eines internationalen Benchmarking. Unterschieden wird zwischen den neuen, auf Breitband-Technologien basierenden Hochgeschwindigkeits-Internet-Zugängen (insbesondere DSL und digitaler Rundfunk/ Fernsehen) und den traditionellen und bisher am weitest verbreiteten Zugangswegen (ISDN und Analogmodem). Neben der Analyse der Festnetz-Telefonie, Mobilkommunikation und PC-Penetration wird untersucht, wie verbreitet das Internet als Massenmedium insgesamt ist und wie hoch der Anteil der Bevölkerung bzw. der Unternehmen ist, die über einen Internet-Zugang verfügen. Der breitbandige Zugang zum Internet wird als einer der führenden Technologietrends der nächsten Jahre gewertet. Jedes der im Faktenbericht zitierten Marktforschungsinstitute rechnet für die Verbreitung von Breitbandtechnologien mit mehr oder weniger hohen Wachstumsraten. Sowohl die absolute Anzahl an breitbandigen Anschlüssen als auch die Durchdringungsraten sollen nach den Voraussagen der einschlägigen Forschungsinstitute zum Teil signifikant ansteigen. Von allen breitbandigen Internet-Anschlussarten konnte die DSLTechnologie sowohl die höchsten Wachstumsraten als auch die weiteste Verbreitung insgesamt aufweisen: Um 79 Prozent stieg die Zahl der DSLAnschlüsse nach Angaben von Point Topic im vergangenen Jahr auf 64 Millionen weltweit. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse über alternative Breitband-Technologien wie bspw. das TV-Kabel stiegen mit einer vergleichsweise 37 Millionen. niedrigen Wachstumsrate von 41 Prozent auf BreitbandTechnologie DSL Kabelmodem Zum Ende des Jahres 2003 existierten mehr als 64 Millionen DSLAnschlüsse weltweit. Über 50 Prozent dieser DSL-Anschlüsse sind den Angaben von Point-Topic zufolge im asiatisch-pazifischen Raum installiert, 29,3 Prozent in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und 20,5 Prozent in Nord- und Südamerika. In absoluten Zahlen gemessen liegt China bei der Zahl der DSLAnschlüsse mit über 11 Millionen installierten Anschlüssen (Dezember 2003) vor Japan und den USA mit 10,3 resp. 9,3 Millionen Anschlüssen. Deutschland folgt der Analyse zufolge mit 4,5 Millionen Anschlüssen auf dem fünften Platz hinter Südkorea und stellt damit in absoluten Zahlen den größten DSL-Markt in Europa dar. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2004 sieben Millionen Breitbandschlüsse zu erreichen. Neben den DSL-Anschlüssen zählt der Breitbandzugang über TV-Kabel mittels eines bidirektionalen Kabelmodems zu den am weitesten verbreiteten Zugangstechnologien weltweit. Die Zahl der KabelmodemAnschlüsse belief sich nach Angaben der auf Hochtechnologie-Branchen spezialisierten amerikanischen Marktforschungsorganisation In-Stat/MDR Mitte des Jahres 2003 auf 27 Millionen weltweit. Zum Ende des Jahres 2003 rechnet In-Stat/MDR mit einem Anstieg auf 34 Millionen Anschlüsse. Im weiteren Verlauf soll den Prognosen zufolge bis zum Jahr 2007 die Zahl von 68 Millionen Kabelmodem-Anschlüssen erreicht werden. Nach Angaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wurden in Deutschland Ende 2003 nur rund 60.000 auf bidirektionalen, also mit einem Rückkanal ausgestatteten KabelfernsehMonitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLVI anschlüssen basierende Breitband-Anschlüsse gezählt. Inwieweit die Kabelnetze als DSL-Konkurrent in Deutschland weiteres Marktpotenzial besitzen, lässt sich nur schwer bestimmen, denn obgleich mit derzeit 21 Millionen Kabelfernsehanschlüssen in Deutschland (entspricht 55 Prozent aller Haushalte) eine stabile Grundlage für die weitere und intensivere Nutzung dieser Anschlüsse für den breitbandigen InternetZugang existiert, ist der Ausbau dieses Netzes mit der notwendigen Rückkanaltechnologie jedoch mit hohen Kosten verbunden. Derzeit entfallen in Deutschland auf Kabelmodems lediglich zwei Anschlüsse je 100 Haushalte. Im Breitbandmarkt gibt es eine Reihe von Alternativen zu DSL und Kabelmodem, denen allerdings bisher der nachhaltige Durchbruch verwehrt geblieben ist. Vielfach stellen diese alternativen BreitbandTechnologien aber eine attraktive Alternative zu den bisher dominierenden Techniken DSL und Kabel dar. Aufgrund der weiten Verbreitung von Satellitenempfangsantennen in Europa gehört diese Breitband-Technologie neben DSL und Kabelmodem ebenfalls zu den attraktiven Möglichkeiten des Internet-Zugangs. Der Vorteil der drahtlosen Kommunikation via Satellit liegt darin, dass sich insbesondere in ländlichen Regionen kurzfristig eine flächendeckende Versorgung herstellen lässt, ohne umfangreiche Infrastrukturen aufbauen zu müssen. Für die USA geht PricewaterhouseCoopers in einer Studie vom Mai 2003 davon aus, dass im Jahr 2005 von den Konsumenten rund 95 Millionen USD für Internet-Zugänge per Satellit ausgegeben werden. Noch ist aber der klassische Festnetzanschluss weltweit die am weitesten verbreitete Verbindungsart zwischen Computer und Internet. Deshalb ist die Telefondichte eines Landes nicht nur ein wichtiger Faktor zur Abschätzung seiner gesamtwirtschaftlichen Situation und des Stands seiner technischen Entwicklung, sondern insbesondere auch ein wichtiges Kriterium, das die Abschätzung seines Internet-Potenzials erlaubt. Die International Telecommunication Union geht davon aus, dass derzeit weltweit rund 1,21 Milliarden Telefonanschlüsse existieren (Dezember 2003). Seit 1993 hat sich demnach die Anzahl der Telefonanschlüsse verdoppelt. Noch stärker ist in dieser Zeit die Anzahl telefonierter Minuten gestiegen. Lag das Telefonaufkommen 1993 noch bei 49 Billionen Minuten, so stieg es bis 2003 kontinuierlich bis auf 140 Billionen Minuten an. Nach vorläufigen Angaben der RegTP existierten zum Ende des Jahres 2003 rund 54,5 Millionen Telefonanschlüsse in Deutschland. Dies geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht der Behörde vom Dezember 2003 hervor. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 53,7 Millionen ­ ein Wachstum von 1,5 Prozent. Der Anteil der ISDN-Kanäle wuchs dabei in den letzten Jahren kontinuierlich. Waren 1995 lediglich sechs Prozent der Telefonhauptanschlüsse in Deutschland ISDN-basiert, so stieg dieser Anteil bis zum ersten Quartal 2003 auf 46 Prozent an. Die Mobilkommunikation erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit. Nach Angaben der ITU vom Dezember 2003 besaßen im Jahr 2002 weltweit rund 1,16 Milliarden Personen einen Mobilfunkanschluss. Im Jahr 2001 lag diese Zahl noch bei 961 Millionen, 1997 erst bei 215 Millionen. Alternative BreitbandTechnologien FestnetzTelefonie Mobilfunk weltweit Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLVII Für das Jahr 2003 rechnet die ITU nach vorläufigen Schätzungen mit einem weiteren Anstieg auf mehr als 1,3 Milliarden Mobilfunk-Benutzer. Die Mobilfunkpenetration ist erwartungsgemäß unterschiedlich hoch: Während in Westeuropa auf 100 Einwohner derzeit rund 79 Mobilfunkteilnehmer kommen, sind es in Nordamerika (USA, Kanada) 48 und in Asien lediglich 12 Nutzer pro 100 Einwohner. Der weltweite Durchschnitt liegt nach Angaben der ITU bei 19 Mobilfunkteilnehmern pro 100 Einwohner. Auf Basis der aktuellen EITO-Zahlen vom März 2004 analysierte der deutsche Branchenverband BITKOM die Verbreitung von Mobiltelefonen in Europa. Dieser Untersuchung zufolge lag die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in Europa im Jahr 2003 zwischen 95 Anschlüssen je 100 Einwohner in Schweden und im Durchschnitt 24 Anschlüssen je 100 Einwohner in Osteuropa. Deutschland liegt mit einem Wert von 77 den Berechnungen zufolge leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt von 76. Bereits im Jahr 2001 überstieg die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland erstmals die der Festnetzanschlüsse. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen beiden Jahren fortgesetzt. Nach vorläufigen Angaben der RegTP belief sich die Gesamt-Teilnehmerzahl in den Mobilfunknetzen (C, D1, D2, E1, E2) Ende 2003 auf 63,5 Millionen. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 32 Prozent seit 2000. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer übersteigt damit die Zahl der Festnetzanschlüsse um annähernd zehn Millionen. "Mobilfunk-Nutzer denken bei UMTS, der Mobilfunktechnik dritter Generation, eher an sündhaft teure Funklizenzen und verschobene Starttermine." So titelte die Zeitschrift c´t in ihrer Ausgabe 3/2004. Doch in vielen Ländern ist der Start von Mobilfunknetzen der dritten Generation angekündigt, in einzelnen Ländern wie Österreich, Großbritannien und Italien auch bereits erfolgt. Im Jahr 2003 nutzten bereits 2,4 Millionen Menschen weltweit UMTS. Japan dominiert zur Zeit den UMTS-Markt mit großem Abstand mit annähernd 1,9 Millionen Nutzern des dort unter dem Namen FOMAService von NTT DoCoMo verbreiteten UMTS-Dienstes. Innerhalb Europas weist Italien mit einer Nutzerzahl von über 300.000 derzeit die höchste Verbreitung auf. Die französischen Telekommunikations-Marktforscher von Idate rechnen damit, dass im Jahr 2004 weltweit rund 15 Millionen UMTS-Mobiltelefone verkauft werden. Bis zum Jahr 2007 soll der Analyse vom September 2003 zufolge die Zahl auf 152 Millionen ansteigen. Dem Programm der Bundesregierung "Informationsgesellschaft in Deutschland 2006" zufolge, soll bis Ende 2005 mehr als 50 Prozent der Netzversorgung in Deutschland über UMTS erfolgen. Den endgültigen Durchbruch haben ­ im Gegensatz zu UMTS ­ inzwischen die Datenfunktechniken Wireless LAN, das lokale drahtlose Internet, und Bluetooth (zur kabellosen Vernetzung elektronischer Geräte) geschafft. Mobilfunk Europa/ Deutschland UMTS WLAN Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLVIII Internet-Hosts SSL-Server Sprachen im Internet Zur Zeit existieren nach Angaben von Gartner Dataquest weltweit rund 71.000 öffentliche WLAN-Hotspots. Der Studie vom Juni 2003 zufolge soll sich die Zahl dieser lokalen funkbasierten Zugangsmöglichkeiten zum Internet bis zum Jahr 2005 auf 152.000 erhöhen. 9,3 Millionen Menschen nutzten Gartner zufolge die Hotspots im Jahr 2003 weltweit, davon 4,7 Millionen in Nordamerika, 2,7 Millionen in der asiatisch-pazifischen Region und 1,7 Millionen in Europa. Bis Ende des Jahres 2004 erwarten die Marktforscher einen Anstieg auf rund 30 Millionen WLAN-HotspotNutzer weltweit. Der Studie "ISC Internet Domain Survey" zufolge wurden im Januar 2004 weltweit rund 233,1 Millionen Internet-Hosts betrieben. Dies entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 35,8 Prozent. Mit einem Anteil von 64,6 Prozent an den weltweit installierten Hosts dominiert Nordamerika eindeutig. Europa liegt mit einem entsprechenden Anteil von 14,1 Prozent nach wie vor auf Platz zwei, die asiatischpazifische Region folgt mit 9,5 Prozent. Einen nur sehr geringen Anteil halten Süd- und Mittelamerika, der Mittlere Osten und Afrika, die zusammen genommen auf weniger als drei Prozent kommen. Einer der zuverlässigsten Indikatoren zur Bewertung der in einem Land verfügbaren Infrastruktur für Internet und E-Commerce ist die Zahl der über das SSL-Protokoll speziell abgesicherten SSL-Server. Der SSLServer-Studie von Netcraft zufolge gab es im Jahr 2002 weltweit 169.321 SSL-Server. Die USA hat daran mit 106.884 SSL-Servern den weitaus größten Anteil von 63,1 Prozent. Es schließen sich an: Großbritannien (10.288, 6,1 Prozent), Deutschland (7.987, 4,7 Prozent), Kanada (7.768, 4,6 Prozent) und Japan (7.179, 4,2 Prozent). Je mehr das Internet weltweit Verbreitung findet, desto weniger dominant wird die englische Sprache im World Wide Web zukünftig sein. Laut der aktuellen Statistik von Global Reach von September 2003 sind ein gutes Drittel (35,6 Prozent) der globalen Internet-Nutzer englischsprachig. Diese Zahl ist allerdings im Vergleich zum Jahr 2002 leicht rückläufig. Im September 2002 sprachen noch 36,5 Prozent der Onliner Englisch. Die nicht-englischsprachigen Internet-Nutzer sprechen zu 34,9 Prozent eine europäische und zu 29,4 Prozent eine asiatische Sprache. Die chinesische Sprache ist im World Wide Web zunehmend präsent: 12,2 Prozent der Internet-Nutzer sprachen diese im Jahr 2003 bereits. Im Vergleich zum Jahr 2002 entspricht dies einer Zunahme um 1,3 Prozentpunkte. Deutsch ist die fünfthäufigste Sprache im Internet (7,0 Prozent) und verzeichnet neben Chinesisch, Spanisch und Italienisch als einzige Sprache Zuwächse von 2002 auf 2003. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht XLIX InternetZugang Ort des InternetZugangs InternetZugangskosten Von 2002 auf 2003 ist der Anteil der Haushalte in Westeuropa, der über einen Internet-Zugang verfügt, von 40 auf 44 Prozent gestiegen. Nach Angaben von EITO soll sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Jahr 2005 werden laut Prognose genau die Hälfte aller westeuropäischen Haushalte online sein. In Westeuropa sind Großbritannien und Deutschland Vorreiter bezüglich der Internet-Penetration in Haushalten. Bereits die Hälfte aller deutschen Haushalte hatten im Jahr 2003 die Möglichkeit, von zu Hause das Internet zu nutzen, und in Großbritannien waren es bereits 52 Prozent aller Haushalte. In Spanien ist die Haushalts-Penetration dagegen deutlich schlechter: In nur knapp jedem vierten Haushalt konnte im Jahr 2003 im Internet gesurft werden. Seit 1997 hat sich in Deutschland der Anteil der Internet-Nutzer, die sowohl am Arbeitsplatz als auch von zu Hause aus ins Internet gehen, stetig erhöht. Die aktuelle ARD/ZDF-Online-Studie weist darauf hin, dass besonders die erfahrenen Nutzer, die schon länger als fünf Jahre online sind, sowie die regelmäßigen Nutzer, die vier bis sieben Tage in der Woche mit dem Computer arbeiten, in dieser Nutzergruppe zu finden sind. Nur 13 Prozent sind noch auf den Arbeitsplatz, die Universität oder Schule als alleinigen Zugangsort zum Internet angewiesen. Insgesamt sind die Kosten für den Internet-Zugang innerhalb der letzten Jahre beständig gesunken. Noch nie waren sie für die Nutzung des Internets innerhalb der OECD-Länder mit 44,01 USD so gering wie im Jahr 2002 (Basis: 20 Stunden Internet-Zugang tagsüber). Im direkten Vergleich haben sich die Kosten zwischen 1998 und 2002 um 24,3 Prozent verringert. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Verbilligung von 6,7 Prozent. In den Ländern der Europäischen Union stiegen die Kosten ­ nach anfänglichem drastischen Rückgang bis zum Jahr 2000 ­ wieder leicht an, sowohl für die Internet-Nutzung tagsüber wie auch für die abendliche Nutzung. Betrugen die Gebühren im Jahr 2000 noch 41,99 USD tagsüber und 32,03 USD abends, mussten im Jahr 2002 bereits wieder 44,17 USD für die Internet-Nutzung tagsüber und 33,27 USD für die abendliche Nutzung im Monat bezahlt werden (jeweils 20 Stunden). Begründet wird der Anstieg der Zugangskosten von der OECD zum einen dadurch, dass die monatliche Grundgebühr für den Telefonanschluß in einigen Ländern entgegen dem Trend sogar gestiegen ist. Zum anderen bezahlen die Internet-Nutzer in einigen Ländern teilweise höhere ISPGebühren, wenn sie z.B. gegen eine erhöhte Gebühr von der getakteten Verbindung zur Flatrate umsteigen oder größere Kontingente an OnlineZeit erwerben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht L PC-Dichte PCs stellen nach wie vor die meist verbreitete Zugangsmöglichkeit zum Internet dar. BITKOM geht im aktuellen Report "Daten zur Informationsgesellschaft" vom Februar 2004 davon aus, dass im Jahr 2004 rund 736 Millionen PCs weltweit genutzt werden. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Vorjahren, wo die Zahl der PCs weltweit bei 669 Millionen (2003) bzw. 601 Millionen (2002) lag. Untersucht man die Verbreitung von PCs in den einzelnen Ländern im internationalen Vergleich, so liegen die USA unangefochten an der Spitze: Durchschnittlich 86 PCs kommen hier auf 100 Einwohner (2003). Damit liegen die USA mit deutlichem Abstand vor Norwegen und Schweden, die eine PC-Dichte von 57 bzw. 56 PCs je 100 Einwohner aufweisen. Deutschland liegt mit einer Quote von 36 PCs je 100 Einwohner einerseits deutlich unter den Spitzenwerten der führenden Nationen, andererseits aber immer noch über dem westeuropäischen Durchschnitt, der im Jahr 2003 bei 31 lag. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LI Anwendungen Der Themenbereich "Anwendungen" analysiert neben der Quantifizierung der potenziellen und tatsächlichen Zahl der Nutzer die Onliner und Offliner nach soziodemographischen Merkmalen und ihrem Nutzungsverhalten. Die Märkte für E-Commerce werden in B2B und B2C sowie für MCommerce differenziert dargestellt, zusätzlich der Entwicklungsstand von E-Business in den Unternehmen. Als Schwerpunkt-Themen für Internet-Nutzer weltweit Internet-Nutzer Penetration Westeuropa und Deutschland richtungweisende Internet-Anwendungen werden E-Government, OnlineBanking sowie Online-Werbung mit E-Advertising behandelt. Die Zahl der Internet-Nutzer steigt weiterhin kontinuierlich. Laut ITU (Dezember 2003) waren im Jahr 2002 weltweit 623 Millionen Menschen online. Im Jahr 2001 zählte die weltweite Internet-Gemeinde erst 492 Millionen Mitglieder. Für 2003 rechnet ITU insgesamt mit etwa 665 Millionen Internet-Nutzern. Weltweit sind mehr als 10 Prozent der Weltbevölkerung online. Die Europäer stellen absolut gesehen mit 28 Prozent weltweit den stärksten Anteil an allen Internet-Nutzern vor Nordamerika mit 26 Prozent und Asien/Pazifik mit 25 Prozent. Alle drei Weltregionen liegen Kopf an Kopf. Bezogen auf die Internet-Penetration in der Bevölkerung dominiert weiterhin Nordamerika mit einer Penetrationsrate von 67 Prozent vor Westeuropa mit 38 Prozent und Osteuropa mit 7 Prozent. EITO prognostiziert eine Zunahme der Internet-Nutzer um 43,2 Prozent innerhalb der gesamten westeuropäischen Region bis zum Jahr 2007. Von den für 2003 angegebenen 190 Millionen Internet-Nutzern, was einem Bevölkerungsanteil von 48,9 Prozent entspricht, soll die Zahl der Internet-Nutzer auf 272 Millionen (69,3 Prozent der Bevölkerung) im Jahr 2007 steigen. EITO geht u.a. von sinkenden Preisen für PCs und InternetZugängen aus, die ein beständiges Wachstum in der genannten Region vorantreiben werden. Innerhalb Westeuropas führt Deutschland mit 45,3 Millionen InternetNutzern absolut gesehen vor Großbritannien (35,1 Millionen). Nach Penetrationsraten rangiert Deutschland 2003, wenn auch erst nach Skandinavien und Großbritannien, mit knapp mehr als 50 Prozent; liegt aber deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt von derzeit 40 Prozent. In Deutschland nutzten dem "(N)Onliner Atlas 2003" von TNS Emnid zufolge 50,1 Prozent der Bevölkerung das Internet innerhalb der letzten 12 Monate wenigstens ein Mal von zu Hause, der Arbeit oder einem anderen beliebigen Ort aus. In absoluten Zahlen sind dies ­ gemessen an der Größe der Grundgesamtheit von 64,1 Millionen Personen ab 14 Jahren ­ 32,1 Millionen Internet-Nutzer im Jahr 2003. 7,2 Prozent der Befragten planen, das Internet innerhalb der nächsten 12 Monate zu nutzen. Nach allerneuesten Erhebungen schwankt die Penetrationsrate in Deutschland zwischen 54 Prozent (TNS Emnid) und 57 Prozent (Forschungsgruppe Wahlen). 42,7 Prozent der von TNS Emnid 2003 befragten Internet-Nutzer waren Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LII Soziodemographie Internet-Nutzer Offliner, die auch im kommenden Jahr keine Nutzung des Internets planen. hierzu zählen vor allem sozial Schwächere, Personen mit niedrigerem Bildungsstand und ältere Menschen sowie Frauen. In dünn besiedelten Bundesländern ist der Anteil der Internet-Nutzer meist unterdurchschnittlich. TNS Emnid hat besonders kräftige Zuwächse in den neuen Bundesländern festgestellt. Das West-Ost-Gefälle der InternetNutzung wurde zwar zusehends geringer, ist aber immer noch nicht ganz ausgeglichen. Industriell weniger entwickelte Länder sind in der Internet-Nutzung oftmals benachteiligt, weil die notwendige technische Infrastruktur fehlt. Es sind aber nicht nur bezüglich der infrastrukturellen Voraussetzungen technische "digital divides" gegeben, sondern auch innerhalb soziodemographischer Gruppen (Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Einkommen), und dies in den technologischen "Entwicklungsländern" ebenso wie in den derzeit am weitesten entwickelten Industrienationen. Nach wie vor ist die Mehrzahl der weltweiten Internet-Nutzer männlich. Die USA sind derzeit die einzige Nation, in der mehr Frauen als Männer das Internet nutzen. Australien folgt im Trend den USA, obwohl männliche Nutzer noch knapp dominieren. In allen anderen Ländern holen die Frauen weiter auf. Der weibliche Anteil an der gesamten InternetCommunity erhöht sich unaufhaltsam. Laut den Ergebnissen des @home-Panels von Nielsen//NetRatings von September 2003 steigt der Anteil der weiblichen Internet-Nutzer in Europa zwar weiterhin langsam an, jedoch erreichen Frauen an der Gesamtheit der europäischen Internet-Gemeinde immer noch nicht die 50 ProzentMarke. Setzt sich das Wachstum in der Geschwindigkeit wie bisher fort, wird erst im Jahr 2010 eine geschlechtliche Parität in Europa erreicht sein. Innerhalb Europas sind schwedische, britische und niederländische Internet-Surferinnen mit einem Anteil von bis zu 46 Prozent am aktivsten. In Deutschland sind derzeit erst 54 Prozent aller Frauen und 64 Prozent aller Männer online. Die gravierendsten Unterschiede zwischen Internet-Nutzern sind beim Lebensalter festzustellen. Den jeweils größten Anteil an der InternetNutzergemeinschaft innerhalb ausgewählter EU-Länder hat nach Angaben von Nielsen//NetRatings die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen. In Italien macht diese ein gutes Viertel, in den anderen untersuchten Ländern Westeuropas fast ein Drittel aller Onliner, die zu Hause im Internet surfen, aus. Nach Analysen von Nielsen//NetRatings geht der erwartete Trend dahin, dass mit zunehmender Reife und Etablierung des Internets das soziodemographische Profil der Internet-Nutzer sich dem der Bevölkerung immer mehr annähern wird. Zu dieser Annahme kommen die Analysten aufgrund der hohen Zuwächse, die ­ ähnlich wie in den USA ­ die Altersgruppe der über 55-Jährigen zu verzeichnen hat. Im Vergleich zum September 2002 sei die Zahl der so genannten "Silver Surfer" innerhalb Europas um fast 30 Prozent gestiegen. Im September 2003 waren der aktuellsten Nielsen-Untersuchung in acht untersuchten europäischen Ländern zufolge 11,5 Millionen Menschen über 55 Jahren im Internet aktiv. Mit weiterer Etablierung des Internets nähert sich das soziodemografische Geschlecht Internet-Nutzer nach Alter Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LIII Internet-Nutzer nach Bildung und Einkommen Profil der Internet-Nutzer in Deutschland dem der Bevölkerung. So stieg das Durchschnittsalter der Internet-Nutzer im Jahre 2003 auf 37,7 Jahre (Soll: 46,9 Jahre). 60 Prozent in der Altersgruppe "6 - 13 Jahre" sind online, 81 Prozent in der Altersgruppe "14 - 19 Jahre", aber erst 7 Prozent der über 60-jährigen ("Silver Surfer"). Weiterhin ist ein höherer Bildungsabschluss immer noch gleichbedeutend mit einer höheren Internet-Nutzung. Die höchsten Nutzungsraten weisen dem (N)Onliner Atlas zufolge in Deutschland nach wie vor die Gruppe der Abiturienten und Studierten auf: Mehr als drei Viertel dieser Bevölkerungsgruppe ist online. Bei den Volksschulabgängern liegt die Quote mit 36 Prozent deutlich niedriger. Dank der Initiative "Schulen ans Netz" sind knapp 84 Prozent aller Schüler online. Mit steigendem Haushaltseinkommen nimmt auch der Anteil der Internetnutzenden Haushalte zu. Gruppen, mit geringem Einkommen, sind noch immer im Internet unterrepräsentiert. Die Intensität, mit der Personen das Internet nutzen, ist von Land zu Land unterschiedlich, was auch für die verschiedenen Aktivitäten im Internet gilt: So nimmt z.B. E-Mailen in der Regel weniger Zeit in Anspruch als OnlineShopping. Wie ausgiebig das Internet genutzt wird, hängt zu einem wesentlichen Teil von den Kosten ab, die eine Internet-Sitzung verursacht, und dementsprechend vom Einkommen des Nutzers. Untersuchungen der OECD haben ergeben, dass Internet-Nutzer in Ländern mit ungetaktetem Internet-Zugang in signifikantem Ausmaß länger online bleiben als User in Ländern, die zeitbezogene Preise an Telekommunikations- oder Internet Service Provider bezahlen müssen. Im internationalen Vergleich surfen US-amerikanische Internet-Nutzer am längsten: Über 26 Stunden sind sie nach Erkenntnissen von Nielsen//NetRatings monatlich online, gefolgt von den Internet-Nutzern aus Hong Kong mit 18 Stunden und Japan mit gut 13 Stunden. Deutsche Surfer liegen mit zehn monatlichen Online-Stunden im internationalen Vergleich im Mittelfeld. Die zwei wichtigsten Gründe das Internet zu nutzen, sind in Europa ebenso wie in den USA oder Asien gleich: das Versenden von E-Mails und die Suche nach aktuellen Informationen. Dies bestätigt das Flash Eurobarometer (November 2002). In Dänemark und Deutschland liegen beide Aktivitäten gleichauf. Am dritthäufigsten werden Reiseinformationen und -tickets online gesucht. Unterschiede in der Nutzung der Online-Angebote zwischen Männern und Frauen sind offensichtlich, aber nicht unerwartet. Männliche Onliner in Deutschland sind deutlich stärker interessiert an Informationsangeboten zu Wirtschaft, Politik, Finanzen, Sport und Autos. Außerdem beschäftigen sie sich häufiger mit Computerspielen (Männer: 35 Prozent, Frauen: 22 Prozent) und dem Herunterladen von Software. Frauen heben sich dagegen in den Bereichen Gesundheit (49 Prozent der Frauen, 35 Prozent der Männer) und Kosmetik (50 Prozent der Frauen, 14 Prozent der Männer) nach oben hin von den Männern ab. Dem elektronischen Handel werden nach wie vor unverändert hohe Wachstumsraten bescheinigt. Das Gesamtvolumen des weltweiten Intensität der InternetNutzung Gründe für die InternetNutzung E-Commerce Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LIV E-Commerce wird von den Marktforschern von Global Industry Analysts für das vergangene Jahr (2003) auf 1,7 Billionen USD geschätzt. Für das Jahr 2004 wird mit rund 2,5 Billionen USD gerechnet, und bis zum Jahr 2005 soll der elektronische Handelsumsatz gar um weitere 50 Prozent auf 3,8 Billionen USD ansteigen. Die Vereinigten Staaten, obgleich mit einem Umsatz von 1,1 Billionen USD (2004) nach wie vor die größte E-Commerce-Nation weltweit, weisen im internationalen Vergleich die geringsten Wachstumsraten auf. Während für die asiatisch-pazifische Region (2004: 494 Mrd. USD) für die Jahre 2000 bis 2005 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von annähernd 130 Prozent prognostiziert wird, erwarten die Marktforscher von Global Industry Analysts für die USA ein vergleichsweise niedriges durchschnittliches Wachstum von knapp 85 Prozent. Die EU sowie die EFTA-Staaten Norwegen und die Schweiz stellen zusammen genommen den weltweit zweitgrößten E-Commerce-Markt nach den USA dar. Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von mehr als 516 Milliarden USD wurden vorläufigen Schätzungen der Global Industry Analysts zufolge in Westeuropa im Jahr 2003 online umgesetzt. Bis zum Jahr 2005 soll sich dieser Wert den Prognosen zufolge auf 1.169 Milliarden USD mehr als verdoppeln. Gleichzeitig wächst der Anteil Westeuropas am gesamten weltweiten E-Commerce-Umsatz von rund 25 Prozent im Jahr 2000 auf über 30 Prozent im Jahr 2005 an. Innerhalb Westeuropas sind Großbritannien und Deutschland die führenden E-Commerce-Nationen. Gut 29 Prozent der europäischen E-Commerce-Umsätze (84,8 Mrd. USD) wurden im Jahr 2002 in Deutschland getätigt, und weitere 24,5 Prozent gehen auf das Konto der Briten (71,4 Mrd. USD). Mit deutlichem Abstand folgt Frankreich mit einem Anteil von 7,2 Prozent auf dem dritten Rang (21,0 Mrd. USD). Nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Sicht wird das E-CommerceWachstum weltweit vom B2B-Sektor bestimmt werden. Nach Schätzungen der Handels- und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (UNCTAD) werden derzeit rund 95 Prozent des gesamten weltweiten ECommerce-Umsatzes im B2B-Bereich erzielt. Das dem gegenüberstehende B2C-Segment kommt dementsprechend auf einen Umsatzanteil am weltweiten E-Commerce von lediglich fünf Prozent. An diesem Verhältnis wird sich nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. In ihrem derzeit aktuellsten Report zum weltweiten E-Commerce-Markt vom April 2003 (E-Commerce Trade and B2B Exchanges) geht die Marktforschungsorganisation eMarketer davon aus, dass der weltweite E-Commerce-Umsatz im B2B-Bereich nach 1,4 Billionen USD im Jahr 2003 auf knapp 2,4 Billionen USD im Jahr 2004 steigen wird. B2B E-Commerce Nordamerika ist mit großem Abstand der dominierende B2B-E-CommerceMarkt weltweit und wird diese Position den Prognosen der Marktforschungsinstitute zufolge auf absehbare Zeit auch halten. Die Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LV Analysten von Computer Economics gehen davon aus, dass im Jahr 2003 knapp zwei Drittel des weltweiten E-Commerce-Umsatzes im B2B-Bereich in Nordamerika getätigt wurden. Bis zum Jahr 2006 soll sich dieser Anteil auf 58 Prozent verringern. Im gleichen Zeitraum rechnen die Marktforscher von Computer Economics mit einem Anstieg des europäischen Anteils am gesamten B2B-E-Commerce-Handel von 17 auf knapp 20 Prozent. Das European Information Technology Observatory (EITO) rechnet in seiner neuesten Statistik vom März 2004 damit, dass das westeuropäische B2B-E-Commerce-Volumen von 413,6 Milliarden EUR im Jahr 2003 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 50 Prozent auf 2.100,6 Milliarden EUR im Jahr 2007 steigen wird. Deutschland stellt dabei mit einem westeuropäischen Marktanteil von derzeit knapp 30 Prozent (122,7 Mrd. EUR) mit Abstand den größten B2BMarkt in Europa dar, gefolgt von Großbritannien mit rund 16 Prozent (68,0 Mrd. EUR) und Frankreich mit 14 Prozent (57,8 Mrd. EUR). Während E-Commerce den Austausch von Waren und Dienstleistungen, also den Handel über das Internet bezeichnet, umfasst E-Business alle Aktivitäten eines Unternehmens, die mit der Anpassung der Prozesse und Wertschöpfungsketten an die Internettechnologie zum Zwecke der Effizienzsteigerung und Globalisierung der Unternehmensaktivitäten zu tun haben. Einer aktuellen Analyse der amerikanischen IT-Marktforscher Computer Economics vom Dezember 2003 zufolge beliefen sich die Gesamtausgaben für E-Business-Technologien im Jahr 2002 weltweit auf 78 Milliarden USD. Für das Jahr 2003 wird mit einem Anstieg auf 80,5 Milliarden USD gerechnet. In einer Gemeinschaftsstudie der Institute for Supply Management (ISM) und Forrester Research vom Oktober 2003 wurde analysiert, inwieweit E-Business-Anwendungen und Technologien in den USA schon Verbreitung gefunden haben. Die Studie basiert auf den Aussagen von 294 Einkaufsleitern in US-amerikanischen Unternehmen. Der Studie zufolge gaben 85 Prozent der befragten Einkaufsleiter in den USA an, das Internet mittlerweile zumindest teilweise für E-Procurement, also den Einkauf und die Beschaffung auf elektronischem Wege, zu nutzen. Nur vier Prozent der zuständigen Einkaufsleiter nutzen E-Procurement nicht und planen nach eigenen Aussagen auch derzeit nicht, das Internet in absehbarer Zukunft für den Einkauf zu nutzen. Die Nutzung des Internets für alle Arten von Geschäftsprozessen wird auch für europäische Unternehmen immer wichtiger. Der Studie e-Business Market Watch der EU-Kommission zufolge halten 60 Prozent der Unternehmen in der EU (gemessen an der Zahl der Mitarbeiter) E-Business für relevant für ihre Geschäftsprozesse. E-Business E-Business in den USA E-Business in Europa Grundvoraussetzung für die Nutzung der Möglichkeiten des E-Business ist die Verfügbarkeit eines Internet-Anschlusses. Der Studie zufolge arbeiteten zur Zeit der Befragung (März 2003) 93 Prozent der Mitarbeiter der befragten Unternehmen in Firmen, die Computer benutzen, und Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LVI 87 Prozent der Mitarbeiter waren in Firmen angestellt, die über einen Internet-Anschluss verfügen. 98 Prozent aller Unternehmen in Deutschland verfügen über InternetZugänge (Department of Trade and Industry, 2003). Über die Hälfte der Beschäftigten arbeitet regelmäßig am PC. Untersuchungen von e-Business Market Watch ergaben ferner: 39 Prozent nutzen europaweit Anwendungen zur Verteilung und gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten, 21 Prozent setzen OnlineTechnologien zur Erfassung der Arbeitszeit ein und 13 Prozent nutzen eine automatisierte Reisekostenabrechnung. Zusammen mit Großbritannien finden diese Technologien in Deutschland die weiteste Verbreitung. Eine der maßgeblichen Anwendungen jedoch, die als Kernstück des E-Business bezeichnet werden kann, ist das elektronische Ein- und Verkaufen von Waren und Dienstleistungen unter Benutzung des Internet. Der Studie zufolge nutzen mittlerweile 47 Prozent der befragten europäischen Unternehmen das Internet für den Einkauf (E-Procurement). Betrachtet man auf der anderen Seite die Zahl der Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen online anbieten und verkaufen, so liegt die Nutzungsrate deutlich unter den Werten des Online-Einkaufs. Im März 2003 gaben lediglich 19 Prozent der befragten europäischen Unternehmen an, das Internet für den Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen einzusetzen. Im E-Procurement, also der Internet-basierten Beschaffung und dem Einkauf, hat Deutschland eine führende Stellung innerhalb der EU: In der Befragung von e-Business Market Watch gaben 63 Prozent der deutschen Unternehmen an, bereits E-Procurement anzuwenden, weitere sechs Prozent wollen entsprechende Anwendungen innerhalb eines Jahres einführen. In Großbritannien führen derzeit 59 Prozent der befragten Unternehmen ihre Einkäufe online durch, in Italien 35 Prozent, in Frankreich 30 Prozent und in Spanien schließlich nur 27 Prozent der Unternehmen. Gut ein Viertel aller Unternehmen weltweit bezahlten im Jahr 2003 ihre Bestellungen online, aber weniger als ein Fünftel bot im Rahmen seines Webangebotes eine Online-Bezahlmöglichkeit an. Zu diesem Ergebnis kam das britische Department of Trade and Industry (DTI) bei einer Untersuchung zum Stand der Entwicklung von E-Business-Anwendungen in Unternehmen in elf ausgewählten Ländern weltweit. Während mit 55 Prozent deutlich mehr als die Hälfte aller schwedischen Unternehmen der Untersuchung zufolge ihre Bestellungen online bezahlt, nutzt in Frankreich nur etwa jedes 14-te Unternehmen diese Möglichkeit. In Deutschland ist die Nutzung des Internets zur Begleichung von Rechnungen überdurchschnittlich populär ­ bereits 30 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. Für das eigene Geschäft eine solche Möglichkeit anzubieten ist auf der anderen Seite mit 16 Prozent der Nennungen noch unterdurchschnittlich entwickelt. Im Jahr 2003 beliefen sich die elektronischen Umsätze im USamerikanischen Einzelhandel (B2C-E-Commerce) auf 86,9 Milliarden USD. Dies geht aus der aktuellen E-Commerce-Studie der Marktforschungsorganisation eMarketer vom September 2003 hervor, die Online Payment B2C E-Commerce USA Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LVII auf den statistischen Daten des US-Wirtschaftsministeriums (Department of Commerce) basieren. Bis zum Jahr 2005 erwartet eMarketer einen Anstieg des Volumens auf 133,3 Milliarden USD. Angetrieben wird dieses Wachstum den Einschätzungen der Marktforschungsgruppe Forrester zufolge zum einen durch die steigende Zahl der Konsumenten, die in Zukunft die Möglichkeiten des OnlineShopping wahrnehmen werden, zum anderen durch eine Steigerung der Attraktivität der bestehenden Angebote sowie die Erschließung neuer Produktgruppen, die sich im E-Commerce-Portfolio bisher kaum oder überhaupt nicht gefunden haben. Als Beispiele nennt Forrester den Bereich der Nahrungsmittel und Getränke, dessen E-Commerce-Umsatzvolumen von derzeit 3,7 Milliarden USD auf 17,4 Milliarden USD im Jahr 2008 ansteigen soll, sowie das Segment der Sportausrüstung, dem nach 1,7 Milliarden USD im Jahr 2003 ein Anstieg des Online-Umsatzes auf rund sechs Milliarden USD im Jahr 2008 vorhergesagt wird. In Westeuropa ist der B2C-Umsatz gegenwärtig für rund 13 Prozent des gesamten E-Commerce-Umsatzes verantwortlich, 87 Prozent entfallen demnach auf den B2B-Bereich. Dies geht aus dem aktuellen Jahrbuch des European Information Technology Observatory (EITO) vom März 2004 hervor. Für die Summe aller B2C-Transaktionen in Westeuropa nennt EITO für das Jahr 2003 einen Wert von 63,1 Milliarden EUR. Bis zum Jahr 2007 rechnet das Observatory mit einem Anstieg des B2C-Volumens auf über 320 Milliarden EUR. Die umsatzstärksten Länder Westeuropas waren im Jahr 2003 mit einem Marktanteil von jeweils rund einem Viertel Großbritannien und Deutschland (16,8 resp. 15,4 Mrd. EUR). Während Deutschland auch bis zum Jahr 2007 den Prognosen von EITO zufolge diesen Marktanteil halten können und damit umsatzstärkste Nation Westeuropas werden wird, gibt insbesondere Großbritannien aufgrund vergleichsweise geringer Wachstumsraten Marktanteile ab. Frankreich dagegen steigert den Prognosen zufolge seinen Anteil am westeuropäischen B2C-Umsatz von 12,7 Prozent (8,0 Mrd. EUR) im Jahr 2003 auf 16,5 Prozent im Jahr 2007. Rund 88 Millionen Westeuropäer nutzen nach Schätzungen von EITO (März 2004) derzeit das Internet zum Einkauf von Waren und Dienstleitungen. Bis zum Jahr 2007 rechnet EITO mit einem Anstieg der Zahl der Online-Shopper auf 156 Millionen. Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der Internet-Nutzer von 214 Millionen auf über 270 Millionen steigen. B2C E-Commerce Westeuropa Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LVIII B2C E-Commerce Deutschland Derzeit werden dem HDE zufolge nur wenig mehr als zwei Prozent der gesamten deutschen Einzelhandelsumsätze online erzielt, wobei einzelne Marktteilnehmer aber teilweise auf einen deutlich höheren E-CommerceAnteil an ihrem gesamten Einzelhandelsumsatz kommen. Den Angaben des HDE zufolge werden Produkte wie Bücher, CDs, Kleidung, elektronische Geräte, Computerzubehör und Eintrittskarten nach wie vor am häufigsten über das Internet bestellt. Nahezu zusammengebrochen ist den Angaben des Bundesverbands des deutschen Versandhandels (BVH) dagegen der Web-Handel mit Lebensmitteln. Lediglich regional tätige Händler und Spezialisten sind in diesem Marktsegment derzeit noch aktiv. Das European Information Technology Observatory (EITO) rechnet damit, dass der mobilfunk-basierte Internet-Handel in den kommenden Jahren deutlich an Volumen gewinnt, obgleich derzeit neben anderen Faktoren ein eingeschränktes Angebot, ein nur verhaltenes Interesse der Konsumenten an Möglichkeiten des M-Commerce, Verbindungsgeschwindigkeiten das Wachstum zumindest gegenwärtig limitieren. Mittelfristig aber rechnet EITO mit einem enormen Wachstumspotenzial, nicht zuletzt aufgrund der hohen Zahl der Mobilfunkkunden und der damit bereits verfüg- und nutzbaren Infrastruktur für M-CommerceAnwendungen. Der aktuellen EITO-Studie vom März 2004 zufolge beliefen sich die mobilfunkbasierten E-Commerce-Umsätze in Westeuropa im Jahr 2003 auf rund 1,1 Milliarden EUR. Zum Vergleich: Der Gesamtwert der westeuropäischen B2C-E-Commerce-Umsätze wird von EITO für das Jahr 2003 mit 63,1 Milliarden EUR angegeben. Bis zum Jahr 2007 wird mit einem Anstieg der M-Commerce-Umsätze auf 24,7 Milliarden EUR ausgegangen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von deutlich über 100 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum werden die B2C-Umsätze EITO zufolge auf 322,6 Milliarden EUR steigen. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz bei der Nutzung von M-Commerce ein. Für das Jahr 2003 rechnet EITO in Deutschland mit einem mobilen E-Commerce-Umsatz in Höhe von 280 Millionen EUR. Großbritannien folgt an zweiter Stelle mit 212 Millionen EUR vor Frankreich mit 127 Millionen EUR. Sicherheitsbedenken, den hohe Transaktionskosten und langsame Mobile Commerce Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LIX E-Government weltweit und in Deutschland E-Government in Europa E-Government in Deutschland Unter E-Government versteht man die Abwicklung von staatlichen Verwaltungsakten und Dienstleistungen unter Einsatz von IT über das Internet. Ziel ist es, die Verwaltungsdienstleistungen aller staatlichen Ebenen ohne Zuständigkeits- und Medienbrüche über das Internet abzuwickeln. Laut einer weltweiten Benchmark Untersuchung von Accenture ergibt sich hinsichtlich der Gesamtbeurteilung im "Overall Maturity Index", dass die drei führenden E-Government Nationen der Welt Kanada (71,34 Prozent), Singapur (61,16 Prozent) und die Vereinigten Staaten von Amerika (60,14 Prozent) sind. Unter den 22 von Accenture untersuchten Ländern ist Deutschland von Rang 9 (2002) auf Rang 10 (2003) zurückgefallen. Was die Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen ("Service Maturity") betrifft, konnte sich Deutschland zwar laut Accenture verbessern und nimmt nunmehr den 3. Platz unter den 22 Ländern ein, erreicht jedoch bei den CRM-Fähigkeiten nur Rang 18 und fällt deshalb im Gesamtscore zurück. Wenn es um E-Government in Europa geht, so kommt laut Cap Gemini Ernst & Young Europa langsam aber sicher voran. Die vierte Untersuchung in Folge zeigt einen durchschnittlichen europäischen Online-Umsetzungsgrad von 67 Prozent für die 20 analysierten Dienstleistungsangebote der Öffentlichen Hand in 19 Ländern, was einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten gegenüber Vorjahr entspricht. Hinsichtlich der bereits vollständig onlinefähigen Dienste weist die vierte Untersuchung einen Durchschnittswert von 45 Prozent für 17 Länder aus, was einen Zuwachs von 10 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Besonders hervorzuheben ist, dass die Angebote für Unternehmen bereits schon zu 79 Prozent umgesetzt sind, die Angebote für Bürger erst zu 58 Prozent. Diese Differenz bleibt auch bei den vollständig onlinefähigen Diensten bestehen: sind für Unternehmen bereits 63 Prozent umgesetzt, so sind es für Bürger erst 32 Prozent. Gemessen am Grad der Online-Verfügbarkeit von Angeboten der Öffentlichen Hand belegt Deutschland laut Ernst & Young wegen der verspäteten Einführung im europäischen Vergleich derzeit den vorletzten Platz unter 18 untersuchten Ländern: 52 Prozent Behördendienstleitungen für Unternehmen Bürger sind Nur und der der Untersuchung zufolge online verfügbar. In Schweden liegt diese Quote bei 87 Prozent, der europäische Median immerhin noch bei 65 Prozent. Hinsichtlich transaktionsfähiger Dienste konnte Deutschland allerdings im Vergleich zum Vorjahr bereits fünf Prozentpunkte zulegen und rangiert mit 40 Prozent in diesem Länderranking bereits auf Platz 10. Laut einer Untersuchung von TNS hinsichtlich der Nutzungspenetration von E-Government Angeboten in der Bevölkerung, liegt Deutschland mit 26 Prozent auf Rang 19. Wesentliches Hindernis zur flächendeckenden Nutzung stellen bei deutschen Internet-Nutzern immer noch die Sicherheitsbedenken dar (81 Prozent). Mit BundOnline hat die Bundesregierung das größte E-Government Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LX Online-Banking Programm Europas gestartet (Volumen: 1,45 Mrd. EUR 2002-2005). Die gemeinsame E-Government Strategie hat zum Ziel, alle 440 identifizierten internetfähigen Dienstleistungen bis zum Jahr 2005 online bereit zu stellen (derzeit bereits mit Stand Ende 2003 232 online verfügbar). Im neuen Masterplan der Regierung ,,Aktionsprogramm Informationsgesellschaft Deutschland 2006" wird u. a. eine wesentliche Herausforderung auch im Handlungsfeld "E-Government, Sicherheit und Vertrauen im Internet" gesehen. Rund 100 Millionen Haushalte weltweit nutzen mittlerweile das Internet, um ihre Bankgeschäfte auf elektronischem Weg zu erledigen (Stand: Dezember 2002). Bis zum Jahr 2010 soll sich dieser Wert auf rund 300 Millionen Haushalte verdreifachen. Dies geht aus dem aktuellen Report "Online Banking by the Numbers 2003" von Financial Insite hervor. Dem Bericht zufolge steigt nicht nur die absolute Zahl der Nutzer von Online-Banking, sondern in gleichem Maße auch die Nutzungsintensität, da die Kunden ihre Bankgeschäfte häufiger online abwickeln und auch eine größere Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen bereits online zur Verfügung steht. Die Weltbank geht in einer Studie aus dem Jahr 2003 davon aus, dass bis zum Jahr 2010 die Mehrzahl der Industrieländer weltweit Online-BankingPenetrationsraten von 90 Prozent oder darüber haben, mit Spitzenwerten von über 95 Prozent für die skandinavischen Länder, die bereits jetzt aufgrund höchster Internet-Penetrationsraten zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Online-Banking-Nutzern zählen. Deutschland liegt der Studie zufolge sowohl gegenwärtig als auch im Jahr 2010 (mit einer Online-Banking-Penetrationsrate von dann rund 92 Prozent) im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld, noch vor Großbritannien (2010: 90 Prozent) und den USA (2010: 89 Prozent). Die Popularität des E-Banking wird weiter zunehmen. Den Marktforschern von IDC zufolge wird Online-Banking in Deutschland zwischen 2002 und 2007 im Durchschnitt um elf Prozent jährlich wachsen (ausgehend von der Zahl der Online-Konten), von gut 20 Millionen im Jahr 2002 auf prognostizierte 32,6 Millionen im Jahr 2007. Allerdings trete in den Jahren 2006 und 2007 eine deutliche Verlangsamung des Wachstums ein, was in einer einsetzenden Marktsättigung begründet ist, so die Einschätzung von IDC. Maßgeblich getrieben wird dieses Wachstum zum einen von der nach wie vor steigenden Verbreitung und Nutzung des Internet, zum anderen aber auch von dem zunehmenden Angebot an Finanzprodukten, die online verwaltet werden können. Aufwärts gehen soll es, so die einhellige Meinung der Analysten und Marktforscher, in Deutschland allerdings nicht nur mit dem Online-Banking allgemein, sondern auch mit dem Online-Broking, der Wertpapierverwaltung und dem Wertpapierhandel über das Internet. IDC beispielsweise geht von einer annähernden Verdopplung der Anzahl der online geführten Wertpapierkonten in Deutschland von 2,7 Millionen (2002) auf 4,8 Millionen im Jahr 2007 aus. OnlineWerbung Laut PricewaterhouseCoopers (PwC) sind 2003 weltweit 10,5 Milliarden Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Faktenbericht LXI Suchmaschinenmarketing E-Mail Marketing USD in Online-Werbung investiert worden, was einem Wachstum um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bis zum Jahr 2006 soll den Prognosen zufolge ein weltweiter E-Advertising-Umsatz in Höhe von 13,7 Milliarden USD erzielt werden. 2003 entfielen auf die USA rund 7,2 Milliarden EUR, auf Europa 793 Millionen EUR. Deutschland erzielte 265,3 Millionen EUR Umsatz, was einem Anteil von 1,5 Prozent an den gesamten deutschen Brutto-Werbeinvestitionen in Höhe von 17,4 Milliarden EUR ausmacht. Generell sind die Prognosen zwar nach unten korrigiert worden, jedoch geht PricewaterhouseCoopers auch weiterhin davon aus, dass die Umsätze in der Online-Werbung stärker wachsen werden als in der Werbung insgesamt, so dass weltweit der Anteil der Internet-Werbung an den Gesamtumsätzen der Branche von 3,15 Prozent im Jahr 2003 auf 3,38 Prozent in 2006 ansteigen wird. Nach dem ,,Ad Serving Trend Report" von Doubleclick setzen weltweit die Werbungtreibenden zunehmend auf große Formate. Doubleclick ermittelte für Rich Media Formate weltweit im dritten Quartal 2003 einen Anteil von knapp 37 Prozent unter allen Werbeformen. Mit 58 Prozent Anteil dominiert noch immer das Standard-Banner vor dem Leaderboard (8,8 Prozent), das sich erstmals auf den dritten Rang schob. Zu einem wichtigen Trend entwickelt sich das Online-Werbesegment Suchmaschinenmarketing. Der weltweite Markt für bezahlte Sucheinträge, d. h. erkaufte Suchmaschinenpositionen, betrug laut Jupiter Research 1,6 Milliarden USD (2003) und soll sich bis 2008 bereits auf 4,3 Milliarden USD belaufen. Unter Berücksichtigung des Suchmaschinenmarketings wuchs der Anteil der Online-Werbung am deutschen Gesamtmarkt auf knapp 2 Prozent und wird Prognosen des dmmv zufolge bis zum Jahr 2005 sogar knapp 3 Prozent erreichen können. Marketing über E-Mail gewinnt weiter an Bedeutung. In den USA sind bereits rund 2 Milliarden USD in diese Marketingform investiert worden. Rechtliche Rahmenbedingungen für SPAM-Mails werden dringend benötigt. Die EU-Kommission schätzt die Produktivitätsverluste in Unternehmen für 2002 bereits auf 2,5 Milliarden EUR. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Chartbericht LXII 1.3 Zusammenfassung Chartbericht Die wichtigsten Ergebnisse des Faktenberichts und der oben dargestellten Management Summary werden im Chartbericht (siehe Chartbericht zum siebten Faktenbericht) dargestellt. In diesem werden die Kernaussagen als Management Summary mit ausgewählten Grafiken belegt. Die Kernaussagen, die sich im folgenden wie eine äußerst verkürzte Management Summary lesen, sind: Gesamtmarkt · · · · · Deutschlands Positionierungen (Chart 02) Wo besteht Handlungsbedarf für Deutschland (1)? (Chart 03) Wo besteht Handlungsbedarf für Deutschland (2)? (Chart 04) Wo besteht Handlungsbedarf für Deutschland (3)? (Chart 05) Übersicht über die Inhalte des Faktenberichts (Chart 06) Informationswirtschaft · Die Informationswirtschaft bewirkt weiterhin tief greifende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft (Chart 08) · Die IKT-Branche gehört, gemessen an den Beschäftigtenzahlen, zu den führenden Industrien in Deutschland (Chart 09) · Im Jahr 2003 nahm die Zahl der Beschäftigten in der IKT-Branche weiter ab (Chart 10) · Deutschland bleibt im Jahr 2004 Marktführer im Bereich IKT in Westeuropa (Chart 11) · Deutschland bleibt der drittgrößte Ländermarkt in der IKT-Branche (Chart 12) Infrastrukturelle Voraussetzungen · In den USA dominiert der Breitband-Anschluss über Kabelmodem, während die meisten anderen Länder DSL bevorzugen (Chart 14) · Deutschland zählt zu den europäischen Ländern mit der höchsten DSL-Verbreitung (Chart 15) · Im Bezug auf die ISDN-Dichte gehört Deutschland zu den führenden Ländern weltweit (Chart 16) · Deutschland liegt bei der PC-Verbreitung über dem westeuropäischen Durchschnitt (Chart 17) · Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg in den letzten Jahren deutlich stärker als die der Festnetzanschlüsse (Chart 18) · Deutschlands Mobilfunkdichte liegt über dem westeuropäischen Durchschnitt (Chart 19) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Chartbericht LXIII Anwendungen Internet-Nutzung · Nahezu 6 von 10 Deutschen werden 2006 das Internet nutzen (Chart 21) · Bereits in sieben Bundesländern nutzen mehr als die Hälfte der Einwohner das Internet (Chart 22) · Fast 80 Prozent aller Männer zwischen 14-39 Jahren sind Internet-Nutzer (Chart 23) · In Großbritannien und Deutschland sind über die Hälfte der Frauen, aber bereits zwei Drittel der Männer online (Chart 24) · Die höchste Penetrationsrate innerhalb einer Altersgruppe erreicht Deutschland (25-34 Jahre) mit 83 Prozent (Chart 25) · Die höchste Internet-Nutzerdichte findet sich in Kanada, Südkorea und den USA (Chart 26) · Europa hat weltweit den größten Anteil an Internet-Nutzern (Chart 27) · 41 Prozent aller Europäer besitzen ein Internet-fähiges Mobiltelefon (Chart 28) · Bei der Art der Internet-Nutzung sind deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zu erkennen (Chart 29) E-Commerce · Deutschland ist mit deutlichem Abstand der größte E-Commerce-Markt in Westeuropa (Chart 30) · 30 Prozent des weltweiten E-Commerce-Volumens werden dieses Jahr in Westeuropa umgesetzt (Chart 31) B2B E-Commerce · Der europäische Anteil am globalen B2B-Markt wird auf Kosten Nordamerikas zunehmen (Chart 32) · Knapp 40 Prozent aller B2B-Marktplätze weltweit befinden sich in Europa (Chart 33) · In Europa finden sich die meisten B2B-Marktplätze in Großbritannien und Deutschland (Chart 34) E-Business in Unternehmen · Annähernd 100 Prozent aller mittleren und großen Unternehmen haben Zugang zum Internet (Chart 35) · Deutsche Unternehmen sind im E-Commerce im internationalen Vergleich überdurchschnittlich aktiv (Chart 36) · In 41 Prozent der deutschen Unternehmen findet gerade die Integration interner Systeme statt bzw. ist bereits vollendet (Chart 37) · Die Einführung von E-Business führte in 30 Prozent der Fälle zu Umsatzsteigerungen (Chart 38) · Zu hohe Kosten sind der Einwand vieler Unternehmen gegen den Einsatz von E-Business (Chart 39) B2C E-Commerce · Mit über 15 Milliarden EUR Umsatz ist Deutschland nach Großbritannien die umsatzstärkste B2C-Nation im europäischen Vergleich (Chart 40) · Jeder vierte Deutsche hat über das Internet schon einmal Reisen gebucht oder Bahnund Flugtickets gekauft (Chart 41) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Zusammenfassung Chartbericht LXIV M-Commerce · Deutschland weist die höchsten M-Commerce-Umsätze innerhalb Westeuropas auf (Chart 42) E-Government · Im europäischen Vergleich sind in Deutschland unterdurchschnittlich viele Behördendienste über das Internet erreichbar (Chart 43) · In Europa liegen die Skandinavier und die Niederländer bei der E-GovernmentNutzung an der Spitze (Chart 44) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Einführung 1 2. Einführung und Struktur des siebten Faktenberichts Mit dem siebten Faktenbericht wird ein weiteres Update der differenzierten Berichterstattung zum Stand der deutschen Informationswirtschaft im internationalen Vergleich mit den führenden Weltregionen (Benchmarking) vorgelegt. Der strukturelle Wandel von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft lässt sich mit den rein technischen und ökonomischen Entwicklungen allein nur unzureichend beschreiben. Die Komplexität und das Tempo der Entwicklungen erlaubt immer seltener eine eindeutige Orientierung an klar strukturierten Entwicklungslinien und -kontexten. Im Zuge der Deregulierung der Telekommunikations- und Medienmärkte, der Globalisierung des Wettbewerbs, der Konvergenz von Informations-, Kommunikations- und Medientechnik und der sich abzeichnenden wirtschaftlichen und gesellschaftsstrukturellen Veränderungen in der Informationsgesellschaft entstehen für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft neue Optionen. Dabei handelt es sich sowohl um Chancen als auch Risiken und um Herausforderungen, die zum Teil einen unabdingbaren Handlungsbedarf nach sich ziehen. Um den Entscheidungsträgern eine bessere Transparenz über die aktuellen Strukturen und Entwicklungen in der Informationswirtschaft zu ermöglichen, stellt das "Monitoring Informationswirtschaft" mit seinem Faktenbericht eine systematische Analyse der zum Gesamtmarkt gehörenden Teilmärkte einschließlich ihrer technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen dar. Für Deutschland wird ein internationales Benchmark vollzogen unter besonderer Berücksichtigung führender Weltregionen sowie unter Einbeziehung der außenwirtschaftlichen Verflechtungen der Informationswirtschaft. Der vorliegende Faktenbericht orientiert sich in seiner Gliederung an diesen Aufgaben. Im Rahmen des Kapitels "Informationswirtschaft" (Kapitel 4) geht es vor allem um die Analyse und Darstellung der Entwicklung auf den Produkt- und Dienstleistungsmärkten in der Informationstechnik und der Telekommunikation sowie im gesamten informationswirtschaftlichen Arbeitsmarkt. Zielsetzung dieses Kapitels ist es, den aktuellen Stand der deutschen Teilmärkte der Informationswirtschaft sowie des Gesamtmarktes unter Berücksichtigung der Interdependenzen zwischen den Teilmärkten im internationalen Benchmarking mit den führenden Weltregionen zu untersuchen. Neben der allgemeinen Positionierung Deutschlands auf den Weltmärkten sind die strukturellen und qualitativen Entwicklungen und Veränderungen von Arbeit und Beschäftigung als notwendige Anpassungen an die Globalisierung und Europäisierung der Märkte besonders relevant. Eine Partizipation auf den informationswirtschaftlichen Märkten hängt entscheidend von den verfügbaren technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen ab. Das Kapitel "Infrastrukturelle Voraussetzungen" (Kapitel 5) stellt den entsprechenden Stand in Deutschland quantitativ dar und beschreibt die wichtigsten Entwicklungstendenzen in Deutschland im internationalen Vergleich. Ferner werden die Anwendungsbereiche der Neuen Technologien und Medien in der Informationswirtschaft einer näheren Analyse unterzogen. Im Rahmen des Kapitels "Anwendungen" (Kapitel 6) wird insbesondere auf die Entwicklung und die demographischen Strukturen der Internet-Nutzer sowie deren Nutzungsverhalten eingegangen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Einführung 2 Besonders detailliert wird im Rahmen der Internet-Anwendungen außerdem der Handel über das Internet analysiert. Neben der Untersuchung der Penetrationsrate von OnlineShoppern unter den Internet-Nutzern werden auch andere Aspekte des internationalen E-Commerce-Marktes wie Produkte und Umsätze betrachtet. Dabei wird nicht nur die Consumer-Seite (B2C) des E-Commerce analysiert, sondern auch der Bereich der Geschäftskunden (B2B), wobei hier insbesondere auf die Thematik des E-Business in Unternehmen eingegangen wird. Weitere Anwendungsfelder des Internet wie E-Government, Online-Banking sowie OnlineWerbung werden erneut im siebten Faktenbericht als Spezialthemen behandelt. Der siebte Faktenbericht wird durch einen Chartbericht ergänzt, der die wichtigsten Kernaussagen der Untersuchung in graphischer und textueller Form zusammenfasst. Chartbericht und Faktenbericht können prinzipiell getrennt voneinander genutzt werden. Alle detaillierten Hintergründe und Informationen zu den im Chartbericht befindlichen Daten und Aussagen können im Faktenbericht ausführlich nachgelesen und darüber hinaus gehende Informationen nachgeschlagen werden. Das Kapitel Zusammenfassungen (Kapitel 1) enthält neben den wichtigsten Ergebnissen der Sekundäranalyse eine Gemeinsame Management Summary aus Fakten- und Trendbericht (Kapitel 1.1), die die wesentlichen Aussagen des Faktenberichts durch Erkenntnisse einer Expertenumfrage ergänzt. Diese Erhebung wurde 2003 vom Institute for Information Economics (IIE) unter Beteiligung von 109 Experten aus der deutschsprachigen und österreichischen IKT-Branche durchgeführt. Der Trendbericht stellt ein differenziertes und umfassendes Meinungs- und Stimmungsbild der Informationswirtschaft dar und versucht auf neue Trends, die sich in den Ergebnissen vorliegender Untersuchungen noch nicht niedergeschlagen haben, aufmerksam zu machen. Er erscheint jeweils einmal jährlich zum Faktenbericht. Der Faktenbericht ist - unter anderem durch seine weite inhaltliche Abdeckung - als Grundlagenstudie zum Bereich Informationswirtschaft zu verstehen. Die zur Erstellung einer solchen Übersicht notwendigen Daten und Informationen sind in aller Regel nicht an einem einzigen Ort verfügbar. Vielmehr mussten sie aus den unterschiedlichsten Quellen zusammengetragen werden. Hierzu wurde der Informationsservice von TNS Infratest Business Intelligence eingesetzt, der auf die Durchführung von Desk-ResearchAnalysen spezialisiert ist. Business Intelligence hat aus der Fülle von Daten die relevanten Fakten und Indikatoren ausgewählt, analysiert und in Form übersichtlicher Grafiken und informativer Hintergrundtexte für die einzelnen Teilmärkte zusammengestellt. Die Besonderheiten zum Vorgehen bei der Sekundäranalyse sowie der Primärforschung werden im Kapitel "Methodologie und Bestandsaufnahme" (Kapitel 3) detailliert beschrieben. Der achte Faktenbericht sowie der fünfte Trendbericht werden voraussichtlich im Mai 2005 veröffentlicht werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 3 3. 3.1 Methodologie und Bestandsaufnahme Fortsetzung des Projekts ,,Monitoring Informationswirtschaft" im Jahre 2003 Positive Evaluierung Für das im Jahr 2000 im Auftrage des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) begonnene Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" kam es 2003 zu wesentlichen Entscheidungen und Entwicklungen. Zum Abschluss der dreijährigen Laufzeit wurde die Methodologie des Projektes in den ersten Monaten des Jahres 2003 durch den Lehrstuhl für allgemeine und industrielle Betriebswirtschaftslehre an der TU München (Prof. Dr. Ralf Reichwald) sowie der Unternehmensberatung think consult evaluiert (Dr. Frank Piller/Andreas Tasch, Gutachten zum Forschungsbericht ,,Monitoring Informationswirtschaft", München 2003). In der Studie wurde unter anderem das folgende Fazit gezogen: ,,Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das ,,Monitoring Informationswirtschaft" sich auf dem Weg befindet, zu einem stets aktuellen empirischen Grundlagenbericht für die Informationswirtschaft und die universitäre Lehre im deutschsprachigen Raum zu werden. Die Verbindung aus der Sekundäranalyse vorhandener Studien und der jährlichen Expertenbefragung liefert ein umfassendes wie detailliertes Bild der internationalen Stellung der deutschen Informationswirtschaft sowie der aktuellen Chancen und Barrieren in diesem Bereich. Dies ist umso bedeutsamer, als die amtliche Statistik für die Informationswirtschaft noch immer keine adäquate Lösung gefunden hat. Hier kann das ,,Monitoring Informationswirtschaft" Vorreiterfunktionen übernehmen und wenigstens teilweise eine bedeutende Lücke schließen." Angesichts der positiven Evaluierung und der durch das Projekt erzielten Erfolge ­ zum Beispiel eine weitgehende Akzeptanz der MonitoringForschungsberichte in der Informationswirtschaft, wie sie in den fünfstelligen monatlichen Downloadzahlen zum Ausdruck kommt -, entschied sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, das Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" für drei weitere Jahre, vom Jahr 2003/2004 bis zum Jahr 2006/2007, fortzusetzen und für die zweite Phase des Monitoring-Projektes eine weitere Ausschreibung vorzunehmen. Diese wurde erneut von TNS Infratest und dem Institute for Information Economics gewonnen. Verlängerung des Projektes um drei weitere Jahre Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 4 Verspäteter Beginn der zweiten Projektphase ...führt zu einer einmaligen Verschiebung um einen Monat Die zweite Projektphase von ,,Monitoring Informationswirtschaft" begann mit einem Kick-off-Meeting Mitte August 2003 in München, an dem das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und die umsetzenden Institute teilnahmen. Damit hatte die externe Evaluierung, die Entscheidung des BMWA, das Projekt fortzuführen, und das Ausschreibungsverfahren gegenüber den Vorjahren zu beachtlichen zeitlichen Verzögerungen geführt, die vier bis fünf Monate ausmachen. Diese konnten unter Aufrechterhaltung der bestehenden Qualitätsstandards nur teilweise aufgeholt werden, weil beispielsweise in den Arbeiten am 4. Trendbericht bei der konzeptionellen Entwicklung des Fragebogens nicht auf die Hilfen der kooperierenden Verbände verzichtet werden sollte und bei der Mobilisierung von Experten gleichfalls auf die Unterstützung der kooperierenden Verbände zurückzugreifen war. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit wurde daher Anfang 2004 gebeten, den Abgabetermin für die Fakten- und Trendberichte ausnahmsweise um einen Monat auf den 30. April zu verlängern. Das BMWA entsprach dieser Bitte. 2005 sollen die Berichte wieder zum 31. März vorliegen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 5 3.2 Vorgehensweise der Berichte 2004 ­ 2006 Kontinuität und Weiterentwicklung für das Folgeprojekt Nach dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bewilligten Projektantrag ,,sollen Erhebungsinstrumente Analyseverfahren aus wieder eingesetzt die dem bewährten Vorprojekt und sowie Synopse: Vergleich erster mit zweiter Projektphase weiterentwickelt und ergänzt werden ­ dies insbesondere auch, um die Vergleichbarkeit der Daten zu wahren" (Seite 9). In der folgenden Synopse wird dargestellt, welche Werkzeuge im Folgeprojekt im Einzelnen eingesetzt werden und inwieweit es damit verbunden im Vergleich zum Vorprojekt zu Weiterentwicklungen, Ergänzungen und Veränderungen kommen wird. Folgeprojekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" 2004 ­ 2006 im Vergleich zum Vorprojekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" 2000 - 2003 Bereich Bewährt und beizubehalten Weiterentwicklungen / Ergänzungen / Veränderungen I I.1 I.2 Forschungsansatz Sekundärforschung (Faktenberichte) Primärforschung (Trendberichte) Weitgehend bewährt und beizubehalten. Expertenumfrage: weitgehend bewährt und beizubehalten. Expertenworkshops: wegen erster Erfolge in 2002 erheblicher Ausbau. I.3 I.4 Zusammenführung Weitgehend bewährt und beizubehalten. von Sekundär- und Primärforschung Methodologische Weiterentwicklungen Ausbau insbesondere durch Expertenbefragung, Methodologie-Workshop und Moni-toring weiterer methodologi-scher Entwicklungen. I.5 II. Verbreitung der Ergebnisse als gleichberechtigter Tätigkeitsbereich Sekundärforschung (Faktenberichte) Weitgehend bewährt und beizubehalten. Faktenberichte Weitgehend bewährt und beizubehalten: Berichte zu Ad-hoc- · · · Status Quo-Analyse für Kernindikatoren Internationales Benchmarking Selektion relevanter Daten. Indikatoren/State of the ArtReports von Kernberichterstattung eindeutig trennen. Inhalte Weitgehend bewährt und beizubehalten: · · Inhaltliche Strukturierung in Gesamtmarkt, Infrastruktur und informationswirtschaftliche Anwendungen Regionale Differenzierung (weltweit, USA / Nordamerika, Japan, Asien / Pazifik, Europa / West- und Osteuropa, Deutschland). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 6 Bereich Bewährt und beizubehalten Weiterentwicklungen/ Ergänzungen/ Veränderungen Berichterstattung: Kernberichte Weitgehend bewährt und beizubehalten: Aktuelle oder temporäre Kernberichterstattung. Schwerpunkte zu Ad-hocIndikatoren werden im Rahmen eines gesonderten Teils des Faktenberichts behandelt. Sonderberichterstattung, wird separat von den Faktenberichten publiziert immer dann, wenn erforderlich. Berichterstattung: State of the Art-Reports Quellen Weitgehend bewährt und beizubehalten: Detaillierte Methodenbe- Qualitätsraster zur Auswahl der Leitstudien. schreibung, zusätzlich versehen mit Internet-Links. Weitgehend bewährt und beizubehalten: Bibliografie aller zitierten · · Tägliche Pressebeobachtung Regelmäßige Recherchen in nationalen und internationalen elektronischen Quellen. Quellen, u.U. mit Hinweisen auf elektronische Datenbanken oder Hinweisen auf Links zu Ressourcen im Internet. Bewertung und Evaluation Weitgehend bewährt und beizubehalten: Bewertung und Evaluation Übersichten über disparate und sich der Sekundärdaten verstärkt widersprechende Forschungsergebnisse durchführen. Bei Bedarf oder Prognosen aus bereits vorliegenden Untersuchungen. Weitgehend bewährt und beizubehalten: Erhebung von Kernindikatoren durch Einschaltung in laufende TNS InfratestUntersuchungen. durch Primärforschung "Best Practice" überprüfen. Primärforschung Erscheinungsweise III. Primärforschung (Trendberichte) Jährlich III.1 Zusammenarbeit mit Verbänden und weiteren wichtigen informationswirtschaftlichen Einrichtungen Weitgehend bewährt und beizubehalten: Ausbau der Kooperation: · · · · Beratung bei Konzeptualisierung der · Expertenumfrage Hilfen bei Expertengewinnung Gemeinsame Organisation von Expertenworkshops Verbreitung von Ergebnissen auf Websites und in Publikationen der Verbände. · · III.2 Expertenumfrage Weitgehend bewährt und beizubehalten - insbesondere in den folgenden Punkten: · · · · · Rückgriff auf bestehenden Expertenpool Indikatorenbildung Qualitative Auswertung Jährliche Berichterstattung Input für Konzeptualisierung von Expertenworkshops. · · Mobilisierung weiterer Kooperationspartner Hilfen bei methodologischer Expertenumfrage Gemeinsame Durchführung eines MethodologieWorkshops. Weiterentwicklung der Indikatorenbildung Nutzung der mittlerweile bestehenden Vergleichsmöglichkeiten zu den Ergebnissen aus früheren Trendberichten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 7 Bereich Bewährt und beizubehalten Weiterentwicklungen/ Ergänzungen/ Veränderungen III.3 Expertenworkshops Weitgehend bewährt und beizubehalten: Ausbau der Workshops, · dies insbesondere in den folgenden Richtungen: · · · · · · Ziele: Mobilisierung von Kooperationspotenzialen und Vertiefung von Ergebnissen Konzeptualisierung auf der Basis der Ergebnisse der Expertenumfrage und in enger Zusammenarbeit mit Auftraggeber und Verbänden Gemeinsame Trägerschaft mit Verband bzw. Marktführer Teilnehmergewinnung, Organisation des Ablaufes, Informationsgewinnung (u. a. durch MetaplanTechniken), Protokollierung Publizierung unter möglichst weitgehender Beteiligung der Teilnehmer Anstreben von Nachhaltigkeit (Fortführung der Workshops auch außerhalb des Projektes). · · · Fortführung bereits aufgegriffener Themen unter besonderer Berücksichtigung der Sicherstellung von Nachhaltigkeit Internationalisierung der Diskussion durch Organisation von Workshops im deutschsprachigen Ausland Methodenworkshop Aufgreifen neuer Themen in engem Zusammenwirken mit Auftraggeber und Verbänden. IV. Methodologie IV.1 Expertenbefragung mit Literaturstudie IV.2 Expertenworkshop IV.3 Monitoring informationswirtschaftlich relevanter Entwicklungen auch auf der Umsetzungsebene Befragung von ausgewählten Experten auf der Basis einer zuvor durchgeführten Literaturstudie. Methodologie-Workshop Nach Expertenworkshop Integration des Methodologie-Monitoring in Sonderreports. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 8 Bereich Bewährt und beizubehalten Weiterentwicklungen, Ergänzungen, Veränderungen V. Verbreitung der Ergebnisse V.1 Praxisnahe Aufbereitung der Ergebnisse Weitgehend bewährt und beizubehalten: Ergänzungen der bisherigen · · · Fakten- und Trendberichte Chartberichte Management Summary und Chartberichte auch in englischer Sprache. Summaries um · · · tabellarische Zusammenfassung längerfristiger politischer Handlungsbedarfe; tabellarische Zusammenfassung sich im Berichtszeitraum ergebender ,,neuer" Handlungsbedarfe; tabellarische Zusammenfassung neuer sich im Berichtszeitraum ergebender Trends im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen. V.2 Berichtsformen Weitgehend bewährt und beizubehalten: Umstellung des · Faktenberichtes von halbjährlicher auf jährliche Berichterstattung. · · Fakten- und Trendbericht, jeweils unterteilt nach Volltexten und Chartberichten Management Summary und Chartberichte auch in Englisch Alle Grafiken des Faktenberichts separat herunterzuladen V.3 Vertriebswege V.4 Website-Statistik Sehr weitgehend bewährt und beizubehalten: Online-Publizierung der Berichte als primärer Vertriebsweg über die Websites von BMWA, TNS Infratest und IIE. Sehr weitgehend bewährt und beizubehalten: Website-Statistiken von BMWA, TNS Infratest und IIE. V.5 Knowledge Library Website-Statistiken für Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Sammlung, zeitnahe Bereitstellung aktueller Daten und Zwischenergebnisse zum Monitoring exklusiv für Mitarbeiter des BMWA. V.6 Ergänzende t Weitgehend bewährt und beizubehalten: Öffentlichkeitsarbei · · · · · Online-E-Mail Alerting Service Pushdienst für Experten und weitere Kooperationspartner Pressekonferenzen, Pressegespräche und Pressemitteilungen in engem Zusammenwirken mit Auftraggeber Eigenveröffentlichungen Individuelle Beantwortung von Anfragen. Quelle: Projektantrag ,,Monitoring Informationswirtschaft" (Mai 2003) ­ weitere Fortschreibungen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 9 Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitoring weiter zugenommen Während der ersten Phase des Projektes ,,Monitoring Informationswirtschaft" hat sich die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Monitoring weiter erhöht (siehe auch Projektantrag): · · · Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Informationswirtschaft nahm kontinuierlich zu. Angesichts einer Vielzahl von Studien, deren Qualität nicht von vornherein ersichtlich und deren Ergebnisse nicht ohne weiteres vergleichbar sind, stieg die Intransparenz der Daten ohne ein kontinuierliches Monitoring weiter. Bei den Marktteilnehmern ebenso wie in der Wirtschaftspolitik hat sich ein bedeutender Bedarf nach qualitativ hochwertigen aktuellen Daten zum Stand der Informationswirtschaft und den bestehenden informationswirtschaftlichen Entwicklungstendenzen herausgestellt. Im Vorprojekt wurden Berichtsformen und zielgruppengerechte Vertriebswege geschaffen, um diesen Bedarf praxisnah und aktuell zu befriedigen. Zusätzlich wurde in der ersten Projektphase ein bedeutender methodologischer Forschungsbedarf ermittelt und diesem ansatzweise gerecht zu werden gesucht. Piller/Tasch fordern in ihrer Evaluierungsstudie dazu auf, weiterhin Indikatoren zu identifizieren, ,,mit denen die Entwicklung der deutschen Informationswirtschaft im internationalen Vergleich erfasst und beobachtet werden kann" (S. 5). Diese Indikatoren sollten allgemein akzeptiert werden können (S. 27). · Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 10 3.3 Ziele des Monitoring Nach wie vor sollen auch nach Piller/Tasch die folgenden Ziele auf bewährten Wegen erreicht werden (S. 21 ­ 24): Herstellung von Markttransparenz Herstellung von Markttransparenz · ,,Die verfügbaren Marktdaten und Informationen werden · kontinuierlich nach ihrer Relevanz für den Themenbereich im Rahmen der Sekundärforschung selektiert, regelmäßig aktualisiert, aufbereitet und im Rahmen eines Faktenberichtes verfügbar gemacht. Es müssen möglichst vergleichbare Daten über die Entwicklung und den aktuellen Stand der deutschen Informationswirtschaft insgesamt und nach Teilbranchen im Vergleich zu den europäischen Ländern, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum recherchiert werden. Die Aufbereitung erfolgt nach einheitlicher Strukturierung über Kernindikatoren. Die Ergebnisse werden kommentiert, interpretiert und analysiert, um wichtige Trendaussagen ableiten und Lücken für die Primärforschung im Rahmen der Trendberichterstattung identifizieren zu können. Es werden sowohl die Angebots (Anbieter-)- als auch die Nachfrage (Nachfrager-, Anwender-, Nutzer-)-seite in die Sekundärforschung einbezogen. Das bedeutet auch, dass die Durchdringung der gesamten Volkswirtschaft einschließlich des Öffentlichen Sektors mit ,,informationswirtschaftlichen Gütern" in die Darstellung und Analyse eingehen. Es werden sowohl die Güter- als auch die Arbeitsmarktseite in die Untersuchung einbezogen. Es wird ein Ranking für Deutschland erstellt, das für die wichtigsten Kernindikatoren die Positionierung Deutschlands in der Welt und im europäischen Vergleich bestimmt. Gegenstand des Projektes ,,Monitoring Informationswirtschaft" sind alle informationswirtschaftlichen Branchen und Märkte. Das heißt aber nicht, dass auf jede darüber hinausgehende Perspektive verzichtet wird, zumal zwischen der Informationswirtschaft und der Entwicklung Entfaltung der der · · · Informationsgesellschaft wesentliche Interdependenzen bestehen (beispielsweise wenn es um die Bereitstellung der von der Informationswirtschaft Bildungseinrichtungen benötigten oder die Qualifikationen Aufhebung in den bestimmter · verteilungspolitischer Ungleichheiten geht). Informationswirtschaftliche Entwicklungen werden nicht nur nach ihrer Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung analysiert. Vielmehr wird die wachstumspolitische Sicht durch eine verteilungspolitische Perspektive in der Weise ergänzt, dass immer wieder nach ,,Digital Divides" in der Ausstattung und der Qualifikation im Umgang mit digitalen Gütern durch Sekundär- und Primärforschung gefragt wird. · Die Basisdaten zu informationswirtschaftlichen Kernbereichen sind Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 11 Erkennen von Chancen, Barrieren, Risiken und Handlungserfordernissen um Daten zu aktuellen Sonderthemen, qualitativen Einschätzungen informationswirtschaftlicher Experten und qualitativen weiteren Materialien, soweit sie zu einer weitergehenden Markttransparenz beitragen können, zu ergänzen". Erkennen von Chancen, Barrieren, Risiken und Handlungserfordernissen ,,Mit den Berichten des ,,Monitoring Informationswirtschaft" soll zusätzlich zu der im obigen Punkt dargestellten Status Quo-Analyse zur Markttransparenz eine umfassende zukunftsorientierte Darlegung der voraussichtlichen informationswirtschaftlichen Entwicklungen in den nächsten Jahren und den damit verbundenen gegenwärtig bestehenden Chancen, Barrieren, Risiken und Handlungserfordernissen auf der Basis der bestmöglichen Expertise vorgenommen werden. Unter ,,bestmögliche Expertise" sind sowohl die befragten Experten als auch die übernommene Expertise aus den gesichteten Materialien der Sekundärforschung zu verstehen. Das bedeutet im Einzelnen: · Es werden Wachstums-, Wettbewerbs- und Beschäftigungschancen der deutschen Informationswirtschaft im internationalen Vergleich ermittelt und damit verbunden viel versprechende kommerzielle Strategien auf den Binnen- und internationalen Märkten sowie Möglichkeiten eines besseren Matching von Qualifikationsangeboten und -nachfrage auf den Arbeitsmärkten ermittelt. Es werden Chancen für neue Produkte, Dienste und Geschäftsbereiche beispielsweise als Folgen des wissenschaftlichen Fortschritts, von Forschung und Entwicklung sowie von Konvergenzprozessen zwischen den informationswirtschaftlichen Teilmärkten oder als Folgen bestehender oder voraussichtlich entwicklungsfähiger Kundenpräferenzen auf der Ebene informationswirtschaftlicher Teilmärkte, Branchensegmente und Technologiebereichen recherchiert. Die Antworten der Experten insgesamt ergeben ein ,,Stimmungsoder Geschäftsklima-Barometer". Im Trendbericht werden die Veränderungen des Geschäftsklimas über einen Dreijahreszeitraum dargestellt. Es werden marktfördernde Größen und Marktbarrieren ermittelt und damit verbunden sowohl Chancen und Risiken als auch Handlungserfordernisse für die Marktteilnehmer wie für Politik und Verbände aufgezeigt. Die Erwartungen der Informationswirtschaft an die Wirtschafts- und Bildungspolitik sowie an weitere Politikbereiche werden ebenso festgestellt wie bestehende wechselseitige Einschätzungen sowie Kooperationspotenziale zwischen dem privaten und öffentlichen Sektor." · · · · Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 12 Bereitstellung und Verbreitung der Ergebnisse Bereitstellung und Verbreitung der Ergebnisse für eine breite Öffentlichkeit ,,Die Ergebnisse des "Monitoring Informationswirtschaft" werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. PR- und Werbemaßnahmen ... gingen beträchtlich über die Verpflichtungen aus der (ersten, Red.) Ausschreibung hinaus und führten zu beachtlichen Erfolgen. Damit wurden den Playern auf den Märkten ebenso wie den Trägern der Wirtschaftspolitik und weiterer Politikbereiche zuverlässige, umfassende und aktuelle Informationen an die Hand gegeben, auf deren Basis sie besser in der Lage sind, ihre eigenen autonomen Entscheidungen zu treffen." Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 13 3.4 Veränderungen gegenüber der ersten Projektphase Gegenüber der ersten dreijährigen Projektphase werden für die zweite Projektphase vor allem die folgenden fünf Ergänzungen und Weiterentwicklungen eingeführt (siehe auch Synopse): Ausbau der Expertenworkshops I. Primärforschung: Ausbau der Expertenworkshops Nach ersten Erfolgen im Jahre 2002 wurde beschlossen, das Instrument der Expertenworkshops zusätzlich zu der Erstellung von Fakten- und Trendberichten verstärkt einzusetzen. Der Zweck Expertenworkshops wird weiterhin darin bestehen, im der engen Zusammenwirken mit dem Auftraggeber und den Verbänden zu vertiefenden Trendberichte Ergebnissen zu kommen beispielsweise sowie die zu Resultaten der wichtigen potenziellen Kooperationspartner auf einem informationswirtschaftlichen Teilmarkt zusammenzuführen. Unter den Expertenworkshops, die in der zweiten Projektphase vorgesehen sind, wird sich eine Veranstaltung methodologischen Fragen widmen. Ferner soll eine Internationalisierung der Diskussion durch eine Organisation von Workshops im deutschsprachigen Ausland erwogen werden. Die Ergebnisse eines ersten Workshops in der zweiten Projektphase, der sich auf die informationswirtschaftliche Teilbranche ,,Elektronische Informationsdienste" bezog, werden sowohl in inhaltlicher als auch verfahrensmäßiger Hinsicht in Kapitel 24 (Band 1) des Trendberichtes dokumentiert. Bereits hier sei darauf hingewiesen, dass es noch besser als in einem vorausgegangenen Workshop im Jahre 2002 gelang, nahezu alle wichtigen Anbieter sowie wichtige Großnutzer für die Teilnahme zu gewinnen. Auch sind die Aussichten gut, dass die so genannten ,,Branchengipfel" ohne weitere Hilfe durch das Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" jährlich fortgesetzt werden. II. Intensiveres Eingehen auf methodologische Fragen: An methodologischen Basisarbeiten und -konzepten, die sich im Vorprojekt bewährt haben und in der zweiten Projektphase weiter angewandt und weiterentwickelt werden sollen, wurden im Projektantrag genannt (S. 27): · ,,Definition der Informationswirtschaft und seiner Teilmärkte - flexible Anpassungen von Teilmarktdefinitionen an Intensiveres Eingehen auf methodologische Fragen · informationswirtschaftliche Marktentwicklungen; Auswahl von Kernindikatoren zur Beschreibung der Entwicklung der Informationswirtschaft und seiner Teilmärkte sowie flexible Anpassungen an informationswirtschaftliche Marktentwicklungen unter Aufrechterhaltung der Vergleichbarkeit der zu interpretierenden Datensätze im zeitlichen Verlauf; Entwicklung und Anwendung eines ,,Qualitätsrasters" zur Beurteilung von Marktstudien und weiteren Veröffentlichungen zu informationswirtschaftlichen Entwicklungen mit Auswahl so genannter ,,Leitstudien" als ,,the best of (research) practice" für informationswirtschaftliche Gesamt- und Teilmarktentwicklungen; synoptische Darstellungen vergleichbarer Studien zu einem Thema · · Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 14 (beispielsweise E-Commerce) und Erklärung bestehender · · · Divergenzen zwischen den Daten; weitgehende Reflexion der bestehenden Vorgehensweisen und der damit verbundenen Probleme in besonderem Maße in der Primärforschung und damit verbundene Sicherstellung einer weitgehenden Nachvollziehbarkeit aller Schritte für den Leser; möglichst weitgehende Repräsentativität der Experten für die jährliche Umfrage nach informationswirtschaftlichen Teilmärkten sowie nach Anbietern, Anwendern/Nutzern sowie wichtigen ,,dritten Parteien" (zum Beispiel: Wissenschaftler); Konstruktion neuer Indikatoren (zum Beispiel ,,Chancenindikatoren", ,,Risikoindikatoren", ,,Optimismus- und Pessimismus-Indikatoren") auf der Basis der Ergebnisse qualitativer Interviews zur Beurteilung informationswirtschaftlicher Handlungsmöglichkeiten; Entwicklungen, Trends und · Einbeziehung der Zusammenarbeit mit den Verbänden, der praxisgerechten Aufbereitung der Berichte sowie der Kooperation mit den Medien über diverse Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit in die methodologischen Erörterungen." An zusätzlichen Maßnahmen in der zweiten Projektphase sind im Einzelnen vorgesehen (Projektantrag, S. 27): · ,,2003/2004: persönliche Interviews mit informationswirtschaftlichen Methodologie-Experten in Wissenschaft, statistischen Ämtern und Verbänden zwecks Fortschreibung des Monitoring-Konzeptes auf der Basis einer zuvor durchgeführten Literaturstudie zur Bewertung des relevanten methodologischen Schrifttums; 2004/2005: Methodologie-Workshop, um die vorliegenden Ergebnisse sowie Vorschläge der umsetzenden Institute zu Definitionen, Indikatoren, Datensammlungen, offenen Fragestellungen und bestehendem weiteren Forschungsbedarf zu bewerten, zu vertiefen und fortzuführen; 2005/2006: Monitoring methodologischer Entwicklungen und entsprechende Berichterstattung in Sonderreports." · · Aufbau und Pflege einer "Knowledge Library" für das BMWA Im Berichtszeitraum wurde die Literaturstudie zur Vorbereitung der persönlichen Interviews in Angriff genommen. III. Aufbau und Pflege einer ,,Knowledge Library" für das BMWA Im Projektantrag wurde ,,die ständige Sammlung und Bereitstellung aktueller Materialien und Zwischenergebnisse des Monitoring-Berichtes für die dafür infrage kommenden Referate und Mitarbeiter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) in einer elektronischen ,,Knowledge Library" (empfohlen)" (S. 33). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 15 An inhaltlichen Vorteilen der ,,Knowledge Library" wurden angeführt: · · · ,,Ständige Verfügbarkeit sowie Zugriff auf aktuelle MonitoringErgebnisse; Bereitstellung von Informationen mit einer zum Teil sehr viel größeren Detailliertheit als dies die Kernberichterstattung leisten kann; Aktuelle Sammlung wichtiger Forschungsberichte und weiterer Veröffentlichungen, bevor sie für das Monitoring ausgewertet werden; Verfügbarkeit von Quellen, die nicht direkt von der Kernberichterstattung oder den Trendberichten ausgewertet werden, aber für Spezialisten oder in neuen Zusammenhängen wichtig sind, sowie Exklusive Informationen über neue Ergebnisse, noch bevor sie an die Öffentlichkeit gegeben werden" (S. 33/34). · · Bibliographie Nunmehr jährliches Erscheinen des Faktenberichtes Die ,,Knowledge Library" wurde Ende 2003 eingerichtet. Sie wird von TNS Infratest gehostet und mehrere Male monatlich nach Bedarf aktualisiert. IV. Erstellung einer kommentierten Bibliographie Zusätzlich zu den bisherigen Verfahren enthalten die Faktenberichte ausführliche Beschreibungen der verwendeten Quellen. Damit kann der interessierte Leser die Beurteilungen und Bewertungen von TNS Infratest Business Intelligence an den Quellen nachvollziehen. Soweit die Volltexte der Leitstudien im Internet verfügbar sind, führen Links zu weitergehenden Informationen. V. Umstellung des Faktenberichts auf jährliches Erscheinen Der Faktenbericht wurde von einer halbjährlichen auf eine jährliche Erscheinungsweise umgestellt. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die meisten ,,Leitstudien", an denen sich die Sekundäranalysen von ,,Monitoring Informationswirtschaft" besonders orientieren, in zeitlicher Nähe zueinander zu Beginn des Jahres herausgegeben werden. Die Trendberichte erschienen bereits in der ersten Projektphase jährlich. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 16 3.5 Wie läuft das Monitoring ab? Sekundär- und Primärforschung werden in vielfältiger Weise integriert und befruchteten sich wechselseitig. Das Konzept für das Projekt wurde immer wieder an neue Marktentwicklungen angepasst. Damit verbunden wurden weitere Inhalte in die Berichterstattung integriert und neue Themenschwerpunkte gesetzt. Abb. 1 Wie läuft das aktuelle Monitoring ab? Inhalte Inhalte Methoden Berichte Informationswirtschaft Infrastruktur Anwendungen Sonderthemen TNS Infratest Desk Research TNS Infratest FAKT IIE Umfrage Experten IIE/TNS Expertenworkshops IIE/TNS Methodologie Workshop Faktenbericht (jährl.) Trendbericht (jährl.) Chartberichte zu Faktenund Trendberichten Vertrieb Homepages BMWA TNS Infratest IIE Knowledge Library PR Presse mitteilungen Pressekonferenzen Eigenpublikationen Interviews Anfragenbeantwortung Wie in der ersten so werden auch in der zweiten Projektphase TNS Infratest für den Fakten-, das Institute for Information Economics für den Trendbericht verantwortlich zeichnen. Beibehalten wird auch die enge Verzahnung in allen Arbeitsbereichen, darunter · · · · · die gemeinsame Identifizierung des Bedarfes an Primärforschung in Sekundärforschung und vice versa; die wechselseitige Bezugnahme auf Ergebnisse im jeweils anderen Bericht; die gemeinsame ,,Management Summary" in beiden Berichten sowie gemeinsame Charts in den jeweiligen Chartberichten; der gemeinsame Methodologie-Teil und die Methodenforschung sowie gemeinsame Expertenworkshops. Zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit zu Beginn der zweiten Projektphase kam es vor allem in den Bereichen ,,Methodologie" und ,,Expertenworkshops". Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 17 3.6 Methodische Grundlagen der Sekundärforschung Desk Research durch TNS Infratest Business Intelligence Der 7. Faktenbericht ,,Monitoring Informationswirtschaft" ist eine fundierte Sekundäranalyse · · · der zum informationswirtschaftlichen Gesamtmarkt gehörenden Teilmärkte (Informationstechnik, Telekommunikation, Internet) und ihrer Marktvolumina, der Verbreitung seiner technischen und infrastrukturellen Voraussetzungen sowie der Nutzung und Akzeptanz durch seine Anwender. Die Darstellung ist als internationales Benchmarking zu verstehen. Es wird die Positionierung Deutschlands im Vergleich zu den führenden Weltregionen nach verschiedenen Indikatoren auf den einzelnen informationswirtschaftlichen Teilmärkten beschrieben. Die Sekundärforschung wird vom Desk Research und Consulting Service "Business Intelligence" von TNS Infratest (http://www.tnsinfratest-bi.com) durchgeführt. Aus einer Vielzahl unterschiedlicher nationaler und internationaler Quellen werden relevante Daten und Informationen nach einheitlichen Auswahlkriterien zu den oben genannten Bereichen recherchiert. Die Daten und Informationen werden · · · · nach einer einheitlichen Gliederung strukturiert aufbereitet, übersichtlich zusammengestellt und kommentiert, interpretiert, um Trendaussagen und ersten Handlungsbedarf abzuleiten sowie durch Trendbericht mit Trendbarometer verifiziert und ergänzt. Diese Verfahren · · · · sichern die kontinuierliche Zusammenstellung möglichst objektiver und umfassender aktueller Daten im internationalen Benchmark, erlauben eine Übersicht und eine Bewertung unterschiedlicher Ergebnisse in Studien mit daraus abgeleiteten Trendaussagen, ermöglichen die Verdichtung der Kernaussagen zur Positionierung Deutschlands im internationalen Vergleich in Form aussagekräftiger Charts und stellen eine erste systematische und kritische Bewertung der Datenund Informationsflut zur Informationswirtschaft dar, die die Ableitung von Handlungsempfehlungen gestattet. Datenlage und zu lösende Probleme Wie die Erfahrungen aus dem Vorprojekt gezeigt haben, wäre die Datenlage im Bereich der Informationswirtschaft im Falle eines fehlenden kontinuierlichen Monitoring nach wie vor geprägt von · · · fehlender Transparenz aufgrund mangelnder offizieller Statistiken, nicht befriedigtem Bedarf an aktuellen Informationen im internationalen Benchmark und fehlender Evaluation und Bewertung widersprüchlicher Daten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 18 Angesichts einer Vielzahl von Marktstudien mit unterschiedlicher Methodik, unterschiedlicher Reichweite und zum Teil ungewisser Qualität mangelt es in der Sekundärforschung an Markttransparenz. Während sich die informationswirtschaftliche Entwicklung beschleunigt, besteht ein besonderer Bedarf an aktueller, kontinuierlicher und umfassender Berichterstattung im internationalen Vergleich, um sicherzustellen, dass Wachstums-, Beschäftigungs- und Wettbewerbschancen der deutschen Informationswirtschaft kontinuierlich wahrgenommen werden können. Um die informationswirtschaftlichen Anbieter und Anwender, die Bildungseinrichtungen und die Politik mit konkreten Handlungsempfehlungen unterstützen zu können, ist es erforderlich, auch Trends und wichtige zukünftige Handlungsfelder in der Literatur auszumachen, bevor diese von den Trendberichten weiter vertieft werden. Zur Kernberichterstattung gehören diejenigen Themenbereiche, die in allen Faktenberichten abgedeckt werden. Dabei werden unter Informationswirtschaft im Rahmen des Monitoring · · · Informationstechnik und Telekommunikation (einschließlich Mobilkommunikation); ihre Verbreitung in Unternehmen und Privathaushalten sowie die auf den Neuen Medien basierenden Anwendungen (Internet, E-Commerce, Online-Werbung, Online-Banking sowie OnlineBrokerage und E-Government) Kernberichterstattung Definition der Informationswirtschaft sowohl auf den Güter- und Arbeitsmärkten als auch auf der Anbieterund Anwender-/Nutzerseite unter Berücksichtigung ihrer Interdependenzen verstanden. TNS Infratest Business Intelligence führt zur Identifizierung und Sammlung relevanter Quellen zu diesen Themenbereichen eine tägliche Pressebeobachtung der wichtigsten internationalen Tages- und Fachpublikationen durch, das heißt, es werden renommierte Tageszeitungen, nationale und internationale Wirtschaftsmagazine sowie die für die Teilmärkte relevanten Fachzeitschriften ausgewertet. Ferner führt Business Intelligence regelmäßig Recherchen in elektronischen Quellen durch (monatlich mit anschließender Auswahl, vier Wochen vor Redaktionsschluss: täglich). Dazu werden nicht nur öffentlich zugängliche Medien wie Angebote des Internets, sondern auch die Angebote kommerzieller Datenbankanbieter sowie weitere exklusive Quellen genutzt, mit denen spezielle Nutzungsvereinbarungen existieren. Im Rahmen des weltweiten TNSVerbundes greift das ,,Monitoring"-Projekt bei Bedarf auf bestehende Exklusivverträge und damit auf qualitativ hochwertige internationale Informationsprodukte und Daten zurück. Ferner unterhält TNS Infratest Business Intelligence ein weltweites Desk Researcher-Netzwerk. Mit Hilfe dieses Netzwerkes wird es möglich, Marktstudien und spezifische Daten weltweit, zum Beispiel in Asien, zu identifizieren. Die dafür notwendigen Recherchen werden bei Bedarf von dem zu TNS Global gehörenden Partner vor Ort durchgeführt. Zugriff auf weltweite Ressourcen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 19 Zusätzlich greift Business Intelligence auf die Datenbank FAKT (www.faktonline.de) zurück, einer umfassenden Datensammlung mit internationalen Markt- und Branchenübersichten in zum Teil zehnjährigen Zeitreihen. FAKT ist eine Eigenentwicklung von TNS Infratest Business Intelligence sowie eine der erfolgreichsten deutschen kommerziellen Datenbankangebote für die professionelle Nutzung. Die Datenbank wurde von der Projektverantwortlichen für ,,Monitoring Informationswirtschaft" aufgebaut und steht auch aktuell unter ihrer Verantwortung. Zudem wird es über die Zugehörigkeit von Business Intelligence zu Taylor Nelson Sofrès möglich, dem ,,Monitoring"-Projekt ausgewählte und exklusive Resultate aus noch laufenden Untersuchungen von TNS Infratest verfügbar zu machen. Das gilt besonders für die neuesten Forschungsergebnisse zur Internet-Nutzung. Der Faktenbericht unterscheidet laut Definition Informationswirtschaft Informationswirtschaft", die drei Hauptkapitel "Die Märkte "Infrastrukturelle Voraussetzungen" der der und Gliederung der Faktenberichte folgt Definition der Informationswirtschaft "Informationswirtschaftliche Anwendungen". Innerhalb der Hauptkapitel wurden die folgenden Unterteilungen festgelegt: Die Märkte der Informationswirtschaft · · Der Arbeitsmarkt im Bereich IKT und im Bereich Informationswirtschaft Die weltweiten Märkte für Informationstechnik der und Telekommunikation (IKT) Infrastrukturelle Voraussetzungen · · · · · · Breitbandtechnologien Festnetz-Telefonie Mobilkommunikation Die Verbreitung des Internets Internet-Zugang PC-Dichte Informationswirtschaftliche Anwendungen · · · · · · · · · · Internet-Nutzer-Dichte Soziodemographie der Internet-Nutzer Art und Intensität der Internet-Nutzung E-Commerce B2B E-Commerce/E-Business B2C E-Commerce M-Commerce E-Government Online-Banking Online-Werbung Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 20 Auswahl von Kern- und Adhoc-Indikatoren Zur Beschreibung der Themenfelder werden Kern- und Ad-hocIndikatoren herangezogen: · · ,,Kernindikatoren" sind Indikatoren, zu denen während des gesamten Projektzeitraums Daten und weitere Informationen zu den genannten Schwerpunktthemen gesammelt werden. ,,Ad-hoc-Indikatoren" sind Indikatoren, zu denen im Rahmen ,,aktueller Sonderthemen" zeitlich begrenzt Daten und qualitativ hochwertige Zeitreihen verfügbar sind. Leitstudien für Kernindikatoren Beide Indikatoren werden unter Berücksichtigung der aktuellen Ergebnisse der Primär- und Sekundärforschung ausgewählt. Auf der Basis der Kern- und Ad-hoc-Indikatoren wird für Deutschland ein Ranking mit den Positionierungen Deutschlands in der Welt und im europäischen Vergleich nach den wichtigsten Indikatoren erstellt. In den Faktenberichten werden von Zeit zu Zeit auch bestimmte Sonderthemen behandelt, die nicht in jedem Bericht aufgenommen werden müssen; vielmehr wechseln die Schwerpunkte nach dem sich aktuell ergebenden Bedarf. Ein Beispiel für ein solches Sonderthema war in der Projektphase 2002-2003 E-Learning. In den Trendberichten werden alle Ergebnisse durch Expertenwissen überprüft und differenzierend ergänzt. Zu den Kernindikatoren werden internationale Marktstudien zur Entwicklung der Informationswirtschaft und seiner Teilmärkte identifiziert, die ein Benchmarking der deutschen Informationswirtschaft relativ zu Europa, USA, dem asiatisch-pazifischen Raum und den führenden Weltregionen beziehungsweise zu den insgesamt und in einzelnen Teilregionen führenden Ländern ermöglichen. Für die Auswahl von Marktstudien mit international vergleichenden Daten wurde im Vorprojekt ein Raster mit Qualitätsmerkmalen entwickelt. Dieser hat sich in der Anwendung bewährt und wird für die zweite Projektphase 2003 ­ 2006 fortgeschrieben. Zu den wichtigsten Qualitätskriterien zählen: · · regelmäßiges, mindestens jährliches Erscheinen (so dass auf der Basis dieser Studien Zeitreihen gebildet werden können); möglichst internationale Reichweite zur Sicherstellung eines weltweiten Benchmarking möglichst für die wichtigsten Referenzregionen West- und Osteuropa, Nordamerika/USA und Asien; Offenlegung, Plausibilität und Nachvollziehbarkeit der angewendeten Methodik sowie Abdeckung wichtiger informationswirtschaftlicher Teilmärkte im notwendigen Detailliertheitsgrad. Internationales Benchmark mit vergleichbaren Daten · · Unter Anlegung des ,,Qualitätsrasters" wurden so genannte ,,Leitstudien" identifiziert, die also den gewählten Kriterien besonders entsprechen. Damit wurde sowohl eine angemessene Qualität als auch eine weitgehende Vergleichbarkeit der international benötigten Benchmark-Daten im zeitlichen Verlauf für die Kernindikatoren sichergestellt. Diese Leitstudien sind in der Bibliografie verzeichnet und entsprechend detailliert methodisch beschrieben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 21 Internationale Vergleiche bei Ad-hoc und Kernindikatoren Um die Datenflut zu informationswirtschaftlichen Entwicklungen und Zusammenhängen auch außerhalb der ,,Leitstudien" transparent zu machen, trägt TNS Infratest Business Intelligence Schätzungen verschiedenster Institute zu Kern- und Ad-hoc-Indikatoren (wie zum Beispiel den E-Commerce-Umsatz) in Übersichten zusammen, auch wenn diese Studien nicht kontinuierlich, etwa im Jahresrhythmus, wiederholt werden und mithin keine vergleichbaren Daten über einen längeren Zeitraum vorliegen. Die Nachvollziehbarkeit aller Daten wird durch eine umfangreiche Bibliografie gewährleistet. Dieses Verfahren trifft insbesondere für - aus aktuellem Anlass hinzugenommene beziehungsweise von Sonderthemen den Instituten zu. offen Soweit gelegt, möglich werden Abweichungen kommentiert oder interpretiert. Auf der Basis dieser Zusammenstellungen werden erste Trendaussagen formuliert, die durch die nachfolgende Primärforschung im Rahmen der Trendberichterstattung verifiziert und weiter konkretisiert werden. In Ausnahmefällen werden eigene Berechnungen vorgenommen, sofern die erforderlichen Informationen, um verlässliche Werte aus Fremdstudien ableiten zu können, nicht in der gewünschten Form verfügbar sind. Zum Teil werden auch Einzelstudien isoliert ausgewählt (insbesondere für Deutschland) und detailliert ausgewertet. Dies trifft insbesondere für die Sonderthemen sowie für Themenbereiche zu, die in der Informationswirtschaft aktuell an Bedeutung gewinnen (Beispiel DSL), zu denen aber zu diesem Zeitpunkt im Regelfall noch keine Leitstudien beziehungsweise international vergleichbare Untersuchungen verfügbar sind. Im jetzt vorliegenden 7. Faktenbericht wurde diese bisher entwickelte Übersicht über die Leitstudien grundlegend erweitert und zu einer integrierten kommentierten Bibliographie ausgebaut. Diese im Anhang I nachzuschlagende Bibliographie enthält neben ausführlichen Beschreibungen der bereits im bisherigen Projektverlauf ermittelten Leitstudien eine umfassende aller weiteren Reports, die für die Themenbereiche des Projektes Monitoring Informationswirtschaft von besonderer Bedeutung sind und für den 7. Faktenbericht ausgewertet wurden. Jedes in der kommentierten Bibliographie dargestellte Leitstudienprofil enthält die folgenden Angaben: Marktforschungsstudien, Jahrbücher, Übersicht statistischen Berichte und · · · · · · · Titel der Studie Herausgeber bzw. ggf. Auftraggeber und durchführendes Institut Erscheinungsdatum Beschreibung des Inhalts der Studie Angaben zur Grundgesamtheit und zum Erhebungsverfahren bzw. Auswahlverfahren sowie zum Zeitraum der Datenerhebung Angaben zur Region bei Bedarf Erläuterung Messindikatoren Kommentierung zur der Daten spezifischer Vergleichbarkeit oder bei Erschließung neuer Marktentwicklungen und weiterer Trends · Wiederholungsstudien Link zum Volltext bzw. Hinweis auf weiterführende Informationen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 22 Faktenbericht: Berichtsstruktur Zusätzlich zur Leitstudienübersicht enthält die Bibliographie weitere Quellen, die dem Leser, der mit dem aktuellen Faktenbericht arbeitet, eine umfassende Hilfestellung zur eigenen Bewertung der verwendeten Quellen an die Hand gibt, und ihm ein selbstständiges weitergehendes und vertiefendes Studium der Aspekte des weltweiten IKT-Marktes ermöglicht. Alle recherchierten Daten, unabhängig davon, ob durch die tägliche Pressebeobachtung oder aus exklusiven Datenbanken, Leitstudien, Einzelfalldarstellungen oder individuellen Datensammlungen gewonnen, werden im Faktenbericht in den Hauptkapiteln "Gesamtmarkt", "Infrastruktur" und "Anwendungen" für die Kernindikatoren so weit möglich in der folgenden Rangfolge dargestellt: · · · · · weltweit (globale Sicht), USA, Nordamerika, Japan, Asien/Pazifik, Europa/Westeuropa, Deutschland. Einzelne Länder oder Weltregionen, die als Benchmark oder Best Practice-Beispiele für die deutsche Informationswirtschaft von besonderer Bedeutung sind, werden bei Bedarf ausführlicher dargestellt. Bei Sonderthemen wird ­ soweit möglich ­ dieser regionalen Gliederung gefolgt. Um die Datenflut auch für den eiligen Leser handhabbar zu machen, werden die wichtigsten Ergebnisse im Faktenbericht in Form von circa 350 Grafiken dargestellt. Die Hauptaussage einer jeden Grafik wird in der Überschrift der Grafik kompakt wiederholt. Dies erlaubt dem eiligen Leser eine schnelle Übersicht. Zusätzlich werden die wichtigsten Ergebnisse des Faktenberichts in einem separaten Teil zusammengefasst. Dieser bietet eine prägnante Darstellung der zentralen Ergebnisse zu den Kernindikatoren. Wichtige Fachbegriffe werden im alphabetisch sortierten und angesichts der rasanten Entwicklungen der Informationswirtschaft kontinuierlich fortgeschriebenen Glossar des Faktenberichts definiert. Trendaussagen und Handlungsbedarfe - so wie sie sich aus der Sekundärforschung ergeben - werden in Management Summary von Faktenbericht der und gemeinsamen Trendbericht Online-Angebote thematisiert und zusammengeführt. Fakten- und Trendberichte, die Gemeinsame Management Summary, die jeweiligen Zusammenfassungen der Ergebnisse der beiden Berichte sowie die Chart-Reports werden auf den Websites vom BMWA, von TNS Infratest (http://www.tns-infratest-bi.com/bmwa) und IIE (http://www.password-online.de) zum Download angeboten. Ferner werden alle rund 400 Grafiken des Faktenberichts im Rahmen des Abbildungsverzeichnisses zum Download auf der Website von TNS Infratest verfügbar gemacht (siehe auch die entsprechende Würdigung dieses Verfahrens durch Piller/Tasch, a.a.O., Seite 10-11). Auf dieser Website können auch die Hauptkapitel getrennt voneinander herunter geladen werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 23 Zusammenfassung Die Chartberichte zur Fakten- und Trendberichterstattung stehen in Deutsch und Englisch online zur Verfügung. Die vielfältigen Downloadmöglichkeiten tragen zur hohen Nutzung der ,,Monitoring-Ergebnisse" bei: Mittlerweile sind für jede Aktualisierung rund 70.000 Downloads zu verzeichnen. Die Verfahren der ,,TNS Business Intelligence Sekundärmarktforschung" · · · stellen eine erste systematische und kritische Bewertung der Datenund Informationsflut zur Informationswirtschaft dar; ermöglichen die kontinuierliche Zusammenstellung möglichst umfassender und aktueller Daten im internationalen Vergleich; erlauben eine Übersicht und eine Bewertung unterschiedlicher Ergebnisse in den Studien mit daraus abgeleiteten Trendaussagen und sichern über ihre direkte Verbindung und Abstimmung zur Primärforschung die Verifikation beziehungsweise Ergänzung ihrer Erkenntnisse durch exklusive Umfragen und differenzierte · Trendaussagen. Sind die nach erfolgter Sekundärforschung offen gebliebenen Punkte für die Entwicklung der Informationswirtschaft beziehungsweise für das Erkennen von Chancen, Barrieren, Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten von besonderer Bedeutung, so wird sich der im Monitoring-Projekt mobilisierte informationswirtschaftliche Expertenpool damit in der nächsten Umfragewelle befassen. Mit dieser engen Verzahnung von Sekundär- und Primärforschung wird es möglich, weit über das eigentliche Desk Research hinauszugehen und Beiträge zur Verringerung beziehungsweise Erklärung von Widersprüchen in der aktuellen informationswirtschaftlichen Berichterstattung zu leisten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 24 3.7 Methodische Grundlagen der Primärforschung Expertengewinnung In den folgenden Erörterungen zur Primärforschung wird besonders auf Fragen der Expertengewinnung, der Fragebögen und der Auswertung eingegangen. In Kooperation mit den informationswirtschaftlichen Verbänden und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie unter Rückgriff auf eigene Kontakte werden infragekommende Experten identifiziert, schriftlich und persönlich angesprochen und zum Teil mit beträchtlichem Aufwand telefonisch ,,verfolgt". Es wird Wert darauf gelegt, möglichst die ,,Best Brains" der Informationswirtschaft zu gewinnen und gleichzeitig eine ausgewogene Balance zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern sowie weiteren relevanten Experten (etwa aus der Wissenschaft) herzustellen. Die bevorzugte Methode ist, die Experten den Fragebogen schriftlich ausfüllen zu lassen; es wurde ihnen aber auch angeboten, den Fragebogen teilweise gemeinsam am Telefon auszufüllen. Für den 1. Trendbericht wurden hundert Experten, für den zweiten 129, für den 3. Trendbericht 111 Fragebögen und für den 4. Trendbericht 109 Fragebögen ausgewertet. Von Jahr zu Jahr gibt es unter den Experten eine bedeutende Schrumpfung, weil Experten aus dem Berufsleben oder aus ihrem Unternehmen ausscheiden, weil sie für eine weitere Zusammenarbeit nicht gewonnen werden können, weil kontinuierlich versucht wird, die qualitative Struktur des Expertenpools zu verbessern, und weil die Hinzunahme neuer Fragestellungen (zum Beispiel ,,E-Government") eine andere qualitative Struktur des Expertenpools notwendig macht. Auch wenn der ,,Expertenpool" mithin einer kontinuierlichen Pflege bedarf, so wird es dennoch Jahr für Jahr leichter, eine ausreichende Expertise für die voraussichtlichen weiteren Entwicklungen der Informationswirtschaft zu mobilisieren. Für die Festlegung der Themenschwerpunkte für die Trendberichte wird die Expertise der kooperierenden Verbände einbezogen. In allen vier bisher verwandten Fragebögen hatten die folgenden Themenschwerpunkte zentrale Bedeutung: · Identifizierung viel versprechender Technologie-, Produkt- und Dienstleistungsbereiche für die deutsche Informationswirtschaft auf der Basis eines internationalen Benchmarking (= Position der deutschen Informationswirtschaft im internationalen Wettbewerb); viel versprechende kommerzielle Strategien unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen (zum Beispiel: Konvergenzen zwischen den informationswirtschaftlichen Teilmärkten, Globalisierung und Europäisierung der Märkte, Krise der New Economy, rezessive oder Aufschwungtendenzen Welthandel); in der Gesamtwirtschaft sowie im Fragebögen · · aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt unter besonderer Berücksichtigung von Problemen des Qualifikationserwerbs und der Medienkompetenz; Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 25 · Identifizierung von marktfördernden und markthemmenden Größen (als eine vergleichsweise ,,neue" Marktbarriere wurden zum Beispiel Kooperationsprobleme zwischen informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern identifiziert) sowie informationswirtschaftlich relevante Handlungsoptionen und -erfordernisse für Politik und Verbände. dem 2. Trendbericht wurde der Themenschwerpunkt · Ab ,,E-Government - Die Bedeutung des öffentlichen Bereiches für die Informationswirtschaft" hinzugenommen. Während es in den ersten beiden Trendberichten darum ging, möglichst alle relevanten Themenbereiche nach dem Ansatz für das Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" abzudecken, wurde für die Fragebögen des 3. und 4. Trendberichtes größerer Wert darauf gelegt, Kontinuitäten, Weiterentwicklungen und Brüche in den Einschätzungen der Experten unter sich wandelnden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufzudecken. Mittlerweile liegen zum Teil Indikatoren-Zeitreihen von 2000 ­ 2004 vor. Auch wurden mit dem 3. und 4. Trendbericht ein Überblick über den Wandel des ,,Branchenklimas" sowie wichtiger Einschätzungen und Voraussagen erarbeitet. innerhalb eines Dreijahreszeitraums im Vergleich Auswertung Zusätzlich wurde im 4. Trendbericht ein Bezugsrahmen für die Behandlung von Problemen der Informationsgesellschaft aus der Sicht der Informationswirtschaft entwickelt. Alle Antworten einschließlich der offenen Fragen wurden auch quantitativ ausgewertet. Bei den offenen Fragen wurden zunächst die Antworten gesichtet und auf dieser Basis ein Klassifikationsschema (Cluster) entwickelt und erprobt. Bei der Interpretation der Ergebnisse wurde versucht, möglichst das gesamte Meinungs- und Beurteilungsspektrum der Informationswirtschaft in seiner Differenziertheit abzudecken. Dabei wurden in hohem Maße die Kommentare der befragten Experten zitiert. Damit können die Trendberichte zusammengenommen auch als Stimmungsbarometer und authentisch vorgetragene Zukunftsperspektiven der Informationswirtschaft im Wandel gesehen werden. Gleichzeitig wurde es unternommen, die vorliegenden Ergebnisse unter Rückgriff auf die Ergebnisse der Faktenberichte und weiterer Literatur in umfassendere Problem- und Argumentationszusammenhänge zu integrieren. Eine ausreichende Lesbarkeit wurde durch eine Zusammenfassung der Ergebnisse in einem besonderen Teil sowie eine Zusammenfassung von Teilergebnissen in einer Hypothese sichergestellt. Hinzu kamen formale Maßnahmen zur Anhebung der Lesefreundlichkeit wie die Verwendung von Tabellen und Grafiken, erklärende Marginalien am Rande und die Grundierung von Zitaten. Im 2. Trendbericht war ein weitgehender Konsens der befragten Experten zum Bestehen eines so genannten ,,Chancenparadoxes" ermittelt worden: Expertenworkshops Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 26 Ausgangspunkt ,,Chancenparadox" · · Einerseits ergaben sich die besten Geschäftschancen informationswirtschaftlicher Anbieter in Zusammenarbeit mit den Anwendern. Andererseits bestanden zwischen den informationswirtschaftlichen Anbietern und Anwendern weitgehende Kooperationsprobleme. Publizierung der Ergebnisse Um hier zu konkreteren Ergebnissen zu kommen, als dies über eine schriftliche und in Teilen telefonische Umfrage möglich gewesen wäre, wurde 2002 das zusätzliche Erhebungsinstrument ,,Expertenworkshop" eingesetzt. Mittlerweile wurden drei Expertenworkshops durchgeführt. Gegenwärtig sieht es so aus, als ob die Branche ,,Elektronische Informationsdienste" die Expertenworkshops aus eigener Kraft, also ohne weitere Hilfe durch das Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft", fortsetzen würde. Die umfangreichen Ergebnisse jedes Expertenworkshops wurden in Fachzeitschriften sowie in den Trendberichten publiziert. Alle Ergebnisse waren unter maßgeblicher Beteiligung von mehreren Teilnehmern der jeweiligen Expertenworkshops zustande gekommen. Die wichtigste Funktion der Verbände für das Projekt ,,Monitoring Informationswirtschaft" war die Benennung von Experten und ihre Empfehlung, das Projekt zu unterstützen. Als weitere Kooperationsbereiche ergaben sich: · Kooperationsbereiche · · Hilfen bei konzeptionellen Fragestellungen, zum Beispiel ,,Gegenlesen" von Fragebogenentwürfen für den Trendbericht sowie Empfehlung von Verbesserungsvorschlägen; Durchführung von Veranstaltungen und Workshops; Verbreitung von Monitoring-Ergebnissen, zum Beispiel durch Links zu den Trend- und Faktenberichten auf den eigenen Server oder Verfügbarmachung eigener Publikationen für die Darstellung von Monitoring-Ergebnissen durch die umsetzenden Institute (Beispiel: Veröffentlichungen zeitschriften). wichtigste in mittlerweile etwa 25 Handelskammer- Kooperationspartner: Verbände und Experten Als Kooperationspartner wurden die meisten informationswirtschaftlichen und informationswirtschaftlich relevanten Verbände sowie informationswirtschaftliche Experten und Einrichtungen gewonnen. Eine Kooperation wurde insbesondere mit den folgenden Verbänden sichergestellt: · · · · · · · · · · · · Association for Image und Information Management International (AIIM); BITKOM; Börsenverein für den deutschen Buchhandel; Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK); Deutscher Multimedia Verband (dmmv); Industrie- und Handelskammer Essen; Industrie- und Handelskammer Frankfurt; Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum; Industrie- und Handelskammer Potsdam; Initiative D 21; SIHK ­ Südwestfälische Industrie und Handelskammer zu Hagen; Technologie-Transfer-Zentrale Schleswig-Holstein (ttz); Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 27 · · · · · Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM); Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland (VUD); Verband Privater Rundfunk- und Telekommunikation e.V. (VPRT); Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und Zentralverband Elektrotechnische und Elektronik-Industrie (ZVEI). Mittlerweile gibt es einen Pool mit mehreren informationswirtschaftlichen Wissenschaftler und Experten andere relevante (Anbieter, Personen hundert Anwender, aus allen informationswirtschaftlichen Teilmärkten). Diese auch nur teilweise zu mobilisieren ist mit einem beachtlichen Aufwand verbunden. Ähnliches gilt für die Zusammenarbeit mit den Verbänden. Insgesamt gibt es aber doch eine eingespielte Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern und wird es Jahr für Jahr leichter, auf die gewonnenen Kooperationspotenziale zuzugreifen. Für den 4. Trendbericht wurde eine weitere Zusammenarbeit mit dem VIW (Verband der Informationswirtschaft) Österreich sowie zwölf weiteren Industrie- und Handelskammern sichergestellt. Die Zusammenarbeit mit dem VIW führte erstmalig insoweit zu einer Internationalisierung der Trendberichte, als zwölf führende österreichische informationswirtschaftliche Experten befragt werden konnten und sich im ,,Branchen- und Deutschland und Österreich ergaben. Beschäftigungsbarometer" beispielsweise systematische Unterschiede zwischen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 28 3.8 Verbreitung der Monitoring-Ergebnisse ­ Öffentlichkeitsarbeit Besonderheiten Eine möglichst hohe Nutzungs- und Lesefreundlichkeit unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Möglichkeiten Elektronischer Medien wurde durch die folgenden vertriebsunterstützenden Maßnahmen angestrebt: · Zusammenfassung der Ergebnisse nicht nur in einer Management Summary, sondern auch als Power-Point Grafiken (Faktenbericht) bzw. stichwortartige Charts (Trendbericht) als aussagefähige Präsentationen Sprache; dies sowohl in deutscher als auch in englischer · · Entwicklung modulähnlicher Kapitel und Kapitelteile, die jeder gut für sich gelesen und heruntergeladen werden können; Mitlieferungen der empirischen Grundlagen von Trendbarometer und Trendbericht durch ein sehr weitgehendes Zitieren der qualitativen Kommentare der Experten (in Band 2 des Trendberichts) und damit Sicherstellung einer weitgehenden Authentizität sowie Nachprüfbarkeit der Ergebnisse des Trendberichtes; Elektronische Verfügbarmachung der Berichte Einzelergebnisse, das bedeutet insbesondere: - nutzerfreundliche Verfügbarmachung des und Faktenseiner und · Trendberichtes auf den Websites des BMWA, von TNS Infratest (http://www.tns-infratest-bi/bmwa) und des IIE (http://www.password-online.de) unter anderem durch kapitelweise Downloadmöglichkeiten sowie der circa 400 Grafiken des Faktenberichts; Verlinkungen aus der Bibliografie zu Quellen im Internet. - Öffentlichkeitsarbeit Die elektronische Verfügbarmachung der Monitoring-Berichte generierte bereits im Vorprojekt ein kontinuierliches in der Tendenz wachsendes Medienecho. Gleichwohl sollte dieses auch in der zweiten Projektphase 2003 ­ 2006 durch Maßnahmen einer aktiven Öffentlichkeitsarbeit ergänzt werden. An Maßnahmenbereichen ergeben sich insbesondere · · · individuelle Betreuung der Medien (Anfragenbeantwortung, Interviews); Pressekonferenzen, Pressemitteilungen und eventueller Workshop sowie Eigenpublikationen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 29 Das erzielte Medienecho ­ individuelle Betreuung der Medien Mit Hilfe eines Presseausschnittdienstes wurde im Vorläuferprojekt eine kontinuierlich hohe und steigende Berichterstattung über ,,Monitoring Informationswirtschaft" sowohl in den Tages- als auch in den Fachmedien nachgewiesen. Es wurden auch Medien mit überregionaler Bedeutung erreicht. So erfolgten Publikationen unter anderem in der Frankfurter Allgemeinen, in Die Welt sowie über die Nachrichtentickerdienste der Deutschen Presse Agentur und der Vereinigten Wirtschaftsdienste. Die Anzahl der von Dritten publizierten Presseberichte pendelte sich ab dem 4. Faktenbericht bei circa 40 pro Berichtsausgabe ein. Auch die Zitierungen in Fachpublikationen mit der Nennung von ,,Monitoring Informationswirtschaft" als Quelle nahmen kontinuierlich zu. Ferner wurde eingehender und ausführlicher über das Projekt und seine Ergebnisse berichtet. Damit haben auch die Medien einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, dass sich ,,Monitoring Informationswirtschaft" auf dem Wege befindet, zu einem wichtigen dabei stets aktuellen Grundlagenwerk für die Informationswirtschaft im deutschsprachigen Raum zu werden. Angesichts der damit bestehenden Kontakte und zum Teil eingespielten Kooperationen zu Fach- und nationalen Medien sowie angesichts der mittlerweile erreichten Bekanntheitsgrades der Online-Angebote der Monitoring-Berichte wird sich im Rahmen von ,,Monitoring 2003 ­ 2006" aller Voraussicht nach ein noch weitergehendes Medienecho zu aktuellen informationswirtschaftlichen Ergebnissen sicherstellen lassen. Pressekonferenzen, Pressemitteilungen und eventueller Workshop für die Fachöffentlichkeit In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber werden die umsetzenden Institute Pressekonferenzen und Pressegespräche (voraussichtlich wieder unter Vorsitz des BMWA-Staatssekretärs Dr. Tacke) durchführen. Seitens des BMWA und TNS Infratest werden jeweils zum Erscheinen verschiedener Berichte diverse Pressemitteilungen herausgegeben. Das Interesse an den ,,Monitoring-Berichten" in der Form von Downloads und Anfragen Interessierter stieg besonders nach den Pressekonferenzen stark an. Mittlerweile werden die verfügbaren Online-Publikationen je Aktualisierung an die 70.000 Mal heruntergeladen. Eigenpublikationen Die umsetzenden Institute werden auch in der zweiten Projektphase regelmäßig in Eigenpublikationen zusätzlich zu den Fakten- und Trendberichten über die Monitoring-Ergebnisse berichten. Dabei soll es auch verstärkt zu Veröffentlichungen methodologischer Fragen kommen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 30 3.9 Die bisher erschienenen Fakten- und Trendberichte nach thematischen Schwerpunkten und Bezugsmöglichkeiten Alle Berichte in der Übersicht Die folgende Tabelle gibt abschließend einen Überblick über die bereits erschienenen Berichtsversionen und deren Bezugsmöglichkeiten. Berichte 1. Faktenbericht Erscheinungsmonat Oktober 2000 · · · · Thematische Schwerpunkte Online-Werbung Elektronische Informationsdienste und Printmedien Audiovisuelle Medien Informationsgesellschaft 2. Faktenbericht April 2001 1. Trendbericht April 2001 · · · · · · 3. Faktenbericht Oktober 2001 · · · Online-Banking Online-Werbung Elektronische Informationsdienste Strategien in der Globalisierung Qualifikationserwerb Chancen informationswirtschaftlicher Unternehmen auf den internationalen Märkten Politik für die Informationswirtschaft Online-Werbung E-Government Bezugsmöglichkeiten TNS Infratest GmbH & Co. TNS Business Intelligence Florian Neinert Landsberger Str. 338 80687 München 089 / 5600 - 1133 089 / 580 19 96 florian.neinert@ tns-infratest.com TNS Infratest (Adresse siehe oben) Institute for Information Economics Dr. Willi Bredemeier Erzbergerstraße 11 + 15 45527 Hattingen 02324 / 6 70 09 02324 / 6 70 06 w.bredemeier@gmx.de 4. Faktenbericht April 2002 2. Trendbericht April 2002 · · · · · · · · · 5. Faktenbericht Oktober 2002 · · · · · · Elektronische Informationsdienste Online-Banking Online-Werbung E-Government E-Learning Konjunkturelle Aussichten/ Krise der ,,New Economy" Zusammenwirken Old und New Economy E-Government Informationswirtschaftliche Entwicklungsengpässe Multimedia-Industrie Frauen im Internet Online-Banking Online-Werbung E-Government E-Learning TNS Infratest (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter http://www.tns-infratestbi.com/bmwa TNS Infratest (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter http://www.tns-infratestbi.com/bmwa Institute for Information Economics (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter: http://www.password-online.de TNS Infratest (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter http://www.tns-infratestbi.com/bmwa Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Methodologie und Bestandsaufnahme 31 Berichte 6. Faktenbericht Erscheinungsmonat April 2003 3. Trendbericht April 2003 · · · · · · · · · 7. Faktenbericht Mai 2004 · · · · · · · 4. Trendbericht Mai 2004 · · · · · · · Thematische Schwerpunkte Frauen im Internet Online-Banking Online-Werbung E-Government E-Learning Konjunkturelle Entwicklung/ Wege aus der Rezession Aktuelle Beschäftigungs- und Qualifikationsentwicklung Geschäftschancen/ Existenzgründungen neue Geschäftsbereiche Politischer und weiterer Handlungsbedarf Prioritäten für EGovernment IKT-Arbeitsmarkt und Qualifikation Internet-Nutzung Einsatz von E-Business-Anwendungen und Technologien BreitbandTechnologien Neue MobilfunkDienste Status und Entwicklung von E-Government Branchenbarometer zur Geschäfts- und Budgetentwicklung Beschäftigungs- und Qualifikationsentwicklung, Qualifikationserwerb und Medienkompetenz Viel versprechende Geschäftsbereiche nach FuEDurchbruchsbereichen, neuen Diensten und Anwenderbranchen Wachstumsbereiche IT-Sicherheit und EGovernment Market Drivers und Marktbarrieren bei KMUs Politischer Handlungsbedarf Informationsgesellschaft Bezugsmöglichkeiten TNS Infratest (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter http://www.tns-infratestbi.com/bmwa Institute for Information Economics (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter: http://www.password-online.de TNS Infratest (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter http://www.tns-infratestbi.com/bmwa Institute for Information Economics (Adresse siehe oben) kostenfreier Download unter: http://www.password-online.de Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004, 4. Trendbericht 2004 Informationswirtschaft 32 4. Der Gesamtmarkt der Informationswirtschaft Das Kapitel ,,Gesamtmarkt" stellt die wichtigsten Basisdaten für die relevanten Teilmärkte der Informationswirtschaft zusammen. Hierzu gehören insbesondere Daten zu den Bereichen · · Beschäftigte der Informationswirtschaft, Umsatz- und Marktdaten zur Informationstechnik und Telekommunikation. Bei der Analyse der Informationstechnik und Telekommunikation richtet sich der Bericht nach der Definition des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien e.V. (BITKOM). Demnach umfasst der Teilmarkt ,,Informationstechnik und Telekommunikation" informationstechnische die InformationsHardware, und Kommunikationstechnik (IuK), die Software und Services sowie Telekommunikationstechnik und Telekommunikationsdienste, insbesondere Telefon- und Mobilkommunikation. Die Informationswirtschaft wird auch in den nächsten Jahren weiterhin zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung beitragen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen nicht nur auf Positionen innerhalb der Informationswirtschaft, sondern auch auf Positionen in allen Anwenderunternehmen quer durch alle Branchen der Volkswirtschaft (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3) bezieht. Um auf den sich zunehmend globalisierenden Güter-, Dienstleistungs- und auch Arbeitsmärkten bestehen zu können, muss Deutschland seine gute Ausgangsposition insbesondere im Bereich der Informations- und Telekommunikationsdienste nutzen und weiter ausbauen. Dazu zählt u.a. auch die verstärkte Förderung des IT-Nachwuchses, der Ausbau weltweiter Führungspositionen bei der Entwicklung neuer Technologien, die adäquate Vermittlung der Medienkompetenz und die Verringerung von Digital Divides bzw. die Beseitigung von Chancenungleichheiten beim Internet-Access Gerade in Zeiten der Stagnation bzw. noch negativer Beschäftigungsentwicklung oder Rezession ist eine zeitnahe Beobachtung der weltweiten informationswirtschaftlichen Märkte und ihrer Entwicklungen gefragt, da Prognosen nur für kleine Zeiträume gelten können. Abb. 2 Die Informationswirtschaft bewirkt weiterhin tief greifende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft Auch die Informationswirtschaft traf die Folgen der anhaltenden Schwäche der weltweiten Konjunktur. Dennoch konnte sich Deutschland im weltweiten IT-Länderranking auf Rang 10 erheblich verbessern. Die Beschäftigungs- und Branchenerwartungen für 2004 sind wieder positiv. E-Society: Die Informationswirtschaft wird zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung auch in den nächsten Jahren weiterhin beitragen. Die Deregulierung wichtiger Anwenderbranchen ist für das Wachstum der Informationswirtschaft wichtig. Das Internet ist bereits ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Deutschland der bedeutendste E-Commerce-Markt in Europa. E-Kompetenz: Eine angemessene Versorgung der Informationswirtschaft mit qualifiziertem Personal und das Erreichen einer flächendeckenden Medienkompetenz in der Bevölkerung wird die Entwicklung der Informationsgesellschaft weiterhin entscheidend vorantreiben. E-Business: Die elektronische Verzahnung von Prozessen zwischen Unternehmen und die Integration der Internet-Technologie in die Geschäftsprozesse erleichtert die Kooperation zwischen europäischen Ländern und erschließt globale Märkte, vor allem für KMU`s. E-Technik: Die mobilen Anwendungen und Dienste befinden sich auf dem Vormarsch. E-Government: E-Government ist zu einer der wichtigsten Anwenderbranchen aufgestiegen. Auch die Nachfrage aus dem öffentlichen Bereich nach Angeboten der Informationswirtschaft hat an Bedeutung gewonnen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 33 4.1. Der Arbeitsmarkt im Bereich IKT und im Bereich der Informationswirtschaft Aufgrund der wirtschaftlichen Situation dominieren im Arbeitsmarktbereich folgende zwei Fragestellungen: · · Gibt es dieses Jahr einen Wendepunkt auf dem IT-Arbeitsmarkt in Richtung wieder steigender Nachfrage? Welche Anforderungen werden in Zukunft an IT-Kräfte gestellt, und wie sehen die Aus- und Weiterbildungskonzepte dazu aus? Die Meinungen und Schätzungen zu diesen Fragen differieren sehr stark. Ziel des Kapitels ist, die relevanten Fakten aus unterschiedlichen Studienergebnissen darzustellen. 4.1.1 Angebot und Nachfrage an Fachkräften in der Informationswirtschaft weltweit und europaweit Sowohl in Europa als auch in Nordamerika gab es im vergangenen Jahr keine entscheidenden Impulse zur Erholung des Arbeitsmarktes für ITFachkräfte, wohl aber Anzeichen für eine Stabilisierung der Situation und eine mögliche Erholung des Arbeitsmarktes in diesem und dem kommenden Jahr. USA Den jüngsten Marktzahlen des US-amerikanischen Arbeitsministeriums zufolge entstehen im amerikanischen Technologiesektor derzeit kaum neue Arbeitsplätze. Im Februar 2004 verzeichnete die amerikanische Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr lediglich 21.000 neue Jobs im IKTSektor. Marktbeobachter einiger amerikanischer Investmentbanken hatten zuvor noch einen Anstieg um 125.000 Arbeitsplätze für möglich gehalten. Aus der aktuellen, jährlich erscheinenden Arbeitsmarktstatistik der Information Technology Association of America (ITAA) vom Mai 2003 geht hervor, dass die Nachfrage nach Arbeitnehmern im IKT-Bereich in den USA zwar weiter sinkt, sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt aber gleichzeitig zu normalisieren beginnt, die Zahl der Entlassungen zurückgeht und die Zahl der Arbeitnehmer im Bereich der Informations- und Telekommunikationsindustrie sich allmählich stabilisiert. Im ersten Quartal 2003 waren in den USA rund 10,3 Millionen Arbeitskräfte im IT-Sektor angestellt ­ eine Steigerung von 4,2 Prozent im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres. Damit waren zu diesem Zeitpunkt etwa 7,9 Prozent aller Arbeitnehmer in den USA (ohne Landwirtschaft) im IT-Bereich beschäftigt. Die meisten Arbeitnehmer waren zu diesem Zeitpunkt in der Softwareentwicklung, als Programmierer oder im technischen Support eingestellt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 34 Abb. 3 Über 20 Prozent aller IT-Beschäftigten in den USA arbeiten in der Softwareentwicklung USA: Beschäftigte in der IT-Branche nach Arbeitsbereichen in Millionen und Prozent März 2003 Technische Dokumentation 0,54 Mio. Digitale Medien 0,69 Mio. (6,7%) (5,2%) Sonstige 1,29 Mio. (12,5%) Programmierung/ Softwareentwicklung 2,14 Mio. (20,8%) Netzwerkdesign und verwaltung 0,73 Mio. (7,1%) Web-Entwicklung und Administration 0,89 Mio. (8,6%) Datenbankentwicklung und -verwaltung 1,01 Mio. (9,8%) ITAA, Mai 2003 Technischer Support 1,9 Mio. (18,5%) Firmensysteme 1,11 Mio. (10,8%) Umfragen zu den Einstellungsplänen unter Personalvorgesetzten in den USA deuten eine Erholung der Situation am IT-Arbeitsmarkt an. So gaben bei einer Umfrage des amerikanischen Online-Stellenportals Dice.com vom August 2003 72 Prozent der befragten Personalverantwortlichen an, in den folgenden sechs Monaten IT-Fachkräfte einstellen zu wollen. 49 Prozent der Befragten planen mehr Einstellungen als im Vorjahr. In einer Studie vom Juli 2003 das amerikanische Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte. Der Studie zufolge gaben im Jahr 2003 41 Prozent der untersuchten Großunternehmen (mit einem Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen USD) an, die Anzahl ihrer IT-Arbeitskräfte zu reduzieren. Gleichzeitig wurden nur in 18 Prozent der Firmen Neueinstellungen geplant. Für das Jahr 2004 rechnet Computer Economics gleichwohl mit einer Entspannung der Lage auf dem ITArbeitsmarkt. So soll der Anteil der Großunternehmen, die in diesem Jahr IT-Fachkräfte einstellen, um neun Prozentpunkte auf 27 Prozent steigen. Marktforschungsinstitut Computer analysierte Economics das Potenzial am Abb. 4 Die Lage am US-amerikanischen Arbeitsmarkt beginnt sich zu verbessern USA: Entwicklung des Personalbestandes im IT-Bereich von Großunternehmen* in Prozent 2001-2004 Anstieg der Mitarbeiterzahl Senkung der Mitarbeiterzahl Keine Veränderung 48 44 41 41 38 35 32 32 27 24 20 18 2001 * Umsatz von mehr als 250 Mio. USD ** Prognose 2002 2003 2004** Computer Economics, Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 35 Europa Die letzten offiziellen Statistiken zur Zahl der Beschäftigten im IKT-Sektor im europaweiten Vergleich finden sich im Information Society Statistics Pocketbook 2003 der EU-Statistikbehörde Eurostat. Diesem Bericht zufolge waren innerhalb der Europäischen Union Ende des Jahres 2000 rund 6,1 Millionen Beschäftigte im IKT-Sektor tätig, davon 1,6 Millionen im Produktionsbereich (ICT manufacturing) und 4,5 Millionen im Dienstleistungsbereich (ICT services). Abb. 5 Großbritannien und Deutschland sind die führenden IKT-Arbeitsmärkte in Europa EU: Anzahl der Beschäftigten im IKT-Sektor und Anteil an der Beschäftigten gesamt in Prozent 2000 Restliche EU 1.109.851 Schweden 374.322 (6,4%) Niederlande 345.670 (4,3%) Spanien 422.252 (2,7%) Großbritannien 1.409.415 (5,0%) Deutschland * 938.741 (2,5%) Italien 710.235 (3,1%) Frankreich 845.514 (3,5%) * Zahlen von 1999 Eurostat, 2003 In Westeuropa (inkl. Norwegen und der Schweiz) lag die Gesamtzahl der Beschäftigten im IKT-Sektor nach Angaben des amerikanischen ChipHerstellers Intel bei 6,5 Millionen. Dies entsprach einem Anteil an der Gesamtzahl der Beschäftigten in Westeuropa in Höhe von gut vier Prozent. Für das Jahr 2004 rechnet Intel in einer Arbeitsmarktanalyse vom November 2002 mit rund 8,5 Millionen Beschäftigten im IKT-Bereich und einem Anteil an der westeuropäischen Gesamtzahl der Beschäftigten in Höhe von 5,25 Prozent. Aus der im März 2004 herausgegebenen Eurostat-Veröffentlichung "Statistics on the Information Society in Europe 2003" geht hervor, dass sich allein der Anteil der Computerspezialisten an der Gesamtzahl aller Beschäftigten in der EU im Jahr 2002 auf rund 1,7 Prozent belief. Einen überdurchschnittlich hohen Anteil wiesen die "technologie-affinen" skandinavischen Länder sowie die Niederlande mit Werten über zwei Prozent auf. Deutschland liegt mit einem Anteil von 1,6 Prozent knapp unterhalb des EU-Durchschnitts. Bemerkenswert ist der hohe Verbreitungsgrad von Computerspezialisten in einigen der neuen EU-Mitgliedsstaaten. So liegt der Anteil dieser Fachgruppe an der Gesamtzahl der Beschäftigten in der Tschechischen Republik bei 1,8 Prozent und in Ungarn und der Slowakei immerhin noch bei 1,2 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 36 Abb. 6 Der Anteil der Computerspezialisten an der Gesamtzahl der Beschäftigten nimmt in fast allen Ländern zu Europa: Anteil der Computerspezialisten an der Gesamtzahl der Beschäftigten in Prozent 2000 und 2002 Schweden Niederlande Norwegen Großbritanien Frankreich Tschechische Republik Deutschland Italien Ungarn EU 15 3,3 3,3 3,2 3,1 1,6 1,5 1,5 1,6 1,8 1,8 1,8 2,2 2,2 2,5 2000 2002 0,9 0,9 1,2 1,2 1,5 1,7 Eurostat, März 2004 4.1.2 Beschäftigtenzahlen im deutschen IKT-Bereich Im zweiten Jahr in Folge ist die Zahl der Erwerbstätigen in der deutschen IT- und Telekommunikationsbranche im vergangenen Jahr gesunken. Im Jahr 2003 verlor die IKT-Industrie rund 30.000 Arbeitsplätze, nachdem im Jahr zuvor bereits ein Rückgang von annähernd 40.000 Stellen zu registrieren war. Dies geht aus der aktuellen Marktübersicht des Branchenverbandes BITKOM vom Januar 2004 hervor, die auf vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes basiert. Insgesamt arbeiteten im Jahr 2003 rund 751.000 Beschäftigte in der IKT-Branche, 3,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Trendbericht bestätigt, dass die Unternehmen den positiven Wirtschaftsentwicklungen noch nicht genügend trauen konnten, um neue Mitarbeiter einzustellen (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Ausschlaggebend für diesen Rückgang der Beschäftigtenzahlen ist nach Ansicht von BITKOM in hohem Maße die im Jahr 2001 eingetretene gesamtwirtschaftliche Krise, die dazu führte, dass viele Unternehmen der Branche sich gezwungen sahen, sich der geänderten Nachfrage und den sich verschlechternden wirtschaftlichen Prognosen anzupassen und unter anderem auch die Arbeitskosten zu senken. Besonders deutlich ging das Beschäftigungsniveau in der Teilbranche der Nachrichtentechnik (Herstellung von nachrichtentechnischen Geräten und Einrichtungen) zurück; dort sank die Zahl der Erwerbstätigen binnen Jahresfrist um 5,6 Prozent auf 68.000. Ebenfalls verhältnismäßig hohe Rückgänge gab es im Bereich der Telekommunikationsdienste mit einem Minus von 4,3 Prozent auf 225.000 sowie im Bereich der IT-Hardware (Herstellung von Büromaschinen und DV-Geräten) mit einem Beschäftigungsrückgang von 4,0 Prozent auf 95.000. Im größten Teilmarkt innerhalb der IKT-Branche, dem Bereich der Software und IT-Dienstleistungen, fiel der Rückgang mit 3,2 Prozent etwas moderater aus. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 37 Abb. 7 Im Jahr 2003 nahm die Zahl der Beschäftigten in der IKT-Branche weiter ab Deutschland: Erwerbstätige in der IKT-Branche nach Sektoren 2003 und Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent 1999-2003 Nachrichtentechnik 68.000 (-5,6%) IT-Hardware 95.000 (-4,0%) 2003* 458.000 (-3,4%) 293.000 (-4,6%) 751.000 (-3,8%) 2002 474.000 (-3,7%) 307.000 (-6,1%) 781.000 (-4,6%) 2003 Software und IT-Services 363.000 (-3,2%) 2001 492.000 (+0,4%) 327.000 (-0,9%) 819.000 (-0,1%) 2000 490.000 (+17,2%) 330.000 (+0,9%) 820.000 (+10,1%) TK-Dienste 225.000 (-4,3%) 1999 418.000 327.000 745.000 Informationstechnik BITKOM, Januar 2004 Telekommunikation * Schätzung Abb. 8 Im branchenübergreifenden Vergleich zählt der Bereich der Informationsund Kommunikationstechnik zu den Industrien mit den höchsten Beschäftigtenzahlen. Allerdings ist die Zuordnung einer Rangfolge schwierig, da die Angaben aus den offiziellen Statistiken des Statistischen Bundesamtes der Heterogenität der IKT-Branche und dem Problem der Abgrenzung zu benachbarten Industrien nur begrenzt Rechenschaft tragen können. Bereits heute hängen mehr als die Hälfte der Industrieproduktion und über 80 Prozent der Exporte Deutschlands vom Einsatz moderner IKT-Systeme ab. Die IKT-Branche gehört, gemessen an den Beschäftigtenzahlen, zu den führenden Industrien in Deutschland Deutschland: Beschäftigtenzahlen ausgewählter Branchen in Tausend 2003* und Veränderung gegenüber 2002 in Prozent Maschinenbau 1.029 (-2,6%) Fahrzeugbau 859 (-0,3%) IKT 751 (-3,8%) Ernährungsgewerbe Papier-, Verlags-, Druckgewerbe Chemische Industrie 696 (-1,8%) 494 (-3,5%) 473 (-0,9%) * IKT: 31.12.2003, alle anderen Branchen: 31.06.2003 Statistisches Bundesamt/BITKOM, 2004 Das aktuelle Branchenbarometer des BITKOM vom Dezember 2003 zur Lage im IKT-Sektor zeigt, dass sich die Lage im vergangenen Jahr trotz weiterer Entlassungen stabilisiert hat. Gaben in der Vorjahresuntersuchung bspw. im Segment der IT-Hardware noch 37,1 Prozent aller befragten Unternehmen an, ihren Personalbestand im Vorjahr reduziert zu haben, so sank diese Quote in der aktuellen Befragung auf 30,9 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der Hardware-Unternehmen, deren Personalbestand im Jahr zuvor stieg, von 11,4 auf 22,1 Prozent an. In den anderen IKT-Teilbranchen stellt sich die Entwicklung ähnlich dar. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 38 Abb. 9 Die Personalentwicklung in der deutschen IKT-Branche stabilisierte sich im vergangenen Jahr Deutschland: Entwicklung des Personalbestandes im Vergleich zum Vorjahresquartal in Prozent der Unternehmen Quartal I-III 2003 fallend stabil steigend 18,8 12,5 22,1 22,1 10,0 30,0 15,4 43,8 60,0 47,1 49,4 38,9 61,5 60,0 38,9 43,8 30,9 31,8 Hardware Software IT Services TK-Endgeräte TK- 23,1 Internet-/ Infrastruktur Online-Dienste BITKOM Branchenbarometer, Dezember 2003 20,0 20,0 Mobilfunkdienste Ausblick Die Ergebnisse des BITKOM Branchenbarometers müssen allerdings mit Vorsicht behandelt werden, da teilweise nur wenige der für das Barometer befragten IT- und TK-Unternehmen Angaben zu ihrem Personalbestand machen. Für 2004 rechnet BITKOM aufgrund der prognostizierten Erholung der Konjunktur mit einer Stabilisierung des Arbeitsmarktes ab der zweiten Jahreshälfte und Stellenangebots. Auch die für 2005 mit einer spürbaren Belebung des Expertenbefragung des Trendberichts bestätigt, dass gegenwärtig die Beschäftigungserwartungen für 2004 generell besser eingeschätzt werden als die aktuelle Beschäftigungslage. Für 2003/2004 ist der Gesamt-Beschäftigungsindikator auf 0,99 (Erwartung) gestiegen (ab Wert 1,00 als positiv zu werten) nach 0,21 (Erfahrung 2002/2003; Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Diesen Trend bestätigt auch die jüngste Statistik von Adecco zum deutschen Arbeitsmarkt, veröffentlicht in der Zeitschrift "Computerwoche" im März 2004. Zwar erschienen laut Analyse von Adecco im Gesamtjahr 2003 nur noch 14.014 Stellenangebote im IT-Bereich (2002: 23.738), doch ließ sich im vierten Quartal 2003 eine leichte Entspannung feststellen. Während in den Monaten Januar bis März 2003 der Rückgang der Zahl der Stellenausschreibungen im IT-Bereich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei fast 50 Prozent lag, verringerte sich diese Differenz im vierten Quartal auf nur noch 20 Prozent. Für die Untersuchung analysiert Adecco kontinuierlich die Stellenanzeigen in 40 Tageszeitungen sowie der Computerwoche. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 39 Abb. 10 Im vierten Quartal 2003 verbesserte sich die Situation am IT-Stellenmarkt geringfügig Deutschland: Zahl der IT-Stellenanzeigen 2002 und 2003 2002 2003 8.528 6.557 4.387 4.750 3.903 3.343 3.157 3.127 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal Adecco/Computerwoche, März 2004 Abb. 11 Besonders stark ging der Adecco-Analyse zufolge mit einem Minus von rund 60 Prozent die Zahl der ausgeschriebenen IT-Stellen im Finanzdienstleitungssektor zurück. Einen Rückgang von jeweils rund 50 Prozent verzeichneten der TK-Sektor, die Elektrotechnik- sowie die Software- und Beratungsbranche. Im öffentlichen Dienst und im Automobilbau betrug der Rückgang rund 40 Prozent, während lediglich im Maschinenbau der Rückgang der ausgeschriebenen IT-Stellen mit 25 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel. Einen noch deutlicheren Indikator für eine mögliche Erholung des IKTArbeitsmarktes liefert der vom Online-Stellenportal Jobpilot berechnete Jobpilot-Index. Der Wert dieses Indexes, der die Veränderung der Anzahl der Stellenanzeigen auf den zehn größten Internet-Stellenbörsen abbildet, stieg in der aktuellen Analyse vom Februar 2004 für die Berufsgruppe IT und Telekommunikation zum ersten Mal seit dem Frühjahr 2003 wieder an. Auch bei den Internet-Stellenbörsen zeigen sich erste Zeichen der Erholung im IKT-Arbeitsmarkt Deutschland: Entwicklung des Jobpilot-Index für den IKT-Markt, Juli 2002-Januar 2004 100 90 Der Jobpilot-Index basiert auf der Zahl der Stellenanzeigen auf zehn der größten Internet-Stellenbörsen und auf zehn der wichtigsten Unternehmens-InternetSeiten. 80 74 70 72 67 Juli '02 Oktober '02 Januar '03 April '03 Jobpilot, Februar 2004 Juli '03 Oktober '03 Januar '04 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 40 Abb. 12 Einer Umfrage des amerikanischen Marktforschungsinstitutes Forrester vom Dezember 2003 zufolge planen drei Viertel aller mittleren und Großunternehmen in Deutschland (ab 500 Mitarbeitern) derzeit keine Neueinstellungen von zusätzlichen IT-Fachkräften. Bedingt durch den weiterhin hohen Druck des Managements und der Firmeneigentümer auf die IT-Verantwortlichen, eine weitere Reduzierung der operativen Kosten zu realisieren, sehen sich viele Verantwortliche sogar dazu genötigt, weitere Stellen abzubauen. Der Forrester-Studie zufolge plant die Mehrheit der für diese Analyse befragten IT-Entscheider in Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern sogar weitere Entlassungen. Mehr als drei Viertel aller deutschen Unternehmen werden 2004 keine zusätzlichen IT-Fachkräfte einstellen Deutschland: Geplante Neueinstellungen im IT-Bereich von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl 2003 Wir stellen ein 62 Wir entlassen Wir bleiben auf derzeitigem Niveau 42 39 37 34 25 24 21 13 500-1.000 Mitarbeiter 1.001-5.000 Mitarbeiter Forrester Research, Dezember 2003 Über 5.000 Mitarbeiter IT-Berufe Im Zusammenhang mit den vielfach in der Presse genannten Arbeitslosenstatistiken im IT-Bereich weist die Gesellschaft für Informatik (GI) in einer Pressemitteilung vom März 2003 allerdings darauf hin, dass die Meldungen über eine Verdoppelung der Informatikerarbeitslosigkeit seit 1998 irreführend sind, da ein Großteil der arbeitslosen IT-Fachleute keinen fachrelevanten Abschluss und insbesondere oftmals keinen Hochschulabschluss besitzt. Betrachtet man dagegen nur die Angaben zur Arbeitslosenquote bei den entsprechend ausgebildeten Informatikern, so liegt diese Quote nach Aussagen der GI weit unter derjenigen anderer Berufe. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lag die Arbeitslosenquote für IT-Fach- und Führungskräfte mit Hochschulabschluss Ende 2002 bei 18 Prozent (2001: 13 Prozent). Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote bei den Akademikern insgesamt lag Ende des Jahres 2002 bei 22 Prozent. Der IT-Arbeitsmarkt wird immer noch von den einschlägigen ITKernberufen ­ Softwareentwickler, Datenbank- und Netzwerkadministrator und IT-Berater ­ beherrscht: Mehr als drei Viertel aller Stellenanzeigen im IT-Bereich entfielen im ersten Quartal 2003 auf dieses Segment. Auch der Trendbericht bestätigt, dass die Qualifikation der Bewerber im Vergleich zu den Vorjahren sogar noch höher geworden ist (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Doch die IT-Mischberufe, bei denen anwendungsbezogene Qualifikationen wie SAP oder E-Business im Vordergrund stehen, gewinnen an Bedeutung: Sie konnten ihren Anteil an den ausgeschriebenen Positionen im Vergleich zum Vorjahr von 17 auf 22 Prozent ausbauen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 41 Die meisten freien Stellen existieren derzeit in der Softwareentwicklung und Programmierung: 30 Prozent aller in Print- und Online-Medien veröffentlichten Stellenanzeigen beziehen sich auf diesen Berufsbereich. Dies geht aus der aktuellen Stellenmarktanalyse des CDI vom Juli 2003 hervor. An zweiter Stelle rangiert der Bereich IT-Organisation und ITBeratung mit 25 Prozent, gefolgt vom Segment Netzwerke und Betriebssysteme mit 21 Prozent der ausgeschriebenen Stellen. Abb. 13 Im Bereich Softwareentwicklung gibt es nach wie vor die meisten Stellenanzeigen Deutschland: Anteil ausgewählter Berufsgruppen am IT-Stellenmarkt in Prozent 2003 Hardwareentwicklung 2% Datenbanken 5% Service/Support 17% Softwareentwicklung/ Programmierung 30% Netzwerke/ Betriebssysteme 21% IT-Organisation/Beratung/-Projekte 25% CDI, Juli 2003 Anforderungen Bei über der Hälfte (59 Prozent) der von CDI untersuchten Stellenanzeigen für IT-Kernberufe wird ein Studium vorausgesetzt. Der Trendbericht bestätigt, dass eine angemessene Versorgung der Informationswirtschaft mit qualifiziertem Personal zu den elementaren Voraussetzungen der arbeitmarktpolitischen Rahmenbedingungen gehört (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Neben Informatikern werden den Analysen von CDI zufolge oftmals auch ausgebildete Elektrotechniker, Mathematiker und Wirtschaftsinformatiker gesucht. Noch wichtiger als die Ausbildung ist allerdings die Berufserfahrung: In 70 Prozent der ausgewerteten Stellenanzeigen werden erfahrene Mitarbeiter gesucht. Spezielle IT-Erfahrungen, insbesondere Erfahrung im Umgang mit IT-Projekten, werden in knapp der Hälfte aller Anzeigen gefordert. Quereinsteiger haben es derzeit dagegen deutlich schwerer als noch zu Boom-Zeiten: Nur sieben Prozent der von CDI bewerteten Stellenanzeigen laden ausdrücklich fachfremde Spezialisten ein, sich zu bewerben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 42 4.1.3 Gehälter Entsprechend der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre und unter Berücksichtigung des anhaltend schwierigen USA Abb. 14 Arbeitsmarktes für IT-Fachkräfte lässt sich leicht erahnen, dass die teilweise hohen Steigerungsraten bei den IT-Gehältern in den meisten Fällen der Vergangenheit angehören. Allerdings lassen sich mitunter deutliche regionale Unterschiede erkennen: Während in den USA noch ­ wenn auch geringe ­ Steigerungsraten möglich waren, sanken die Einstiegsgehälter in der ITBranche in einzelnen europäischen Ländern teilweise deutlich. Der jährlichen Gehaltsuntersuchung der amerikanischen IT-Marktforschungsgesellschaft People3 vom Juli 2003 zufolge stieg das durchschnittliche Gesamteinkommen inklusive variabler Anteile (total cash compensation) im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 1,1 Prozent auf 73.700 USD. Im Jahr zuvor lag diese Steigerungsrate noch bei 6,0 Prozent. Das Grundgehalt stieg in diesem Zeitraum etwa in gleichem Maße von 67.900 USD (2002) auf 68.600 USD im Jahr 2003. Die IT-Gehälter in den USA stiegen zuletzt nur noch geringfügig USA: Entwicklung der Durchschnittsgehälter für IT-Fachkräfte in US-Dollar 2001-2003 Grundgehalt Variable Anteile 72.900 5.000 1,1% 73.700 5.100 6,0% 68.750 4.100 68.600 67.900 64.650 2001 2002 People 3, Juli 2003 2003 Während die Grundgehälter also nahezu unverändert blieben, erkennt die People3-Studie einen verstärkten Trend zur Steigerung des variablen Anteils am Gesamtgehalt des IT-Spezialisten. Zudem entwickeln immer mehr Firmen kurzfristige Anreiz- und Bonussysteme, die an die wirtschaftliche Entwicklung der Firma oder Abteilung gekoppelt sind. In der aktuellen Umfrage vom Jahr 2003 gaben 39,1 Prozent der befragten Firmen an, ein solches Bonussystem als Gehaltsbestandteil zu führen. Im Jahr zuvor hatten nur 30,9 Prozent der Unternehmen ein solches Anreizsystem im Einsatz. Aktienoptionen sind als Gehaltsbestandteil dagegen eindeutig aus der Mode gekommen. Während im Jahr 2002 noch 62 Prozent aller befragten Unternehmen solche variablen, an die Entwicklung des Aktienkurses der Firma gekoppelten Gehaltsbestandteile nutzten, so setzten im vergangenen Jahr nur noch 39 Prozent aller Unternehmen Aktienoptionsprogramme ein. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 43 Die Gehaltsveränderungen des letzten Jahres hängen nach einer Umfrage der Zeitschrift Computerworld vom Oktober 2003 allerdings in hohem Maße von der Position der IT-Fachkraft ab. Während E-Commerce-Manager und Sicherheitsspezialisten im vergangenen Jahr eine spürbare Gehaltsverbesserung erfahren haben, zeigte die Gehaltsentwicklung auf der anderen Seite bei Technikern oder Qualitätssicherungsspezialisten eindeutig nach unten. Abb. 15 Während das Gehalt gefragter Spezialisten vergangenes Jahr weiter anstieg, gingen die Gehälter besonders in den niedrigeren Gehaltsklassen nach unten USA: Entwicklung der IT-Gehälter* nach Position in US-Dollar 2002-2003 Position Chief Information Officer (CIO) Chief Technology Officer (CTO) Direktor Netzwerke Direktor IT Produktmanager E-Commerce-Manager Spezialist IT-Sicherheit Software-Entwickler Helpdesk-Mitarbeiter Spezialist Qualitätssicherung Programmierer/ Analyst Techniker * Gesamtgehalt inkl. variabler Anteile und Boni 2002 151.593 149.342 126.858 102.134 97.384 92.210 73.306 71.562 67.507 69.949 63.762 44.224 2003 153.969 149.716 135.425 104.517 99.397 96.481 75.011 72.518 68.291 66.123 65.019 42.996 Veränderung in Prozent 1,6 0,3 6,8 2,3 2,1 4,6 2,3 1,3 1,2 -5,5 2,0 -2,8 Computerworld, Oktober 2003 Europa In einer von Towers Perrin durchgeführten Studie im Auftrag der Zeitschrift Computerwoche wurden die Einstiegsgehälter von ITFachkräften in Europa untersucht. Der Studie vom März 2004 zufolge liegt Deutschland mit einem durchschnittlichen Einstiegs-Grundgehalt von 41.000 EUR pro Jahr im europaweiten Vergleich an zweiter Stelle hinter der ­ allerdings mit deutlich höheren Lebenshaltungskosten versehenen ­ Schweiz. Abb. 16 In der Schweiz und Deutschland verdienten IT-Berufsanfänger am meisten Europa: Grundgehälter von Berufsanfängern in der IT-Branche in EUR 2003 Schweiz Deutschland Großbritannien Österreich Niederlande Frankreich Spanien Italien 47.000 41.000 32.000 32.000 32.000 31.000 24.000 23.000 Computerwoche/Towers Perrin, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 44 Neben der verhaltenen wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre wirkt sich nach Ansicht von Towers Perrin vor allem die anstehende Integration der neuen osteuropäischen EU-Mitglieder auf die Gehaltssituation in Westeuropa aus. Als Beispiel nennt die Studie das so bezeichnete "Tschechien-Syndrom": Gut qualifizierte tschechische IT-Fachkräfte finden der Analyse von Towers Perrin zufolge immer öfter Anstellungen im benachbarten Österreich, was dort zu einem steigenden Gehaltsdruck bei den österreichischen Arbeitskräften führt. Dieser Effekt wird als einer der Gründe genannt, weshalb die Einstiegsgehälter für IT-Spezialisten in Österreich im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent zurückgingen. Ein ähnlicher Effekt lässt sich für die Schweiz feststellen. Dort sanken die Anfangsvergütungen im vergangenen Jahr um acht Prozent zurückzuführen unter anderem auf die steigende Nutzung ­ des Deutschland ausländischen Arbeitskräfte-Potenzials in der Schweiz. Auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte mehrten sich zuletzt die Anzeichen, dass ein Ende des Abschwungs bei den Gehältern in Sicht ist. Von einer spürbaren Erholung kann auf der anderen Seite aber noch keine Rede sein, und selbst die geringen Steigerungsraten, die zuletzt in den USA erzielt wurden, werden derzeit in Deutschland noch unterschritten. Der aktuellen Gehaltsumfrage der Computerzeitschrift c't vom März 2004 zufolge stieg das durchschnittliche Jahresbruttogehalt von fest angestellten IT-Fachkräften im deutschsprachigen Raum im vergangenen Jahr nur minimal von 46.600 EUR im Jahr 2002 auf 46.900 EUR im Jahr 2003. Das Niveau von 2001 mit einem Durchschnittsgehalt von 48.400 EUR wird damit deutlich unterschritten. Die Studie basiert auf einer Online-Umfrage mit gut 4.600 Teilnehmern. Deutliche Unterschiede lassen sich der Studie zufolge bei einer Analyse der Durchschnittsgehälter in den einzelnen Bundesländern erkennen. Demnach sind die IT-Einkommen in den meisten der ostdeutschen Bundesländer zwar leicht angestiegen, liegen aber nach wie vor unter den Gehältern, die in den westlichen Bundesländern erzielt werden. Während das Durchschnittseinkommen im Jahr 2003 im Osten bei Werten zwischen 33.000 EUR (Mecklenburg-Vorpommern) und rund 39.000 EUR (Brandenburg) lag, erzielten die in den westdeutschen Bundesländern arbeitenden IT-Fachkräfte Gehälter zwischen 41.400 EUR (SchleswigHolstein) und knapp 51.000 EUR (Hessen). Mit ein Grund für dieses Ungleichgewicht kann sein, dass in Großunternehmen tendenziell höhere IT-Gehälter gezahlt werden, und diese Unternehmen zu einem größeren Teil im Westen der Republik angesiedelt sind, oftmals auch in den Ballungsgebieten Rhein-Main, München, Stuttgart o.ä. Arbeitgeber in diesen Ballungszentren berücksichtigen häufig die deutlich höheren Lebenshaltungskosten ihrer Angestellten in ihren Gehaltsberechnungen, was zur Folge hat, dass das Lohnniveau in diesen Gebieten spürbar erhöht ist. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 45 Unterhalb der Ebene der Geschäftsführung, die der Umfrage zufolge ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 86.500 EUR im Jahr 2003 erzielte, lagen die IT-Fachkräfte, die in der Beratung/ Consulting tätig waren, die höchsten Einkommen: Durchschnittlich 59.000 EUR ließen sich in diesem Bereich im vergangenen Jahr verdienen ­ bei einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 46 Stunden. Abb. 17 Hohe Einkommen korrelieren im IT-Bereich in der Regel auch mit einem hohen Arbeitsaufwand Deutschland: Durchschnittliches Jahresbruttoeinkommen von IT-Fachkräften in EUR und wöchentliche Arbeitszeit in Stunden nach Position 2003 Geschäftsführung Beratung/Consulting Marketing/Vertrieb Hardware-Entwicklung Software-/Web-/Datenbankentwicklung Content Management, Dokumentation Administration Service, Support 86.500 (51 h) 59.000 (46 h) 54.000 (45h) 51.600 (42h) 45.600 (43h) 45.300 (45h) 42.200 (44 h) 41.000 (43 h) c`t, März 2004 In einer vergleichbaren Untersuchung analysierte die Zeitschrift Abb. 18 Computerwoche im Oktober 2003, in welchen Branchen IT-Spezialisten am meisten verdienen. Eindeutiger Spitzenreiter ist dieser Analyse zufolge die IT-Beratung, bei der durchschnittliche Jahresgehälter von 78.700 EUR erzielt werden konnten. Im Handel auf der anderen Seite sehen die Verdienstchancen für IT-Fachkräfte deutlich bescheidener aus. Das Durchschnittsgehalt lag hier im Jahr 2003 bei rund 51.000 EUR. In der Medien- und Telekommunikationsbranche werden nur noch selten Spitzengehälter bezahlt Deutschland: Durchschnittliches Jahreseinkommen von IT-Fachkräften nach Branche in EUR 2003 IT-Beratung IT-Produktion Finanzdienstleistung IT-Handel Maschinenbau/Metallverarbeitung Medien/Telekommunikation Handel (allg.) Öffentlicher Dienst 78.700 72.400 59.600 56.900 53.300 51.600 51.400 44.800 Computerwoche, Oktober 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 46 4.1.4 Outsourcing und Offshoring Deutschland "In Deutschland sind 130.000 IT-Arbeitsplätze durch Offshoring bedroht", so titelte die Zeitschrift Computerwoche in ihrer Ausgabe vom 19.2.2004. Einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney vom Februar 2004 zufolge beschäftigen sich deutsche Unternehmen aufgrund des bestehenden Kosten- und Wettbewerbsdrucks verstärkt mit der Prüfung der Möglichkeiten, die Personalkosten durch Verlagerung ausgewählter Tätigkeiten in Niedriglohnländer zu senken. Die Experten von A.T. Kearney rechnen damit, dass sich der Anteil von Offshoring-Prozessen in deutschen Unternehmen während der nächsten drei Jahre vervierfachen wird. Dies würde bedeuten, dass in diesem Zeitraum 130.000 Arbeitsplätze in den Bereichen Software und IT-Services wegfallen, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Derzeit gehen nach Angaben von A.T. Kearney in Deutschland rund fünf Prozent des gesamten IT-Budgets ins Ausland; in den USA liegt dieser Wert bereits bei 20 Prozent. Insbesondere personalintensive Funktionen werden dabei zunehmend in Länder mit niedrigeren Lohnkosten wie bspw. Indien oder auch Osteuropa verlagert. Das jährliche Einsparpotenzial, das durch Offshoring in Deutschland erzielt werden kann, geben die Analysten von A.T. Kearney mit rund zwei Milliarden EUR an. Die im Rahmen des Trendberichts befragten Experten empfehlen, die durch Outsourcing verloren gehenden Arbeitsplätze durch neue zu kompensieren, insbesondere bei forcierter Innovationsfähigkeit und exzellenten Produkten ­ wie z.B. im Bereich der IT-Sicherheit. Das Outsourcing betrieblicher Funktionen sehen die Experten besonders kritisch, je mehr die ausgelagerten Aufgaben unternehmerischen Entscheidungen zu ähneln beginnen (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Um bei diesem Trend gegenzusteuern bzw. die zu erwartenden Arbeitsplatzverluste zu kompensieren, muss nach Ansicht von A.T. Kearney die IT-Ausbildung an deutschen Hochschulen den geänderten Anforderungen des Marktes angepasst werden: "Die gängigen Studienpläne von Informatik-Studiengängen beziehen sich zu über 60 Prozent auf Inhalte, die bedingt durch Offshoring am deutschen ITArbeitsmarkt kaum noch nachgefragt werden", so die Erkenntnis der Studie. Der deutsche Branchenverband BITKOM fordert in diesem Zusammenhang die Internationalisierung des deutschen Arbeitsmarktes für Spezialisten, mithin ein Zuwanderungsgesetz, das es ausländischen IT-Fachkräften in höherem Maße als bisher erlaubt, in Deutschland einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Dies sei insbesondere im Hinblick auf das permanente Ungleichgewicht der gesuchten und der angebotenen Qualifikationen in Deutschland notwendig, so der BITKOMHauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in einem Interview mit der Netzeitung vom 9. März 2004. Das bis Ende 2004 verlängerte Green-Card-Programm der Bundesregierung zeigt in diesem Zusammenhang bisher nur einen begrenzten Erfolg: Insgesamt erteilte die Bundesagentur für Arbeit seit Einführung des Programms im August 2000 bis Ende 2003 15.800 ausländischen IT-Fachkräften eine auf dem Green-Card-Programm basierende Arbeitserlaubnis. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 47 USA Nachdem in den ersten Monaten nach Auflegung des Programms teilweise mehr als 600 Green Cards monatlich erteilt wurden, sank die Zahl der durchschnittlich erteilten Arbeitsgenehmigungen zuletzt auf weniger als 300 pro Monat ab ­ von denen ein stetig steigender Anteil Verlängerungen bereits zu einem früheren Zeitpunkt erteilter Green Cards darstellen. Für die USA geht eine Studie von Forrester Research davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren rund 3,3 Millionen Arbeitsplätze in der amerikanischen Dienstleitungsbranche, davon knapp eine halbe Million im IT-Bereich, an Offshore-Länder verloren gehen können. Große Softwareanbieter wie Microsoft oder Oracle lassen schon heute Teile ihrer Programme in Indien entwickeln, und auch andere Industriebereiche wie Banken oder Fluglinien haben bereits einen Teil ihrer Kundenbetreuung in Offshore-Länder verlagert. Dass diese Entwicklung Auswirkungen auf die Vergütungsstrukturen der IT-Spezialisten in den betroffenen Ländern hat, liegt auf der Hand: Der Marktwert und damit das Gehalt für IT-Fachkräfte, deren Wissen und Fähigkeiten in Niedriglohnländern wie Indien, China, Russland oder Osteuropa zu günstigeren Preisen angeboten werden, wird tendenziell sinken. Dies belegt auch eine Umfrage der IT-Internet-Community Ittoolbox vom August 2003, an der rund 600 IT-Spezialisten weltweit teilgenommen haben. Der Studie zufolge steht an erster Stelle der Gründe, Unternehmensfunktionen oder Teile davon auszulagern, mit 36 Prozent aller Nennungen der Wunsch nach Kosteneinsparungen. Nur knapp 15 Prozent aller Befragten nennen den Bedarf nach speziellen Fähigkeiten oder Dienstleitungen als Grund, sich für einen OutsourcingPartner zu entscheiden. Wichtig ist hierbei allerdings anzumerken, dass nur ein Bruchteil der durch Outsourcing ausgelagerten Aufgaben im Rahmen des Offshoring in andere Länder verlagert wird. Ein Großteil der Funktionen wird von Anbietern von Outsourcing-Dienstleistungen im selben Land übernommen. Der Grad der Outsourcing-Aktivitäten ist abhängig von der potenziell auszulagernden Funktion. Nach Angaben der Ittoolbox-Untersuchung ist der Bereich der Hardware- und Software-Pflege und des Supports am häufigsten "Opfer" der Outsourcing-Aktivitäten eines Unternehmens. In jeweils über 30 Prozent der Fälle werden diese Funktionen der Umfrage zufolge bereits heute ausgelagert, und über 20 Prozent der Unternehmen planen eine Auslagerung innerhalb der kommenden zwei Jahre. Gründe für Outsourcing Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 48 Abb. 19 Der Software- und Hardware-Support werden am häufigsten an externe Dienstleister ausgelagert Weltweit: Derzeitiges und geplantes Outsourcing von IT-Funktionen in Prozent der Nennungen* 2003 Derzeit ausgelagert 37,9 34,5 32,7 24,7 16,5 14,5 9,3 9,6 * Basis: 612 IT-Spezialisten weltweit ** In den kommenden zwei Jahren Software Support Hardware Support Entwicklung und Integration Consulting Ausbildung und Training Business Process Management Management Andere Funktionen Geplante Auslagerung** 25,7 21,9 27,3 17,0 13,7 13,7 8,2 6,7 ITtoolbox, August 2003 4.1.5 Aus- und Weiterbildung Einer Pressemitteilung des BITKOM vom Dezember 2003 zufolge sehen inzwischen 29 Prozent der IKT-Anbieter im Fachkräftemangel ein gravierendes Markthemmnis ­ ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Wert von 12 Prozent Mitte des Jahres 2003. Nach Einschätzung des Verbandes zählt das Thema Fachkräftemangel damit zu den drei schwerwiegendsten Problemen derzeit. Verfügbare Arbeitskräfte sind in vielen Fällen nicht den Markterfordernissen entsprechend qualifiziert. Während nach BITKOM-Schätzung die IKT-Branche derzeit mehrere Tausend freie Stellen im Bereich IT-Sicherheit anzubieten hat, verzeichnet die Statistik der Bundesagentur für Arbeit im gleichen Zeitraum rund 3.000 arbeitslose Schriftsetzer. Berufsausbildung Nach der aktuellen Statistik der DIHK lag die Zahl der Ausbildungsplätze im IT-Bereich in Deutschland Ende des Jahres 2002 bei 48.554, knapp vier Prozent über dem Vorjahreswert. Spürbar zurück ging allerdings die Zahl der neuen Ausbildungsverträge. Wurden im Jahr 2001 noch mehr als 20.000 neue Ausbildungsverträge im IT-Bereich in Deutschland abgeschlossen, so sank dieser Wert auf rund 16.000 im Jahr 2002 ab. Von der für die IT-Branche zuständigen Gewerkschaft IG Metall werden neben der allgemeinen Wirtschaftskrise als mögliche weitere Gründe für diesen Rückgang Ängste vor erschwerten Prüfungen und das Auslaufen der IT-Ausbildungsoffensive genannt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 49 Abb. 20 Die Zahl der neu abgeschlossenen IT-Ausbildungsverträge ging zuletzt stark zurück Deutschland: Zahl der IT-Ausbildungsverträge 1998-2002 Ausbildungsverträge gesamt Neue Verträge 46.851 48.554 37.171 25.614 18.024 20.043 16.088 13.660 12.997 1998 1999 2000 DIHK, Oktober 2003 2001 2002 Rund die Hälfte der knapp 49.000 Ausbildungsplätze im IT-Bereich in Deutschland entfallen auf den Ausbildungsweg des Fachinformatikers, gefolgt vom IT-Systemelektroniker sowie dem Informatikkaufmann mit jeweils gut 9.000 besetzten Ausbildungsplätzen. Während seit 1998 in jedem der vier Ausbildungswege die Zahl der Auszubildenden stark angestiegen ist, ließ sich das höchste Wachstum bei den Fachinformatikern feststellen. Seit 1998 hat sich die Zahl der Azubis in diesem Ausbildungsgang mehr als vervierfacht. Abb. 21 Fachinformatiker stellen die größte Gruppe aller IT-Ausbildungswege Deutschland: Zahl der IT-Ausbildungsverträge nach Ausbildungsprofil 1998-2002 24.796 Fachinformatiker/in 18.094 5.635 IT-Systemelektroniker/in 9.351 7.883 3.651 2002 2000 1998 9.182 Informatikkaufmann/-frau 5.393 2.190 IT-Systemkaufmann/-frau 7.225 5.801 2.184 BITKOM/Statistisches Bundesamt, 2003 Studium Im Jahr 2000, zu Zeiten der wirtschaftlichen Hochphase in der IKTBranche, existierte in Deutschland ein enormer Mangel an qualifizierten Fachkräften ­ Schätzungen sprachen damals von bis zu 75.000 fehlenden IT-Spezialisten. Zur selben Zeit stieg die Zahl der Studienanfänger im Fachbereich Informatik in Deutschland von 28.100 im Jahr 1999 innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel auf 38.100 Studienanfänger im Jahr 2000. Als zwei Jahre später der IKT-Markt einen kräftigen Einbruch erlebte, ging auch die Zahl der Studienanfänger deutlich zurück. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 50 Abb. 22 Damit folgt die Entwicklung auf dem IT-Ausbildungsmarkt einem Phänomen, das in den Wirtschaftswissenschaften als "Schweinezyklus" bekannt ist: Herrscht in einem Marktsegment Arbeitskräftemangel, so werden die zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte überdurchschnittlich gut bezahlt. Dies macht die Ausbildung attraktiv, die Zahl der Schulabgänger, die eine Ausbildung in diesem Bereich beginnen, steigt spürbar an. Dies hat regelmäßig zur Folge, dass nach einigen Jahren oftmals ein Überangebot an Arbeitskräften auf den Arbeitsmarkt drängt, die Durchschnittsgehälter aufgrund der großen Auswahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte sinken und kurz darauf die Zahl der Studienanfänger, bedingt durch die vermeintlich sich verschlechternden Gehalts- und Berufsaussichten, wieder einbricht. Es besteht eine sehr hohe Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung und der Zahl der Studienanfänger im IKT-Bereich Deutschland: IKT-Markt in Milliarden EUR und Zahl der Informatik-Studienanfänger in Tausend 1999-2004 IKT-Markt 133,3 128,9 Studienanfänger 125,7 126,2 129,3 119,2 Korrelation: 0,97 38,1 36,3 28,1 32,5 33,6 34,0 1999 * Schätzung 2000 2001 2002 2003 2004* TNS Infratest/EITO/BITKOM, März 2004 Förderung Die IT-Ausbildung wird mittlerweile von verschiedenen Seiten gefördert, um sicherzustellen, dass der Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften in Deutschland auch in der Zukunft gedeckt werden kann. Das Kompetenzzentrum IT-Bildungsnetzwerke (KibNet), Gemeinschaftsprojekt Branchenverbandes der Gewerkschaft IG Metall BITKOM, startete im Sommer und und ein des Herbst vergangenen Jahres zwei Förderprogramme. Im Oktober 2003 lief die bundesweite Ausbildungskampagne "Mehr IT-Ausbildung ­ jetzt!" an, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Zahl der Ausbildungsverträge deutlich zu erhöhen, insbesondere unter Mithilfe kleiner und mittelständischer Unternehmen. In einem zweiten Projekt, das im August 2003 startete, möchte KibNet mehr junge Frauen für IT-Berufe interessieren und motivieren. Hierzu wurde ein Mentorenprogramm initiiert, das Interessentinnen während der letzten sechs Monate ihrer Schul- und den ersten sechs Monaten ihrer Berufsausbildung berät und unterstützt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 51 Als weiteres Instrument zur Förderung der IT-Ausbildung in Deutschland wurde im September 2003 in Berlin die nach eigenen Angaben weltweit erste Personalzertifizierungsstelle für IT-Spezialisten zugelassen. Die von dieser Stelle herausgegebenen "Cert-IT"-Zertifikate stellen anerkannte Qualifikationsnachweise auf Basis internationaler Normen dar und sollen so transparente und international vergleichbare Qualitätsstandards in der IT-Ausbildung fördern. Attraktiv ist eine solche Zertifizierung insbesondere für Quereinsteiger aus anderen Branchen, die durch ein solches Zertifikat ihre IT-Kompetenz dokumentieren können. Die Initiative wird unterstützt von nahezu allen einschlägigen Industrieverbänden im IT-Bereich, u.a. von BITKOM, der Fraunhofer Gesellschaft, der Gesellschaft für Informatik, der IG Metall und dem ZVEI. Auf europäischer Ebene laufen ähnliche Projekte, u.a. ein von der EU unterstütztes "European Professional Informatics Certification"-Projekt (EUCIP) sowie das EPICS-Projekt der europäischen InformatikerVereinigung CEPIS. Einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln vom August 2002 zufolge (IT-Weiterbildung mit System) gaben die Betriebe in Deutschland im Jahr 2001 rund 17 Milliarden EUR für Maßnahmen zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter aus, was einem durchschnittlichen ProKopf-Aufwand von 869 EUR p.a. entspricht. Den Anteil IT-spezifischer Kurse an dieser Gesamtsumme bezifferten die Kölner Wirtschaftsforscher auf 20 Prozent oder 3,4 Milliarden EUR. Pro Mitarbeiter entspricht dies einem Betrag von umgerechnet 174 EUR. Zum Vergleich: Gewerblich-technische und kaufmännische Schulungen waren den Arbeitgebern 5,6 bzw. 5,1 Milliarden EUR wert, pro Mitarbeiter also 290 respektive 261 EUR. Im Hinblick auf die fundamentale und weiter steigende Bedeutung von ITKenntnissen in der heutigen Berufswelt erscheint der Anteil der Ausgaben für IT-Weiterbildungsmaßnahmen in diesem Zusammenhang relativ gering. Nach Einschätzung des Branchenverbandes BITKOM ist der Mangel an qualifizierender PC- und IT-Ausbildung an den Schulen in Deutschland und damit einhergehend die mangelhaften Computer-Grundkenntnisse ein maßgebliches Hemmnis für den weiteren Aufschwung der IKTBranche in Deutschland. Einer BITKOM-Analyse vom Februar 2004 auf Basis von Eurobarometer-Daten zufolge liegt Deutschland in einem europaweiten Vergleich auf einem der hintersten Plätze, sowohl was die Anzahl der PCs als auch was die Anzahl der Internet-Zugänge an deutschen Schulen angeht. Während nach Angaben von BITKOM an Grund-, Sekundar- und Berufsschulen im EU-Durchschnitt rund elf PCs auf 100 Schüler kommen, müssen sich in Deutschland statistisch gesehen 14 Schüler einen PC teilen. Zum Vergleich: In Norwegen hat jeder dritte Schüler einen PC zur Verfügung. Schlechte Voraussetzungen also, um deutschen Schülern bereits frühzeitig den Umgang mit IT nahe zu bringen. Weiterbildung IT-Kenntnisse als Grundvoraussetzung Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 52 Abb. 23 Bezüglich der Computerausstattung an den Schulen ist Deutschland Schlusslicht in Europa EU: Anzahl der PCs an Grund-, Sekundar- und Berufsschulen je 100 Schüler 2002 PCs Norwegen Dänemark Großbritannien Luxemburg Schweden Niederlande Österreich Spanien Finnland Frankreich Belgien EU 15 Irland Griechenland Portugal Deutschland Italien BITKOM/Eurobarometer, Februar 2004 34 31 15 14 14 13 12 12 12 12 11 11 10 8 8 7 7 PCs mit Internet-Zugang 22 25 11 7 11 5 7 7 6 6 5 6 5 4 5 4 3 Analysiert man, wie viele PCs mit Internet-Zugang in Europas Schulen zur Verfügung stehen, so ergibt sich ein ähnliches Bild. In den skandinavischen Ländern kommen teilweise über 20 Internet-Rechner auf 100 Schüler, während diese Quote in Deutschland bei vier liegt. Der BITKOM hierzu: "Der sichere und verantwortungsbewusste Umgang mit PC und Internet ist heute eine Schlüsselqualifikation, die die Schulen vermitteln müssen. Der Spielecomputer zu Hause senkt zwar die Eintrittsbarriere in die IT-Welt, Medienkompetenz jedoch vermittelt er nicht. Neben die Kulturtechniken des Lesens und Schreibens gehört der Umgang mit elektronischen Medien gleichberechtigt in die Lehrpläne der Schulen." Die Dringlichkeit dieses Problems hat die Bundesregierung erkannt und die weitere Verbreitung neuer Medien in Schulen, beruflichen Bildungseinrichtungen und Hochschulen zu einem der führenden Ziele ihres Aktionsprogramms "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" gemacht. Auch bereits bestehende Initiativen wie "Schulen ans Netz" fassen diesen Gedanken auf und haben bereits knapp 84 Prozent aller deutschen Schüler ans Netz gebracht. Die im Trendbericht befragten Experten weisen ausdrücklich darauf hin, dass den Schulen sowie Hochschulen zur Vermittlung von Medienkompetenz ­ neben dem Elternhaus ­ eine prioritäre Bedeutung in der Vermittlung angemessener Medienkompetenz zukomme. Medienkompetenz solle so früh wie möglich erlernt werden und sei für jeden Menschen von grundlegender Bedeutung. Dies gelte nicht nur für den wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden und sein Leben zu meistern (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.3). Dies gelte insbesondere für ältere Arbeitnehmer oder Bürger, die noch keine Internet-Nutzer sind. Eine flächendeckende Medienkompetenz sei vonnöten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 53 4.2 Die weltweiten Märkte für Informationstechnik und Telekommunikation (IKT) mit Positionierung Deutschlands 4.2.1 Der weltweite IKT-Markt Der Weltmarkt für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist nach drei Jahren mit einer stagnierenden oder in einzelnen Regionen sogar zurückgehenden Umsatzentwicklung wieder auf dem Wege der Erholung. Nachdem der weltweite Umsatz im IKT-Markt im Jahr 2002 um lediglich 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen war, lag die Wachstumsrate im Jahr 2003 nach Angaben von EITO (März 2004) bereits wieder bei 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr wird mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Umsätze um 4,3 Prozent auf 2.160 Milliarden EUR gerechnet. Die größten IKT-Einzelmärkte weltweit sind die USA mit einem Anteil am Gesamtumsatz von 32,4 Prozent und Japan mit 12,3 Prozent (2003). Der Anteil Deutschlands am weltweiten IKT-Umsatz liegt derzeit bei etwa sechs Prozent (129,3 Milliarden EUR, 2004). Abb. 24 Deutschland bleibt der drittgrößte Ländermarkt in der IKT-Branche Weltweit: Markt für Informationstechnik und Telekommunikation in Prozent 2003 und 2004 Vorjahreswerte in Klammern Deutschland 6,1% (6,2%) Deutschland 6,0% Japan 12,3% (12,6%) USA 32,4% (32,9%) Japan 12,0% USA 32,0% 2003 2004 Übrige Länder 24,8% (24,0%) Übrige Länder 25,8% Europa* (ohne Deutschland) 24,4% (24,4%) Europa* (ohne Deutschland) 24,2% Gesamtmarkt 2003: 2.071 Mrd. EUR (2002: 2.043 Mrd. EUR ) Deutschland 2003: 126 Mrd. EUR * inkl. Osteuropa: Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Russland, Slowakei, Slowenien Gesamtmarkt 2004: 2.160 Mrd. EUR Deutschland 2004: 129 Mrd. EUR EITO, März 2004 Treibende Kraft hinter dem prognostizierten Wachstum ist nach Ansicht von EITO die derzeitige Entwicklung der Breitbandtechnologien. Sowohl die heutigen und die für die Zukunft erwarteten hohen Wachstumsraten bei den breitbandigen Internet-Zugängen (z. B. über DSL, Kabel oder drahtlos über WLAN) als auch die in immer höherem Maße an die Anforderungen multimedialer Dienste angepassten Mobilfunk-Technologien (insbesondere UMTS und GPRS) verleihen der IKT-Industrie weltweit neue, positive Wachstumsaussichten. Der Anteil der Informationstechnologie am gesamten IKT-Markt liegt derzeit bei rund 45 Prozent, mit sinkender Tendenz, da der Teilbereich der Telekommunikation einen immer höheren Umsatzanteil erwirtschaftet. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 54 Abb. 25 Der Telekommunikationsanteil am gesamten IKT-Umsatz nimmt beständig zu Weltweit: IKT-Umsätze in Milliarden EUR und in Prozent 2002-2005 Informationstechnologie Telekommunikation 2.290,9 2.160,4 2.042,6 2.070,8 55,1% 55,3% 54,3% 54,9% 45,7% 45,1% 44,9% 44,7% 2002 2003 2004 2005 EITO, März 2004 Wachstumsraten Aufgrund des bereits erreichten hohen Entwicklungsstandes im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie haben die führenden IKTNationen USA, Japan und Deutschland erwartungsgemäß geringere Wachstumsraten aufzuweisen als beispielsweise die aufstrebenden Länder Osteuropas oder Asiens. EITO rechnet im laufenden Jahr mit einem Wachstum des deutschen IKT-Marktes in Höhe von 2,4 Prozent, für die USA mit 2,9 Prozent und für Japan mit vergleichsweise geringen 2,2 Prozent. Der gesamteuropäische IKT-Markt unter Berücksichtigung der osteuropäischen Länder wird im Jahr 2004 voraussichtlich um 3,4 Prozent wachsen, die übrigen Länder zusammen genommen sogar um über acht Prozent. Abb. 26 Für 2004 und 2005 wird mit deutlich höheren Wachstumsraten als in den zurückliegenden Jahren gerechnet Weltweit: Markt für Informations- und Kommunikationstechnik nach Wachstum in Prozent 2003-2005 10,1 2002 2003 2004 2005 8,3 6,0 4,6 5,0 5,0 4,7 3,4 3,3 3,8 4,3 3,2 2,9 2,4 2,2 1,2 1,4 0,4 0,7 0,1 0,0 -0,8 -2,5 Deutschland -2,7 Europa* USA Japan übrige Länder Welt Marktvolumen 2005: 2.291 Mrd. EUR Marktvolumen 2004: 2.160 Mrd. EUR Marktvolumen 2003: 2.071 Mrd. EUR Marktvolumen 2002: 2.043 Mrd. EUR * inkl. Osteuropa EITO, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 55 Anteil am BIP Die Bedeutung der Informations- und Kommunikationsbranche, gemessen am Anteil des IKT-Marktes an der gesamten Wertschöpfung eines Landes, hat in den letzten beiden Jahren weltweit fast ausnahmslos nachgelassen. Lag der Umsatzanteil der IKT-Branche am westeuropäischen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2001 noch bei 7,5 Prozent, so sank der Wert im Jahr 2002 auf 6,7 Prozent und gab im vergangenen Jahr erneut auf einen Anteil von schließlich 6,4 Prozent nach ­ eine Folge stagnierender oder sinkender IKT-Umsätze bei einem gleichzeitig zumindest verhaltenen Aufwärtstrend bei der Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts. Abb. 27 Auch 2003 ist der Anteil des IKT-Umsatzes am Bruttoinlandsprodukt in allen Regionen der Welt zurückgegangen Weltweit: Anteil des Umsatzes mit IKT am Bruttoinlandsprodukt in Prozent 2003 Schweden Großbritannien USA Schweiz Japan Niederlande Portugal Finnland Dänemark Belgien/Luxemburg Westeuropa Österreich Deutschland Norwegen Frankreich Spanien Griechenland Italien Irland 8,84 (9,28) 8,07 (8,37) 7,90 (8,48) 7,85 (7,91) 7,80 (8,16) 7,30 (7,92) 6,96 (7,25) 6,93 (7,14) 6,62 (6,71) 6,48 (6,49) 6,43 (6,71) 6,42 (6,43) 6,06 (6,38) 6,00 (6,07) 5,95 (6,23) 5,43 (5,79) 5,29 (5,61) 5,29 (5,47) 5,29 (6,11) BITKOM, Februar 2004 Vorjahreswerte in Klammern Die Bedeutung der IKT-Branche für die deutsche Volkswirtschaft ist im vergangenen Jahr abermals gesunken. Nachdem die Wirtschaftsleistung der Informationstechnologie und Telekommunikation im Jahr 2001 noch einen Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 6,8 Prozent hatte, sank dieser Wert im Jahr darauf auf 6,4 Prozent. Im Jahr 2003 schließlich ging der IKT-Anteil am deutschen Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des BITKOM vom März 2004 auf knapp 6,1 Prozent zurück. Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland damit im hinteren Mittelfeld, unterhalb des westeuropäischen Durchschnittes von 6,4 Prozent und deutlich hinter den führenden Nationen Schweden und Großbritannien mit einem IKT-Anteil am nationalen BIP von 8,8 resp. 8,1 Prozent. Diese Entwicklung bestätigt auch das Branchenbarometer: Es gab überwiegend sowohl in der eigenen Einrichtung eine stagnierende (47%) bzw. rezessive (27%) Entwicklung als auch einen Abschwung (50%) in der Branche. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 56 Pro-KopfAusgaben Jeder westeuropäische Bürger gab im Jahr 2003 durchschnittlich 1.517 EUR für Systeme, Software und Dienstleistungen aus dem Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik aus. Die deutschen Verbraucher lagen mit 1.530 EUR nur geringfügig über dem westeuropäischen Schnitt. Ganz anders in den USA: Dort lagen die ProKopf-Ausgaben für Informationstechnik und Telekommunikation im Jahr 2003 mit 2.328 EUR um mehr als 50 Prozent über dem deutschen Wert. Die Schweiz übertraf diesen Wert mit 2.675 EUR sogar noch deutlicher. Um Deutschland als Hochtechnologiestandort weiter zu fördern, ist es nach Ansicht des Branchenverbandes BITKOM unabdingbar, den Abstand zu diesen und anderen führenden Nationen nicht weiter anwachsen zu lassen und darüber hinaus entsprechende Anstrengungen zu unternehmen, um die gegenwärtige Investitionsdifferenz wieder zu verringern. Abb. 28 Deutschland liegt mit seinen Pro-Kopf-Ausgaben für IKT leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt Weltweit: Pro-Kopf-Ausgaben für Informationstechnik und Telekommunikation in EUR 2003 Schweiz USA Dänemark Schweden Norwegen Großbritannien Japan Niederlande Finnland Belgien/Luxemburg Österreich Irland Deutschland Westeuropa Frankreich Italien Spanien Portugal Griechenland 2.328 2.277 2.261 2.178 2.675 2.027 1.986 1.930 1.773 1.614 1.610 1.551 1.536 1.517 1.482 1.131 887 845 701 BITKOM, Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 57 4.2.2 Der europäische IKT-Markt Der Markt für Informationstechnik und Telekommunikation gewinnt spürbar an Fahrt. Wesentliche Wachstumstreiber sind nach Einschätzung von EITO vom März 2004 die Telekommunikationsdienste und hier insbesondere die breitbandigen Internet-Verbindungen sowie der Mobilfunk. Nach Ansicht des EITO-Präsidenten Bruno Lamborghini hat Europa derzeit die einmalige Möglichkeit, die weitere Entwicklung der weltweiten Informationsgesellschaft maßgeblich mitzugestalten. Allerdings: "Wir Westeuropa Abb. 29 beobachten eine Entwicklung hin zu einer wahrhaft digitalen Welt, und Europa hat die Chance, eine entscheidende Rolle darin zu spielen. Aber es muss aufpassen, nicht schon am Anfang eines neuen IKT-Booms an Schwung zu verlieren. Sonst werden die USA und zunehmend auch China und Südostasien das Rennen machen", so Lamborghini in einer Rede zur Veröffentlichung des EITO-Berichts im März 2004. Nach einem Rückgang des westeuropäischen IKT-Umsatzes im Jahr 2002 orientierte sich der Markt zuletzt wieder aufwärts. Für das Jahr 2004 wird mit einem Gesamtvolumen des westeuropäischen IT- und Kommunikationsmarktes in Höhe von 611 Milliarden EUR gerechnet, was einer Steigerung von gut drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Deutschland bleibt im Jahr 2004 Marktführer im Bereich IKT in Westeuropa Westeuropa: Markt für Informationstechnik und Telekommunikation in Milliarden EUR 2004 und in Prozent 2001-2004 Übrige Länder 21,2% Deutschland 21,2% 2001 590,6 Niederlande 5,2% Spanien 6,1% Italien 11,0% 2002 587,8 2004 Großbritannien 20,4% 2003 592,4 Frankreich 14,9% 2004 611,0 EITO, März 2004 Deutschland bleibt mit einem Volumen von knapp 130 Milliarden EUR weiterhin der größte Einzelmarkt Westeuropas, gefolgt von Großbritannien mit 125 Milliarden EUR. Frankreich als drittgrößter Markt hat mit einem IKTVolumen von gut 90 Milliarden EUR bereits einen deutlichen Abstand zu den beiden führenden Ländern. Deutschland hat das Potenzial, zu einem der weltweit führenden IKT-Standorte zu werden. Deutschland von allen untersuchten Ländern Westeuropas die geringsten Wachstumsraten auf. Während Irland im vergangenen Jahr um 4,4 Prozent, Portugal sogar um 4,8 Prozent gewachsen ist, stiegen die IKT-Umsätze in Deutschland 2003 nur um 2,4 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 58 Abb. 30 Deutschland ist derzeit der größte IKT-Markt in Westeuropa ­ allerdings mit den niedrigsten Wachstumsraten Westeuropa: IKT-Markt in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 in Milliarden Euro 129,3 124,9 90,9 67,3 37,4 31,9 21,2 20,7 14,3 12,7 8,8 Deutschland Großbritannien Frankreich Italien Spanien Niederlande Schweden Schweiz Österreich Dänemark Portugal EITO, März 2004 Wachstum in Prozent 2,4 3,2 2,7 3,1 5,5 3,2 3,0 2,5 3,6 4,3 4,8 Die Gründe für das verhaltene und unterdurchschnittliche Wachstum sind vielfältig; für den Standort Deutschland spezifische politische und wirtschaftliche Gründe spielen ebenso eine Rolle wie externe Einflussfaktoren. Leicht nachvollziehbar ist aber in diesem Zusammenhang, dass Länder mit im Vergleich zu Deutschland derzeit noch niedrigeren ProKopf-Ausgaben für IKT (wie Spanien und Portugal) in einer sich zunehmend globalisierenden Wirtschaft höhere Wachstumsraten aufweisen als Länder wie Deutschland oder Großbritannien, die bereits eine Führungsposition im europäischen IKT-Markt inne haben. Die TK-Dienste als Teilbereich der gesamten IKT-Industrie erwirtschaften, wie in den Jahren zuvor, auch im Jahr 2004 wieder den größten Teil der gesamten IKT-Umsätze in Westeuropa. Nach Angaben von EITO vom März 2004 beläuft sich der Umsatzanteil der TK-Dienste in diesem Jahr auf 268 Milliarden EUR oder knapp 44 Prozent, gefolgt von den IT-Services mit einem Anteil von 20,4 Prozent. Wie im internationalen Vergleich bereits gesehen steigt die Bedeutung des Telekommunikationsmarktes innerhalb der IKT-Branche auch in Westeuropa weiter an. Nachdem der TK-Umsatz im Jahr 2003 noch 51 Prozent des gesamten westeuropäischen IKT-Umsatzes ausmachte, wird dieser Wert im laufenden Jahr voraussichtlich auf 51,9 Prozent steigen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 59 Abb. 31 Der westeuropäische IKT-Markt teilt sich zu fast gleichen Teilen in IT und Telekommunikation auf Westeuropa: Markt für Informationstechnik (IT) und Telekommunikation (TK) nach Segmenten in Prozent 2004 Netzinfrastruktur (TK) 3,9% Endgeräte (TK) 4,1% Software (IT) 11,1% Hardware (IT) 15,0% Büromaschinen (IT) 1,6% TK-Dienste (TK) 43,9% Marktvolumen 2004: 611 Mrd. EUR (TK) gesamt = 51,9% (IT) gesamt = 48,1% IT-Services (IT) 20,4% EITO, März 2004 Osteuropa Von den westeuropäischen Umsatzzahlen im IKT-Markt sind die mittel- und osteuropäischen Volkswirtschaften noch deutlich entfernt. Während nach Angaben von EITO in Westeuropa mit Produkten und Dienstleitungen der Informations- und Kommunikationstechnologie im Jahr 2003 ein Umsatz von annähernd 600 Milliarden EUR erzielt wurde, lag der IKT-Umsatz in Osteuropa im selben Zeitraum bei weniger als 40 Milliarden EUR. Ein Großteil des gesamten osteuropäischen IKT-Umsatzes wird in den drei Staaten Polen, Tschechien und Ungarn erzielt. Zusammen kommen diese drei Länder auf einen osteuropäischen Marktanteil von rund 70 Prozent. Abb. 32 Polen ist mit Abstand der größte IKT-Markt Osteuropas Osteuropa: IKT-Markt in ausgewählten Ländern in Millionen EUR 2003 Polen Tschechische Republik Ungarn Rumänien Slowakei Bulgarien Slowenien Litauen Lettland Estland 14.808 6.549 5.957 3.364 2.011 1.764 1485 1.044 890 740 Marktvolumen Osteuropa 2003: 38,6 Mrd. EUR EITO, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 60 4.2.3 Der deutsche IKT-Markt Wie im europäischen Überblick bereits beschrieben stellt Deutschland nach Angaben von EITO mit einem Volumen von knapp 130 Milliarden EUR (Prognose für das Jahr 2004) weiterhin den größten IKT-Markt Europas dar. Der deutsche Branchenverband BITKOM rechnet in seiner neuesten Markteinschätzung vom März 2004 mit einem geringfügig höheren IKTUmsatz in Deutschland und sagt für das laufende Jahr einen Anstieg um 2,5 Prozent auf 131,4 Milliarden EUR voraus. Im Jahr 2005 soll die Wachstumsrate sogar 3,7 Prozent betragen und das Marktvolumen dadurch einen Wert von 136,4 Milliarden EUR erreichen. Abb. 33 Nach zwei rückläufigen Jahren erreicht der deutsche IKT-Markt dieses Jahr wieder das Niveau von 2001 Deutschland: IKT-Markt in Milliarden EUR und Wachstum in Prozent 1998-2005 IKT-Markt in Milliarden Wachstum in Prozent 131,4 131,4 136,4 128,9 127,9 128,3 115,2 102,7 10,8 12,1 11,8 1998 1999 2000 1,9 2001 0,3 2003 2,5 -2,6 2002 2004 3,7 2005 BITKOM, März 2004 Haupt-Wachstumstreiber sind nach Aussagen von BITKOM insbesondere der Mobilfunk sowie die Online-Dienste. So rechnen 83 Prozent aller Anbieter von Mobilfunkdiensten und immerhin noch 63 Prozent aller Produzenten von IT-Hardware einer Umfrage des BITKOM zufolge in diesem Jahr mit einer steigenden Nachfrage. Eines der derzeit größten Probleme für die IKT-Branche stellt nach Ansicht von BITKOM die zunehmend schwierigere Finanzierung der Unternehmen dar. Bereits jedes zweite mittelständische BITKOM-Mitglied berichtet über wachsende Schwierigkeiten bei der Beantragung eines Kredits. Hinzu kommt, dass die Kreditinstitute, nicht zuletzt wegen der für die Zukunft geplanten verschärften Eigenkapitalrichtlinien der Banken (Basel II), verstärkt auf die Bonität des Kredit beantragenden Unternehmens achten müssen, was insbesondere eigenkapitalschwachen Mittelständlern die Kreditaufnahme deutlich erschweren wird (siehe auch Expertenbefragung). Während der deutsche Branchenverband BITKOM, wie oben angedeutet, von einem Umsatzwachstum der deutschen IKT-Branche von 2,5 Prozent im laufenden und 3,7 Prozent im nächsten Jahr ausgeht, malt die amerikanische Meta Group ein etwas pessimistischeres Szenario und rechnet für das Jahr 2004 mit einem Nullwachstum. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 61 Allerdings weisen die einzelnen Segmente des IKT-Marktes der Analyse der Meta Group vom Januar 2004 zufolge stark unterschiedliche Wachstumsaussichten auf: Während im Telekommunikationsbereich den Sparten Mobiltelefon, Internet und Online kräftige Zuwächse vorausgesagt werden, zeigt die Entwicklung bei den klassischen Telekommunikationsdiensten nach Aussagen der Meta Group eher nach unten. Ebenso verhalten wird die Entwicklung im IT-Hardware-Bereich verlaufen. Lediglich Notebooks werden sich der Einschätzung der amerikanischen Marktforscher zufolge der allgemeinen Entwicklung entziehen können und Umsatzanteile hinzugewinnen. Laut Branchenbarometer (Trendbericht, Bd. 1, Kapitel 2.2) ist die Stimmung der Informationswirtschaft für das Jahr 2003/2004 allerdings von einem ausgesprochen robusten Optimismus gekennzeichnet. Die Unternehmen setzen auf Innovation und Expansion. Eine Belebung wird vor allem durch die Auflösung von Investitionsstaus und ­stopps erwartet. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 62 4.3 Der Markt für Informationstechnik 4.3.1 Der Markt für Informationstechnik weltweit Der weltweite Markt für Informationstechnologie konnte sich dem innerhalb der Informations- und Kommunikationsindustrie herrschenden allgemeinen Branchentrend der letzten Jahre nicht entziehen und wies seit 2001 sinkende oder allenfalls stagnierende Umsätze auf. Nach drei rezessiven Jahren wird erst für das laufende Jahr mit einer Stabilisierung des IT-Umsatzes auf das Niveau des Jahres 2001 gerechnet. Im internationalen Vergleich stellen die USA mit einem gegenwärtigen Marktanteil von rund 42 Prozent nach wie vor den größten Einzelmarkt für Informationstechnologie dar, gefolgt von Europa mit knapp 32 Prozent. Im kommenden Jahr wird der weltweite IT-Markt auf mehr als eine Billion Euro anwachsen Weltweit: Markt für Informationstechnik nach Regionen in Milliarden EUR und in Prozent 2001-2005 Abb. 34 USA Europa* Deutschland Japan Übrige Länder 967,7 12,8% 12,0% 7,0% 25,1% 933,1 13,5% 12,3% 6,9% 25,4% 933,5 13,7% 12,3% 6,7% 25,2% 969,9 14,4% 12,2% 6,6% 25,0% 1.023,1 15,0% 11,8% 6,4% 24,9% 43,1% 41,9% 42,0% 41,9% 41,8% 2001 2002 2003 EITO, März 2004 2004 2005 * ohne Deutschland Die amerikanische Marktforschungsorganisation Gartner kommt in ihrer Analyse der Entwicklung des weltweiten IT-Marktes vom Dezember 2003 zu einer ähnlichen Einschätzung. Für das laufende Jahr rechnet Gartner mit einem Anstieg der weltweiten Umsätze im IT-Markt auf 1.055 Milliarden USD, nach 1.005 Milliarden USD im Jahr 2003. Bis 2006 wird ein weiterer Anstieg auf 1.168 Milliarden USD vorhergesagt. Das größte Wachstum prophezeien die Marktforscher von Gartner den Bereichen Software und IT-Services mit durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten von sechs Prozent (berechnet auf den Zeitraum von 2002 bis 2006). Das Hardware-Segment wird demgegenüber in den kommenden Jahren nur mit rund drei Prozent pro Jahr wachsen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 63 Abb. 35 Die Bereiche Software und Dienstleistungen weisen im weltweiten IT-Markt die höchsten Wachstumsraten auf Weltweit: Markt für Informationstechnik nach Branchen in Milliarden USD und Prozent 2002-2006 Hardware Software IT-Services 1.118,8 1.168,1 1.004,8 1.055,0 956,8 57,7% 58,4% 57,6% 57,4% 56,0% 7,9% 34,7% 8,1% 34,2% 8,3% 33,3% 7,9% 36,1% 7,7% 34,7% 2002 2003 2004 Gartner Dataquest, Dezember 2003 2005 2006 Nach Ansicht vieler Marktbeobachter wird das prognostizierte Wachstum der kommenden Jahre primär durch den in diesem Jahr allmählich einsetzenden Ablöse-Zyklus gestützt, bei dem veraltete Hard- und Software durch aktuelle Technologien ersetzt wird. Viele Experten gehen davon aus, dass in diesem Zusammenhang ein nicht unerheblicher Nachholbedarf bei vielen Firmen besteht, die sich in den vergangenen Jahren aufgrund der schlechten Wirtschaftslage bei den Investitionen überdurchschnittlich stark zurückgehalten haben und nun den so entstandenen Investitionsstau allmählich auflösen und ihre veraltete Technologie durch neue, zeitgemäße ersetzen müssen. Werden die verantwortlichen Informationsmanager in den Firmen nach den vermeintlichen Zukunftsaussichten der IT-Industrie befragt, so gehen die Meinungen stellenweise weit auseinander. Einer im Herbst 2003 von der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch durchgeführten Umfrage unter 100 US-amerikanischen und europäischen IT-Verantwortlichen (CIO/ Chief Information Officer) zufolge erwarteten die befragten CIOs für das Jahr 2004 einen Anstieg der IT-Ausgaben in Höhe von vier bis fünf Prozent. Die amerikanische Marktforschungsgesellschaft Gartner kommt bei ihrer weltweiten Befragung vom Frühjahr 2004 dagegen auf deutlich verhaltenere Wachstumsprognosen. Die dort befragten 956 CIOs rechnen für das Jahr 2004 lediglich mit einem Anstieg der IT-Ausgaben in Höhe von 1,4 Prozent. Mehr als 40 Prozent der IT-Verantwortlichen schätzen, die dazu nötige allgemeine Geschäftsbelebung werde erst in der zweiten Jahreshälfte 2004 einsetzen. Leitthemen in diesem Jahr sind den Aussagen der CIOs zufolge die Beseitigung von Sicherheitslücken, die Senkung der operativen Kosten sowie der Datenschutz. Das derzeit allgegenwärtige Thema Outsourcing wird von den in der Gartner-Untersuchung befragten IT-Verantwortlichen überraschenderweise nicht als Kernthema dieses Jahres genannt, was aber laut Gartner daran liegen kann, dass die CIOs oftmals nicht in OutsourcingEntscheidungen des Managements integriert werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 64 USA Abb. 36 Die Wachstumsaussichten des US-amerikanischen IT-Marktes werden unterschiedlich eingeschätzt. Die aktuellen Einschätzungen der führenden Marktbeobachter gehen für das Jahr 2004 von Wachstumsraten zwischen 2,4 Prozent (Merrill Lynch, Januar 2004) und 5,0 Prozent (Morgan Stanley, Dezember 2003) aus. Überdurchschnittlich stark werden nach Ansicht der Marktforscher von Forrester die Bereiche Computer/ Peripherie sowie der Bereich Outsourcing expandieren. Im Bereich des IT-Consulting und der IT-Services ist dagegen nur mit einem verhaltenen Wachstum zu rechnen. Die höchsten Wachstumsraten im US-IT-Markt gibt es derzeit im Bereich der Hardware USA: Markt für Informationstechnik nach Bereichen in Milliarden USD und Prozent 2001-2005 Hardware Software IT Consulting & Services 471 22,3% 454 20,9% 450 20,4% 474 19,8% 508 19,3% 41,3% 38,2% 40,3% 42,9% 43,0% 39,5% 38,8% 36,7% 37,1% 39,4% 2001 2002 2003 Forrester Research, Dezember 2003 2004 2005 Asien Ein führendes Thema nicht nur in Amerika ist ­ in noch stärkerem Maße als in den vergangenen Jahren ­ die Sicherheit der Informationssysteme. Der monatlichen Umfrage des amerikanischen CIO Magazine unter 5.000 ITVerantwortlichen zufolge stieg der Anteil derjenigen Befragten, die in Zukunft verstärkt in Security Software investieren wollen, von gut 52 Prozent (Januar 2003) auf annähernd 60 Prozent (Januar 2004) an ­ ein Hinweis darauf, dass die immer häufigeren DOS- und Viren-Attacken und Hacker-Angriffe als eine zunehmende Bedrohung für die IT-Infrastruktur der Firmen angesehen werden. Asien gehört zu den am dynamischsten wachsenden Regionen im ITBereich. Selbst in den Jahren 2001 und 2002, in denen weite Teile des weltweiten IT-Marktes allenfalls stagnierende, wenn nicht sogar zurückgehende Umsätze zu verzeichnen hatten, wuchs der IT-Umsatz in der asiatisch-pazifischen Region (ohne Japan) mit 6,5 Prozent im Jahr 2002 und 8,8 Prozent im Jahr 2003 deutlich an. Ein überdurchschnittlich starkes Wachstum erzielte in beiden Jahren der Bereich der IT-Services, der sowohl 2002 als auch 2003 zweistellige Zuwachsraten verzeichnen konnte. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 65 Abb. 37 Am dynamischsten entwickelt sich in Asien der Bereich der IT-Services Asien/Pazifik: Markt für Informationstechnik* nach Bereichen in Milliarden USD 2001-2003 Hardware Software IT-Services 81,9 6,5% 75,3 8,8% 70,7 10,2% 12,3% 35,1 5,8 28,4 5,1 37,2 6,5% 31,3 5,5 7,2% 3,6% 38,6 6,2% 40,9 2001 2002 Gartner, Oktober 2003 2003 * ohne Japan China In China werden nach Angaben von IDC vom Dezember 2003 im Jahr 2004 rund 29,4 Milliarden USD im IT-Bereich umgesetzt werden; ein Wachstum von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nur Indien wird mit prognostizierten 19 Prozent für das Jahr 2004 ein noch stärkeres Wachstum vorausgesagt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 66 4.3.2 Der europäische Markt für Informationstechnik Der europäische Markt für Informationstechnik hält im Jahr 2004 nach Angaben von EITO (März 2004) voraussichtlich einen Anteil von 31,6 Prozent am weltweiten IT-Umsatz ­ ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte. Innerhalb Europas stellt Großbritannien den umsatzstärksten Einzelmarkt im IT-Bereich dar. Im Jahr 2003 wurden dort 63,6 Milliarden EUR umgesetzt. Für 2004 wird mit einem Anstieg der IT-Umsätze auf 65,1 Milliarden EUR gerechnet. Noch im Jahr 2002 hielt Deutschland die führende Position in Europa mit einem IT-Umsatz von 64,0 Milliarden EUR vor Großbritannien mit 63,8 Milliarden EUR, doch aufgrund etwas geringerer Wachstumsraten liegt der deutsche IT-Markt gemessen am Volumen nun knapp hinter dem britischen. Großbritannien und Deutschland stellen die größten IT-Märkte in Europa dar Westeuropa: Markt für Informationstechnik in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Abb. 38 Großbritannien Deutschland Frankreich Italien Niederlande Spanien Schweden Österreich Dänemark Norwegen 65,1 (2,4%) 63,8 (1,2%) 50,1 (2,4%) 24,5 (1,7%) 16,3 (2,7%) 12,2 (5,4%) 11,4 (2,3%) 6,8 (5,0%) 6,6 (4,2%) 5,9 (3,3%) EITO, März 2004 Gesamtmarkt Westeuropa: 2004: 293,8 Mrd. EUR 2003: 286,7 Mrd. EUR Die Analysten der amerikanischen Marktforschungsgesellschaft Gartner kommen zu einer ähnlichen Einschätzung und rechnen in einer Studie vom September 2003 für das Jahr 2004 mit einem Anstieg der westeuropäischen IT-Umsätze von 280 Milliarden USD im Jahr 2003 auf 291 Milliarden USD in diesem Jahr. Besonders stark wird nach Einschätzung von Gartner der Software-Bereich mit einer Veränderungsrate von 6,8 Prozent wachsen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 67 Abb. 39 IT-Services stellen mit großem Abstand den größten Teilbereich des westeuropäischen IT-Marktes dar Westeuropa: Markt für Informationstechnik nach Segmenten in Milliarden USD 2001-2004 Hardware Software IT-Services 279,9 290,9 270,6 272,3 165,4 172,8 158,3 160,3 24,3 88,1 24,4 87,5 25,6 88,9 27,3 90,7 2001 2002 2003 2004 Gartner Dataquest, September 2003 Osteuropa Wie weiter oben schon dargestellt erreichen die mittel- und osteuropäischen IKT-Märkte nur einen Bruchteil des Volumens der Märkte Westeuropas. Im Bereich der Informationstechnik ist das Missverhältnis eklatant: Während im Jahr 2003 in Westeuropa rund 287 Milliarden EUR für Informationstechnik ausgegeben wurden, lag dieser Wert in Osteuropa im selben Zeitraum gerade einmal bei 11,6 Milliarden EUR. Polen, die Tschechische Republik und Ungarn sind im osteuropäischen Vergleich die führenden IT-Nationen mit einem kumulierten Marktanteil von annähernd 75 Prozent. Abb. 40 Die osteuropäischen IT-Märkte haben noch großes Entwicklungspotenzial Osteuropa: Markt für Informationstechnik in ausgewählten Ländern in Millionen EUR 2003 Polen Tschechische Republik Ungarn Slowakei Rumänien Slowenien Bulgarien Litauen Lettland Estland 3.992 2.620 1.956 757 719 507 312 257 220 216 Osteuropa gesamt: 11,6 Mrd. EUR Zum Vergleich: Westeuropa gesamt: 286,7 Mrd. Euro EITO, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 68 Das Wachstumspotenzial der osteuropäischen IT-Märkte ist als überdurchschnittlich hoch einzuschätzen. Nach einer Studie des Marktforschungsinstitutes Gartner vom März 2004 wird der Markt für Informationstechnik in Mittel- und Osteuropa im Zeitraum 2003 bis 2007 rund drei Mal so schnell wachsen wie in Westeuropa. Der gegenwärtige Stand der technischen Ausstattung ist der Analyse zufolge allerdings sehr unterschiedlich. Während Länder wie Estland und Slowenien gleichauf mit den derzeitigen EU-Ländern liegen oder sogar weiter entwickelt sind, gibt es Gartner zufolge in Ländern wie Polen oder Ungarn noch größeren Nachholbedarf. 4.3.3 Der deutsche Markt für Informationstechnik Nach zwei Jahren des Rückgangs erwartet der deutsche Branchenverband BITKOM für das laufende Jahr eine spürbare Erholung und Stabilisierung des deutschen Marktes für Informationstechnik. Waren die IT-Umsätze im Jahr 2003 noch um 2,1 Prozent gesunken, so prognostizierte BITKOM im März 2004 im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz für das laufende Jahr ein Wachstum des deutschen IT-Marktes um 1,5 Prozent auf 65,7 Milliarden EUR. Abb. 41 Nach Jahren der Rezession beginnt sich der deutsche IT-Markt wieder zu erholen Deutschland: Markt für Informationstechnik in Milliarden EUR und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 IKT-Markt in Milliarden Wachstum in Prozent 69,6 70,1 66,1 65,7 68,1 64,7 10,5 0,7 1,5 3,7 -5,7 -2,1 2000 2001 2002 2003 2004 2005 BITKOM, März 2004 Im Jahr 2005 soll der deutsche IT-Markt um weitere 3,7 Prozent auf dann 68,1 Milliarden EUR ansteigen. Den größten Anteil am gesamten IT-Markt hält weiterhin der Bereich der IT-Services, der mit 4,2 Prozent im Jahr 2005 auch überdurchschnittlich wächst. Lediglich der Software-Bereich kann diesen Wert mit einer prognostizierten Steigerungsrate von 5,3 Prozent noch übertreffen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 69 Unterdurchschnittlich werden im nächsten Jahr nach Angaben von BITKOM dagegen die Bereiche Bürotechnik, Infrastruktur sowie die Hardware wachsen. Letzterer wird für das Jahr 2005 ein Wachstum von lediglich 1,8 Prozent vorhergesagt. Abb. 42 Der Bereich IT-Services bleibt auch in Zukunft das führende Segment im deutschen IT-Markt Deutschland: Markt für Informationstechnik nach Segmenten in Milliarden EUR 2004 und 2005 Bürotechnik 3,1 Infrastruktur 4,5 Bürotechnik 3,2 Infrastruktur 4,4 Software 15,2 IT-Services 26,5 Software 16,0 IT-Services 27,6 2004 2005 Computer Hardware 16,5 Computer Hardware 16,8 Gesamtmarkt 2004: 65,7 Mrd. EUR Gesamtmarkt 2005: 68,1 Mrd. EUR BITKOM, März 2004 Das vergleichsweise schwache Wachstum im Bereich der Hardware darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es innerhalb dieses Segmentes durchaus überdurchschnittlich wachstumsstarke Produktgruppen gibt. So stiegen die Verkäufe von Notebooks im vergangenen Jahr um 14 Prozent, der Handhelds um zehn Prozent und der Multifunktionsgeräte sogar um 18 Prozent. Klassische PCs und Drucker waren mit Rückgängen von 5,0 resp. 7,6 Prozent im Jahr 2003 dagegen deutlich weniger gefragt. Die BITKOM-Einschätzung steigender IT-Umsätze wird untermauert von den Ergebnissen einer Umfrage des Handelsblatts in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Droege & Comp. vom März 2004. Demnach gaben 37 Prozent der befragten Unternehmensvertreter an, das IT-Budget in ihrer Firma in diesem Jahr zumindest in geringem Maße aufstocken zu wollen; 16 Prozent planen gar eine deutliche Erhöhung ihrer ITInvestitionen. Die Hälfte der Befragten gaben an, ihr IT-Budget zunächst unverändert zu lassen, und nur eine Minderheit von 14 Prozent plant weitere Einsparungen. Der vom Weltgipfel der Vereinten Nationen herausgegebene "Global Information Technology Report 2002-2003" zeigt, dass Deutschland trotz landes- und weltweiter konjunktureller Schwäche vorangekommen ist. So konnte Deutschland mit Platz 10 (2002: Platz 17) eine beachtliche Verbesserung im IT-Länder-Ranking erreichen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 70 4.3.4 Der PC-Markt - weltweit, in Europa und in Deutschland Weltweiter Markt Der weltweite PC-Markt hat sich im vergangenen Jahr deutlich besser entwickelt als von vielen Experten zunächst vorhergesagt. Einer Pressemeldung der amerikanischen Marktforschungsorganisation Gartner vom Januar 2004 zufolge stieg die Zahl der verkauften PCs im Jahr 2003 weltweit um 10,9 Prozent auf 168,9 Millionen Einheiten an ­ eine deutliche Abweichung gegenüber ihrer Markteinschätzung vom Mai 2003, bei der die Experten von Gartner aufgrund der unmittelbaren Bedrohung der weltwirtschaftlichen Lage durch SARS ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2003 auf 136,9 Millionen verkaufte Einheiten gesenkt hatten. Im weiteren Verlauf des Jahres 2003 wurden die Prognosen dann wiederholt angepasst, zunächst auf 161,3 Millionen weltweit verkaufte PCs in einer Markteinschätzung vom August 2003, dann auf 164,3 Millionen im November 2003 und schließlich auf 168,9 Millionen im Januar 2004. Vergleichbar, wenn auch in geringerem Umfang, passten auch die PCExperten des Marktforschungsinstitutes IDC ihre Prognosen für das Jahr 2003 wiederholt den veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Rechnete IDC im September 2003 noch mit einem weltweiten PC-Absatz in Höhe von 148 Millionen Stück, so wurde diese Schätzung im Januar 2004 auf 153 Millionen und im März 2004 schließlich auf 154,5 Millionen verkaufte Einheiten angehoben ­ ein anschauliches Beispiel dafür, dass die Markteinschätzungen selbst ausgewiesener Experten insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten und bei starken exogenen Einflüssen (Terroranschläge, Irak-Krieg, SARS) nur eine begrenzte Gültigkeitsdauer haben und nur unter Berücksichtigung der jeweiligen wirtschaftlichen und politischen Lage interpretiert werden können. Für das Jahr 2004 rechnen die Marktforscher von Gartner einer Einschätzung vom Februar 2004 zufolge mit einer weiteren Erholung des weltweiten PC-Marktes und einem Anstieg der Zahl der verkauften Personalcomputer um knapp elf Prozent auf 187 Millionen Einheiten. Die diesjährigen Absatzzahlen werden nach Meinung der Gartner-Marktforscher insbesondere durch die starke Nachfrage von privater Seite getrieben. Bei den Käufen durch Unternehmen wird der Absatz zusätzlich von der allmählichen Auflösung des bestehenden Investitionsstaus profitieren ­ die Firmen verspüren immer stärkeren Druck, ihren zunehmend veralteten und überholten PC-Bestand zu aktualisieren. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 71 Abb. 43 Für die kommenden Jahre werden dem weltweiten PC-Markt zweistellige Wachstumsraten vorausgesagt Weltweit: Anzahl der verkauften PCs in Millionen 2001-2005 Verbraucher Unternehmen 191,4 172,1 11,2% 154,5 11,4% 135,7 1,9% 138,3 11,7% 122,1 109,9 98,1 87,5 88,5 56,4 62,1 69,2 48,2 49,8 2001 2002 2003 IDC, März 2004 2004 2005 Notebooks Als einer der maßgeblichen Entwicklungen im PC-Markt wird von allen Marktbeobachtern einhellig der Trend weg vom stationären Desktop hin zu mobilen Notebooks genannt. IDC rechnet damit, dass der Anteil der tragbaren Computer am gesamten PC-Markt von derzeit 27 Prozent auf bis zu 37 Prozent im Jahr 2007 wächst. Für die USA rechnen die Marktforscher sogar damit, dass im Jahr 2007 annähernd jeder zweite verkaufte PC ein Mobilsystem sein wird. Abb. 44 Notebooks werden immer populärer Weltweit/USA: Anteil mobiler Systeme (Notebooks) an den gesamten PC-Verkäufen in Prozent 2003-2007 Weltweit USA 47,0 44,3 40,7 35,8 37,3 33,7 33,8 30,4 26,9 27,5 2003 2004 2005 2006 2007 IDC, Januar 2004 USA Im Jahr 2003 wurden nach Angaben von IDC in den Vereinigten Staaten rund 52,9 Millionen PC verkauft ­ ein Plus von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die größten Wachstumsraten erzielte dabei das Segment der privaten Verbraucher, die im Jahr 2003 20,3 Millionen PCs und damit 18,8 Prozent mehr Computer kauften als im Jahr zuvor. Der PC-Absatz im Firmensektor stieg dagegen nur um sieben Prozent auf 32,7 Millionen Einheiten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 72 Asien Für das Jahr 2004 rechnen die Marktforscher von IDC in ihrer Marktanalyse vom Januar 2004 mit einem Anstieg der Absatzzahlen auf 59,5 Millionen Stück, diesmal allerdings gespeist von höheren Wachstumsraten im Firmenbereich. Dort sollen der Einschätzung von IDC zufolge im Jahr 2004 rund 37,5 Millionen PCs und damit 14,8 Prozent mehr als im Jahr 2003 abgesetzt werden, während der Zuwachs im privaten Bereich nur um 8,6 Prozent auf 22,0 Millionen verkaufte Einheiten steigen soll. Mit einer Steigerungsrate von rund 14 Prozent hat der PC-Absatz in Asien (ohne Japan) im Jahr 2003 die weltweite durchschnittliche Wachstumsrate von 10,9 Prozent deutlich übertroffen. Nach Angaben von IDC vom Januar 2004 wurden in dieser Region im Jahr 2003 28,4 Millionen PCs verkauft. Die stärksten Wachstumsmärkte in Asien waren im vergangenen Jahr Thailand mit einem Anstieg der PC-Verkäufe um 48 Prozent (allerdings unterstützt von einem Subventionsprogramm der thailändischen Regierung), gefolgt von China mit einem Zuwachs in Höhe von 18 Prozent sowie Taiwan mit einer Zunahme der Zahl der verkauften PCs um 16 Prozent. Im vierten Quartal 2003 wurden nach Angaben von IDC vom Januar 2004 in der Vertriebsregion EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) insgesamt 15,5 Millionen PCs abgesetzt, davon allein 12,5 Millionen Einheiten in Westeuropa. Noch machen Desktop-PCs mit 10,6 Millionen Stück den größten Anteil am PC-Gesamtumsatz in der EMEA-Region aus, allerdings weist dieses Segment im Vergleich zum wachstumsstarken Notebook-Markt nur unterdurchschnittliche Steigerungsraten auf. Während der Bereich der Desktops zuletzt nur um 10,2 Prozent zulegen konnte, stieg die Zahl der verkauften Notebooks im selben Zeitraum um 49 Prozent auf 4,5 Millionen Stück. Das Wachstum im Server-Bereich war ebenfalls ansehnlich und betrug zuletzt 25,5 Prozent (auf 460.000 Stück). In Deutschland wuchs der PC-Markt nach Angaben von IDC vom Februar 2004 im vergangenen Jahr um 9,8 Prozent auf 7,8 Millionen verkaufte Einheiten. Im letzten Quartal 2003 stieg der PC-Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 17,1 Prozent auf 2,5 Millionen an. Dem weltweiten Trend folgend wies das Segment der tragbaren Computer auch auf dem deutschen PC-Markt ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Im vierten Quartal 2003 stieg der Notebook-Umsatz in Deutschland den Angaben von IDC zufolge um 53,6 Prozent an; 876.000 Exemplare wurden in diesem Zeitraum verkauft. Der Absatz im Desktop-Bereich stieg dagegen nur um 2,9 Prozent auf rund 1,5 Millionen verkaufte Einheiten. Der Studie stern MarkenProfile 10 vom Herbst 2003 zufolge planen 10,7 Millionen Bundesbürger die Anschaffung eines PC innerhalb der nächsten zwei Jahre. Für über drei Millionen dieser zukünftigen Käufer wird dies der erste PC sein ­ ein Indiz dafür, dass die Entwicklung des deutschen PC-Markts auch in Zukunft voraussichtlich positiv verlaufen wird. Europa Deutschland Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 73 4.4 Der Markt für Telekommunikation 4.4.1 Der Markt für Telekommunikation weltweit Der weltweite Markt für Telekommunikationsprodukte und -Dienstleistungen belief sich im Jahr 2003 auf 1.137 Milliarden EUR. Für das Jahr 2004 rechnet EITO in einer in Zusammenarbeit mit IDC erstellten Marktanalyse vom März 2004 mit einem Wachstum von 4,7 Prozent auf 1.190 Milliarden EUR. Europa (inkl. Osteuropa) hält derzeit einen Anteil am TK-Weltmarkt in Höhe von rund 29 Prozent und liegt damit vor den USA, die einen aktuellen Marktanteil von 24 Prozent erreichen. Für die Jahre 2004 und 2005 rechnet EITO für beide Regionen mit einer leicht sinkenden Tendenz. Abb. 45 Knapp 30 Prozent des weltweiten Telekommunikationsumsatzes werden 2004 in Europa erwirtschaftet Weltweit: Markt für Telekommunikation in Prozent 2004 übrige Länder 35,1% (34,0%) Europa* 23,6% (23,7%) Deutschland 5,5% (5,6%) USA 23,9% (24,5%) Japan 11,9% (12,3%) * inkl. Osteuropa, ohne Deutschland Vorjahreswerte in Klammern Welt gesamt 2004: 1.190 Mrd. EUR 2003: 1.137 Mrd. EUR 2002: 1.109 Mrd. EUR EITO, März 2004 Die auf den Telekommunikationsmarkt spezialisierten französischen Marktforscher von Omsyc rechnen in ihrer aktuellen Einschätzung des weltweiten TK-Marktes vom Februar 2004 mit einem Volumen des weltweiten TK-Marktes in Höhe von 1.255,3 Milliarden EUR (2003). Bis zum Jahr 2009 geht Omsyc von einem Anstieg auf 1.471,4 Milliarden EUR aus. Die höchsten Wachstumsraten werden dabei den TK-Services prognostiziert, während der Umsatz mit TK-Hardware den Einschätzungen von Omsyc zufolge deutlich geringer ausfallen wird. Dementsprechend wird der Umsatzanteil des Bereichs TK-Hardware am gesamten weltweiten TKUmsatz von 17,4 Prozent (2002) auf 15,5 Prozent (2009) zurückgehen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 74 Abb. 46 Innerhalb des weltweiten Telekommunikationsmarktes wird der Bereich TK-Services überdurchschnittlich steigen Weltweit: Markt für Telekommunikation nach Bereichen in Milliarden USD und Prozent und durchschnittliches jährliches Wachstum (CAGR) in Prozent, 2002 und 2009 TK-Hardware TK-Services 1.471 4,1% 1.205 4,5% 1.244 (84,5%) 996 (82,6%) 1,7% 209 (17,4%) 2002 227 (15,8%) 2009 Omsyc, Februar 2004 4.4.2 Der westeuropäische Markt für Telekommunikation Im Gegensatz zum westeuropäischen IT-Markt, der auf drei rezessive Jahre mit sinkenden Umsätzen zurückblickt, verzeichnete der Telekommunikationsmarkt in Westeuropa auch in den wirtschaftlich schwachen Jahren 2002 und 2003 kontinuierliche, wenngleich niedrige Wachstumsraten. So stieg der westeuropäische TK-Umsatz im Jahr 2002 um 2,6 Prozent auf 298 Milliarden EUR und im Jahr darauf um weitere 2,7 Prozent auf 306 Milliarden EUR. Dies geht aus dem aktuellen Marktreport des EITO vom März 2004 hervor. Mittlerweile werden annähernd 85 Prozent der westeuropäischen Umsätze im Telekommunikationsbereich durch TK-Dienste erzielt. Im Jahr 2003 lag dieser Wert noch bei 83,3 Prozent. Der Umsatz mit TK-Endgeräten wird im Jahr 2004 voraussichtlich einen Anteil von acht Prozent am gesamten TKVolumen erreichen; ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte. Noch etwas stärker ist die Bedeutung des Bereiches Netzinfrastruktur zurückgegangen: Nachdem dieser Bereich im vergangenen Jahr noch einen Umsatzanteil in Höhe von 8,0 Prozent erreichte, wird der Marktanteil in diesem Jahr voraussichtlich auf 7,5 Prozent sinken. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 75 Abb. 47 Der westeuropäische TK-Markt weist ein kontinuierliches Wachstum auf Westeuropa: Markt für Telekommunikation gesamt und nach Segmenten in Milliarden EUR 2001-2005 und in Prozent 2004 331,0 317,2 Netzinfrastruktur 7,5% 305,6 297,6 Endgeräte 8,0% 290,1 2004 2001 2002 2003 2004 2005 TKDienste 84,5% EITO, März 2004 Das Wachstum im westeuropäischen TK-Markt basierte nach Angaben von EITO dabei in erster Linie auf der steigenden Nachfrage nach Mehrwertdiensten Mobilfunkbetreiber. sowie moderaten Infrastruktur-Investitionen der Abb. 48 Größter Einzelmarkt in Westeuropa bleibt nach vorläufigen Prognosen des EITO weiterhin Deutschland mit einem TK-Marktvolumen in Höhe von 65,6 Milliarden EUR (2004), gefolgt von Großbritannien mit 59,8 Milliarden EUR sowie Italien mit einem TK-Umsatz von 42,7 Milliarden EUR im Jahr 2004. Die Variation der Wachstumsraten der nationalen TK-Märkte liegt in vergleichsweise engen Grenzen. Spanien und Portugal gehören mit einem Wachstum ihrer TK-Märkte im Jahr 2003 um 5,6 resp. 4,9 Prozent zu den dynamischsten Märkten, während die Schweiz und Österreich mit 2,3 bzw. 2,4 Prozent im vergangenen Jahr ein etwas verhalteneres Wachstum aufgewiesen haben. Deutschland liegt mit einer Rate von 3,7 Prozent nur minimal unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 3,8 Prozent. Deutschland ist weiterhin führend im westeuropäischen TK-Markt Westeuropa: Markt für Telekommunikation in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 Deutschland Großbritannien Italien Frankreich Spanien Niederlande Schweden Schweiz Österreich Portugal 65,6 (3,7%) 59,8 (4,1%) 42,7 (3,9%) 40,7 (3,0%) 25,2 (5,6%) 15,6 (3,7%) 10,3 (3,7%) 9,3 (2,3%) 7,5 (2,4%) 6,2 (4,9%) Gesamtmarkt Westeuropa: 317,2 Mrd. EUR (3,8%) EITO, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 76 4.4.3 Der deutsche Markt für Telekommunikation Der deutsche Telekommunikationsmarkt entwickelt sich nach Angaben des Branchenverbandes BITKOM kontinuierlich aufwärts. Nachdem die deutsche TK-Industrie im vergangenen Jahr ein Umsatzvolumen in Höhe von 63,6 Milliarden EUR erwirtschaftet hatte, wird dieser Wert den Einschätzungen von BITKOM zufolge im Jahr 2004 um 3,5 Prozent auf 65,8 Milliarden EUR steigen. Für das Jahr 2005 prognostiziert der Branchenverband einen erneuten Anstieg um 3,8 Prozent auf dann 68,3 Milliarden EUR. Die hier dargestellten BITKOM-Zahlen können vereinzelt geringfügig von den im vorausgegangenen Kapitel genannten EITO-Zahlen zum europäischen TK-Markt abweichen, da die Markteinschätzungen des deutschen Branchenverbandes BITKOM aktueller als die EITO-Prognosen sind und die gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung bereits in ihre Prognosen mit einbezogen wurde. Abb. 49 Der deutsche Telekommunikationsmarkt wächst kontinuierlich Deutschland: Markt für Telekommunikation in Milliarden EUR und Wachstum in Prozent 2000-2005 Volumen in Mrd. EUR Wachstum in Prozent 65,8 68,3 61,2 61,8 63,6 59,2 13,5 3,4 0,9 3,0 3,5 3,8 2000 2001 2002 2003 2004 2005 BITKOM, März 2004 Dass der Telekommunikationsmarkt in Deutschland im vergangenen Jahr trotz sinkender Umsätze im Festnetzbereich insgesamt eine steigende Tendenz aufwies, lag der Einschätzung von EITO vom März 2004 zufolge hauptsächlich an der weiterhin dynamischen Entwicklung des Mobilfunksektors. Dort stieg im vergangenen Jahr sowohl die Zahl der Mobilfunknutzer als auch der durchschnittliche Umsatz pro Kunde (ARPU). Vergleichbar positiv entwickelte sich aufgrund der erneuten Zunahme der Nutzerzahlen und des Anstiegs der Nutzungszeit der Umsatz im InternetBereich: Der Umsatzanteil der Datendienste im Festnetz wird der aktuellen Prognose von EITO zufolge von 11,9 Prozent im Jahr 2001 auf 17,4 Prozent im Jahr 2005 ansteigen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 77 Abb. 50 Mobilfunkdienste und Datendienste im Festnetz erreichen derzeit die höchsten Wachstumsraten Deutschland: Markt für Telekommunikation nach Segmenten in Prozent des Gesamtmarktes 2001-2005 33,8 Endgeräte Festnetz Mobilfunkdienste 33,6 31,7 Endgeräte Mobilfunk Festnetz Sprachdienste 33,1 32,6 34,1 Netzinfrastruktur Festnetz Datendienste 35,0 31,2 30,0 11,9 11,2 5,3 2,9 2001 13,9 8,8 4,6 2,7 2002 Differenz zu 100% = Sonstige Produkte und Dienste 15,3 7,4 4,7 2,3 2003 EITO, März 2004 16,3 7,3 4,4 2,1 2004 29,9 17,4 7,4 4,1 1,9 2005 Liberalisierung Rechtliche Rahmenbedingungen Als maßgebliche Trends des vergangenen und des laufenden Jahres im deutschen Telekommunikationsmarkt lassen sich die fortschreitende Liberalisierung, die nach wie vor steigende Popularität der MobilfunkProdukte und Dienstleistungen (nicht selten auf Kosten der Umsätze im Festnetzbereich) sowie der eindeutige Trend weg von den schmalbandigen analogen Internet-Verbindungen hin zu breitbandigen, multimediafähigen DSL-Anschlüssen identifizieren. Ausführliche Informationen zur Entwicklung von DSL und anderen Breitbandtechnologien finden sich im Kapitel 5.1. Die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene angestrebte und vorangetriebene Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte macht nach Aussagen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in Deutschland gute Fortschritte. So stieg der Marktanteil der Wettbewerber der Deutschen Telekom (DTAG) bei den breitbandigen Internet-Anschlüssen (DSL, Kabel, Satellit, Powerline) von fünf Prozent im Jahr 2001 auf rund elf Prozent im vergangenen Jahr, und bei den FestnetzWählverbindungsminuten erreichten die DTAG-Wettbewerber im Jahr 2003 einen Marktanteil von 42,4 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 lag dieser Wert noch bei 33,0 Prozent. Die seit April 2003 mögliche freie Betreiber-Auswahl nicht nur bei Fern-, sondern auch bei Ortsgesprächen wurde den Statistiken der RegTP zufolge von den Verbrauchern ebenfalls gut angenommen. Ende des Jahres 2003 lag der Marktanteil der DTAG-Wettbewerber an den Ortsverbindungen bereits bei 25 Prozent. Der Gesetzgeber in Deutschland hat erkannt, dass das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit nicht nur des TK-Marktes, sondern der deutschen Wirtschaft und der Informationsgesellschaft insgesamt in entscheidendem Maße von der Fähigkeit des Gesetzgebers zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich Telekommunikation und neue Medien abhängt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Informationswirtschaft 78 Als dringlichste Entwicklungsschritte werden gegenwärtig von der Bundesregierung die Modernisierung des Urheberrechts, die Umsetzung der einschlägigen EG-Richtlinien sowie die Harmonisierung des Datenschutzes angesehen. In Reaktion auf die tiefgreifenden technischen Entwicklungen der letzten Jahre hat sich der Gesetzgeber entschlossen, das Urheberrecht insbesondere im Hinblick auf die sich ergebenden neuen Möglichkeiten der Verwertung urheberrechtlich schützenswerter Werke den veränderten Bedingungen anzupassen. Zugleich wurde damit eine europäische Richtlinie zur Harmonisierung des Urheberrechts umgesetzt. Kernpunkt des neuen Urheberrechts ist der Schutz kreativer Werke vor unerlaubter Verwertung (sowohl online als auch offline) durch umfassende Umgehungsverbote sowie durch die Förderung neuer Technologien wie dem Digital Rights Management. Eine immer größere Bedeutung kommt in einer zunehmend vernetzten und digitalisierten Welt dem Datenschutz, d.h. dem Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch, zu. Auch auf diesen Regelungsbedarf hat der Gesetzgeber reagiert und die "Richtlinie zum Datenschutz in der Telekommunikation" durch die erweiterte, alle elektronischen Kommunikationsmedien umfassende "Richtlinie zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation" ersetzt, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb um Aspekte des E-Mail-Spamming erweitert und ein Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von Mehrwertdienste-Rufnummern (z.B. 0190) erlassen. Voraussichtlich im Juni 2004 tritt in Deutschland ein grundlegend überarbeitetes Telekommunikationsgesetz (TKG) in Kraft. Das Gesetz basiert auf einem im Jahr 2002 entwickelten Richtlinienpaket der Europäischen Gemeinschaften, in dem ein Rechtsrahmen für elektronische Kommunikationsnetze und ­dienste festgelegt worden ist. Zentrales Ziel des TKG ist nach Aussage des Gesetzgebers, durch eine sektorspezifische Regulierung die Rahmenbedingungen der Telekommunikation so zu gestalten, dass in möglichst weiten Bereichen nachhaltig wettbewerbsorientierte Märkte entstehen bzw. der aufgrund der 1996 in die Wege geleiteten Marktöffnung bereits existierende Wettbewerb im TK-Markt gefördert werden kann. Gleichzeitig wird die sektorspezifische Regulierung begrenzt: Zukünftig sollen nur noch solche Märkte der sektorspezifischen Regulierung unterworfen werden, die strukturelle Marktzutrittsbarrieren aufweisen, auf denen beträchtliche Marktmacht in absehbarer Zeit nicht abgebaut werden kann und auf denen die Anwendung des allgemeinen Wettbewerbsrechts nicht ausreicht, um Marktversagen zu beseitigen. Eine entsprechende Marktdefinition und -analyse muss die Regulierungsbehörde alle zwei Jahre durchführen und mit der Europäischen Kommission abstimmen. Urheberrecht Datenschutz Novellierung TK-Gesetz Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 79 5. Infrastrukturelle Voraussetzungen Das Kapitel "Infrastrukturelle Voraussetzungen" analysiert die derzeitige Verbreitung und zukünftige Entwicklung der Techniken und Wege, die den Zugang zu Internet-Diensten ermöglichen, um die Internet- und E-Commerce Potenziale möglichst umfassend und genau bestimmen zu können. Ferner beschreibt das Kapitel den derzeitigen Umfang und die Größe des Internet selbst. Im ersten Teil des Kapitels wird die derzeitige und zukünftige Verbreitung von Telekommunikations-Equipment in Deutschland im internationalen Benchmarking insbesondere im Hinblick auf bestehende und potenzielle Verbindungsarten und -möglichkeiten ins Internet näher analysiert. Analysiert werden: · Neue, zu Modem und ISDN alternative Zugangswege und -techniken zum Internet: die Breitbandtechnologien, die interessante Alternativen für Internet-Zugänge offerieren. Breitbandige insbesondere Anschlussstellen (DSL), und Satellit Internet-Zugänge, Kabelfernsehen über werden digitale ihren · Verbreitungsdaten nach näher analysiert; allgemeine Prognosen zur Verbreitung aller dargestellten neuen InternetZugangsmöglichkeiten und -techniken insgesamt, die sich zusätzlich zu den traditionellen Wegen anbieten, runden die Penetrationsanalyse ab. "Traditionelle" und bisher am weitesten verbreitete Zugangswege zum Internet: die Festnetz-Telefonie, die derzeit noch die am weitesten verbreitete Verbindungsart zwischen Computern und Internet darstellt, ISDN-Anschlüsse in der Festnetz-Telefonie, die eine schnelle Übertragung großer Datenvolumina ermöglichen, die Entwicklung der Mobilfunkpenetration, der mobilen Internet-Zugänge und der Marktdaten zum Mobilfunk sowie neueste Mobilfunktrends, sowie ­ last but not least ­ die PC-Dichte. Im zweiten Teil des Kapitels geht es um das Internet selbst. Hierzu werden verschiedene Indikatoren analysiert, die den Umfang und die Verbreitung des Internets weltweit und im internationalen Benchmarking zu Deutschland messen. Dazu gehören insbesondere: · · · · die Anzahl der Internet Hosts, die Verbreitung der Server mit Secure Socket Layer als Indiz für moderne Infrastruktur für den E-Commerce, die Anzahl der Websites, die Verbreitung der Webseiten nach Sprachen. Es folgt eine Analyse der Internet-Zugangs-Möglichkeiten nach Zugangskosten und -orten. Ergänzend befinden sich im letzten Kapitel Angaben zur welt- und europaweiten PC-Dichte mit Benchmarking zu Deutschland, wobei sich die Analyse auf die Verbreitung der PCs mit bzw. ohne Internet-Anschluss beschränkt. Kapitel 5 liefert also eine umfangreiche Potenzialabschätzung für den Internet- und E-Commerce Bereich, dem in Kapitel 6 die tatsächliche Inanspruchnahme, Nutzung und entsprechende Marktzahlen gegenübergestellt werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 80 5.1 Breitbandtechnologien Katalysator für E-Commerce Die über das Internet transportierten Datenmengen werden sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich immer größer. Um volumenintensive multimediale Anwendungen komfortabel und ohne Zeitverzögerungen nutzen zu höhere Datentechnologien DSL, Kabel und Satellit offerieren die notwendigen Bandbreiten und sollen dem E-Commerce zu einem neuen Aufschwung verhelfen. Im Folgenden wird zunächst die Versorgung mit Breitbandtechnologien bzw. mit einem breitbandigen Internet-Zugang im Allgemeinen dargestellt. Auf die Verbreitungsdaten zu den einzelnen genannten Technologien wird im Anschluss daran eingegangen. übertragungsgeschwindigkeiten können, erreicht müssen werden. Die Breitband- 5.1.1 Breitbandzugang allgemein weltweit Breitband weltweit Der breitbandige Zugang zum Internet wird als einer der führenden Technologietrends der nächsten Jahre gewertet. Jedes der im folgenden zitierten Marktforschungsinstitute rechnet für die Verbreitung von Breitbandtechnologien mit mehr oder weniger hohen Wachstumsraten. Sowohl die absolute Anzahl an breitbandigen Anschlüssen als auch die Durchdringungsraten sollen nach den Voraussagen der einschlägigen Forschungsinstitute zum Teil signifikant ansteigen. Einer aktuellen Untersuchung des auf den Breitband-Markt spezialisierten britischen Marktforschungsinstitutes Point Topic vom März 2004 zufolge stieg die Zahl der Breitband-Anschlüsse im Jahr 2003 weltweit um 62,8 Prozent auf 100,8 Millionen. Von allen breitbandigen Internet-Anschlussarten konnte die DSLTechnologie sowohl die höchsten Wachstumsraten als auch die weiteste Verbreitung insgesamt aufweisen: Um 79 Prozent stieg die Zahl der DSLAnschlüsse im vergangenen Jahr auf 64 Millionen weltweit. Die Zahl der Breitband-Anschlüsse über alternative Breitband-Technologien wie bspw. das TV-Kabel stiegen mit einer vergleichsweise niedrigen Wachstumsrate von 41 Prozent auf 37 Millionen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 81 Abb. 51 Die Zahl der Breitband-Anschlüsse stieg im vergangenen Jahr um 63 Prozent auf über 100 Millionen weltweit Weltweit: Zahl der Breitband-Anschlüsse nach Technologie in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2003 Kabelmodem und sonstige BreitbandTechnologien 36,8 Mio. (+41%) DSL 64,14 Mio. (+79%) Gesamtzahl Breitband-Anschlüsse 2003: 100,8 Mio. (+62,8%) Point Topic, März 2004 Als bemerkenswert wird von den Analysten von Point Topic das überdurchschnittlich hohe Wachstum in den ersten Jahren nach Einführung der neuen Technologie herausgestellt. Während es bei Mobiltelefonen rund fünfeinhalb Jahre dauerte, bis die Anzahl der Anschlüsse weltweit von 10 auf 100 Millionen angestiegen war, ging die Verbreitung der neuen Breitband-Technologien deutlich rasanter vonstatten. Nachdem in der ersten Hälfte des Jahres 2000 rund 10 Millionen Breitband-Anschlüsse installiert waren, dauerte es nur dreieinhalb Jahre, bis die 100-Millionen-Grenze erreicht wurde, zwei Jahre weniger also als bei der Verbreitung der Mobiltelefone. Die USA sind mit 25,1 Millionen installierten Breitband-Anschlüssen nach wie vor die mit weitem Abstand führende Breitband-Nation, gefolgt von Japan, China und Südkorea. Deutschland folgt nach Kanada auf dem sechsten Platz im internationalen Vergleich. Abb. 52 Deutschland zählt zu den führenden Breitband-Ländern weltweit Weltweit: Top 10 führende Länder nach Breitband-Anschlüssen in Millionen, Juli und Dezember 2003 25,1 20,8 Dezember 2003 Juli 2003 13,6 10,9 13,5 11,2 11,1 8,0 4,74,1 4,6 3,9 3,4 2,4 3,22,2 3,0 2,5 2,51,6 USA Japan China Südkorea Kanada Deutschland Frankreich Großbritannien Taiwan Italien Point Topic, März 2004 Der aktuellen Untersuchung von eMarketer zum Thema Breitband zufolge Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 82 (Broadband Worldwide, März 2003), die im Gegensatz zu der oben dargestellten Point-Topic-Analyse nicht die Zahl der Anschlüsse, sondern die Zahl der per Breitband angeschlossenen Haushalte zum Inhalt hat, rechnen die Marktforscher für das Jahr 2003 mit 86,2 Millionen Haushalten weltweit, die einen breitbandigen Internet-Anschluss besitzen. Für das Jahr 2004 wird mit einem Anstieg auf 117,7 Millionen BreitbandHaushalte ausgegangen. Für die Jahre 2001 bis 2005 rechnet eMarketer mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 46,9 Prozent. Der Report basiert auf der Analyse des Breitband-Marktes in 27 ausgewählten Ländern in den vier Weltregionen Asien (inkl. Pazifik), Nordamerika, Westeuropa und Lateinamerika. Abb. 53 Die Zahl der Haushalte mit Breitband-Anschluss wächst bis 2005 um durchschnittlich 47 Prozent jährlich Weltweit: Zahl der Breitband-Haushalte in Millionen 2001-2005 2001 33,1 2002 57,2 2003 86,2 2004 117,7 2005 154,3 eMarketer, März 2003 BreitbandAnschlüsse nach Regionen Die meisten Haushalte mit Breitband-Anschluss gibt es in Asien (inkl. pazifische Region): Im Jahr 2003 gab es dort nach Angaben von eMarketer 36,7 Millionen Breitband-Haushalte. An zweiter Stelle folgte Nordamerika mit knapp 30 und Westeuropa mit knapp 20 Millionen Haushalten, die breitbandig an die Telekommunikationsnetze angeschlossen sind. Für die folgenden Jahre rechnen die Analysten von eMarketer in Westeuropa mit einem im Vergleich zu Nordamerika deutlich stärkeren Wachstum der Zahl der angeschlossenen Haushalte ­ mit der Folge, dass die beiden Märkte im Jahr 2005 ungefähr gleich groß sein werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 83 Abb. 54 Westeuropa wird im Vergleich zu Nordamerika Marktanteile hinzugewinnen Weltweit: Zahl der Breitband-Haushalte nach Regionen in Millionen und Prozent 2003 und 2005 Westeuropa 19,5 Mio. (22,6%) Lateinamerika 1,5 Mio (1,7%) Lateinamerika 3,3 Mio. (2,1%) Asien/Pazifik 36,7 Mio. (42,6%) Westeuropa 41,1 Mio. (26,6%) 2003 2005 Asien/Pazifik 67,4 Mio. (43,7%) Nordamerika 28,5 Mio. (33,1%) Gesamt 2003: 86,2 Millionen Nordamerika 42,6 Mio. (27,6%) Gesamt 2005: 154,3 Millionen eMarketer, März 2003 Abb. 55 Der aktuellen Statistik des deutschen Branchenverbandes BITKOM vom Februar 2004 zufolge liegen Japan und die USA bei der Penetration mit Breitband-Anschlüssen weltweit an führender Position: Auf 100 Haushalte kamen im Jahr 2003 in Japan 27, in den USA 26 Breitband-Anschlüsse. Deutschland liegt mit einem Durchschnittswert von 12 breitbandigen Anschlüssen pro 100 Haushalte im Mittelfeld. In den USA dominiert der Breitband-Anschluss über Kabelmodem, während die meisten anderen Länder DSL bevorzugen Weltweit: Breitband-Anschlüsse je 100 Haushalte nach Technologien 2003 Japan USA Dänemark Schweden Norwegen Frankreich Großbritannien Schweiz Westeuropa* Spanien Finnland Deutschland Italien Osteuropa 19 8 27 9 17 26 17 7 24 13 10 12 7 8 9 8 9 11 9 9 22 DSL 4 2 7 6 4 5 3 0,2 1 10 14 14 14 13 13 13 Kabelmodem und sonstige Technologien 12 11,2 * einschließlich Türkei Angaben gerundet 0,3 0,6 0,9 BITKOM, Februar 2004 Einer aktuellen Analyse der International Telecommunication Union (ITU) vom September 2003 zufolge ist der steigende Bedarf an BreitbandVerbindungen in erster Linie auf die zunehmende Verbreitung von Multimedia-Inhalten wie Filmen und Musikdaten im Internet zurückzuführen. Außerdem besteht laut ITU ein enger Zusammenhang zwischen der Breitband-Penetration eines Landes und den Telekommunikationsausgaben der Bevölkerung: In Ländern wie Südkorea mit der höchsten Breitband-Durchdringung weltweit geben die Nutzer auch überdurchschnittlich viel für Telekommunikationsdienstleistungen aus. Dies trifft nach Aussagen der ITU auch für Länder wie Kanada und Island zu, die ebenfalls überdurchschnittlich hohe Durchdringungsraten vorweisen können. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 84 Die Wachstumsraten in ausgewählten Ländern weltweit untersuchte Idate, ein auf den IuK-Sektor spezialisiertes französisches Marktforschungs- und Beratungsunternehmen. Der Untersuchung zufolge hatte Großbritannien sowohl im ersten Halbjahr 2002 als auch 2003 die höchsten Wachstumsraten innerhalb der untersuchten Länder (s.u.). Im ersten Halbjahr 2003 stieg die Zahl der Breitband-Anschlüsse um 59 Prozent, im selben Zeitraum 2002 stieg die Zahl sogar um 112 Prozent. In Märkten wie den Niederlanden, Schweden, den USA und insbesondere Südkorea, die bereits eine hohe Breitband-Dichte haben, liegen die Wachstumsraten erwartungsgemäß darunter. Die höchsten Wachstumsraten bei Breitband-Anschlüssen erzielten zuletzt Großbritannien, Italien und Frankreich Weltweit: Wachstumsraten von Breitbandanschlüssen in ausgewählten Ländern in Prozent im 1. Halbjahr 2002 und 2003 Großbritannien Italien Frankreich Japan Spanien Deutschland Niederlande USA Schweden Südkorea 112 Abb. 56 59 68 51 55 48 77 40 1. Halbj. 2002 66 34 16 23 21 21 19 13 16 29 1. Halbj. 2003 33 7 Idate, Dezember 2003 Nordamerika Mit 28,5 Millionen Haushalten, die per Breitband-Anschluss Zugang zum Internet haben, rechnet eMarketer in Nordamerika (Dezember 2003). Bis zum Jahr 2005 wird ein Anstieg bis auf 42,6 Millionen Haushalte erwartet. Ein bemerkenswertes Ergebnis der eMarketer-Analyse vom März 2003 ist, dass nicht die vermeintlich führende Technologie-Nation USA, sondern Kanada im nordamerikanischen Vergleich deutlich höhere Durchdringungsraten bei der Ausstattung der Haushalte mit BreitbandAnschlüssen hat. 35,9 Prozent aller kanadischen Haushalte verfügten im Jahr 2003 über einen breitbandigen Internet-Zugang, während in den USA im selben Zeitraum nur 22,0 Prozent der Haushalte einen solchen Anschluss besaßen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 85 Abb. 57 In Kanada verfügen deutlich mehr Haushalte über einen Breitband-Anschluss als in den USA Nordamerika: Breitband-Haushalte in Prozent aller Haushalte 2000-2005 50,7 Kanada USA 43,9 35,9 32,2 28,5 27,2 23,3 22,0 15,9 12,0 10,5 3,9 2000 2001 2002 2003 2004 2005 eMarketer, März 2003 USA Für die USA rechnet eMarketer mit 24,3 Millionen Breitband-Haushalten im Jahr 2003. Forrester Research geht in einer Analyse vom Juli 2003 von 22 Millionen Breitband-Haushalten aus, Jupiter in Markteinschätzung vom Januar 2004 von 21,5 Millionen seiner über Asien Kabelmodem, DSL oder andere Breitband-Technologien vernetzten Haushalten. Die US-amerikanische Federal Communications Commission (FCC) nennt die Zahl von 23,5 Millionen Breitband-Anschlüssen (Juli 2003). Bis zum Jahr 2008 soll die Zahl der Breitband-Anschlüsse in den USA auf 61,5 Millionen steigen (nach 26,2 Millionen im Jahr 2003). Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Breitband-Bericht der Yankee Group vom August 2003. Von diesen 61,5 Millionen Anschlüssen sollen knapp 54 Millionen Anschlüsse auf Privatpersonen entfallen, die restlichen knapp acht Millionen auf Geschäftskunden. Wie in der internationalen Übersicht in den vorangegangenen Abschnitten schon erwähnt, zählt Südkorea derzeit im Bereich der BreitbandVerbreitung nicht nur in Asien, sondern weltweit zu den führenden Nationen. Einer eMarketer-Analyse vom März 2003 zufolge befanden sich im Jahr 2002 knapp 42 Prozent aller asiatischen Breitband-Haushalte in Südkorea. Weitere 28,7 Prozent der Haushalte mit Breitband-Anschluss existierten zu dieser Zeit in Japan. Für das Jahr 2005 rechnet eMarketer, nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Wachstumsraten in den verschiedenen Ländern, mit einer deutlich abweichenden Verteilung. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 86 Abb. 58 China und Japan werden in Asien in den kommenden Jahren deutliche Marktanteile hinzugewinnen Asien/Pazifik: Verteilung der Haushalte mit Breitband-Anschluss in Prozent 2002 und 2005 Restl. Asien 5,5 Taiwan 8,6 China 15,6 Restl. Asien 4,5 Taiwan 7,6 Südkorea 18,0 Südkorea 41,6 2002 2005 China 34,9 Japan 35,0 Japan 28,7 Gesamt 2002: 24,2 Millionen Gesamt 2005: 67,4 Millionen eMarketer, März 2003 China Japan Basierend auf der Zahl der Anschlüsse liegt Japan nach Angaben von Point Topic vom März 2004 mit 13,6 Millionen Breitband-Anschlüssen (Stand: Dezember 2003) vor China mit 13,5 Millionen und Südkorea mit 11,2 Millionen Anschlüssen. Insgesamt schätzt Point Topic die Zahl der Breitband-Anschlüsse im asiatisch-pazifischen Raum Ende 2003 auf 44,1 Millionen. Einer aktuellen Pressemeldung des Breitband-Marktforschungsinstituts Point Topic vom Januar 2004 zufolge wird sich China in den nächsten Jahren zum weltgrößten Breitband-Markt entwickeln. Die Analysten von Point Topic gehen davon aus, dass die aktuelle Zahl der BreitbandAnschlüsse in China in den kommenden Jahren stark ansteigen wird. So hat China bereits im Jahr 2003, ein halbes Jahr früher als von den Marktanalysten von Point Topic zunächst vorausgesagt, Südkorea bei der Zahl der Anschlüsse überholt, und bis Jahresfrist wird voraussichtlich auch Japan hinter China zurückfallen. In Japan verfügten nach Angaben des Japanischen Ministeriums für Telekommunikation und Post etwa 20 Millionen Nutzer über einen breitbandigen Zugang zum Internet. Bis zum Jahr 2007 soll sich diese Zahl nach Einschätzung des Ministeriums auf 60 Millionen verdreifachen. Der jährliche Umsatz der Breitband-Anbieter soll den Schätzungen zufolge noch darüber hinaus steigen und sich bis 2007 auf 86,3 Milliarden USD verfünffachen. eMarketer rechnet in einer Studie vom März 2003 mit 12,1 Millionen Haushalten, die Ende des Jahres 2003 in Japan über einen BreitbandZugang verfügen werden. Für das Jahr 2005 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen eine Zunahme der breitbandig vernetzten Haushalte auf 23,6 Millionen. Die Weltbank ist in ihren Prognosen etwas zurückhaltender und rechnet für das Jahr 2005 mit 19,1 Millionen Breitband-Haushalten in Japan. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 87 Australien In Australien ist nach Angaben des Breitband-Entwicklungsberichts der Australian Competition and Consumer Commission (ACCC) vom März 2003 ist die Gesamtzahl der Breitbandanschlüsse bis Ende März 2003 auf 423.600 angewachsen, was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 112 Prozent entspricht (März 2002: 199.800 Breitband-Anschlüsse). Dieses kräftige Wachstum ist eindeutig auf die deutliche Zunahme an DSL-Anschlüssen in Australien zurückzuführen: Während im März 2002 nur rund 68.000 DSL-Anschlüsse gezählt wurden, stieg ihre Zahl binnen Jahresfrist auf 218.800 an. Doch auch die anderen Technologien konnten ihre Installationsbasis erweitern. So stieg die Zahl der Breitband-Zugänge über das Fernsehkabelnetz von 124.200 auf 191.900, und auch die Zahl der Satellitenanschlüsse stieg im Zeitraum von März 2002 bis März 2003, allerdings ausgehend von einer deutlich niedrigeren Basis, von 7.300 auf 12.600. 5.1.2 Breitbandzugang allgemein in Europa mit Positionierung Deutschlands Laut einem EU-Aktionsplan soll bis 2005 die Mehrheit der europäischen Bürger das Internet per Breitband-Zugang nutzen können. Auch OnlineBehördendienste, Online-Gesundheitsfürsorge und elektronisches Lernen sollen bis dahin selbstverständlich geworden sein. Ebenso die Nutzung des Internets im Zusammenhang mit dem digitalen Fernsehen und in seiner mobilen Variante über den Mobilfunk sollen bis dahin stärkere Berücksichtigung flächendeckende finden. Als wichtigste mit Bedingung für Versorgung Breitbandanschlüssen die gelten einheitliche Rechtsvorschriften zur Stärkung des Wettbewerbs und der Interoperabilität. Was für die anderen Weltregionen Gültigkeit hat, gilt gleichermaßen auch für Europa: Die Zahl und Dichte der Breitband-Anschlüsse wird in den nächsten Jahren weiter kräftig steigen. Die Analysten von eMarketer kommen in ihrer Analyse des weltweiten Breitband-Marktes vom März 2003 zu dem Ergebnis, dass die Zahl der über einen Breitband-Zugang ins Netz gelangenden Haushalte bis zum Jahr 2005 in Europa auf 41,1 Millionen steigen wird. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von über 50 Prozent seit dem Jahr 2002. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 88 Abb. 59 Seit 2002 wächst die Zahl der Haushalte mit Breitband-Anschluss durchschnittlich um über 50 Prozent pro Jahr Westeuropa: Zahl der Breitband-Haushalte in Millionen 2000-2005 41,1 29,3 19,5 11,5 6,2 1,6 2000 2001 2002 2003 2004 2005 eMarketer, März 2003 Die britische Marktforschungsgesellschaft Datamonitor schätzt die Wachstumsmöglichkeiten für den Breitband-Markt ganz ähnlich ein und rechnet für das Jahr 2006 mit über 41 Millionen Haushalten in Europa, die einen Breitband-Zugang nutzen, eine Vervierfachung der Zahl von 2002. Ein überdurchschnittlich starkes Wachstum prognostizieren Marktforscher dem britischen und italienischen Markt, die die von Datamonitor zu den "Late Adopters" gezählt werden, also zu den Ländern, in denen Breitband-Technologien erst vergleichsweise spät eingeführt wurden. Bis zum Jahr 2008 sollen in Europa nach einer Aussage der Analysten von Forrester Research 50 Millionen Haushalte, also rund 30 Prozent aller europäischen Haushalte, einen Breitband-Zugang besitzen. 57 Prozent aller Internet-Haushalte werden als Zugangsweg einen BreitbandAnschluss nutzen. In Schweden, Norwegen und den Niederlanden rechnet Forrester damit, dass mehr als 40 Prozent aller Haushalte im Jahr 2008 über BreitbandAnschlüsse verfügen werden. Zwischen 30 und 35 Prozent soll die Durchdringungsrate für Deutschland, Großbritannien, Finnland, Österreich, die Schweiz und Belgien im Jahr 2008 betragen. Die weiteren westeuropäischen Länder werden den Prognosen zufolge Werte zwischen 24 Prozent (Italien) und fünf Prozent (Griechenland) erreichen. Die Marktforscher von Jupiter Research kommen zu ganz ähnlichen Prognosen. Für das Jahr 2008 schätzen sie, dass 47 Millionen oder 28 Prozent aller europäischen Haushalte über einen Breitband-Zugang verfügen werden, davon 12,2 Millionen Haushalte in Deutschland, 8 Millionen in Großbritannien und 6,6 Millionen in Frankreich. Als Voraussetzungen für ein weiteres Wachstum in Europa nennen die Mehrzahl der Analysten die flächendeckende Verfügbarkeit von Breitband-Anschlüssen sowie weiter sinkende Preise. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 89 Abb. 60 Den gegenwärtigen Penetrationsgrad von Breitband-Anschlüssen in Privathaushalten, d.h. den Anteil der Haushalte mit Breitband-Anschluss an der Gesamtzahl der Haushalte, berechneten die französischen Marktforscher von Idate für ausgewählte europäische Länder. Dieser Analyse vom Dezember 2003 zufolge haben die Niederlande den höchsten Durchdringungsgrad: Hier verfügen 22 Prozent aller Haushalte über einen breitbandigen Anschluss ans Internet. Auf dem zweiten Platz in diesem Vergleich befindet sich Schweden mit 17 Prozent, gefolgt von Spanien mit 12 Prozent. Deutschland rangiert mit einer Penetrationsrate von zehn Prozent knapp dahinter. In Europa haben haben die Niederlande derzeit die höchste Penetrationsrate bei Breitband-Anschlüssen Europa: Breitband-Haushalte in Prozent aller Haushalte 2001-2003 Niederlande Schweden Spanien Frankreich Deutschland Großbritannien Italien 8 8 15 22 12 17 3 7 12 2 5 11 3 6 10 2001 2002 2003 1 1 4 9 3 6 Idate, Dezember 2003 In einem zweiten Schritt analysierte Idate, welcher Anteil der Haushalte mit Internet-Zugang über einen Breitband-Anschluss verfügt, d.h. welchen Anteil breitbandige Anschlüsse im Vergleich zu anderen InternetZugangsarten haben. Durch diese Änderung der Betrachtungsweise ändert sich auch die Reihenfolge der Länder, die nun von Spanien mit einem Breitband-Anteil von 49 Prozent angeführt wird. In Ländern wie Großbritannien, Deutschland oder Schweden, die traditionell eine sehr hohe Verbreitung von analogen Internet-Zugängen haben, hat sich der Breitband-Anschluss demgegenüber noch nicht so stark durchgesetzt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 90 Abb. 61 In Spanien nutzen knapp die Hälfte der Intenet-Haushalte einen Breitband-Zugang Europa: Breitband-Haushalte in Prozent der Internet-Haushalte 2001-2003 17 Spanien Frankreich Niederlande Schweden Deutschland Italien Großbritannien 34 49 10 23 19 30 40 39 15 20 10 17 5 3 13 12 26 26 26 2001 2002 2003 23 Idate, Dezember 2003 5.1.3 Breitbandzugang allgemein in Deutschland Zwar dominieren in Deutschland bei der Internet-Nutzung immer noch ISDN-Anschlüsse und analoge Modem-Verbindungen, doch ist zu erwarten, dass mit zunehmender Nutzung des Internets und steigender Bandbreite der angebotenen Anschlussarten auch stetig die Kundenzahlen für DSL, Kabel und Satellit steigen werden. Der überwiegend genutzte Breitband-Anschluss in Deutschland ist DSL. Laut Jahresbericht der RegTP vom Januar 2004 waren Ende des Jahres 2003 4,6 Millionen Breitband-Anschlüsse in Deutschland installiert davon 4,5 Millionen DSL-Anschlüsse. Im Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei 3,2 Millionen. Konkurrierende Angebote wie der Internet-Zugang über das Fernsehkabel oder die Stromleitung (Powerline) konnten bisher in Deutschland noch kaum Fuß fassen. Abb. 62 DSL ist die dominierende Breitband-Technologie in Deutschland Deutschland: Zahl der Breitband-Anschlüsse nach Technologie 2003 Powerline 8.000 Bidirektionaler Kabelanschluss 60.000 Satellit 45.000 DSL 4,5 Mio. RegTP, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 91 Die Marktforscher von Prognos bestätigen diese Angaben: Einem aktuellen Report zufolge (Breitband-Access 2007, Juli 2003) verfügten Ende 2002 rund 3,2 Millionen oder 8,5 Prozent aller deutschen Haushalte über einen Breitband-Anschluss. Bis zum Jahr 2007 erwartet Prognos einen Anstieg auf mehr als 10 Millionen an das Breitband-Netz angeschlossene Haushalte. Die Penetrationsrate läge dann bei etwa 27 Prozent. Die Analysten von Jupiter Research sind etwas optimistischer und rechnen, ebenfalls für das Jahr 2007, mit 12,2 Millionen BreitbandHaushalten in Deutschland. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland mit 4,6 Millionen installierten Breitband-Anschlüssen zu den führenden Breitband-Nationen weltweit. Gleichwohl lagen die Wachstumsraten Deutschlands (16 Prozent im zweiten Halbjahr 2003) nach Angaben von Point Topic vom März 2004 zuletzt unter denen anderer europäischer Länder wie Großbritannien, Frankreich oder Italien, die jeweils Wachstumsraten oberhalb von 40 Prozent im zweiten Halbjahr 2003 aufwiesen. Der deutsche Branchenverband BITKOM geht in seiner Markteinschätzung vom Februar 2004 davon aus, dass die Zahl der in Deutschland installierten Breitband-Anschlüsse auch weiterhin mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten steigen wird. Für das Jahr 2006 rechnet BITKOM damit, dass mehr als jeder fünfte deutsche Haushalt über einen breitbandigen Anschluss an das Internet verfügen wird. Gegenwärtig liegt dieser Wert bei rund 15. Abb. 63 Bis zum Jahr 2006 wird mehr als jeder fünfte Haushalt in Deutschland über einen Breitband-Anschluss verfügen Deutschland: Breitband-Anschlüsse je 100 Haushalte und Wachstum in Prozent 2001-2006 25 142 Breitbandanschlüsse je 100 Haushalte Wachstum in Prozent 150 125 100 75 50 25 0 21 20 18 15 15 12 10 9 59 33 5 26 5 21 21 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 BITKOM, Februar 2004 Im Rahmen der eEurope-Initiative der EU-Kommission, die sich für die weitere Verbreitung von Breitband-Zugängen zum Internet für alle EUBürger einsetzt, wurden die Wachstumsraten bei der Zahl der BreitbandAnschlüsse in den einzelnen EU-Nationen untersucht. Deutschland liegt dieser Analyse zufolge mit einer Zunahme der Breitband-Anschlüsse um 42 Prozent vom Juli 2002 zum Juli 2003 weit unter dem EU-Durchschnitt von 94 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 92 Als Gründe für das schwache Wachstum sehen Fachleute den mangelnden Wettbewerb. "In Deutschland herrscht kein Technologiewettbewerb auf dem Breitbandmarkt zwischen Fernsehkabel und Telefonnetz wie in anderen Ländern. Die Deutsche Telekom hat mit ihrer DSL-Technik quasi ein Monopol", kritisiert Arno Wilfert von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Nach Angaben der RegTP dominiert die Deutsche Telekom rund 92 Prozent des Marktes für DSLAnschlüsse. Als Folge des schwachen Wettbewerbs liegen die Kosten für das Breitband-Internet der Unternehmensberatung zufolge in Deutschland rund 20 Prozent höher als im europäischen Durchschnitt. Auch die Marktforscher von Point Topic kritisieren in ihrem jüngsten Bericht, dass die Deutsche Telekom als einziges von 14 untersuchten führenden Telekommunikationsunternehmen weltweit die Preise für Breitbandverbindungen angehoben hat. Der Rat der Analysten von Point Topic: "Preissenkungen haben sich als Schlüssel für schnelles Breitbandwachstum gezeigt." 5.1.4 Breitbandzugangstechnologien im einzelnen Zugangstechnologien weltweit Weltweit befinden sich derzeit hauptsächlich zwei Breitband-Technologien im Einsatz: Kabelmodems und DSL (Digital Subscriber Line). Während Kabelmodems einen Internet-Anschluss über das Fernsehkabelnetz ermöglichen, wird bei DSL das herkömmliche Telefonnetz mittels Hardware-Komponenten für den schnellen Internet-Empfang genutzt. Im internationalen Vergleich ist DSL nach wie vor die beherrschende Breitband-Zugangstechnologie weltweit. Zu diesem Schluss kommen die Analysten von Point Topic, einem britischen Marktforschungsinstitut, das sich auf die Analyse des weltweiten Breitband-Marktes spezialisiert hat, in ihrer Untersuchung des weltweiten Breitband-Marktes vom März 2004. Demnach existierten im Dezember 2003 64,1 Millionen DSL-Anschlüsse weltweit, eine Steigerung von knapp 80 Prozent gegenüber dem Wert von Dezember 2002. Demgegenüber bestanden im Dezember 2003 nur rund 36,8 Millionen andere Breitband-Anschlüsse, hauptsächlich auf Basis von Kabelmodems. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 93 Abb. 64 DSL ist nach wie vor die weltweit dominierende Breitband-Technologie Weltweit: Breitband-Anschlüsse nach Zugangstechnologien in Millionen Dezember 2002 und Juni 2003 100,9 DSL +63% 62,0 64,1 Kabelmodem +79% 35,9 +41% 36,8 26,1 Dezember 2002 Juni 2003 Zahlen wurden gerundet Point Topic, März 2004 Während in den meisten Ländern der Erde DSL die führende und am weitesten verbreitete Breitband-Technologie darstellt, ist der Zugang über das Kabelnetz in einigen Ländern deutlich populärer. So kommen nach OECD-Statistiken auf 100 US-Amerikaner rund 4,8 KabelmodemAnschlüsse, aber nur 2,7 DSL-Anschlüsse (Juni 2003). Entgegen dem internationalen Trend verfügen auch Länder wie Kanada und Österreich über eine überdurchschnittlich hohe Kabelmodem-Verbreitung. Abb. 65 Nur in wenigen Ländern ist die Kabelmodem-Technologie verbreiteter als DSL Weltweit: Breitband-Anschlüsse pro 100 Einwohner nach Zugangstechnologie Juni 2003 Zugangstechnologie Zugangstechnologie Kabelm odem 8,45 7,18 3,82 5,38 1,96 4,43 1,75 4,84 4,22 1,21 Andere Plattformen 0,37 0 0,27 0,001 1,76 0 0,36 0,74 0 0,01 Gesamt Land DSL Land DSL Südkorea Kanada Belgien Niederlande Schweden Schweiz Japan USA Österreich Finnland 14,36 6,09 6,25 3,82 5,44 4,70 6,49 2,68 2,76 5,39 23,17 13,27 10,34 9,20 9,16 9,13 8,60 8,25 6,98 6,61 Norwegen Deutschland EU Spanien Frankreich Portugal Großbritannien Italien Australien 4,08 4,68 3,31 3,24 3,56 1,12 1,78 2,50 1,48 Kabelm odem 1,17 0,06 1,10 1,00 0,57 2,61 1,82 0 1,11 Andere Plattformen 0,14 0,10 0,14 0 0 0 0,02 0,34 0,07 Gesamt 5,39 4,84 4,55 4,24 4,13 3,72 3,63 2,84 2,65 OECD, Juni 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 94 USA Eine Analyse von Strategy Analytics aus dem Jahr 2003 rechnet damit, dass in den USA weiterhin der Breitband-Zugang über das Kabelnetz dominieren wird. Im Jahr 2008 sollen den Prognosen zufolge über 40 Millionen US-Haushalte über einen Kabelmodem-Anschluss verfügen, nur gut 15 Millionen aber über einen DSL-Anschluss. Abb. 66 Als vorherrschender Breitband-Anschluss wird in den USA das Kabel genutzt USA: Breitband-Haushalte nach Zugangs-Technologien in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002-2008 Breitband-Haushalte gesamt 17,9 25,3 33,3 41,6 49,5 56,9 64,1 2002 2003 2004 2005 DSL Kabel Andere Gesamt 2002 6,2 11,1 0,6 17,9 2003 7,9 16,1 1,3 25,3 2004 9,1 21,8 2,4 33,3 2005 10,1 27,8 3,7 41,6 2006 11,4 33,1 5,0 49,5 2007 13,1 37,2 6,6 56,9 2008 15,6 40,3 8,2 64,1 2006 2007 2008 Strategy Analytics, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 95 5.1.4.1 Breitbandzugang über DSL - international, Westeuropa mit Positionierung Deutschlands Zum Ende des Jahres 2003 existierten mehr als 64 Millionen DSLAnschlüsse weltweit. Zu diesem Ergebnis kommen die BreitbandForscher von Point Topic in ihrer jüngsten Analyse des weltweiten Breitband-Marktes vom März 2004. Vorläufigen Hochrechnungen der Marktforscher zufolge hat die Zahl der DSL-Anschlüsse Ende des Jahres 2003 die 60-Millionen-Marke überschritten. Abb. 67 Die Zahl der DSL-Anschlüsse stieg im vergangenen Jahr um annähernd 80 Prozent Weltweit: Zahl der DSL-Leitungen in Millionen 2002-2003 64,1 55,0 48,5 41,4 35,9 30,6 3. Quartal 2002 4. Quartal 2002 1. Quartal 2003 2. Quartal 2003 3. Quartal 2003 4. Quartal 2003 Point Topic, März 2004 Über 50 Prozent dieser DSL-Anschlüsse sind den Point-Topic-Angaben zufolge im asiatisch-pazifischen Raum installiert, 29,3 Prozent in der EMEA-Region (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und 20,5 Prozent in Nord- und Südamerika. In absoluten Zahlen betrachtet liegt China bei der Zahl der DSLAnschlüsse mit über 11 Millionen installierten Anschlüssen (Dezember 2003) vor Japan und den USA mit 10,3 resp. 9,3 Millionen Anschlüssen. Dies geht aus einer Übersicht von Point Topic vom März 2004 hervor. Deutschland folgt der Analyse zufolge mit 4,5 Millionen Anschlüssen auf dem fünften Platz hinter Südkorea und stellt damit in absoluten Zahlen den größten DSL-Markt in Europa dar. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 96 Abb. 68 Deutschland besitzt den fünftgrößten DSL-Markt weltweit Weltweit: Führende Länder nach Zahl der DSL-Anschlüsse in Tausend, Dezember 2003 China Japan USA Südkorea Deutschland Frankreich Taiwan Italien Kanada Großbritannien 11.143 10.272 9.333 6.436 4.500 3.043 2.600 2.280 2.170 1.820 Point Topic, März 2004 Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass diejenigen Länder, die derzeit führend bei der Zahl der DSL-Anschlüsse sind, auch nach wie vor die höchsten Wachstumsraten vorweisen können. So kamen den Angaben des DSL Forums zufolge in China allein im dritten Quartal 2003 2,2 Millionen neuer DSL-Anschlüsse hinzu, in Japan eine knappe Million und in den USA 667.000. Deutschland liegt mit 387.500 neuen Anschlüssen im dritten Quartal 2003 beim Wachstum hinter Frankreich auf dem fünften Rang. Abb. 69 Die höchsten DSL-Wachstumsraten weisen China, Japan und die USA auf Weltweit: Führende Länder nach Anzahl der neu hinzugekommenen DSL-Anschlüsse, 3. Quartal 2003 China Japan USA Frankreich Deutschland Großbritannien Südkorea Italien Taiwan Kanada 2.217.000 971.400 667.700 390.500 387.500 343.200 258.400 237.000 232.400 159.700 DSL Forum, 2003 Europa Auch in Europa dominiert der DSL-Anschluss, während der breitbandige Zugang zum Internet über Kabelanschlüsse eine untergeordnete Rolle spielt. Dies liegt nach Einschätzung von Forrester Research nicht zuletzt daran, dass DSL eine wesentlich bessere Flächenabdeckung bietet, d.h. ein wesentlich größerer Teil der Bevölkerung hat die Möglichkeit, sich einen DSL-Anschluss installieren zu lassen als einen Kabelanschluss. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 97 Abb. 70 Nach Aussagen von Forrester kann die DSL-Technologie derzeit über 80 Prozent der Bevölkerung erreichen, während der Zugang über breitbandige Kabelverbindungen nur 36 Prozent der Bevölkerung offen steht. Dementsprechend rechnen die Analysten von Forrester damit, das im Jahr 2008 71 Prozent aller Breitband-Anschlüsse in Europa DSLTechnologie benutzen werden und lediglich 22 Prozent Kabelanschlüsse. Die restlichen 7 Prozent verteilen sich auf alternative Technologien wie z.B. Satellitenübertragung. Deutschland zählt zu den europäischen Ländern mit der höchsten DSL-Verbreitung Europa: DSL-Anschlüsse je 1.000 Einwohner 2003 Dänemark Schweden Deutschland Frankreich Norwegen Finnland Schweiz Italien Großbritannien Spanien 78 (59) 63 (45) 54 (40) 50 (27) 43 (24) 41 (26) 38 (23) Vorjahreswerte in Klammern 35 (17) 30 (11) 27 (17) EITO, März 2004/TNS Infratest (eigene Berechnungen) Deutschland Datenvolumen Ende des Jahres 2003 existierten in Deutschland nach Angaben der RegTP 4,5 Millionen DSL-Anschlüsse in Deutschland. Im Jahr 2002 lag dieser Wert noch bei 3,2 Millionen, ein Jahr zuvor bei 1,9 Millionen. Die Deutsche Telekom AG (DTAG) hält dabei nach wie vor eine marktbeherrschende Stellung: 4,1 Millionen DSL-Anschlüsse wurden Ende 2003 von der DTAG verwaltet und nur 400.000 (8,9 Prozent) von den Telekom-Wettbewerbern. Gleichwohl ist der Marktanteil der Wettbewerber in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen: Im Jahr 2002 lag er bei 5,8 Prozent, im Jahr davor lediglich bei 3,0 Prozent. Vom VATM, dem Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten, wurde die Entwicklung des Datenvolumens, das über die in Deutschland installierten DSL-Leitungen ausgetauscht wurde, analysiert. Dieser Analyse zufolge betrug das auf den DSL-Leitungen übertragene Datenvolumen im Jahr 2001 21,5 Millionen Gigabyte (GB). Im Jahr darauf stieg die Datenmenge bereits auf 192 Millionen GB an, und für das Jahr 2003 geht der VATM von einem Datenvolumen von 305 Millionen GB aus. Einer Befragung von TNS Infratest und der Gesellschaft für Konsumforschung vom Juli 2003 zufolge nutzten Anfang des Jahres 2003 bereits 7,4 Millionen Bundesbürger im Alter von 14 bis 69 Jahren einen DSL-Anschluss für den Zugang zum Internet, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Bis 2010 strebt die Bundesregierung über 20 Millionen Breitbandschlüsse an. Die "Deutsche Breitbandinitiative" hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der privaten Internethaushalte mit Breitbandanschluss bis 2015 auf 70 Prozent zu erhöhen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 98 5.1.4.2 Breitbandzugang über TV-Kabel ­ international, Westeuropa mit Positionierung Deutschlands Neben den DSL-Anschlüssen zählt der Kabelmodems zu den am weitesten verbreiteten Zugangstechnologien weltweit. Die Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse belief sich nach Angaben der auf Hochtechnologie-Branchen spezialisierten amerikanischen Marktforschungsorganisation In-Stat/MDR Mitte des Jahres 2003 auf 27 Millionen weltweit. Zum Ende des Jahres 2003 rechnet In-Stat/MDR mit einem Anstieg auf 34 Millionen Anschlüsse. Im weiteren Verlauf soll den Prognosen zufolge bis zum Jahr 2007 die Zahl von 68 Millionen Kabelmodem-Anschlüssen erreicht werden. Breitbandzugang bereits über erwähnten TV-Kabel mittels eines bidirektionalen Abb. 71 Bis zum Jahr 2007 soll sich die Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse verdoppeln Weltweit: Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse in Millionen 2003, 2007 Sonstige 2,1 Mio. (8%) 68 Europa 3,7 Mio. (14%) 34 Juni 2003 Asien/ Pazifik 6,6 Mio. (24%) Nordamerika 14,6 Mio. (54%) 27 Juni 2003 Dezember 2003 2007 In-Stat/MDR, Juni 2003 USA Die USA als einer der größten Kabelmodem-Märkte weltweit erreichte am Ende des Jahres 2003 die Zahl von rund 16 Millionen BreitbandAnschlüssen über Kabelmodem. Zu diesem Ergebnis kommen unabhängig voneinander die Marktforscher von eMarketer mit einer Schätzung von 15,8 Millionen (März 2003), die Analysten der Investmentbank Morgan Stanley (16,0 Millionen, Juni 2003) und Strategy Analytics (16,1 Millionen, Februar 2003). Für das Jahr 2005 werden den Prognosen der Analysten zufolge zwischen 23,3 und 27,8 Millionen Kabelmodem-Anschlüsse geschaltet sein. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 99 Abb. 72 Rund 16 Millionen Kabelmodem-Anschlüsse existieren derzeit in den USA USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der Kabelmodem-Anschlüsse in Millionen 2000-2005 2,2 2000 4,0 2001 7,1 7,4 eMarketer, März 03 Morgan Stanley, Juni 03 Strategy Analytics, Februar 03 2002 11,2 11,7 11,1 2003 15,8 16,0 16,1 19,6 2004 22,0 21,8 23,3 2005 27,1 27,8 Angegebene Institute Asien/ Pazifik Der Breitband-Anschluss über das TV-Kabel ist und bleibt auf absehbare Zeit die wichtigste Zugangsart in den USA. Zu dieser Einschätzung kommt das Pew Internet & American Life Project in seiner Analyse vom Mai 2003. Demnach stieg der Marktanteil der Kabelmodem-Anschlüsse von 63 Prozent im März 2002 auf 67 Prozent im März 2003. Im gleichen Zeitraum ging der Marktanteil der DSL-Anschlüsse von 34 Prozent auf 28 Prozent zurück. Andere Zugangstechnologien wie z. B. kabellose oder Glasfaser-Anschlüsse ("T-1/ fiber") kamen auf einen Marktanteil von drei bzw. fünf Prozent. In Asien (inkl. pazifischer Bereich) besaßen im Jahr 2003 etwa 8,1 Millionen Haushalte einen Breitband-Anschluss über Kabelmodem. Zu diesem Ergebnis kommen sowohl eMarketer im März 2003 als auch die Yankee Group im Oktober 2003. Für das Jahr 2004 rechnen die Analysten von eMarketer mit einem Anstieg auf 9,8 Millionen Haushalte, während die Yankee Group mit ihrer Prognose von 9,6 Millionen Kabelmodem-Haushalten etwas unter diesem Wert liegt. Abb. 73 Bei Kabelmodem-Anschlüssen weist China die höchsten Wachstumsraten in Asien auf Asien/Pazifik: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 Land China Australien Indien Taiwan Japan Singapur Hong Kong Südkorea Gesamt 2001 40 110 13 215 1.300 80 170 2.815 4.743 2002 90 161 20 350 1.940 98 278 3.600 6.537 2003 295 233 26 480 2.660 140 358 3.925 8.117 2004 750 306 35 635 3.365 175 402 4.082 9.750 2005 2.100 394 46 730 4.209 255 448 4.245 12.427 Durchschnittl. jährl. Wachstum 169 38 37 36 34 34 27 11 27 eMarketer, März 2003 / TNS Infratest, eigene Berechnungen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 100 Europa Für Westeuropa rechnet eMarketer in seiner Marktanalyse vom März 2003 mit knapp 4,7 Millionen Haushalten, die im Jahr 2003 einen Breitband-Zugang über das TV-Kabelnetz genutzt haben. Bis zum Jahr 2005 soll die Zahl der Breitband-Haushalte auf 8,4 Millionen ansteigen. Am verbreitetsten ist diese Technologie in Großbritannien, während der TV-Kabelzugang in Deutschland eher eine untergeordnete Rolle spielt. Trotz dieser Unterschiede werden in diesen beiden Ländern die höchsten Zuwachsquoten erwartet. Abb. 74 Großbritannien ist mit Abstand der größte Kabel-Breitbandmarkt Europas Westeuropa: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 Land Deutschland Großbritannien Spanien Finnland Norwegen Dänemark Schweiz 2001 35 208 99 25 45 88 120 2002 76 776 290 57 69 158 241 2003 189 1.312 415 79 105 233 339 2004 347 2.208 521 110 147 302 412 2005 558 3.149 651 151 212 369 501 Durchschnittl. jährl. Wachstum 100 97 60 57 47 43 43 eMarketer, März 2003 / TNS Infratest, eigene Berechnungen Abb. 75 Westeuropa: Kabelmodem-Haushalte in ausgewählten Ländern in Tausend und durchschnittliche jährliche Wachstumsrate in Prozent 2001-2005 (Fortsetzung) Land Portugal Frankreich Belgien Österreich Schweden Niederlande Italien Gesamt 2001 94 189 201 192 115 400 0 1.811 2002 205 281 315 225 146 465 1 3.305 2003 249 361 395 285 174 521 2 4.659 2004 301 481 465 345 202 580 10 6.431 2005 345 641 530 401 236 641 25 8.410 Durchschnittl. jährl. Wachstum 38 36 27 20 20 13 47 eMarketer, März 2003 / TNS Infratest, eigene Berechnungen Deutschland Nach Angaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) wurden Ende 2003 nur rund 60.000 auf bidirektionalen, also mit einem Rückkanal ausgestatteten Kabelfernsehanschlüssen basierende Breitband-Anschlüsse gezählt. Dies geht aus dem aktuellen Jahresbericht der RegTP vom Januar 2004 hervor. Dem entspricht die Einschätzung von BITKOM, dass gegenwärtig von 100 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 101 Haushalten in Deutschland statistisch gesehen nur 0,2 Anschlüsse existieren, mithin also nur jeder 500ste Haushalt über einen solchen Internet-fähigen Kabelanschluss verfügt. Inwieweit die Kabelnetze als DSL-Konkurrent in Deutschland weiteres Marktpotenzial besitzen, lässt sich nur schwer bestimmen, denn obgleich mit derzeit 21 Millionen Kabelfernsehanschlüssen in Deutschland (entspricht 55 Prozent aller Haushalte) eine stabile Grundlage für die weitere und intensivere Nutzung dieser Anschlüsse für den breitbandigen Internet-Zugang existiert, ist der Ausbau dieses Netzes mit der notwendigen Rückkanaltechnologie jedoch mit hohen Kosten verbunden. 5.1.4.3 Breitbandzugang über Satellit und Powerline Alternative BreitbandTechnologien Im Breitbandmarkt gibt es eine Reihe von Alternativen zu DSL und Kabelmodem, denen allerdings bisher der nachhaltige Durchbruch verwehrt geblieben ist. Vielfach stellen die im folgenden vorgestellten Breitband-Technologien aber eine attraktive Alternative zu den bisher dominierenden Techniken DSL und Kabel dar. Bisher nur mit kleinen Marktanteilen, aber doch nicht ohne längerfristige Perspektiven sind Datendienste über die Stromleitung (Powerline), Wireless LAN und Satellitentechnik, aber auch die Glasfaser (als Verbindungstechnik für die sog. ,,letzte Meile"). Der kostengünstige Breitband-Zugang Zukunftsmusik. über mobile Geräte bleibt zunächst noch SatellitenAnschlüsse international Die derzeit größte Übertragungskapazität (jedenfalls theoretisch) wird Glasfaserverbindungen zugeschrieben. Während die übrigen Verfahren im Mbit-Bereich angesiedelt sind, lassen sich über reine Glasfasern (pure fibre) mehrere Gbit/s übertragen. Trotz hoher Kosten, die eine Anbindung einzelner Wohnungen an Glasfaser nach sich ziehen würde, wird es für möglich gehalten, dass im Jahr 2010 rund 15% aller EU-Haushalte direkt per reiner Glasfaser an ein ebensolches Netz angeschlossen sind. Für die USA geht PricewaterhouseCoopers in einer Studie vom Mai 2003 (Internet Advertising and Access Spending) davon aus, dass im Jahr 2005 von den Konsumenten rund 95 Millionen USD für Internet-Zugänge per Satellit ausgegeben werden, ebenfalls 95 Millionen USD für kabellosen Mobilfunk-Zugang und etwa 430 Millionen USD für reine GlasfaserAnschlüsse. Aufgrund der weiten Verbreitung von Satellitenempfangsantennen in Europa gehört diese Breitband-Technologie neben DSL und Kabelmodem zu den attraktiven Möglichkeiten des Internet-Zugangs. Der Vorteil der drahtlosen Kommunikation via Satellit liegt darin, dass sich insbesondere in ländlichen Regionen kurzfristig eine Versorgung herstellen lässt, ohne umfangreiche Infrastrukturen aufbauen zu müssen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 102 Im September 2003 wurde nach Angaben der Betreiberfirma Eutelsat der "weltweit erste Internet-Satellit" in den Orbit befördert. Einer der wichtigsten Zielmärkte für die Datendienste dieses e-Bird benannten Satelliten ist zufolge Deutschland. Hier lägen 6,7 Millionen außerhalb der Reichweite der Eutelsat Haushalte derzeit DSL- Powerline iTV Infrastrukturen. Nach Einschätzung von Eutelsat wird die Mehrheit dieser Haushalte auch in den kommenden fünf Jahren nicht an das DSL-Netz angeschlossen werden. Europaweit sollen den Schätzungen zufolge 25 Prozent der Bevölkerung noch keinen Zugang zum terrestrischen Breitband-Netz haben. Über die Satellitensysteme Astra und Eutelsat wurden aber bereits zuvor breitbandige Internet-Zugänge über Satellit angeboten. Die Nutzerzahlen der derzeit angebotenen Anwendung, welche den Satelliten sowohl für den Hin- als auch für den Rückweg nutzt, dürften nach Angaben der RegTP in Deutschland in der Größenordnung von einigen Tausend liegen. Neben dieser sog. bidirektionalen Verbindung gibt es noch breitbandige unidirektionale Zugänge, die nur den Hinkanal über den Satelliten führen, den Rückkanal dagegen über das normale Telefonnetz. Für dieses Segment schätzt die RegTP die Nutzerzahlen Ende 2003 in Deutschland auf rund 45.000. Der Satelliten-Zugang wird allerdings oftmals nur als ein zweitklassiger Ersatz für den verbreiteten DSL-Anschluss angesehen. Zum einen werden die in der Regel deutlich höheren Kosten bemängelt, zum anderen entstehen u.a. durch die langen Signalwege Antwortzeiten von einer halben Sekunde und mehr. Was zunächst nach wenig klingt, hat direkte Auswirkungen beispielsweise auf die Ladezeiten komplexer Websites. Und für Online-Spiele, eine der treibenden Kräfte bei der derzeitigen Verbreitung des DSL-Netzes, ist der Satelliten-Zugang aufgrund der verhältnismäßig langen Antwortzeiten nicht geeignet. Der Breitband-Zugang über das Stromnetz hat in Deutschland nach wie vor keine große Verbreitung gefunden, u.a. auch aufgrund der Tatsache, dass diese, Powerline genannte, Variante nur regional begrenzt verfügbar ist. Die Perspektive der Zugangsmöglichkeit über Stromnetze wird nach Ansicht der RegTP allgemein zurückhaltend eingeschätzt. Ende 2003 boten zwei Firmen an verschiedenen Standorten breitbandige InternetZugänge über Powerline an. Rund 8.000 Haushalte in Deutschland hatten der RegTP-Statistik zufolge zu diesem Zeitpunkt einen PowerlineAnschluss, 155.000 Haushalte könnten derzeit unmittelbar angeschlossen werden. Interaktives Fernsehen (iTV), also die Möglichkeit, über das Fernsehgerät nicht nur Daten zu empfangen, sondern über einen Rückkanal auch senden zu können, existiert bereits seit einigen Jahren. Einer Studie der französischen Marktforscher von Idate vom März 2003 zufolge hatten Anfang des Jahres 2002 rund 52,7 Millionen Haushalte weltweit eine entsprechende Ausstattung zur Nutzung des iTV-Angebots. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 103 Abb. 76 Etwa 53 Millionen Haushalte weltweit haben Zugang zu iTV-Angeboten, die meisten davon in der EU Weltweit: Haushalte mit Zugang zu iTV-Angeboten in Millionen, 1. Quartal 2002 Rest der Welt 11,1 Mio. (21,1%) Japan 2,3 Mio. (4,4%) EU 21,4 Mio. (40,6%) Gesamt: 52,7 Millionen USA 17,9 Mio. (34%) Idate, März 2003 Zu den Diensten, die über ein derartiges rückkanalfähiges TV-Gerät möglich sind, gehören der Bereich des TV-Shopping, stellenweise auch als "T-Commerce" bezeichnet, Glücksspiele und Wetten, interaktive Werbung, interaktive TV-Sendungen, bei denen der Zuschauer beispielsweise bei einer Live-Befragung teilnehmen kann, sowie Video on Demand (VoD) und ähnliche Dienste. Zu den Zukunftsaussichten des interaktiven Fernsehens sind derzeit kaum verlässliche Prognosen erhältlich. So geht Forrester Research in einer vergleichsweise eher optimistisch gehaltenen Analyse vom März 2003 davon aus, dass der europäische Markt für iTV-Dienste bis zum Jahr 2007 auf ein Marktvolumen von etwa 18 Milliarden USD kommen wird, davon acht Milliarden USD für T-Commerce und sieben Milliarden USD für Spiele und Wetten. Die Analysten von Strategy Analytics kommen dagegen bei ihren Hochrechnungen lediglich auf ein Marktvolumen von rund 1,8 Milliarden USD im Jahr 2008. 72 Millionen Europäer sollen zu diesem Zeitpunkt Zugang zu interaktiven TV-Diensten haben. Im europäischen Vergleich ist Großbritannien nach Angaben von EITO vom März 2004 im Bereich des interaktiven digitalen Fernsehens führend. Von 100 Haushalten hatten im Jahr 2003 55 Haushalte einen iDTVAnschluss. Spanien und Frankreich folgen mit 26 bzw. 24 iDTVAnschlüssen je 100 Haushalte vor Italien mit 21 Anschlüssen. Deutschland hat demgegenüber den Schritt ins interaktive Fernsehzeitalter noch nicht vollzogen: Lediglich einer von 100 Haushalten ist nach Angaben von BITKOM mit einem iDTV-Anschluss ausgestattet. Von einem derart niedrigen Niveau ausgehend rechnet der Branchenverband in den kommenden Jahren mit dreistelligen Wachstumsraten und erwartet, dass die Penetrationsrate bis zum Jahr 2007 auf 16 iDTVAnschlüsse je 100 Haushalte steigen wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 104 Abb. 77 Dem interaktiven Fernsehen wird in Deutschland ein kräftiges Wachstum vorausgesagt Deutschland: iDTV-Anschlüsse je 100 Haushalte und Wachstum in Prozent 2003-2007 25 400 iDTV-Anschlüsse je 100 Haushalte Wachstum in Prozent 400 20 300 16 15 10 175 7 12 171 200 4 133 100 5 0 1 2003 0 2004 2005 BITKOM, Februar 2004 2006 2007 WLAN/ WiMax Der derzeitige Stand der Entwicklung bei der Internet-Anbindung über die Wireless-LAN-Technologie (WLAN) ebenso wie die auf WLAN basierende, erfolgversprechende WiMax-Technologie werden im Kapitel 5.3 (Mobilkommunikation) ausführlich diskutiert. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 105 5.2 Festnetz-Telefonie 5.2.1 Telefon-Festnetzdichte weltweit TelefonFestnetzdichte weltweit Noch ist der klassische Festnetzanschluss die am weitesten verbreitete Verbindungsart zwischen Computern und Internet. Deshalb ist die Telefondichte eines Landes nicht nur ein wichtiger Faktor zur Abschätzung seiner gesamtwirtschaftlichen Situation und des Stands seiner technischen Entwicklung, sondern insbesondere auch ein wichtiges Kriterium, das die Abschätzung seines Internet-Potenzials erlaubt. Die International Telecommunication Union (ITU) geht davon aus, dass derzeit weltweit rund 1,21 Milliarden Telefonanschlüsse existieren (Dezember 2003). Seit 1993 hat sich demnach die Anzahl der Telefonanschlüsse verdoppelt. Noch stärker ist in dieser Zeit die Anzahl telefonierter Minuten gestiegen. Lag das Telefonaufkommen 1993 noch bei 49 Billionen Minuten, so stieg es bis 2003 kontinuierlich bis auf 140 Billionen Minuten an. Abb. 78 Die Zahl der Telefonhauptanschlüsse hat sich in den letzten zehn Jahren weltweit verdoppelt, die Zahl der telefonierten Minuten fast verdreifacht International: Zahl der Telefonhauptanschlüsse in Millionen und Anzahl der Telefonminuten in Milliarden 1993-2003 Telefonminuten Telefonhauptanschlüsse 160 140 120 100 80 60 40 20 0 1.129 1.210 140 1.053 689 738 792 604 643 846 89 905 100 983 118 135 127 79 71 63 57 49 1400 1200 1000 800 600 400 200 0 1993 * Schätzung ** Prognose 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002* 2003** ITU, 2003 Betrachtet man die Anschlussdichte, das heißt die Anzahl der Telefonanschlüsse relativ zur Einwohnerzahl, so kann man bei einem weltweiten Vergleich deutliche Unterschiede feststellen. Während in Nordamerika auf 100 Einwohner knapp 65 Telefonanschlüsse kommen, liegt der weltweite Durchschnitt bei nur 17,9 Anschlüssen pro 100 Einwohner. In Afrika teilen sich statistisch gesehen rund 35 Einwohner einen Telefonanschluss. Dementsprechend eingeschränkt sind die Möglichkeiten der Internet-Nutzung in diesen Ländern. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 106 Abb. 79 Die "Digital Divide" lässt sich klar an der Dichte der Telefonhauptanschlüsse erkennen International: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner 2002 Nordamerika Westeuropa Europa Ozeanien Amerika Welt Asien Afrika 64,5 57,2 41,3 40,4 37,4 17,9 12,0 2,8 ITU, 2003/NFO Infratest (eigene Berechnungen) Telefondichte in Asien Die obigen Zahlen lassen bereits erahnen, dass es auch innerhalb der Kontinente erhebliche Unterschiede in der Versorgung mit Telefonanschlüssen gibt. Besonders ausgeprägt ist diese ungleichmäßige Verteilung in Asien, wo hochindustrialisierte Länder wie Japan, Hong Kong oder Taiwan mit deutlich über 50 Telefonhauptanschlüssen pro 100 Einwohner einen dem europäischen ähnlichen Festnetz-Verbreitungsgrad haben, während in Indien durchschnittlich nur jeder 25. einen Telefonanschluss besitzt und in Bangladesch auf einen Telefonanschluss rund 200 Einwohner kommen. Abb. 80 In Asien ist der Zugang zum Telefonnetz je Land besonders unterschiedlich Asien: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate* in Prozent 2002 Taiwan Hong Kong Japan Südkorea Israel Singapur Malaysia China Palästina Vietnam Indien Indonesien Bangladesch 58,2 (3,1%) 56,5 (0,1%) 55,8 (1,4%) 48,9 (1,5%) 46,7 (0,6%) 46,3 (0,8%) 19,0 (-0,5%) 16,7 (24,3%) 8,7 (17,0%) 4,8 (22,7%) 4,0 (16,4%) 3,7 (8,1%) 0,5 (11,5%) ITU, 2003 * seit 1997 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 107 Obwohl die Unterschiede in der Ausstattung mit Telefonhauptanschlüssen in den westlichen Industrienationen nicht so groß sind wie im vorausgegangenen Beispiel von Asien, so sind sie trotz allem immer noch signifikant. So lässt sich in Europa ein Nord-Süd-Gefälle feststellen: Während bei den nordischen Ländern beispielsweise Norwegen oder Schweden Anschlussquoten von über 70 Anschlüssen pro 100 Einwohner haben, liegen Länder wie Spanien, Portugal oder auch Italien mit 50 oder weniger Anschlüssen pro 100 Einwohner deutlich darunter. Bemerkenswert ist, dass Deutschland im internationalen Vergleich noch vor den USA liegt. Das Internet-Potenzial ist aufgrund dieses hohen Festnetz-Verbreitungsgrades überdurchschnittlich hoch. Abb. 81 Deutschland verfügt über eine der höchsten Anschlussquoten weltweit International: Telefonhauptanschlüsse pro 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2002 Schweiz Schweden Norwegen Dänemark Deutschland USA Kanada Niederlande Großbritannien Frankreich Australien Spanien Italien Portugal Russland 74,4 73,6 73,4 68,9 65,1 64,6 63,6 61,8 59,1 56,9 53,9 50,6 48,0 42,1 24,2 ITU, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 108 5.2.2 Telefon-Festnetzdichte in Deutschland Festnetz in Deutschland Nach vorläufigen Angaben der Deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) existierten zum Ende des Jahres 2003 rund 54,5 Millionen Telefonanschlüsse in Deutschland. Dies geht aus dem aktuellen Tätigkeitsbericht der Behörde vom Dezember 2003 hervor. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 53,7 Millionen ­ ein Wachstum von 1,5 Prozent. Der Anteil der ISDN-Kanäle wuchs dabei in den letzten Jahren kontinuierlich. Waren 1995 lediglich sechs Prozent der Telefonhauptanschlüsse ISDN-basiert, so stieg dieser Anteil bis zum ersten Quartal 2003 auf 46 Prozent an. Abb. 82 Die Zahl der Analoganschlüsse stagnierte zuletzt, die Zahl der ISDN-Anschlüsse steigt weiter Deutschland: Telefonanschlüsse in Millionen 1995-2003 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003* 39,2 39,0 37,8 36,2 34,5 32,2 30,6 29,1 29,1 Analoge Standardanschlüsse 2,7 41,9 5,2 7,3 10,3 13,7 18,0 21,6 24,6 24,8 ISDN-Kanäle 44,2 45,1 46,5 48,2 50,2 52,3 53,7 53,9 Zahlen inkl. öffentliche Telefonstellen * 1. Quartal 2003 RegTP 2002/2003, Dezember 2003 Festnetz vs. Mobilfunk Die Regulierungsbehörde geht davon aus, dass die Wettbewerber der Deutschen Telekom Ende des Jahres 2003 zusammen einen Marktanteil von über fünf Prozent bei der Zahl der Telefonkanäle hatten. Das bedeutet, dass knapp 95 Prozent der Telefonanschlüsse nach wie vor von der Deutschen Telekom bereitgestellt werden. Im Jahr 2000 lag der Marktanteil der Wettbewerber dagegen erst bei 1,7 Prozent. Bereits im Jahr 2001 überstieg die Zahl der Mobilfunkanschlüsse erstmals die der Festnetzanschlüsse. Diese Entwicklung hat sich in den vergangenen beiden Jahren fortgesetzt. Nach vorläufigen Angaben der RegTP belief sich die Gesamt-Teilnehmerzahl in den Mobilfunknetzen (C, D1, D2, E1, E2) Ende 2003 auf 63,5 Millionen. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 32 Prozent seit 2000. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer übersteigt damit die Zahl der Festnetzanschlüsse um annähernd zehn Millionen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 109 Abb. 83 Die Zahl der Mobilfunkanschlüsse stieg in den letzten Jahren deutlich stärker als die der Festnetzanschlüsse Deutschland: Festnetzkanäle und Mobilfunkteilnehmer in Millionen 2000-2003 63,5 59,1 56,1 52,3 53,7 53,9 50,2 48,2 2000 2001 Festnetzkanäle 2002 Mobilfunkteilnehmer 2003* * vorläufige Zahlen RegTP 2002/2003, Dezember 2003 Verkehrsentwicklung Das Verkehrsvolumen im Festnetz, d.h. die Anzahl der telefonierten Minuten, wird nach Aussagen der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post inzwischen maßgeblich vom Internetverkehr geprägt. Neben der Einwahl über Analog- und ISDN-Anschlüsse hat sich die alternative Zugangsmöglichkeit über breitbandige DSL-Anschlüsse sehr schnell etabliert. Dadurch wird ein nicht unbeträchtlicher Teil des Verkehrs von den schmalbandigen Wählverbindungen zu den breitbandigen DSL-Verbindungen verlagert. Dementsprechend ging das Verkehrsaufkommen nach einer Stagnation 2002 im Jahr 2003 zum ersten Mal seit Jahren zurück. Abb. 84 Die Anzahl der Festnetz-Verbindungsminuten ging im vergangenen Jahr erstmals zurück. Gleichzeitig stieg der Marktanteil der Wettbewerber um 3,6% Deutschland: Festnetzverbindungsminuten der DTAG und ihrer Wettbewerber in Milliarden 1997-2003 DTAG Wettbewerber 345 345 333 301 197 178 245 53 114 134 91 143 12 185 192 210 232 211 178 190 1997 * Prognose 1998 1999 2000 2001 2002 2003* RegTP 2002/2003, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 110 Preisentwicklung Abb. 85 Das verringerte Verkehrsaufkommen ist nicht zuletzt durch einen merklichen Rückgang der Festnetzgespräche im Orts- und Nahbereich bedingt. Laut RegTP lässt sich dies u.a. durch die Substitutionseinflüsse des Mobilfunks erklären: "Verkehrsanalysen belegen, dass Gespräche sowohl von Festnetzanschlüssen als auch von Mobilfunkanschlüssen überwiegend im näheren Lebensumkreis der Nutzer geführt werden. Der zunehmende Verkehr, der innerhalb der Mobilfunknetze verbleibt, ersetzt folglich am ehesten Orts- und Nahgespräche des Festnetzes." (aus dem RegTP-Tätigkeitsbericht, S. 16f.) Seit der Änderung des Telekommunikationsgesetzes und der damit verbundenen Einführung der Betreiberauswahl auch für Verbindungen im Ortsnetz konnten die Wettbewerber der Deutschen Telekom ihr Ortsverkehrsvolumen deutlich steigern. Vorläufigen Prognosen der RegTP zufolge haben die Wettbewerber im Jahr 2003 einen Marktanteil an den Verbindungsminuten für Ortsgespräche von rund 17 Prozent erreicht ­ eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr, als dieser Wert noch bei 6,4 Prozent lag. Die Deutsche Telekom selbst rechnet sogar mit Marktanteilsverlusten von annähernd 20 Prozent. Seit der Liberalisierung des Telefonmarktes in Deutschland zum 1. Januar 1998 sind die Preise für Festnetzverbindungen teilweise erheblich gesunken. Kostete eine nationales Ferngespräch (Standardtarif ohne Rabatte, werktags tagsüber, call-by-call) 1997 noch mindestens 30,7 Cent pro Minute, so sank dieser Preis kontinuierlich auf mittlerweile 2,2 Cent pro Minute (Oktober 2003). Dem gegenüber steht allerdings eine wiederholte Anhebung der monatlichen Grundentgelte der Deutschen Telekom, zuletzt am 1. September 2003 um 1,68 EUR netto. Infolge der Telekom-Liberalisierung sanken die Verbindungspreise in Deutschland signifikant Deutschland: Minimaltarife für ein nationales Ferngespräch* im Festnetz in Cent pro Minute 1997-2003 tagsüber Nach 18 Uhr Nach 21 Uhr 30,7 18,4 12,3 9,7 9,7 7,2 7,7 4,6 4,6 3,6 3,5 2,0 1997 Jan 98 Jan 99 Jan 00 3,2 2,1 1,7 Mrz 01 2,0 1,9 1,9 2,2 1,8 1,8 2,2 2,0 1,4 Okt 03 Jan 02 Jan 03 * werktags, Call-by-call RegTP 2002/2003, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 111 Obwohl die Verbindungspreise in den vergangenen Jahren kontinuierlich sanken, zeigte die Entwicklung der Kosten für Telekommunikationsdienstleistungen nach oben, in erster Linie aufgrund der gestiegenen Grundkosten. Das Statistische Bundesamt kommt in ihrer jüngsten Statistik zur Entwicklung der Kosten für TK-Dienste vom Januar 2004 zu dem Ergebnis, dass die Telekommunikationsdienstleistungen aus Sicht der privaten Haushalte im vergangenen Jahr durchschnittlich rund 1,2 Prozent mehr kosteten als im Jahr 2002. Die Festnetz-Telefonie kostete dabei 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Anschluss- und Grundgebühren stiegen überproportional um 5,8 Prozent. Dass der Preis für die Telefonverbindung tatsächlich das entscheidende Auswahlkriterium ist, zeigt die aktuelle Telco-Trend-Studie von Mummert Consulting. Der Studie zufolge, für die Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, sind günstige Tarife mit 40 Prozent der Nennungen wichtigstes Kriterium für den Wechsel des TK-Anbieters. Eine hohe Zuverlässigkeit des Netzes und eine gute Kundenbetreuung landen mit 39 beziehungsweise 35 Prozent der Nennungen auf den Plätzen zwei und drei, so Mummert Consulting. Abb. 86 Günstige Tarife und die Zuverlässigkeit der Netze sind die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des TK-Anbieters Deutschland: Gründe für den Wechsel des TK-Anbieters in Prozent der Befragten* 2003 Preise, günstige Tarife Netzzuverlässigkeit Kundenbetreuung Bekanntheit, Image Innovative Leistungen Bandbreite, Performance Umfeld nutzt gleichen Anbieter Schnelle Bereitstellung Regionaler Anbieter, Nähe Transparente Abrechnung Flächendeckung 40 39 35 28 22 22 19 18 17 16 15 * Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsbranche Mehrfachnennungen möglich Mummert Consulting, April 2003 ISDN Ein digitaler Ersatz für die analogen Telefondienste ist ISDN (Integrated Services Digital Network). Eine ISDN-Telefonleitung besteht aus zwei Basiskanälen, die gleichzeitig oder unabhängig voneinander für Datenund Sprachkommunikation benutzt werden kann. ISDN ist nicht wie DSL eine ,,Always on"-Technology, der Nutzer muss sich noch in das Internet einwählen, was entsprechende Telefongebühren nach sich zieht. Bei ISDN erfolgt die Datenübertragung mit einer Geschwindigkeit von 64 kbit/s. Zum Vergleich: Die aktuellen DSL-Angebote der Deutschen Telekom werben mit Verbindungsraten zwischen 1.024 und 3.072 kbit/s im Downstream und mindestens 128 kbit/s im Upstream. Nach Einschätzung von EITO wird die Verbreitung von ISDN-Anschlüssen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 112 Abb. 87 im Jahr 2004 ihren Höhepunkt erreichen. Weltweit rechnet EITO in diesem Jahr mit 130,9 Millionen installierten ISDN-Kanälen, nach 127,1 Millionen im Jahr 2003. Aufgrund der steigenden Beliebtheit und Verbreitung breitbandiger Alternativen wie DSL und Kabelmodems prognostiziert EITO für die kommenden Jahre auf weltweiter Ebene einen Rückgang der Zahl der ISDN-Anschlüsse, während für Europa weiterhin mit steigenden Installationszahlen gerechnet wird. Während die Zahl der ISDN-Kanäle weltweit in Zukunft sinken wird, steigt sie in Europa weiter an Weltweit: Zahl der ISDN-Kanäle nach Regionen in Millionen 2002-2006 Europa Japan USA Übrige Länder 67,3 68,9 69,5 64,3 60,3 30,4 32,7 32,4 30,5 27,9 15,0 11,6 15,2 14,9 16,3 14,8 17,4 13,6 17,9 12,5 2002 2003 2004 EITO, März 2004 2005 2006 Innerhalb Europas ist ISDN in Deutschland mit großem Abstand am weitesten verbreitet: 27 Millionen Kanäle sind gegenwärtig in Deutschland geschaltet, was einen Anteil an gesamten westeuropäischen ISDNVolumen von über 42 Prozent bedeutet. Und die Zahl der Kanäle wird nach Einschätzung des EITO weiter steigen: Bis 2006 wird in Deutschland mit einem Anstieg der Zahl der ISDN-Kanäle auf 28,3 Millionen gerechnet. Zum Vergleich: Frankreich kommt derzeit auf 5,6 Millionen Kanäle (mit sinkender Tendenz), Großbritannien auf 4,3 Millionen (Tendenz steigend). Abb. 88 Deutschland ist in Bezug auf die ISDN-Verbreitung führend in Europa Europa: Zahl der ISDN-Kanäle in ausgewählten Ländern in Millionen und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2004 Deutschland Italien Frankreich Großbritannien Osteuropa Spanien Schweiz Dänemark Norwegen Schweden 27,1 (5,1%) 7,2 (6,2%) 5,6 (1,9%) 4,3 (3,6%) 3,5 (14,1%) 2,5 (1,6%) 2,4 (3,1%) 1,9 (1,7%) 1,8 (-0,2%) 1,2 (2,4%) Europa gesamt 2004: 67,3 Millionen Kanäle (+4,5%) EITO, März 2004 Nicht nur auf Basis der absoluten Anzahl an ISDN-Kanälen, sondern auch gemessen an der Zahl der Kanäle je 100 Einwohner beansprucht Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 113 Abb. 89 Deutschland einen weltweiten Spitzenplatz: Annähernd jeder dritte Einwohner Deutschlands verfügt nach Berechnungen von BITKOM vom Februar 2004 über einen solchen Anschluss. Bessere Verbindungsraten können nur die beiden skandinavischen Länder Dänemark und Norwegen sowie die Schweiz aufweisen. Die weiteren großen IT- und InternetNationen wir die USA, Japan oder Großbritannien haben teilweise deutlich niedrigere ISDN-Verbreitungsraten. Im Bezug auf die ISDN-Dichte gehört Deutschland zu den führenden Ländern weltweit Weltweit: ISDN-Kanäle je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Norwegen Dänemark Schweiz Deutschland Japan Finnland Westeuropa* Schweden Italien Frankreich Großbritannien Spanien USA Osteuropa 40 (40) 35 (39) 32 (29) 31 (30) 26 (24) 15 (15) 13 (13) 13 (14) 12 (11) Vorjahreswerte in Klammern 9 (8) 7 (6) 6 (6) 5 (5) 1 (0,6) * einschließlich Türkei BITKOM, Februar 2004 Abb. 90 In Deutschland wird sich das Wachstum der Zahl der geschalteten ISDNKanäle in den kommenden Jahren nach Einschätzung des BITKOM voraussichtlich abschwächen, nicht zuletzt aufgrund der intensiven Vermarktung breitbandiger DSL-Anschlüsse. Für das laufende Jahr rechnet BITKOM noch mit einem Anstieg der ISDNPenetrationsrate in Deutschland von 31 auf rund 33 Kanäle je 100 Einwohner. Für die Jahre 2005 und 2006 wird dagegen nur noch mit Steigerungsraten von zwei bis drei Prozent ausgegangen. Das Wachstum der ISDN-Anschlüsse wird auch in Deutschland in den kommenden Jahren zurückgehen Deutschland: ISDN-Kanäle je 100 Einwohner und Wachstumsrate in Prozent 2001-2006 ISDN-Kanäle je 100 Einwohner Wachstum in Prozent 40 35 30 25 20 15 10 5 0 33 34 34 29 31 26 13 12 7 5 3 2 40 35 30 25 20 15 10 5 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 BITKOM, Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 114 5.3 Mobilkommunikation 5.3.1 Mobilfunkdichte weltweit Mobilfunk weltweit Die Mobilkommunikation erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit. Nach Angaben der ITU vom Dezember 2003 besaßen im Jahr 2002 weltweit rund 1,16 Milliarden Personen einen Mobilfunkanschluss. Im Jahr 2001 lag diese Zahl noch bei 961 Millionen, 1997 erst bei 215 Millionen. Für das Jahr 2003 rechnet die ITU nach vorläufigen Schätzungen mit einem weiteren Anstieg auf mehr als 1,3 Milliarden Mobilfunk-Benutzer. Diesen Wert bestätigen u.a. auch die Analysten des auf Mobilfunk spezialisierten Marktforschungsunternehmens EMC in ihrer jüngsten Studie. Abb. 91 Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer überschritt weltweit die Zahl von 1,3 Milliarden im Jahr 2003 Weltweit: Mobilfunkteilnehmer in Millionen 1993-2003 1.163 1.329 961 740 490 318 215 145 34 56 91 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003* * Schätzung ITU, Dezember 2003 EITO rechnet in seiner in Zusammenarbeit mit IDC erstellten Marktanalyse vom März 2004 damit, dass die Zahl der MobilfunkSubskriptionen bis zum Jahr 2006 auf mehr als 1,8 Milliarden steigen wird. In Westeuropa werden zu diesem Zeitpunkt knapp 400 Millionen Mobilfunkteilanschlüsse existieren, in den USA gut 230 Millionen und in Osteuropa knapp 125 Millionen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 115 Abb. 92 Bis zum Jahr 2006 wächst die Zahl der Mobilfunknutzer weltweit um mehr als ein Drittel Weltweit: Zahl der Mobilfunkanschlüsse nach Regionen in Millionen 2003 und 2006 Westeuropa 350,6 Westeuropa 398,5 Übrige Länder 655,8 2003 USA 157,5 Übrige Länder 950,3 2006 USA 233,9 Japan 80,4 Osteuropa 97,3 Osteuropa 125 Welt gesamt 2003: 1.341,7 Japan 103,6 Welt gesamt 2006: 1.811,3 EITO, März 2004 Eine im Vergleich zu den EITO-Schätzungen etwas zurückhaltendere Perspektive entwickelt der französische Mobilfunk-Marktforscher Idate, der in seiner Studie aus dem Jahr 2003 davon ausgeht, dass die Zahl der Mobilfunkteilnehmer weltweit von 1,34 Milliarden im Jahr 2003 auf 1,47 Milliarden im Jahr 2004, 1,58 Milliarden im Jahr 2005, 1,66 Milliarden im Jahr 2006 und schließlich auf 1,75 Milliarden Mobilfunknutzer im Jahr 2007 steigen wird. Die Mobilfunkpenetration ist erwartungsgemäß unterschiedlich hoch: Während in Westeuropa auf 100 Einwohner rund 79 Mobilfunkteilnehmer kommen, sind es in Nordamerika (USA, Kanada) 48 und in Asien lediglich 12 Nutzer pro 100 Einwohner. Der weltweite Durchschnitt liegt nach Angaben der ITU bei 19 Mobilfunkteilnehmern pro 100 Einwohner. Bemerkenswert sind aber nicht nur die derzeitigen Durchdringungsraten, sondern auch die Wachstumsraten: Insbesondere Westeuropa als die Weltregion, die in den Vorjahren schon die höchste Mobilfunk-Verbreitung aufwies, konnte die Penetration weiter kräftig steigern. Abb. 93 Westeuropa bleibt Spitzenreiter bei der Mobilfunkpenetration Weltweit: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner nach Regionen 2001-2002 Westeuropa Europa Ozeanien Nordamerika Amerika Asien Afrika Welt gesamt 79 68 44 44 41 51 49 48 2002 30 27 12 2001 9 5 3 19 16 ITU, Dezember 2003 / TNS Infratest (eigene Berechnungen) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 116 USA Im Jahr 2005 wird die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in den USA 177 Millionen übersteigen. Zu dieser Einschätzung kommt eMarketer in einer Analyse vom August 2003. Die Yankee Group prognostiziert in einer Studie vom Februar 2003 für das Jahr 2005 einen Anstieg auf 174,2 Millionen Teilnehmer, und The Research Room geht in seiner Analyse vom Juli 2003 von 179,9 Millionen Mobilfunknutzern in den USA aus. Einen "schlummernden" Bedarf an Mobiltelefonen gibt es der Investmentbank Merrill Lynch zufolge in den USA. Schenkt man der Analyse der Bank vom Oktober 2003 Glauben, so warten immer mehr Kunden auf die Einführung einer auf das Mobiltelefon übertragbaren Festnetz-Rufnummer. Dies würde es ihnen erlauben, ihr Festnetztelefon gegen ein Mobilgerät einzutauschen, ohne ihre Festnetz-Nummer aufgeben zu müssen. Wie schon im vorausgegangenen Kapitel bei der Festnetz-Telefonie gesehen, bestehen auch im Bereich der Mobilkommunikation teilweise massive Unterschiede in der Ausstattung der Bevölkerung mit entsprechenden Zugangsmöglichkeiten. So gehörte Taiwan Statistiken der ITU vom Dezember 2003 zufolge mit den 106 Asien Abb. 94 Mobilfunkanschlüssen pro 100 Einwohner zu den weltweit am besten ausgestatteten Ländern. Länder wie China oder Indien lagen mit Penetrationsraten von 16,1 resp. 1,2 deutlich darunter. Taiwan verfügt nicht nur in Asien, sondern weltweit über die höchste Mobilfunk-Penetrationsrate Asien: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate* in Prozent 2002 106,2 (74,2%) 95,5 (30,5%) 94,3 (23,5%) 79,6 (31,3%) 68,0 (36,3%) 63,7 (16,2%) 37,7 (35,8%) 16,1 (73,3%) 9,3 (51,6%) 5,5 (66,4%) 2,3 (64,0%) 1,2 (70,5%) 0,8 (110,5%) Taiwan Israel Hong Kong Singapur Südkorea Japan Malaysia China Palästina Indonesien Vietnam Indien Bangladesch * seit 1997 ITU, Dezember 2003 Die Yankee Group rechnet in ihrer jüngsten Analyse vom September 2003 mit 505,5 Millionen Mobilfunkteilnehmern in asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2003. Für 2004 wird ein Anstieg auf 573,9 Millionen prognostiziert, und bis zum Jahr 2007 soll die Zahl der Mobilfunkteilnehmer auf 773,4 Millionen steigen. Gegenwärtig sind in China schätzungsweise rund 250 Millionen Mobiltelefone im Einsatz. Das chinesische Ministerium für Informationsindustrie gab im August 2003 bekannt, dass Ende Juli 2003 fast 240 Millionen Handys genutzt wurden, und der Betreiber Nortel China geht für Ende des Jahres 2003 von etwa 250 Millionen Chinesen aus, die ein Mobiltelefon besitzen. Für das Jahr 2007 schwanken die Schätzungen zwischen 402 Millionen (In-Stat/MDR, November 2003) und einer halben Milliarde (Nortel China, November 2003). China Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 117 5.3.2 Mobilfunkdichte in Europa mit Positionierung Deutschlands Ebenso wie in allen anderen Weltregionen stieg auch in Europa die Mobilfunkdichte weiter an. Nachdem im Jahr 2001 auf 100 Einwohner (West- und Osteuropa) knapp 45 Mobilfunkteilnehmer kamen, verbesserte sich dieses Verhältnis im Jahr 2002 nach Angaben der ITU auf über 51. Deutschland ist mit über 60 Millionen Mobilfunkteilnehmern (ITU, Stand: Dezember 2002) das europäische Land mit den meisten Nutzern. Was die Penetration betrifft, hat Deutschland im westeuropäischen Vergleich zwar nach wie vor eine unterdurchschnittliche Mobilfunkdichte aufzuweisen, hatte aber mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 48,6 Prozent (1997 bis 2002) die zweithöchste Wachstumsrate nach Spanien. Auf Basis der aktuellen EITO-Zahlen vom März 2004 analysierte der deutsche Branchenverband BITKOM die Mobilfunkdichte in Europa. Dieser Untersuchung zufolge lag die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in Europa im Jahr 2003 zwischen 95 Anschlüssen je 100 Einwohner in Schweden und im Durchschnitt 24 Anschlüssen je 100 Einwohner in Osteuropa. Deutschland liegt mit einem Wert von 77 den Berechnungen zufolge leicht über dem westeuropäischen Durchschnitt von 76. Abb. 95 Deutschlands Mobilfunkdichte liegt über dem westeuropäischen Durchschnitt Europa: Mobilfunksubskriptionen je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Schweden Italien Spanien Finnland Großbritannien Dänemark Norwegen Schweiz Deutschland Westeuropa* Frankreich Osteuropa 95 (82) 94 (91) 91 (77) 89 (87) 85 (80) 84 (72) 82 (78) 82 (78) 77 (71) 76 (70) 66 (64) * einschließlich Türkei Vorjahreswerte in Klammern 24 (k.A.) BITKOM, Februar 2004 Westeuropa Die Analysten von Jupiter Research gehen in einer Studie vom September 2003 davon aus, dass sich die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in Westeuropa von 291 Millionen im Jahr 2003 über 302 Millionen im Jahr 2004 auf 310 Millionen Nutzer im Jahr 2005 erhöhen wird. Die Marktforscher von Ovum sind bei der zukünftigen Entwicklung noch etwas optimistischer und rechnen in einer Analyse vom November 2002 für das Jahr 2005 bereits mit 331 Millionen Mobilfunkteilnehmern in Westeuropa. Rund 70 Prozent der Westeuropäer nutzten einer Analyse von Forrester Research zufolge im Jahr 2003 ein Mobiltelefon. Eine Marktsättigung, d.h. einen Verbreitungsgrad der Mobiltelefone, bei der kaum noch neue Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 118 Kunden hinzugewonnen werden können, sieht Forrester bei einer Penetrationsrate von etwa 80 Prozent erreicht. Dieser Wert soll den Prognosen zufolge im Jahr 2008 mit 79 Prozent annähernd erreicht sein. Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf andere Telekommunikationsangebote haben kann, zeigt eine Analyse des italienischen Statistikinstituts Istat, derzufolge die Zahl der Italiener, die nur noch mit dem Handy telefonieren und keinen Festnetzanschluss mehr haben, von 1997 bis 2002 von 1,6 auf 13,1 Prozent gestiegen ist. Im Vergleich zu Westeuropa sind die Mobilfunkanschlüsse in den osteuropäischen Ländern deutlich ungleichmäßiger verteilt. Neben Ländern wie der Tschechischen Republik oder Slowenien, die eine Mobilfunkdichte von rund 84 Mobilfunkteilnehmern pro 100 Einwohner haben und damit auch einen Großteil der westeuropäischen Staaten übertreffen, finden sich nach Angaben der ITU vom Dezember 2003 aber auch Länder wie die Ukraine oder Moldawien, die Penetrationsraten von weniger als zehn aufweisen. Osteuropa Abb. 96 Die Mobilfunkdichte in Osteuropa bewegt sich teilweise auf höchstem internationalen Niveau Osteuropa: Mobilfunkteilnehmer pro 100 Einwohner und durchschnittliche jährliche Zuwachsrate* in ausgewählten Ländern in Prozent 2002 Tschechische Republik Slowenien Ungarn Estland Litauen Lettland Polen Türkei Bulgarien Rumänien Russland Ukraine Moldawien 84,9 (74,9%) 83,5 (77,9%) 67,6 (57,6%) 65,0 (43,6%) 47,5 (58,3%) 39,4 (64,1%) 36,3 (76,7%) 34,8 (70,8%) 33,3 (106,0%) 23,6 (91,0%) 12,0 (105,1%) 8,4 (136,1%) 7,7 (173,8%) ITU, Dezember 2003 * seit 1997 Deutschland Nach Angaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) vom Februar 2004 stieg die Zahl der Teilnehmer in den deutschen Mobilfunknetzen im Jahr 2003 um 9,6 Prozent auf 64,8 Millionen an und erreichte eine Penetrationsrate von über 78 Prozent. Die zuletzt deutlich geringeren Wachstumsraten führt die RegTP u.a. darauf zurück, dass die offensive Vermarktung der Netzbetreiber und die starke Subventionierung einzelner Mobilfunkprodukte wie z.B. der Prepaid-Angebote deutlich nachließ und der Schwerpunkt der Vermarktungsstrategie vieler Anbieter auf die Gewinnung umsatzstarker Vertragskunden gelegt wurde. So lag der Prepaid-Anteil an der Gesamtzahl der Mobilfunknutzer 2001 noch bei 55,9 Prozent, während diese Quote bis zum Ende 2003 auf 50,3 Prozent sinken dürfte. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 119 Abb. 97 In Deutschland gingen die Wachstumsraten im Mobilfunk in den letzten Jahren zurück Deutschland: Teilnehmerzahl im Mobilfunkbereich in Millionen und Penetrationsrate in Prozent 1998-2003 Mobilfunkteilnehmer in Millionen Penetrationsrate in Prozent 71,6 78,3 70 60 50 40 30 20 10 0 68,1 58,6 64,8 28,5 56,1 59,1 48,2 17,0 13,9 23,5 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1998 1999 2000 2001 2002 2003 RegTP, Dezember 2003 Bis zum Jahr 2005 rechnet eMarketer in einer Analyse vom September 2003 für Deutschland mit einer Mobilfunk-Penetrationsrate von 80 Prozent. Damit läge Deutschland weiterhin vor den USA (61,2 Prozent im Jahr 2005) und Japan (68,9 Prozent). Für Italien prognostiziert eMarketer einen Wert von 94,4 Prozent, für Großbritannien 88 Prozent und für Frankreich 74,8 Prozent. 5.3.3 Mobilfunkmarkt Ebenso wie die Zahl der Mobilfunkanschlüsse geht auch die Zahl der verkauften Mobiltelefone weiter nach oben. Die Marktforscher von Strategy Analytics rechnen nach einer vorläufigen Schätzung vom Dezember 2003 damit, dass im Jahr 2003 weltweit 504 Millionen Mobiltelefone verkauft wurden ­ deutlich mehr als die in einer früheren Prognose erwarteten 492 Millionen Geräte. Andere Marktforscher kommen zu vergleichbaren Absatzschätzungen. So geht IDC in einer Pressemitteilung vom Februar 2004 davon aus, dass im Jahr 2003 533,4 Millionen Mobiltelefone weltweit verkauft wurden, 23,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Wie stark die Nachfrage nach Mobiltelefonen im Jahr 2003 anstieg, dokumentieren auch die wiederholten Korrekturen der Prognosen von Siemens: Ging der Elektronikkonzern für das Jahr 2003 zunächst von einem weltweiten Handy-Markt in der Größenordnung von 420 bis 435 Millionen verkaufter Geräte aus, so wurde diese Prognose zunächst auf 450 Millionen korrigiert, um im November 2003 schließlich ein weiteres Mal nach oben korrigiert zu werden. Mittlerweile geht Siemens im Jahr 2003 von rund 470 Millionen verkauften Geräten weltweit aus. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 120 Als Grund für diesen sowohl die Hersteller als auch die Marktforscher überraschenden Absatz-Boom werden einerseits die zahlreichen Altkunden in Märkten wie Westeuropa und den USA genannt, die ihr AltHandy durch ein neues Gerät mit Farbdisplay und Kamera ersetzt haben. Andererseits nahmen den Marktforschungsinstituten wie IDC oder Gartner zufolge auch die Erstkäufe in Schwellenländern wie China, Indien und Russland deutlich zu. Das auf Mobilkommunikation spezialisierte Marktforschungsunternehmen EMC rechnete für Dezember 2003 mit 1,33 Milliarden Mobilfunknutzern weltweit. Mit 971 Millionen Nutzern ist die GSM-Technologie weltweit die am weitesten verbreitete digitale Mobilfunk-Technologie, gefolgt von der u.a. in den USA gebräuchlichen CDMA-Technologie mit 181 Millionen Nutzern. Analoge Mobilfunk-Technologien werden den Angaben von EMC zufolge zunehmend seltener eingesetzt und verlieren weiter an Bedeutung. Basierten im Dezember 2000 noch 68 Millionen Mobilfunk-Anschlüsse auf analogen Technologien, so ging dieser Wert bis Mai 2003 auf 24,5 Millionen zurück. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der GSMAnschlüsse von 455 auf 864 Millionen. Technologien Abb. 98 Analoge Mobilfunk-Technologien spielen kaum eine Rolle Weltweit: Zahl der Mobilfunkteilnehmer nach genutzten Technologien in Millionen 2000-2003 GSM PDC TDMA Analog CDMA Dez. 00 455,1 50,8 65,2 68,0 82,2 Juni 01 542,3 54,2 80,6 54,6 96,7 Dez. 01 627,7 56,8 93,3 43,6 112,3 Jan. 02 641,9 57,1 94,3 42,0 114,8 März 02 666,2 58,2 97,8 39,0 119,7 Mai 02 691,7 58,6 100,2 35,5 123,7 Juli 02 716,0 59,1 102,3 34,4 128,1 Nov. 02 745,0 59,6 106,6 30,3 141,4 Dez. 02 791,4 60,1 107,5 29,3 145,4 Jan. 03 805,8 60,3 108,4 28,1 148,3 März 03 833,1 61,3 109,8 26,4 155,1 Mai 03 863,6 61,7 111,4 24,5 156,7 Dez. 03 970,8 63,1 113,0 k.A. 181,0 ITU, Dezember 2003 USA Der jüngsten Mitteilung der GSM Association zufolge überstieg die Zahl der GSM-Nutzer im Februar 2004 die Grenze von einer Milliarde. 80 Prozent aller Mobilfunkkunden weltweit nutzen nach Angaben des Verbandes zur Zeit den GSM-Standard. Im Jahr 2008 werden in den USA rund 108 Millionen Mobilfunkgeräte im Gesamtwert von 10,6 Milliarden USD verkauft werden. Zu dieser Einschätzung kommt eine Analyse der Marktforscher von Strategy Analytics vom März 2003. Der Markt wird den Prognosen zufolge von 2003 bis 2008 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von sechs Prozent wachsen. Der Mobilfunkstandard CDMA, der bereits jetzt im US-amerikanischen Markt dominiert, wird bis zum Jahr 2008 einen Anteil an den verkauften Mobiltelefonen von 55 Prozent (58 Millionen Geräte) haben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 121 Im ersten Halbjahr 2003 wurden der aktuellen Statistik der amerikanischen Cellular Telecommunications & Internet Association (CTIA) vom Oktober 2003 zufolge 41,4 Milliarden USD Umsatz im USamerikanischen Mobilfunkmarkt generiert (kumulierter Umsatz der Mobilfunkanbieter). Im ersten Halbjahr 2001 lag dieser Wert noch bei 30,9 Milliarden USD. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Verhältnis von Umsatz- und Volumenwachstum: Während der Umsatz nach Angaben der CTIA seit 2001 wegen des Preisverfalls nur um 34 Prozent wuchs, stieg die Zahl der mobil telefonierten Minuten im selben Zeitraum um knapp 93 Prozent (1. Halbjahr 2001: 197 Milliarden, 1. Halbjahr 2003: 380 Milliarden Minuten). Daraus lässt sich schließen, dass die Verbindungspreise in den zurückliegenden Jahren deutlich sanken. Dies bestätigt auch eine Studie der Investment Bank Merrill Lynch vom April 2003, die den USA im internationalen Vergleich günstige Mobilkommunikationskosten bescheinigt. Der Analyse zufolge lag der Umsatz pro Minute in den USA im Jahr 2002 bei 0,12 USD, während er in den meisten anderen untersuchten Ländern zum Teil deutlich über diesem Wert lag, in Italien bspw. bei 0,20 USD, in Deutschland bei 0,29 USD und in Japan bei 0,30 USD. Die Yankee Group rechnet in ihrer jüngsten Marktanalyse vom Dezember 2003 mit einem Gesamtumsatz von 93,1 Milliarden USD im Jahr 2003. Dieser Umsatz setzt sich den Angaben der Marktforschungsorganisation zufolge zusammen aus einem Umsatz für Sprachdienste in Höhe von 91,7 Milliarden USD und einem Umsatz für Datendienste in Höhe von 1,4 Milliarden USD. In den kommenden Jahren soll insbesondere der Umsatz aus Datendiensten ein kräftiges Wachstum erleben und sich bis zum Jahr 2007 auf rund 11,8 Milliarden mehr als verzehnfachen. Abb. 99 Den Datendiensten wird ein starkes Wachstum vorausgesagt, der Umsatz bei den Sprachdiensten wird nur in geringem Umfang wachsen USA: Umsatz mit mobilen Sprach- und Datendiensten in Milliarden US-Dollar 2000-2007 Datendienste Sprachdienste 96,2 97,5 97,9 91,7 95,3 84,9 76,5 71,1 5,2 2005 8,6 11,8 0,04 2000 0,3 2001 0,8 2002 1,4 2003 2,7 2004 2006 2007 Yankee Group, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 122 Europa Deutschland Nachdem im ersten Halbjahr 2003 etwa 55,5 Millionen Mobiltelefone in Westeuropa verkauft wurden, rechnen die Marktforscher von Strategy Analytics in einer Stellungnahme vom Oktober 2003 mit einem Absatz von 109 Millionen Handys für das Gesamtjahr 2003. Dies wird durch Zahlen von IDC vom Dezember 2003 unterstützt, die für das dritte Quartal 2003 von 25,4 Millionen verkauften Mobiltelefonen in Westeuropa ausgehen. Den aktuellen vorläufigen Angaben der RegTP vom Dezember 2003 zufolge stieg der Umsatz im deutschen Mobiltelefondienst (ohne Berücksichtigung des Carrier-to-Carrier-Geschäfts und ohne Leistungen für verbundene Unternehmen) nach 19,9 Milliarden EUR im Jahr 2002 auf 21,3 Milliarden EUR im Jahr 2003. Insgesamt wurden nach Angaben des Branchenverbandes BITKOM im Jahr 2003 25,4 Millionen neue Mobiltelefone verkauft, was einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr von rund 25 Prozent entspricht. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Verbandes vom Februar 2004 hervor. Seit dem Jahr 2000 waren die Verkaufszahlen rückläufig gewesen. Damals hatten noch 30 Millionen Mobiltelefone einen Käufer gefunden. Die Talsohle wurde im Jahr 2002 mit 20,3 Millionen verkauften Geräten erreicht. Für den für die meisten Marktbeteiligten überraschenden Umsatzschub im vergangenen Jahr wird nun vor allem die zunehmende Begeisterung der Verbraucher für neue Modelle mit Farbdisplays und Kameras verantwortlich gemacht. Einer Statistik der Investmentbank Merrill Lynch vom April 2003 zufolge telefonierten die deutschen Mobilfunkteilnehmer im Jahr 2002 durchschnittlich 72 Minuten pro Monat. Aus der Analyse geht hervor, dass dies ein unterdurchschnittlicher Wert ist und in den anderen untersuchten G7-Ländern zum Teil beträchtlich mehr telefoniert wird, in Italien beispielsweise 121 Minuten pro Monat, in Großbritannien 132, Japan 170 und in den USA 458 Minuten pro Monat. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 123 5.3.4 Trends im Mobilfunkbereich Im Mobilfunkmarkt gibt es wie in kaum einem anderen Bereich des IKTSektors eine nur schwer zu überblickende Fülle an Innovationen, neuen Technologien und Angeboten. Manche dieser Innovationen sind über Erwarten erfolgreich, wie vor einigen Jahren die Einführung der SMS, andere wie die neue Mobilfunktechnologie UMTS laufen deutlich schleppender als zunächst erwartet an oder werden vom Markt nur sehr verhalten oder überhaupt nicht angenommen. Messaging Services Messaging Services, also die Übertragung von Kurznachrichten über das Mobiltelefon, gehören zu den erfolgreichsten Diensten im Mobilfunkbereich, sowohl von der Akzeptanz der Nutzer als auch Ertrag der Anbieter her gesehen. Die populärsten Dienste in diesem Bereich sind die SMS (Short Message Service), MMS (Multimedia Message Service) sowie Instant Messaging und die Übertragung von E-Mails über das Mobiltelefon. Einer Studie der Marktforschungsorganisation Analysys vom Mai 2003 zufolge wird die Zahl der versendeten Kurznachrichten (SMS, MMS und Instant Messaging) weltweit von 670 Milliarden im Jahr 2002 auf 2,6 Billionen im Jahr 2007 steigen. In Westeuropa wird die Zahl der Kurznachrichten von 131 Milliarden im Jahr 2002 auf 607 Milliarden im Jahr 2007 wachsen. Entsprechend werden die Umsätze den Prognosen der Marktforscher von Analysys zufolge steigen. Wurden im Jahr 2002 weltweit rund 31 Milliarden USD mit Kurznachrichten umgesetzt, davon 13 Milliarden in Westeuropa, so wird der weltweite Messaging-Umsatz bis zum Jahr 2007 auf 69 Milliarden USD steigen (Westeuropa: 25 Milliarden USD). Getrieben wird das Wachstum nach Aussagen von Analysys sowohl von weiterhin steigenden SMS-Umsätzen als auch von der zunehmenden Verbreitung und Nutzung erweiterter Messaging Services wie MMS und Instant Messaging. Den Marktforschern von Analysys zufolge basiert das Wachstumspotenzial der SMS vor allem auf der steigenden Akzeptanz und Nutzung der Technologie durch die ältere Generation sowie auf der Entwicklung neuer Anwendungen und Dienste wie beispielsweise Mobile Marketing (siehe Kapitel 6.10) oder einer Integration mit Fernseh- oder Radioinhalten. In Deutschland stieg die Zahl der versendeten Kurznachrichten einer Meldung der RegTP vom Oktober 2003 zufolge im Jahr 2002 auf 23,6 Milliarden an. Im Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 16 Milliarden, 1999 erst bei 3,6 Milliarden. Als bemerkenswert stuft die RegTP in diesem Zusammenhang die Tatsache ein, dass den Mobilfunkanbietern das Versenden von Kurznachrichten (SMS und MMS) im Jahr 2002 einen Anteil am Gesamtumsatz von mehr als 13,8 Prozent einbrachte. Im Jahr zuvor waren es noch 12,4 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 124 Die Zahl der versendeten SMS stieg in Deutschland nach Angaben des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) vom März 2004 im vergangenen Jahr um 10,4 Prozent auf 25,5 Milliarden. Hinzu kamen 95 Millionen MMS. Diese Zahl entspricht nach Angaben des Verbandes der Anzahl der SMS, die im Jahr 1996 verschickt wurden. Maßgebliche Voraussetzung für eine vergleichbare Erfolgsgeschichte der MMS ist problemlose netzherstellerübergreifende Bereitstellung MMS-Funktionalitäten vernünftigen Preisen, so die Einschätzung des VATM. MMS, d.h. mit Multimedia-Inhalten wie Bildern die der und zu MMS angereicherte Kurzmitteilungen, zählen zu den Erfolg versprechendsten Innovationen im Mobilfunkbereich. Unterstützt wird die Entwicklung maßgeblich durch die zunehmende Beliebtheit und die steigenden Absatzzahlen von Mobiltelefonen mit integrierter Kamera. Noch sind die Kosten für die Nutzung dieses Dienstes allerdings recht hoch. Nach Angaben von In-Stat/MDR vom Juni 2003 kostete das Versenden einer MMS in Europa im Jahr 2003 durchschnittlich 0,40 EUR. Bis zum Jahr 2007 geht In-Stat/MDR mit einem Rückgang der Preise auf 0,17 EUR pro MMS aus. In einer Studie vom Januar 2003 rechnet die Yankee Group mit einem Wachstum der westeuropäischen MMS-Umsätze von 835,6 Millionen USD im Jahr 2003 auf 14,3 Milliarden USD im Jahr 2007. Das direkte Versenden der Multimedia-Mitteilung von einem Endkunden zum anderen (P2P Messaging) ist dabei für den größten Teil der Umsätze verantwortlich. Abb. 100 Den MMS-Anwendungen werden bedeutende Wachstumschancen prognostiziert Westeuropa: MMS-Umsätze nach Anwendungen in Millionen 2003-2007 P2P-Messaging Unterhaltungsdienste Informationsdienste 14.284 468 3.847 9.936 2.756 327 5.979 1.677 4.132 169 9.968 836 638 2003 13 184 2.792 741 1.984 2004 6.853 67 2005 2006 2007 Yankee Group, Januar 2003 Einer Studie von Jupiter Research vom Dezember 2002 zufolge nutzten im Jahr 2003 lediglich zwei Prozent der westeuropäischen Bevölkerung MMS-Dienste, obwohl bereits sieben Prozent ein MMS-fähiges Mobiltelefon besaßen. Im Jahr 2007 werden der Prognose folgend 31 Prozent aller Westeuropäer ein MMS-fähiges Handy besitzen und 21 Prozent der Bevölkerung dies auch für MMS-Anwendungen nutzen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 125 KameraHandys Im Jahr 2002 wurden nach Angaben der Marktforscher von Strategy Analytics weltweit rund 18 Millionen Mobiltelefone mit integrierter Kamera verkauft, davon allein in Japan 13 Millionen. Für das Jahr 2003 rechnet Strategy Analytics mit einer Verdopplung auf rund 36 Millionen verkaufter Geräte. Bis zum Jahr 2007 soll diese Zahl den Prognosen der Marktforschungsorganisation IDC vom Oktober 2003 zufolge auf 298 Millionen Einheiten steigen. In Westeuropa wurden nach vorläufigen Angaben der amerikanischen Marktforschungsorganisation Gartner im Jahr 2003 rund 14,8 Millionen Kamera-Handys verkauft. Für das Jahr 2007 prognostizieren die Analysten in ihrer Studie vom Mai 2003 einen Anstieg bis auf 70 Millionen verkaufter Geräte. Nachdem Mobiltelefone mit integrierter Kamera im Jahr 2003 in Westeuropa einen Marktanteil von etwa neun Prozent hatten, soll dieser Anteil Gartner zufolge im Jahr 2004 auf 21 Prozent steigen. Im Jahr 2005 wird mit einem weiteren Wachstum auf 45 Prozent gerechnet, und im Jahr 2006 schließlich sollen etwa 66 Prozent der westeuropäischen Mobiltelefon-Verkäufe auf das Konto der Kamera-Handys gehen. Die auch als Konvergenzgeräte bezeichneten Smartphones bezeichnen Kombinationen aus Mobiltelefon, PDA (Personal Digital Assistant), Pager und gegebenenfalls Spieleplattform. Einer Hochrechnung von IDC vom August 2003 zufolge stieg der Marktanteil der Smartphones am gesamten weltweiten Mobiltelefonmarkt im Jahr 2003 von 0,5 auf 1,7 Prozent. Im 2. Quartal 2003 wurden knapp zwei Millionen dieser Geräte weltweit abgesetzt. Der Einschätzung von IDC zufolge soll die Zahl der verkauften Smartphones im Jahr 2004 auf 30 Millionen zulegen. Die Unternehmensberatung A.T. Kearney fand in ihrer jüngsten weltweiten Befragung zum Thema Mobilfunk (Mobinet 6) vom Juni 2003 heraus, dass rund 43 Prozent aller Befragten ein Mobilfunkgerät besitzen, das für den Zugang zum Internet geeignet ist, allerdings nur 34 Prozent diese Möglichkeit auch tatsächlich nutzen. In Japan ist sowohl die Verbreitung als auch die Akzeptanz am höchsten: 82 Prozent der Befragten gaben an, ein Internet-fähiges Handy zu besitzen, von denen wiederum 70 Prozent dies auch bereits für den Zugang zum Internet genutzt haben. Die Europäer sind der Befragung zufolge von den Vorteilen einer mobilen Internet-Zugangsmöglichkeit weniger überzeugt: Nur 23 Prozent der Besitzer eines entsprechenden Mobiltelefons nutzen dies auch für den Internet-Zugang. Smartphones InternetZugang Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 126 Abb. 101 41 Prozent aller Europäer besitzen ein Internet-fähiges Mobiltelefon Weltweit: Besitzer und Nutzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen in Prozent, April 2003 Besitzer 82 Japan Nutzer* 70 41 Europa 23 40 Asien/Pazifik 37 32 Nordamerika 26 40 Welt gesamt 34 * Basis: Besitzer eines Internetfähigen Mobiltelefons A.T. Kearney, Juni 2003 UMTS Unter UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) versteht man den Mobilfunk-Standard der dritten Generation (3G). Einer der maßgeblichen Unterschiede von UMTS zu seinen Vorgängern ist die deutlich höhere Datenübertragungsrate. UMTS ermöglicht zumindest der technischen Spezifikation nach Übertragungsraten von bis zu 2 MBit/s. Das ist die 31-fache Geschwindigkeit von ISDN-Geräten im Festnetz. Schneller Internet-Zugang, mobile multimediale Video- und DatenAnwendungen, mobile Bildtelefonie, Börsengeschäfte oder OnlineReisebuchung jederzeit und überall - all das soll der Mobilfunkstandard der dritten Generation ermöglichen. "Mobilfunk-Nutzer denken bei UMTS, der Mobilfunktechnik dritter Generation, eher an sündhaft teure Funklizenzen und verschobene Starttermine." So titelte die Zeitschrift c´t in ihrer Ausgabe 3/2004. Doch in vielen Ländern ist der Start von Mobilfunknetzen der dritten Generation angekündigt, in einzelnen Ländern wie Österreich, Großbritannien und Italien auch bereits erfolgt. Die Marktbeobachter warnen jedoch mehrheitlich vor zu großer Euphorie. So erwarten die Marktforscher von Strategy Analytics, dass der Markt nicht vor 2005 richtig in Schwung kommt. Neben hohen Nutzungskosten werden auch eine zu geringe Verfügbarkeit von UMTS-fähigen Mobiltelefonen und technische Schwierigkeiten als Gründe für die zögerliche Verbreitung der neuen Technologie genannt. Hinzu kommt eine teilweise sehr lückenhafte Netzabdeckung sowie Probleme beim Handover, d.h. dem Wechsel von einer UMTS-Zelle zur nächsten sowie beim Wechsel von einer UMTS- zu einer GSM-/ GPRSZelle. Diese Handover-Probleme liegen teilweise in einem Phänomen begründet, das die Experten Zellatmung nennen. Danach verändern UMTS-Zellen abhängig von der Verkehrslast ihre Reichweite. All diesen Einschränkungen zum Trotz wird in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Wachstum der Verkaufszahlen gerechnet. Die französischen Telekommunikations-Marktforscher von Idate rechnen damit, dass im Jahr 2004 weltweit rund 15 Millionen Mobiltelefone der dritten Generation verkauft werden. Bis zum Jahr 2007 soll der Analyse vom September 2003 zufolge die Zahl auf 152 Millionen ansteigen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 127 Abb. 102 Der Verkauf von 3G-Mobiltelefonen wird in den kommenden Jahren kräftig anziehen Weltweit: Zahl der verkauften Mobiltelefone nach Technologie in Millionen 2002-2007 2G (GSM, DCS, DMA) 2,5G (GPRS) 428 22 450 53 4 478 117 15 518 46 207 3 G (UMTS) 572 101 626 152 261 287 406 393 346 265 210 187 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Idate, September 2003 Ebenso wie es den Einschätzungen von Idate zufolge noch weit über das Jahr 2007 hinaus dauern wird, bis die GSM- und GPRS-Handys durch ihre UMTS-Nachfolger ersetzt werden, so werden auch die Umsätze durch den Verkauf der Mobiltelefone noch über Jahre hinaus von den Geräten der zweiten Generation dominiert werden. Im Jahr 2007 wird sich der weltweite Gesamtmarkt den Prognosen von Idate zufolge auf 48,2 Milliarden EUR belaufen, wovon nur ein knappes Drittel auf Geräte der dritten Generation fällt. Abb. 103 15 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Handys wird im Jahr 2004 auf Geräte der dritten Generation fallen Weltweit: Umsatzentwicklung bei Mobiltelefonen nach Technologie in Milliarden US-Dollar 2002-2007 1G (Analog) 2G (GSM, DCS, DMA) 2,5G (GPRS) 3G (UMTS) 46,8 41,0 2,2 42,6 4,3 41,6 6,2 43,8 8,8 14,1 48,2 15,0 28,4 38,0 35,3 35,0 32,8 33,2 10,1 2002 0,4 0,2 2003 2004 2005 2006 2007 Zahlen wurden gerundet Idate, September 2003 Das Marktforschungsinstitut Analysys geht ebenfalls davon aus, dass in Westeuropa etwa im Jahr 2006 der Umschwung zugunsten der 3GTechnologie einsetzt. Für das Jahr 2008 erwarten die Marktforscher von Analysis, dass mehr als 60 Prozent aller in Westeuropa eingesetzten Mobiltelefone UMTS unterstützen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 128 Gegenwärtige Nutzung Im Jahr 2003 nutzten bereits 2,4 Millionen Menschen weltweit UMTS. Japan dominiert zur Zeit den UMTS-Markt mit großem Abstand mit annähernd 1,9 Millionen Nutzern des dort unter dem Namen FOMAService von NTT DoCoMo verbreiteten UMTS-Dienstes. Innerhalb Europas weist Italien mit einer Nutzerzahl von über 300.000 derzeit die höchste Verbreitung auf. Abb. 104 2,4 Millionen Menschen nutzen derzeit UMTS Weltweit: Zahl der UMTS*-Teilnehmer 2003 Großbritannien 155.000 Italien 305.000 Australien 50.000 Schweden 15.0000 Österreich 15.000 * Wideband CDMA-Technologie (W-CDMA); in Japan FOMA-Service von NTT-DoCoMo Japan 1.881.000 BITKOM, Februar 2004 Deutschland Der neuesten Pressemitteilung von NTT DoCoMo vom März 2004 zufolge konnte der Telekommunikationskonzern seine UMTS-Nutzerzahlen mittlerweile auf über drei Millionen steigern. Der Konzern erklärt seinen Erfolg auch mit der Einführung einer neuen, leistungsfähigen Generation von UMTS-fähigen Mobiltelefonen, die u.a. mit einer integrierten hochauflösenden Kamera, Video und HiFi-Audio sowie HTML-E-Mail verfügen. Der deutsche Mobilfunkbetreiber T-Mobile startete nach wiederholten Verzögerungen und Verschiebungen nach einem Bericht des Fachmagazins c`t (3/2004) Mitte Januar 2004 ohne große Anteilnahme der Öffentlichkeit den Betrieb seines UMTS-Netzes und schaltete die SIMKarten der Kunden für die Benutzung des 3G-Netzes frei. Dies sei nach Aussagen von T-Mobile aber kein kommerzieller UMTS-Start, sondern ein technischer Schritt hin zur schnellen mobilen Datenübertragung. Da aber bisher nur wenige UMTS-fähige Handy-Modelle verfügbar sind, die darüber hinaus noch mit Preisen um 600 EUR (ohne Vertrag) im Verhältnis zu GSM-Handys überdurchschnittlich teuer sind, wird zunächst nicht von einem großen Kundenansturm ausgegangen. Zur Verfügung steht das UMTS-Netz von T-Mobile den Angaben zufolge derzeit in rund 200 Stadtgebieten in Deutschland. Die weiteren deutschen Netzbetreiber halten sich mit konkreten Startterminen noch bedeckt, allerdings wurden auf der diesjährigen CEBIT wiederum eine Vielzahl von zukünftigen Produkten und Dienstleitungen im UMTS-Bereich angeboten oder angekündigt, darunter von allen Mobilfunkbetreibern UMTS-Datenkarten für die mobile Vernetzung von Notebooks. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 129 Folgt man diesen eher verhaltenen Fortschritten bei der Einführung der neuen Technologie, so erscheinen die prognostizierten Nutzerzahlen der Marktforschungsorganisation IDC recht optimistisch. In einer aktuellen Studie rechnet IDC im Jahr 2004 mit rund 2,7 Millionen UMTS-Nutzern in Deutschland. Bis zum Jahr 2007 soll sich diese Zahl auf 22,5 Millionen erhöhen. Dass das Image der neuen Technologie besser ist, als man den Medienberichten teilweise entnehmen könnte, zeigt eine Untersuchung der Europressedienst Research vom Oktober 2003. Dieser Studie zufolge glauben knapp 50 Prozent der Befragten in Deutschland, dass UMTS sich auf dem Markt durchsetzen wird. Nur eine Minderheit von 17,2 Prozent rechnet damit, dass UMTS scheitert. Und mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, sich zeitnah nach Inbetriebnahme der Netze ein UMTS-Handy anschaffen zu wollen. Abb. 105 Über 50 Prozent der Deutschen wollen sich ein UMTS-Handy anschaffen Deutschland: Einschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit von UMTS und Bereitschaft zum Kauf eines UMTS-Mobiltelefons in Prozent der Befragten* 2003 Glauben Sie, dass UMTS sich durchsetzt? Werden Sie sich ein UMTS-Handy anschaffen? weiß nicht 8,3% weiß nicht 32,6% ja 49,2% nein 17,2% erst mal abwarten 23,9% nein 15,7% ja 52,1% * Basis: 1.000 Geschäftsleute in Berlin Europressedienst, Oktober 2003 Um herauszufinden, welche Dienste und Anwendungen sich die potenziellen UMTS-Nutzer wünschen, führten die Marktforscher von Infratest dimap im September 2003 eine Untersuchung durch. Der Studie zufolge ist das Senden und Empfangen von Nachrichten und E-Mails mit Abstand die beliebteste Anwendung: 69 Prozent der Befragten gaben an, diesen Dienst nutzen zu wollen. Andere Anwendungen sind den Ergebnissen der Studie zufolge weniger populär. So gaben nur 24 Prozent der Befragten an, ihre Bankgeschäfte mit Hilfe ihres UMTSHandys erledigen zu wollen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 130 Abb. 106 E-Mails, Navigationssysteme und Standortinformationen stehen auf der UMTS-Wunschliste ganz oben Deutschland: Nutzung ausgewählter UMTS-Dienste und Anwendungen in Prozent der Befragten*, September 2003 Senden und Empfangen von Nachrichten und E-Mails Navigationssysteme und Standortinformationen Mobiler, schneller Internetzugang Senden und Empfangen von Photos Mobiles Online-Banking Mobiler, schneller Zugriff auf Unternehmensdaten von unterwegs Laden von Musik und Videos Laden von elektronischen Büchern Mobil Online-Spiele spielen 69 54 37 32 24 21 21 * 1.100 Personen ab 18 Jahren 14 5 Infratest dimap, September 2003 Eine Hilfestellung für die Abschätzung des gegenwärtigen Potenzials von UMTS in Deutschland mag auch das Ergebnis einer Befragung von Mummert Consulting und Inworks unter 286 Fach- und Führungskräften der deutschen Telekommunikationsindustrie geben. Auf einer Skala von 1 bis 6 (analog den Schulnoten) konnten die befragten TelekomSpezialisten ihre Einschätzung der Bedeutung und Entwicklung der wichtigsten Übertragungstechnologien für das Jahr 2004 abgeben. Das Ergebnis spiegelt die derzeitige öffentliche Meinung recht gut wider: DLS und WLAN wird, zumindest im laufenden Jahr, eine deutlich höhere Bedeutung zugemessen wie UMTS. Abb. 107 DSL und WLAN rangieren im Hinblick auf ihre gegenwärtige Bedeutung deutlich vor UMTS Deutschland: Bedeutung aktueller Übertragungstechnologien, Februar 2004 sehr hohe Bedeutung 0 DSL WLAN GSM GPRS Bluetooth VoIP DSL via Kabel UMTS WAP Sky-DSL Bündelfunk Powerline 1 2 1,82 3 4 keine Bedeutung 5 2,35 2,77 2,89 3,14 3,18 3,44 3,48 4,03 4,23 4,45 4,62 Die Bewertung basiert auf der Befragung von 286 Fach- und Führungskräften aus der Telekommunikationsbranche. Mummert Consulting, Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 131 WLAN Den endgültigen Durchbruch haben inzwischen die Datenfunktechniken Wireless LAN, das lokale drahtlose Internet, und Bluetooth (zur kabellosen Vernetzung elektronischer Geräte) geschafft. Der Markt für die Datenfunktechnik Wireless LAN (WLAN) beginnt sich zu entwickeln. Über die Funknetze kann man sich per Laptop ins Internet einloggen, was vielfache Nutzungsmöglichkeiten sowohl für den Privatkunden als auch den Geschäftsbereich eröffnet. Die Datenübertragungsrate ist mit 11 bis 54 Megabit pro Sekunde um ein Vielfaches höher als bei UMTS (maximal 2 Mbit/s). Dennoch sehen Experten die WLAN-Technik höchstens kurzfristig als Konkurrenz für UMTS, denn der mobile Zugriff auf das Internet per WLAN ist lokal begrenzt (Radius bis 100 Meter), so dass sich die beiden Techniken auf lange Sicht ergänzen werden. Derzeit wird das lokale drahtlose Internet vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Flughäfen, Hotels und Universitäten genutzt. Zur Zeit existieren nach Angaben von Gartner Dataquest weltweit rund 71.000 öffentliche WLAN-Hotspots. Der Studie vom Juni 2003 zufolge soll sich die Zahl dieser lokalen funkbasierten Zugangsmöglichkeiten zum Internet bis zum Jahr 2005 auf 152.000 erhöhen. Über 50 Prozent dieser Hotspots werden sich in Einzelhandelsgeschäften (vorwiegend in Restaurants, Coffee Shops, Tankstellen etc.) befinden, knapp 24.000 in Hotels. Abb. 108 Die Zahl der öffentlichen WLAN-Hotspots wird sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppeln Weltweit: Anzahl der öffentlichen WLAN-Hotspots nach Ort 2002-2005 Ort Flughäfen Hotels Einzelhandel Empfangsbereich in Unternehmen Bahnhöfe und Häfen Sonstige Gesamt 2002 152 2.274 11.109 624 88 506 14.752 2003 292 11.687 50.287 1.762 623 6.427 71.079 2004 378 22.021 82.149 3.708 2.143 22.087 132.486 2005 423 23.663 85.567 5.413 3.887 32.815 151.768 Gartner Dataquest, Juni 2003 9,3 Millionen Menschen nutzten Gartner zufolge die Hotspots im Jahr 2003 weltweit, davon 4,7 Millionen in Nordamerika, 2,7 Millionen in der asiatisch-pazifischen Region und 1,7 Millionen in Europa. Bis Ende des Jahres 2004 erwarten die Marktforscher einen Anstieg auf rund 30 Millionen WLAN-Hotspot-Nutzer weltweit. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 132 Allerdings gehen die Angaben sowohl zur aktuellen Zahl der Hotspots als auch die Prognosen für die Zukunft teilweise erheblich auseinander. So geht die englische Marktforschungsgesellschaft Datamonitor im Gegensatz zu den Zahlen von Gartner zum Ende des Jahres 2003 von lediglich 31.580 Hotspots weltweit aus, für 2006 werden 135.000 öffentliche Hotspots erwartet. Der Umsatz mit WLAN-Diensten soll zu diesem Zeitpunkt rund sieben Milliarden USD betragen, erwirtschaftet durch 23 Millionen Nutzer der drahtlosen Dienste. Die Markteinschätzung von In-Stat/MDR schließlich bewegt sich zwischen den Prognosen von Gartner und Datamonitor. Für das Jahr 2003 wird der Studie vom Dezember 2003 zufolge weltweit von rund 40.000 öffentlichen WLAN-Hotspots ausgegangen, bis zum Jahr 2007 wird mit einem Anstieg auf 180.000 gerechnet. Mit ein Grund für die unterschiedliche Einschätzung der derzeitigen und zukünftigen Marktgröße ist die Problematik der Abgrenzung von öffentlichen und privaten bzw. zugangsbeschränkten Hotspots, die Frage also, ob bspw. die mit WLAN-Hotspots ausgestatteten Empfangsbereiche von Unternehmen als 'öffentlich' eingestuft werden können. In dem Maße wie die Zahl der Zugänge steigt, wächst auch die Zahl der verkauften Geräte, die den Zugang zum WLAN-Netz überhaupt erst ermöglichen. Nach einer Analyse des Marktforschungsunternehmens iSuppli werden im Jahr 2007 über 70 Prozent aller weltweit verkauften tragbaren Computer WLAN-fähig sein. Im Jahr 2003 lag die Quote der Studie vom Mai 2003 zufolge erst bei 20,4 Prozent. In noch stärkerem Maße, allerdings ausgehend von einer geringeren Basis, wird der Anteil der WLAN-fähigen Mobiltelefone am Gesamtabsatz steigen. Nachdem im Jahr 2003 nur rund 3,4 Millionen der verkauften Mobiltelefone weltweit mit der neuen Technologie ausgestattet waren, soll diese Zahl bis zum Jahr 2007 auf knapp 55 Millionen steigen. Abb. 109 Immer mehr mobile Endgeräte werden in Zukunft mit der WLAN-Technologie ausgestattet sein Weltweit: Zahl der verkauften WLAN-fähigen Geräte in Millionen und Anteil am Gesamtmarkt in Prozent 2003-2007 54,6 (8,6%) Tragbare Computer Mobiltelefone (2,5G+3G) 42,7 (6,8%) (66,9%) 32,3 39,7 (73,6%) 22,9 (53,6%) 22,1 (3,8%) 13,8 (35,7%) 9,5 6,9 (20,4%) 3,4 (1,0%) (2,0%) 2003 2004 2005 2006 2007 iSuppli Corporation, Mai 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 133 USA Europa Einer Studie der Yankee Group vom Juli 2003 zufolge soll die Zahl der Hotspots in den USA von derzeit 12.080 (2003) über 21.140 im Jahr 2004, 36.240 im Jahr 2005 und 54.360 2006 auf 72.480 im Jahr 2007 steigen. Ein Indiz dafür, dass sich das Interesse der Bevölkerung an der neuen Technologie und den damit verbundenen Möglichkeiten allerdings bisher in überschaubaren Grenzen hält, zeigt exemplarisch eine Statistik der USamerikanischen Coffee-Shop-Kette Starbucks, einer der ersten, die in ihre Ladengeschäfte WLAN-Zugänge installierten. Demnach nutzen von 22 Millionen Kunden, die pro Woche die Coffee Shops besuchen, nur rund 25.000 den Hotspot-Service. Im Jahr 2003 nahmen 1,7 Millionen Kunden in Europa die Angebote von 15.300 öffentlichen WLAN-Hotspots an. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Gartner-Studie zur Entwicklung des europäischen Wireless-LANMarktes vom Juni 2003. Bis zum Jahr 2005 soll die Zahl der Zugangsorte auf über 39.000 anwachsen. Bevorzugte Orte für den drahtlosen Zugang zum Internet sind Restaurants, Coffee Shops und Tankstellen. Dass die WLAN-Hotspots derzeit noch ziemlich ungleichmäßig über Europa verteilt sind, zeigt eine Studie der auf den WLAN-Markt spezialisierten Marktforschungsorganisation BWCS. Aus ihrer Untersuchung vom Mai 2003 geht hervor, dass Großbritannien mit 2.951 Hotspots Ende 2003 mit großem Abstand die führende WLAN-Nation in Europa ist. Norwegen, Schweden und Deutschland folgen auf den weiteren Plätzen. Abb. 110 In Großbritannien finden sich europaweit die meisten WLAN-Hotspots Europa: Anzahl der WLAN-Hotspots in ausgewählten Ländern 2003 Großbritannien Norwegen Schweden Deutschland Finnland Österreich Frankreich Schweiz Italien Spanien Dänemark Niederlande Irland 2.951 721 621 525 498 455 315 304 268 200 184 164 37 BWCS, Mai 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 134 Deutschland WiMax Ob WLAN in Europa ein Erfolg wird, ist gegenwärtig noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Forrester Research sieht die Zukunftsaussichten eher verhalten und rechnet für das Jahr 2008 mit 7,7 Millionen Nutzern von öffentlichen WLAN-Zugängen. Grund für die geringe Akzeptanz sei u.a. die Tatsache, dass mit zehn Prozent nur ein kleiner Teil aller Europäer WLAN-fähige Computer besitzen. Im Jahr 2008 sollen es 18 Prozent sein, von denen aber bei weitem nicht alle Interesse an den WLAN-Angeboten haben werden. Als weiterer Grund für die geringe Verbreitung nennt Forrester die hohen Kosten für die Nutzung der Hotspots ­ ein Argument, das im Zusammenhang mit der erwarteten Entwicklung von UMTS ebenfalls des öfteren zu hören ist. In Deutschland nutzen einer Studie von Berlecon Research vom Juli 2003 zufolge derzeit nur rund 500.000 Personen WLAN-Angebote häufiger, weitere 800.000 bezeichnen sich als gelegentliche Hotspot-Nutzer. Bis zum Jahr 2005 soll die Zahl der regelmäßigen Nutzer auf 1,2 Millionen steigen und die Zahl der gelegentlichen Nutzer auf rund zwei Millionen. Ein bedeutendes Hemmnis ist nach Ansicht von Berlecon die derzeit teilweise noch umständliche und unkomfortable Nutzung der WLANZugänge. Aufwändige Login- und Zahlungsprozeduren und das Hantieren mit Rubbelkarten, Kreditkartendaten oder schwer zu merkenden Zugangskennungen verleiden vielen (potenziellen) Nutzern die WLANNutzung. Auch werden kundenfreundliche Tarif- und Abrechnungsmodelle gefordert, um WLAN in Deutschland zum Erfolg zu verhelfen. Die Zahl der Hotspots wird den Ankündigungen der Betreiber zufolge jedenfalls kräftig wachsen. Nach Angaben der Deutschen Telekom soll die Zahl der öffentlichen WLAN-Einwahlknoten auf Bahnhöfen, in Hotels und Restaurants und sonstigen öffentlichen Plätzen bis zum Ende 2004 auf 4.000 gesteigert werden. Ende 2005 sollen mehr als 10.000 Hotspots zur Verfügung stehen. Dass WLAN mehr ist als nur eine mobile Zugangsmöglichkeit zum Internet, zeigt das Beispiel von Lufthansa Systems. Dort wird derzeit ein Konzept für einen Airbus 380 erstellt, der auf Basis von WLAN drahtlos vernetzt werden soll. Auf diese Weise können bei der Verkabelung des Flugzeuges vier bis sechs Kilometer Kabel eingespart werden und, so kalkulieren die Projektverantwortlichen, wartungsbedingte Standzeiten des Flugzeuges verkürzt werden. Quasi als Nebenprodukt dieser Netzinfrastruktur könnte gleichzeitig den 300 bis 600 Passagieren in der Maschine ein WLAN-Hotspot angeboten werden. Bei WiMax handelt es sich um eine Fortentwicklung der WLANTechnologie. Während bei herkömmlichen WLAN-Lösungen Reichweiten zwischen 30 und 100 Meter die Regel sind, erlaubt WiMax die Übertragung über deutlich größere Entfernungen. Den Aussagen der Entwicklerfirma Intel zufolge beträgt die Reichweite der neuen Technologie bis zu 50 Kilometer. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist mit bis zu 70 Mbit/s 23 mal höher wie die der schnellsten ADSL-Anschlüsse beziehungsweise mehr als 1.300 mal so schnell wie GPRS. Der WiMax-Funkstandard (802.16a) könnte nach Expertenansicht daher Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 135 Bluetooth i-mode schon bald viele Netze überflüssig machen und neuen Anbietern von Festnetz- und Mobilfunk-Leistungen den Weg ebnen. Als Wireless Metropolitan Area Network (WMAN) könnte die WiMax-Technologie nach Meinung von Intel eine Alternative zur verkabelten letzten Meile darstellen. Die erste Generation von WiMax wird in der zweiten Hälfte 2004 auf dem Markt erwartet. Mit dem Übertragungsstandard Bluetooth lassen sich lokale Daten über eine kabellose Vernetzung elektronischer Geräte austauschen und synchronisieren. Eingesetzt werden kann diese Technologie bspw., um ein Notebook über ein Bluetooth-fähiges Mobiltelefon mit dem Internet zu verbinden. Die zu übertragenden Daten werden drahtlos auf mehreren synchronen und einem asynchronen Datenkanal versendet. Die Übertragungsrate liegt im Schnitt bei 400 bis 700 Kbit/ Sekunde, maximal möglich sind derzeit 1000 Kbit/s. Die Bluetooth-Version 2.0, die im Laufe dieses Jahres erscheinen soll, wird Datenraten bis zu 12 Mbit/s ermöglichen. Die maximale Reichweite, die mit dem Kurzstrecken-Datenfunk Bluetooth möglich ist, beträgt je nach Sendeleistung zwischen zehn und 100 Metern. Im Unterschied zur Infrarot-Technik ist dabei kein Sichtkontakt der Geräte notwendig. Im Jahr 2008 werden in Europa rund 286 Millionen Endgeräte mit der Bluetooth-Technik ausgestattet sein, davon 239 Millionen Mobiltelefone, so Forrester Research in einer Studie vom Juni 2003. Damit wird es den Prognosen von Forrester zufolge eine deutlich höhere Verbreitung erreichen als die konkurrierende WLAN-Technologie. In Nordamerika geht der Trend den Marktforschern zufolge in dieselbe Richtung. Für das erste Halbjahr 2004 prognostiziert Abi Research, dass nahezu ein Drittel aller Handys in Nordamerika über eine BluetoothAusstattung verfügen werden. Und auch in anderen Bereichen wird Bluetooth in Zukunft Verwendung finden: So rechnet Abi Research in einer Analyse vom September 2003 damit, dass im Jahr 2008 rund ein Fünftel aller weltweit neu produzierten Pkw mit Bluetooth ausgestattet sein werden. i-mode ist ein multimedialer Online-Dienst für Handys, sozusagen eine wesentlich verbesserte und erweiterte WAP-Technik. Anders als bei WAP sind die Kunden bei i-mode jedoch ständig online und müssen sich nicht jedes Mal neu einwählen. Die verschiedenen i-mode-Dienste werden zunächst auf die GPRS-Technik aufgesetzt, die eine schnellere Datenübertragung als bei herkömmlichen GSM-Handys ermöglicht. Später sollen i-mode-Dienste in den noch schnelleren UMTS-Netzen angeboten werden. Während in Japan, dem Mutterland von i-mode, derzeit annähernd 40 Millionen Einwohner diesen Service nutzen, ist i-mode in Europa noch nicht sonderlich verbreitet. In Deutschland startete i-mode am 16. März 2002 exklusiv für E-PlusKunden. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland ("KPN: Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 136 Kundenoffensive bei E-Plus kostet Geld", 22.8.2003) nutzten Mitte des Jahres 2003 191.000 Kunden das Angebot des einzigen deutschen imode-Anbieters E-Plus. Im Quartal davor lag die Zahl der Nutzer dem Bericht zufolge noch bei 140.000. Nach neuesten Aussagen von NTT DoCoMo, dem japanischen i-mode-Partner von E-Plus, liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland derzeit bei rund 500.000 (Stand: Februar 2004). In Frankreich betreibt Bouygues Telecom i-mode-Services, die im Februar 2004 den Angaben von NTT DoCoMo zufolge rund 600.000 Franzosen nutzten, während KPN in den Niederlanden 248.000 Nutzer hatte (Juni 2003). Zu diesem Zeitpunkt starteten auch in Italien und Spanien i-modeDienste, betrieben von Wind und Telefonica Moviles. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 137 5.4 Die Verbreitung des Internets 5.4.1 Internet Hosts weltweit mit Positionierung Deutschlands 233,1 Millionen Internet-Hosts weltweit Einer der aussagekräftigsten Indikatoren, die den Umfang des Internets messen, ist die Anzahl der Host-Computer, die mit dem Internet verbunden sind. Die Anzahl der Internet-Hosts, d.h. der Domain-Name mit IP-Adresse schließt die "generic Top Level Domains" (gTLDs), d.h. die jeweiligen zu den einzelnen Ländern gehörigen Anteile der "generic" Domainnamen (wie .com, .net und .org usw.) über ein von der OECD entwickeltes Umlageverfahren ein. Für die Studie "ISC Internet Domain Survey" wird einmal jährlich die aktuelle Anzahl der Internet-Hosts von Network Wizards weltweit ermittelt. Die aktuellsten Zahlen stammen von Januar 2004: 233,1 Millionen Internet-Hosts gibt es der Studie nach insgesamt. Dies entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 35,8 Prozent. Die Wachstumsraten über die Jahre hinweg schwanken, so dass es, laut Network Wizards, sehr schwierig ist eine Prognose für die kommenden Jahre zu treffen. Abb. 111 Die Anzahl der weltweiten Hosts nimmt kontinuierlich zu Weltweit: Anzahl der Internet-Hosts* in Tausend und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Januar 1996-Januar 2004 Zahl der Hosts in Tsd. Wachstum in Prozent 233.102 250.000 120,3 200.000 171.638 147.345 150.000 67,5 109.574 100.000 52,0 45,7 43.230 50.000 21.819 36,0 29.670 72.398 35,8 51,4 34,5 16,5 12.881 0 140 120 100 80 60 40 20 0 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 * Internet-Host = Domain-Name mit IP-Adresse Network Wizards, Januar 2004 Regionale Verteilung Die regionale Verteilung der Hosts entspricht der der wirtschaftlich entwickelten und weniger entwickelten Regionen. Der nordamerikanische Kontinent dominiert das Weltgeschehen (64,6 Prozent) bei den InternetHosts. Alle anderen Regionen folgen mit einem deutlichen Abstand. Europa liegt mit einem Anteil von 14,1 Prozent der weltweiten InternetHosts nach wie vor auf Platz zwei, die asiatisch-pazifische Region folgt mit 9,5 Prozent. Verschwindend gering nehmen sich Süd- und Mittelamerika, sowie der Mittlere Osten und Afrika aus. Nicht einmal 3 Prozent erreichen diese Regionen alle zusammen genommen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 138 Abb. 112 Das Hostaufkommen in Nordamerika dominiert weltweit Weltweit: Internet-Hosts* nach Regionen** in Prozent, Dezember 2003 Mittlerer Osten/Afrika 0,4% Mittelamerika Süd-/ 2,5% Asien/Pazifik 9,5% Rest der Welt 8,9% * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse ** Länder mit >100.000 Hosts Europa 14,1% Nordamerika 64,6% Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Setzt man die Zahl der Internet-Hosts in Bezug zur Einwohnerzahl eines Landes, liegen die USA bei der Penetrationsbetrachtung weit vorn: 522,8 Hosts kommen auf 1.000 Einwohner. Im weiteren internationalen Ranking von Network Wizards nach Penetration folgen in der Mehrzahl europäische Länder, insbesondere die skandinavischen, wobei Dänemark Spitzenreiter ist. Deutschland liegt fast gleichauf mit Spanien, hinter Großbritannien und Frankreich mit einer Penetrationsrate von 41,6 Prozent. Es besteht Nachholbedarf. Abb. 113 Die höchste Hostdichte haben nach wie vor die USA Weltweit: Internet-Hosts* pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Dezember 2003 USA Dänemark Niederlande Australien Kanada Japan Italien Großbritannien Frankreich Deutschland Spanien Argentinien Südafrika 522,8 (40,2%) 274,3 (27,2%) 215,5 (8,6%) 167,8 (11,1%) 106,1 (2,6%) 102,1 (40,0%) 97,1 (41,5%) 62,2 (26,5%) 47,4 (28,4%) 41,6 (17,0%) 41,4 (-) 20,6 (46,1%) 6,7 (16,8%) Gesamt-Durchschnitt weltweit**: 14,8 * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse ** Länder mit >100.000 Hosts Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Internet-Hosts Nordamerika Die Zahl der Internet-Hosts pro 1.000 Einwohner ist in den USA (522,8) knapp siebenmal höher als die von Network Wizards angegebene durchschnittliche Hostdichte pro 1.000 Einwohner der EU-Länder (74,8). Auch Kanada liegt mit 106,1 Hosts pro 1.000 Einwohner weit darüber. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 139 Internet- Hosts Asien/Pazifik Nach absoluten Zahlen betrachtet hat Japan mit rund 13,0 Millionen Internet-Hosts innerhalb der asiatisch-pazifischen Region den absoluten Spitzenplatz inne. Bezüglich der Pro-Kopf-Verteilung ist jedoch Australien mit 167,8 Hosts pro 1.000 Einwohner führend. 2,8 Millionen Internet-Hosts zählt das Land "down under" insgesamt (Network Wizards, Stand: Dezember 2003). Abb. 114 Australien ist bei der Hostdichte im asiatisch-pazifischen Raum führend Asien/Pazifik: Internet-Hosts* pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Januar 2003 Australien Singapur Taiwan Neuseeland Japan Hong Kong Südkorea Malaysia Thailand 167,8 (11,1%) 148,6 (42,6%) 131,8 (28,0%) 126,9 (9,6%) 102,1 (40,0%) 88,3 (48,7%) 10,5 (k.A.) 4,6 (24,2%) 1,7 (3,6%) * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse China 0,1 (2,5%) Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Internet-Host Europa Innerhalb Europas gibt es hinsichtlich der Internet-Host-Zahl eine deutliche Unterscheidung zwischen EU- und Nicht-EU-Ländern. An den insgesamt 32,6 Millionen Internet-Hosts innerhalb dieser Region haben die EU-Länder einen überwältigenden Anteil von 85,3 Prozent. Nach den Angaben von Network Wizards ist Italien mit 5,5 Millionen Internet-Hosts führend, gefolgt von Großbritannien (3,7 Millionen Hosts) und Deutschland (3,4 Millionen Hosts). Abb. 115 Die EU-Länder haben innerhalb Europas den größten Anteil an Internet-Hosts Europa: Anteil der Internet-Hosts1) nach Regionen2) in Prozent, Dezember 2003 Restl. Europa Restl. EU 5,2% Finnland 4,0% Belgien 4,5% Dänemark 4,5% Schweden 4,7% 14,7% Italien 16,9% Großbritannien 11,3% Anteil EU-Länder gesamt: 85,3% Rundungsbedingte Abweichungen in der graphischen Darstellung möglich Deutschland 10,5% Niederlande 10,3% 1) 2) Spanien 5,2% Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse Länder mit jeweils >30.000 Internet-Hosts inklusive Türkei, Kroatien und Rußland Frankreich 8,6% Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 140 Ein sehr deutliches Gefälle ist auch zwischen West- und Osteuropa bei der Host-Penetration festzustellen. Pro 1.000 Einwohner liegt Island mit 381,4 Hosts sehr weit über dem europäischen Durchschnitt von 48 Hosts Die skandinavischen Länder und die Niederlande schließen sich mit jeweils deutlich mehr als 200 Hosts pro 1.000 Einwohner an. Deutschland liegt noch unter dem westeuropäischen Durchschnitt. Entwickelte Länder mit geringen Bevölkerungszahlen liegen naturgemäß bei derartigen Rankings vorn. Abb. 116 Die höchste Host-Dichte innerhalb Europas haben Island und die skandinavischen Länder aufzuweisen Westeuropa: Anzahl der Internet-Hosts* pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 Island Dänemark Finnland Norwegen Niederlande Schweden Italien EU (Durchschnitt) Großbritannien Europa (Durchschnitt) Frankreich Deutschland Spanien 381,4 274,3 242,5 224,1 215,5 173,4 97,1 74,8 62,2 48,0 47,4 41,6 41,4 * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Abb. 117 In Osteuropa liegen alle Länder im Host-Ranking von Network Wizards mit Ausnahme von Estland unter dem gesamteuropäischen Durchschnitt. Estland hebt sich aus dem osteuropäischen Ranking mit 82,8 Hosts pro 1.000 Einwohner positiv hervor. Diese Zahl liegt sogar über dem EUDurchschnitt (74,8 Hosts pro 1.000 Einwohner). Nur 35,8 Hosts pro 1.000 Einwohner hat Ungarn vorzuweisen und ist mit dieser vergleichsweise geringen Zahl bereits Zweitplatzierter unter den osteuropäischen Ländern. Mit Ausnahme von Estland liegen alle osteuropäischen Länder bezüglich der Hostdichte unterhalb des europäischen Durchschnitts Osteuropa: Internet-Hosts* pro 1.000 Einwohner in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 Estland Europa (Durchschnitt) Ungarn Tschechien Polen Slowenien Slowakei Litauen Lettland Bulgarien Rumänien Russland Ukraine 82,8 48,0 35,8 35,2 33,6 22,4 20,7 17,9 17,2 * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse 6,4 6,3 5,5 2,6 Network Wizards/Réseaux IP Européens (RIPE), Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 141 Top-Level Domains Abb. 118 Unter die "generic Top-Level Domains (gTLDs)" .net, .com und .edu, welche die meisten Hosts weltweit verzeichnen, drängt sich die japanische Domain .jp mit bereits 13,0 Millionen Internet-Hosts. Nach wie vor verzeichnen networks (.net) und commercial (.com) Domains die meisten Hosts Weltweit: Internet-Hosts* nach Top-Level Domain in Millionen, Januar 2004 .net .com .jp .edu .it .uk .de .nl .ca .br Sonstige 100,8 48,7 13,0 7,6 5,5 3,7 3,4 3,4 3,2 3,2 * Internet-Hosts = Domain-Name mit IP-Adresse Host-Dubletten (Host-Name mit Verweis auf mehrere IP-Adressen) wurden nicht berücksichtigt. 40,7 Network Wizards, Januar 2004 5.4.2 Secure Socket Layer Server weltweit mit Positionierung Deutschlands Einer der zuverlässigsten Indikatoren über die in einem Land verfügbare moderne Infrastruktur für den E-Commerce ist die Zählung derjenigen Server, die mit dem Secure Socket Layer (SSL) arbeiten. SSL dient der verschlüsselten Übertragung von Informationen über das TCP/IPProtokoll. Die häufigste Anwendung von SSL ist https (verschlüsselte Variante von http), die sich aufgrund der hohen Übertragungssicherheit sensibler Daten besonders gut für den E-Commerce eignet. Secure Socket Layer Server weltweit Die OECD zitiert in ihrem Communications Outlook 2003 die SSL-ServerStudie von Netcraft. Die folgenden Zahlen sind diesem Bericht entnommen. Demnach gab es im Jahr 2002 weltweit 169.321 SSL-Server. Die USA hat daran mit 106.884 SSL-Servern den weitaus größten Anteil von 63,1 Prozent. Es schließen sich an: Großbritannien (10.288, 6,1 Prozent), Deutschland (7.987, 4,7 Prozent), Kanada (7.768, 4,6 Prozent) und Japan (7.179, 4,2 Prozent). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 142 Abb. 119 Die USA haben den größten Anteil an SSL-Servern, jedoch verzeichnete Japan den größten Zuwachs innerhalb von zwei Jahren Weltweit: Anzahl der Secure Socket Layer Server in ausgewählten Ländern 2002 und Wachstum im Vergleich zum Jahr 2000 in Prozent USA Großbritannien Deutschland Kanada Japan Australien Frankreich Spanien Schweden Italien Polen Island 106.884 (63,0%) 10.288 (133,6%) 7.987 (112,4%) 7.768 (99,4%) 7.179 (147,6%) 4.693 (65,9%) 2.511 (93,6%) 1.315 (73,3%) 1.246 (53,6%) 1.167 (46,8%) 373 (98,4%) 136 (103,0%) Netcraft/OECD, 2003 Anzahl weltweit: 169.321 Eine andere Verteilung ergibt sich, wenn man die Anzahl der Secure Socket Layer Server in Bezug zur Anzahl der Einwohner setzt. Aufgrund ihrer geringen Einwohnerzahl weisen gerade kleine Länder aus den entwickelten Teilen der Welt einen hohen Verbreitungsgrad von SSLServern auf. So steht Island weltweit an der Spitze mit 47,7 SSL-Servern pro 100.000 Einwohner. Die USA folgt (37,5), Kanada (25,0) und Australien (24,1) sind ebenfalls unter den Top-Ländern zu finden, während alle anderen Länder im Vergleich bedeutend weniger SSL-Server pro 100.000 Einwohner aufweisen. Auch innerhalb Europas ist Island unerreichter Spitzenreiter. Erst mit großem Abstand folgen die anderen europäischen Länder, angeführt von Großbritannien auf dem zweiten Platz mit 17,1 SSL-Servern pro 100.000 Einwohner. Deutschland erreicht innerhalb Europas den dritten Rang. Abb. 120 Auf die Bevölkerung hochgerechnet hat Island mit deutlichem Abstand die meisten SSL-Server Weltweit: Secure Socket Layer Server in ausgewählten Ländern pro 100.000 Einwohner 2002 Island USA Kanada Australien Großbritannien Schweden Deutschland Japan Frankreich Spanien Italien Polen 47,7 37,5 25,0 24,1 17,1 14,0 EU-Durchschnitt: 8,8 9,7 5,6 4,2 3,3 2,0 1,0 Netcraft/OECD, 2003 5.4.3 Das Internet-Angebot nach Sprachen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 143 Je mehr das Internet weltweit Verbreitung findet, desto weniger dominant wird die englische Sprache im World Wide Web zukünftig sein. Laut der aktuellsten Statistik von Global Reach von September 2003 sind ein gutes Drittel (35,6 Prozent) der globalen Internet-Nutzer englischsprachig. Diese Zahl ist allerdings im Vergleich zum Jahr 2002 leicht rückläufig. Im September 2002 sprachen noch 36,5 Prozent der Onliner Englisch. Global Reach definiert gesprochene Sprache als Muttersprache der InternetNutzer. Die nicht-englischsprachigen Internet-Nutzer sprechen zu 34,9 Prozent eine europäische und zu 29,4 Prozent eine asiatische Sprache. Die chinesische Sprache ist im World Wide Web zunehmend präsent: 12,2 Prozent der Internet-Nutzer sprachen diese bereits im Jahr 2003. Im Vergleich zum Jahr 2002 entspricht dies einer Zunahme um 1,3 Prozentpunkte. Hier verbirgt sich ein enormes Wachstumspotenzial, denn laut China Internet Network Informationen Centre (CNNIC) nutzten im Jahr 2003 erst 6 Prozent der chinesischen Bevölkerung das Internet. Von 2002 auf 2003 verzeichnete das CNNIC 20,4 Millionen neue Onliner in China. Nimmt man diese Zahl als Maßstab, könnte bei gleich bleibender Tendenz schon in wenigen Jahren die Mehrheit der Internet-Community chinesischsprachig sein (Stand: Januar 2004). Deutsch ist die fünfthäufigste Sprache im Internet (7,0 Prozent) und verzeichnet neben Chinesisch, Spanisch und Italienisch als einzige Sprache Zuwächse von 2002 auf 2003. Abb. 121 Englisch ist nach wie vor die häufigste Sprache im Web, jedoch verzeichnet Chinesisch die höchsten Zuwächse Weltweit: Anteil der Internet-Nutzer an der gesamten Online-Population nach gesprochener Sprache und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten 2003 Russisch 2,5% Portugiesisch 2,6% Italienisch 3,3% Französisch 3,7% Koreanisch 4,0% Deutsch 7,0% Niederländisch 1,8% Andere 9,8% Englisch 35,6% Spanisch 8,0% Chinesisch Spanisch Deutsch Französisch Andere -0,2 -0,2 -0,3 -0,4 -0,5 -0,5 1,3 0,8 0,3 0,2 0,5 Japanisch Niederländisch Russisch Portugiesisch Koreanisch Italienisch Englisch Japanisch 9,5% Chinesisch 12,2% -0,9 Global Reach, September 2002 und 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 144 5.5 5.5.1 Internet-Zugang Verbreitung Internet-Zugangswege 5.5.1.1 Internet-Zugang in Europa mit Positionierung Deutschlands Von 2002 auf 2003 ist der Anteil der Haushalte innerhalb Westeuropas der über einen Internet-Zugang verfügt, von 40 Prozent auf 44 Prozent gestiegen. Nach Angaben von EITO soll sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter fortsetzen. Im Jahr 2005 werden laut Prognose genau die Hälfte aller westeuropäischen Haushalte online gehen können. Danach verlangsamt sich das Wachstum deutlich (Stand: 2004). Abb. 122 Britische Haushalte werden auch in Zukunft überdurchschnittlich gut mit Internet-Zugängen ausgestattet sein Westeuropa: Anteil der Haushalte mit Internet-Zugang* in ausgewählten Ländern in Prozent aller Haushalte 2002, 2003, 2007 62 Großbritannien 52 53 48 Deutschland Westeuropa (Durchschnitt) Frankreich 50 43 44 2007** 51 2003 40 47 34 2002 28 44 Italien 39 35 33 * Zugang von zu Hause aus ** Prognose Spanien 23 17 EITO, 2004 In Westeuropa sind Großbritannien und Deutschland Vorreiter bezüglich der Zugangsmöglichkeiten zum Internet innerhalb der Haushalte. 50 Prozent aller deutschen Haushalte hatten im Jahr 2003 bereits die Möglichkeit von zu Hause aus ins Internet zu gehen. In Großbritannien waren es sogar 52 Prozent. In Spanien sind die Haushalte am schlechtesten mit Internet-Zugängen ausgestattet: Hier kann erst in knapp jedem vierten Haushalt im Internet gesurft werden. Im Vergleich zum Jahr 2002 bedeutete dies allerdings eine Steigerung um 6 Prozentpunkte. Immerhin ein Drittel aller spanischen Haushalte soll im Jahr 2007 online sein. Zu dem Zeitpunkt werden in Großbritannien bereits 62 Prozent der britischen Haushalte einen Zugang zu Internet zur Verfügung haben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 145 Abb. 123 Bis zum Jahr 2005 soll die Hälfte aller Haushalte Zugang zum Internet haben Westeuropa: Anteil der Haushalte mit Internet-Zugang* in Prozent 2002-2007** 50 51 51 48 44 40 2002 2003 2004 2005 2006 2007 * Zugang von zu Hause aus ** Prognose ab 2004 EITO, 2004 Diese Prognosen bestätigte auch IDC im Januar 2004. Demnach soll die Anzahl der westeuropäischen Haushalte mit Internet-Zugang zwischen 2003 und 2007 von 44 Prozent auf 52 Prozent steigen. Für Frankreich wird eine Steigerung bis zum Jahr 2007 auf 46 Prozent erwartet, für Deutschland 53 Prozent und für Großbritannien sogar 64 Prozent. Eine Vielzahl von Zugangs-Möglichkeiten zum Internet steht der westeuropäischen Bevölkerung zur Verfügung. Weit über die Hälfte der Westeuropäer (58 Prozent) und nahezu zwei Drittel der Deutschen (65 Prozent) verfügen laut EITO über einen PC. Alle anderen Zugangsgeräte folgen erst mit einigem Abstand. 25 Prozent der Westeuropäer, aber nur 17 Prozent der Deutschen verfügen über eine Videospielkonsole, bei der TV Set-Top box ist der Unterschied noch größer: 19 Prozent der westeuropäischen Bevölkerung ist in deren Besitz, jedoch nur 9 Prozent der Deutschen. PDAs sind gleichermaßen erst wenig verbreitet (EITO 2004). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 146 Abb. 124 Als häufigstes Zugangsgerät zum Internet steht der westeuropäischen Bevölkerung der PC zur Verfügung Westeuropa/Deutschland: Ausstattung der Bevölkerung* mit Internet-Zugangsgeräten in Prozent, November 2003 58 PC 65 25 Videospielkonsole 17 19 Westeuropa TV Set-top box 9 Deutschland 13 Laptop 16 PDA 4 5 * ab 16 Jahre EITO, 2004 Abb. 125 Die meisten Internet-Nutzer setzen die Standard-Telefonleitung ein, um online zu gehen, die Deutschen allerdings weitaus weniger als der westeuropäische Durchschnitt: 46 Prozent im Gegensatz zu 60 Prozent. Stattdessen wählen sie häufiger ISDN (34 Prozent). DSL ist mit vier Prozentpunkten Wachstum die dritthäufigste Zugangsalternative. Der schnellere Zugang zum Internet mit ISDN wird in Deutschland wesentlich stärker genutzt als im westeuropäischen Vergleich Westeuropa/Deutschland: Nutzung von Internet-Verbindungstypen in Prozent der Internet-Nutzer*, November 2003 StandardTelefonleitung 60 46 13 ISDN 34 Westeuropa 15 DSL/ADSL 19 Deutschland 7 Kabelmodem 4 Andere 1 1 * ab 16 Jahre EITO, 2004 Laut der ARD/ZDF-Offliner-Studie 2003 blieben die Hauptgründe für die Nichtanschaffung eines Internet-Zuganges im Vergleich zum Vorjahr weitgehend stabil. 96 Prozent der Offliner sind der Meinung, ihren Informationsbedarf durch die klassischen Medien TV, Radio und Zeitung decken zu können. Außerdem, so die Argumentation, werde das Internet weder privat noch beruflich benötigt (85 Prozent) bzw. fehle die Lust daran, sich überhaupt mit dem Internet zu beschäftigen (74 Prozent). Aus der Erhebung geht des Weiteren hervor, dass es den Offlinern nicht Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 147 Abb. 126 unbedingt am finanziellen Budget mangelt, um die Kosten für die Internet-Nutzung zu decken, sondern dass sie ihr Geld lieber für andere Anschaffungen ausgeben (84 Prozent). Ein weiterer Hauptgrund ist außerdem, dass viele Offliner befürchten, durch die Nutzung des Internets soziale Kontakte zu vernachlässigen (64 Prozent). Trotz aller Vorbehalte lehnen nur 30 Prozent der befragten Offliner das Internet aus Überzeugung grundsätzlich ab. Offliner sehen im Internet keinen persönlichen Nutzen Deutschland: Gründe gegen einen Internet-Zugang in Prozent der Offliner* 2003 TV, Radio und Zeitung reichen als Informationsquelle Brauche das Internet weder beruflich noch privat Gebe mein Geld eher für andere Anschaffungen aus Weder Zeit noch Lust mich mit Internet zu beschäftigen Anbieter und Tarife verwirrend und unübersichtlich Soziale Kontakte werden durch Internet-Nutzung vernachlässigt Internet-Nutzung bei Freunden oder Kollegen reicht mir Anschaffungskosten für einen PC zu hoch Internet-Nutzung kann frustrierend sein Traue mir die Benutzung des Internets nicht zu Lehne das Internet grundsätzlich ab Habe niemanden, der mir Einstieg ins Internet erleichtert * Befragte, die früher das Internet genutzt haben oder eine Vorstellung davon haben und sich innerhalb der kommenden 12 Monate keinen Internet-Zugang anschaffen wollen. ARD/ZDF-Offline-Studie, 2003 85 84 96 74 65 64 59 51 44 35 30 23 5.5.1.2 Internet-Zugang in Europa nach Ort mit Positionierung Deutschlands Die ARD/ZDF-Online-Studie zeigt: Seit 1997 hat sich der Anteil der Internet-Nutzer, die sowohl am Arbeitsplatz als auch von zu Hause aus ins Internet gehen, stetig erhöht. Die Studie weist darauf hin, dass besonders die erfahrenen Nutzer, die schon länger als fünf Jahre online sind und die regelmäßigen Nutzer, die vier bis sieben Tage in der Woche mit dem Computer arbeiten, in dieser Nutzergruppe zu finden sind. Die wenigsten sind mittlerweile auf den Arbeitsplatz, die Universität oder Schule als alleinigen Zugangsort zum Internet angewiesen, nur 13 Prozent gaben dieses im Jahr 2003 an. Wichtigster Grund für diese Entwicklung ist die technische Zugangsvoraussetzung des PCs. Ein Computer steht immer mehr Menschen sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz zur Verfügung. Zu erwarten ist daher, dass immer mehr Internet-Nutzer beide Möglichkeiten nutzen werden. Männer gehen laut ARD/ZDF-Online-Studie etwas häufiger als der Durchschnitt vom Arbeitsplatz aus ins Internet, Frauen nutzen das Internet überdurchschnittlich oft von zu Hause aus. Dieser Umstand erklärt sich dadurch, dass mehr Männer als Frauen berufstätig sind. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 148 Abb. 127 Immer mehr Onliner haben die Möglichkeit von verschiedenen Orten aus ins Internet zu gehen Deutschland: Ort der Internet-Nutzung in Prozent der Internet-Nutzer* 1997-2003 Nur am Arbeitsplatz/ Schule/ Beruf 13% 2003 Nur zu Hause 46% Jahr 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Nur am Arbeitsplatz/ Uni/Schule 59 36 29 22 22 16 13 Nur zu Hause 27 41 42 43 46 50 46 Sowohl als auch 14 2 29 33 32 34 41 Sowohl als auch 41% * ab 14 Jahre ARD/ZDF-Online-Studie, 2003 5.5.2 Telefongebühren und Internet-Zugangskosten weltweit und in Deutschland In ihrem Communications Outlook 2003 geht die OECD detailliert auf die Entwicklung der Internet-Zugangskosten innerhalb der einzelnen OECDMitgliedsstaaten ein. Die in diesem Kapitel genannten Zahlen beziehen sich auf diesen Bericht. Die Kosten für die Internet-Nutzung setzen sich aus der jeweiligen Grundgebühr, den Verbindungskosten und den Internet-Service-ProviderGebühren (kurz ISP-Gebühren) zusammen. Die Kosten für diese einzelnen Posten fallen in den Ländern sehr unterschiedlich aus: So werden z.B. keine zusätzlichen Verbindungsgebühren für die InternetNutzung in Deutschland, Frankreich, Kanada und Polen verlangt. In Italien und Spanien hingegen müssen Internet-Nutzer keine ISP-Gebühr bezahlen. Preisentwicklung innerhalb der OECD-Länder Insgesamt sind die Kosten für den Internet-Zugang innerhalb der letzten Jahre beständig gesunken. Noch nie waren sie für die Nutzung des Internets innerhalb der OECD-Länder mit durchschnittlich 44,01 USD so gering wie im Jahr 2002 (20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber). Im direkten Vergleich haben sich die Kosten zwischen 1998 und 2002 insgesamt um 24,3 Prozent verringert. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Reduktionsrate von -6,7 Prozent. Die durchschnittlichen Kosten innerhalb dieser Region für die abendliche Nutzung stiegen allerdings von 2001 auf 2002 geringfügig um1,8 Prozent. Trotzdem sind die Gesamtgebühren von 1998 auf 2002 insgesamt um 25 Prozent auf nunmehr 34,97 USD gesunken (20 Stunden InternetNutzung). Um 6,9 Prozent verringerten sich die Kosten somit pro Jahr seit 1998. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 149 Abb. 128 Die Kosten für die Internet-Nutzung sind insbesondere zwischen 1998 bis 2000 stark rückläufig und stagnieren seit 2001 auf niedrigem Niveau Weltweit/EU: Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung in US-Dollar 1998-2002 OECD-Länder tagsüber 64,03 OECD-Länder abends EU-Länder tagsüber EU-Länder abends 58,13 46,62 45,96 59,37 58,75 43,75 44,35 41,99 34,45 32,03 2000 41,28 1998 1999 46,51 44,12 34,35 32,10 2001 44,17 44,01 34,97 33,27 2002 * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität OECD, 2003 Preisentwicklung innerhalb der EU-Länder Begründet wird der Anstieg der Zugangskosten von der OECD vor allem dadurch, dass die monatliche Grundgebühr für den Telefonanschluß in einigen Ländern gestiegen ist, so dass trotz kontinuierlich sinkender Verbindungsgebühren der Preis für die TK-Gebühren insgesamt ansteigt. Außerdem bezahlen Internet-Nutzer in einigen Ländern höhere ISPGebühren und steigen von einer getakteten Verbindung zur Flatrate um, mit der sie unabhängig von Dauer und Tageszeitpunkt der Nutzung sowie der anfallenden Datenmenge zu einem festen Pauschalpreis im Internet surfen können. In den Ländern der Europäischen Union stiegen die Kosten ­ nach anfänglichem drastischen Rückgang bis zum Jahr 2000 ­ wieder leicht an, sowohl für die Internet-Nutzung tagsüber wie auch für die abendliche Nutzung. Betrugen die Gebühren im Jahr 2000 noch 41,99 USD tagsüber und 32,03 USD abends, mussten im Jahr 2002 bereits wieder 44,17 USD für die Internet-Nutzung tagsüber und 33,27 USD für die abendliche Nutzung im Monat bezahlt werden. Nichtsdestotrotz sind die Kosten für die Internet-Nutzung seit 1998 um jährlich durchschnittlich 8,9 Prozent tagsüber und um 7,8 Prozent abends gesunken. Da in Deutschland keine Verbindungsgebühren bezahlt werden müssen, entfallen bei Internet-Nutzungskosten 47,4 Prozent auf die Grundgebühr und 52,6 Prozent auf die ISP-Gebühr. Im EU-Durchschnitt machen hingegen mit 43 Prozent die Verbindungsgebühren den größten Anteil an den Zugangskosten aus. Dafür sind die Grundgebühren sowie die an den Internet-Service-Provider zu entrichtenden Gebühren niedriger als in Deutschland. Die Verteilung innerhalb der OECD-Länder ist verhältnismäßig ähnlich zu den EU-Ländern gelagert. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 150 Abb. 129 Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern werden in Deutschland keine Verbindungsgebühren für die Internet-Nutzung berechnet OECD/EU/Deutschland: Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber nach Anteil der Gebührenarten in Prozent, September 2002 Grundgebühr Verbindungsgebühren ISP-Gebühr 24,1% OECD 19,6% 36,2% 52,6% 47,4% 37,4% EU Deutschland 39,8% 43,0% Gesamt OECD: 44,01 USD Gesamt EU: 44,17 USD Gesamt Deutschland: 29,43 USD * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität OECD, 2003 Im September 2002 betrugen die Kosten für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber innerhalb der OECD-Länder durchschnittlich 44,01 USD. Deutschland und Frankreich zählen mit 29,43 bzw. 29,15 USD pro Monat zu den Ländern mit den günstigsten Nutzungskosten und liegen damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Die höchsten Kosten entstehen den spanischen Onlinern, die 51,20 USD für 20 Stunden Surfen bezahlen müssen. Auch hinsichtlich des EU-Durchschnitts liegt Deutschland weit unter dem Durchschnitt mit 44,17 USD. Preisstrukturen des InternetZugangs Die Preisstrukturen innerhalb der einzelnen Länder sind sehr unterschiedlich: In Frankreich, Deutschland, Kanada, Großbritannien und Polen werden keine Verbindungsgebühren für die Internet-Nutzung berechnet. In den USA und Australien machen diese mit 7,0 bzw. 8,7 Prozent der Gesamtkosten einen geringfügigen Anteil aus. In Japan verteilen sich die Kosten fast zu gleichen Teilen auf Grundgebühr, Verbindungskosten und ISP-Gebühr. In Italien und Spanien gibt es keine ISP-Gebühr, in Schweden ist diese mit einem Anteil von 5,5 Prozent an den Gesamtkosten minimal. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 151 Abb. 130 In Frankreich und Deutschland sind die Kosten für die Internet-Nutzung tagsüber am geringsten Weltweit: Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber in ausgewählten Ländern in US-Dollar, September 2002 Frankreich Deutschland Kanada USA Japan Australien Großbritannien Italien Schweden EU-Durchschnitt Polen Spanien 13,53 13,95 15,61 12,60 10,92 15,45 14,00 2,33 15,61 15,48 15,73 18,65 29,15 29,43 31,35 33,58 Grundgebühr Verbindungsgebühr 13,32 3,11 24,88 12,53 16,52 19,90 17,11 10,92 17,61 23,57 14,78 28,58 19,00 35,15 36,17 37,57 39,65 2,41 43,52 8,64 ISP-Gebühr 44,17 29,82 34,09 49,72 51,20 * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität OECD, 2003 In immer mehr Ländern fällt die unterschiedliche Bepreisung der InternetNutzung nach Tageszeit weg. Ob der Internet-Nutzer tagsüber oder abends ins Netz geht, spielt in vielen Ländern mittlerweile keine Rolle mehr. Aber noch gibt es deutliche Abweichungen: In Italien müssen Onliner tagsüber für 20 Stunden Internet-Nutzung im Vergleich zu der abendlichen Nutzung für dieselbe Dauer 5,63 USD mehr bezahlen. Sehr große Unterschiede gibt es darüber hinaus in Großbritannien, Spanien und Schweden. Während die abendliche Internet-Nutzung in Großbritannien mit 27,55 USD für 20 Stunden günstiger als in allen anderen Ländern des Vergleichs ist, fallen tagsüber 37,57 USD an. Der spanische InternetNutzer muss um 34 Prozent höhere Kosten in Kauf nehmen, wenn er tagsüber im Internet surft. Auch in Schweden, bei der abendlichen Internet-Nutzung auf dem sehr günstigen Niveau Deutschlands, müssen tagsüber für 20 Online-Stunden fast 32 Prozent mehr bezahlt werden. Abb. 131 Abends ist die Internet-Nutzung in Großbritannien und Schweden billiger als in Deutschland Weltweit: Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung abends** in ausgewählten Ländern in US-Dollar, September 2002 Großbritannien Frankreich Deutschland Schweden Kanada EU-Durchschnitt USA Spanien Italien Japan Australien Polen 14,00 13,53 13,95 12,53 15,61 16,06 12,60 17,11 17,99 10,92 15,45 19,90 27,55 29,15 29,43 2,41 29,68 31,35 6,10 2,33 13,55 15,61 15,48 14,74 15,73 11,11 18,65 16,68 Grundgebühr Verbindungsgebühr 16,05 10,92 17,61 13,32 3,11 33,27 33,58 33,79 34,03 35,15 36,17 29,82 ISP-Gebühr 49,72 * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität ** 20 Uhr werktags OECD, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 152 Immense Veränderungen der Kosten für die Internet-Nutzung ergaben sich von 2001 auf 2002 nicht. In Polen (-7,4 Prozent), Japan (-2,6 Prozent) und den USA (-1,5 Prozent) sind die Kosten gesunken. In Italien wird die Diskrepanz zwischen den Kosten tagsüber und abends nivelliert, indem die Kosten für Online-Zeiten tagsüber um 7,7 Prozent günstiger geworden und dafür abends um 6,7 Prozent gestiegen sind. Die höchste Teuerungsrate verzeichnen Australien (max. 19,1 Prozent) und Spanien (max. 8,8 Prozent). Abb. 132 Innerhalb der EU-Länder blieben die Kosten für die Internet-Nutzung im Gegensatz zu anderen Regionen der Welt relativ stabil Weltweit: Entwicklung der Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung in ausgewählten Ländern in US-Dollar und Veränderung zum Vorjahr in Prozent, September 2002 Frankreich Deutschland Kanada USA Japan Australien Großbritannien Italien Schweden EU-Durchschnitt Polen Spanien * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität ** 20 Uhr werktags 29,15 (1,9%) 29,15 (1,9%) 29,43 (2,9%) 29,43 (2,9%) 31,35 (3,5%) 31,35 (3,5%) 33,58 (-1,5%) 33,58 (-1,5%) 35,15 (-2,6%) 35,15 (-2,6%) 36,17 (17,7%) 36,17 (19,1%) 27,55 (7,5%) 37,57 (3,8%) 39,65 (7,7%) tagsüber abends** 34,03 (6,7%) 29,68 (0,4%) 33,27 (3,6%) 43,52 (0,3%) 44,17 (0,1%) 49,73 (-7,4%) 49,73 (-7,4%) 51,20 (8,3%) 33,79 (6,3%) OECD, 2003 Wie in der folgenden Abbildung dargestellt, verzeichnet Deutschland bis zum September 2001 einen starken Rückgang der Kosten für die InternetNutzung. Besonders von 2000 auf 2001 gingen die Kosten noch einmal um 16,2 Prozent zurück und heben sich dadurch im EU-Vergleich besonders positiv hervor. Im selben Zeitraum stiegen die Online-Kosten innerhalb der EU durchschnittlich um 5,1 Prozent. Erst von 2001 auf 2002 stiegen die Kosten auch in Deutschland erstmals wieder leicht an. Abb. 133 Seit 1999 liegen die Kosten für die Internet-Nutzung in Deutschland deutlich unter dem EU-Durchschnitt EU, Deutschland: Kosten* für 20 Stunden Internet-Nutzung tagsüber in US-Dollar und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2002 68,44 EU-Durchschnitt Deutschland 64,03 59,37 (-7,3%) 46,15 (-32,6%) 41,99 (-29,3%) 44,12 (5,1%) 44,17 (0,1%) 34,12 (-26,1%) 28,59 (-16,2%) 29,43 (2,9%) 1998 1999 * inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität 2000 OECD, 2003 2001 2002 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 153 DSL-Kosten Die Kosten für den digitalen Hochgeschwindigkeitszugang zum Internet über DSL (Digital Subscriber Line) sind innerhalb der ausgewählten OECD-Länder noch sehr unterschiedlich. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich die einzelnen Preismodelle bezüglich Übertragungsgeschwindigkeit und der im Preis inbegriffenen Bytes, welche ein Internet-Nutzer aus dem Internet herunterladen kann, unterscheiden. Die niedrigsten Kosten für den DSL-Zugang entstehen den Onlinern in Kanada (27,56 USD/Monat) und Japan (28,81 USD/Monat). Zudem ist die Download-Geschwindigkeit sehr gut: 960 kbit/s sind es in Kanada, 1500 kbit/s sogar in Japan, das mit den niedrigsten Kosten und der höchsten Geschwindigkeit den Spitzenplatz im internationalen Vergleich einnimmt. In Deutschland hat die gute Verbindungsgeschwindigkeit von 768 kbit/s ihren Preis: 47,07 USD pro Monat. Dies wird nur noch von Frankreich, Spanien und Polen übertroffen. In den beiden letztgenannten Ländern liegen die Zugangskosten für die Internet-Nutzung via DSL weit über denen der anderen Länder. Immerhin 61,61 USD bezahlt der InternetNutzer pro Monat in Spanien, der polnische User 138,89 USD. In Spanien wird zudem für diesen hohen Preis nur die niedrigste DownloadGeschwindigkeit von 256 kbit/s angeboten, in Polen sind es 512 kbit/s. Abb. 134 In Polen und Spanien sind die Kosten für DSL noch unverhältnismäßig hoch Weltweit: Monatliche Kosten1) für den Internet-Zugang mittels DSL in US-Dollar und Download-Geschwindigkeit in kbits/s2) in ausgewählten Ländern, September 2002 Kanada 3) Japan 4) Schweden Großbritannien USA Australien Italien Deutschland Frankreich Spanien Polen 27,56 (960 kbit/s) 28,81 (1.500 kbit/s) 37,60 (512 kbit/s) 39,80 (500 kbit/s) 39,95 (768 kbit/s) 42,31 (256 kbit/s) 45,61 (256 kbit/s) 47,07 (768 kbit/s) 47,28 (512 kbit/s) 61,61 (256 kbit/s) 1) inkl. Mwst. und unter Berücksichtigung der Kaufkraftparität 2) downstream 3) zzgl. Kosten pro mbyte: 0,01 USD ab 5.001 mbytes 4) zzgl. Kosten pro mbyte: 0,11 USD ab 301 mbytes 138,89 (512 kbit/s) OECD, 2003 Internet-by-call Internet-by-call erlaubt die Nutzung des Internets ohne monatliche Grundgebühr, ohne Anmeldung und ohne Mindestumsatz. Die Kosten für den Nutzer haben sich bei diesen Angeboten drastisch reduziert. So sind die Entgelte seit Februar 1999 um bis zu 79 Prozent gesunken. Eine weitere Kostensenkung lässt sich im Internet-by-call-Verfahren durch eine Anmeldung beim jeweiligen Anbieter erzielen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 154 Abb. 135 Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind die Internet-Kosten für den Nutzer beim Internet-by-call-Verfahren um bis zu 79 Prozent gesunken Deutschland: Internet-by-call-Minimaltarif in Cent pro Minute 1999-2004 4,60 Nach 18 Uhr Hauptzeit 2,56 2,56 1,48 1,99 1,22 1,27 1,00 Feb. 1999 Jan. 2000 Feb. 2001 Jan. 2002 RegTP, 2004 0,87 0,87 Jan. 2003 0,95 0,94 Jan. 2004 Die RegTP führt den enormen Teilnehmerzuwachs bei den InternetNutzern als auch die gestiegenen Online-Nutzungsdauern nicht zuletzt auf die gesunkenen Zugangstarife ins Internet zurück. Dies gelte sowohl für die Internet-by-call- als auch für die Flatrate-Angebote. Im Vergleich zu Anfang 2003 sind die Preise allerdings leicht gestiegen. So sind die Entgelte beim Internet-by-call-Tarif in der Hauptzeit gegenüber 2003 um 9,2 Prozent gestiegen, in der Zeit nach 18 Uhr um 8,0 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 155 5.6 PC-Dichte 5.6.1 PC-Dichte weltweit PCs weltweit PCs stellen nach wie vor die meist verbreitete Zugangsmöglichkeit zum Internet dar. BITKOM geht im aktuellen Report "Daten zur Informationsgesellschaft" vom Februar 2004 davon aus, dass im Jahr 2004 rund 736 Millionen PCs weltweit genutzt werden. Dies ist eine Steigerung gegenüber den Vorjahren, wo die Zahl der PCs weltweit bei 669 Millionen (2003) bzw. 601 Millionen (2002) lag. Die International Telecommunication Union gibt eine etwas geringere PCDichte an und geht von 615 Millionen PCs im Jahr 2002 aus. Für das Jahr 2003 prognostiziert die ITU einen Anstieg bis auf 650 Millionen PCs weltweit. Abb. 136 Die weltweite Verbreitung von PCs hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen International: Anzahl von PCs und Zahl der Internet-Nutzer in Millionen 1993-2003 650 435 325 375 275 175 200 235 500 399 555 502 615 580 665 277 183 117 74 40 PCs 21 10 Internet-Nutzer 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002* 2003** ITU, Dezember 2003 * Vorläufige Zahl ** Prognose Andere Quellen wie der amerikanische Computer Industry Almanac oder Marktforschungsorganisationen wie Forrester und IDC kommen dagegen zu teilweise deutlich abweichenden Angaben zur Zahl der PCs weltweit. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 156 Abb. 137 Die USA hat weiterhin weltweit die höchste PC-Dichte Weltweit: PC-Dichte nach Regionen in Millionen und in Prozent der Bevölkerung 1995-2007 229 (35,2%) Weltweit 530 (43,5%) 603 (45,1%) 1.150 (52,3%) USA 94 (36,9%) 162 (49,0%) 175 (50,4%) 251 (54,6%) 62 (39,2%) 139 (48,5%) 158 (49,9%) 285 (52,9%) Westeuropa Asien/Pazifik 44 (29,3%) 139 (35,8%) 166 (38,3%) 1995 2000 2001 2007 367 (53,9%) Computer Industry Almanach (CIA), 2002 Mit ein Grund für diese Abweichungen liegt in der unterschiedlichen Art der Datenerhebung (Bevölkerungsbefragungen, Daten der statistischen Ämter etc.). Insbesondere bei den Marktforschungsunternehmen liegen den Angaben oftmals auch Berechnungen zugrunde, die aus der Zahl der PC-Verkäufe eines Jahres die Zahl der PCs in Benutzung ermitteln sollen. Die Schwierigkeit hierbei liegt insbesondere darin, abzuschätzen, welcher Anteil der neu gekauften PCs bereits in Benutzung befindliche PCs ersetzt und welcher Anteil tatsächlich als echter Neukauf den Bestand erhöht. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 75 Prozent der PCKäufe "Ersetzungskäufe" sind und dementsprechend nur 25 Prozent echte ­ bestandserhöhende ­ Neukäufe (nach einer Schätzung des Computer Industry Almanac für den US-Markt). Welche Ersetzungsquote ein Marktforschungsinstitut seinen Berechnungen zugrunde legt, basiert auf seiner Markteinschätzung und Erfahrung und bleibt ihm selbst überlassen. Da kleine Differenzen bei den angenommenen Ersetzungsquoten allerdings große Auswirkungen auf das Ergebnis der Berechnungen haben, kann es, wie im untenstehenden Beispiel für die USA deutlich erkennbar, zu teilweise gravierenden Differenzen zwischen den Angaben der einzelnen Institute kommen. Eine Diskussion darüber, welches Marktforschungsinstitut die besseren oder "richtigeren" Grundannahmen für seine Kalkulationen verwendet und die ausgefeilteren mathematischen Modelle zur Abbildung des Marktes benutzt (und damit die korrekteren Ergebnisse liefert), ist insofern müßig, als keine objektive Vergleichsquelle, etwa in Form einer amtlichen Statistik, zur Verfügung steht, an der die Angaben der Marktforscher gemessen werden könnten. Schätzungen des amerikanischen Marktforschungsunternehmens iSuppli vom Dezember 2003 gehen davon aus, dass die Zahl der verkauften PCs sich im Jahr 2003 um 11,4 Prozent auf 132 Millionen Einheiten weltweit erhöht hat. Bis zum Jahr 2007 wird von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der verkauften Stückzahlen von 10,7 Prozent auf dann 220 Millionen ausgegangen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 157 Preisentwicklung Regionale Unterschiede Die Marktforscher von IDC rechnen laut einer Pressemitteilung vom Januar 2004 für das Gesamtjahr 2003 ebenfalls mit einem Anstieg der weltweiten PC-Verkaufszahlen um 11,4 Prozent auf 153 Millionen Stück. Für 2004 erwarten die Marktforscher einen erneuten Anstieg um gut elf Prozent auf 170 Millionen Stück. Trotz der steigenden PC-Verkäufe sanken die Umsätze der PCProduzenten in den letzten Jahren kontinuierlich. Die bereits erwähnte Analyse der Marktforscher von iSuppli geht davon aus, dass im Zeitraum von 1998 bis 2002 die weltweiten PC-Einnahmen jährlich im Schnitt um 3,5 Prozent schrumpften, während die Absatzzahlen pro Jahr um durchschnittlich 8,6 Prozent zulegten. Diese Zahlen deuten klar auf ein Sinken der durchschnittlichen PC-Preise hin. Dies ist ein erfreulicher Trend, erlaubt er doch immer breiteren Bevölkerungsschichten die Anschaffung eines PC und damit u.a. die Möglichkeit, das Internet zu nutzen. Wie bereits bei der Zahl und Verteilung der Telefonanschlüsse festgestellt, bestehen auch bei der PC-Penetration deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Weltregionen. In den USA kommen nach Angaben der ITU knapp 66 PCs auf 100 Einwohner. In den meisten westeuropäischen Ländern liegt diese Quote zwischen 30 und 50. Die ärmeren Gegenden der Erde liegen mit Quoten von beispielsweise 4,5 (asiatischer Durchschnitt) und 1,3 (Afrika) deutlich darunter. Abb.138 Amerika hat weiterhin eine deutlich höhere PC-Dichte als Europa Weltweit: PCs pro 100 Einwohner nach Regionen 2001 und 2002 39,1 Ozeanien 42,4 Amerika 27,1 29,0 Europa 19,1 21,4 Asien 3,8 4,5 2001 2002* Afrika 1,1 1,3 Welt gesamt 8,9 9,9 * Vorläufige Zahlen ITU, Dezember 2003 Untersucht man die Verbreitung von PCs in den einzelnen Ländern im internationalen Vergleich, so liegen die USA unangefochten an der Spitze: Durchschnittlich 86 PCs kommen hier auf 100 Einwohner (2003). Damit liegen die USA mit deutlichem Abstand vor Norwegen und Schweden, die eine PC-Dichte von 57 bzw. 56 PCs je 100 Einwohner aufweisen. Dies geht aus der aktuellen BITKOM-Statistik vom Februar 2004 hervor. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 158 Deutschland liegt mit einer Quote von 36 PCs je 100 Einwohner einerseits deutlich unter den Spitzenwerten der führenden Nationen, andererseits aber immer noch über dem westeuropäischen Durchschnitt, der im Jahr 2003 bei 31 lag. Die in dieser Statistik enthaltenen Daten basieren auf der gemeinsamen Markteinschätzung von EITO und IDC und weichen aus den oben genannten Gründen zum Teil deutlich von den ITU-Angaben ab. Aufgrund dieser Abweichungen sowohl in der Art der Datenerhebung und der Markteinschätzung des jeweiligen Analysten als auch in den sich daraus ergebenden Differenzen bei den resultierenden Angaben zur PC-Dichte ist lediglich eine Betrachtung der Angaben eines einzelnen ausgewählten Marktforschungsinstituts empfehlenswert, nicht aber die Gegenüberstellung der Angaben verschiedener Institute. Abb. 139 Deutschland liegt bei der PC-Verbreitung über dem westeuropäischen Durchschnitt Weltweit: PCs je 100 Einwohner 2003 57 (57) 56 (56) 55 (54) USA Norwegen Schweden Dänemark Niederlande Schweiz Japan Finnland Großbritannien Deutschland Frankreich Westeuropa Österreich Irland Belgien Italien Portugal Spanien Griechenland 86 (86) 46 (45) 45 (47) 41 (43) 39 (39) 38 (38) 36 (35) 32 (30) 31(30) 30 (29) 29 (29) 28 (27) Vorjahreswerte in Klammern 18 (17) 16 (15) 15 (14) 11(10) BITKOM, Februar 2004 Nordamerika Der nordamerikanische Markt gehört im Bereich der Telekommunikation zu den führenden und am weitesten entwickelten Regionen der Erde. Dies lässt sich auch anhand der PC-Dichte zeigen, die in den USA und Kanada in den letzten Jahren stetig gewachsen ist und zu den höchsten weltweit gehört. Nach Angaben der ITU waren in den USA im Jahr 2002 rund 190 Millionen PCs in Benutzung, was einer Durchdringungsquote von knapp 66 PCs pro 100 Einwohner entspricht. In Kanada lag die Quote im selben Zeitraum bei 48,7. Von einem weiteren Wachstum darf ausgegangen werden. Einer Umfrage von Ipsos-Insight vom Oktober 2003 zufolge planen 26 Prozent der USAmerikaner, sich in den kommenden drei Monaten einen PC anzuschaffen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 159 Abb. 140 Die PC-Dichte in Nordamerika nimmt weiter zu Nordamerika: PCs pro 100 Einwohner 1998-2002 45,9 51,7 USA 58,5 62,5 65,9 33,1 36,1 Kanada 40,3 1998 1999 2000 2001 45,6 48,7 2002 ITU, Dezember 2003 Asien-Pazifik In Asien sind die Unterschiede zwischen den hochentwickelten Industrienationen, den aufstrebenden Schwellenländern und den Entwicklungsländern deutlicher als in anderen Regionen der Welt. Neben industrialisierten Ländern wie Japan, Australien oder auch Singapur mit PC-Durchdringungsraten von 40 PCs pro 100 Einwohner oder darüber gibt es hier auch Länder wie Indien, Pakistan oder Bangladesch, in denen sich statistisch gesehen deutlich mehr als 100 Einwohner einen PC teilen müssen. Abb. 141 China und Indien haben in Asien die höchsten Wachstumsraten bei der PC-Verbreitung Asien/Pazifik: PCs pro 100 Einwohner 2002 und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent Singapur Australien Südkorea Hong Kong Neuseeland Taiwan Japan Israel Malaysia Thailand Philippinen China Vietnam Indien Pakistan Bangladesch 62,2 (22,4) 56,5 (9,6) 55,6 (15,6) 42,2 (9,2) 41,4 (5,4) 39,5 (8,3) 38,2 (6,7) 24,3 (-1,3) 14,7 (17,0) 2,17 (21,7) 2,8 (27,6) 2,8 (45,3) 1,0 (14,0) 0,7 (24,1) 0,4 (0,0) 0,3 (78,9) Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Klammern ITU, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Infrastrukturelle Voraussetzungen 160 5.6.2 PC-Dichte in Deutschland In Deutschland verfügt BITKOM zufolge jeder zweite Haushalt über einen PC, mehr als 30 Millionen PCs waren im Jahr 2003 in Benutzung, davon zehn Millionen in Unternehmen und 20 Millionen in Privathaushalten. Jahr für Jahr vergrößert sich die installierte Basis um etwa 1,5 Millionen Geräte. Zugleich werden dem European Information Technology Observatory (EITO) zufolge jedes Jahr zwischen 5,5 und sechs Millionen PCs neu verkauft. Für 2004 rechnet EITO mit 5,8 Millionen verkauften PCs in Deutschland. Abb. 142 Im Jahr 2006 werden 40 Prozent der Deutschen einen PC besitzen Deutschland: PCs je 100 Einwohner und Wachstum in Prozent 2001-2006 PC je 100 Einwohner Wachstum in Prozent 39 40 38 36 33 34 12 6 4 4 4 3 2001 2002 2003 2004 2005 2006 BITKOM, Februar 2004 Prognose Nach neuesten Erkenntnissen der Allensbacher Computer- und Telekommunikations-Analyse 2003 (ACTA) des Instituts für Demoskopie Allensbach verfügten im Jahr 2003 73 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zwischen 14 und 64 Jahren über einen oder mehrere PCs. Ein Jahr zuvor waren es der Studie zufolge noch 66,5 Prozent. Rund 35 Prozent der PCs sind mit einer ISDN-Karte oder einem ISDN-Modem ausgestattet, knapp 29 Prozent mit einem analogen Modem. Wie aus der Studie weiter hervorgeht, planen 13,9 Prozent der Bundesbürger die Anschaffung eines neuen Computers. Im Jahr zuvor lag dieser Wert bei 13,3 Prozent. In knapp 64 Prozent der Fälle soll dieser neue Rechner mit einem ISDN-Modem ausgestattet sein, in 16,3 Prozent der Fälle mit einem analogen Modem ­ gute Voraussetzungen also für die Anbindung dieser Rechner an das Internet und damit für die zunehmende Vernetzung der Bundesbürger. Weitere Informationen zum weltweiten PC-Markt finden sich auch im Kapitel 4.3.4 (PC-Markt). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 161 6. Anwendungen Das vorliegende Kapitel beschäftigt sich mit dem Ausmaß der tatsächlichen Inanspruchnahme des Internets und der darauf aufsetzenden Anwendungen. Die Unterkapitel 6.1 - 6.3 untersuchen, wie intensiv das Internet in der Bevölkerung bereits genutzt wird, und in welchen Bevölkerungsgruppen die Internet-Nutzung besonders intensiv bzw. noch besonders schwach ist. Im Zusammenhang mit den meist genutzten und akzeptierten Angeboten und Applikationen des Internet wird mit den Kapiteln 6.4 - 6.6 ein besonderer Schwerpunkt auf den bestehenden und zukünftigen elektronischen Erwerb von Waren und Dienstleistungen gelegt. Hier werden zunächst Daten zum Gesamt-E-Commerce-Markt, dem Handel zwischen Unternehmen (B2B) sowie vom Anbieter zum Endkunden (B2C) vorgelegt. Als mobile Variante des klassischen E-Commerce besteht ein weiterer Fokus auf dem Markt für M-Commerce (Kapitel 6.7) inklusive der Märkte für Pay-Content und mobile Dienste. Abgesehen von den reinen Marktdaten wird die Seite der Nutzer intensiver untersucht: Welcher Prozentsatz der Internet-Nutzer nutzt Online-Shopping-Angebote? Welche Waren und Dienstleistungen werden über das Internet gekauft? Aus welchen Gründen wird die Möglichkeit zum elektronischen Einkauf (noch) nicht genutzt? Es wird aber nicht nur das Kaufverhalten des End-Users (B2C) thematisiert (Kapitel 6.6), sondern auch, inwieweit Unternehmen für den Handel über das Internet gerüstet sind, und in welchem Ausmaß bereits E-Business-Lösungen in und elektronische Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen (B2B) bestehen und genutzt werden (Kapitel 6.5). Internet-basierten Angeboten der öffentlichen Hand wird eine immer höhere Bedeutung zugemessen. In Kapitel 6.8 werden Chancen und Hemmnisse beim Einsatz der InternetTechnologien in kommunalen, regionalen und überregionalen Behörden thematisiert. Entwicklungsstand und -perspektiven des E-Government in Deutschland werden in einem internationalen Benchmark aufgezeigt. Mit Online-Banking wird eine Internet-Anwendung herausgegriffen und näher beleuchtet (Kapitel 6.9). Die Analyse der deutschen Online-Banking-Nutzer im internationalen und europäischen Vergleich bezieht insbesondere das Thema Sicherheit mit ein. Da zu erwarten ist, dass sich der Anteil der Online-Werbung an konventioneller Werbung in den nächsten Jahren kontinuierlich erhöhen wird, wird im Kapitel ,,Online-Werbung" (Kapitel 6.10) auch hier Deutschlands Stellung im internationalen Vergleich dargestellt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 162 6.1 Internet-Nutzer-Dichte Neben der Verbreitung des Internets, wo nur die eigentliche Zugangsmöglichkeit und form interessiert, untersucht das folgende Kapitel detailliert die tatsächliche InternetNutzung. Abhängig von der jeweils verwendeten Definition existieren stark divergente Zahlen bezüglich der Gesamtzahl der Internet-Nutzer. Zur besseren Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Studien, die die Internet-Nutzung in Deutschland untersuchen, wurde eine Überblick gebende Aufstellung von neun Leitstudien in tabellarischer Form bearbeitet und aktualisiert. Neben Deutschland gibt es für Europa eine Reihe von empirischen Untersuchungen zur Internet-Penetration und Nutzung. Die Mehrzahl dieser Untersuchungen begrenzt sich aber auf ein einzelnes europäisches Land. Nur wenige Untersuchungen beziehen mehrere Länder im Vergleich ein. Es wurden im vorliegenden Bericht deshalb vier internationale Quellen ausgewählt, die für Deutschland die beste Standortbestimmung aufgrund der Positionierung im internationalen Benchmarking erlauben: · Ipsos-Insight · Nielsen//NetRatings · EITO · BITKOM Weitere Details über diese Quellen (Grundgesamtheit, Umfang der Befragungen, Methodologie usw.) können dem Anhang I "Bibliografie" entnommen werden. Die Soziodemographie der Internet-Nutzer findet besondere Beachtung, um etwaige Anhaltspunkte für eine digitale Spaltung innerhalb der Geschlechts-, Alters-, Bildungsund Einkommensgruppen feststellen zu können. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 163 6.1.1 Internet-Nutzer weltweit 665 Millionen Internet-Nutzer weltweit Die Zahl der Internet-Nutzer steigt weiterhin kontinuierlich. Laut Angaben von ITU im Dezember 2003, waren im Jahr 2002 623 Millionen Menschen online. Im Jahr 2001 zählte die weltweite Internet-Gemeinde noch 492 Millionen Mitglieder, während sie 1996 mit 74 Millionen Nutzern gerade erst vor dem Durchbruch der 100-Millionen-Marke stand. Für 2003 rechnet die ITU insgesamt mit etwa 665 Millionen Internet-Nutzern. Abb. 143 Die weltweite Anzahl der Internet-Nutzer nimmt kontinuierlich zu Weltweit: Anzahl der Internet-Nutzer in Millionen 1991-2003 665,0 623,0 492,0 388,0 277,0 183,0 117,0 74,0 21,0 1994 40,0 4,4 1991 7,0 1992 10,0 1993 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003* * Schätzung ITU, Dezember 2003 Internet-Nutzer nach Regionen Ähnliche Zahlen von Computer Economics untermauern die Angaben von ITU. Führt man die Prognosen des Instituts fort, werden 2004 etwa 753 Millionen, 2005 bereits 830 Millionen Menschen das Internet von zu Hause, der Arbeit oder einem anderen Ort aus nutzen. Im Jahre 2006 stünde die Gesamtzahl der Internet-Nutzer mit 921 Millionen dann bereits an der Schwelle zur Milliarden-Grenze (Stand: Juni 2002). Nach Angaben von Morgan Stanley im September 2003 führen drei Regionen dicht an dicht die Spitze der weltweiten Internet-Nutzerschaft an: In Europa nutzen 28 Prozent das Internet, knapp vor Nordamerika mit 26 Prozent und unmittelbar gefolgt von Asien-Pazifik mit 25 Prozent. Bemerkenswert ist dabei der Wechsel, welcher sich zwischen den Jahren 2002 und 2003 vollzogen hat. Nordamerika fällt zurück und überlässt Europa die Führung, die asiatisch-pazifische Region holt weiterhin auf. Morgan Stanley bezieht sich auf diejenigen Onliner innerhalb der Bevölkerung, welche das Internet von zu Hause oder dem Arbeitsplatz aus nutzen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 164 Abb. 144 Europa hat weltweit den größten Anteil an Internet-Nutzern Weltweit: Verteilung der Internet-Nutzer* nach Regionen 2003 in Prozent 2002-2004 Rest der Welt Lateinamerika 7% Japan 8% 5% Europa 28% 2003 Asien/Pazifik 25% Region Nordamerika Europa Asien/Pazifik Japan Lateinamerika Rest der Welt 2002 29 28 23 9 6 5 2003 26 28 25 8 7 5 2004 25 29 25 8 7 6 Nordamerika 26% * Nutzung zu Hause und am Arbeitsplatz Morgan Stanley, September 2003 IDATE sieht dem Report "World Market of Internet Access" (Oktober 2003) zufolge allerdings noch die Nordamerikaner als Spitzenreiter unter den Internet-Nutzern. Mit einem Anteil von 33 Prozent an der gesamten Internet-Nutzerschaft haben diese hier die Nase vorn. Die asiatischpazifische Bevölkerung folgt auf dem zweiten Platz mit 30 Prozent und erst danach schließen sich die Europäer mit 28 Prozent an. Allen Schätzungen ist jedoch gemeinsam, dass die drei großen Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik Kopf an Kopf den Großteil der Mitglieder an der Internet-Gemeinschaft stellen, während sich Afrika und Lateinamerika ausnehmen. im Gegensatz dazu noch verschwindend gering Eine andere Penetrationsrate ergibt sich, wenn man die Zahl der InternetNutzer in Relation zur Bevölkerung der jeweiligen Region setzt. IDATE hat hierzu im Januar 2003 Zahlen veröffentlicht. Danach liegt Nordamerika mit 66,7 Prozent weit vorn. Westeuropa ­ wegen der großen Diskrepanzen der Internetabdeckung innerhalb West- und Osteuropas ­ folgt mit 37,9 Prozent. In allen anderen Regionen der Welt gibt es noch ein großes zukünftiges Internet-Nutzerpotenzial. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 165 Abb. 145 In Nordamerika nutzen fast 7 von 10 Einwohnern das Internet Weltweit: Internet-Nutzer in ausgewählten Regionen in Prozent der Bevölkerung 2002 Nordamerika Westeuropa* Osteuropa** Asien/Pazifik Lateinamerika Afrika/Mittlerer Osten*** Welt gesamt 66,7 37,9 7,0 6,4 5,4 * inkl. Skandinavien ** inkl. Russland *** inkl. Türkei und Südafrika 1,1 9,8 Idate, Januar 2003 Internet-Nutzer ausgewählter Länder im Vergleich Eine Übersicht zur Internet-Nutzung in 13 Schlüsselländern weltweit liefert Ipsos-Insight mit seiner im Januar 2004 erschienenen Erhebung "The Face of the Web". Nach absoluten Zahlen führen die USA das Feld der Industrienationen an. Hier gingen 128 Millionen Erwachsene in den letzten 30 Tagen ins Netz. In Japan sind es immerhin 56 Millionen, 39 Millionen in Deutschland. Südkorea und Großbritannien liegen absolut gesehen mit jeweils 23 Millionen Nutzern gleichauf und immer noch vor Frankreich (18 Millionen) und Kanada mit 16 Millionen erwachsenen Onlinern. Betrachtet man hingegen die Penetrationsrate, d.h. den Anteil der Internet-Nutzer an der Gesamtbevölkerung, liegen Kanada (71 Prozent) und Südkorea (70 Prozent) noch vor den USA mit 68 Prozent. Deutschland liegt mit 60 Prozent im oberen Mittelfeld der untersuchten Länder. Abb. 146 Die höchste Internet-Nutzerdichte findet sich in Kanada, Südkorea und den USA Weltweit: Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung und in Millionen 2003 Kanada Südkorea USA Japan Deutschland Großbritannien Frankreich China* Mexiko* Brasilien* Indien* Südafrika* Russland* 71% (16) 70% (23) 68% (128) 65% (56) 60% (39) 54% (23) 43% (18) 41% (6) 37% (5) 21% (5) 19% (3) 15% (2) 10% (6) Klammerwerte in Millionen * Nutzung innerhalb der letzten 30 Tage von einem beliebigen Ort aus. * bezogen auf städtische Regionen Ipsos-Insight, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 166 6.1.2 Internet-Nutzer in Nordamerika InternetNutzung in Nordamerika Laut Ipsos-Insight beträgt die absolute Zahl der Internet-Nutzerschaft in Kanada und den USA im Jahre 2003 insgesamt 144 Millionen. Berücksichtigt hierbei werden Nutzer, die mindestens 18 Jahre alt sind und innerhalb der letzten 30 Tage von einem beliebigen Ort aus (zu Hause, Arbeit, u.ä.) ins Internet gegangen sind. Die Angaben von Ipsos bilden die untere Grenze der aktuell verfügbaren Zahlen. Allerdings ist der Zeitraum der Internet-Nutzung (s.o.) auch eng gefasst. Die Analysten anderer Institute schätzen großzügiger. Morgan Stanley geht bereits von 198 Millionen Internet-Nutzern im Jahr 2003 aus (Stand: September 2003), Computer Economics siedelt die Größe sogar oberhalb der 200-Millionen-Grenze an, nämlich bei 222,9 Millionen Usern, dabei handelt es sich allerdings um eine Prognose vom Juni 2002. Über die tatsächliche Anzahl der Internet-Nutzer gehen die Meinungen also auseinander. Jedoch ist man sich darüber einig, dass die Anzahl der Nordamerikaner, die das Internet nutzen, in den vergangenen zwei Jahren längst nicht mehr so stark gewachsen ist wie zuvor. Es zeichnet sich allmählich eine Reife des Marktes ab. Abb. 147 Das Wachstum der Internet-Nutzer in Nordamerika verlangsamt sich zunehmend Nordamerika: Zahl der Internet-Nutzer* in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 68 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 93 (36,8%) 122 (31,9%) 156 (27,9%) 176 (12,8%) 198 (12,5%) 221 (11,6%) 242 (9,5%) * Nutzung von zu Hause oder in der Arbeit Morgan Stanley, September 2003 Dies wirkt sich auch auf die Entwicklung des Anteils an der weltweiten Internet-Nutzergemeinde aus. Morgan Stanley zufolge vollzog sich im Jahr 2003 bereits ein Wechsel an der Spitze: Nordamerika musste die Führerschaft nach Anteil an der Internet-Nutzerschaft an Europa abtreten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 167 Abb. 148 Nordamerika hat nicht mehr den größten Anteil an der weltweiten Internet-Community Nordamerika, Europa: Anteil der Onliner* an der Internet-Nutzerschaft weltweit in Prozent 1999-2005 40 Nordamerika Europa 36 30 30 32 28 29 28 28 29 26 28 25 25 1999 2000 2001 2002 2003** 2004*** 2005*** * Nutzung von zu Hause oder in der Arbeit ** Prognose *** Schätzung Morgan Stanley, September 2003 USA: Fast zweidrittel der Bevölkerung online Mittlerweile sind 63 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren in den USA online und nutzen das Internet von zu Hause oder der Arbeit aus, stellt das Pew Internet & American Life Project in seiner jüngsten Veröffentlichung vom Dezember 2003 fest. Dieses entspricht einer Anzahl von insgesamt 126 Millionen Internet-Nutzern. (Stand: August 2003). Im Vergleich zum Jahr 2000 (86 Millionen Onliner) ist dieses zwar eine Steigerung um 47 Prozent, jedoch verminderte sich von Ende 2001 an die Geschwindigkeit, mit der die Online-Population wächst, signifikant und zeigt damit eine sich nähernde Sättigung des Marktes an. Das Internet habe sich für viele US-Amerikaner unwiderruflich mit dem alltäglichen Leben verwoben und werde allmählich ähnlich allgegenwärtig wie Elektrizität, resümieren die Forscher in diesem Bericht. Abb. 149 Nach einem rasanten Wachstum blieb die Größe der Internet-Gemeinde in den USA innerhalb der letzten Jahre auf konstant hohem Niveau USA: Anzahl der Internet-Nutzer* an der Gesamtbevölkerung in Millionen und in Prozent 1995-2003 160 140 120 100 80 60 40 20 0 in Millionen in Prozent 146,0 140,0 121,0 127,0 113,0 70,0 59,0 67 69 63 64 56 33,0 30 35 17,5 9 1995 19 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 * Internet-Nutzer ab 18 Jahren, die das Internet von einem beliebigen Ort aus nutzen. Harris Interactive, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 168 Nach Harris Interactive liegt die Internet-Nutzungsrate gegenwärtig bereits etwas höher, nämlich bei 69 Prozent der Bevölkerung. Die Größe der Internet-Nutzerschaft wird hier analog zu Ipsos-Insight mit 146 Millionen insgesamt angegeben. Allerdings wurden die US-Bürger ab 18 Jahren auch nach einem Internet-Zugang nicht nur von zu Hause und der Arbeit, sondern einem beliebigen Ort aus, z.B. Schule, Bibliothek, etc., gefragt (zuletzt im Dezember 2003). Die USA nähmen zwar nach Onlinern in absoluten Zahlen weltweit immer noch die Spitzenposition ein, so Ipsos-Insight, jedoch müsse man davon ausgehen, dass das größte Wachstumspotenzial derzeit in Westeuropa und Asien stecke. Abb. 150 Die Zahl der Internet-Penetration in den USA schwankt je nach Definition der befragten Zielgruppe USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der Internet-Nutzer in Millionen 2003 Institut Pew Internet & American Life Project Ipsos-Insight 2) 1) Nielsen//NetRatings Harris Interactive 1) 3) comScore Media Metrix eMarketer 2) Internet-Nutzer in Millionen 126 128 146 150 162 132 Datum der Erhebung Dezember 2003 Dezember 2003 Dezember 2003 Dezember 2003 Oktober 2003 April 2003 1) Internet-Nutzer ab 18 Jahren, Zugang von beliebigem Ort aus 2) Internet-Nutzer ab 18 Jahren, Zugang innerhalb der letzten 30 Tage von beliebigem Ort aus 3) Internet-Nutzer ab 2 Jahren, Zugang von zu Hause oder am Arbeitsplatz Angegebene Institute Kanada: Höchste Penetrationsrate weltweit In Kanada sind mittlerweile 71 Prozent der erwachsenen Bevölkerung online. Die Kanadier führen damit das von Ipsos-Insight erstellte Ranking nach Penetrationsrate innerhalb 13 internationaler Schlüsselländer an (Ipsos-Insight, The Face of the Web, Januar 2004). Dies bedeutete für den nördlichen Nachbarn der USA im Jahr 2003 ein Wachstum um 16 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 169 6.1.3 Internet-Nutzer in Asien Asien/Pazifik: Größtes Wachstumspotenzial Die asiatisch-pazifische Region ist diejenige in der Welt, welche die größten Wachstumsraten bezüglich der Internet-Nutzung verspricht. Zahlenmäßig ist die asiatische Bevölkerung allen anderen Erdteilen bei weitem überlegen: Allein die Chinesen bieten mit 1,28 Milliarden Einwohnern ein gigantisches Potenzial an möglichen Onlinern. Aktuellste Zahlen zur Internet-Nutzung in Asien-Pazifik bietet Morgan Stanley (September 2003). Für das Jahr 2004 prognostiziert das Institut 217 Millionen Nutzer, die sich von zu Hause oder dem Arbeitsplatz ins Internet begeben und somit 25 Prozent der weltweiten Internet-Gemeinde ausmachen. Laut Morgan Stanley läge die asiatisch-pazifische Region damit genau gleichauf mit Nordamerika, aber noch hinter den Europäern, die mit einem 29-prozentigem Anteil die Führung innehätten. Nahm die Zahl der Onliner von 2002 auf 2003 noch um rund ein Drittel zu, prophezeien die Analysten nur noch ein Wachstum von 16 Prozent von 2003 auf 2004. Abb. 151 Die Anzahl der asiatisch-pazifischen Internet-Nutzer steigt kontinuierlich Asien/Pazifik: Anzahl der Internet-Nutzer in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 246 217 13% 187 16% 141 33% 100 41% 56 79% 30 87% 13 1 30% 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 Morgan Stanley, September 2003 IDATE sieht bei der regionalen Verteilung der weltweiten Internet-Nutzer Asien-Pazifik zwar aktuell auch auf dem zweiten Platz (30 %), jedoch in diesem Fall hinter dem Spitzenreiter Nordamerika mit 33 Prozent und vor Europa mit einem Anteil von insgesamt 28 Prozent (Stand: Oktober 2003). In einem Vergleich ausgewählter asiatisch-pazifischer Länder der ITU wird ein besonderes Augenmerk auf die Länder Australien, China, Hongkong, Indien, Japan, Singapur, Südkorea und Taiwan gelegt. Die Zahlen aus dem Jahr 2002 machen die Relationen sowie die Wachstumsraten in den verschiedenen Ländern deutlich. Die Bevölkerungsriesen China und Indien verzeichnen mit Abstand weltweit die höchsten Zuwachsraten bei den Web-Surfern. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 170 Abb. 152 Die bevölkerungsreichsten Länder innerhalb der asiatisch-pazifischen Region verzeichnen das größte Wachstum an Internet-Nutzern Asien/Pazifik: Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Tausend und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002 China Japan Südkorea Indien Taiwan Australien Hong Kong Singapur 59.100 (75,4%) 57.200 (17,0%) 26.270 (7,8%) 16.580 (136,9%) 8.590 (9,8%) 8.400 (16,7%) * ab 2 Jahren, Nutzung innerhalb der letzten 30 Tage 2.918 (12,2%) 2.247 (32,2%) ITU, Oktober 2003 China: zweigrößte InternetGemeinde weltweit Die Zahl der Internet-Nutzer in China stieg Ende 2003 auf 79,5 Millionen an und wuchs damit im Vergleich zum Vorjahr um 34,5 Prozent, so eine aktuelle Studie des China Internet Network Informationen Centre (CNNIC) vom Januar 2004. China, schon jetzt absolut gesehen die weltweit zweitgrößte Internet-Community nach den USA, gewann danach im Jahr 2003 20,4 Millionen neue Mitglieder hinzu. Die Gesamtzahl wird auch in den kommenden fünf Jahren beständig weiter zulegen, so das Centre. Das CNNIC definiert Internet-Nutzer als Personen, die das Web mindestens eine Stunde pro Woche nutzen. Auf Basis der von der ITU im Oktober 2003 herausgegebenen Zahlen für das Jahr 2002, prognostiziert eMarketer für 2003 bereits 114,5 Millionen Internet-Nutzer in China, für 2004 sogar 176 Millionen. Im Jahr 2005 soll nach dieser Prognose die Internet-Nutzergemeinschaft auf beeindruckende 250 Millionen Mitglieder angewachsen sein. Während 79,5 Millionen, bzw. 114,5 Millionen Internet-Nutzer in den meisten Ländern bereits eine beachtliche Penetrationsrate darstellen würde, machen diese im Reich der Mitte nicht einmal 6 Prozent bzw. 9 Prozent der Bevölkerung aus. In den letzten Monaten fiel China nicht nur durch rasanten Zuwachs bei den Usern auf, sondern insbesondere in Bezug auf seine Internet-Politik. Vor allem verstärkte Zensur-Versuche und Verhaftungen von Dissidenten, die das Internet zur Veröffentlichung von Regime-Kritik nutzten, brachten das Land in die Kritik von Menschenrechtsorganisationen (Aus: heiseonline, 15.01.2004). Die Zahl chinesischer Webseiten verdoppelt sich jährlich. Nach Untersuchungen sind allerdings mehrere zehntausend Webseiten zeitweise oder immer gesperrt, darunter etwa der britische Sender BBC, Zeitungen aus Taiwan oder Angebote von Menschenrechtsorganisationen. 30.000 Kontrolleure sollen im Einsatz sein, um die Verbreitung zu verhindern (Aus: heise-online, 01.12.2003). Internet-Zensur in China Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 171 6.1.4 Internet-Nutzer in Europa In Europa gehört der Zugang zum Internet mittlerweile nicht mehr nur zu den Selbstverständlichkeiten, einige Analysten räumen Europa auch den größten Anteil an der weltweiten Internet-Nutzergemeinde ein. So liegt nach Morgan Stanley der Anteil der europäischen Onliner, die das Internet von zu Hause oder dem Arbeitsplatz aus nutzen, im Jahr 2003 bei 28 Prozent und damit vor Nordamerika (26 Prozent) und Asien/Pazifik (25 Prozent). Der Abstand zu den Amerikanern soll sich noch vergrößern, denn im Gegensatz zu der dortigen zunehmend stagnierenden OnlineCommunity auf konstant hohem Niveau, wird für den "alten Kontinent" weiterhin ein Wachstum erwartet (Stand: September 2003). Abb. 153 2004 wird die Zahl der Internet-Nutzer in Europa um 18 Prozent zunehmen Europa: Internet-Nutzer in Millionen und Veränderungen zum Vorjahr in Prozent 1998-2005 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 41 68 (66%) 102 (50%) 136 (33%) 169 (24%) 210 (24%) 249 (18%) 269 (8%) Morgan Stanley, September 2003 Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man die Zahlen von IDATE vom Oktober 2003 betrachtet. Europa hat hier zwar ebenfalls einen Anteil von 28 Prozent weltweit, gelangt damit jedoch nur auf den dritten Platz und muss sich hinter Asien/Pazifik (30 Prozent) und dem an der Spitze stehenden Nordamerika (33 Prozent) einreihen. Innerhalb Europas sind die Unterschiede in der Internet-Penetration zwischen EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern nach wie vor noch sehr groß. Laut Electronic Commerce Info Net (ECIN) sind 2003 innerhalb der EU 42,9 Prozent der geschätzten 378 Millionen Einwohner online, also über 162 Millionen Menschen. Demgegenüber stehen nur rund 28 Millionen Internet-Nutzer in den Nicht-EU-Ländern, obwohl die Gesamtzahl der Einwohner dort mit gut 344 Millionen fast gleichauf mit der der EUEinwohner liegt. Diesen Annahmen zufolge, wird in den Nicht-EU-Ländern eine Penetrationsrate von nicht einmal 8,2 Prozent erreicht (Stand: September 2003). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 172 Innerhalb Westeuropas bleibt das Ranking nach Internet- Penetrationsraten der einzelnen Länder laut Nielsen//NetRatings auch nach der zuletzt erfolgten Aktualisierung im Februar 2004 unverändert. Nach wie vor hat Deutschland mit 45,3 Millionen Personen die größte Internet-Nutzergemeinde. Großbritannien und Italien folgen ebenso wie bereits im Februar 2003. Allerdings schließt Frankreich mit einer Zuwachsrate von 17,9 Prozent signifikant auf und nähert sich Italien merklich an. Insgesamt haben alle Länder ein Wachstum zu verzeichnen. Abb. 154 Deutschland hat europaweit die meisten Internet-Nutzer Westeuropa: Internet-Nutzer1) in ausgewählten Ländern in Millionen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Februar 2004 Deutschland Großbritannien Italien Frankreich Spanien Niederlande Schweden Schweiz 45,3 (7,3%) 35,1 (2,0%) 2) 24,1 (k.A.) 22,4 (17,9%) 13,8 (12,2%) 10,8 (6,9%) 6,9 (3,0%) 4,3 (4,9%) 1) Zugang von zu Hause und vom Arbeitsplatz 2) Zugang von zu Hause, September 2003 3) Zugang von zu Hause 3) 3) 3) Nielsen//NetRatings, Februar 2004 EITO prognostiziert eine Zunahme der Internet-Nutzer um 43,2 Prozent innerhalb der gesamten westeuropäischen Region bis zum Jahr 2007. Von den für 2003 angegebenen 190 Millionen Internet-Nutzern (48,9 Prozent der Bevölkerung), soll die Anzahl auf 272 Millionen (69,3 Prozent der Bevölkerung) im Jahr 2007 anwachsen. EITO geht u.a. von sinkenden Preisen für PCs und Internet-Zugängen aus, die ein beständiges Wachstum in der genannten Region vorantreiben sollen. Abb. 155 In Spanien liegt das größte Wachstumspotenzial an Internet-Nutzern Westeuropa: Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Millionen 2007** und Wachstum im Vergleich zum Jahr 2003 in Prozent Deutschland Großbritannien Frankreich Italien Spanien Skandinavien Restliches Westeuropa 59 (40,5%) 45 (32,4%) 42 (50,0%) Westeuropa gesamt: 272 Millionen 34 (47,8%) 25 (66,7%) 20 (25,0%) * Nutzung mindestens einmal im Monat ** Prognose 47 (46,9%) EITO, 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 173 Hinsichtlich der Verbreitungsrate (Internet-Nutzer je 100 Einwohner) liegt Deutschland nach wie vor im Mittelfeld. Gerade in den skandinavischen Ländern hat das Internet als Informations- und Kommunikations-, aber auch als Lernmedium eine noch höhere Verbreitung. Dieses geht aus den aktuellen Zahlen der BITKOM im Januar 2004 hervor. Abb. 156 Bei der Verbreitungsrate der Internet-Nutzung in Europa liegt Deutschland im Mittelfeld Europa: Internet-Nutzer je 100 Einwohner in ausgewählten Ländern 2003 Schweden Dänemark Norwegen Finnland Großbritannien Schweiz Deutschland Italien Westeuropa* Frankreich Spanien Osteuropa 65 65 64 62 57 49 49 43 * einschließlich Türkei 40 39 32 8 Bitkom, Januar 2004 Auch wenn Deutschland bzgl. des Verbreitungsgrades hinter den Skandinaviern zurückstehen muss, liegt es auch im Jahr 2003 deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt. Abb. 157 Deutschland liegt bei der Internet-Nutzerdichte weiterhin deutlich über dem westeuropäischen Durchschnitt Deutschland, Westeuropa: Internet-Nutzer pro 100 Einwohner im Vergleich 2001-2003 Deutschland Westeuropa 49 44 40* 37 35 36* 2001 * einschließlich Türkei 2002 2003 Bitkom, Januar 2004 Deutschland und Großbritannien werden nach EITO auch weiterhin die meisten Internet-Nutzer vorweisen können. Nichtsdestotrotz soll die Penetrationsrate zukünftig in den südeuropäischen Ländern stärker zunehmen als in den nordeuropäischen Ländern (Großbritannien und Skandinavien). Zum Ende 2007 sind die Unterschiede in der InternetNutzung innerhalb Westeuropas längst nicht mehr so offensichtlich wie derzeit, wenn es nach EITO geht. (Stand: Januar 2004) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 174 Abb. 158 In Skandinavien werden im Jahr 2007 rund 83 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen Westeuropa: Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2007* Skandinavien Großbritannien Deutschland Frankreich Spanien Italien Restliches Westeuropa Westeuropa gesamt 83,0 75,4 71,8 68,6 62,2 58,8 * Nutzung mindestens einmal im Monat ** Prognose 69,6 69,3 EITO, 2004 6.1.5 Internet-Nutzer in Deutschland TNS Emnid gibt jährlich in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 den (N)Onliner Atlas heraus. Detailliert werden hier Nutzung und Nichtnutzung des Internets, Strukturen und regionale Verteilung für Deutschland aufgezeigt. Für die hier verwendete repräsentative Leitstudie, wurden im Jahr 2003 insgesamt 30.116 Personen ab 14 Jahren befragt. . Unter Internet-Nutzer werden in dieser Erhebung Personen verstanden, die das Internet innerhalb der letzten 12 Monate genutzt haben, unabhängig von Ort und Grund der Nutzung. Diese Analyse wurde aufgrund ihrer erreichten Repräsentativität durch die große Anzahl der erfolgten Interviews, insbesondere aber auch wegen des umfangreichen soziodemographischen Datenmaterials als Leitstudie ausgewählt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 175 Abb. 159 Innerhalb des letzten Jahres hat sich das Verhältnis von Onlinern zu Offlinern nahezu umgekehrt Deutschland: Internet-Nutzer, Nutzungsplaner* und Nicht-Nutzer in Prozent der Bevölkerung 2001-2003 Nutzungsplaner 10,4% Nutzungsplaner 8,2% Nutzungsplaner 7,2% Onliner 37,0% Onliner 41,7% 2001 2002 2003 Offliner 52,5% Offliner 50,1% Offliner 42,7% Onliner 50,1% Basis: 19.690 Basis: 30.318 Basis: 30.116 * Beschaffungsabsicht innerhalb der nächsten 12 Monate TNS Emnid, Juni 2003 Wider aller Erwartungen wächst die Internet-Nutzerschaft TNS Emnid zufolge wieder schneller. Im Vergleich zum Jahr 2002 hat sich das Verhältnis von Internet-Nutzern zu den totalen Verweigerern nahezu umgekehrt. 2003 ist somit die Hälfte der Deutschen im Netz (50,1 Prozent). Obwohl der Anteil der Nutzungsplaner kontinuierlich sinkt, könne man, so die Analysten, auch für das kommende Jahr weiter mit einem Wachstum der Nutzerschaft rechnen. Nach neuesten Forschungen von TNS Infratest (April 2004) liegt die aktuelle Zahl der Onliner bei ca. 54 Prozent der Gesamtbevölkerung. In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich auch die Online-Studie 2003 von ARD und ZDF: 53,5 Prozent (34,4 Millionen) der bundesdeutschen Erwachsenen nutzten demzufolge im zweiten Quartal 2003 zumindest gelegentlich das Internet. Die Erhebung untersucht zusätzlich die genauen Ursachen für den unerwartet hohen Zuwachs bei den Nutzern. Zum einen konnte ein erheblicher Zuwachs in der Altersgruppe der berufstätigen 40- bis 59-Jährigen festgestellt werden. Die durch ihren Beruf mit dem Internet in Kontakt gekommen sind und die Vorzüge dieses Mediums kennen gelernt haben, verschaffen sich auch mit großer Wahrscheinlichkeit zu Hause einen Zugang. Zum anderen scheint sich vielen ehemaligen Offlinern der Mehrwert des Internets gegenüber den klassischen Medien zu erschließen. Vornehmlich betrifft dieses die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, sehr stark an Angeboten im Internet interessiert sind. Ursprünglich waren viele Experten davon ausgegangen, dass die mittelfristige Wachstumsgrenze für die Internetverbreitung innerhalb der deutschen Bevölkerung bei rund 50 Prozent liegen würde. Die Bundesregierung strebt in ihrem Programm "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" für 2005 bereits eine Penetrationsrate von 75% in der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren an. Verbraucherinformationen, Preisvergleichen die und Online-Shopping- Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 176 Abb. 160 Mehr als die Hälfte der Deutschen sind auch laut Forsa online. Das Marktforschungsinstitut hat im Auftrag der Kooperation zwischen SevenOne Interactive, IP NEWMEDIA und Lycos Europe in seiner kontinuierlichen @facts-Untersuchung für Februar 2004 einen InternetNutzer-Anteil von 55,2 Prozent an der deutschen Bevölkerung festgestellt. 35,6 Millionen Bundesbürger ab 14 Jahren gehören somit der InternetNutzergemeinde in Deutschland an. Im Vergleich zum Februar 2003 entspricht dieses einer Steigerung um 9,3 Prozent. Dieser Untersuchung nach bleibt die Schere zwischen den Geschlechtern unverändert bestehen, auch wenn die Internet-Nutzung sowohl bei den Männern wie auch bei den Frauen kontinuierlich zunimmt: 63,9 Prozent (19,7 Millionen) der männlichen und 47,2 Prozent (15,8 Millionen) der weiblichen Bundesbürger surften im Februar 2004 im Internet. Männliche und weibliche Internet-Nutzer nahmen innerhalb des letzten Jahres in Deutschland gleichermaßen zu Deutschland: Internet-Nutzer nach Geschlecht in Prozent der Bevölkerung, Februar 2003-Februar 2004 Männer Frauen Durchschnitt 58,6 50,5 43,1 59,8 51,8 44,5 51,4 43,0 60,1 51,8 44,2 60,9 52,5 44,8 61,0 52,9 45,0 61,7 45,1 53,1 45,2 61,0 53,0 45,7 62,2 61,0 63,6 63,9 60,6 61,0 52,7 53,4 45,4 54,7 55,0 47,0 55,2 47,2 45,9 02/03 03/03 04/03 05/03 06/03 07/03 08/03 09/03 10/03 11/03 12/03 01/04 02/04 * ab 14 Jahren; Nutzung innerhalb der letzten 12 Monate unabhängig vom Ort der Nutzung @facts, Februar 2004 Ein Ende des Wachstums sei im Jahr 2004 nicht abzusehen. Insgesamt zeichne sich aufgrund der hohen Verbreitung jedoch ein abgeschwächtes Wachstum der Internet-Nutzung ab. Während der Schwerpunkt des politischen Handelns im Internet-Bereich in den letzten Jahren noch auf dem Zugang "Internet für alle" lag, geht es jetzt vor allem um die gleichberechtigte Teilhabe für alle gesellschaftlichen Gruppen sowie um die qualifizierte Nutzung und den Einsatz der neuen Technologien. Laut BITKOM sollen bis zum Jahr 2006 jährlich weitere drei Millionen Deutsche neu zur Internet-Nutzergemeinschaft hinzukommen. Dieses würde ein Wachstum von derzeit 40 Millionen auf dann fast 50 Millionen Menschen bedeuten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 177 Abb. 161 Nahezu 6 von 10 Deutschen werden 2006 das Internet nutzen Deutschland: Internet-Nutzer je 100 Einwohner und Wachstumsrate in Prozent 2001-2006 Internet-Nutzer je 100 Einwohner Wachstum in Prozent 56 59 53 49 44 38 14 11 8 7 5 2001 2002 2003 2004 BITKOM, 2004 2005 2006 Etwas verhaltener gibt sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Oktober 2003. Die Anzahl der Internet-Nutzer zwischen 15 und 64 Jahren, so das Institut, beläuft sich im ersten Halbjahr 2003 auf 39 Millionen. Dies bedeutet laut DIW, dass etwa 47 Prozent der der Deutschen online sind. Voraussichtlich, so prognostizieren die Wirtschaftsforscher, werde die Zahl der Onliner bis zum Jahre 2007 auf etwa 48 Millionen steigen. Die Nutzerzuwächse ergäben sich dabei hauptsächlich aus den noch zu erschließenden Potenzialen in den Kernnutzersegmenten (jüngere, formal gut ausgebildete Berufstätige). Das prognostizierte Nutzerpotenzial entspräche nahezu 90 Prozent der 15- bis 64-Jährigen in Deutschland bzw. knapp 60 Prozent der gesamten Bevölkerung. Keine andere Zahl zur Online-Nutzung wird wohl so häufig verwendet wie die Gesamtzahl der Internet-Nutzer und die entsprechende Penetrationsquote in privaten Haushalten. Sie gilt als Maß für die Entwicklung des Marktes und erlaubt einen internationalen Vergleich. Dass verschiedene Studien, die z.T. zeitgleich durchgeführt wurden, zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, zeigt allerdings den relativen Wert der Angaben. Abhängig von der Erhebungsmethode, der Altersbegrenzung und v.a. der Definition von Internet-"Nutzung" differieren die Resultate zum Teil erheblich. Nach dem Wegfall des Global eCommerce-Reports von TNS konnten noch neun große Studien ermittelt werden, die in regelmäßigen Abständen die Internet-Nutzung in Deutschland analysieren. Die folgende Graphik und Tabelle geben einen Überblick über die jeweils aktuell verfügbaren Daten. Zahl der Internet-Nutzer relativ Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 178 Abb. 162 Abhängig von der Definition von "Nutzung", Erhebungsmethode u. Altersbegrenzung differieren deutsche Internet-Nutzer-Zahlen erheblich Deutschland: Internet-Nutzer-Zahlen verschiedener Studien im Vergleich in Millionen und Prozent der Bevölkerung 2003 Mediagruppe Digital/Forsa (@facts) Forschungsgruppe Wahlen Online (Internet-Strukturdaten) ARD/ZDF (Online-Studie) TNS Emnid/Initiative D21 ((N)Onliner Atlas 2003) IfD Allensbach (ACTA) IfD Allensbach (AWA) Agirev (Online-Reichweiten-Monitor) GfK, Ifak, Inra, Ipsos, u.a. (TdWi) Verlagsgr. Bauer, Axel Springer Verl. (Verbraucher-Analyse) 35,6 (55,2%) 34,9 (57,0%) 34,4 (53,5%) 32,1 (50,1%) 32,1 (50,1%) 26,7 (41,0%) 26,3 (48,0%) 20,5 (32,0%) 19,5 (30,3%) Angegebene Institute Die folgende Tabelle gibt einen detaillierten Einblick in Methodik, Grundgesamtheit, Stichprobengröße, Fragestellung und Untersuchungszeitraum der verschiedenen Erhebungen zur InternetNutzung in Deutschland. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 179 Studie (N)ONLINER Atlas 2003 www.nonliner-atlas.de Juni 2003 @Facts www.atfacts.de Februar 2004 Internet-Strukturdaten www.fgw-online.de April 2004 ARD/ZDF-OnlineStudie www.ard.de September 2003 Methodik Herausgeber/Institut: TNS Emnid / Initiative D21 Fallzahl: 30.116 Befragte Fragestellung: Nutzen Sie persönlich aus privaten und/oder beruflichen Gründen das Internet? Feldphase: 18.03.-24.05.2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren mit Telefonanschluß im Haushalt Herausgeber/Institut: SevenOne Interactive, IP NEWMEDIA, Lycos Europe/Forsa Fallzahl: 10.000 Befragte (pro Monat) Fragestellung: Nutzen Sie zumindest hin und wieder das Internet beziehungsweise das World Wide Web, egal ob zu Hause, am Arbeits- oder Ausbildungsplatz, in der Schule, in der Hochschule oder von einem anderen Ort aus? Feldphase: kontinuierlich Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 14 Jahren Herausgeber/Institut: Forschungsgruppe Wahlen Online, Mannheim; SIGMA Institut, Mannheim Fallzahl: 3.785 Fragestellung: Haben Sie einen Internet-Zugang? Feldphase: 12.01-18.03.2004 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 18 Jahren Herausgeber/Institut: ARD, ZDF / ENIGMA GfK, Wiesbaden Fallzahl: 1.046 Befragte Fragestellung: Nutzen Sie selbst gelegentlich Online-Dienste wie AOL, Compuserve, T-Online oder Internet-Angebote, egal ob zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Universität? Feldphase: 05.05.-11.06.2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 14 Jahren Internet-Nutzer (absolut und in Prozent der Bevölkerung) 32,1 Millionen (50,1%) 35,6 Millionen (55,2%) 34,9 Millionen (57%) 34,4 Millionen (53,5%) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 180 AGIREV Online-ReichweitenMonitor (ORM), 2003 II www.agirev.de August 2003 ACTA www.acta-online.de 2003 Allensbacher Marktund Werbeträgeranalyse (AWA) www.awa-online.de Juni 2003 Verbraucher-Analyse (VA) www.hbv.de 2003 Herausgeber/Institut: Agirev (Arbeitsgemeinschaft Internet Research e.V.) / Ipsos Deutschland GmbH, Hamburg; GfK Medienforschung, Nürnberg; TNS Infratest InCom GmbH, München Fallzahl: 13.198 Interviews Fragestellung: Nutzen Sie persönlich die Möglichkeit (...) ins Internet zu gehen, zumindest gelegentlich? Feldphase: Mitte Juni 2002 bis Ende Mai 2003 Stichprobe/Gewichtung: Computergestützte persönliche Interviews / Soziodemographie Grundgesamtheit: deutsche Wohnbevölkerung von 14-69 Jahren Herausgeber/Institut: IfD Allensbach Fallzahl: 10.424 Befragte Fragestellung: Nutzen Sie ein oder mehrere Online-Dienste oder das Internet, um sich Informationen abzurufen oder Dienste in Anspruch zu nehmen oder haben Sie vor, Online-Dienste oder das Internet zu nutzen? Ich meine jetzt ganz gleich, ob beruflich oder privat. Feldphase: Januar bis August 2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Quote, Face to Face/Soziodemographie Grundgesamtheit: deutschsprachige Bevölkerung zwischen 14 und 64 Jahren in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung in der Bundesrepublik Deutschland Herausgeber/Institut: IfD Allensbach Fallzahl: 21.107 Befragte Fragestellung: Nutzen Sie Online-Dienste beziehungsweise das Internet? Ich meine jetzt egal, ob zu Hause, am Arbeitsplatz oder anderswo oder haben Sie vor, es zu nutzen oder haben Sie das nicht vor? Feldphase: 16.02.2002 - 26.04.2002, 28.09.2002 - 15.12.2002 25.02.2003 - 29.04.2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Face to Face/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung in der Bundesrepublik Deutschland Herausgeber/Institut: Verlagsgruppe Bauer, Axel Springer Verlag / Ipsos, MARPLAN Fallzahl: 31.424 Befragte Fragestellung: Haben Sie persönlich in den letzten 12 Monaten das Internet oder Online-Dienste etc. zu Hause / am Arbeits- oder Ausbildungsplatz / an öffentlichen Stellen oder woanders genutzt? Feldphase: September 2001 bis März 2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Face to Face schriftl./Soziodemographie Grundgesamtheit: Deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahre in Privathaushalten in der Bundesrepublik Deutschland 26,3 Millionen (48%) 28,2 Millionen (56%) 26,7 Millionen (41%) 19,5 Millionen (30,3%) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 181 Typologie der Wünsche www.tdwi.com 2003 Herausgeber/Institut: TdW Intermedia GmbH & Co.KG, Offenburg / Emnid, IFAK, INRA, Ipsos, TNS Infratest, Marplan, MMA Fallzahl: 20.258 Befragte, Trendwelle: 8.429 Befragte Fragestellung: Nutzen Sie zurzeit zumindest gelegentlich im privaten oder beruflichen Rahmen oder im Rahmen der Ausbildung PC-Online-Dienste oder das Internet? Feldphase: 26.Mai - 11.Juli 2003; Stichprobe/Gewichtung: repräs. Face to Face, schriftl./ Soziodemographie, MA Grundgesamtheit: deutsche Bevölkerung in Privathaushalten in der Bundesrepublik Deutschland im Alter von 14 Jahren und mehr 20,5 Millionen (32%) Angegebene Institute Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 182 Die uneinheitliche Definition von Internet-Nutzung erschwert immer noch eine klare Sicht auf den wahren Umfang der deutschen Online-Gemeinde. Gilt bereits als Internet-Nutzer, wer über einen Zugang via PC oder gar Mobiltelefon verfügt? Oder ist ein ,,echter" Onliner, wer nicht nur alle zwei Wochen seine Emails liest, sondern wöchentlich mehrmals verschiedene Dienste des weltweiten Netzes in Anspruch nimmt? Da vor allem die Gruppe der Kinder und Jugendlichen besonders aktiv im Internet ist, müsste man diese Altersgruppe ebenfalls in eine Erhebung miteinbeziehen, um ein realistisches Bild zeichnen zu können. Die Ergebnisse der verschiedenen Institute müssen aus diesem Grund immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Definition von Internet-Nutzung und der festgelegten Altersgruppe gesehen werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 182 6.2 Soziodemographie der Internet-Nutzer 6.2.1 Digital Divide - International Industriell weniger entwickelte Länder sind in der Internet-Nutzung benachteiligt, weil die notwendige technische Infrastruktur fehlt. Es sind aber nicht nur bezüglich der infrastrukturellen Voraussetzungen technische "digital divides" gegeben, sondern auch innerhalb Digital Access Index (DAI) soziodemographischer Gruppen (Geschlecht, Alter, Bildungsstand und Einkommen) und zwar auch in hoch entwickelten Ländern. Um diese Gruppen identifizieren und im einzelnen vorhandene Potenziale besser einschätzen zu können, wird im folgenden die soziodemographische Zusammensetzung der Internet-Nutzer auf internationaler Ebene eingehender betrachtet. Die gleiche Analyse erfolgt für Deutschland in Kapitel 6.2.2. Aus dem Jahresentwicklungsbericht für E-Commerce 2003 der Handelsund Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (Unctad) geht hervor, dass 32 Prozent der weltweiten Internet-Nutzer dem Bericht zufolge Ende 2002 aus Entwicklungsländern kamen. Die jüngsten Ergebnisse der International Telecommunication Union (ITU) machen darüber hinaus deutlich, dass die digitale Kluft zwischen Industrienationen und Entwicklungsländern derzeit nur schlecht in Zahlen abgebildet werden kann. Von den 59 ärmsten Ländern lägen überhaupt keine Daten vor, heißt es in einer Mitteilung der UNO vom Dezember 2003. Sie bezieht sich dabei auf den im November 2003 vorgelegten Bericht der ITU zum Digital Access Index (DAI), dem weltweit ersten Ranking zur Informations- und Kommunikationstechnologie. Mit diesem Report definiert die ITU den Begriff "Internet-Zugang" weltweit neu. Fünf Kriterien werden berücksichtigt, um den Digital Access Index zu berechnen: · · · · · Infrastruktur (Anzahl der festen Telefonanschlüsse und der Mobilfunknutzer je 100 Einwohner) Erschwinglichkeit (Kosten für Internet-Zugang als Prozentsatz des BIP pro Kopf) Bildungsniveau (Schulausbildung, Anzahl der erwachsenen Analphabeten) Qualität (Bandbreite in Bits pro Kopf, Breitbandnutzung je 100 Einwohner) Nutzung des Internets (Internet-Nutzer je 100 Einwohner) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 183 Abb. 163 Die besten Voraussetzungen zur Internet-Nutzung bieten die entwickelten Nationen in Europa und Asien International: Top 25 Länder mit dem höchsten Digital Access Index 2002 Land Schweden Dänemark Island Südkorea Norwegen Niederlande Hong Kong Finnland Taiwan Kanada USA Großbritannien Schweiz Digital Access Index 0,85 0,83 0,82 0,82 0,79 0,79 0,79 0,79 0,79 0,78 0,78 0,77 0,76 Land Singapur Japan Luxemburg Österreich Deutschland Australien Belgien Neuseeland Italien Frankreich Slowenien Israel Digital Access Index 0,75 0,75 0,75 0,75 0,74 0,74 0,74 0,72 0,72 0,72 0,72 0,70 ITU, November 2003 Mit Ausnahme von Kanada und den USA, bieten ausschließlich europäische und asiatisch-pazifische Industrienationen laut Digital Access Index die besten Zugangsvoraussetzungen zur InternetNutzung. Schweden führt das internationale Ranking von 178 Nationen an. Die skandinavischen Länder befinden sich alle innerhalb der Top 10 des internationalen Rankings. Korea, normalerweise nicht in den TopRankings der Welt vertreten, kann sogar den vierten Platz belegen. 6.2.1.1 Internet-Nutzer nach Alter und Geschlecht - international Internet-NutzerDemographie nach Geschlecht Nach wie vor ist die Mehrzahl der weltweiten Internet-Nutzer männlich. Die USA sind derzeit die einzige Nation, in der mehr Frauen als Männer das Internet nutzen. Australien folgt im Trend den USA, obwohl männliche Nutzer noch knapp dominieren. In allen anderen Ländern holen die Frauen weiter auf. Der weibliche Anteil an der gesamten Internet-Community erhöht sich unaufhaltsam. Abb. 164 Der Anteil der weiblichen Internet-Nutzer nimmt weltweit weiter zu International: Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern nach Geschlecht in Prozent, September 2003 USA Australien Hong Kong Großbritannien Frankreich Spanien Deutschland Italien 51,7 48,7 44,3 44,2 42,0 41,7 39,0 36,0 48,3 51,3 55,7 55,8 58,0 58,3 61,0 64,0 Männer * ab 2 Jahren, Nutzung von zu Hause aus Frauen Nielsen//NetRatings, September 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 184 6.2.1.2 Internet-Nutzer Demographie in den USA Geschlecht In den USA entspricht mittlerweile der Anteil von Männern und Frauen an der Gesamtheit der Internet-Nutzer dem der Bevölkerung. Im August 2003 waren laut den Ergebnissen des "Pew Internet & American Life Projects" 65 Prozent aller US-amerikanischen Männer und 61 Prozent der USamerikanischen Frauen online. Da es in den Vereinigten Staaten nach absoluten Zahlen mehr Frauen als Männer gibt, setzt sich die InternetPopulation aus 51 Prozent weiblichen Nutzern und 49 Prozent männlichen Nutzern zusammen. Weitere Unterschiede in der Internet-Nutzung lassen sich auch feststellen, wenn man die unterschiedliche ethnische Herkunft der amerikanischen Bevölkerung berücksichtigt. Das "Pew Internet & American Life Project" definiert diese Bevölkerungsgruppen wie folgt: · · · Englisch sprechende Lateinamerikaner Afroamerikaner Weiße Amerikaner Abb. 165 Die afroamerikanische Bevölkerung in den USA hat noch einen deutlichen Aufholbedarf bei der Internet-Nutzung USA: Internet-Penetration nach ethnischer Herkunft in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 2002 2003 63 64 61 62 51 45 Weiße Amerikaner Lateinamerikaner Afroamerikaner Basis: Internet-Nutzer ab 18 Jahren; Zugang von beliebigem Ort Pew Internet & American Life Project, 2003 Obwohl die afroamerikanische Bevölkerung in den USA einen ansehnlichen Zuwachs im Jahr 2003 zu verzeichnen hat, liegt diese Bevölkerungsgruppe bei der Internet-Penetration dennoch deutlich hinter der weißen und lateinamerikanischen Bevölkerung zurück. Auch die Ergebnisse von Harris Interactive (Stand: Januar 2004) bestätigen, dass sich die Internet-Nutzergemeinde in den USA zum großen Teil aus weißen US-Amerikanern zusammensetzt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 185 Abb. 166 Innerhalb der Internet-Nutzerschaft in den USA hat die weiße Bevölkerung den größten Anteil USA: Internet-Nutzer* nach Anteil der ethnischen Gruppen in Prozent, Dezember 2003 Afroamerikaner 10% Andere 4% Lateinamerikaner 14% Weiße Amerikaner 72% * Internet-Nutzer ab 18 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus Harris Interactive, Januar 2004 Alter Die jüngste der von Harris Interactive befragte Bevölkerungsgruppe (18 bis 29 Jahre), macht mit 26 Prozent den größten Teil der InternetGemeinschaft in den USA aus. Die Altersgruppen 30 bis 39 Jahre und 50 bis 64 Jahre machen je 20 Prozent, die der 40- bis 46-Jährigen 23 Prozent der Internet-Nutzer aus. Einzig die Senioren (65 Jahre und älter) stellen mit nur 7 Prozent einen sehr geringen Teil der Internet-Nutzer. Die Nutzer spiegeln laut Harris Interactive zunehmend die tatsächliche demographische Verteilung der US-amerikanischen Bevölkerung wider. Abb. 167 Die stärkste Nutzergruppe innerhalb der US-amerikanischen Internet-Nutzer ist die der 18- bis 29-Jährigen USA: Internet-Nutzer* nach Altersgruppen in Prozent, Dezember 2003 26 23 20 20 7 18-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-64 Jahre 65+ Jahre * ab 18 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus Zu 100 fehlende Prozent: k.A. Harris Interactive, Januar 2004 Zu diesem Schluss kommt auch Nielsen//NetRatings im November 2003. Das Internet-Publikum sei auf dem besten Wege, sich der Altersverteilung der gesamten Bevölkerung entsprechend anzupassen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 186 Abb. 168 In der Altersgruppe zwischen 18 und 29 Jahren wird die höchste Internet-Penetrationsrate in den USA erreicht USA: Internet-Penetration nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 2002 2003 80 83 73 67 55 59 20 22 18-29 Jahre 30-49 Jahre 50-64 Jahre 65+ Jahre Basis: Internet-Nutzer ab 18 Jahren; Zugang von beliebigem Ort Pew Internet & American Life Project, 2003 Stellt in absoluten Zahlen die Gruppe der Internet-Gemeinschaft zwischen 35 und 49 Jahren zwar die höchste Anzahl an Mitgliedern, mit nur 1 Prozent allerdings das geringste Wachstum im Vergleich zum Vorjahr neben den 50- bis 54-Jährigen. Im Gegensatz dazu, nahm die Zahl der im Netz surfenden Senioren (65 Jahre und älter) im Oktober 2003 im Vergleich zum Vorjahr um ganze 25 Prozent zu. Damit verzeichnet der Nutzerkreis der so genannten "Silver Surfers" den bei weitem höchsten Zuwachs. Innerhalb dieser Gruppe wuchs die Anzahl der weiblichen "Silver Surfer" sogar um 30 Prozent und die der männlichen um 20 Prozent. Abb. 169 Die Altersgruppe der Senioren (65+) verzeichnet das stärkste Wachstum an Internet-Nutzern innerhalb eines Jahres USA: Internet-Nutzer innerhalb der Bevölkerung in Millionen nach Altersgruppen und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, Oktober 2003 39,7 (1%) 21,4 (3%) 12,2 (0%) 15,0 (7%) 10,5 (13%) 12,3 (1%) 15,6 (15%) 9,6 (25%) 2-11 Jahre 12-17 Jahre 18-24 Jahre 25-34 Jahre 35-49 Jahre 50-54 Jahre 55-64 Jahre * Zugang von zu Hause oder vom Arbeitsplatz Nielsen//NetRatings, November 2003 65+ Jahre Auch die Prognosen von Jupiter Research aus November 2003 bestätigen, dass die Zahl der älteren Onliner (50 bis 64 Jahre) und der Senioren (65+ Jahre) im Netz auch weiterhin beträchtlich steigen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 187 Abb. 170 Die älteren Bevölkerungsschichten sind in den USA zunehmend online USA: Anteil der Internet-Nutzer innerhalb der älteren Bevölkerungsgruppe ab 50 Jahren in Prozent 2003-2006 Ältere Bevölkerung (50-64 Jahre) Senioren (65+ Jahre) 50 2003 23 55 2004* 28 61 2005* 33 65 2006* 37 * Prognose Jupiter Research, November 2003 6.2.1.3 Internet-Nutzer Demographie im asiatisch-pazifischen Raum Internet-Nutzer nach Geschlecht China Nach wie vor trennt ein digitaler Graben in der asiatisch-pazifischen Region die Geschlechter bei der Internet-Nutzung. Frauen haben nicht dieselben Möglichkeiten, Zugang zum Internet zu bekommen, wie Männer. Auch der Zugang zum Internet am Arbeitsplatz bietet sich nur wenigen Frauen, die im Gegensatz zu den Männern oft nicht berufstätig sind. In China haben Frauen noch einen großen Aufholbedarf, was die InternetNutzung angeht. Wie das China Internet Network Information Centre (CNNIC) in seinem aktuellsten Bericht zur Internet-Nutzung in China angibt, besteht die Internet-Community derzeit zu 60,4 Prozent aus Männern und folglich zu nur 39,6 Prozent aus Frauen (Stand: Januar 2004). Nicht nur zwischen Männern und Frauen besteht ein großer Unterschied bei der Nutzung des Internets: Auch in den verschiedenen Altersgruppen zeigen sich große Diskrepanzen. Fast Dreiviertel aller Internet-Nutzer sind nicht älter als 30 Jahre. Über 50-Jährige machen mit 3,8 Prozent nur einen verschwindend geringen Anteil aus. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 188 Abb. 171 Die jüngere Bevölkerung bis 24 Jahre macht mehr als 50 Prozent der Internet-Nutzern in China aus China: Anteil der Internet-Nutzer* nach Altersgruppen in Prozent 2003 51-60 Jahre 3,0% 41-50 Jahre 6,4% 36-40 Jahre 7,6% 31-35 Jahre 12,1% >60 Jahre 0,8% < 18 Jahre 18,8% 25-30 Jahre 17,2% * Internet-Nutzung mindestens 1 Stunde pro Woche 18-24 Jahre 34,1% China Internet Network Information Centre, Januar 2004 Korea Auch in Korea sind mehr Männer im Web unterwegs als Frauen. 70,7 Prozent der koreanischen Männer (15,8 Millionen) nutzen das Internet mindestens ein Mal monatlich im Vergleich zu 57,5 Prozent (12,8 Millionen) Frauen. Dieses fand das Korea Network Information Centre (KANIC) in einer Studie zur Computer- und Internet-Nutzung im Juli 2003 heraus. Der Großteil der jungen Koreaner (6 bis 29 Jahre) ist Internet-Nutzer. 91,3 Prozent der unter 20-Jährigen und 94,3 Prozent der Twens gehen ins Internet. Auch in diesem Land sind "Silver Surfer" fast gar nicht vertreten. Nur 5,1 Prozent aller über 60-Jährigen gehören zur Internet-Community. Den größten Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr erfuhr die Gruppe der 40bis 49-Jährigen. Waren 2002 noch 38,9 Prozent dieser Altersgruppe im Internet, sind es 2003 bereits gut die Hälfte, nämlich 50,8 Prozent. Abb. 172 Die koreanische Bevölkerung ab 30 Jahren holt in der Internet-Nutzung auf Korea: Anteil der Internet-Nutzer an den jeweiligen Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 2002 2003 90,6 91,3 94,3 86,0 78,5 66,7 50,8 38,9 23,2 17,5 3,2 5,1 6-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 60+ Jahre Korea Network Information Centre, Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 189 6.2.1.4 Internet-Nutzer Demographie in Europa GeschlechterVerteilung Laut Ergebnissen des @home-Panels von Nielsen//NetRatings von September 2003, steigt der Anteil der weiblichen Internet-Nutzer in Europa zwar weiterhin langsam an, jedoch erreichen Frauen an der Gesamtheit der europäischen Internet-Gemeinde immer noch nicht die 50 Prozent-Marke. Behält das Wachstum die Geschwindigkeit wie bisher bei, wird erst im Jahr 2010 eine geschlechtliche Parität in Europa erreicht sein. Innerhalb Europas sind schwedische, britische und niederländische Internet-Surferinnen am verbreitetsten. In Italien und Deutschland sind immer noch weniger als 40 Prozent der Internet-Nutzer Frauen. Nielsen//NetRatings berücksichtigt bei der Erfassung Onliner ab 2 Jahren, die das Internet von zu Hause aus nutzen. Abb. 173 Frauen machen nach wie vor in keinem europäischen Land die Hälfte der Internet-Nutzerschaft aus Europa: Internet-Nutzer* nach Geschlecht in Prozent 2003 Schweden Großbritannien Niederlande Schweiz Frankreich Spanien Deutschland Italien 46 44 44 43 42 42 39 36 54 56 56 57 58 58 61 64 Männer * ab 2 Jahren, Nutzung von zu Hause aus Frauen Nielsen//NetRatings, September 2003 Analysiert man die Penetrationsrate der Internet-Nutzung innerhalb der Bevölkerung, hebt sich Deutschland zusammen mit Großbritannien positiv von den EU-Nachbarländer ab. Durchschnittlich 54 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen nutzten das Internet innerhalb der Top 5 EU-Länder (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien) im Jahr 2003, so das European Information Technology Observatory (EITO) in seinem aktuellsten Bericht. In Großbritannien sind jedoch bereits 65 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen online. Deutschland kann fast dieselben Werte vorweisen: 64 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen waren online. EITO bezieht die Bevölkerung ab 16 Jahren, welche das Internet von zu Hause aus nutzt, in die Erhebung ein (Stand: Januar 2004). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 190 Abb. 174 In Großbritannien und Deutschland sind über die Hälfte der Frauen und zwei Drittel der Männer online Europa: Anteil der Internet-Nutzer* am jeweiligen Geschlecht in Prozent der Bevölkerung, November 2003 Männer Frauen Großbritannien 65 55 64 Deutschland 54 52 Italien 38 45 Frankreich 37 35 Spanien 25 54 * ab 16 Jahren, Nutzung von zu Hause Gesamt (Durchschnitt) EITO, 2004 43 Verteilung nach Alter Der gravierendste Unterschied zwischen Internet-Nutzern ist allerdings im Lebensalter zu suchen. Den jeweils größten Anteil an der InternetNutzergemeinschaft innerhalb ausgewählter EU-Länder hat die Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen. In Italien macht diese ein gutes Viertel, in den anderen untersuchten Ländern Westeuropas fast ein Drittel aller Onliner, die zu Hause im Internet surfen, aus. Zu diesem Ergebnis kommt Nielsen//NetRatings im September 2003. Absolut unterrepräsentiert sind immer noch die Senioren. Die Gruppe der 65Jährigen und älteren sind insbesondere in Spanien noch verschwindend gering. Abb. 175 Nach wie vor besteht die Internet-Nutzergemeinde in Europa überwiegend aus jüngeren Mitgliedern Europa: Altersstruktur der Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Prozent, September 2003 2-17 Jahre 18-24 Jahre 25-34 Jahre 35-49 Jahre 50-64 Jahre 65+ Jahre 4,6 2,8 5,0 2,2 3,7 1,8 16,8 20,2 29,6 15,4 26,9 10,5 29,2 16,0 30,2 16,3 28,3 17,0 9,8 19,8 Großbritannien 31,2 20,3 15,2 15,4 Frankreich 24,4 19,4 11,8 Italien 25,3 18,3 14,9 Spanien 23,6 11,8 13,8 Deutschland 21,6 11,3 15,9 Niederlande * ab 2 Jahren, Nutzung von zu Hause aus Nielsen//NetRatings, September 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 191 "Silver Surfer" Nach Analysen von Nielsen//NetRatings geht der Trend allerdings dahin, dass mit zunehmender Reife und Etablierung des Internets das soziodemographische Profil der Internet-Nutzer sich dem der Bevölkerung immer mehr annähert. Zu dieser Annahme kommen die Analysten aufgrund der hohen Zuwächse, die ­ ähnlich wie in den USA ­ die Altersgruppe der über 55-Jährigen zu verzeichnen hat. Im Vergleich zum September 2002 sei die Zahl der so genannten "Silver Surfer" innerhalb Europas um fast 30 Prozent gestiegen. Im September 2003 waren laut der aktuellsten Untersuchung mit dem Stand von November 2003 in acht untersuchten europäischen Ländern 11,5 Millionen Menschen über 55 Jahren im Internet unterwegs. Obwohl der Anteil der "Silver Surfer" an der gesamten InternetCommunity nach Angaben von Nielsen//NetRatings in Italien im Zeitraum von September 2002 bis September 2003 sogar um 43 Prozent angestiegen ist und damit den stärksten Zuwachs in Europa verzeichnete, ist derzeit nur jeder zehnte Surfer dort über 55 Jahre alt. Das Schlusslicht bildet Spanien. Hier gehört nur einer von zwölf Nutzern zur Gruppe der Silver Surfer. Das Wachstumspotenzial ist innerhalb dieser Altersgruppe viel versprechend. Abb. 176 In Schweden ist fast jeder fünfte Internet-Nutzer über 55 Jahre alt Europa: Anteil der Internet-Nutzer* über 55 Jahre in ausgewählten Ländern in Prozent der gesamten Internet-Population, September 2003 19,4 17,3 15,9 14,5 13,3 12,3 10,6 8,3 Schweden Großbritannien Schweiz * Nutzung von zu Hause aus Deutschland Niederlande Frankreich Italien Spanien Nielsen//NetRatings, September 2003 Innerhalb der Nutzergruppe über 55 Jahre ist der Anteil der Frauen besonders gering. In Deutschland und Italien ist nur jeder fünfte dieser Onliner weiblich. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 192 Abb. 177 In Schweden sind 38 Prozent der Internet-Nutzer über 55 Jahre weiblich Europa: Internet-Nutzer* über 55 Jahre nach Geschlecht in Prozent, September 2003 Männer Frauen 20 21 23 26 29 30 32 38 80 79 77 74 71 70 68 62 Deutschland Italien Frankreich Schweiz Spanien Niederlande Großbritannien Schweden * Nutzung von zu Hause aus Nielsen//NetRatings, September 2003 Kinder und Jugendliche im Internet Aber nicht nur der Anteil der Älteren stieg in der letzten Zeit deutlich an, sondern auch die sehr jungen Internet-Nutzer hatten im letzten Jahr in Europa einen großen Zuwachs zu verzeichnen. Darauf macht Nielsen//NetRatings durch seine neusten Ergebnissen zur OnlineNutzung der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren aufmerksam. Im August 2003 waren 11,8 europäische Millionen Kids online, davon 3,4 Millionen im Alter unter 12 Jahren und 8,4 Millionen zwischen 12 und 17 Jahren. Großbritannien hat mit 3,2 Millionen im Web surfenden Kids den größten Anteil in Europa. Das sind knapp 200.000 mehr als in Deutschland und sichert den Briten die Spitzenposition. Frankreich folgt mit rund 1,5 Millionen Internet-Nutzern unter 18 Jahren auf dem dritten Platz bereits mit deutlichem Abstand zu den beiden Vorreitern. Insgesamt hat sich von September 2002 auf September 2003 die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Internet in Europa durchschnittlich um 15 Prozent erhöht. Die höchste Zuwachsrate bei den jungen InternetNutzern verzeichnet Spanien mit einem Anstieg von rund 23 Prozent. Deutschland verbucht einen Zuwachs von 18 Prozent. Nielsen//NetRatings verweist darauf, dass diese Zuwächse in Deutschland besonders aus der Gruppe der Teenager (12 bis 17 Jahre) stammen. In Spanien und Frankreich war es die Gruppe der ganz jungen Surfer (unter 12 Jahren), die für den großen Wachstumsschub sorgte. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 193 Abb. 178 Die meisten jungen Internet-Nutzer hat Großbritannien. Den größten Zuwachs verzeichnete Spanien im Jahr 2003 Westeuropa: Anzahl der Internet-Nutzer unter 18 Jahren in ausgewählten Ländern in Tausend und Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in Prozent, August 2003 Großbritannien Deutschland Frankreich Italien Niederlande Spanien Schweden Schweiz 3.228 (12,6%) 3.044 (18,0%) 1.463 (21,8%) 1.200 (-2,1%) 1.035 (21,5%) 887 (23,2%) 647 (11,6%) 349 (16,3%) Nielsen//NetRatings, September 2003 Erklärt wird der Zuwachs bei Kindern und Jugendlichen von Nielsen//NetRatings wie folgt: "Wir können feststellen, dass auch immer mehr Familien das Internet besuchen. Dies hängt unter anderem mit den zunehmend verfügbaren Breitbandanschlüssen und den neuen Tarifen zusammen. Wenn der Internetbesuch nicht mehr im Minutentakt abgerechnet wird, lässt man seine Kinder möglicherweise etwas länger und öfter das World Wide Web erkunden." Inwieweit die einzelnen Altersgruppen innerhalb der Bevölkerung noch Wachstumspotenzial in sich tragen, machen die aktuellsten Ergebnisse von EITO deutlich (Stand: Januar 2004). In Spanien liegt der Durchdringungsgrad der Internet-Nutzung innerhalb der Bevölkerung in allen Altersgruppen noch unter dem Durchschnitt der Top 5 EU-Länder. Die stärkste Verbreitung der Internet-Nutzung findet sich in Großbritannien. Dort sind auch die meisten Senioren (über 65 Jahre) in diesem Fünf-Länder-Vergleich online. Die höchste Penetrationsrate überhaupt liegt innerhalb der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland bei 83 Prozent und ist unübertroffen. Die höchste Penetrationsrate innerhalb einer Altersgruppe erreicht Deutschland (25-34 Jahre) mit 83 Prozent Westeuropa: Internet-Nutzer* nach Penetrationsrate innerhalb der jeweiligen Altersgruppen in ausgewählten Ländern in Prozent, November 2003 Großbritannien Deutschland Italien Frankreich Spanien Top 5 EU-Durchschnitt 81 80 71 71 51 73 72 83 64 62 32 66 71 72 48 41 24 15 Abb. 179 40 34 55 50 17 57 52 40 65 63 29 10 21 7 5 54 33 13 16-24 Jahre * ab 16 Jahren, Nutzung von zu Hause 25-34 Jahre 35-44 Jahre 45-54 Jahre 55-64 Jahre 65+ Jahre EITO, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 194 6.2.2 Digital Divide in Deutschland TNS Emnid und die Initiative D21 analysieren in ihrer gemeinsamen Studie, dem "(N)Onliner Atlas 2003", die digitale Spaltung Deutschlands und untersuchen insbesondere die Ursachen für Nutzung bzw. NichtNutzung des Internets der deutschen Bevölkerung. 30.116 Personen ab 14 Jahren wurden für diese bevölkerungsrepräsentative, telefonische Erhebung hinsichtlich ihres Online-Verhaltens befragt. Um zukünftige Potenzialabschätzungen geben zu können werden Internet-Nutzer (Onliner), Nichtnutzer mit Beschaffungsabsicht innerhalb der kommenden 12 Monate (Nutzungsplaner) und Offliner, für die innerhalb der kommenden 12 Monate keine Internet-Nutzung in Frage kommt, unterschieden. 50,1 Prozent der Deutschen nutzten TNS Emnid zufolge 2003 das Internet innerhalb der letzten 12 Monate wenigstens ein Mal von zu Hause, der Arbeit oder einem anderen beliebigen Ort aus. In absoluten Zahlen sind dies ­ gemessen an der Größe der Grundgesamtheit von 64,1 Millionen Personen ab 14 Jahren ­ 32,1 Millionen Internet-Nutzer im Jahr 2003. Mit diesem Ergebnis hatten die Analysten nicht gerechnet: Das Verhältnis von Onlinern zu Offlinern hat sich von 2002 auf 2003 nahezu umgekehrt. 7,2 Prozent der Befragten planen, das Internet innerhalb der nächsten 12 Monate zu nutzen. Nach neuesten Forschungsergebnissen (Beginn 2004) liegt die Penetrationsrate bei ca. 54 Prozent. Zu den 42,7 Prozent Offlinern gehören vor allem sozial Schwächere, Personen mit niedrigerem Bildungsstand und ältere Menschen sowie Frauen. In dünn besiedelten Bundesländern ist der Anteil der InternetNutzer meist unterdurchschnittlich. TNS Emnid hat besonders starke Zuwächse in den neuen Bundesländern festgestellt. Das West-Ost-Gefälle der Internet-Nutzung wurde zusehends geringer, ist aber immer noch nicht ganz ausgeglichen. Eine klare Ost-West-Trennung ist nicht mehr vorhanden. Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative D21, betont die Wichtigkeit, mit der es gilt, eine digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern: "Wenn manche Dienste nur noch im Internet zugänglich sind, wird es für die Offliner zu spät sein. Deswegen müssen wir jetzt umsteuern, um die digitale Spaltung in Deutschland zu verhindern und den Nutzen der Informationsgesellschaft allen zu ermöglichen." Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 195 6.2.2.1 Internet-Nutzer in Deutschland nach Regionen Weiterhin existieren regionale Unterschiede der Internet-Nutzung Abb. 180 innerhalb Deutschlands. Die noch vor einigen Jahren deutliche digitale Spaltung zwischen Ost und West wird zunehmend geringer, besteht aber noch nach wie vor. In der Hälfte aller Bundesländer liegt der Anteil der Onliner bereits nahe dem bundesweiten Durchschnittswert von 50,1 Prozent. Bereits in sieben Bundesländern nutzen mehr als die Hälfte der Einwohner das Internet Deutschland: Internet-Nutzung* nach Bundesländern in Prozent 2003 50,3% und mehr 46,6% bis unter 50,3% Bis unter 46,6% Berlin Hamburg Hessen Baden-Württemberg Schleswig Holstein Bayern Niedersachsen NRW Rheinland Pfalz Brandenburg Thüringen Sachsen Bremen Saarland Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorp. 56,6% 54,0% 53,9% 51,7% 51,7% 50,9% 50,3% 49,4% 48,3% 47,9% 47,9% 47,1% 46,7% 46,6% 45,5% 42,9% * Personen über 14 Jahre, Nutzung mindestens 1x in den letzten 12 Monaten von einem beliebigen Ort aus TNS Emnid, Juni 2003 Die Internet-Penetrationen im Nord-Westen und im Süden liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt, in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Brandenburg leicht darunter. Sachsen und Sachsen-Anhalt befinden sich auf demselben niedrigen Niveau wie Bremen und das Saarland. In Deutschland gibt es bei der Internet-Nutzung keine klare Ost-West-Trennung mehr Deutschland: Internet-Nutzer* in den Bundesländern nach Indexwert 2003 103 Abb. 181 108 86 Index: Prozentanteil des Bundeslandes Prozentanteil Deutschland gesamt x 100 94 113 Index 100 = Bundesdurchschnitt (50,1%) 100 91 96 99 96 94 108 96 93 102 103 < 90 90 bis < 95 95 bis <100 100 bis <105 105 bis <110 >110 * ab 14 Jahre, Nutzung von beliebigem Ort aus TNS Emnid, Juni 2003 In den westlichen Bundesländern ist der Zuwachs fast überall gleich hoch. Schleswig-Holstein und Bremen verzeichnen weniger neue Onliner. Überproportional gestiegen ist der Anteil allerdings im Saarland und Hamburg und ganz besonders in allen neuen Bundesländern. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 196 Abb. 182 In den Neuen Bundesländern ist der Anteil der Internet-Nutzer überdurchschnittlich gestiegen Deutschland: Internet-Nutzer* in den Bundesländern im Vergleich zum Vorjahr nach Indexwert 93 106 108 Index: 92 96 105 103 112 Prozentanteil 2003/ Prozentanteil 2002 des Bundeslandes Prozentanteil 2003/ Prozentanteil 2002 Deutschland gesamt x 100 Index 100 = durchschnittlicher Zuwachs (20,1%) 100 108 111 99 102 < 95 95 bis <105 >105 110 97 96 * ab 14 Jahre, Nutzung von beliebigem Ort aus TNS Emnid, Juni 2003 InternetNutzung in Großstädten Abb. 183 Große Städte bzw. wirtschaftliche Stärke wirken sich generell positiv auf die Internet-Nutzung aus. Die höchste Internet-Nutzerdichte findet sich wie bereits im letzten Jahr in Städten mit mehr als 400.000 Einwohnern, d.h. in Frankfurt am Main, Dresden und Stuttgart. Diese Städte konnten auch nochmals kräftig zulegen: Frankfurt von 53 Prozent im Jahr 2002 auf 61 Prozent im Jahr 2003, Dresden um 8 Prozentpunkte auf 59 Prozent und Stuttgart von ebenfalls 51 Prozent auf 58 Prozent. Das Ranking der Großstädte mit dem höchsten Anteil an InternetVerweigerern bleibt auch 2003 gleich: Dortmund mit 47 Prozent vor Leipzig und Essen mit jeweils 46 Prozent. Dies bedeutet: Es gibt auch Großstädte mit einem hohen Anteil an Offlinern. Insgesamt ist im Vergleich zum Jahr 2002 eine deutliche Verringerung der Gesamtzahl der Offliner zu verzeichnen. Ländliche und/oder strukturschwache Regionen zeichnen sich meist durch einen unterdurchschnittlichen Onliner-Anteil aus. Neben den Hochburgen der Internet-Nutzung Frankfurt und Dresden, gibt es auch Großstädte wie Dortmund mit überdurchschnittlich vielen Offlinern Deutschland: Internet-Nutzer in Großstädten 3) 1) und ­Nichtnutzer 2) in Prozent der Bevölkerung mit überdurchschnittlichen vielen Onlinern bzw. Offlinern 2003 Stadt Frankfurt am Main Dresden Stuttgart München Berlin Duisburg Onliner Anteil in Prozent 61 59 58 58 57 55 Stadt Dortmund Leipzig Essen Nürnberg Bremen Köln Offliner Anteil in Prozent 47 46 46 45 44 44 1) Nutzung innerhalb der vergangenen 12 Monate von beliebigem Ort aus 2) Keine Nutzung innerhalb der vergangenen 12 Monate und keine Nutzung in den kommenden 12 Monate geplant 3) ab 400.000 Einwohnern TNS Emnid, Juni 2003 Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren Besonderes Wachstumspotenzial steckt nach Angaben von TNS Emnid in Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 197 den Regionen Niedersachsen, Bremen und dem Saarland. Hier liegt der Anteil der Nutzungsplaner, also der Nichtnutzer mit der Absicht, in den nächsten 12 Monaten ins Internet zu gehen, über dem Bundesdurchschnitt von 7,2 Prozent. Das Saarland hat mit 9,0 Prozent den höchsten Anteil vorzuweisen, Bremen 8,6 Prozent und Niedersachsen 7,9 Prozent. Im Allgemeinen sank die Zahl der Nutzungsplaner in den letzten Jahren kontinuierlich ­ unabhängig von den tatsächlichen Zuwächsen der Onliner. (Zum Vergl.: 2001: 10,4 Prozent, 2002: 8,2 Prozent) Im Saarland und in Bremen und Niedersachsen ist der Anteil der Nutzungsplaner überdurchschnittlich hoch Deutschland: Internet-Nutzungsplaner* nach Bundesländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Saarland Bremen Niedersachsen Thüringen Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein Baden-Württemberg Bayern Nordrhein-Westfalen Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Brandenburg Hessen Hamburg Sachsen Berlin 9,0 8,6 Abb. 184 7,9 7,5 7,5 7,4 7,3 7,3 7,3 7,2 6,9 6,8 6,7 Bundesdurchschnitt: 7,2% 6,0 5,9 5,4 * Nutzungsabsicht innerhalb der kommenden 12 Monate Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren TNS Emnid, Juni 2003 Um die Offliner zur Internet-Nutzung zu bewegen, fordert Ulrich Pöttgens, Bereichsleiter E-Commerce und Internet bei der Dresdner Bank, mehr Beratung und Schulungen. Wie TNS Emnid im (N)Onliner Atlas feststellte, könnten sich viele Offliner durchaus vorstellen, das Internet zu nutzen, wenn ihnen nur angeboten würde, alles genau erklärt zu bekommen und sie den Umgang mit dem Internet unter Anleitung erlernen könnten. Insgesamt 22 Prozent der befragten Offliner würden dieses begrüßen. Es lohne sich also, so Pöttgens, proaktiv an Offliner heranzutreten und anwendergerechte Einstiegshilfen anzubieten. Bisherige Aktionen wie "Frauen ans Netz" oder "Bildungschance Internet" (Deutsche Telekom) oder die rund 8.000 bis 9.000 in Deutschland vorhandenen "Public Internet Access Points" (PIAP), d.h. öffentliche Einrichtungen, die kostenlos oder gegen Entgelt Internet-Zugang anbieten, sind Initiativen, die den leichteren Einstieg ins Netz fördern. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 198 6.2.2.2 Internet-Nutzer in Deutschland nach Geschlecht Innerhalb der Bevölkerung ab 14 Jahren nimmt die Internet-Nutzung sowohl bei Männern, als auch bei Frauen kontinuierlich zu. Waren im Jahr 1997 erst gut 3 Prozent (1,1 Millionen) der Frauen online, so sind es im Jahr 2003 bereits rund 45 Prozent (14,2 Millionen). Trotzdem haben Frauen Männern gegenüber noch einen großen Aufholbedarf: denn fast 63 Prozent (19 Millionen) der männlichen Bevölkerung sind nach aktuellen Zahlen aus der ARD/ZDF-Online-Studie im Internet unterwegs. Die jährliche Erhebung bezieht die deutsche Bevölkerung ab 14 Jahren in die Befragung ein, die das Internet zumindest gelegentlich von einem beliebigen Ort aus nutzt. Zu sehr ähnlichen Ergebnissen kommt auch @facts. Sowohl in der weiblichen wie auch in der männlichen Bevölkerung steigt der Anteil der Internet-Nutzer gleichermaßen Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer an der Bevölkerung nach Geschlecht in Prozent und in Millionen 1997-2003 Abb. 185 62,6 (19,2) Männer Frauen 53,0 (16,2) 48,3 (14,7) 45,2 (15,1) 36,6 (11,1) 36,0 (12,1) 30,1 (10,1) 23,9 (7,2) 21,3 (7,1) 10,0 (3,0) 3,3 (1,1) 1997 15,7 (4,8) 5,6 (1,9) 11,7 (3,9) Klammerwerte in Millionen 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Basis: Internet-Nutzer ab 14 Jahren, zumindest gelegentliche Nutzung von beliebigem Ort aus ARD/ZDF-Online-Studie 2003 Innerhalb der Online-Population stellen die Männer nach wie vor den größeren Anteil: 56 Prozent aller deutschen Internet-Nutzer ab 14 Jahren waren im Jahr 2003 männlich und 44 Prozent weiblich. Im Vergleich zum Jahr 1997 hat sich der Anteil der weiblichen Surfer insgesamt um 59 Prozent erhöht. Seit dem Jahr 2000 verschiebt sich dieser nur noch langsam zugunsten der Frauen (zuletzt um 2 Prozent von 2002 auf 2003). Hält der Trend an, wird eine geschlechtliche Parität erst in einigen Jahren erreicht sein. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 199 Abb. 186 Nach wie vor sind weniger als 50 Prozent der Internet-Nutzer Frauen Deutschland: Internet-Nutzer nach Geschlecht in Prozent 1997-2003 Männer Frauen 27 28 35 39 41 43 44 73 72 65 61 59 57 56 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Basis: Internet-Nutzer ab 14 Jahren, zumindest gelegentliche Nutzung von beliebigem Ort aus ARD/ZDF-Online-Studie, 2003 Wie die Ergebnisse des (N)Onliner Atlas 2003 von TNS Emnid zeigen, ist die Internet-Nutzung der Männer und Frauen jeweils unterschiedlich über die Bundesländer verteilt. Die "Hochburgen" der Frauen sind Flächenländer, die der Männer Stadt-Staaten. In keinem Bundesland liegt der Anteil der weiblichen Onliner über 50 Prozent, bei den männlichen Onlinern in nur einem Bundesland (Mecklenburg-Vorpommern) unter 50 Prozent. In Hessen sind 47,5 Prozent der Frauen online. Damit nimmt dieses Bundesland den Spitzenplatz vor Schleswig-Holstein mit 47,2 Prozent Internet-Nutzerinnen ein. Die höchste Internet-Penetrationsrate bei der männlichen Bevölkerung ist in Berlin zu finden: 69,2 Prozent der Männer ab 14 Jahren sind hier Internet-Nutzer, gefolgt von Hamburg mit einem Anteil von 68,6 Prozent. Schlusslicht bei der Internet-Nutzung beider Geschlechter ist Mecklenburg-Vorpommern. Nur 36,4 Prozent aller Frauen und 49,9 Prozent aller Männer gehen im Nordosten Deutschlands ins Web. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 200 Abb. 187 In keinem Bundesland liegt der Onliner-Anteil bei den Frauen über 50 Prozent, in Berlin dagegen werden bald 70 Prozent der Männer online sein Deutschland: Internet-Nutzer nach Bundesländern und Geschlecht in Prozent der Bevölkerung 2003 Frauen Männer Hessen Schleswig-Holstein Berlin Baden-Württemberg Bayern Niedersachsen Hamburg Nordrhein-Westfalen Thüringen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Brandenburg Sachsen-Anhalt Bremen Mecklenburg-Vorpommern TNS Emnid, Juni 2003 47,5 47,2 45,4 44,0 41,8 41,8 41,4 41,3 41,2 40,1 40,0 40,0 39,6 38,4 36,4 36,4 Basis: Bevölkerung ab 14 Jahren 60,9 56,7 69,2 60,1 60,6 59,5 68,6 58,2 55,0 57,1 54,0 54,9 56,6 53,2 58,3 49,9 * Nutzung in den vergangenen 12 Monaten von beliebigem Ort aus 6.2.2.3 Internet-Nutzer in Deutschland nach Alter InternetPenetration der Bevölkerung nach Altersgruppen Für die Jüngeren ist das Internet absolut selbstverständlich, denn 81 Prozent der 14- bis 19-Jährigen sind im Jahr 2003 Internet-Nutzer. Weitere 8 Prozent dieser Altersgruppe plant die Nutzung des Internets innerhalb der nächsten 12 Monate. Das Durchschnittsalter der Online-Bevölkerung steigt: 2002 war diese durchschnittlich 36,6 Jahre alt, 2003 bereits 37,7 Jahre (zum Vergleich das Durchschnittsalter der Bevölkerung ab 14 Jahren: 46,9). Auch Offliner werden laut TNS Emnid älter. Die Hälfte derjenigen, die nie ins Internet gehen, ist älter als 62 Jahre (Stand: 2003). Abb. 188 Auch für die mittleren Altersgruppen wird das Internet zunehmend selbstverständlich Deutschland: Internet-Nutzer* nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2001-2003 14-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 10,9 3,5 60-69 Jahre 70+ Jahre 2001 63,7 63,3 52,1 43,3 30,7 37,0 ** 2002 71,1 68,6 59,1 49,8 5,7 34,1 14,0 41,5 ** 2003 81,0 74,7 71,5 60,6 45,6 7,4 21,5 50,1 ** * ab 14 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus ** Gesamt-Durchschnitt TNS Emnid, 2003 Alter und Geschlecht Laut TNS Emnid ist eine Gleichstellung der Geschlechter in Bezug auf die Internet-Nutzung nur bei den unter 20-Jährigen festzustellen. Rund 81 Prozent der 14- bis 19-Jährigen beiden Geschlechts nutzen das Internet. Während diese Größenordnung ebenso für die männliche Bevölkerung bis zum 39. Lebensjahr gilt, ist bei den Frauen dagegen bereits ab 20 Jahren Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 201 ein deutliches Altersgefälle in der Internet-Nutzung festzustellen. Nur 16,1 Prozent der Frauen ab 60 Jahren sind online. Besonders deutlich werden Diskrepanzen bei den über 70-Jährigen: Frauen stellen in dieser Altersgruppe 55 Prozent der Bevölkerung, aber nur 20 Prozent der Onliner, so der (N)Onliner Atlas 2003. Abb. 189 Fast 80 Prozent aller Männer zwischen 14-39 Jahren sind Internet-Nutzer Deutschland: Internet-Nutzer* und Nutzungsplaner nach Geschlecht und Alter in Prozent der Bevölkerung 2003 79,7 67,9 63,6 Frauen 53,6 Onliner Nutzungsplaner 37,6 8,0 8,4 9,9 9,8 9,5 13,6 5,4 14-19 Jahre 82,3 20-29 Jahre 81,2 30-39 Jahre 78,4 40-49 Jahre Männer 68,6 50-59 Jahre 60-69 Jahre 2,5 1,8 70+ Jahre 55,9 31,1 8,1 13,1 3,2 70+ Jahre 7,8 7,9 6,7 7,4 6,4 14-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre * Personen über 14 Jahre, Nutzung mindestens 1x in den letzten 12 Monaten von einem beliebigen Ort aus 40-49 Jahre TNS Emnid, 2003 50-59 Jahre 60-69 Jahre Altersstruktur der InternetNutzer Aufschluss über die Altersverteilung innerhalb der Gruppe der Onliner und die jeweiligen Zuwachsraten geben die Daten der ARD/ZDF-Online-Studie 2003. 25 Prozent (8,5 Millionen) aller Internet-Nutzer sind zwischen 30 und 39 Jahre alt. Damit hat diese Altersgruppe den größten Anteil an der gesamten Onlinerschaft. Ein kräftiges Wachstum von 31,6 Prozent ist bei den Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren festzustellen. Sie stellen mit 5 Millionen 14 Prozent aller Internet-Nutzer. Die ARD/ZDF-Online Studie 2003 weist darauf hin, dass maßgeblichen Anteil daran die Schulen haben, die bereits zunehmend für eine flächendeckende Verbreitung des Internets innerhalb dieser Altersgruppe sorgen. Auch das bisherige Bildungsgefälle unter den Jugendlichen bis zum Ende der 90er Jahre, in denen das Internet eher den Gymnasiasten und Abiturienten vorbehalten war, ist durch schulische Initiativen nivelliert worden. Die über 60-Jährigen sind mit 7 Prozent bzw. 2,5 Millionen noch unterrepräsentiert, auch wenn diese Altersgruppe mit 78,6 Prozent ein ansehnliches Wachstum von 2002 auf 2003 zu verzeichnen hat. Der Zugang zum Internet über die Berufstätigkeit ist in dieser Altersgruppe nicht gegeben. So lernen viele ältere Menschen die Vorzüge des Internets nicht kennen. Für diese Offliner ist das Internet weiterhin das Medium einer anderen Generation. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 202 Abb. 190 Den größten Anteil an der Internet-Nutzerschaft haben die 30- bis 39-Jährigen Deutschland: Internet-Nutzer* nach Altersgruppen in Prozent und in Millionen 2002-2003 60+ Jahre 7% 50-59 Jahre 14% 14-19 Jahre 14% 2002 2003 20-29 Jahre 18% 2003 40-49 Jahre 22% Alter 14-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 60 Jahre + in Millionen 3,8 6,5 7,9 5,2 3,5 1,4 5,0 6,2 8,5 7,6 4,7 2,5 Veränderung in Prozent 31,6 -4,6 7,6 46,2 34,3 78,6 30-39 Jahre 25% * ab 14 Jahren, zumindest gelegentliche Nutzung ARD/ZDF-Online-Studie, 2003 Kinder im Internet Die Internet-Nutzung bei Kindern unter 14 Jahren analysiert seit vier Jahren die jährlich erstellte Studie "Kinder und Medien" (KIM) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs). Die Gruppe der 6- bis 13-Jährigen wurde nach ihrer Internet-Nutzung gefragt. 60 Prozent dieser Altersgruppe sind online. Interessant: Erstmals sind mehr Mädchen als Jungen im Netz unterwegs. 62 Prozent aller Mädchen und 58 Prozent der Jungen surfen demnach im Internet (Stand: 2003). Abb. 191 71 Prozent der 12- bis 13-Jährigen sind online Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer* nach Alter und Geschlecht in Prozent 2002-2003 2002 2003 6-7 Jahre 17,0% 12-13 Jahre 31,7% 60 62 58 52 53 51 2003 8-9 Jahre 23,2% 10-11 Jahre 28,1% * Nutzung zumindest selten Gesamt Jungen Mädchen Kinder und Medien (KIM), 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 203 6.2.2.4 Internet-Nutzer in Deutschland nach Bildung Weiterhin ist ein höherer Bildungsabschluss gleichbedeutend mit einer höheren Internet-Nutzung. Die Gruppe der Schüler im Internet hat im Jahr 2003 einen Anteil von 83,7 Prozent und somit innerhalb eines Jahres um nahezu 10 Prozentpunkte zugenommen. Dies ist auf die Initiative der Bundesregierung "Schulen ans Netz" zurückzuführen. Die Zahl der Nutzungsplaner (7,4 Prozent) zeigt, dass mit einer weiteren Zunahme gerechnet werden kann. Ein Wachstum ist durchweg in allen Bildungsniveaus zu verzeichnen, auch wenn Personen mit einem einfachen Bildungsabschluss (Volks-/Hauptschule ohne Lehre) erst zu einem Fünftel das Internet nutzen (TNS Emnid, (N)Onliner Atlas 2003). Abb. 192 Trotz des sehr hohen Anteils der Internet-Nutzer bei Schülern, scheint das Potenzial noch nicht ausgeschöpft Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer* nach Bildungsgrad in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Onliner Nutzungsplaner 83,7 2003 79,3 75,3 57,0 8,2 Weiterbildende Schule, ohne Abitur 36,1 7,6 Volksschule mit Lehre 19,4 7,4 Schüler 5,9 Volksschule ohne Lehre 73,9 2002 4,4 Abitur, Hochschulreife, Fachhochschule 71,5 4,8 Abgeschlossenes Studium 67,7 49,2 26,3 10,4 12,0 6,6 8,0 9,4 Schüler Volksschule ohne Lehre Volksschule mit Lehre Weiterbildende Schule, ohne Abitur * ab 14 Jahren; Nutzung innerhalb der vergangenen 12 Monate von einem beliebigen Ort aus 6,5 Abitur, Hochschulreife, Fachhochschule 6,9 Abgeschlossenes Studium TNS Emnid, Juni 2003 Informationskompetenz als Bidlungsinhalt gefragt Die Frage des Umgangs mit dem Internet und mit Wissen wird in Zukunft zu einer der wichtigsten Kompetenzen der in der Informationswirtschaft Beschäftigten und aller in der Informationsgesellschaft lebenden Menschen. Die Notwendigkeit Wissen zu generieren, zu suchen, weiterzuleiten, zu vermitteln, umzusetzen und anzuwenden, stellen Bildungsanbieter wie Wissenschaft vor völlig neue Herausforderungen. Es ist eine umfassende Informationskompetenz gefragt. Diese zu vermitteln muss fester Bestandteil aller Ebenen der Aus-, Fort- und Weiterbildung sein. Auch der Trendbericht bestätigte, dass die Medienkompetenz für jeden Menschen in Deutschland ebenso wie die anderen Kulturtechniken von grundlegender Bedeutung für den beruflichen Erfolg ist. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 204 6.2.2.5 Internet-Nutzer in Deutschland nach Einkommen Generell gilt: Mit steigendem Haushaltseinkommen steigt auch der Anteil der Internet-Nutzer. Haushalte mit einem geringerem Einkommen geben das ihnen zur Verfügung stehende Geld zunächst für wichtigere Dinge des täglichen Bedarfs aus. Allerdings ist zu beachten, dass die Hälfte der Onliner, die ein Einkommen von weniger als 1.000 Euro im Monat verzeichnen, Studenten und Auszubildende sind, sprich junge Menschen mit einer guter Bildung. Abb. 193 Haushalte mit dem höchsten Nettoeinkommen haben auch den größten Anteil an Internet-Nutzern Deutschland: Anteil der Internet-Nutzer* nach Haushaltsnettoeinkommen in EUR in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 74,0 2002 2003 63,4 64,1 54,9 53,0 43,5 46,1 33,3 34,6 27,5 26,3 20,5 unter 1.000 1.000-1.499 1.500 bis 1.999 2.000-2.499 2.500-2.999 3.000+ * ab 14 Jahren; Nutzung innerhalb der vergangenen 12 Monate von einem beliebigen Ort aus TNS Emnid, Juni 2003 Festzustellen ist, dass in Haushalten, in denen mehr als zwei Personen wohnen und sogar Kinder leben, Internet-Nutzer sehr viel häufiger auszumachen sind ­ auch bei geringem Einkommen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 205 6.2.2.6 Internet-Nutzer in Deutschland nach Beschäftigung Laut den Erhebungen von TNS Emnid ist die Berufstätigkeit unmittelbar mit der Internet-Nutzung verknüpft. An vielen Arbeitsplätzen ist das Internet ein Muss. Wer mit diesem Medium am Arbeitsplatz bereits Kontakt hat, nutzt es oft auch privat, aber auch andersherum: Wer privat ins Web geht, integriert dieses meist in seiner beruflichen Beschäftigung. Gerade für akademische Berufe oder leitende Positionen gilt das besonders. Auch Arbeiter und Handwerker sind zunehmend online. Die Ausnahme bilden Rentner und Hausfrauen/-männer: Hier sind die Offliner absolut in der Mehrzahl. Abb. 194 Nur in der Gruppe der Hausfrauen/-männer und der Rentner sind weniger als die Hälfte online Deutschland: Internet-Nutzer* nach Art der Beschäftigung in Prozent der Bevölkerung 2002-2003 Student Leitender Angestellter Beamter im höheren oder gehobenen Dienst Schüler, Azubi, Zivi, Wehrdienstleistender Selbständig/Freiberufler Beamter im einfachen oder mittleren Dienst Angestellter zzt. arbeitslos Arbeiter/Handwerker Hausfrau/-mann Rentner, Pensionär * ab 14 Jahren, Nutzung innerhalb der letzten 12 Monate von einem beliebigen Ort aus 94,8 (93,1) 84,3 (72,0) 83,8 (78,0) 81,9 (71,6) 74,6 (63,7) 70,1 (60,6) 68,1 (57,9) 50,4 (33,0) 49,9 (37,5) 30,0 (23,7) Vorjahreswerte in Klammern 14,6 (9,5) TNS Emnid, 2003 Ein weiterer interessanter Aspekt ist die Tatsache, dass Arbeitslose eine hohe Zunahme an Internet-Nutzern verzeichnen. TNS Emnid vermutet, dass sowohl zunehmend Internet-Nutzer arbeitslos werden, wie auch Arbeitslose vermehrt ins Internet gehen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 206 6.3 6.3.1 Art und Intensität der Internet-Nutzung Häufigkeit und Dauer der Internet-Nutzung 6.3.1.1 Häufigkeit und Dauer der Internet-Nutzung weltweit Die Intensität, mit der Personen das Internet nutzen, ist von Land zu Land sehr unterschiedlich und hat Auswirkung auf die verschiedenen Aktivitäten im Internet: So nimmt z.B. E-Mailen in der Regel weniger Zeit in Anspruch als Online-Shopping. Wie ausgiebig das Internet genutzt wird, hängt zu einem wesentlichen Teil von den Kosten ab, die eine Internet-Sitzung verursacht, und dementsprechend vom Einkommen des Nutzers. Untersuchungen der OECD haben ergeben, dass Internet-Nutzer in Ländern mit ungetaktetem Internet-Zugang in signifikantem Ausmaß länger online bleiben als User in Ländern, die zeitbezogene Preise an Telekommunikations- oder Internet Service Provider bezahlen müssen. Nielsen//NetRatings erhebt monatlich für 13 Länder weltweit Daten zur Internet-Nutzung sowie deren Art und Intensität. Die Untersuchung zeigt: Es gibt je nach Land Unterschiede in der Häufigkeit, mit der Internet-Nutzer ins Web gehen. In den USA (51), in Frankreich (42) und Deutschland (38) sind überdurchschnittlich viele Online-Sessions pro Monat zu verzeichnen, in Brasilien mit 23 OnlineSessions unterdurchschnittlich wenige. Durchschnittlich ist ein InternetNutzer im Dezember 2003 einmal täglich online. Dies bedeutet einen erheblichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Abb. 195 Nach US-amerikanischen und französischen Internet-Nutzern gehen deutsche Onliner weltweit am häufigsten ins Web Weltweit: Anzahl der Online-Sessions pro Monat in ausgewählten Ländern, Dezember 2003 USA Frankreich Deutschland Australien Großbritannien Schweiz 1) 51 (38) 2) 42 (25) 38 (26) 35 (21) 33 (20) 30 (18) 30 (15) 29 (19) 29 (19) 28 (24) 27 (18) 23 (16) 23 (21) Vergleichszahlen von Dez. 2002 in Klammern 1) Januar 2004 2) Nur von zu Hause 3) September 2003 2), 3) Italien Schweden Niederlande Hong Kong Spanien Brasilien Japan 2) 2) 2) 2) Basis: Internet-Nutzer ab 2 Jahren; Nutzung von zu Hause und der Arbeit Nielsen//NetRatings, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 207 Wie die Analyse nach Online-Zeit zeigt, ergibt sich ein anderes Ranking als bei der Häufigkeit der Online-Sessions. Die einzige Ausnahme bilden die USA: Sie sind sowohl bezüglich der Anzahl der Online-Sessions als auch bei der Dauer der online verbrachten Zeit mit 26 Stunden und 14 Minuten weltweit führend. Auf dem zweiten und dritten Platz folgen die Asiaten: Hong Kong mit 18 Stunden, 8 Minuten und Japan mit 13 Stunden, 36 Minuten. Die europäischen Länder schließen sich erst nach Brasilien an. Deutschland liegt mit 10 Stunden und 7 Minuten im Mittelfeld des gesamten Rankings, innerhalb der europäischen Länder allerdings auf Platz 3. Italien ist bezüglich der Online-Dauer das Schlusslicht: Fast 20 Stunden im Monat surfen italienische Internet-Nutzer weniger als die US-amerikanischen Spitzenreiter. Grund für die Unterschiede in der Dauer der im Internet verbrachten Zeit dürften hauptsächlich die TK- und ISP-Kosten sein. Der Trend zum Umstieg von einer getakteten Verbindung zur Flatrate, die es den Onlinern ermöglicht, unabhängig von Dauer und Tageszeitpunkt der Nutzung sowie der anfallenden Datenmenge zu einem festen Pauschalpreis im Internet zu surfen, könnte die Onliner der Länder, die sich derzeit noch nicht so lange im Internet aufhalten, zu längeren Online-Sessions animieren. Abb. 196 Auch bei der online verbrachten Zeit sind die USA Spitzenreiter Weltweit: Durchschnittliche monatlich verbrachte Online-Zeit pro Internet-Nutzer* in ausgewählten Ländern in Stunden und Minuten, September 2003 USA Hong Kong Japan ** Brasilien Spanien Frankreich Australien Deutschland Niederlande Schweiz Großbritannien Schweden Italien 26:14 18:08 13:36 12:27 11:16 10:56 10:30 10:07 9:44 9:19 9:14 8:51 * ab 2 Jahren, Nutzung von zu Hause aus ** Juni 2003 6,36 Nielsen//NetRatings, September 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 208 6.3.1.2 Häufigkeit und Dauer der Internet-Nutzung in Europa und Deutschland Im Auftrag der EU-Kommission erhebt EOS Gallup Europe jährlich unter ca. 30.000 Europäern u.a. Daten zur Internet-Verbreitung, Nutzung und Demographie. Die letzte Untersuchung wurde im April 2003 im Rahmen des Flash Eurobarometers unter dem Titel "Internet and the public at large" veröffentlicht. Erhebungszeitraum war November 2002. Aktuellere miteinander vergleichbare Ergebnisse für alle 15 EU-Mitgliedsländer liegen derzeit nicht vor. Wie aus dem Report hervorgeht, sind 84 Prozent der OnlineBevölkerung in den 15 EU-Staaten mindestens einmal wöchentlich im Internet, 69 Prozent sogar mehrmals in der Woche. Das Internet wird regelmäßig genutzt und ist fester Bestandteil des Alltags geworden. Abb. 197 69 Prozent der Internet-Nutzer in der EU gehen mehrmals wöchentlich online Europa (EU 15): Häufigkeit der Internet-Nutzung in Prozent der Onliner*, November 2002 weniger oft 7% einmal monatlich 9% einmal wöchentlich 15% täglich/fast täglich 44% mehrmals wöchtenlich 25% * ab 15 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus Flash Eurobarometer, April 2003 In vier EU-Ländern wird das World Wide Web bereits von über der Hälfte der Internet-Nutzer täglich oder fast täglich besucht: Die skandinavischen Länder und die Niederlande sind Spitzenreiter. Der EUDurchschnitt für häufige Internet-Nutzung liegt bei 44 Prozent, Deutschland hat mit 41 Prozent Nachholbedarf. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 209 Abb. 198 In Skandinavien und den Niederlanden sind mehr als die Hälfte der Internet-Nutzer täglich oder fast täglich online Europa (EU 15): Anzahl der Internet-Nutzer*, die täglich oder fast täglich online sind in ausgewählten Ländern in Prozent, November 2002 Dänemark Niederlande Schweden Finnland Belgien Großbritannien Luxemburg Österreich Spanien Deutschland Frankreich Portugal Irland Italien Griechenland 58 55 55 53 49 49 46 45 44 EU 15-Durchschnitt: 44% 41 40 40 36 35 35 Flash Eurobarometer, April 2003 * ab 15 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus In den Altersgruppen der 15- bis 24-Jährigen, 25- bis 39-Jährigen und 40- bis 54-Jährigen ist die Nutzungshäufigkeit sehr ähnlich verteilt. Bei den Älteren ab 55 Jahren allerdings, verschiebt sich die tägliche Nutzungshäufigkeit hin zur monatlichen oder noch weniger häufigen Nutzung. Jedoch sind auch in dieser Altersgruppe bereits 37 Prozent der Onliner täglich oder fast täglich im Internet unterwegs. Abb. 199 Die über 55jährigen gehen weniger häufig ins Web als alle anderen Internet-Nutzer Europa (EU 15): Häufigkeit der Internet-Nutzung nach Altersgruppen in Prozent der Onliner*, November 2002 41 42 38 44 26 17 10 9 26 16 9 8 25 16 9 8 25 15 9 7 15-24 Jahre täglich/fast täglich einmal monatlich 25-39 Jahre 40-54 Jahre mehrmals wöchtentlich weniger oft Flash Eurobarometer, April 2003 55+ Jahre einmal wöchentlich * ab 15 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus Zwischen der Online-Zeit der Internet-Nutzer, die von zu Hause aus ins Web gehen und der Anzahl der besuchten Websites besteht nicht unmittelbar ein Zusammenhang. Die Verteilung in Westeuropa ist hier durchaus unterschiedlich. In Spanien sind die Surfer pro Session am längsten im Web, besuchen jedoch weniger Websites als alle anderen Länder im Vergleich ­ so Ergebnisse von Nielsen//NetRatings im September 2003. Deutsche Onliner hingegen besuchen im Durchschnitt pro Session 12 Seiten mehr als die spanischen, verbringen insgesamt im Vergleich allerdings knapp vier Minuten weniger im Internet, d.h. deutsche Surfer nutzen die Online-Zeit intensiver. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 210 Abb. 200 Zwar sind die Spanier am längsten im Internet, die Deutschen besuchen jedoch weitaus mehr Websites pro Session Westeuropa: Intensität der Internet-Nutzung in ausgewählten Ländern in Prozent der Onliner*, September 2003 Land Spanien Italien Großbritannien Niederlande Schweden Frankreich Deutschland Schweiz Durchschnittliche Dauer einer Online Session in Minuten und Sekunden 33:43 30:45 30:42 30:25 30:18 29:54 29:28 28:40 Anzahl besuchter Websites pro Session 36 42 39 42 47 40 48 41 * ab 2 Jahren, Nutzung von zu Hause aus Nielsen//NetRatings, September 2003 Deutschland Aus der ARD/ZDF-Online Studie 2003 geht hervor, dass die tägliche Verweildauer der deutschen Onliner im Internet ­ unabhängig vom Ort der Nutzung ­ gegenüber dem Vorjahr im Wochendurchschnitt um 17 Minuten auf nunmehr 138 Minuten angestiegen ist. Dieses entspricht einer prozentualen Steigerung von 2002 auf 2003 um 14 Prozent. Absolut gesehen ist die neuerliche Zunahme um 17 Minuten der bisher größte Zuwachs, relativ gesehen liegt die Zuwachsrate von 14 Prozent auf dem Wachstumsniveau 2001-2002. Deutlich wird, dass die Online-Nutzung an den Wochenenden stark gestiegen ist (um 26 Prozent). Die Online-Nutzung an den Werktagen nahm dagegen nur um 8 Prozent zu. Damit geht die Schere zwischen der Nutzung an Werktagen und der Nutzung am Wochenende seit dem Jahr 2000 ­ als sie mit jeweils eineinhalb Stunden auf gleichem Niveau lag ­ weiter auseinander. Der Sachverhalt, dass sich Internet-Nutzung immer mehr auf den häuslichen und privaten Bereich erstreckt, wird mit diesen Ergebnissen bestätigt. Zugrunde liegt nach Meinung der Analysten das Online-Verhalten der neu hinzugewonnenen InternetNutzer. Diese Bevölkerungsgruppe nutzt das Internet offensichtlich in weitaus größerem Ausmaß in ihrer Freizeit am Abend und vor allem am Wochenende. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 211 Abb. 201 Auch im Jahr 2003 sind die Internet-Nutzer wieder länger als jemals zuvor im Web Deutschland: Durchschnittliche täglich verbrachte Online-Zeit in Minuten in Prozent der Internet-Nutzer 1997-2003 am Wochendende an Werktagen Montag-Sonntag 182 144 138 114 112 121 121 104 107 87 85 76 76 77 82 83 90 91 91 80 71 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Basis: Internet-Nutzer ab 14 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus ARD/ZDF-Online Studie, 2003 Geschlecht und Alter Die Internet-Nutzer werden laut ARD/ZDF-Online Studie nach drei Häufigkeiten eingeteilt: Selten- und Gelegenheits-Nutzer (32 Prozent), Durchschnitts-Nutzer (34 Prozent) und Häufig-Nutzer (30 Prozent). Gestiegen ist der Anteil der Selten- und Gelegenheits-Nutzer, die an bis zu zwei Tagen pro Woche ins Internet gehen. Der Anteil der Durchschnittsnutzer (an drei bis fünf Tagen im Internet) ist dagegen gesunken. Stabil geblieben ist der Anteil der Häufig-Nutzer, die an mehr als fünf Tagen ins Internet gehen. Im Durchschnitt sind Onliner im Jahr 2003 an 4,4 Tagen im Internet, ein Wert, der seit 2000 stabil ist. Am längsten sind die 20- bis 29-Jährigen täglich online (180 Minuten) und die 30- bis 39-Jährigen (157 Minuten). Damit überholen diese Altersgruppen erstmalig die ganz jungen Internet-Nutzer von 14 bis 19 Jahren (137 Minuten), bei denen sogar ein leichter Rückgang der Online-Zeit im Vergleich zum Vorjahr festgestellt werden kann. Die Zunahme der Online-Zeit ist allein den männlichen Internet-Surfern zu verdanken: Bei ihnen stieg die online verbrachte Zeit von 128 Minuten im Jahr 2002 um 25,8 Prozent auf 161 Minuten im Jahr 2003, während sie bei den Frauen mit 110 Minuten unverändert blieb. Abb. 202 Die 2003 gestiegene Verweildauer im Internet wird ausschließlich durch männliche Internet-Nutzer verursacht Deutschland: Durchschnittliche täglich online verbrachte Zeit nach Alter und Geschlecht in Minuten und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2002-2003 180 (29,5%) 2002 2003 161 (25,8%) 157 (26,6%) 145 137 (-5,5%) 139 128 110 110 (0%) 124 119 119 (0%) 112 (47,4%) 71 (18,3%) 76 60 Männer Frauen 14-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-60 Jahre 60+ Jahre Basis: Internet-Nutzer ab 14 Jahren, Nutzung Montag-Sonntag Prozentuale Veränderung zum Vorjahreswert in Klammern ARD/ZDF-Online Studie, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 212 6.3.2 Nutzung von Internet-Diensten 6.3.2.1 Nutzung von Internet-Diensten in Nordamerika und Asien USA Das Versenden und Empfangen von E-Mails bleibt ungeschlagen die favorisierte Internet-Anwendung aller Nationen sowie der US-Amerikaner. Laut Harris Interactive sind im Dezember 2003 91 Prozent aller InternetNutzer dieser Online-Aktivität nachgekommen, 67 Prozent gaben an, diese sogar sehr oft oder oft zu nutzen. Ein Großteil der Internet-Nutzer surft auch, um neue Websites kennen zu lernen (84 Prozent), spezielle Informationen zu Hobbies und anderen Interessengebieten zu finden (84 Prozent), Produktinformationen einzuholen (83 Prozent), sich über aktuelle Nachrichten und das Wetter zu informieren (81 Prozent) oder für Beruf bzw. Schule zu recherchieren (76 Prozent). Das Institut befragte hierzu die US-amerikanische Bevölkerung ab 18 Jahren, die das Internet von einem beliebigen Ort aus nutzen. Abb. 203 E-Mail bleibt weiterhin die beliebteste Online-Anwendung USA: Online-Aktivitäten von Internet-Nutzern* in Prozent, Dezember 2003 E-Mail Informationen zu Hobbies Neue Websites entdecken Produktinformationen Aktuelle Nachrichten/Wetter Recherche für Beruf/Schule Lokales Gesundheitsthemen Online-Shopping Software downloaden Online-Games (spielen oder downloaden) Finanzen Rechnungen bezahlen Jobsuche Chat Online-Kurse Telefonieren 84 84 83 81 91 76 75 71 64 63 51 47 40 39 26 25 13 * ab 18 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus Harris Interactive, Januar 2004 Einen besonderen Boom innerhalb der Online-Aktivitäten in den USA verzeichnete das Online-Banking. Seit August 2001 stieg die Anzahl der Menschen, die ihre Bankgeschäfte online tätigen um 79 Prozent im August 2003 bzw. von 13,0 Millionen auf 23,2 Millionen. Die Analysten von Nielsen//NetRatings schreiben dieses den gezielten Bemühungen der Banken zu, ihre Kunden weg vom Bankschalter hin zum Online-Banking zu führen (Nielsen//NetRatings, September 2003). Auch wenn das Internet in Bezug auf politische Nachrichten und Informationen noch nicht den Stellenwert des Fernsehens oder der Zeitungen innerhalb der Bevölkerung hat, wächst die Bedeutung jedoch rapide. 45 Prozent aller US-amerikanischen Onliner nutzen dieses Medium laut Harris Interactive, um sich im Bereich Politik und Wahlen zu informieren. Die männlichen Surfer nutzen diese Möglichkeit häufiger als Frauen: 50 Prozent der männlichen und 40 Prozent der weiblichen Internet-Nutzer besuchen Politik-bezogene Webpages (Stand: Februar 2004). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 213 Kanada Anders als die jüngeren Internet-Nutzer, suchen die Senioren ab 65 Jahren verstärkt Informationen zu Gesundheitsthemen im Internet: 88 Prozent recherchieren gezielt online, um Informationen zu bestimmten Erkrankungen zu erhalten, 75 Prozent möchten sich über ein spezielles Medikament oder eine Behandlungsmethode informieren. Immerhin 29 Prozent der "Silver Surfer" kaufen ihre verschreibungspflichtigen Medikamente sogar online (Forrester Research, Oktober 2003). Das Internet verändert die Art des sozialen Interagierens. Zumindest für Kanada ist dieses Phänomen durch eine Studie von Ipsos-Reid im Dezember 2003 belegt. Besonders jüngere Onliner begrüßen das Internet als eine Möglichkeit, neue Freunde kennen zu lernen und mit alten in Kontakt zu bleiben. 69 Prozent (10,4 Millionen) aller erwachsenen Internet-Nutzer in Kanada, die mindestens eine Stunde wöchentlich im Internet sind, geben an, das Internet für soziale Aktivitäten zu nutzen. Unter den 18- bis 34-Jährigen macht diese Gruppe sogar 82 Prozent der Internet-Nutzer aus. Dennoch: Die Unterschiede innerhalb der verschiedenen Altersgruppen fallen noch recht groß aus. Während 64 Prozent der 18- bis 34-Jährigen an Online-Chats und 50 Prozent an gemeinsamen Online-Spielen teilnehmen, können dieses nur 31 Prozent bzw. 21 Prozent der über 55Jährigen von sich behaupten. Die Analysten von Ipsos-Reid bezeichnen diese soziale Art der OnlineFreizeitgestaltung als "zweite Generation der Internet-Aktivitäten", die nicht mehr nur dem reiner Informationsgewinn dient. Abb. 204 Das Internet ist für viele Kanadier ein wichtiges Medium, um soziale Kontakte zu pflegen Kanada: Gesellschaftliche Online-Aktivitäten in Prozent der Internet-Nutzer* 2003 Live-Chat Kontakt mit Personen, die man selten sieht Online-Games mit mehreren Spielern Online-(Diskussions-) Foren Internet Relay Chat (IRC) Online-Telefonkonferenzen Nutzung von persönlichen Dienstleistungen Online-Partnervermittlung Nutzung von Voice-Services für mehrere Personen Keine Nutzung 40 35 32 29 18 11 10 6 * ab 18 Jahren, mindestens 1x wöchentlich online Basis: n = 1.000 2 31 Ipsos Reid, Dezember 2003 So erstaunt es denn auch nicht, dass laut Ipsos-Reid 43 Prozent der kanadischen Onliner aussagen, das Internet spiele für sie eine sehr wichtige oder wichtige Rolle im sozialen Leben. Unter den 18- bis 34Jährigen ist dieser Anteil mit 50 Prozent besonders hoch. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 214 China Auch in China sind die Informationssuche und der Wunsch nach Unterhaltung laut China Internet Network Information Center (CNNIC) die Hauptgründe, das Internet aufzusuchen. 46 Prozent bzw. 32 Prozent der chinesischen Internet-Nutzer ab sechs Jahren gehen deshalb online. Die meistgenutzen Services im Web sind E-Mail (88 Prozent), Suchmaschinen (62 Prozent) und Nachrichten (59 Prozent). Weitere Online-Aktivitäten sind noch nicht so weit verbreitet. Erst 4,5 Prozent der Internet-Nutzer erledigen auch ihre Bankgeschäfte im Internet (Stand: Januar 2004). Abb. 205 Die Suche nach Informationen und der Wunsch nach Unterhaltung sind in China die Hauptgründe für die Internet-Nutzung China: Online-Aktivitäten von Internet-Nutzern* in Prozent 2003 E-Mail Suchmaschinen Nachrichten Informationen über Websites Chatrooms Software downloaden/uploaden Diskussionsforen Online-Games Multimedia (MP3, Flash etc.) Online einkaufen Online-Unterricht 88,4 61,6 59,2 47,2 39,1 38,7 18,8 14,7 7,8 7,3 6,2 * ab 6 Jahren, Nutzung mindestens eine Stunde pro Woche von beliebigem Ort aus China Internet Network Information Center, Januar 2004 Südkorea Die südkoreanischen Onliner haben ähnliche Gründe, das Internet aufzusuchen: 71,6 Prozent sind auf der gezielten Suche nach Informationen, 54,9 Prozent gehen ins Internet, um zu E-Mailen und 50 Prozent um sich mit Online-Games zu vergnügen. Einen E-Mail-Account besitzen allerdings 84,6 Prozent der Internet-Surfer. Das Korea Network Information Center berücksichtigt dabei Internet-Nutzer ab 6 Jahren. (Stand: Juli 2003) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 215 6.3.2.2 Nutzung von Internet-Diensten in Europa im Vergleich zu Deutschland Die zwei wichtigsten Gründe das Internet zu nutzen, sind in Europa wie in USA oder Asien gleich: das Versenden von E-Mails und die Suche nach Informationen. Dieses bestätigen die Ergebnisse des Flash Eurobarometers vom April 2003. Abb. 206 Auch in Europa stehen Information und Kommunikation bei der Nutzung des Internet im Vordergrund EU: Internet-Aktivitäten in Prozent der Internet-Nutzer*, November 2002 E-Mailen News/Informationen Reiseinfo- und buchungen Fort- und Weiterbildung Gesundheitsinfo Stellenanzeigen Online-Banking Ticketreservierung Diskussionsforen Andere private Zwecke 78 73 64 47 40 33 32 29 24 Mehrfachnennung möglich * ab 15 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus 2 Flash Eurobarometer, April 2003 Abb. 207 Nach dem E-Mailen informieren sich europäische Internet-Nutzer als zweithäufigste Online-Aktivität über Neuigkeiten vom Tage und bestimmte Themen, die für sie schwerpunktmäßig von Interesse sind. In Dänemark und Deutschland liegt diese Aktivität mit dem E-Mailen gleichauf. Am dritthäufigsten werden Reiseinformationen und -tickets online gesucht. Hier hebt sich Irland mit 82 Prozent deutlich vom EUDurchschnitt (64 Prozent) ab. E-Mailen und die Informationsrecherche zählen zu den beliebtesten Internet-Aktivitäten der Westeuropäer Westeuropa: Top Fünf Internet-Aktivitäten in ausgewählten Ländern in Prozent der Internet-Nutzer*, November 2002 E-Mailen 91 88 87 84 82 81 80 79 75 75 70 59 News/ Informationen 77 82 84 75 65 92 67 65 76 74 65 50 Reiseinfos-und buchungen 76 72 66 82 72 60 58 64 56 65 59 35 Fort- u. Weiterbildung 30 22 26 46 41 55 48 47 63 52 44 40 Gesundheitsinformationen 54 29 39 48 43 37 36 40 37 46 28 19 Niederlande Schweden Dänemark Irland Großbritannien Spanien Finnland Belgien Italien Deutschland Frankreich Griechenland Mehrfachnennungen möglich Flash Eurobarometer, April 2003 * ab 15 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus In den meisten Mitgliedsstaaten der EU entspricht der Anteil derjenigen, die E-Mails versenden und empfangen dem EU-Durchschnitt von 78 Prozent. Die Niederländer sind allerdings mit einem Anteil von 91 Prozent Spitzenreiter innerhalb der Europäischen Union, die Griechen bilden mit nur 59 Prozent das untere Extrem. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 216 6.3.2.3 Nutzung von Internet-Diensten in Deutschland 73 Prozent der deutschen Internet-Nutzer versenden und empfangen mindestens einmal wöchentlich im Jahr 2003 E-Mails. Damit ist die Nutzung dieses Kommunikationsmittels rückläufig im Vergleich zum Jahr 2002, als noch 81 Prozent der Onliner mindestens einmal wöchentlich per E-Mail kommunizierten. In der ARD/ZDF-Online Studie 2003 wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Nutzung vieler Internet-Services und Inhalte sinkt. Eine Ausnahme bilden lediglich Online-Auktionen und Online-Shopping. Die Mehrzahl der heutigen Anwender weist im Gegensatz zu den ersten Internet-Nutzern, die Angebote des Webs noch intensiv ausschöpften, ein deutlich eingeschränktes Nutzungsspektrum auf. Auf dem zweiten und dritten Platz der Online-Aktivitäten folgen mit deutlichem Abstand die zielgerichtete Suche nach Informationen (52 Prozent), aber auch das ziellose Surfen im Web (51 Prozent). Abb. 208 Onliner beschränken sich 2003 mehr auf bestimmte Internet-Anwendungen Deutschland: Genutzte Online-Anwendungen* in Prozent der Internet-Nutzer** 2002-2003 E-Mail Zielgerichtete Suche nach Angeboten Surfen Homebanking Download von Dateien Gesprächsforen/Chats Audiodateien anhören Onlineauktionen Online-Games Online-Videos Online-Shopping Internetradio hören Buch-/CD-Bestellungen 73 81 5255 5154 29 32 32 35 18 17 16 23 2003 13 11 10 15 2002 6 6 8 7 7 * Nutzung mindestens 1x wöchentlich ** ab 14 Jahren, Nutzung von beliebigem Ort aus ARD-/ZDF-Online-Studie, 2003 Unterschiede in der Nutzung der Online-Angebote zwischen Männern und Frauen sind offensichtlich, aber nicht unerwartet. Männliche Onliner sind deutlich stärker interessiert an Informationsangeboten zu Wirtschaft, Politik, Finanzen, Sport und Autos. Außerdem beschäftigen sie sich häufiger mit Computerspielen (Männer: 35 Prozent, Frauen: 22 Prozent) und dem Herunterladen von Software. Frauen heben sich nur in den Bereichen Gesundheit (49 Prozent der Frauen, 35 Prozent der Männer) und Kosmetik (50 Prozent der Frauen, 14 Prozent der Männer) nach oben hin von den Männern ab. Stark frequentiert wird von Internet-Nutzern beiden Geschlechts neben Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 217 dem Kommunizieren per E-Mail (Männer: 91 Prozent, Frauen: 89 Prozent), Reiseinformationen (Männer: 71 Prozent, Frauen: 74 Prozent), Wetterberichte (Männer: 70 Nachschlagewerke (Männer: 72 Prozent, Prozent, Frauen: Frauen: 68 70 Prozent), Prozent), Informationen zu Schule, Studium, Ausbildung, Beruf (Männer/Frauen: 70 Prozent), auch Veranstaltungshinweise und Fahrplanauskünfte. Dieses ergibt eine Auswertung aus der aktuellen Allensbacher Computer- und Telekommunikations-Analyse (ACTA 2003), für die Internet-Nutzer zwischen 14 und 16 Jahren nach der Nutzung von Online-Angeboten gefragt wurden. Abb. 209 Bei der Art der Internet-Nutzung sind deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zu erkennen Deutschland: Nutzung von Online-Angeboten nach Geschlecht in Prozent der Internet-Nutzer* 2003 Männer Frauen 91 E-Mails Download Software Produktinfos Nachschlagewerke Infos über Reiseziele Wetterbericht/Reisewetter Informationen zu Schule, Studium, Ausbildung, Politische Nachrichten Veranstaltungshinweise Computerthemen Fahr-/Flugplanauskunft Sportnachrichten * 14-64 Jahre 74 72 72 71 70 70 68 68 66 66 62 E-Mails Infos über Reiseziele Nachschlagewerke 89 Informationen zu Schule, Studium, Ausbildung, Veranstaltungshinweise Wetterbericht/Reisewetter Fahr-/Flugplanauskunft Produktinfos Politische Nachrichten Download Software Infos über Kosmetik Gesundheitstipps 74 70 70 69 68 67 59 55 50 50 49 Institut für Demoskopie Allensbach (ACTA), 2003 In der ARD/ZDF-Online-Studie 2003 werden die Nutzungsgewohnheiten von Online-Anwendungen für die Gruppe der Jugendlichen (14 bis 19 Jahre) gesondert erfasst. Diese nutzen die vielfältigen Möglichkeiten des Internets im stärkeren Maße als der durchschnittliche Nutzer. Jugendliche sind aktiver, kommunikativer und weniger nutzwertorientiert. Hier ist das Interesse an Gesprächsforen/Chats besonders groß, ebenso wie an den Unterhaltungsfeatures, z.B. Dateien-Download, Audiodateien anhören, Videos ansehen und Computerspielen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 218 Abb. 210 Jugendliche nutzen verstärkt Unterhaltungsfeatures im Internet Deutschland: Genutzte Online-Anwendungen* in Prozent der Internet-Nutzer** 2003 Gesamt 14-19 Jahre 73 52 51 32 29 18 17 16 11 10 8 7 6 4 3 2 * Nutzung mindestens 1x wöchentlich von beliebigem Ort aus Versenden/Empfangen von E-Mails Zielgerichtet bestimmte Angebote suchen Zielloses Surfen im Internet Homebanking Download von Dateien Gesprächsforen, Newsgroups, Chats Audiodateien anhören Onlineauktionen, Versteigerungen Computerspiele Videos ansehen Online Shopping Live Internetradio hören Buch-/CD-Bestellungen Gewinnspiele Kartenservice Live im Internet fernsehen ARD-/ZDF-Online-Studie, 2002/2003 74 57 64 8 47 47 36 13 29 20 6 8 6 4 7 4 ** ab 14 Jahren Die Internet-Tätigkeiten von Kindern zwischen 6 und 13 Jahren in Deutschland unterscheiden sich in den Hauptanwendungen nicht sehr von denen der Erwachsenen. Nach der "KIM 2003 - Kinder und Medien"Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) suchen 42 Prozent dieser ganz jungen Internet-Nutzer Informationen für die Schule, 41 Prozent Informationen zu einem bestimmten Thema und 40 Prozent versenden oder empfangen E-Mails. Abb. 211 Auch Kinder sind im Internet in erster Linie auf Informationssuche Deutschland: Internet-Tätigkeiten, die mindestens einmal wöchentlich durchgeführt werden in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Informationen für die Schule suchen Informationen zu best. Themen suchen E-Mails (senden/empfangen) Seiten für Kinder nutzen Netzspiele spielen Spiele herunterladen Musikdateien herunterladen Chatten Seiten für Erwachsene nutzen Beiträge in Newsgroups lesen Sonstige Dateien herunterladen Fernsehen übers Internet Radio hören übers Internet 42 41 40 32 18 17 17 16 12 12 12 Basis: Internet-Nutzer von 6-13 Jahren, n=505 5 5 KIM (Kinder und Medien), 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 219 6.4 E-Commerce Das Internet ist eine globale Plattform für Kommunikation und Information. Die weltweite Vernetzung schafft einen schier grenzenlosen virtuellen Marktplatz, auf dem sich sowohl für die Angebots- als auch für die Nachfrageseite ganz neue Möglichkeiten ergeben. Neben der Beschleunigung und Vernetzung interner und externer Prozesse können Produkte und Werbung individueller auf die weltweite Kundschaft abgestimmt und gezielter positioniert werden. Dem Nachfrager steht eine erweiterte Angebotspalette zur Verfügung, Produkte und Dienstleistungen können schneller einem direkten Vergleich unterzogen werden. Einen Beitrag zur Abgrenzung des Begriffs E-Commerce leistete das E-Commerce Center Handel (ECC Handel) in Jahr 2001 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA). Der Definition zufolge fallen unter E-Commerce solche Transaktionen auf einem Markt, bei denen ein offeriertes Wirtschaftsgut gegen Entgelt elektronisch angeboten wird und auch der Bestellprozess über ein computergestütztes Netzwerk erfolgt. Es werden grundsätzlich zwei Arten von Transaktionen unterschieden: · · Business to Business (B2B): Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen Business to Consumer (B2C): Geschäftsbeziehungen zwischen Verbrauchern und Unternehmen Als weitere Unterkategorie kommen noch die Internet-basierten Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung hinzu, oftmals als Business to Government (B2G) bezeichnet. Besonders fokussiert wird der E-Commerce in und zwischen Unternehmen (B2B) (Kapitel 6.5). Neben der Darstellung des weltweiten Marktes nach B2B-E-Commerce-Umsätzen mit Deutschland im internationalen Vergleich, werden der Stand des E-Business in deutschen Unternehmen im internationalen Vergleich und die Entwicklung virtueller Marktplätze analysiert. Nach Cap Gemini Ernst & Young ist E-Business die Gesamtheit der aufeinander abgestimmten Verfahrensweisen, welche durch den integrierten Einsatz von neuen Technologien eine Koordination Integration von Geschäfts-, Unternehmensebene ermöglichen. Neben den reinen Warenverkäufen (z.B. Bücher, Hardware, Software, Lebensmittel usw.) beinhaltet E-Commerce auch das Angebot von Dienstleistungen (Reisebuchungen, Online-Banking, usw.). Unter E-Commerce-Umsatz ist in der Regel in diesem Report der Wert der über das Netz bestellten (nicht aber über das Netz notwendigerweise bezahlten) Waren und Dienstleistungen zu verstehen. Im Kapitel 6.6 wird der Bereich des B2C-E-Commerce analysiert, die weltweiten und regionalen Umsätze dargestellt und auf das Online-Shopping-Verhalten der Konsumenten eingegangen. Als Internet-Nutzer wird hier derjenige definiert, der in dem Monat vor der Befragung persönlich das Internet in irgendeiner Form genutzt hat. Unter Online-Shopper wird ein Internet-Nutzer verstanden, der, wenn nicht anders angegeben, in den letzten vier Wochen vor der Erhebung Waren oder Dienstleistungen online bestellt oder gekauft hat. Ferner untersucht werden Umsätze, Einnahmen und Schlüsseltechnologien im Bereich des Mobile Commerce (Kapitel 6.7) nach Regionen und Ländern. Insbesondere werden die Erfolgschancen der mobilen Dienste analysiert. Kommunikations- und Transaktionsprozessen und auf der Marktund der Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 220 6.4.1 E-Commerce weltweit inkl. B2B- und B2C-Umsätze E-Commerce weltweit Definition Das Internet hat die Geschäftswelt in den letzten Jahren durch die Möglichkeiten des E-Commerce dramatisch verändert: Unternehmen gewinnen Zugang zu neuen Märkten, Interaktionen mit Kunden können im direkten Dialog gestaltet werden. Die Wirtschaftssektoren Finanzen, Kommunikation, Informationstechnik und Einzelhandel haben bisher am stärksten mit E-Commerce zu tun. In Zukunft wird der elektronische Handel aber auch in allen anderen Branchen immer wichtiger werden. Im Folgenden wird unter E-Commerce ein Kaufakt verstanden, den ein Käufer über das Internet beginnt bzw. tätigt. Ob die Rechnungsstellung online oder konventionell erfolgt, und wie das Produkt letztendlich zugestellt wird, ist für die Definition nicht relevant. Dem elektronischen Handel werden nach wie vor unverändert hohe Wachstumsraten bescheinigt. Im aktuellen E-Commerce and Development Report der Handels-und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (UNCTAD), der die weltweite Entwicklung des E-Commerce analysiert, wird allerdings angemerkt, dass nur wenige offizielle Statistiken zu diesem Themenkomplex verfügbar sind und die meisten Schätzungen und Prognosen auf den Berichten der Marktforschungsinstitute basieren. Zum einen differieren diese Schätzungen aber je nach Definition und Analyseschwerpunkt zum Teil beträchtlich, zum anderen untersuchen die Marktforschungsinstitute oftmals nur den B2C-Bereich, d.h. den Handel zwischen einem Unternehmen und den Endkunden. Zahlen zum gesamten E-Commerce-Markt inklusive des B2B-Bereichs finden sich verhältnismäßig selten. Das Gesamtvolumen des weltweiten E-Commerce wird von den Marktforschern von Global Industry Analysts in ihrer Studie vom April 2003 für das vergangene Jahr (2003) auf 1,7 Billionen USD geschätzt. Für das Jahr 2004 wird mit rund 2,5 Billionen USD gerechnet, und bis zum Jahr 2005 soll der elektronische Handelsumsatz gar um weitere 50 Prozent auf 3,8 Billionen USD ansteigen. E-Commerce weltweit Abb. 212 Im Jahr 2004 werden weltweit Waren und Dienstleistungen im Wert von 2.500 Milliarden US-Dollar umgesetzt Weltweit: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 2000 274,6 2001 530,2 (93,0%) 2002 960,3 (81,1%) 2003 1.702,1 (77,2%) 2004 2.538,9 (49,2%) 2005 3.826,2 (50,7%) Global Industry Analysts, April 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 221 Abb. 213 Rund 95 Prozent dieses Gesamtumsatzes werden der UNCTAD zufolge im B2B-Bereich erzielt, in dem Segment also, in dem Unternehmen untereinander handeln. Das dem gegenüberstehende B2C-Segment kommt dementsprechend auf einen Umsatzanteil von lediglich fünf Prozent. An diesem Verhältnis wird sich nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Ein immer größerer Anteil des Gesamtumsatzes fällt im internationalen Vergleich auf Westeuropa, was auf eine stark steigende Popularität und eine zunehmende Nutzung der Möglichkeiten des Online-Einkaufs schließen lässt. Während im Jahr 2000 nur rund ein Viertel aller E-Commerce-Umsätze weltweit in Westeuropa getätigt wurden, wird dieser Anteil den Prognosen der Global Industry Analysts zufolge bis zum Jahr 2004 auf über 30 Prozent steigen. Im gleichen Zeitraum sinkt der Anteil der USA am weltweiten E-Commerce-Volumen von über 52 Prozent auf voraussichtlich knapp 43 Prozent im Jahr 2004. 30 Prozent des weltweiten E-Commerce-Volumens werden dieses Jahr in Westeuropa umgesetzt Weltweit: E-Commerce-Umsätze nach Regionen in Milliarden US-Dollar und in Prozent* 2000 und 2004 Sonstige Länder 7,6% (20,8 Mrd.) Japan 11,8% (32,3 Mrd.) Asien/Pazifik 2,6% (7,3 Mrd.) Sonstige Länder 6,4% (163,6 Mrd.) Japan 14,3% (363,1 Mrd.) Asien/Pazifik 5,1% (130,4 Mrd.) 2000 USA 52,4% (143,9 Mrd.) 2004 USA 43,6% (1.107,4 Mrd.) Westeuropa 25,6% (70,3 Mrd.) Gesamt 2000: 274,6 Milliarden US-Dollar * Differenzen zu 100% sind rundungsbedingt möglich. Westeuropa 30,5% (774,3 Mrd.) Gesamt 2004: 2.538,8 Milliarden US-Dollar Global Industry Analysts, April 2003 USA Die Vereinigten Staaten, obgleich nach wie vor die größte E-CommerceNation weltweit, weisen im internationalen Vergleich die geringsten Wachstumsraten auf. Während für die asiatisch-pazifische Region für die Jahre 2000 bis 2005 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von annähernd 130 Prozent prognostiziert wird, erwarten die Marktforscher von Global Industry Analysts für die USA ein vergleichsweise niedriges durchschnittliches Wachstum von knapp 85 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 222 Abb. 214 Der US-amerikanische E-Commerce-Umsatz wird sich bis 2005 mehr als verzehnfachen USA: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2000-2005 2000 143,9 (52,4%) 2001 250,6 (47,3%) 2002 427,0 (44,5%) 2003 733,4 (43,1%) 2004 1.107,4 (43,6%) 2005 1.683,2 (44,0%) Global Industry Analysts, April 2003 Asien Japan stellt mit großem Abstand den im Bereich des E-Commerce dominierenden Markt in der asiatisch-pazifischen Region dar. Im Jahr 2004 wird Japan der Markteinschätzung von Global Industry Analysts zufolge für annähernd drei Viertel aller E-Commerce-Umsätze in der Region verantwortlich sein. Bis zum Jahr 2005 wird Japan Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 530 Milliarden USD online umsetzen. zum Vergleich: Das E-Commerce-Volumen der übrigen Länder Asiens beläuft sich im Jahr 2005 voraussichtlich auf deutlich weniger als die Hälfte des japanischen Volumens. Die durchschnittlichen jährlichen Wachstumsraten liegen für die Jahre 2000 bis 2005 in Japan bei gut 100 Prozent, in der asiatisch-pazifischen Region (ohne Japan) sogar bei knapp 130 Prozent. Abb. 215 Japan ist der dominierende E-Commerce-Markt in Asien Asien/Pazifik: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar 2000-2005 2000 32,3 7,3 2001 68,6 19,1 Japan Asien/Pazifik ohne Japan 2002 135,7 42,5 2003 255,7 87,0 2004 363,1 130,4 2005 526,6 197,0 Global Industry Analysts, April 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 223 Westeuropa Abb. 216 Die EU sowie die EFTA-Staaten Norwegen und die Schweiz stellen zusammen genommen den weltweit zweitgrößten E-Commerce-Markt nach den USA dar. Waren und Dienstleistungen im Gesamtwert von mehr als 516 Milliarden USD wurden vorläufigen Schätzungen der Global Industry Analysts vom April 2003 zufolge in Westeuropa im Jahr 2003 online umgesetzt. Bis zum Jahr 2005 soll sich dieser Wert den Prognosen zufolge auf 1.169 Milliarden USD mehr als verdoppeln. Gleichzeitig wächst der Anteil Westeuropas am gesamten weltweiten E-Commerce-Umsatz von rund 25 Prozent im Jahr 2000 auf über 30 Prozent im Jahr 2005 an. Die westeuropäischen E-Commerce-Umsätze werden sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppeln 2000 Westeuropa: E-Commerce-Umsatz in Milliarden US-Dollar und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2000-2005 70,3 2001 153,3 (118,1%) 2002 291,5 (90,1%) 2003 516,2 (77,1%) 2004 774,3 (49,2%) 2005 1.169,2 (51,0%) Global Industry Analysts, April 2003 Die Zahlen der Global Industry Analysts werden vom European Information Technology Observatory (EITO) bestätigt. Für das Jahr 2003 rechnet EITO in seinem jüngsten Report vom März 2004 mit einem westeuropäischen E-Commerce-Gesamtumsatz von 476,7 Milliarden EUR. Knapp 87 Prozent dieses Umsatzes wurden den EITO-Angaben zufolge im B2B-Bereich gemacht. Für das Jahr 2007 rechnet das Observatory mit einem Anstieg des westeuropäischen E-Commerce-Umsatzes auf 2.423 Milliarden EUR, wobei sich der Prognose zufolge am Verhältnis von B2B zu B2C keine wesentlichen Änderungen ergeben werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 224 Abb. 217 Bis 2007 wird ein Anstieg der westeuropäischen E-Commerce-Umsätze auf über 2,4 Billionen Euro erwartet Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in Milliarden EUR 2003 und 2007 B2B B2C 2003 413,6 63,1 476,7 2007 2.100,6 322,6 2.423,2 EITO, März 2004 Innerhalb Westeuropas sind Großbritannien und Deutschland die führenden E-Commerce-Nationen. Gut 29 Prozent der europäischen E-Commerce-Umsätze wurden im Jahr 2002 in Deutschland getätigt, und weitere 24,5 Prozent gehen auf das Konto der Briten. Mit deutlichem Abstand folgt Frankreich mit einem Anteil von 7,2 Prozent auf dem dritten Rang. Abb. 218 Deutschland und Großbritannien sind die führenden E-Commerce-Nationen Europas Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden US-Dollar und Anteil am Gesamtumsatz in Prozent 2002 Deutschland Großbritannien Frankreich Italien Niederlande Schweden Schweiz Österreich Spanien Finnland Norwegen Belgien Dänemark Griechenland Irland Portugal 84,8 (29,1%) 71,4 (24,5%) 21,0 (7,2%) 18,9 (6,5%) 16,0 (5,5%) 15,2 (5,2%) 9,6 (3,3%) 9,0 (3,1%) 9,0 (3,1%) 6,7 (2,3%) 6,7 (2,3%) 6,7 (2,3%) 6,1 (2,1%) 3,5 (1,2%) 3,5 (1,2%) 3,2 (1,1%) Westeuropa gesamt: 291,5 Milliarden US-Dollar Global Industry Analysts, April 2003 Auch diese Daten werden von EITO bestätigt. Für die fünf größten E-Commerce-Nationen Westeuropas berechnete die Studie die Internetbasierten Umsätze für das Jahr 2003 und stellte Hochrechnungen für das Jahr 2007 an. Auch dieser Analyse zufolge ist Deutschland im Jahr 2003 mit einem E-Commerce-Umsatz von 138,1 Milliarden EUR die mit deutlichem Vorsprung größte E-Commerce-Nation Europas, gefolgt von Großbritannien mit 84,9 Milliarden EUR und Frankreich mit 65,9 Milliarden EUR. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 225 Abb. 219 Bemerkenswert ist in diesem Vergleich der verhältnismäßig hohe B2CAnteil in Großbritannien. Während der Anteil des B2C-E-Commerce am gesamten E-Commerce-Umsatz in den anderen analysierten Ländern bei zehn bis zwölf Prozent liegt, erreicht er in Großbritannien einen Wert von annähernd 20 Prozent. Großbritannien ist damit in absoluten Zahlen betrachtet gegenwärtig der größte B2C-Markt in Europa. Deutschland ist mit deutlichem Abstand der größte E-Commerce-Markt in Westeuropa Westeuropa: E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR 2003 und 2007 138,1 15,4 2003 122,7 Deutschland 2007 650,8 65,7 81,6 732,4 84,9 16,8 68,0 Großbritannien 363,5 429,3 53,1 65,9 8,0 57,8 Frankreich 5,9 52,1 46,2 2,9 24,9 22,0 Italien 305,5 35,4 226,9 15,1 124,1 139,2 358,6 262,3 B2B B2C Spanien EITO, März 2004 Öffentliche Förderung Informationsgesellschaft Deutschland 2006 Detaillierte Analysen der E-Commerce-Umsätze unter besonderer Berücksichtigung des B2B- und B2C-Marktes finden sich in den anschließenden Kapiteln, ebenso wie eine Übersicht der aktuellen Entwicklungen im Bereich E-Business. Zur Förderung des elektronischen Geschäftsverkehrs wurden zahlreiche Initiativen weltweit gestartet. Beispielhaft sollen im Folgenden die Inhalte des aktuellen Aktionsprogramms "Informationsgesellschaft Deutschland 2006" der Bundesregierung sowie der Initiative "eEurope 2005" der Europäischen Kommission im Hinblick auf deren Auswirkungen auf den deutschen bzw. europäischen elektonischen Handel skizziert werden. Mit dem Aktionsprogramm "Informationsgesellschaft Deutschland 2006", im Dezember 2003 als "Masterplan für Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft" vorgestellt, will die Bundesregierung die Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie stärken und die derzeitige Position Deutschlands bei der Verbreitung und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Als konkrete Ziele für den Bereich der elektronischen Wirtschaft nennt das in Kooperation von den Bundesministerien für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) und Bildung und Forschung (BMBF) erstellte Aktionsprogramm als Grundvoraussetzungen für ein weiteres Wachstum des E-Commerce die Steigerung der Internet-Nutzung der deutschen Bevölkerung auf 75 Prozent bis zum Jahr 2005 und insbesondere die zunehmende Nutzung von breitbandigen Anschlüssen zum Zugang ins Internet. Bis zum Jahr 2005 soll nach dem Willen der Bundesregierung der Breitband-Anschluss den dominierenden Internet-Zugangsweg in Deutschland darstellen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 226 eEurope 2005 Neben der Förderung dieser infrastrukturellen Rahmenbedingungen sowie der Vereinfachung und Modernisierung der entsprechenden rechtlichen Grundlagen strebt die Bundesregierung im Bereich des E-Business ein deutliches Nutzungswachstum insbesondere bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Deutschland an. Dem Aktionsprogramm zufolge sollen bis zum Jahr 2008 40 Prozent aller KMU integrierte E-Business-Lösungen für die gesamte Wertschöpfungskette anwenden. Auch der Aktionsplan "eEurope 2005" der Europäischen Kommission vom Mai 2002 nimmt die kleinen und mittelständischen Unternehmen Europas in den Fokus und hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2003 ein europäisches Netz für die Unterstützung beim elektronischen Geschäftsverkehr einzurichten, das die maßgeblichen Akteure auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene zusammenbringen soll, um Maßnahmen zur Unterstützung der KMU beim elektronischen Geschäftsverkehr mehr Gewicht zu verleihen und zu koordinieren. Zur Unterstützung dieser Maßnahmen hat es sich die Kommission ebenso zum Ziel gesetzt, die einschlägigen Rechtsvorschriften zusammen mit den Mitgliedsstaaten zu überprüfen, um Barrieren zu beseitigen, die Unternehmen an der Nutzung des elektronischen Geschäftsverkehrs hindern. Diese Überprüfung soll vor allem zur Erweiterung bestehender, für den E-Commerce günstiger Vorschriften führen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen für die einzelnen Vertriebswege (offline vs. online) zu schaffen. Als dritte Maßnahme zur Förderung des E-Commerce nennt der Aktionsplan der EU-Kommission die Unterstützung der Privatwirtschaft bei der Entwicklung von interoperablen Lösungen für Transaktionen, Sicherheit, Unterschriften, Beschaffung und Bezahlung beim elektronischen Geschäftsverkehr. Um den Unternehmen der Privatwirtschaft grenzübergreifende elektronische Transaktionen zu erleichtern, prüft die EU-Kommission zusätzlich die Möglichkeit der Einführung eines europaweiten Systems zur Online-Streitbeilegung und fördert die Einrichtung von OnlineInformationssystemen für Rechtsfragen bezüglich des elektronischen Handels. Neben diesen konkreten E-Commerce-relevanten Aktivitäten unterstützt und fördert die Kommission, ebenso wie die vergleichbare Initiative der Bundesregierung, die Erweiterung und den Ausbau der technologischen Infrastruktur in Europa, ebenfalls mit besonderem Augenmerk auf breitbandige Internet-Zugänge. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 227 6.5 B2B E-Commerce 6.5.1 B2B E-Commerce-Umsätze weltweit Nicht nur kurzfristig, sondern auch auf lange Sicht wird das E-Commerce-Wachstum weltweit vom B2B-Sektor bestimmt werden. B2C wird auch weiterhin nur einen kleinen Anteil am gesamten E-Commerce-Volumen ausmachen. Nach Schätzungen der Handels- und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (UNCTAD) werden derzeit rund 95 Prozent des gesamten weltweiten E-Commerce-Umsatzes im B2B-Bereich erzielt. Das dem gegenüberstehende B2C-Segment kommt dementsprechend auf einen Umsatzanteil am weltweiten E-Commerce von lediglich fünf Prozent. An diesem Verhältnis wird sich nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Die Analysten der Marktforschungsorganisation eMarketer kommen hier zu einer etwas geringeren Quote und gehen in ihrer E-Commerce-Studie aus dem Jahr 2002 davon aus, dass der B2B-Anteil am gesamten E-Commerce-Umsatz im Jahr 2004 weltweit bei knapp 87 Prozent liegen wird. Im Gegensatz zu den früheren Jahren, in denen eine rege Analyse- und Berichtstätigkeit einschlägigen seitens offiziellen der Marktforschungsinstitute Organisationen zu erkennen sowie war der und umfangreiches statistisches Material nicht nur zum E-Commerce-Markt allgemein, sondern auch zum B2B-Bereich zur Verfügung stand, ließ das Interesse und die Berichterstattung der Marktbeobachter im Jahr 2003 deutlich nach, so dass nur noch eine geringe Anzahl an Studien und international vergleichenden Analysen zu diesem Bereich herangezogen werden können. Schwer wiegt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass mit eMarketer und Taylor Nelson Sofres (Global eCommerce Report) zwei der maßgeblichen Quellen der letzten Jahre keine aktuellen bzw. aktualisierten Studien zu diesem Themenkomplex publiziert haben. Im folgenden werden die Inhalte der derzeit zur Verfügung stehenden Studien und Analysen zum B2B-Markt vorstellt. Weitere Statistiken und Analysen finden sich auch im Kapitel "E-Business" im Anschluss an dieses Kapitel. In ihrem derzeit aktuellsten Report zum weltweiten E-Commerce-Markt vom April 2003 (E-Commerce Trade and B2B Exchanges) geht die Marktforschungsorganisation eMarketer davon aus, dass der weltweite E-Commerce-Umsatz im B2B-Bereich nach 1,4 Billionen USD im Jahr 2003 auf knapp 2,4 Billionen USD im Jahr 2004 steigen wird. B2B-Umsatz weltweit Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 228 Abb. 220 Für 2004 wird mit einem Wachstum des weltweiten B2B-E-Commerce-Umsatzes auf 2,4 Billionen US-Dollar gerechnet Weltweit: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD 2000-2004 2000 278 2001 474 2002 823 2003 1.409 2004 2.367 eMarketer, April 2003 Vergleicht man die zur Verfügung stehenden Statistiken und Prognosen, so ergibt sich ein uneinheitliches Bild: Je nach Berechnungsgrundlage und Definition gehen die Marktforschungsinstitute für das Jahr 2004 mit einem weltweiten B2B-Umsatz zwischen 1,4 Billionen USD (Ovum) und 6,0 Billionen USD (Gartner) aus. So unterschiedlich die Aussagen der Institute die absoluten Zahlen betreffend sind, so einstimmig ist allerdings die Prognose für die zukünftige Entwicklung: Es wird erwartet, dass die Umsatzprognose im B2B-Bereich weiterhin positiv ausfällt. Abb. 221 Für den B2B-Bereich wird mit einem kräftigen Wachstum gerechnet Weltweit: Vergleichende Schätzungen zum B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD 2001-2005 Institut AMR Research, 2001 Computer Economics, Juni 2002 eMarketer, Februar 2002 International Data Corporation (IDC), April 2001 Gartner Group, März 2001 Ovum, 2001 2001 704 474 516 919 345 2002 1.375 1.125 823 917 1.929 543 2003 2.261 1.853 1.409 1.573 3.632 858 2004 3.350 2.810 2.367 2.655 5.950 1.400 2005 4.739 3.987 4.329 8.530 - Angegebene Institute Nordamerika ist mit großem Abstand der dominierende B2BE-Commerce-Markt weltweit und wird diese Position den Prognosen der Marktforschungsinstitute zufolge auf absehbare Zeit auch halten. Die Analysten von Computer Economics gehen in ihrer Analyse vom Juni 2002 davon aus, dass im Jahr 2003 knapp zwei Drittel des weltweiten E-Commerce-Umsatzes im B2B-Bereich in Nordamerika getätigt wurden. Bis zum Jahr 2006 soll sich dieser Anteil auf 58 Prozent verringern. Im gleichen Zeitraum rechnen die Marktforscher von Computer Economics mit einem Anstieg des europäischen Anteils am gesamten 20 Prozent. B2B-E-Commerce-Handel von 17 Prozent auf knapp Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 229 Abb. 222 Der europäische Anteil am globalen B2B-Markt wird auf Kosten Nordamerikas zunehmen Weltweit: B2B-E-Commerce-Umsatz nach Regionen in Milliarden US-Dollar und in Prozent*, 2003 und 2006 Europa 17,0% (314,1) Asien/Pazifik 17,1% (316,1) Zentral-/ Südamerika 0,2% (4,1) Mittlerer Osten/Afrika 0,1% (1,8) Zentral-/ Südamerika 0,4% (20,8) Europa 19,7% (1.042,6) Mittlerer Osten/Afrika 0,1% (4,6) 2003 2006 Nordamerika 65,7% (1.217,0) Asien/Pazifik 21,7% (1.147,0) Nordamerika 58,2% (3.079,0) Gesamt 2003: 1.853,2 Mrd. USD * Differenzen zu 100% sind rundungsbedingt möglich Gesamt 2006: 5.294,0 Mrd. USD Computer Economics, Juni 2002 Abb. 223 Der nordamerikanische B2B-Umsatz steigt bis 2006 auf über drei Billionen US-Dollar; gleichzeitig sinkt aber der Anteil am Weltmarkt auf 58 Prozent Nordamerika: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 0 3.079,0 2.390,1 58,2% 1.721,7 61,3% 59,9% 836,8 68,8% 1.217,0 65,7% 2002 2003 2004 2005 2006 Computer Economics, Juni 2002 USA In seiner aktuellen Analyse des weltweiten B2B-E-Commerce-Marktes vom April 2003 geht die amerikanische Marktforschungsorganisation eMarketer davon aus, dass das US-amerikanische E-CommerceVolumen im B2B-Bereich im Jahr 2003 721 Milliarden USD erreichen wird. Für das Jahr 2004 rechnen die Marktforscher mit einem weiteren Anstieg auf 1.010 Milliarden USD. Offizielle Statistiken des US Census Bureau bestätigen auch für die USA, dass der Anteil des B2B-E-Commerce am gesamten E-Commerce-Umsatz deutlich höher ist als der des B2C-Bereichs. Dem aktuellen Report des US Census Bureau vom März 2003 zufolge (2001 E-commerce Multi-sector Report) lassen sich 93,3 Prozent des gesamten E-Commerce-Umsatzes in den USA auf den B2B-Bereich zurückführen. Im Jahr 2001 betrug der Gesamtumsatz der Statistik zufolge 1,07 Billionen USD, davon 995 Milliarden USD im B2B-Bereich. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 230 Bezogen auf den gesamten US-amerikanischen Handelsumsatz (unabhängig davon, ob er online oder über klassische Vertriebswege "offline" erzielt wurde) bedeutet dies, dass im Jahr 2001 rund 15 Prozent des gesamten US-amerikanischen B2B-Umsatzvolumens elektronisch per E-Commerce abgewickelt wurden. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden weniger als ein Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes elektronisch mit Hilfe des Internet durchgeführt. Abb. 224 Knapp 15 Prozent des gesamten B2B-Geschäfts wurden über das Internet abgewickelt USA: Gesamthandelsumsatz in Milliarden USD und E-Commerce-Anteil in Prozent 2001 E-Commerce 995 Mrd. (14,9%) E-Commerce 71 Mrd. (0,9%) B2B B2C Gesamt: 6.676 Mrd. USD Gesamt: 7.896 Mrd. USD US Census Bureau, März 2003 Asien/ Pazifik Den statistischen Analysen von Computer Economics zufolge ist der asiatisch-pazifische Raum nach Nordamerika die im Bezug auf B2BE-Commerce umsatzstärkste Weltregion. In diesem Jahr werden den Hochrechnungen der Analysten von Computer Economics zufolge gut 19 Prozent des weltweiten B2B-E-Commerce-Volumens in Asien umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2006 wird der Anteil den Prognosen zufolge auf annähernd 22 Prozent ansteigen. Abb. 225 Nach Nordamerika ist der asiatisch-pazifische Raum der zweitgrößte B2B-Markt weltweit Asien/Pazifik: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 1.147,0 21,7% 812,6 20,4% 187,8 15,4% 2002 316,1 17,1% 540,8 19,2% 2003 2004 2005 2006 Computer Economics, Juni 2002 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 231 Europa Abb. 226 Auch in Europa ging die Analyseintensität des E-Commerce-Bereiches durch die statistischen Behörden und die Marktforscher zurück, und nur noch wenige neue Schätzungen stehen im B2B-Bereich zur Verfügung. Einer Studie der Marktforschungsorganisation IDC vom Juni 2003 zufolge ist B2B-E-Commerce mittlerweile ein fester Bestandteil des europäischen Wirtschaftslebens geworden. Wurde E-Commerce am Anfang zunächst von der verkaufenden Seite als eine Möglichkeit gesehen, einen neuen Absatzkanal für Produkte und Dienstleistungen zu eröffnen, so ist IDC zufolge die Käuferseite mittlerweile die treibende Kraft hinter der E-Commerce-Entwicklung, da sie aktiv nach Angeboten im Internet sucht und die Bereitstellung eines solchen Vertriebskanals vermehrt von ihren Lieferanten erwartet. Nach Angaben von Computer Economics wird der europäische Anteil am weltweiten B2B-E-Commerce-Umsatz von gut 15 Prozent im Jahr 2002 auf annähernd 20 Prozent im Jahr 2006 steigen und einen Gesamtwert von 1,04 Billionen USD erreichen. Der europäische Anteil am weltweiten B2B-Umsatz steigt bis 2006 auf knapp 20 Prozent an Europa: B2B-E-Commerce-Umsatz in Milliarden USD und Anteil am weltweiten Umsatz in Prozent 2002-2006 1.042,6 19,7% 187,2 15,4% 2002 314,2 17,0% 538,1 19,1% 768,8 19,3% 2003 2004 2005 2006 Computer Economics, Juni 2002 Westeuropa Das European Information Technology Observatory (EITO) rechnet in seiner neuesten Statistik vom März 2004 damit, dass das westeuropäische B2B-E-Commerce-Volumen von 413,6 Milliarden EUR im Jahr 2003 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 50 Prozent auf 2.100,6 Milliarden EUR im Jahr 2007 steigen wird. Deutschland stellt dabei mit einem westeuropäischen Marktanteil von derzeit knapp 30 Prozent mit Abstand den größten B2B-Markt in Europa dar, gefolgt von Großbritannien mit rund 16 Prozent und Frankreich mit 14 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 232 Abb. 227 Deutschland ist mit großem Abstand der umsatzstärkste B2B-E-Commerce-Markt Westeuropas Westeuropa: B2B-E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Anteil am Gesamtmarkt in Prozent 2003 und 2007 Restl. Westeuropa 96,9 Mrd. (23,4%) Deutschland 122,7 Mrd. (29,7%) Spanien 22,0 Mrd. (5,3%) Italien 46,2 Mrd. (11,2%) 2003 Frankreich 57,8 Mrd. (14,0%) Großbritannien 68,0 Mrd. (16,4%) Restl. Westeuropa 429,8 Mrd. (20,5%) Spanien 124,1 Mrd. (5,9%) Italien 226,9 Mrd. (10,8%) Frankreich 305,5 Mrd. (14,5%) Deutschland 650,8 Mrd. (31,0%) 2007 Großbritannien 363,5 Mrd. (17,3%) Gesamt 2003: 413,6 Mrd. EUR Gesamt 2007: 2.100,6 Mrd. EUR EITO, März 2004 Osteuropa Dem E-Commerce and Development Report 2003 der UNCTAD zufolge belief sich der E-Commerce-Umsatz im B2B-Bereich in Osteuropa im Jahr 2003 auf rund vier Milliarden USD. Der Studie zufolge vereinigen die drei führenden Länder Tschechien, Ungarn und Polen derzeit rund 90 Prozent des gesamten osteuropäischen E-Commerce-Volumens auf sich. Obwohl der Zugang zum Internet und dessen Nutzung in größeren Unternehmen in den drei genannten Ländern der Studie zufolge mittlerweile recht verbreitet ist, befindet sich die Internet-Nutzung insbesondere bei kleineren Unternehmen noch in der Entwicklungsphase, und der größte Teil der KMU in Osteuropa hat die geschäftliche Nutzung des Internets derzeit noch nicht für sich entdeckt. Die prognostizierten Wachstumsraten sind ­ unter Berücksichtigung der niedrigen Ausgangsbasis ­ durchaus signifikant: Die Marktforschungsorganisation IDC geht in einer Analyse aus dem Jahr 2003 davon aus, dass sich das osteuropäische B2B-Volumen bis zum Jahr 2006 gegenüber dem Wert von 2003 auf 17,6 Milliarden USD mehr als vervierfachen wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 233 6.5.2 E-Business und E-Commerce in Unternehmen in den USA, Europa und Deutschland Begriffsbestimmung E-Business weltweit Während E-Commerce den Austausch von Waren und Dienstleistungen, also den Handel über das Internet bezeichnet, umfasst E-Business alle Aktivitäten eines Unternehmens, die mit der Anpassung der Prozesse und Wertschöpfungsketten an die Internettechnologie zum Zwecke der Effizienzsteigerung und Globalisierung der Unternehmensaktivitäten zu tun haben. Einer aktuellen Analyse der amerikanischen IT-Marktforscher Computer Economics vom Dezember 2003 zufolge beliefen sich die Gesamtausgaben für E-Business-Technologien im Jahr 2002 weltweit auf 78 Milliarden USD. Für das Jahr 2003 wird mit einem Anstieg auf 80,5 Milliarden USD gerechnet. Der Definition von Computer Economics zufolge zählen zu den E-Business-Ausgaben sowohl die direkten Ausgaben für die entsprechende Hardware und Software als auch Ausgaben für die Implementierung der E-Business-Anwendungen und Technologien, unabhängig davon, ob die Implementierung intern (durch firmeneigene Mitarbeiter) oder mit externer Hilfe (durch Drittfirmen) durchgeführt wird. Die Gesamtausgaben für E-Business-Technologien beliefen sich im Jahr 2002 weltweit auf 78 Milliarden US-Dollar Weltweit: Ausgaben für E-Business-Technologien in ausgewählten Ländern in Milliarden US-Dollar 2002 32,8 Abb. 228 12,7 22,9 18,2 6,8 4,2 10,7 9,1 USA 3,3 2,4 6,6 Europa 8,7 3,2 1,3 5,0 Asien/Pazifik 2,2 1,2 0,6 0,3 0,2 1,9 0,7 0,7 0,3 0,2 Lateinamerika Software Rest der Welt Mitarbeiter Externe Dienstleister Hardware Computer Economics, 2002 E-Business in den USA In einer Gemeinschaftsstudie der Institute for Supply Management (ISM) und Forrester Research vom Oktober 2003 wurde analysiert, inwieweit E-Business-Anwendungen und Technologien in den USA schon Verbreitung gefunden haben. Die Studie basiert auf den Aussagen von 294 Einkaufsleitern in US-amerikanischen Unternehmen. Der Studie zufolge gaben 85 Prozent der befragten Einkaufsleiter in den USA an, das Internet mittlerweile zumindest teilweise E-Procurement, also den Einkauf und die Beschaffung für auf elektronischem Wege, zu nutzen. Nur vier Prozent der zuständigen Einkaufsleiter nutzen E-Procurement nicht und planen nach eigenen Aussagen auch derzeit nicht, das Internet in absehbarer Zukunft für den Einkauf zu nutzen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 234 Allerdings ist E-Procurement nur in wenigen Fällen bereits vollständig in die Geschäftsprozesse integriert. Lediglich 14 Prozent der Befragten gaben an, den Internet-Einkauf zum großen Teil bzw. vollständig integriert zu haben. Neben der Vereinfachung der Geschäftsprozesse wird von den meisten Unternehmen erwartet, dass die Einführung von E-Procurement zumindest mittelfristig auch zu Kosteneinsparungen führt. 35 Prozent der Einkaufsleiter, die das Internet bereits zum Einkauf und zur Materialbeschaffung nutzen, gaben an, die Kosten innerhalb der letzten drei Monate gesenkt haben zu können. Bei Unternehmen mit einem großen Einkaufsvolumen ließen sich der Befragung zufolge eher Kosteneinsparungen realisieren als bei Unternehmen mit kleineren Umsätzen. Abb. 229 45 Prozent der amerikanischen Großunternehmen konnten durch den Online-Einkauf Kosteneinsparungen realisieren USA: Entwicklung der Kosten* durch Online-Einkauf in Unternehmen in Prozent 2003 Alle Unternehmen Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen >100 Mio. USD Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen <100 Mio. USD 63 56 45 37 29 23 6 8 9 9 8 5 1 1 1 Deutliche Leichte Keine Veränderungen Kosteneinsparungen Kosteneinsparungen * Gesamtproduktkosten (Total cost of ownership/TCO) Basis: 294 Einkaufsleiter ISM/Forrester, Oktober 2003 Leichter Kostenanstieg Deutlicher Kostenanstieg Danach befragt, ob das Internet in den kommenden zwölf Monaten Einfluss auf ihre Einkaufspläne hat, gaben 40 Prozent aller Einkaufsleiter an, dass das Internet einen sehr hohen oder sogar geschäftskritischen Einfluss habe. Bei den Unternehmen mit hohem Einkaufsvolumen lag dieser Wert mit 54 Prozent deutlich höher. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 235 Abb. 230 Für 40 Prozent aller amerikanischen Unternehmen hat das Internet einen maßgeblichen Einfluss auf das Kaufverhalten USA: Bedeutung des Internet für Kaufvorhaben in Unternehmen in Prozent 2003 Alle Unternehmen Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen >100 Mio. USD Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen <100 Mio. USD 53 46 37 36 29 23 14 17 17 9 11 7 Keine Bedeutung Basis: 294 Einkaufsleiter Geringe Bedeutung Hohe Bedeutung Geschäftskritisch ISM/Forrester, Oktober 2003 Neben der Homepage eines Anbieters stellen Auktionen und elektronische Marktplätze weitere Möglichkeiten für den Internetbasierten Einkauf dar. Der ISM/Forrester-Befragung zufolge nutzt bereits ein Drittel der Unternehmen elektronische Marktplätze für den Einkauf, und ein Viertel der Einkaufsleiter hat schon einmal Waren oder Dienstleistungen bei einer Internet-Auktion ersteigert. Erwartungsgemäß werden diese Möglichkeiten in Großunternehmen mit einem hohen Einkaufvolumen häufiger in Anspruch genommen als bei kleineren Unternehmen. Abb. 231 Ein Drittel der US-Unternehmen nutzt Online-Marktplätze und ein Viertel Internet-Auktionen für den Einkauf USA: Nutzung von Online-Marktplätzen und Internet-Auktionen in Unternehmen in Prozent 2003 Alle Unternehmen Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen >100 Mio. USD Unternehmen mit jährl. Einkaufsvolumen <100 Mio. USD 44 42 33 26 25 11 Online-Marktplätze Basis: 294 Einkaufsleiter Internet-Auktionen ISM/Forrester, Oktober 2003 Obwohl die Möglichkeiten des Internet-basierten Einkaufs wie beschrieben also von einem Großteil der amerikanischen Unternehmen als wichtig und bedeutsam angesehen werden und eine immer größere Zahl der Unternehmen das Internet auch für Einkauf und Materialbeschaffung nutzt, wird dennoch der überwiegende Teil der Umsätze nach wie vor "offline", also ohne den Einsatz von EProcurement, gemacht. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 236 Eine Studie von RIS News und Gartner vom Juni 2003 kommt zu dem Ergebnis, dass mit 64 Prozent annähernd zwei Drittel der nordamerikanischen Einzelhändler ein Zehntel oder weniger ihres Gesamteinkaufs online durchführen, andererseits aber bereits jedes zehnte Unternehmen mehr als die Hälfte seines Einkaufsvolumens über das Internet bestellt. Abb. 232 Jeder zehnte amerikanische Einzelhändler kauft mehr als die Hälfte seiner Waren und Dienstleistungen online ein Nordamerika: Anteil der Online-Einkäufe von Einzelhändlern an deren Gesamteinkaufswert in Prozent 2003 50-75 Prozent 2% >75 Prozent 8% 1-2 Prozent 31% 26-50 Prozent 10% 11-25 Prozent 16% Basis: 221 leitende Einzelhandelsmanager 3-10 Prozent 33% RIS News/Gartner, Juni 2003 E-Business in Europa Die Nutzung des Internets für alle Arten von Geschäftsprozessen wird auch für europäische Unternehmen immer wichtiger. Der Studie e-Business Market Watch der EU-Kommission zufolge halten 60 Prozent der Unternehmen in der EU (gemessen an der Zahl der Mitarbeiter) E-Business für relevant für ihre Geschäftsprozesse. Die Initiative e-Business Market Watch wurde im Januar 2002 von der Europäischen Kommission gegründet mit der Zielsetzung, die Entwicklung des E-Business in der Europäischen Union zu untersuchen und zu dokumentieren. Im Juli 2003 brachte die Initiative ihren zweiten Statusbericht "The European e-Business Report" heraus, der u.a. auf Befragungen von annähernd 13.000 europäischen Unternehmen aus 15 Industriesektoren basiert. Die Prozentangaben dieser Studie, die im folgenden Kapitel verwendet werden, beziehen sich, wenn nichts anderes vermerkt ist, auf den mitarbeitergewichteten Anteil der Unternehmen, d.h. die Unternehmen, die x Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen. Wenn der Studie zufolge also bspw. 87 Prozent aller untersuchten Unternehmen über einen Internet-Anschluss verfügen, bedeutet das, dass insgesamt in den Unternehmen, die 87 Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen, ein Internet-Anschluss zur Verfügung steht. Um die einzelnen Entwicklungsschritte eines E-CommerceUnternehmens aufzuzeigen und dokumentieren zu können, welcher Anteil der untersuchten Unternehmen in Europa sich in welchem Entwicklungsstadium befindet, entwickelte e-Business Market Watch einen "E-Commerce sophistication path". Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 237 Abb. 233 Der ,,E-Commerce Sophistication Path" EU: Verbreitungsgrad ausgewählter E-Commerce-Technologien in Unternehmen in Prozent* 2003 87 93 67 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien 19 10 7 PC-Nutzung Internet-Zugang Website Online-Shop Sicherer SSLServer OnlineBezahlmöglichkeit e-Business Market Watch, Juli 2003 Die Studie definiert drei grundsätzliche Elemente, die den Einsatz und die Verbreitung von E-Business-Aktivitäten in Unternehmen beschreiben: E-Readiness, E-Activity und E-Impact. E-Readiness beschreibt, inwiefern das Unternehmen die Grundvoraussetzungen zur Nutzung von E-Business erfüllt. Hierzu gehört neben der entsprechenden IT- und TK-Infrastruktur insbesondere das entsprechende IKT-Verständnis und Wissen der Mitarbeiter sowie der verantwortlichen Vorgesetzten. Grundvoraussetzung für die Nutzung der Möglichkeiten des E-Business ist die Verfügbarkeit eines Internet-Anschlusses. Der Studie zufolge arbeiteten zur Zeit der Befragung (März 2003) 93 Prozent der Mitarbeiter der befragten Unternehmen in Firmen, die Computer benutzen, und 87 Prozent der Mitarbeiter waren in Firmen angestellt, die über einen Internet-Anschluss verfügen. Im EU-Vergleich ist Deutschland führend: 95 Prozent der Unternehmen (mitarbeitergewichtet) arbeiten mit Computern, und 93 Prozent verfügen über einen Internet-Anschluss. E-Readiness Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 238 Abb. 234 Innerhalb der EU hat Deutschland die höchsten Internet-Penetrationsraten in Unternehmen EU: Computer-Nutzung und Internet-Anschlüsse in kleinen und mittelständischen Unternehmen in Prozent* 2002-2003 Deutschland 93 95 92 Italien 98 Großbritannien 87 92 Spanien 86 96 Frankreich 73 86 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Internet-Zugang e-Business Market Watch, Juli 2003 Computer-Nutzung Analysiert man die Nutzung von Computern und die Ausstattung mit Internet-Zugängen auf Branchenebene, so ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Während die IT- und Elektronik-Sektoren erwartungsgemäß die höchsten Durchdringungsraten bei der Computer- und Internet-Nutzung haben, sind diese Technologien im Einzelhandel und der Nahrungsmittelindustrie deutlich geringer verbreitet. Im Transport-Sektor wird das Internet am häufigsten genutzt, während es im Einzelhandel deutlich weniger verbreitet ist EU: Computer- und Internet-Nutzung nach Branchen in Prozent* 2003 Transport 1) ITK Elektrotechnik/Elektronik Chemische Industrie Tourismus Nahrungsmittel Einzelhandel Gesamt Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien 99 99 98 100 98 100 97 99 Abb. 235 Internet-Zugang Computer-Nutzung 88 93 82 91 87 87 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern 77 93 1) Herstellung von Fortbewegungsmitteln (Kfz, Eisenbahnen, Flugzeugen etc.) e-Business Market Watch, Juli 2003 Da die Art und Bandbreite des Internet-Anschlusses maßgeblichen Einfluss auf Art und Umfang der Internet-Nutzung hat, wurde von e-Business Market Watch untersucht, welche Zugangsmöglichkeiten zum Internet insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gegeben sind. Der Untersuchung zufolge kann hier ein eindeutiger Trend hin zum breitbandigen DSL-Anschluss festgestellt werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 239 Abb. 236 In kleinen und mittelständischen Unternehmen geht der Trend klar zum DSL-Anschluss EU: Internet-Anschlüsse in kleinen und mittleren Unternehmen in Prozent 2002-2003 Kleinunternehmen (0-49 MA) 28 26 Analog (Modem) Mittelgroße Unternehmen (50-249 MA) 16 14 40 38 44 ISDN 41 25 31 DSL 27 35 8 Anderer Festanschluss 6 22 24 2 1 Sonstige 4 3 Basis: Kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien Juni 2002 März 2003 e-Business Market Watch, Juli 2003 Abb. 237 In einem zweiten Schritt analysierte e-Business Market Watch, welche Arten von Diensten, Anwendungen und Applikationen die Unternehmen einsetzen. So wurden die befragten Unternehmen in diesem Teil der Untersuchung u.a. danach bewertet, ob sie E-Mail nutzen und ein Intranet oder internes Computernetzwerk (LAN) betreiben. Wie schon bei der allgemeinen Computer- und Internet-Nutzung zeigte sich auch bei dieser Untersuchung, dass deutsche Unternehmen beim Einsatz dieser Technologien und Anwendungen führend in Europa sind. Deutschland ist bei der Nutzung von Internet-Anwendungen im europäischen Vergleich führend EU: Nutzung von Internet-Anwendungen in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 88 50 66 41 Deutschland 88 E-Mail Großbritannien 85 85 52 63 37 Internet Italien 88 75 51 64 26 Intranet Frankreich 68 65 48 52 34 LAN Spanien 81 58 40 56 22 EU Gesamt 83 77 49 61 34 WAN * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien e-Business Market Watch, Juli 2003 E-Activity Wenn in dem von e-Business Market Watch als E-Readiness bezeichneten Stadium die Grundlagen für ein erfolgreiches E-Business gelegt wurden, folgt im nächsten Schritt E-Activity. In diesem Bereich wird analysiert, inwieweit ein Unternehmen das Internet zum Ein- und Verkauf von Produkten und Dienstleistungen bereits nutzt und für welche anderen Unternehmensprozesse das Internet eingesetzt wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 240 Der Analyse zufolge nutzen 39 Prozent der untersuchten Unternehmen Anwendungen zur Verteilung und gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten, 21 Prozent setzen Online-Technologien zur Erfassung der Arbeitszeit ein und 13 Prozent nutzen eine automatisierte Reisekostenabrechnung. Zusammen mit Großbritannien finden diese Technologien in Deutschland die weiteste Verbreitung. Abb. 238 Das Dokumentenmanagement zählt zu den beliebtesten Online-Anwendungen EU: Nutzung von Online-Anwendungen in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 47 14 23 28 17 Großbritannien Deutschland 39 19 28 19 19 Verteilung/gemeinsame Bearbeitung v. Dokumenten Automatisierte Reisekostenabrechnung Arbeitszeiterfassung Italien 34 12 20 18 10 Personalverwaltung Spanien 37 11 14 18 10 1 E-Learning Frankreich 35 14 17 7 EU gesamt 39 13 21 20 14 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien e-Business Market Watch, Juli 2003 E-Procurement Eine der maßgeblichen Anwendungen jedoch, die als Kernstück des E-Business bezeichnet werden kann, ist das elektronische Ein- und Verkaufen von Waren und Dienstleistungen unter Benutzung des Internet. Der Studie zufolge nutzen mittlerweile 47 Prozent der befragten Unternehmen das Internet für den Einkauf (E-Procurement). Betrachtet man auf der anderen Seite die Zahl der Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen online anbieten und verkaufen, so liegt die Nutzungsrate deutlich unter den Werten des Online-Einkaufs. Im März 2003 gaben lediglich 19 Prozent der befragten Unternehmen an, das Internet für den Verkauf ihrer Produkte und Dienstleistungen einzusetzen. Im E-Procurement, also der Internet-basierten Beschaffung und dem Einkauf, hat Deutschland eine führende Stellung innerhalb der EU: In der Befragung von e-Business Market Watch gaben 63 Prozent der deutschen Unternehmen an, bereits E-Procurement anzuwenden, weitere sechs Prozent wollen entsprechende Anwendungen innerhalb eines Jahres einführen. In Großbritannien führen derzeit 59 Prozent der befragten Unternehmen ihre Einkäufe online durch, in Italien 35 Prozent, in Frankreich 30 Prozent und in Spanien schließlich nur 27 Prozent der Unternehmen. Nach Industriesektoren ausgewertet ergibt sich ein uneinheitliches Bild: Während europaweit lediglich 36 Prozent der Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie angaben, E-Procurement anzuwenden, waren es im IT-Sektor 76 Prozent und im Transportbereich immerhin noch 63 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 241 Abb. 239 Im IT-Bereich nutzen bereits 76 Prozent der Unternehmen E-Procurement EU: Tatsächliche und geplante Nutzung von E-Procurement in Unternehmen nach Branchen in Prozent* 2003 IKT Transport** Elektrotechnik/Elektronik Chemische Industrie Tourismus Einzelhandel Nahrungsmittel 76 5 63 59 51 44 37 36 5 Führe bereits E-Procurement durch 3 5 6 6 6 Plane Einführung von E-Procurement innerhalb eines Jahres * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern ** Herstellung von Fortbewegungsmitteln (Kfz, Eisenbahnen, Flugzeuge etc.) Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien e-Business Market Watch, Juli 2003 Nach Angaben der Studie nutzen 84 Prozent der befragten Firmen die Website des Lieferanten zur Bestellung, 31 Prozent ordern ihre Waren mittels eines B2B-Marktplatzes, ebenfalls 31 Prozent nutzen einen geschützten Extranet-Bereich des Lieferanten, und 25 Prozent geben ihre Bestellung über EDI (Electronic Data Interchange) auf (Mehrfachnennungen möglich). Signifikante Abweichungen von dieser Verteilung gibt es lediglich in Großbritannien, wo mit einer Quote von 95 Prozent deutlich mehr Bestellungen über die Homepage des Lieferanten aufgegeben werden. Dies geht zu Lasten der anderen Kanäle: Elektronische Marktplätze werden von britischen Firmen nur zu 17 Prozent in Anspruch genommen, und auch Extranets erfahren in Großbritannien mit 23 Prozent eine geringere Nutzung. Abb. 240 41 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen B2B-Marktplätze für ihren Einkauf EU: Nutzung von Vertriebskanälen für E-Procurement in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Deutschland 80 41 34 29 Spanien 76 35 33 37 Italien 89 25 41 19 Großbritannien 95 17 23 25 Website der Lieferanten B2BMarktplätze Extranets der Lieferanten EDI Frankreich 73 32 26 15 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: 1.522 Unternehmen in den angegebenen Ländern e-Business Market Watch, Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 242 Abb. 241 Wie im vorigen Absatz dargestellt ist die Website des Lieferanten der bevorzugte elektronische Vertriebskanal beim Einkauf. Auf dieser Erkenntnis aufbauend analysierte e-Business Market Watch auch, ob die befragten Firmen selbst über eine Website verfügen oder die Einrichtung einer solchen planen. Der Studie zufolge besaßen im europäischen Durchschnitt 67 Prozent aller Unternehmen eine Website, weitere neun Prozent planten die Einrichtung innerhalb eines Jahres. Deutschland ist mit einer Quote von 78 Prozent führend in Europa. Mehr als drei Viertel aller deutschen Unternehmen haben eine eigene Website EU: Unternehmen mit eigener Website in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Deutschland 78 8 Eigene Website existiert bereits Großbritannien 70 11 Spanien 56 14 Erstellung einer Website geplant Italien 62 8 Frankreich 56 6 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: 3.515 Unternehmen in den angegebenen Ländern e-Business Market Watch, Juli 2003 Insgesamt 19 Prozent der befragten Unternehmen gaben der Studie zufolge an, ihre Produkte und Dienstleistungen online anzubieten und zu verkaufen. 53 Prozent dieser Unternehmen nutzen einen besonders geschützten Server (SSL) zur Abwicklung der Transaktionen, und 36 Prozent bieten ihren Kunden auf ihrer Website die Möglichkeit, elektronisch zu bezahlen. Allerdings bestehen zwischen den fünf betrachteten Ländern teilweise beträchtliche Abweichungen von diesen Mittelwerten. Deutschland liegt mit einer SSL-Quote von 50 Prozent leicht unterhalb des europäischen Durchschnitts von 53 Prozent. Dies gilt auch für die Verfügbarkeit einer Online-Bezahlmöglichkeit: Während 36 Prozent aller europäischen Unternehmen einen solchen Service anbieten, sind es in Deutschland derzeit nur 19 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 243 Abb. 242 Mehr als die Hälfte aller Online-Shopping-Websites nutzen sichere SSL-Server EU: Unternehmen, die Online-Shopping und -Bezahlung auf ihrer Website anbieten nach ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Spanien 16 65 53 Großbritannien 19 57 54 Online-ShoppingAngebot Italien 14 54 38 Sicherer SSL-Server für Online-Bezahlung** Frankreich 12 42 42 Deutschland 26 50 19 Bieten OnlineBezahlmöglichkeit an** EU gesamt 19 53 36 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern ** Unternehmen mit Online-Shopping-Angebot e-Business Market Watch, Juli 2003 Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien Neben der Analyse der Verbreitung von Internet-Angeboten untersuchte e-Business Market Watch in einem nächsten Schritt, welche Bedeutung das Internet für die Unternehmen, die ihre Waren online anbieten, hat. Dazu wurde ermittelt, welchen Beitrag zum Gesamtumsatz das OnlineGeschäft erbringt. Der Studie zufolge gaben nur 17 Prozent der befragten Unternehmen an, mehr als zehn Prozent ihres Gesamtumsatzes online zu machen, 43 Prozent dagegen erzielen nach eigenen Aussagen weniger als fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes über das Internet. Abb. 243 17 Prozent der Unternehmen machen mehr als ein Zehntel ihres Gesamtumsatzes über das Internet EU: Anteil des Online-Shopping-Umsatzes von Unternehmen am Gesamtumsatz in Prozent* 2003 mehr als 50 Prozent 6% 26-50 Prozent 11% 11-25 Prozent 10% weniger als 5 Prozent 43% * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern 5-10 Prozent 30% Basis: 486 Unternehmen mit Online-Shopping-Angebot in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien e-Business Market Watch, Juli 2003 E-Impact Nach der Überprüfung der bereits analysierten Entwicklungsstufen E-Readiness und E-Activity folgt in der Definition des e-Business Market Watch als dritte Stufe E-Impact, in der schließlich analysiert wird, welchen Einfluss die Implementation und Nutzung von E-Business auf das Unternehmen hat. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 244 Der Studie zufolge gaben 58 Prozent der Unternehmen an, dass E-Business einen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit des Unternehmens hat, und 91 Prozent der befragten Unternehmen waren zufrieden mit den Entwicklungen und Auswirkungen, die E-Business auf ihre Firma hat. Den größten Einfluss hat E-Business den Aussagen der Unternehmen zufolge auf die internen Arbeitsprozesse. 34 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien gaben an, dass E-Business einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die internen Arbeitsprozesse hat. Abb. 244 Bei rund einem Drittel der Unternehmen hat E-Business zu Veränderungen bei den internen Arbeitsprozessen geführt EU: Auswirkungen von E-Business auf den Arbeitsablauf in Unternehmen in Prozent* 2003 E-Business hat starken Einfluss E-Business hat messbaren Einfluss 34 30 29 25 23 25 21 20 18 15 9 9 9 Interne Arbeitsprozesse Lieferantenbeziehung Kundenbeziehung 7 Organisationsstruktur 8 Produktangebot Basis: 3.515 Unternehmen in Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich, Großbritannien * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern e-Business Market Watch, Juli 2003 Business in the Information Age Zum siebten Mal in Folge hat das britische Department of Trade and Industry (DTI) im Sommer 2003 in Großbritannien die internationale Benchmarking-Studie ,,Business in the Information Age" konzipiert und in Auftrag gegeben. Das Ziel der von Booz Allen Hamilton und HI Europe durchgeführten Untersuchung liegt darin, das Ausmaß, in dem britische Unternehmen IuK-Technologien einsetzen, einzuschätzen und eine Positionierung im internationalen Vergleich vorzunehmen. Im Zeitraum Mai bis Juli 2003 wurden zu diesem Zweck insgesamt mehr als 8.000 Interviews in Unternehmen aller Größenklassen in den Ländern Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Irland, Schweden, Südkorea und den USA durchgeführt. In Großbritannien allein fanden 3.114 der Interviews statt, in den anderen Ländern wurden jeweils 500 Unternehmen befragt. Wie in der zuvor schon besprochenen Studie e-Business Market Watch beziehen sich auch die Prozentangaben dieser Studie auf den mitarbeitergewichteten Anteil der Unternehmen, d.h. die Unternehmen, die x Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen. Wenn der Studie zufolge also bspw. 90 Prozent aller untersuchten Unternehmen über einen Internet-Anschluss verfügen, bedeutet das, dass insgesamt in den Unternehmen, die 90 Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen, ein Internet-Anschluss zur Verfügung steht. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 245 Hintergrund dieser statistischen Herangehensweise ist, dass in den meisten Volkswirtschaften der größte Teil der Wirtschaftsleistung eines Landes durch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) erbracht wird. Durch Gewichtung der Befragungsergebnisse nach ausreichendem Maße Rechnung getragen wird und die KMU in den Statistiken ihrer Bedeutung entsprechend repräsentiert werden. Um die Fortschritte bei der Anwendung von Online-Technologien in Unternehmen messen zu können, berechnete das Department of Trade and Industry (DTI) in seiner diesjährigen Studie einen sog. Sophistication Index, anhand dessen die Ausgereiftheit der implementierten IKT-Anwendungen in Korrelation mit dem Nutzen für das Unternehmen eingeordnet werden können. Der Index basiert auf 54 Indikatoren und gibt den Grad der Integration und Anwendung von IKT-Technologien wieder, segmentiert nach den folgenden Faktoren: Mitarbeiterzahl die wird gewährleistet, dass diesem Umstand in · · · · · · · · Environment: äußere Rahmenbedingungen, Wettbewerbssituation, staatliche Einflüsse etc. People: IKT-Verständnis und ­Wissen der beteiligten Personen, Informations- und Unternehmenskultur Technology: Nutzung und Verfügbarkeit von Online-Plattformen und Anwendungen Process: Abläufe und Prozesse bei Unternehmen, Kunden und sonstigen Beteiligten Awareness: Entscheidungs- und Technologiekompetenz der Beteiligten Adoption: Verfügbarkeit der Technologien und Ressourcen Deployment: Nutzung und Optimierung der Ressourcen Impact: Auswirkungen der Einführung und Nutzung der Technologien Sophistication Index Internet-Zugang Im Gesamtvergleich schneidet Irland mit einem Indexwert von 0,53 auf der Skala von 0 bis 1 am besten ab, gefolgt von Kanada und den USA. Deutschland folgt mit einem Wert von 0,51 auf dem vierten Platz. In den folgenden Abschnitten wird auf diejenigen Faktoren näher eingegangen, die den Stand der E-Business-Implementation im engeren Sinne darstellen und gegenwärtige Entwicklungen beschreiben. In den elf vom DTI innerhalb der Studie untersuchten Ländern liegt die Internet-Zugangsquote bei deutlich über 90 Prozent. Während in Irland und Südkorea annähernd 100 Prozent der befragten Unternehmen über einen Internet-Zugang verfügen, liegt die Quote in Großbritannien und Italien bei rund 90 Prozent. An diesem Durchdringungsgrad hat sich in den letzten Jahren nichts Signifikantes geändert, und das DTI geht daher auch davon aus, dass die Internet-Penetrationsrate in den meisten Ländern den Sättigungsgrad erreicht hat. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 246 Abb. 245 Annähernd 100 Prozent aller mittleren und großen Unternehmen haben Zugang zum Internet Weltweit: Internet-Nutzung von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 0-9 Mitarbeiter 10-49 Mitarbeiter 50-249 Mitarbeiter 250+ Mitarbeiter 100 100 99 99 100 100 99 100 100 100 99 100 99 99 97 98 98 98 98 100 96 97 100 99 98 97 94 94 100 96 Südkorea Irland 82 Deutschland 83 Australien 83 83 Italien Schweden 89 80 USA 93 70 Kanada 97 64 Japan 89 51 Frankreich 84 55 Großbritannien * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Deutschland kann im internationalen Vergleich eine sehr hohe Durchdringungsrate vorweisen: 98 Prozent aller Unternehmen mit mehr als neun Mitarbeitern haben Zugang zum Internet. Die verhältnismäßig geringe und weiter fallende Internet-Nutzungsquote von Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern erklärt das DTI zum einen durch die im Verhältnis zu Umsatz und Gewinn des Unternehmens relativ hohen Installations- und Nutzungskosten, die bei einem Anschluss des Unternehmens an das Internet anfallen, zum anderen durch die geographisch teilweise noch lückenhafte Abdeckung mit breitbandigen Anschlüssen. Nicht zuletzt werden ein mangelnder Bedarf für einen Internet-Zugang und nicht ausreichende technische Kenntnisse als Gründe für die vergleichsweise geringe Internet-Nutzung bei Kleinunternehmen aufgeführt. Abb. 246 Fast alle deutschen Unternehmen nutzen das Internet Deutschland: Internet-Nutzung von Unternehmen nach Mitarbeiterzahl in Prozent* 2001-2003 2001 98 2002 97 98 98 100 2003 99 100 100 99 90 89 82 0-9 Mitarbeiter 10-49 Mitarbeiter 50-249 Mitarbeiter 250+ Mitarbeiter * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 247 Betrachtet man die Art des Internet-Zugangs, so zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Während in Italien noch 37 Prozent aller Unternehmen über einen schmalbandigen Zugang ins Internet gelangen, haben in Frankreich bereits 83 Prozent der befragten Firmen einen Breitband-Anschluss über Standleitung, DSL, Kabel oder Satellit. Abb. 247 Standleitungen und ISDN-Anschlüsse zählen in Deutschland zu den verbreitetsten Zugangswegen zum Internet Weltweit: Internet-Zugangswege in Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Südkorea Frankreich USA Schweden Japan Deutschland Großbritannien Italien Australien 32 41 11 3 8 22 18 25 23 14 3 1 9 64 33 7 10 19 13 6 4 16 7 8 34 44 37 8 3 1 3 3 7 47 29 38 39 6 14 20 30 21 30 32 4 7 7 7 2 6 21 DSL Kabelmodem Wireless Standleitung ISDN Analoge Wählverbindung Basis: Unternehmen mit Internet-Zugang Zahlen wurden gerundet * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Intranet und Extranet Dass Deutschland und Italien einen vergleichsweise geringen Anteil an breitbandigen Anschlüssen haben, führt das DTI auf die traditionell überdurchschnittlich hohe Verbreitung von ISDN-Anschlüssen in diesen Ländern zurück. Intranets, also den Mitarbeitern eines Unternehmens vorbehaltene Webseiten, werden je nach Land in 30 bis 60 Prozent der Unternehmen eingesetzt. Am verbreitetsten ist ihre Nutzung in Kanada, Schweden und Japan (58%, 53%, 53%). Extranets, mit denen auch externe Nutzer außerhalb des Firmennetzwerks auf die Firmen-Website zugreifen können, sind weniger verbreitet und werden in 15 bis 30 Prozent der Unternehmen in den untersuchten Ländern eingesetzt. Kanada ist auch hier mit 32 Prozent vor den USA mit 26 Prozent führend. Erwartungsgemäß sind diese beiden Technologien bei großen Unternehmen verbreiteter als bei Unternehmen mit einer geringeren Mitarbeiterzahl. Während nur 15 Prozent der Kleinunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern ein Intranet betreiben, nutzen dies drei Viertel aller Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern. Bei Extranets ist dieses Verhältnis mit sechs zu 38 Prozent noch gravierender. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 248 Nachdem in den vorangegangenen Abschnitten analysiert wurde, inwieweit die Grundvoraussetzungen für das Betreiben von E-Commerce in den einzelnen Ländern erfüllt sind, untersuchte das DTI im nächsten Schritt die konkrete Umsetzung des Internet-Angebotes der befragten Unternehmen. Die Aktivitäten der Unternehmen im Bereich des elektronischen Handels lassen sich dem Department of Trade and Industry zufolge in drei Entwicklungsstufen einteilen: 1. Das Unternehmen bietet Informationen über seine Produkte und Dienstleistungen im Internet an. 2. Die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens können online bestellt werden. 3. Die bestellten Waren und Dienstleistungen können online bezahlt werden. Im folgenden werden diese Entwicklungsstufen im Ländervergleich näher analysiert. Rund 66 Prozent der befragten Unternehmen in den elf ausgewählten Ländern stellen Informationen über ihre Produkte und Dienstleistungen im Internet zur Verfügung. Die Abweichungen von diesem Mittelwert sind allerdings signifikant: Während die führenden Nationen wie Irland und die USA in diesem Vergleich auf Werte um 75 Prozent kommen, bieten in Frankreich und Italien nur gut die Hälfte aller Unternehmen solche Informationen an. 1. Entwicklungsstufe: Informationen online Abb. 248 In Irland und den USA bieten rund drei Viertel aller Unternehmen Produktinformationen online an, in Deutschland 62 Prozent Weltweit: Zahl der Unternehmen mit Online-Produktinformationen in Prozent* 2003 Irland USA Kanada Großbritannien Schweden Australien Japan Deutschland Südkorea Italien Frankreich 75 74 73 73 68 67 67 62 59 53 52 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Dass für Unternehmen, die ihre Produkte online vertreiben wollen, die Zurverfügungstellung von Preisinformationen sowie der Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf ihrer Website eine Selbstverständlichkeit sein sollte, spiegelt sich in den Ergebnissen der DTI-Studie nicht wider. Nur rund 30 Prozent aller befragten Unternehmen gaben an, solche Informationen im Internet anzubieten. Deutschland liegt hier, nicht zuletzt auch aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen, mit 33 Prozent über dem Durchschnitt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 249 Da aber, wie im nächsten Abschnitt bei der Analyse der zweiten Entwicklungsstufe noch zu sehen sein wird, 46 Prozent aller deutschen Unternehmen angeben, Online-Bestellmöglichkeiten anzubieten, lässt sich daraus schließen, dass rein rechnerisch mehr als jedes vierte Unternehmen in Deutschland, dessen Produkte man online kaufen kann, keine AGB und Preisinformationen im Internet anbietet. Da man aber davon ausgehen kann, dass ein gewisser Prozentsatz der Unternehmen mit AGB und Preisinformationen auf ihrer Website keine OnlineBestellmöglichkeit haben, dürfte diese Quote in Realität noch höher sein. Abb. 249 Durchschnittlich 30 Prozent aller Unternehmen bieten Preisinformationen und Geschäftsbedingungen im Internet an Weltweit: Zahl der Unternehmen mit Online-Preisinformationen und ­Geschäftsbedingungen in Prozent* 2003 Schweden Australien Kanada Deutschland USA Irland Großbritannien Frankreich Japan Südkorea Italien 40 34 33 33 33 31 31 30 24 22 22 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 2. Entwicklungsstufe: Bestellen online Der Studie des DTI zufolge nutzt die Hälfte aller befragten Unternehmen das Internet zur Bestellung von Produkten und Dienstleistungen. Schweden liegt, wie bei der Nutzung vieler anderer Technologien auch, mit 66 Prozent deutlich über dem Durchschnitt, aber auch die deutschen Unternehmen nutzen die Möglichkeit, ihre Waren und Dienstleistungen online zu bestellen, überdurchschnittlich oft: 62 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gaben an, Bestellungen online zu platzieren. Dass das Kaufen verbreiteter und beliebter ist als das Verkaufen im Internet und somit noch deutliches Geschäftspotenzial für die gewerbetreibenden Unternehmen besteht, zeigt die Analyse des Anteils der Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen online zum Kauf anbieten. Durchschnittlich 38 Prozent aller befragten Unternehmen gaben der Studie zufolge an, eine Online-Bestellmöglichkeit für ihre Waren und Dienstleistungen eingerichtet zu haben. Deutschland schneidet hier im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut ab: 46 Prozent aller befragten deutschen Unternehmen bieten diese Möglichkeit an. Überraschend ist der verhältnismäßig niedrige Anteil der USUnternehmen, die eine Online-Bestellmöglichkeit vorgesehen haben, ebenso wie in Frankreich, wo nur 21 Prozent der Unternehmen eine Möglichkeit zur Online-Bestellung bieten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 250 Abb. 250 Deutsche Unternehmen sind im E-Commerce im internationalen Vergleich überdurchschnittlich aktiv Weltweit: E-Commerce-Aktivitäten von Unternehmen in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Schweden Deutschland Japan Südkorea Irland Kanada Australien USA Großbritannien Italien Frankreich 51 66 46 45 45 30 41 41 62 Unternehmen mit OnlineBestellmöglichkeit 54 38 37 36 58 46 Unternehmen, die online einkaufen 63 32 54 29 21 36 36 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Nachdem die Studie auf der einen Seite analysiert hat, welcher Anteil der Unternehmen in den betrachteten Ländern als Käufer oder Verkäufer an E-Business-Geschäften teilnimmt, evaluierte das DTI in einem zweiten Schritt, welchen Anteil das Online-Geschäft am gesamten Ein- bzw. Verkaufsvolumen der Unternehmen hat. Betrachtet man den Anteil des Umsatzes, den Unternehmen über ihr Online-Angebot machen, so reicht die Bandbreite von 26 Prozent (in Japan) bis zu vier Prozent (in Frankreich). Die deutschen Unternehmen, die ihre Waren und Dienstleistungen online anbieten, gaben an, rund 13 Prozent ihres Umsatzes online zu generieren. Der internationale Durchschnitt liegt bei 17 Prozent. Untersucht man auf der anderen Seite den Waren-Einkauf, so ist der Anteil des Einkaufsvolumens, der online bestellt wird, im Allgemeinen deutlich höher als beim Verkauf: Durchschnittlich 28 Prozent aller Waren und Dienstleistungen werden von den Unternehmen in den untersuchten Ländern online geordert. Japan nimmt auch in diesem Vergleich mit 34 Prozent den Spitzenplatz ein, gefolgt von Südkorea und Schweden. Deutschland findet sich mit 26 Prozent im Mittelfeld, während in Großbritannien nur 16 Prozent des Gesamteinkaufsvolumens online abgewickelt wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 251 Abb. 251 Der Online-Handel hat, gemessen am Wert der Transaktionen, einen Anteil von 17 Prozent am Gesamtumsatz Weltweit: Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtwert des Verkaufsumsatzes bzw. Einkaufsvolumens in Prozent* 2003 Online-Anteil am Verkaufsumsatz Japan Südkorea Kanada USA Australien Schweden Irland Großbritannien Italien Deutschland Frankreich Online-Anteil am Einkaufsvolumen 26 23 22 26 26 27 34 34 18 17 16 29 15 19 14 14 16 28 26 Basis: Unternehmen, die online Waren anbieten bzw. kaufen 13 4 21 * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 3. Entwicklungsstufe: Bezahlen online Bemerkenswert ist, dass der Anteil des E-Procurement-Umsatzes am gesamten Einkaufsvolumen von 2002 auf 2003 im internationalen Durchschnitt von 21 Prozent auf 28 Prozent anstieg, während im gleichen Zeitraum der Anteil des Online-Umsatzes am gesamten Verkaufsumsatz nicht nur stagnierte, sondern von 18 Prozent um einen Prozentpunkt auf 17 Prozent sank. Dem DTI zufolge ist dieser Trend nicht eindeutig einem Einflussfaktor zuzuordnen. Gleichwohl wird als möglicher Grund für den sinkenden Umsatzanteil beim Verkauf die Vielzahl der Konkurse insbesondere der Internet-Startups im vergangenen Jahr genannt. Da diese Unternehmen oftmals 100 Prozent ihres Umsatzes online machten, sinkt durch den Wegfall dieser Unternehmen aus der statistischen Beobachtung der Mittelwert zwangsläufig. Gut ein Viertel aller Unternehmen bezahlten im Jahr 2003 ihre Bestellungen online, aber weniger als ein Fünftel bot im Rahmen seines Webangebotes eine Online-Bezahlmöglichkeit an. Zu diesem Ergebnis kommt das DTI bei der Untersuchung der dritten Entwicklungsstufe ihrer E-Business-Analyse. Dabei sind die länderspezifischen Unterschiede deutlicher als bei allen untersuchten Parametern zuvor. Während mit 55 Prozent deutlich mehr als die Hälfte aller schwedischen Unternehmen der Untersuchung zufolge seine Bestellungen online bezahlt, nutzt in Frankreich nur etwa jedes 14-te Unternehmen diese Möglichkeit. Allerdings müssen diese Werte in Relation gesehen werden, da die Nutzung von OnlineBezahlmöglichkeiten in erheblichem Maße davon abhängt, ob die Unternehmen im eigenen Land die Internet-basierte Bezahlung ihrer Waren und Dienstleistungen überhaupt anbieten. Erwartungsgemäß ist dies in Frankreich deutlich seltener gegeben als in anderen Ländern: Während in Schweden knapp jedes fünfte Unternehmen die Möglichkeit zur Online-Bezahlung anbietet, trifft dies nur auf jedes 20-te französische Unternehmen zu. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 252 In Deutschland ist die Nutzung des Internets zur Begleichung von Rechnungen überdurchschnittlich populär ­ bereits 30 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen diese Möglichkeit. Für das eigene Geschäft eine solche Möglichkeit anzubieten ist auf der anderen Seite mit 16 Prozent der Nennungen noch unterdurchschnittlich entwickelt. Abb. 252 Die Bereitschaft, Online-Bezahlmöglichkeiten anzubieten und zu nutzen ist sehr ungleichmäßig verteilt Weltweit: Bereitstellung und Nutzung von Online-Bezahlmöglichkeiten in Unternehmen* in ausgewählten Ländern in Prozent* 2003 Schweden Australien Deutschland Irland USA Kanada Großbritannien Südkorea Italien Japan Frankreich 55 19 49 16 21 17 19 17 21 18 1215 7 7 29 30 30 28 27 25 30 Unternehmen, die online bezahlen Unternehmen mit OnlineBezahlmöglichkeit * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern 5 Department of Trade and Industry, 2003 Rahmenbedingungen Um die in den vorangegangenen Abschnitten dargelegten Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern verstehen und interpretieren zu können, müssen nach Ansicht des DTI drei Einflussfaktoren berücksichtigt und analysiert werden: · · · Konsumentenvertrauen Gesetzliche Rahmenbedingungen, Verbraucherschutz Technologien für den Bezahlvorgang Konsumentenvertrauen Hinsichtlich des Konsumentenvertrauens stellt das DTI fest, dass im Bezug auf die Sicherheit von Online-Shopping Wahrnehmung und Realität bei den Konsumenten teilweise auseinander gehen und das Einkaufen von Waren und Dienstleistungen über das Internet im Allgemeinen sicherer ist, als oftmals dargestellt und von den Verbrauchern wahrgenommen. Die Sicherheit ist zum einen gegeben durch den Verbraucherschutz, der in den meisten Ländern sowohl "offline" als auch online getätigte Geschäfte regelt, zum anderen durch die Haftungsregelungen beim Einsatz von Kreditkarten, die i.d.R. vorsehen, dass das Kreditkarteninstitut für Kartenmissbräuche haftet. Einen weiteren Einfluss auf das Vertrauen der Konsumenten im Bezug auf den Internet-Einkauf hat die bisherige Einkaufskultur der einzelnen Länder: So nennt das DTI Kanada und die USA als Beispiele für Länder, in denen es eine "Mail-order"-Kultur gibt, die Konsumenten also bereits daran gewöhnt sind, die gewünschten Produkte nicht nur in der Einzelhandelsfiliale zu kaufen, sondern auch per Post bestellen zu können. Diese Bereitschaft wird unterstützt durch weitere Faktoren wie die Länge der Arbeitszeiten, die Einzelhandels-Infrastruktur, die Öffnungszeiten der Geschäfte und die allgemeine Aufgeschlossenheit der Bevölkerung gegenüber neuen Technologien. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 253 Gesetzliche Rahmenbedingungen Im Bezug auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Regelung kritischer Faktoren gab es nach Aussagen des DTI in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte. So wurde im Juli 2003 von der EU ein Gesetzespaket zum E-Commerce verabschiedet, das u.a. Regelungen zum Verbraucher- und Datenschutz beinhaltet. Ebenso wurden in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, steuerrechtliche Aspekte des E-Commerce international anzugleichen. Auch im Bezug auf den Schutz von Eigentumsrechten gab es in der Vergangenheit Fortschritte. So hat mittlerweile eine Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft die entsprechenden Verträge der World Intellectual Property Organization (WIPO) unterzeichnet und ratifiziert. Als weiteres wichtiges Element zur Steigerung des Verbrauchervertrauens und zur rechtlichen Absicherung von online getätigten Geschäften macht die Identrus-Initiative weitere Fortschritte. Hierbei handelt es sich um eine Gemeinschaftskooperation führender weltweit tätiger Finanzinstitute, darunter der Deutschen Bank, HypoVereinsbank, ABN Amro und der Citigroup, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen weltweiten Standard für digitale Signaturen zu entwickeln und damit Internet-basierte Geschäfte gegen Missbrauch zu schützen und für die Beteiligten rechtssicher zu gestalten. Derzeit sind über 60 Finanzinstitutionen weltweit als "Identrus Certificate Authorities" Mitglied im Identrus-System, und auch die Regierungen zahlreicher Länder unterstützen Identrus, darunter die EU, die USA und Australien. Als weiteres Kriterium, das die Verbreitung von E-Business entscheidend beeinflusst, nennt das DTI die unterschiedlichen "BezahlKulturen" in den untersuchten Ländern. Während die Kreditkarte als Bezahlmedium in Ländern wie den USA oder Großbritannien weite Verbreitung und Akzeptanz findet und dementsprechend die Hemmschwelle bei der Nutzung von Kreditkarten bei Internet-Einkäufen vergleichsweise niedrig ist, zögern die Konsumenten in Ländern, in denen andere Zahlungsformen dominieren, eher, wenn sie beim OnlineBezahlvorgang nach ihren Kreditkartendetails gefragt werden. Dies hat Auswirkungen sowohl in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Kanada, in denen Debitkarten (z.B. ec-Karte) historisch eine deutlich höhere Verbreitung und Akzeptanz im Vergleich zur Kreditkarte aufweisen, als auch in Ländern wie Italien, in denen zur Bezahlung nach wie vor bevorzugt Bargeld eingesetzt wird. Um die volle Automatisierung und Integration der Geschäftsprozesse von den Zulieferern bis zu den Kunden zu erlangen, müssen Unternehmen auch ihre internen Prozesse miteinander verknüpfen. Aus diesem Grund wurde dazu die Frage in der DTI-Studie an die Unternehmen gerichtet, inwieweit deren interne Systeme bereits miteinander verbunden wurden und auf diese Weise die Informationen aus den einzelnen Prozessen gemeinsam genutzt werden können. Bezahltechnologien Integration interner Systeme Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 254 Nach Ergebnissen der Studie sind demnach südkoreanische Abb. 253 Unternehmen am weitesten, was die Integration ihrer internen Systeme betrifft. Dort haben 37 Prozent der Firmen diesen Schritt abgeschlossen, vier Prozent arbeiten zur Zeit daran, und 30 Prozent befinden sich in der Planungsphase dafür. Deutschland kann im internationalen Vergleich bestens mithalten. Hierzulande haben bereits 29 Prozent der Unternehmen eine volle Integration ihrer internen Prozesse erreicht, so dass Deutschland nach Südkorea, Japan und den USA auf dem vierten Platz liegt. 12 Prozent der deutschen Firmen arbeiten gerade an der Integration, und bei weiteren 23 Prozent befindet sich dieses Vorhaben in der Planung, so dass insgesamt 64 Prozent aller Unternehmen diese Phase der E-Business-Implementierung entweder bereits erfolgreich abgeschlossen oder zumindest in Angriff genommen haben. In 41 Prozent der deutschen Unternehmen findet gerade die Integration interner Systeme statt bzw. ist bereits vollendet Weltweit: Integration der neuen IuK-Technologien in den Geschäftsplan in Prozent der Unternehmen* 2003 Südkorea Japan USA Deutschland Großbritannien Schweden Kanada Irland Frankreich Australien Italien 37 33 30 29 27 27 26 22 22 22 4 13 30 20 5 3 6 7 4 5 3 5 5 5 4 5 Ja, bereits integriert 7 16 12 17 19 16 29 20 25 28 29 4 8 11 12 12 14 11 15 13 10 17 23 23 12 24 20 11 7 10 6 7 7 6 9 8 6 7 7 16 16 17 18 14 5 7 11 6 9 6 38 Ja, wird im Moment intergriert Ja, bereits in Planung Unentschieden Nein, kein System zum Einbinden Nein, sehe keinen Nutzen darin Nein, zu teuer * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Basis: Unternehmen mit LAN, WAN oder Intranet Department of Trade and Industry, 2003 Dass die Angaben der Unternehmen zum Stand der Integration ihrer internen Systeme sich zum Teil deutlich von den Zahlen der Vorjahresbefragung unterscheiden, insbesondere weniger Unternehmen von sich behaupten, bereits über ein integriertes System zu verfügen, erklärt das DTI zum einen durch ein unterschiedliches Verständnis der Integrationsthematik, zum anderen durch eine veränderte Wahrnehmung des Nutzens der Integrationsbemühungen. So gaben in der aktuellen Befragung deutlich mehr Unternehmen an, keinen Nutzen in der Integration zu sehen (vgl. Monitoring Informationswirtschaft, 6. Faktenbericht, S. 265f.). Abschließend befragte das DTI die Unternehmen zum einen nach den Gründen, die ihrer Ansicht nach für die Einführung von E-BusinessTechnologien sprechen, und zum anderen danach, inwieweit diese Ziele denn durch die Einführung der entsprechenden Technologien auch erreicht wurden. Im internationalen Vergleich wurden fast ausnahmslos Kosteneinsparungen als maßgeblicher Treiber für die Einführung von E-Business-Technologien genannt, mit Werten zwischen 32 und 68 Prozent der Nennungen. Im größten Teil der Fälle trat die erhoffte Kosteneinsparung dann auch tatsächlich ein; nur ein geringer Prozentsatz konnte dieses Ziel nicht erreichen. Im folgenden wird die Verteilung für Deutschland dargestellt; die Verteilung der weiteren untersuchten Länder lässt sich im DTI-Bericht ersehen. Gründe für die Einführung von EBusiness Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 255 Abb. 254 Kosteneinsparungen waren der führende Faktor für die Einführung von E-Business-Techologien in deutschen Unternehmen Deutschland: Gründe für die Einführung von E-Business-Technologien und deren Erfüllungsgrad in Prozent* der Unternehmen 2003 Kosteneinsparungen Schritt halten mit technischem Fortschritt Schneller Zugang zu Informationen Vereinfachte Prozesse Kundenkommunikation Informationsverteilung Mitarbeiterkommunikation Wettbewerbsdruck Lieferantenkommunikation Kundenerwartungen 38 5 43 24 23 2 26 2 25 19 16 1 13 1 12 2 12 2 11 12 11 10 9 1 7 1 20 2 18 6 Ziel durch Einführung erreicht Ziel nicht erreicht * Alle Unternehmen gewichtet nach Mitarbeitern Department of Trade and Industry, 2003 Gesamtbewertung E-Business-Implementierungsgrad Um die in dieser Untersuchung gefundenen Ergebnisse zu verdichten und faktoren- und länderübergreifend bewertbar zu machen, führte das DTI im Jahr 2002 den bereits erwähnten Sophistication Index ein, der, basierend auf 58 Bewertungsparametern, den Entwicklungsstand des E-Business in den in der Studie untersuchten Ländern darstellt. Deutschland erreicht im internationalen Vergleich mit einem Indexwert von 0,51 (auf einer Skala von 0 bis 1) einen guten vierten Platz hinter Irland, Kanada und den USA. Für Deutschland wird insbesondere die verbreitete Technologie-Affinität hervorgehoben, die sich u.a. in der hohen Akzeptanz der Mitarbeiter bei der Einführung neuer Anwendungen und Technologien zeigt. Ebenso verfügen die deutschen Unternehmen dem DTI-Bericht zufolge durch die hohe Verbreitung von ISDN-Anschlüssen über überdurchschnittlich moderne und schnelle Zugangstechnologien zum Internet. Abb. 255 International nimmt Deutschland bei der Implementation von E-Business-Technologien und Anwendungen einen Spitzenplatz ein Weltweit: DTI E-Business Sophistication Index* 2003 Irland Kanada USA Deutschland Schweden Südkorea Großbritannien Australien Japan Italien Frankreich 0,53 0,52 0,52 0,51 0,51 0,5 0,49 0,49 0,47 0,45 0,42 Der Sophistication Index misst den Grad der E-Business-Integration der Unternehmen eines Landes. Der Index kann sich zwischen 0 (keinerlei Integration) und 1 (volle Integration) bewegen. Department of Trade and Industry, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 256 6.5.3 E-Business und E-Commerce in deutschen Unternehmen E-Business im Mittelstand Wie die Studien der EU und des DTI zeigen, sind E-BusinessAnwendungen und Prozesse in Deutschland in den meisten Großunternehmen bereits implementiert oder in der konkreten Planungs- oder Implementationsphase ­ wenn auch in unterschiedlichem Ausgestaltungsgrad. Da andererseits in Klein- und Kleinstunternehmen teils aus Kosten-, teils aus Nutzengründen vielfach eine Einführung von E-BusinessAnwendungen in absehbarer Zeit nicht in Frage kommt, dürfte sich das größte Veränderungspotenzial im Bereich des E-Business im Mittelstand ergeben. Diesen Sektor untersucht die Studie "Internet- und E-Business-Einsatz im bundesdeutschen Mittelstand 2003", die von der Marktforschungsgesellschaft TechConsult im Auftrag der Zeitschrift Impulse und IBM im April 2003 mittlerweile in der fünften Auflage vorgelegt wurde. Zielsetzung der Studie ist, die derzeitigen und zukünftigen Aktivitäten deutscher Mittelstandsunternehmen im Bereich des E-Business zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden im Zeitraum von Dezember 2002 bis Januar 2003 1.008 Interviews mit E-BusinessVerantwortlichen in Unternehmen mit zehn bis 999 Mitarbeitern aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen durchgeführt. Der Studie zufolge hat sich der Anteil der Unternehmen, die das Internet in keinerlei Weise nutzen, im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert und stagniert bei zwei Prozent. Auf der anderen Seite nutzt mit 85 Prozent der Nennungen der größte Teil der mittelständischen Unternehmen in Deutschland das Internet zumindest für die Eigendarstellung der Firma mittels einer eigenen Website. 17 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bereits einen Online-Shop in ihren Web-Auftritt integriert zu haben ­ eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr von einem Prozentpunkt. In den Unternehmen, die das Internet nutzen, haben im Durchschnitt rund 48 Prozent der Mitarbeiter Zugang dazu. Internet-Nutzung Abb. 256 97 Prozent aller mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind online Deutschland: Nutzung des Internets durch mittelständische* Unternehmen 2001-2003 4 Stufe 0: Offline ­ keinerlei Nutzung von Internet und E-Mail 2 2 2 26 Stufe 1: Passiv online ­ Internet und E-Mail-Nutzung ohne eigene Homepage Stufe 2: Eigene Homepage ­ Darstellung von Firma und Produkten Stufe 3: Online-Shop ­ Homepage mit Bestellmöglichkeit Stufe 4: Digitale Vernetzung ­ Stufe 3 plus Datenaustausch mit Lieferanten Stufe 5: Elektronische Lieferkette (Supply Chain) ­ vollautomatische Verzahnung von Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen 14 1213 49 49 44 43 8 9 1617 19 14 16 17 4 5 2001 2002 2003 geplant 7 8 * 10-999 Mitarbeiter Zahlen wurden gerundet TechConsult/IBM/impulse, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 257 Dass die Mitarbeiter eines Unternehmens Zugang zum Internet haben, ändert nach Angaben der Befragten in etwa der Hälfte aller Fälle (48 Prozent) nichts an der Produktivität der Mitarbeiter. 39 Prozent der Unternehmen gaben an, dass sich die Produktivität punktuell erhöhen würde, und in neun Prozent der Fälle hat sie sich sogar stark erhöht. Ein Sinken der Produktivität, bedingt durch die private Nutzung des Internets durch die Mitarbeiter, konnte nur in drei Prozent der Fälle festgestellt werden. Danach befragt, wofür sie das Internet zur Zeit nutzen, gaben 98 Prozent der befragten Mittelständler an, das Netz derzeit für die E-Mail-Kommunikation zu nutzen. 94 Prozent nutzen es derzeit für die Darstellung ihres Unternehmens über eine Website, und 79 bzw. 75 Prozent der Firmen nutzt das Internet zur Recherche von Produktbzw. Firmeninformationen. Weitere 54 Prozent gaben an, Serviceleistungen über das Internet anzubieten, die Hälfte der Unternehmen betreibt nach eigenen Angaben Kundenpflege online. Vergleichsweise gering ist die derzeitige Nutzung des Internets zur Materialbeschaffung bzw. zum Absatz der eigenen Produkte und Dienstleistungen. 44 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, das Internet derzeit für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen zu nutzen (E-Procurement), und 40 Prozent nutzen das Netz für den Absatz ihrer Waren. Von den Unternehmen, die ihre Waren und Dienstleistungen über einen Web-Auftritt online anbieten, machten über die Hälfte der Unternehmen weniger als fünf Prozent ihres Gesamtumsatzes über diesen OnlineKanal (2002). Für das Jahr 2004 rechnen die meisten Unternehmen zwar damit, dass der Umsatzanteil des Internet-Geschäfts spürbar steigt, einen Anteil von mehr als 50 Prozent erwarten allerdings nach wie vor nur fünf Prozent der befragten Unternehmen. Die meisten Mittelständler machen nur einen geringen Teil ihres Umsatzes im Internet Deutschland: Anteil des Internet-Umsatzes am Gesamtumsatz bei mittelständischen* Unternehmen in Prozent 2002 und 2004** Abb. 257 3% 2% 3% 2% 6% 20% 17% 2002 16% 36% 0% 1 bis unter 5% 5 bis unter 10% 10 bis unter 25% 25 bis unter 50% 50 bis unter 75% 75-100% 9% 15% 2004 23% 28% 20% * 10-999 Mitarbeiter ** Schätzung TechConsult/IBM/impulse, 2003 E-Business Die Gründe für die Einführung von E-Business-Anwendungen und Technologien sind vielfältig und reichen von der Hoffnung auf Kosteneinsparungen bis zum vermeintlichen Wettbewerbsdruck der Konkurrenzunternehmen, die entsprechende Anwendungen bereits installiert haben. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 258 Abb. 258 Auffallend ist, dass im Gegensatz zu den Ergebnissen der EU- und DTIStudien die Reduzierung der Kosten nicht an erster Stelle der Gründe für die Einführung eines E-Business-Systems steht, sondern die Nutzung neuer Wettbewerbschancen. Die Nutzung neuer Wettbewerbschancen ist das ausschlaggebende Kriterium für die Einführung von E-Business in deutschen Unternehmen Deutschland: Gründe für die Einführung von E-Business in Prozent der mittelständischen* Unternehmen 2003 Neue Wettbewerbschancen nutzen Kundenanforderung Wettbewerbsdruck (Wettbewerber sind im Netz) Kostenreduzierung 54 79 52 34 Mitarbeiterforderung 22 Sonstiges 7 Basis: 873 Befragte = 231.800 Unternehmen * 10-999 Mitarbeiter TechConsult/IBM/impulse, 2003 Als Hauptargument gegen die Einführung von E-Business wird mit 53 Prozent der Nennungen von den betreffenden Unternehmen wie auch im letzten Jahr an erster Stelle genannt, dass E-Business nicht zum Unternehmen oder den Produkten passe (2002: 41 Prozent). Dass in Zeiten des sinkenden Wirtschaftswachstums und schwer einschätzbarer Zukunftsaussichten dem Kostenfaktor eine steigende Bedeutung zukommt, lässt sich an den Nennungen ebenso erkennen: Während im Jahr 2002 bereits 26 Prozent der Unternehmen einen zu hohen Kostenaufwand als Grund gegen die Einführung von E-Business angaben, stieg dieser Wert bei der aktuellen Befragung auf 44 Prozent an. Bemerkenswert ist auch, dass mittlerweile ein Viertel der Unternehmen mangelnde Kundenakzeptanz als Argument gegen eine Einführung von E-Business angibt ­ im Jahr zuvor lag der Wert dieser Nennung noch bei 16 Prozent. TechConsult vermutet, dass insbesondere enttäuschte Umsatzerwartungen im Handel ein Grund für die gestiegene unterstellte mangelnde Kundenakzeptanz ist. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 259 Abb. 259 Zu hohe Kosten sind der Einwand vieler Unternehmen gegen den Einsatz von E-Business Deutschland: Gründe gegen den Einsatz von E-Business in Prozent der mittelständischen* Unternehmen 2002 und 2003 Passt nicht zu uns Zu hoher Kostenaufwand Mangelnde Kundenakzeptanz Mangelnde Akzeptanz in der Geschäftsführung Fehlendes Wissen über Technologie Technik noch nicht ausgereift Fehlende Sicherheitsstandards Sichere Zahlungsabwicklung nicht gewährleistet Zu hoher Umstrukturierungsaufwand Rechtliche Rahmenbedingungen unklar E-Business Lösungen nicht in bestehende EDV integrierbar 41 53 26 44 16 25 13 14 21 19 11 16 2002 2003 24 13 16 11 10 10 13 13 Basis: 154 Befragte * 10-999 Mitarbeiter 3 8 TechConsult/IBM/impulse, 2003 Nachdem im ersten Schritt der Untersuchung die Gründe für und gegen den Einsatz von E-Business-Technologien evaluiert wurden, analysierte die Studie von TechConsult im zweiten Schritt, auf welche Bereiche der Einsatz von E-Business tatsächlich Auswirkungen hat. Der Studie zufolge gaben hier 52 Prozent der Befragten an, dass ihr E-BusinessEngagement zur Stabilisierung des Umsatzes beigetragen hat. In 36 Prozent der Fälle konnten die Kosten für die Zahlungsabwicklung verringert werden, und einen positiven Einfluss auf die Umsatzentwicklung nannten 30 Prozent der Befragten. Die Einführung von E-Business führte in 30 Prozent der Fälle zu Umsatzsteigerungen Deutschland: Auswirkungen von E-Business in mittelständischen* Unternehmen in Prozent 2003 Stabilisierung des Umsatzes Kürzere Lieferzeiten Stabilisierung der Vertriebskosten Kostengünstigere Zahlungsabwicklung Umsatzsteigerung Reduzierung der Vertriebskosten Stabilisierung der Lagerkosten Reduzierung der Lagerkosten Sonstiges 52 (46) Abb. 260 39 (50) 38 (33) 36 (30) 30 (39) 29 (28) 24 (19) Vorjahreswerte in Klammern 14 (19) Basis: 312 Befragte * 10-999 Mitarbeiter 7 (6) TechConsult/IBM/impulse, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 260 Profitabilität In der vorangegangenen Analyse im Jahr 2002 rechneten noch 48 Prozent der Unternehmen damit, dass ihr Investment in E-BusinessLösungen innerhalb des ersten Jahres den Break Even erreichen und profitabel sein wird. In der aktuellen Untersuchung vom April 2003 ist ein Teil dieses Optimismus verflogen ­ nur noch 39 Prozent der befragten Unternehmen rechnen damit, dass sich ihre E-Business-Investitionen nach spätestens zwölf Monaten rentieren. Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass viele Unternehmen nach einer anfänglichen Internet- und E-Business-Euphorie die Möglichkeiten und Limitierungen der neuen Technologien zunehmend realistischer einschätzen. 45 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass das Erreichen der Profitabilitätsschwelle ein bis zwei Jahre dauert (Vorjahr: 38 Prozent), und 16 Prozent rechnen damit, dass das Engagement in E-Business zumindest bis auf weiteres nicht profitabel sein wird, wenn überhaupt jemals. 6.5.4 Virtuelle Marktplätze - weltweit, Amerika, Asien, Europa Definition B2B-Plattformen sind virtuelle (oder auch elektronische) Foren, auf denen Unternehmen ähnlich wie Menschen auf realen Marktplätzen Waren ein- und verkaufen und ihre Beziehungen zu Lieferanten online organisieren können. Sie sind eine neue Unternehmensform, die sich im Zuge des E-Commerce gebildet hat und in der Regel aus einem Konglomerat mehrerer Unternehmen besteht, die ihre B2B- und/oder B2C-Aktivitäten hierüber abwickeln. Neben dem Handel von Gütern und Dienstleistungen bieten elektronische Marktplätze Informationen, Nachrichten, Communities, Foren, öffentliche und private Ausschreibungen. Ein elektronischer Marktplatz ermöglicht individuelle Preisabsprachen, eine andere Form des Handels sind Auktionen. Mit ihrer B2B-Marktplatzdatenbank pflegt die internationale eMarketServices-Initiative eines der weltweit umfassendsten Verzeichnisse von B2B-Marktplätzen. Neben der ständigen Beobachtung und Analyse des Marktes für B2B-Marktplätze erweitertet eMarket Services seine Datenbank, die derzeit (Stand: 12.02.2004) 1.016 B2B-Marktplätze aus 72 Ländern und 39 Branchen verzeichnet, zusätzlich durch Hinweise auf neu identifizierte B2B-Marktplätze in aller Welt über ein Netz von internationalen Quellen. Obgleich die Datenbank nicht den Anspruch erhebt, vollständig zu sein und alle Marktplätze weltweit zu verzeichnen, kann sie doch als Indikator für die weltweite Verbreitung und Struktur dienen. Die folgende Auswertung beruht auf Daten aus dieser Datenbank mit dem Stand 12.02.2004. Anfang 2004 registrierte eMarket Services in seiner B2B-Marktplatzdatenbank 1.016 B2B-Marktplätze weltweit, davon 530 in Europa und weitere 429 in Nordamerika (davon 404 in den USA). In Asien mit insgesamt 194 Marktplätzen dominiert China mit 69 Einträgen. B2B-Marktplätze weltweit Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 261 eMarket Services zählt in seiner Übersicht 190 Marktplätze ohne eindeutigen Branchenfokus (Multiple Industry E-marketplaces), die restlichen Marktplätze haben eine mehr oder weniger stark eingeschränkte Spezialisierung auf ausgewählte Industriegruppen. Besonders verbreitet sind der Statistik zufolge B2B-Marktplätze in der Transport- und Logistikbranche (72 Marktplätze), im Baugewerbe (72) sowie in der Nahrungsmittelindustrie (65). Knapp 40 Prozent aller B2B-Marktplätze weltweit befinden sich in Europa Weltweit: Anzahl der B2B-Marktplätze nach Regionen, Februar 2004 Australien/ Ozeanien 66 Südamerika 70 Asien/Pazifik 194 Afrika/ Mittlerer Osten 56 Abb. 261 Europa 530 Gesamt: 1.016 Websites (= Hauptsitz) mit 1.345 Filialen in den einzelnen Ländern Nordamerika 429 eMarket Services, Februar 2004 B2B-Marktplätze in Europa Abb. 262 Nachdem bei der vergleichenden Auswertung im Jahr 2002 Deutschland mit 222 B2B-Marktplätzen noch deutlich vor Großbritannien (112) führte, hat sich dieses Verhältnis in der aktuellen Untersuchung gewandelt: Mit 132 B2B-Marktplätzen liegt Großbritannien im europäischen Vergleich an erster Stelle vor Deutschland mit 121 Marktplätzen und Spanien mit 91 elektronischen Handels-Websites. In Osteuropa haben B2B-Marktplätze noch einen relativ geringen Verbreitungsgrad. In Polen werden elf Marktplätze genannt, in Russland sieben und in der Tschechischen Republik sechs. Alle weiteren Länder Osteuropas sind derzeit mit fünf oder weniger Marktplätzen in der Datenbank aufgeführt. In Europa finden sich die meisten B2B-Marktplätze in Großbritannien und Deutschland Europa: Anzahl der B2B-Marktplätze in ausgewählten Ländern, Februar 2004 Großbritannien Deutschland Spanien Italien Niederlande Frankreich Schweden Norwegen Dänemark Polen Finnland Russland 132 (112) 121 (222) 91 (18) 76 (19) 70 (26) 62 (45) 42 (29) Europa gesamt: 530 28 (2) 19 (7) 11 (k.A.) 10 (4) 7 (k.A.) Vorjahreswerte (Juli 2002) in Klammern eMarket Services, Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 262 Deutschland Obwohl die Zahl der B2B-Marktplätze in Deutschland, wie aus der Übersicht der eMarket Services hervorgeht, in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist, hat die Attraktivität dieses Handelskanals nicht nachgelassen. Nach einer Umfrage des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der European Business School wollen 78 Prozent der Unternehmen in Deutschland ihren Handel auf Internet-Marktplätzen ausbauen, weitere 20 Prozent wollen zumindest das derzeitige Niveau beibehalten. 85 Prozent der Unternehmen gaben in der Befragung an, bereits heute Büromaterial und andere indirekte Güter (C-Güter) über elektronische Marktplätze einzukaufen. Ähnlich wie bei den bereits vorgestellten Studien des DTI und der EU befasst sich speziell für den deutschen Markt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit geförderte E-CommerceCenter Handel (ECC) mit der Fragestellung, inwieweit deutsche Unternehmen die Möglichkeiten des E-Business bereits nutzen. In einer im Juni 2003 vorgestellten Studie des ECC (Beschaffung über elektronische Marktplätze) wurden die Einstellungen, die Erfahrungen und Erwartungen der deutschen Unternehmen im Hinblick auf die Nutzung elektronischer Marktplätze untersucht. Da für die Studie der Stichprobenbeschreibung zufolge jedoch Unternehmen mit überdurchschnittlich hoher Internet-Affinität ausgewählt wurden, sind die Ergebnisse nur begrenzt allgemeingültig und repräsentieren mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Einstellung des bundesdeutschen Durchschnittsunternehmens. Der Studie zufolge, bei der 129 deutsche Unternehmen aller Branchen und Größenklassen online befragt wurden, hat das Internet bereits einen Anteil von 28 Prozent an der Gesamtbeschaffung der Unternehmen, d.h. die untersuchten Firmen kauften mehr als ein Viertel aller Waren und Dienstleistungen über das Internet ein (2002). Für das Jahr 2003 erwarteten die Befragten einen Anstieg dieses Wertes auf 35 Prozent. Mit 64 Prozent wurde knapp zwei Drittel dieses online georderten eigenen Warenbedarfs der Untersuchung zufolge über elektronische Marktplätze beschafft. Genutzt werden die Marktplätze nach Angaben der Befragten in erster Linie, um den Einkaufsprozess zu beschleunigen und die Prozesskosten zu reduzieren. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 263 Abb. 263 Mit der Nutzung von elektronischen Marktplätzen wollen die Unternehmen vor allem die Einkaufsprozesse beschleunigen Deutschland: Ziele von Unternehmen bei der Beschaffung über elektronische Marktplätze nach Bewertung, Juni 2003 1 2 keine 0 Einkaufsprozesse beschleunigen Prozesskosten reduzieren Produktauswahl erhöhen Produktkosten reduzieren Lieferantenauswahl erhöhen Unkoordinierten Einkauf reduzieren Nachfragemacht bündeln 3 2,89 2,53 4 3,65 3,37 3,30 sehr hoch/ vollständig 5 2,89 2,46 2,45 3,22 3,15 2,86 3,01 2,86 1,99 Bedeutung des Ziels Zielerreichung E-Commerce-Center Handel, Juni 2003 Als geeignet halten die Befragten elektronische Marktplätze insbesondere für standardisierte Produkte, Markenartikel, Güter von eher geringem Wert und indirekte Güter wie Büromaterial. Entsprechend bevorzugen die meisten Unternehmen bei Sonderanfertigungen, hochwertigen Artikeln und generischen bzw. No-Name-Produkten, deren Wert und Qualität schlecht eingeschätzt werden kann, die klassischen Einkaufskanäle. Damit ein elektronischer Marktplatz in Anspruch genommen wird, fordern die (potenziellen) Nutzer, dass eine Reihe von Faktoren erfüllt sind. Der Studie des ECC zufolge stehen ein günstiges Preisniveau und ausführliche Produktinformationen an erster Stelle im Pflichtenheft. Direkt danach folgen die nutzerfreundliche Bedienbarkeit sowie die Datensicherheit. Eine technische Anbindung bspw. an hausinterne ERPSysteme wird dagegen deutlich seltener gefordert, ebenso wie die Bereitstellung eines Ausschreibungsservice oder anderer Zusatzdienstleistungen. Sofern diese Anforderungen der Nutzer erfüllt werden, steht dem weiteren Erfolg der elektronischen Marktplätze nichts mehr im Wege. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 264 6.6 B2C E-Commerce 6.6.1 B2C E-Commerce weltweit Begriffsbestimmung Unter dem Begriff B2C (Business to Consumer) werden alle Transaktionen des E-Commerce zwischen Verkäufern (Unternehmen) und Konsumenten (Endverbrauchern) zusammengefasst ­ im Gegensatz zum B2B-E-Commerce, bei dem sich zwei Unternehmen als Handelspartner gegenüberstehen. In vielen Statistiken wird der Wert dieser B2C-Transaktionen noch weiter aufgeteilt in das Segment des eigentlichen Online-Einzelhandels, in den englischsprachigen Statistiken oftmals als "Online retail sales" bezeichnet, sowie den Anteil der Umsätze aus der Internet-basierten Vermittlung von Reisedienstleistungen ("Online travel revenues"). Die folgenden Zahlen beziehen sich, wenn nicht anders vermerkt, auf den gesamten B2C-Umsatz inklusive der Reiseumsätze. Der B2C-Sektor macht nur einen kleinen Anteil des gesamten weltweiten E-Commerce-Volumens aus. Nach Schätzungen der Handels- und Entwicklungsorganisation der Vereinten Nationen (UNCTAD) werden derzeit rund 95 Prozent des gesamten weltweiten E-Commerce-Umsatzes im B2B-Bereich erzielt. Das dem gegenüberstehende B2C-Segment kommt dementsprechend auf einen Umsatzanteil von lediglich fünf Prozent. An diesem Verhältnis wird sich nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation in absehbarer Zukunft auch nichts ändern. Im Gegensatz zu den früheren Jahren, in denen eine rege Analyse- und Berichtstätigkeit seitens der Marktforschungsinstitute sowie der einschlägigen offiziellen Organisationen zu erkennen war und umfangreiches statistisches Material nicht nur zum E-Commerce-Markt allgemein, sondern auch zum B2C-Bereich zur Verfügung stand, ließ das Interesse und die Berichterstattung der Marktbeobachter im Jahr 2003 deutlich nach, so dass nur noch eine geringe Anzahl an Studien und Analysen zu diesem Bereich verwertet werden konnte. Schwer wiegt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass mit eMarketer und Taylor Nelson Sofres (Global eCommerce Report) zwei der maßgeblichen Quellen der letzten Jahre keine aktuellen/ aktualisierten Studien zu diesem Themenkomplex publiziert haben. Weltweite Schätzungen gehen auch für den B2C E-Commerce von einem exponentiellen Wachstum aus Weltweit: Vergleichende Umsatzschätzungen für B2C E-Commerce in Milliarden USD 1999-2004 B2C-Umsatz weltweit Abb. 264 eMarketer IDC Research Gartner Group Forrester Research Merril Lynch Goldman Sachs & Co. Ovum 1999 31 111 90 2000 60 59 53 218 238 29 2001 101 96 398 494 49 2002 167 169 734 870 81 2003 250 213 380 284 1.317 1.392 133 2004 428 452 2.134 219 eMarketer, 2001/angegebene Institute Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 265 6.6.2 B2C E-Commerce USA USA Im Jahr 2003 beliefen sich die elektronischen Umsätze im USamerikanischen Einzelhandel (B2C-E-Commerce) auf 86,9 Milliarden USD. Dies geht aus der aktuellen E-Commerce-Studie der Marktforschungsorganisation eMarketer vom September 2003 hervor, die auf den statistischen Daten des US-Wirtschaftsministeriums (Department of Commerce) basieren. Bis zum Jahr 2005 erwartet eMarketer einen Anstieg des Volumens auf 133,3 Milliarden USD. Der größte Anteil des Umsatzes entfällt eMarketer zufolge mit einem Wert von 55,0 Milliarden USD (2003) auf den eigentlichen OnlineEinzelhandelsabsatz. Hinzu kommt der Internet-basierte Umsatz der Urlaubs- und Reiseindustrie, der sich im Jahr 2003 auf 31,9 Milliarden USD belief. Der Wert der US-amerikanischen B2C-Umsätze wird im Jahr 2005 130 Milliarden US-Dollar übersteigen USA: B2C-E-Commerce-Umsatz im Einzelhandel und in der Reisebranche in Milliarden USD 2000-2005 Abb. 265 Online-Einzelhandel Online-Reisen 133,3 109,7 45,2 41,6 13,4 28,2 2000 51,6 17,2 34,4 70,3 24,8 86,9 31,9 37,1 88,1 72,6 45,5 55,0 2001 2002 2003 2004 2005 eMarketer, September 2003 Neben der zunehmenden Technologie- und Internet-Erfahrung der Bevölkerung und einer weiteren Verringerung des "Digital Divide" nennt eMarketer den Konzentrationsprozess der Online-Händler sowie die zunehmende Vernetzung der amerikanischen Haushalte mit BreitbandTechnologien als maßgebliche Einflussfaktoren für die weitere positive Umsatzentwicklung im Bereich des B2C-E-Commerce. Die amerikanischen Marktforscher von Forrester gehen in ihrer Analyse vom August 2003 von etwas höheren Umsätzen aus und rechnen für das Jahr 2003 mit einem Gesamt-E-Commerce-Volumen im B2CBereich in den USA in Höhe von 95,7 Milliarden USD. Bis 2005 soll dieser Wert auf 149,2 Milliarden USD steigen, und im Jahr 2008 schließlich die Summe von 229,9 Milliarden USD erreichen ­ was den Prognosen der Analysten zufolge zehn Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in den USA im Jahr 2008 darstellen würde. Das durchschnittliche jährliche Wachstum gibt Forrester mit rund 19 Prozent an. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 266 Angetrieben wird dieses Wachstum den Einschätzungen von Forrester zufolge zum einen durch die steigende Zahl der Konsumenten, die in Zukunft die Möglichkeiten des Online-Shopping wahrnehmen werden, zum anderen durch eine Steigerung der Attraktivität der bestehenden Angebote sowie die Erschließung neuer Produktgruppen, die sich im E-Commerce-Portfolio bisher kaum oder überhaupt nicht gefunden haben. Als Beispiele nennt Forrester den Bereich der Nahrungsmittel und Getränke, dessen E-Commerce-Umsatzvolumen von derzeit 3,7 Milliarden USD auf 17,4 Milliarden USD im Jahr 2008 ansteigen soll, sowie das Segment der Sportausrüstung, dem nach 1,7 Milliarden USD im Jahr 2003 ein Anstieg des Online-Umsatzes auf rund sechs Milliarden USD im Jahr 2008 vorhergesagt wird. Das statistische Amt der USA (U.S. Census Bureau) nennt in seiner aktuellen Statistik vom Februar 2004 für das Gesamtjahr 2003 einen vorläufigen Wert der US-amerikanischen B2C-E-Commerce-Umsätze in Höhe von 54,9 Milliarden USD (ohne Reiseausgaben). Dies entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert um rund 26 Prozent. Typisch für die Umsatzentwicklung, die auf den Daten einer vierteljährlich durchgeführten Erhebung unter 11.000 amerikanischen Einzelhändlern basiert, ist der regelmäßig starke Anstieg der E-Commerce-Umsätze im letzen Quartal eines Jahres. Diese Schwankungen basieren nach Angaben des U.S. Census Bureau insbesondere auf den hohen Internet-basierten Umsätzen in der Vorweihnachtszeit, maßgeblich getrieben durch den Kauf von Weihnachtsgeschenken, die oftmals zur Gruppe der Internet-affinen und damit für das Online-Shopping in besonderem Maße geeigneten Produkte gehören. Der US-amerikanische B2C-Umsatz erreichte im 4. Quartal 2003 einen neuen Höchststand USA: B2C-E-Commerce-Umsätze* in Milliarden USD und Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz in Prozent, 1. Quartal 2000-4. Quartal 2003 Abb. 266 17,23 E-Commerce-Umsatz Anteil am Gesamt-Einzelhandelsumsatz 13,77 13,28 11,93 12,46 10,79 10,47 9,25 9,47 9,76 8,01 7,9 7,89 7,08 5,77 6,25 0,9 1,1 1,1 1 1 1,3 1,3 1,2 1,3 1,6 1,5 1,5 1,5 1,9 0,8 0,8 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 1. Q. 2. Q. 3. Q. 4. Q. 00 00 00 00 01 01 01 01 02 02 02 02 03 03 03 03 * ohne Reiseausgaben U.S. Census Bureau, Februar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 267 Nach Angaben der bereits erwähnten Studie von eMarketer vom September 2003 nutzten im vergangenen Jahr 81,2 Millionen oder 58,3 Prozent der US-Amerikaner im Alter von über 13 Jahren das Internet zum Einkauf von Waren und Dienstleistungen. Bis zum Jahr 2005 soll diese Zahl den Einschätzungen von eMarketer zufolge auf knapp 95 Millionen ansteigen. Im gleichen Zeitraum wird mit einem Anstieg des durchschnittlichen jährlichen Einkaufsvolumens pro Online-Shopper von knapp 680 USD auf annähernd 930 USD gerechnet. Abb. 267 Im Jahr 2005 werden knapp 95 Millionen US-Amerikaner das Internet zum Einkauf nutzen USA: Zahl der Online-Shopper in Millionen und Anteil an den Internet-Nutzern* in Prozent 2000-2005 Zahl der Online-Shopper in Mio. Anteil an den Internet-Nutzern in Prozent 86,5 94,9 81,2 73,3 63,8 49,9 48,5 53,2 58,3 59,9 61,8 55,8 2000 563,99 2001 538,78 2002 621,06 2003 677,76 2004 838,87 2005 928,00 * über 13 Jahre Durchschnittlicher Einkaufswert pro Online-Shopper in USD/Jahr eMarketer, September 2003 In Bezug auf den zuletzt erwähnten Punkt gehen die Marktforscher von Jupiter Research in einer Analyse vom Oktober 2003 von etwas geringeren Werten aus. Der Studie zufolge gaben die Online-Käufer in den USA im Jahr 2003 durchschnittlich 532 USD aus. Für das Jahr 2005 wird ein Anstieg auf 626 USD prognostiziert. Die Differenzen bei den Angaben zum Pro-Kopf-Umsatz ergeben sich neben den voneinander abweichenden Einschätzungen des E-Commerce-Marktes auf Seiten der Marktforschungsinstitute vor allem aus den unterschiedlichen Erhebungsmethoden, der Auswahl der Umfrageteilnehmer sowie den zugrunde liegenden statistischen Annahmen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 268 6.6.3 B2C E-Commerce Europa Europa In Westeuropa ist der B2C-Umsatz gegenwärtig für rund 13 Prozent des gesamten E-Commerce-Umsatzes verantwortlich, 87 Prozent entfallen demnach auf den B2B-Bereich. Dies geht aus dem aktuellen Jahrbuch des European Information Technology Observatory (EITO) vom März 2004 hervor. Für die Summe aller B2C-Transaktionen in Westeuropa nennt EITO für das Jahr 2003 einen Wert von 63,1 Milliarden EUR. Bis zum Jahr 2007 rechnet das Observatory mit einem Anstieg des B2C-Volumens auf über 320 Milliarden EUR. Die umsatzstärksten Länder Westeuropas sind mit einem Marktanteil von jeweils rund einem Viertel Großbritannien und Deutschland. Während Deutschland auch bis zum Jahr 2007 den Prognosen von EITO zufolge diesen Marktanteil halten können und damit umsatzstärkste Nation Westeuropas werden wird, gibt insbesondere Großbritannien aufgrund vergleichsweise geringer Wachstumsraten Marktanteile ab. Frankreich dagegen steigert den Prognosen zufolge seinen Anteil am westeuropäischen B2C-Umsatz von 12,7 Prozent im Jahr 2003 auf 16,5 Prozent im Jahr 2007. Mit über 15 Milliarden EUR Umsatz ist Deutschland nach Großbritannien die umsatzstärkste B2C-Nation im europäischen Vergleich Westeuropa: B2C-E-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR und Anteil am Gesamtumsatz in Prozent 2003 und 2007 Abb. 268 Restl. Westeuropa 14,1 Mrd. (22,3%) Spanien 2,9 Mrd. (4,6%) Italien 5,9 Mrd. (9,4%) Frankreich 8,0 Mrd. (12,7%) Großbritannien 16,8 Mrd. (26,6%) 2003 Deutschland 15,4 Mrd. (24,4%) Restl. Westeuropa 71,7 Mrd. (22,2%) Spanien 15,1 Mrd. (4,7%) Italien 35,4 Mrd. (11,0%) Frankreich 53,1 Mrd. (16,5%) Deutschland 81,6 Mrd. (25,3%) 2007 Großbritannien 65,7 Mrd. (20,4%) Gesamt 2003: 63,1 Mrd. EUR * Differenzen zu 100% sind rundungsbedingt möglich. Gesamt 2007: 322,6 Mrd. EUR EITO, März 2004 Neben den eigenen Berechnungen zitiert EITO in seinem Bericht vom März 2004 auch Prognosen des amerikanischen Marktforschungsinstitutes Forrester zum westeuropäischen B2C-Markt. Dieser Analyse zufolge steigt der westeuropäische Online-Einzelhandelsumsatz (ohne Reiseausgaben) von 48,1 Milliarden EUR im Jahr 2003 bis zum Jahr 2007 auf über 170 Milliarden EUR. Das Volumen der privaten Reiseund Urlaubsbuchungen über das Internet steigt im selben Zeitraum von knapp elf Milliarden EUR auf voraussichtlich mehr als 40 Milliarden EUR an. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 269 Abb. 269 Der Internet-basierte Einzelhandel wächst in Westeuropa um durchschnittlich 42 Prozent pro Jahr Westeuropa: B2C-E-Commerce-Umsatz in Milliarden EUR 2002-2007 Online-Einzelhandelsumsatz Online-Reiseumsatz (Privatpersonen) 173,0 32,0 211,9 40,5 58,6 37,2 30,1 2002 CAGR: 42% 10,6 7,0 89,7 16,2 73,5 127,0 22,5 171,4 141,1 104,5 48,1 2003 2004 2005 2006 2007 Abweichungen durch Rundung möglich EITO/Forrester, März 2004 Derzeit liegt der Anteil des B2C-E-Commerce-Umsatzes am gesamten Einzelhandelsumsatz in Europa bei etwa zwei Prozent. Dass die Bedeutung des E-Commerce für den gesamten Einzelhandelsumsatz aber deutlich über diesen Wert hinausgeht, zeigt eine auf den ForresterDaten basierende Analyse des EITO im bereits erwähnten Report vom März 2004. Dieser Analyse zufolge müssen zum direkten Online-Umsatz in Höhe von 30,1 Milliarden EUR im Jahr 2002 (ohne Reiseausgaben) der Wert der vom Internet beeinflussten "Offline"-Einkäufe hinzugerechnet werden, um die tatsächliche Bedeutung des E-Commerce im B2CBereich realistisch bewerten zu können. Nach Angaben des EITO beläuft sich der über klassische Vertriebskanäle erzielte ("Offline"-)Umsatz, der durch eine dem Kaufakt vorausgegangene Recherche des Konsumenten im Internet initiiert wurde, im Jahr 2002 auf rund 83 Milliarden EUR. ,,Offline"-Umsätze in Höhe von 83 Milliarden EUR waren 2002 vom Internet initiiert Westeuropa: Online-Shopping-Umsätze und vom Internet beeinflusste ,,Offline"-Umsätze in ausgewählten Ländern in Milliarden EUR, 2002 und 2007 Abb. 270 Land Deutschland Großbritannien Italien Frankreich Spanien Restl. Westeuropa Gesamt 2002 Vom Internet beeinflusste ,,Offline"-Umsätze 22 19 12 9 3 19 83 OnlineShoppingUmsätze 8 10 1 3 1 6 30 2007 Vom Internet beeinflusste ,,Offline"-Umsätze 40 38 31 23 7 35 173 OnlineShoppingUmsätze 48 42 14 18 7 42 171 EITO, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 270 Online-Shopper Diese Aussage wird auch von einer Studie von AOL Europe und RoperASW vom März 2003 bestätigt. Danach gaben in der Anfang 2003 durchgeführten Befragung 73 Prozent der Online-Nutzer an, sich vor dem eigentlichen Kauf eines Produkts zumindest hin und wieder mittels des Internets über den Preis und die Eigenschaften des Produkts zu informieren ­ unabhängig davon, ob das Produkt dann in einem Einzelhandelsgeschäft oder online gekauft wird. Rund 88 Millionen Westeuropäer nutzen nach Schätzungen von EITO (März 2004) derzeit das Internet zum Einkauf von Waren und Dienstleitungen. Bis zum Jahr 2007 rechnet EITO mit einem Anstieg der Zahl der Online-Shopper auf 156 Millionen. Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der Internet-Nutzer von 214 Millionen auf über 270 Millionen steigen. Abb. 271 Im Jahr 2007 werden mehr als 150 Millionen Westeuropäer im Internet einkaufen Westeuropa: Zahl der Internet-Nutzer und Online-Käufer in Millionen 2002-2007 Internet-Nutzer Online-Käufer 272 255 235 214 191 170 156 134 111 88 67 49 2002 2003 2004 2005 EITO, März 2004 2006 2007 Einer Analyse von Jupiter Research vom Dezember 2003 zufolge nutzten im Jahr 2003 rund 70 Millionen Bürger in Westeuropa die Möglichkeiten des Internet zum Online-Einkauf. Bis zum Jahr 2008 prognostiziert Jupiter einen Anstieg der Zahl der Online-Shopper auf 126 Millionen. 60 Prozent der Internet-Nutzer Hochrechnungen zufolge zu diesem Zeitpunkt Dienstleistungen über das Internet einkaufen. werden Waren den und Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 271 Abb. 272 Mehr als 70 Millionen Europäer nutzen derzeit das Internet zum Einkauf Westeuropa: Online-Shopper in Millionen und Anteil an der Gesamtzahl der Internet-Nutzer in Prozent 2003-2008 2003 70,2 (44%) 2004 85,6 (49%) 2005 98,9 (53%) 2006 110,2 (56%) 2007 119,2 (58%) 2008 126,0 (60%) Jupiter Research, Dezember 2003 Als weiteres Ergebnis ihrer Studie vom Dezember 2003 ermittelten die Marktforscher von Jupiter Research, dass jeder Online-Shopper in Europa im Jahr 2003 durchschnittlich 425 EUR im Internet ausgab. Jupiter rechnet damit, dass dieser Durchschnittswert bis zum Jahr 2008 auf 776 EUR ansteigen wird. Abb. 273 Im Jahr 2003 gab jeder Online-Shopper in Westeuropa durchschnittlich 425 EUR im Internet aus Westeuropa: Durchschnittliche Ausgaben pro Online-Shopper in EUR 2003-2008 2003 425 2004 479 2005 525 2006 591 2007 673 2008 776 Jupiter Research, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 272 6.6.4 B2C E-Commerce Deutschland Deutschland Für den deutschen Markt rechnet der Hauptverband des deutschen Einzelhandels (HDE) einer Pressemeldung vom November 2003 zufolge für das Jahr 2003 mit einem E-Commerce-Umsatz im B2C-Bereich von rund elf Milliarden EUR. Für das Jahr 2004 geht der HDE von einem Anstieg des Umsatzvolumens um rund 18 Prozent auf dann 13 Milliarden EUR aus. Zum E-Commerce-Umsatz im B2C-Bereich rechnet der HDE alle von Endkunden (Konsumenten) getätigten Internet-basierten Transaktionen wirtschaftlicher Güter. Dieser Güterbegriff umfasst laut HDE-Definition sowohl Sachgüter als auch Dienstleistungen (inkl. Reisen), Nutzungsrechte und Informationen ebenso wie Fahrkarten-, Ticket- und Hotelbuchungen. Diese weite Definition trägt dem HDE zufolge der Tatsache Rechnung, dass sich der Einzelhandel zunehmend zu einem umfassenden Dienstleister und Anbieter komplexer Lösungen für seine Kunden entwickelt. Der Bundesverband des deutschen Versandhandels (BVH) hingegen rechnet für das Jahr 2003 mit einem Anstieg des B2C-E-Commerce (ohne digitale Dienste und ohne Reisebuchungen) auf 3,6 Milliarden EUR. Dies bedeutet eine Steigerung um 34 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. 2002 lag der Online-Umsatz dem BVH zufolge noch bei 2,7 Milliarden EUR, nach 1,8 Milliarden EUR im Jahr 2001. Die Diskrepanz zwischen den beiden Verbandsschätzungen von HDE und BVH liegt maßgeblich an der unterschiedlich weit gefassten Definition von B2C-E-Commerce sowie an der Art der Datenerhebung. Während der BVH den deutschen E-Commerce-Umsatz ohne digitale Dienste, also ohne digital übermittelte Produkte wie Software und Musik, und ohne Online-Buchungen im Touristikbereich kalkuliert, nimmt der HDE eine deutlich breitere E-Commerce-Definition als Grundlage für seine Markteinschätzung (s.o.). Hinzu kommt, dass die BVH-Zahlen auf Aussagen basieren, die eine Mitglieder-Befragung ergeben hat. Besonders bedeutsam für die Umsatzentwicklung sind nach Aussagen des HDE die Monate November und Dezember. In diesen Monaten steigt der B2C-Umsatz durch das Weihnachtsgeschäft kräftig an, auch aufgrund der Tatsache, dass in diesem Zeitraum in besonderem Maße E-Commerce-affine Warengruppen wie Bücher, CDs, Spielwaren etc. nachgefragt werden. Nach Angaben des HDE tragen diese beiden Monate zu 25 Prozent zum gesamten Jahresumsatz im B2CE-Commerce bei, im Jahr 2003 also mit einem Anteil von rund 2,75 Milliarden EUR. Die amerikanischen Marktforscher von Forrester sind in ihrer im aktuellen EITO-Bericht (März 2004) publizierten Markteinschätzung für Deutschland deutlich optimistischer und rechnen für das Jahr 2003 mit einem Online-Handelsumsatz von 16,4 Milliarden EUR. Bis zum Jahr 2007 geht Forrester von einem Anstieg des Online-Umsatzes auf 59,1 Milliarden EUR aus. Der Anteil des Online-Handels am gesamten Einzelhandel soll den Schätzungen von Forrester zufolge dann bei elf Prozent liegen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 273 Abb. 274 Im Jahr 2004 werden in Deutschland Waren und Dienstleistungen im Wert von 16,4 Milliarden Euro online umgesetzt Deutschland: B2C-E-Commerce-Umsatz in Milliarden EUR 2002-2007 Online-Einzelhandelsumsatz Online-Reiseumsatz (Privatpersonen) 49,1 8,3 59,1 10,7 37,0 6,1 16,4 10,0 8,4 2002 2,7 1,6 26,0 4,3 21,6 48,4 40,8 31 13,8 2003 2004 2005 2006 2007 Abweichungen durch Rundung möglich EITO/Forrester, März 2004 Derzeit werden dem HDE zufolge nur wenig mehr als zwei Prozent der gesamten deutschen Einzelhandelsumsätze online erzielt. Einzelne Marktteilnehmer kommen aber teilweise auf einen deutlich höheren E-Commerce-Anteil an ihrem gesamten Einzelhandelsumsatz. Die Karstadt-Quelle AG beispielsweise, gegenwärtig der größte Waren- und Versandhauskonzern Europas, setzt mehr als acht Prozent seines Gesamtumsatzes online um. Für 2003 rechnet der Konzern mit einem Online-Umsatz von rund 1,5 Milliarden EUR ­ 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Otto, zweitgrößter Online-Händler in Deutschland, machte nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2002 rund zehn Prozent seines Umsatzes online. Mittelfristig wird ein Umsatzanteil von 20 Prozent angestrebt. Das E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) befragte Anfang 2004 Internet-Nutzer, ob sie planen, in diesem Jahr mehr Käufe über das Internet durchzuführen. Der Analyse zufolge gaben über 90 Prozent der 282 Befragten an, das Internet bereits zum Online-Shopping zu nutzen. Gut 60 Prozent aller Befragten planen, das Internet in diesem Jahr verstärkt für den Kauf von Waren und Dienstleistungen zu nutzen. Weniger als fünf Prozent gaben an, ihre Online-Shopping-Aktivitäten einschränken zu wollen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 274 Abb. 275 Über 60 Prozent der Internet-Nutzer planen, im Jahr 2004 mehr Waren und Dienstleistungen im Internet zu kaufen Deutschland: Geplantes Kaufverhalten im Internet in Prozent der Internet-Nutzer 2002-2004 plane, erheblich mehr einzukaufen plane, mehr einzukaufen plane, in gleichem Umfang einzukaufen plane, weniger einzukaufen plane, erheblich weniger einzukaufen kaufe nach wie vor nicht online ein 18,7 16,7 13,8 36,4 43,0 47,5 21,3 25,8 27,0 7,2 5,3 3,2 2,4 2,7 1,8 2002 2003 2004 9,6 11,0 Basis: 282 Befragte 6,7 ECC Handel, Februar 2004 Produkte Den Angaben des HDE zufolge werden Produkte wie Bücher, CDs, Kleidung, elektronische Geräte, Computerzubehör und Eintrittskarten nach wie vor am häufigsten über das Internet bestellt. Nahezu zusammengebrochen ist den Angaben des Bundesverbands des deutschen Versandhandels (BVH) dagegen der Web-Handel mit Lebensmitteln. Lediglich regional tätige Händler und Spezialisten sind in diesem Marktsegment derzeit noch aktiv. Die aktuelle Computer- und Technikanalyse des Instituts für Demoskopie Allensbach vom Oktober 2003 (ACTA 2003) bestätigt diese Beobachtung des HDE. Knapp jeder dritte Online-Nutzer hat demnach bereits Bücher online geordert, jeder vierte Reisen gebucht, knapp jeder fünfte CDs gekauft, und rund 14 Prozent Kleidung oder Accessoires. Für die aktuelle Studie befragte das Institut im Frühjahr und Sommer 2003 10.424 Deutsche im Alter von 14 bis 64 Jahren. Abb. 276 Jeder vierte Deutsche hat über das Internet schon einmal Reisen gebucht oder Bahn- und Flugtickets gekauft Deutschland: Top 10 der meistgekauften Waren und Dienstleistungen in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Bücher Teilnahme an Auktionen Buchung von Reisen Kauf von Bahn- oder Flugtickets Hotelreservierung Theater-, Konzertkarten CDs Kleider, Mode, Schuhe Computer-Hardware Videofilme, DVDs 31,1 30,7 24,8 24,0 22,2 19,2 18,7 13,8 13,2 12,2 Institut für Demoskopie Allensbach (ACTA), 2003 Untersucht man, welche Produkte und Dienstleistungen den größten Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 275 Anteil am gesamten B2C-E-Commerce-Umsatz in Deutschland haben, so ergibt sich ein abweichendes Bild. Nach Aussagen einer WebscopeAnalyse der GfK-Gruppe aus dem Jahr 2003 liegen rein wertmäßig, also nicht nach der Anzahl der Transaktionen, der Bereich Bekleidung und Schuhe sowie der PC-Bereich mit 11,5 Prozent bzw. 10,6 Prozent der Gesamtausgaben an der Spitze. Das Segment Unterhaltungselektronik konnte seinen Marktanteil von 3,8 Prozent im ersten Halbjahr 2002 auf 8,7 Prozent im 1. Halbjahr 2003 mehr als verdoppeln. Abb. 277 Der Bereich Unterhaltungselektronik entwickelt sich zu einem der wichtigsten Segmente des Online-Handels Deutschland: B2C-E-Commerce-Umsätze mit ausgewählten Produkten in Prozent des Gesamtumsatzes, 1. Halbjahr 2002 und 2003 11,5 Bekleidung, Schuhe PC/-Zubehör Unterhaltungselektronik, Foto, Video Bücher, Karten, Zeitschriften CD, bespielte Tonträger, CD-ROM Elektrogeräte Spielwaren Videofilme, DVD Telekommunikation Heimwerken, Garten, Pflanzen Sport-, Freizeitartikel 10,6 14,1 14,8 3,8 6,1 8,7 9,2 4,1 5,0 3,4 4,0 1,5 1,1 2,2 2,1 2,2 2,1 2,0 1. Halbjahr 2003 1. Halbjahr 2002 Basis: Online-Käufe von 10.000 Internet-Nutzern über 14 Jahre 1,6 1,8 2,1 GfK Webscope, 2003 Soziodemographie Ein knappes Drittel der Online-Käufer befindet sich in der Altersgruppe der 30- bis 39jährigen. Die über 60jährigen, die gut ein Viertel der deutschen Gesamtbevölkerung stellen, nutzen das Internet nur zu 7,6 Prozent zum Einkaufen. Dies geht aus einer Analyse des BVH vom November 2003 auf Basis von Internet-Nutzerzahlen der GfK hervor. Abb. 278 Die Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen nutzt das Internet besonders häufig zum Online-Kauf Deutschland: Online-Käufer nach Altersgruppen in Prozent der Bevölkerung 2003 Internet-Nutzer Online-Käufer Bevölkerungsanteil 32,6 27,9 26,7 25,7 22,4 19,6 19,9 18,0 14,4 17,3 15,3 13,3 11,7 11,2 7,7 6,9 7,6 1,8 14-19 Jahre 20-29 Jahre 30-39 Jahre 40-49 Jahre 50-59 Jahre 60+ Jahre bvh/GfK, November 2003 Aus der bereits erwähnten Computer- und Technikanalyse des Instituts für Demoskopie Allensbach (ACTA 2003, Oktober 2003) geht hervor, Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 276 Gründe für OnlineShopping dass mittlerweile 40,9 Prozent der Deutschen das Internet auch zum Einkaufen nutzen. 2002 lag dieser Wert noch bei 30,2 Prozent, ein Jahr zuvor bei 25,3 Prozent. Die umfangreiche Auswahl und die Möglichkeit, Preise schnell und einfach zu vergleichen, sind der ACTA 2003 zufolge die führenden Argumente für die Nutzung des Internet zum Online-Shopping. 60 resp. 55 Prozent der Befragten gaben diese hauptsächlichen Gründe beim Umgang mit Internet-basierten Einkaufsmöglichkeiten an. Als negative Aspekte beim Online-Shopping werden auf der anderen Seite genannt, dass man die angebotenen Waren nicht ausprobieren kann und beim Bestellvorgang viele persönliche Daten angeben muss. Abb. 279 Größter Vorteil beim Online-Shopping ist die große Auswahl, größter Nachteil die fehlende Möglichkeit zum Ausprobieren Deutschland: Erfahrungen beim Online-Shopping in Prozent der Internet-Nutzer* 2003 60,2 (53,4) 55,2 (44,0) Positive Erfahrungen 41,7 (23,7) 28,5 (15,4) Man hat sehr große Auswahl, großes Angebot 58,5 (58,5) Man kann Preise besser vergleichen Im Internet kann man richtige Schnäppchen machen Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Online-Shopping gemacht Negative Erfahrungen 32,0 (37,6) 26,2 (28,7) 35,9 (44,6) 26,0 (27,0) 14,7 (17,7) Man kann die Sachen nicht ausprobieren Angabe vieler persönlicher Daten Fehlender Service und Beratung beim Einkauf Bezahlen ist manchmal etwas kompliziert Probleme beim Umtausch/Rückgabe Oftmals sehr kompliziert, das schreckt mich ab * Werte von 2001 in Klammern Institut für Demoskopie Allensbach (ACTA), 2003 Große Unterschiede zwischen dem Konsumentenverhalten im klassischen Versandgeschäft (mit Katalog-Bestellung per Telefon oder Post) und bei der Bestellung über das Internet lassen sich dem BVH zufolge zumindest bei der durchschnittlichen Bestellsumme nicht mehr ausmachen. Aus einer im Herbst 2003 durchgeführten Umfrage unter den BVH-Mitgliedern geht hervor, dass der durchschnittliche online erzielte Kundenumsatz in den ersten drei Quartalen 2003 mit einem Wert von 275 EUR nur um 4,5 Prozent unter dem Durchschnitt der über den Katalog gewonnenen Kundenumsätze von 289 EUR liegt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 277 6.6.5 Bezahlen im Internet Wie in den Abschnitten zuvor gezeigt boomt der Online-Handel, und immer mehr Bürger nutzen die Möglichkeiten, die ihnen das Internet bietet. Nach Ansicht vieler Experten könnte das Wachstum jedoch noch weitaus höher ausfallen, gäbe es im Netz bereits einheitliche Standards fürs Bezahlen. Denn das Bezahlen stellt noch immer eine große Hürde beim Einkauf im Netz dar. So bemängelt beispielsweise die EU-Kommission in einer Studie vom September 2003 (Study on the Security of Payment Products and Systems in the 15 Member States) die Sicherheit des elektronischen Zahlungsverkehrs im Internet. Obgleich elektronische Zahlungen der Studie zufolge zunehmend akzeptiert werden und immer mehr an Sicherheit gewinnen, gibt es nach Ansicht der EU-Kommission noch deutlichen Raum für Verbesserungen, zum einen im Hinblick auf die Steigerung des Vertrauens der Verbraucher in die Sicherheit der Zahlungssysteme, zum anderen bei der Ausgestaltung der Bezahlfunktionen auf den Webseiten der Händler. So wurden für die EU-Studie über 600 Websites daraufhin getestet, ob die den Bezahlvorgang betreffenden Sicherheitshinweise klar verständlich und ohne weiteres auf der Website zu finden sind. Nur 26 Prozent der überprüften E-Commerce-Websites boten demnach leicht auffindbare Sicherheitsinformationen, und nur 55 Prozent der Sicherheitshinweise waren der Untersuchung zufolge auch klar und einfach verständlich. Einer Studie des Europressedienstes im Auftrag der Postbank zufolge (Elektronische Bezahlsysteme für Online-Händler, November 2003) tun sich bisweilen aber nicht nur die Konsumenten mit den Internetbasierten Zahlungssystemen schwer. 80 verschiedene Zahlsysteme im Online-Handel verursachen auch bei den Händlern Unsicherheit. 25,7 Prozent der befragten Unternehmen sehen in dieser Form des Geldverkehrs keine Vorteile gegenüber konventionellen Rechnungen, 23 Prozent halten die Abrechnungsverfahren für zu aufwändig und rund ein Fünftel der befragten Händler klagt über zu hohe Kosten. Untersucht man, welche Möglichkeiten der Zahlung beim InternetShopping von den Konsumenten angenommen werden, so scheint den Analysen zufolge der Trend weg von den neuen innovativen Bezahlsystemen wie CyberCash, Paybox oder eCash hin zu klassischen Zahlungsarten wie Lastschrift oder Bezahlung nach Rechnung zu gehen. In einer Befragung von Mummert Consulting vom Juni 2003 im Auftrag der Universität Karlsruhe (IZV6) gaben 70 Prozent der nach ihrem Zahlungsverhalten befragten Internet-Nutzer an, die papiergebundene Lastschriftabbuchung beim Einkaufen oder Bestellen im Internet benutzt zu haben. 68 Prozent nutzen den Kauf auf Rechnung, und 60 Prozent der Befragten bezahlen bei Lieferung (Nachnahme). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 278 Abb. 280 Nach wie vor werden beim Online-Shopping traditionelle Zahlungssysteme bevorzugt Deutschland: Nutzung ausgewählter Zahlungssysteme beim Internet-Einkauf in Prozent der befragten Online-Shopper 2003 Lastschrift Rechnung Online-Überweisung Nachnahme Online-Lastschrift Kreditkarte Vorkasse Online-Inkasso Mobiltelefon E-Mail 70 68 68 60 53 49 44 28 10 Mehrfachnennungen möglich 5 Mummert Consulting, Juni 2003 Die GfK kommt in einer Untersuchung vom März 2003, bedingt durch die unterschiedliche Fragestellung und die Möglichkeit der Mehrfachnennungen bei der Mummert-Untersuchung, zu abweichenden Ergebnissen. GfK zufolge ist die Überweisung des Rechnungsbetrages vor oder nach der Lieferung der online bestellten Ware die populärste Zahlungsart beim Online-Shopping. Demnach wurden im Untersuchungszeitraum 2002 in Deutschland in 23,6 Prozent aller Fälle der Kaufbetrag im Voraus überwiesen und bei 36,4 Prozent aller Kaufvorgänge nach Lieferung der Ware. Abb. 281 Bei 60 Prozent aller Kaufvorgänge wird der Rechnungsbetrag vor oder nach der Lieferung überwiesen Deutschland: Zahlungsarten beim B2C E-Commerce in Prozent 2002 Nachnahme 3,7% Kreditkarte 13,6% Sonstige 3,6% Überweisung nach Lieferung 36,4% Lastschrift 19,2% * 10.000 Befragte ab 14 Jahren Vorabüberweisung 23,6% GfK Webscope, März 2003 Mobile Payments Wie aus der oben erwähnten Studie der Universität Karlsruhe hervorgeht, nutzen bislang nur wenige Konsumenten das Mobiltelefon zur Bezahlung im Internet ­ weniger als fünf Prozent haben von dieser Möglichkeit bislang schon einmal Gebrauch gemacht. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 279 Wenn sie ihr Mobiltelefon für die Bezahlung nutzen, dann, weil das Zahlungsverfahren mittels Handy auch außerhalb des Internet benutzt werden kann (52 Prozent der Nennungen), aus Neugier oder zum Testen (46 Prozent), und weil die Anmeldung und Handhabung solcher Zahlungsverfahren einfach ist (41 Prozent). Als Gründe gegen eine Nutzung sprechen den Befragten zufolge hauptsächlich die geringe Verbreitung und die bisher fehlende Gelegenheit zur Nutzung (jeweils 41 Prozent der Nennungen). Obwohl bislang also nur wenige Nutzer Gebrauch von der Möglichkeit des mobilen Bezahlens machen, lassen sich doch Anstrengungen von Seiten der Industrie erkennen, diese Technologie weiter voranzutreiben. Eine dieser Initiativen ist Simpay, ein Gemeinschaftsunternehmen führender europäischer Mobilfunkkonzerne, darunter T-Mobile, Vodafone und Orange. Mit dieser Technologie soll es bald möglich sein, von unterwegs CDs, Bücher oder Konzerttickets zu kaufen. Kosten die Waren weniger als zehn EUR, erfolgt die Abbuchung über die Mobilfunkrechnung, ansonsten über die EC- oder Kreditkarte. Bis zum Frühjahr 2005 soll laut Pressemitteilung von Simpay eine erste Anwendung für Käufe unter zehn EUR verfügbar sein. Bis zum Jahr 2007 rechnen die Kooperationspartner mit auf der Simpay-Technologie basierenden zusätzlichen Umsätzen in Höhe von mehr als einer Milliarde EUR. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 280 6.7 M-Commerce 6.7.1 M-Commerce weltweit Aktuelle Situation Die Möglichkeit, verschiedene Internet-Angebote über mobile Endgeräte zu nutzen, löste Ende des letzten Jahrzehnts geradezu eine Euphorie aus. Sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundenbereich sah man bereits den Erfolg schier unzähliger mobiler Anwendungen. Als die ersten WAP-Angebote auf den Markt kamen, folgte schnell Ernüchterung. Die wenigen realisierten Angebote waren entweder umständlich zu bedienen oder zu teuer. Vielversprechende Entwicklungen im Mobilfunkbereich, wie beispielsweise die Geräte der Dritten Generation (3G), die höhere Bandbreiten übertragen können, sorgten wieder für Optimismus auf dem Markt, jedoch wird der vielbeschworene UMTS-Boom aufgrund der derzeit noch eingeschränkten Infrastruktur und einem geringen Angebot an Geräten und Diensten den Einschätzungen der meisten Experten zufolge wohl noch bis 2005 auf sich warten lassen. Das European Information Technology Observatory (EITO) rechnet damit, dass der mobilfunk-basierte Internet-Handel in den kommenden Jahren deutlich an Volumen gewinnt, obgleich derzeit neben anderen Faktoren ein eingeschränktes Angebot, ein nur verhaltenes Interesse der Konsumenten an Möglichkeiten des M-Commerce, Verbindungsgeschwindigkeiten das Wachstum zumindest gegenwärtig limitieren. Mittelfristig aber rechnet EITO mit einem enormen Wachstumspotenzial, nicht zuletzt aufgrund der hohen Zahl der Mobilfunkkunden und der damit bereits verfüg- und nutzbaren Infrastruktur für M-CommerceAnwendungen. Für den Erfolg von M-Commerce ist die Verbreitung von Internet-fähigen Mobilfunkgeräten (IEP=Internet Enabled Phones) eine wichtige Voraussetzung. Eine Untersuchung von A.T. Kearney vom Juni 2003 (Mobinet 6) ergab, dass die Verbreitung solcher Geräte stetig ansteigt. Nachdem im Juni 2001 nur 24 Prozent der befragten Mobilfunknutzer weltweit angaben, über ein solches Gerät zu verfügen, stieg dieser Wert in der aktuellen Studie auf 43 Prozent an. Nordamerika und insbesondere Japan weisen deutliche Abweichungen von diesem Mittelwert auf: Während in Nordamerika lediglich 32 Prozent der Befragten in der aktuellen Untersuchung angaben, über ein Internetfähiges Mobiltelefon zu verfügen, besitzen mehr als vier Fünftel aller Japaner ein solches Gerät. Sicherheitsbedenken, den hohe Transaktionskosten und langsame Verbreitung von Mobilfunkgeräten Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 281 Abb. 282 43 Prozent aller Mobilfunknutzer verfügen derzeit über ein Internet-fähiges Mobiltelefon Weltweit: Besitzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen in ausgewählten Ländern in Prozent der Befragten 2001-2003 Juni '01 Juni '02 April '03 82 72 51 43 45 41 41 39 40 32 24 25 19 14 Weltweit Nordamerika Europa Japan Asien (ohne Japan) Basis: 5.600 Nutzer von Mobilfunkgeräten A.T. Kearney, Juni 2003 Nutzung von Mobilfunkgeräten Zur Verbreitung von Mobilfunkgeräten siehe auch Kapitel 5.3.1 ff. Mobilkommunikation. Ob diese Internet-fähigen Mobiltelefone auch benutzt werden, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. In der Mobinet-Studie vom Juni 2002 nannten die befragten Nutzer fehlende Inhalte, hohe Kosten und niedrige Zugangsgeschwindigkeiten als Hauptproblemfelder bei der mobilen Internet-Zugangstechnologie. Ein Jahr später, in der aktuellen Studie vom Juni 2003, nennen die Nutzer offene Sicherheits- und Datenschutzfragen sowie die komplexe Technologie als Haupthindernisse bei der weiteren Verbreitung der mobilen Internet-Nutzung. Führend bei der Nutzung der Internet-fähigen Handys ist wiederum Japan. Dort nutzen 70 Prozent der Besitzer solcher Mobiltelefone die Möglichkeit des Internet-Zugangs auch tatsächlich. Überwiegend ungenutzt bleibt diese Funktion dagegen bei den europäischen Mobilfunkteilnehmern: Nur 23 Prozent gaben in der aktuellen Mobinet-Umfrage an, ihr Internet-fähiges Handy für den Zugang zum Internet auch tatsächlich zu nutzen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 282 Abb. 283 Lediglich 23 Prozent der europäischen Mobilfunkteilnehmer gehen mit ihrem Handy ins Internet Weltweit: Internet-Nutzung mittels Mobiltelefon in ausgewählten Ländern in Prozent der Besitzer von Internet-fähigen Mobiltelefonen 2001-2003 Juni '01 Juni '02 April '03 82 83 70 57 50 42 34 37 32 27 26 23 18 22 Weltweit Nordamerika Europa Japan Asien (ohne Japan) A.T. Kearney, Juni 2003 M-CommerceUmsätze weltweit Hinsichtlich der Umsatzprognosen für den mobilen Internet-Handel ist festzustellen, dass aktuelle Daten momentan kaum verfügbar sind. Eine der wenigen vorhandenen Prognosen stammt von dem Institut Ovum. Diesen Schätzungen liegt eine sehr eng gefasste Definition von MCommerce zugrunde. M-Commerce-Umsätze setzen sich bei den Daten von Ovum demnach ausschließlich aus den Gebühren zusammen, die für den Datentransfer beispielsweise bei Banktransaktionen, Einkäufen und mobilen Marketingaktionen anfallen (,,traffic revenues"). Das heißt, der Wert der Transaktionen selber ist nicht mit inbegriffen. Zum Beispiel fließen die Kosten, die bei der Bestellung eines Zugtickets durch die Datenkommunikation via SMS oder WAP entstehen, in die Berechnungen des M-Commerce-Umsatzes mit ein, nicht aber der Wert des Zugtickets selber. Explizit ausgeschlossen sind außerdem Umsätze, die durch digitale Inhalte wie Klingeltöne oder mobile Spiele generiert werden. Wenn die Analysten von Ovum Recht behalten, werden diese Einnahmen durch M-Commerce in Zukunft weiter steigen. Im Jahr 2004 sollen die Einnahmen 233 Millionen USD betragen, bis zum Jahr 2007 sollen es schon 752 Millionen USD sein. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 283 Abb. 284 Weltweit wird dem M-Commerce kontinuierliches Wachstum prognostiziert Weltweit: M-Commerce-Umsätze in Millionen USD und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2002-2007 2002 56 2003 127 (127%) 2004 233 (83%) M-Commerce-Umsätze: Gebühren, die für den Datentransfer beispielsweise bei Banktransaktionen, Einkäufen und mobilen Marketingaktionen anfallen (,,traffic revenues"). Der Wert der Transaktions-Objekte (z.B. Zugticket) ist nicht mit inbegriffen. Ausgeschlossen sind auch Umsätze, die durch digitale Inhalte wie Klingeltöne oder mobile Spiele generiert werden. 2005 381 (64%) Zahlen wurden gerundet 2006 562 (48%) 2007 752 (34%) Ovum, 2003/TNS Infratest (eigene Berechnungen) Abb. 285 In diesem Jahr werden im weltweiten Vergleich in Westeuropa mit Abstand die höchsten Umsätze erzielt (111 Millionen USD). Ab 2006 wird Europa den Ovum-Prognosen zufolge von Asien auf dem ersten Platz abgelöst werden. Auch in Osteuropa steigen die Umsätze kontinuierlich. Wurden im Jahr 2003 noch drei Millionen USD umgesetzt, werden es im Jahr 2007 schon 28 Millionen USD sein. Das entspricht einer Steigerung von über 800 Prozent innerhalb dieser vier Jahre. Bis 2005 werden in Westeuropa weltweit die höchsten M-Commerce-Umsätze erzielt, ab 2006 ist Asien Spitzenreiter Weltweit: M-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Millionen USD 2002-2007 2004 Westeuropa 111 Asien 86 Nordamerika 17 Land Nordamerika Lateinamerika Westeuropa Osteuropa Asien Rest der Welt Gesamt 2002 2 1 32 1 20 0 56 2003 6 3 68 3 45 2 127 2004 17 7 111 6 86 6 233 2005 42 14 159 12 142 12 381 2006 81 23 207 20 210 21 562 2007 118 35 251 28 287 33 752 Lateinamerika 7 Zahlen gerundet Osteuropa 6 M-Commerce-Umsätze: Gebühren, die für den Datentransfer beispielsweise bei Banktransaktionen, Einkäufen und mobilen Marketingaktionen anfallen (,,traffic revenues"). Der Wert der Transaktions-Objekte (z.B. Zugticket) ist nicht mit inbegriffen. Ausgeschlossen sind auch Umsätze, die durch digitale Inhalte wie Klingeltöne oder mobile Spiele generiert werden. Ovum, 2003 M-Commerce Europa Das Potenzial und die nötige mobile Infrastruktur für M-Commerce sind also gegeben, die Nutzung ist bisher jedoch noch verhalten. Dies geht auch aus den Analysen von EITO hervor, die eine im Vergleich zu Ovum deutlich erweiterte Definition von Mobile Commerce anwenden. Dem EITO-Verständnis folgend zählt zum Bereich M-Commerce jede Art von mobilem E-Commerce, d.h. der Wert aller über mobile Endgeräte wie Handys getätigten elektronischen Kaufvorgänge, sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 284 Der aktuellen EITO-Studie vom März 2004 zufolge beliefen sich die mobilfunkbasierten E-Commerce-Umsätze in Westeuropa im Jahr 2003 auf rund 1,1 Milliarden EUR. Zum Vergleich: Der Gesamtwert der westeuropäischen B2C-E-Commerce-Umsätze wird von EITO für das Jahr 2003 mit 63,1 Milliarden EUR angegeben. Bis zum Jahr 2007 wird mit einem Anstieg der M-Commerce-Umsätze auf 24,7 Milliarden EUR ausgegangen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von deutlich über 100 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum werden die B2C-Umsätze EITO zufolge auf 322,6 Milliarden EUR steigen. Deutschland nimmt im europäischen Vergleich einen Spitzenplatz bei der Nutzung von M-Commerce ein. Für das Jahr 2003 rechnet EITO in Deutschland mit einem mobilen E-Commerce-Umsatz in Höhe von 280 Millionen EUR. Großbritannien folgt an zweiter Stelle mit 212 Millionen EUR vor Frankreich mit 127 Millionen EUR. Abb. 286 Deutschland weist die höchsten M-Commerce-Umsätze innerhalb Westeuropas auf Westeuropa: M-Commerce-Umsätze in ausgewählten Ländern in Millionen EUR, 2003 und 2007 Westeuropa gesamt Land 2003 2007 24.710 Deutschland Großbritannien Frankreich Italien Spanien Restl. Westeuropa Westeuropa gesamt 280 212 127 44 28 410 1.099 5.590 4.896 4.078 1.544 949 7.653 24.710 CAGR in % 114,4 119,3 138,2 143,9 142,0 107,9 117,8 1.099 2003 2007 EITO, März 2004 Produkte Eintrittskarten und andere Formen von Unterhaltungsangeboten sind der bereits zitierten Mobinet-Studie von A.T. Kearney zufolge die beliebtesten Dienste für Mobilfunkkunden. 36 Prozent aller Handynutzer gaben in der aktuellen Mobinet-Umfrage vom Juni 2003 an, diese Art von Angeboten über ihr Mobiltelefon kaufen zu wollen. Jeweils 13 Prozent würden Lebensmittel, Elektronikartikel und Computerzubehör per Handy bestellen, und sechs Prozent der Befragten gaben an, sich vorstellen zu können, Finanzdienstleistungen per Mobiltelefon zu ordern. Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, dass der Studie zufolge annähernd 70 Prozent dieser Käufe Impulskäufe sind oder durch den Wunsch, die neue Technologie auszuprobieren, begründet werden, während nur für 30 Prozent der Befragten andere Gründe wie Kosten oder Komfort ausschlaggebend für die Nutzung mobilfunk-basierter Einkaufsmöglichkeiten sind. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 285 Abb. 287 Bislang können sich nur wenige Mobilfunknutzer vorstellen, Waren und Dienstleistungen per Handy einzukaufen Weltweit: Mobilfunknutzer, die bereit wären per Handy einzukaufen nach ausgewählten Produkten in Prozent 2003 36 13 13 12 11 10 6 Eintrittskarten Lebensmittel Unterhaltungselektronik, Computerzubehör Haushaltswaren Spielwaren u. Hobbyartikel Bekleidung Finanzdienstleistungen A.T. Kearney, Juni 2003 Mobile Payment Die Verfügbarkeit allgemein akzeptierter mobiler Bezahlverfahren ist eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg von M-CommerceAngeboten insbesondere im B2C-Bereich. In einer Studie der Universität Augsburg (Akzeptanz mobiler Bezahlverfahren in Deutschland, 2003) wurden rund 6.200 Internet-Nutzer nach ihren Einstellungen und Präferenzen im Bereich des mobilen Bezahlens (M-Payment) befragt. Um die Nutzung mobiler Bezahlmöglichkeiten bei einer breiteren Mehrheit der Bevölkerung attraktiv zu machen, müssen der Umfrage zufolge verschiedene Kriterien erfüllt sein. Zuforderst wird, von über 96 Prozent der Befragten, ein vertraulicher Umgang mit den persönlichen Daten gefordert. Zusätzlich zum Datenschutz erwarten jeweils über 90 Prozent der potenziellen Nutzer von den M-Payment-Anwendungen eine einfache Handhabung und schnelle und komfortable Durchführung des Bezahlvorgangs sowie keine oder geringe Kosten. Dass die potenziellen Anwender in der Mehrzahl kein Interesse daran haben, für die Möglichkeit des mobilen Bezahlens sonderlich tief in die Tasche zu greifen, ist ein weiteres Ergebnis der Augsburger Befragung. Demnach sind annähernd drei Viertel der Befragten der Meinung, ein solcher Service dürfe maximal fünf EUR pro Jahr kosten (Grundgebühr). 37 Prozent erwarten gar, diesen Service völlig kostenlos zu bekommen, und nur 8,5 Prozent der Befragten gaben an, mehr als fünf EUR jährlich dafür ausgeben zu wollen, um mobil bezahlen zu können. Der Frage der Abrechnung von ausstehenden Zahlungsbeträgen kommt bei mobilen Bezahlvorgängen eine hohe Bedeutung zu, da zum einen die Sicherheit der Transaktion sowie der Schutz der persönlichen Daten jederzeit gewährleistet sein muss, andererseits die Gebühren für die Transaktion in einem ausgeglichenen Verhältnis zur Höhe des Rechnungsbetrages stehen soll. Der Umfrage der Universität Augsburg zufolge favorisieren knapp zwei Drittel der Befragten bei Rechnungsbeträgen über 2,50 EUR (Makropayments) die direkte Abbuchung vom Bankkonto, während für Beträge unter 2,50 EUR (Mikropayments) die Abrechnung über die Telefonrechnung von der Mehrzahl der möglichen Nutzer bevorzugt wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 286 Abb. 288 Je nach Höhe des Rechnungsbetrages bevorzugen M-Payment-Nutzer entweder den Bankeinzug oder die Zahlung mittels Telefonrechnung Deutschland: Bevorzugte Zahlungsarten beim mobilen Bezahlen in Prozent der Befragten 2003 Rechnungsbeträge über 2,50 EUR Rechnungsbeträge bis 2,50 EUR 63,1 Telefonrechnung 48,9 Abbuchung vom Bankkonto Monatliche, separate Rechnung 49,8 Kreditkarte 36,6 Vorausbezahltes, guthabenbasiertes Konto 34,8 Telefonrechnung Vorausbezahltes, guthabenbasiertes Konto 31,7 Andere Methode 16,3 30,5 Mehrfachnennungen möglich Universität Augsburg, 2003 6.7.2 Mobile Dienste Mobile Dienste Je nach Definition wird zum Bereich M-Commerce nicht nur der reine Umsatz gerechnet, der durch die mobile Bestellung von Waren und Dienstleistungen generiert wurde, sondern auch der Angebotsbereich der mobilen Dienste. Hierzu zählen, wiederum je nach Definition, unter anderem WAP-Dienste, SMS, mobile Verkehrsdienste, Location based Services (LBS), der Umsatz mit Handy-Logos und Klingeltönen, mobile E-Mails und viele weitere mobilfunkbasierte Dienste. Einer Klassifizierung der deutschen Technologieberatung Detecon folgend kann man die mobilen Datendienste in insgesamt sieben Kategorien einteilen. Abb. 289 Für mobile Datendienste gibt es vielfältige Anwendungsgebiete Kategorisierung mobiler Datendienste 2005 Business to Consumer (B2C) Information Nachrichten Wetterbericht Sportnachrichten Fahrplanauskunft Transaktion Banking Wertpapierhandel Buchung von Hotels, Fahrkarten, Eintrittskarten Bezahlung Kommunikation SMS MMS E-Mail Unterhaltung Spiele Musik Klingeltöne Bilder Interne Prozesse Flottenmanagement Portale Groupware Business to Business (B2B) Customer Relationship Management (CRM) Kundenevaluierung Personalisierung Aussendienst-Unterstützung Supply Chain Management (SCM) Warenverfolgung Telemetrie Lieferantenunterstützung Detecon/TNS Infratest, März 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 287 Weltweiter Markt Für die Kategorien Information und Unterhaltung haben die Marktforscher von Ovum eine Prognose der weltweiten Umsatzentwicklung gewagt. Der Analyse vom August 2003 zufolge belief sich der globale Umsatz mobiler Dienste der Kategorien Information und Unterhaltung im Jahr 2003 auf 16,7 Milliarden USD, wovon knapp die Hälfte (acht Milliarden USD) auf den Bereich der Informationsdienste entfiel. Bis zum Jahr 2007 rechnet Ovum damit, dass sich der weltweite Umsatz in diesem Segment auf 77,8 Milliarden USD mehr als vervierfacht. Ein immer bedeutenderer Teil dieses Gesamtumsatzes wird nach Ansicht von Ovum durch die Inhalte generiert werden, während der auf den Verbindungskosten beruhende Umsatzanteil zurückgehen wird. Waren im Jahr 2003 noch knapp 60 Prozent der mobilen Datenumsätze Verbindungskosten-basiert, so wird dieser Anteil den Einschätzungen der Marktforscher von Ovum zufolge bis zum Jahr 2007 auf weniger als 47 Prozent sinken. Abb. 290 Der Umsatz mit mobilen Diensten wird sich bis 2007 mehr als vervierfachen Weltweit: Umsätze mit ausgewählten mobilen Diensten in Milliarden USD, 2003 und 2007 77,8 25,6 16,3 15,8 16,7 4,8 3,8 5,8 2003 Unterhaltungsdienste Umsätze durch Inhalte Verbindungsumsätze Informationsdienste Umsätze durch Inhalte Verbindungsumsätze 2,2 20,0 2007 Ovum, August 2003 Europa In ihrer Studie ,,Corporate Location-based Services" vom November 2002 rechnet Detecon damit, dass sich der europäische Markt für mobile Datendienste im Jahr 2005 auf knapp 50 Milliarden EUR belaufen wird. 85 Prozent davon entfallen auf das Endkundensegment (B2C), die restlichen 15 Prozent auf den B2B-Bereich. Den größten Umsatzanteil im B2C-Segment wird nach Einschätzung von Detecon der Kommunikationsbereich haben (SMS, MMS; E-Mail) mit einem Anteil am gesamten mobilen B2C-Datenumsatz von 42,3 Prozent. Unterhaltungsangebote wie Spiele, Musik oder Klingeltöne folgen mit knappem Abstand. Im B2B-Segment entfällt im Jahr 2005 der Prognose der Detecon zufolge der größte Umsatzanteil auf den Bereich der internen Prozesse. Rund 55 Prozent des gesamten B2B-Umsatzes wird hier Anwendungen wie Groupware, Flottenmanagement ausgegeben werden. für oder mobile Portale Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 288 Abb. 291 Der weitaus größte Markt für mobile Datendienste besteht im B2C-Bereich Europa: Umsatz mit mobilen Datendiensten in Milliarden EUR 2005 Information 3,2% Transaktion 16,2% Kommunikation 42,3% Customer Relationship Management (CRM) 7,5% B2C-Bereich Supply Chain Management (SCM) 36,7% B2B-Bereich Interne Prozesse 55,8% Unterhaltung 38,3% Gesamt: 41,7 Mrd. EUR Gesamt: 7,3 Mrd. EUR Detecon, November 2002 Nutzung in Deutschland Das Hamburgische Marktforschungsinstitut Intramundos analysierte in seinem Mobile Business Monitor in zwei Wellen mit rund 25.000 Teilnehmern (1. Welle, Januar ­ Februar 2003) bzw. 8.000 Teilnehmern (2. Welle, Juli ­ September 2003), welche mobilen Dienste die deutschen Mobiltelefonbesitzer in welchem Umfang nutzen. Aus der zweiten Welle der Studie, veröffentlicht im November 2003, geht hervor, dass das Mobiltelefon nach wie vor hauptsächlich für seinen ursprünglichen Nutzungszweck, das Telefonieren, genutzt wird. 58,7 Prozent des Handy-Budgets fließen den Aussagen der Befragten zufolge in diesen Mobilfunkdienst. Der größte Teil des verbleibenden Budgets fließt in die Nutzung von Short Message Services (SMS), während der Studie zufolge alle weiteren ­ in den Medien und von den Anbietern intensiv diskutierten und beworbenen ­ Datendienste nur einen geringen Anteil am Mobilfunkumsatz halten. Mit dem Handy wird nach wie vor hauptsächlich telefoniert; von den Datendiensten erreichen nur die Kurznachrichten einen größeren Umsatzanteil Deutschland: Verteilung der Mobiltelefonausgaben nach Dienstearten in Prozent 2003 Abb. 292 Sprachdienste 58,7 SMS (Kurznachrichten) 35,6 HSCSD- bzw. GPRSDienste 1,8 WAP-Dienste 1,5 Basis: 7.960 Mobiltelefon-Nutzer MMS (MultimediaKurznachrichten) 1,4 Intramundos, November 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 289 Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die verschiedenen Dienste von Frauen und Männern ganz unterschiedlich genutzt werden. Aus der ersten Welle des Intramundos M-Business Monitors vom Frühjahr 2003 geht hervor, dass Männer das Handy hauptsächlich zum Telefonieren benutzen, während die weiblichen Mobiltelefonkunden in erster Linie die SMS-Funktionalität zu schätzen wissen. Abb. 293 Männer telefonieren, Frauen schreiben Kurznachrichten Deutschland: Mobiltelefonausgaben für genutzte Dienste nach Geschlecht in Prozent 2003 45,9 Sprachdienste 64,3 SMS (Kurznachrichten) 50,8 30,4 HSCSD- bzw. GPRSDienste 2,2 3,4 Frauen Männer WAP-Dienste 1,1 1,9 Basis:24.834 Mobiltelefon-Nutzer Intramundos, Mai 2003 In einer weiteren Intramundos-Analyse vom April 2003 wurden auf Basis einer Erhebung mit knapp 7.000 Teilnehmern die zwei Nutzergruppen "M-Commerce-Fans" (Handybesitzer, die bereits elf oder mehr M-Commerce-Dienste genutzt haben) und "M-Commerce-Ablehner" (Handybesitzer, die noch nie einen M-Commerce-Dienst genutzt haben) gebildet, die getrennt analysiert wurden. Unter denjenigen Nutzern, die von mobilen Diensten schon mehrfach Gebrauch gemacht haben ("M-Commerce-Fans"), wurden an erster Stelle der beliebtesten Datendienste die Nutzung mobiler E-Mails genannt. Danach folgt die Beobachtung von Internet-Auktionen, Preisvergleiche und der Wetterbericht. Mobile Payment, das mobile Zahlen per Handy, ist demgegenüber selbst unter den Power Usern unter den M-CommerceNutzern noch nicht sonderlich weit verbreitet. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 290 Abb. 294 Mobile E-Mails gehören zu den beliebtesten Datendiensten für das Handy Deutschland: Nutzungshäufigkeit ausgewählter Mobilfunkdienste in Prozent der M-Commerce-Fans 2003 2 3 3,36 3,22 3,06 3,05 2,92 2,90 2,83 2,73 2,71 2,70 2,67 2,65 2,57 2,47 2,78 Intramundos, April 2003 2,06 nie 1 Mobil E-Mails nutzen Internet-Auktionen sehen Preisvergleiche Wetterbericht abrufen Verkehrsinfos abrufen Internet-Auktionen bieten Handy-Klingeltöne laden Bildmitteilungen laden Pre-Listening Handy-Logos laden SMS-Channels nutzen Telefonische Grußkarten WAP allgemein Börsen-/Finanzinformationen Per Handy zahlen Sonstiges 4 sehr häufig 5 Neben diesen bereits seit längerem verfügbaren Diensten wurden in letzter Zeit eine Vielzahl neuartiger Dienste entwickelt, deren Marktpotenzial teilweise nur schwer abzuschätzen ist. Intramundos hat auch für diese neuen Dienste die Intensiv-Nutzer (M-Commerce-Fans) nach deren Einstellung befragt. Der bisher bereits am häufigsten ausprobierte "neue" Dienst ist der Umfrage zufolge die mobile Navigation und Routenberechnung. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, diesen Dienst schon einmal in Anspruch genommen zu haben. Das mobile Shoppen ist demgegenüber noch nicht sonderlich weit verbreitet: Nur knapp 16 Prozent haben beispielsweise bei Amazon schon einmal mobil eingekauft. Abb. 295 Eine Vielzahl neuer, innovativer Dienste steht für das Mobiltelefon zur Verfügung Deutschland: Nutzung neuer Mobilfunkdienste in Prozent der befragten M-Commerce-Fans 2003 Navigation/ Routenberechnung Aktuelle Fahrplan-Infos Abrufen von Event-Infos Führen des Online-Kontos Preisvergleiche Fahrkarte per SMS Bestellen (z.B. bei Amazon) Buchen und Zahlen von Kinokarten Aktien handeln Essen vorbestellen Parkhausplatz buchen 26,0 24,1 23,1 19,7 17,6 16,0 15,8 14,8 10,8 10,4 7,7 Intramundos, April 2003 Jeder fünfte Intensiv-Nutzer von Mobilfunkdienstleistungen gibt mehr als 100 EUR im Monat für sein Handy aus, und selbst die M-CommerceAblehner, die keinerlei Datendienste nutzen, kommen im Median noch auf eine monatliche Rechnung in der Größenordnung zwischen 21 und 50 EUR. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 291 Abb. 296 Die meisten Mobilfunknutzer geben monatlich zwischen 21 und 50 EUR aus Deutschland: Durchschnittliche monatliche Mobiltelefonausgaben in Prozent der Mobilfunknutzer 2003 Intensive M-Commerce-Nutzer ("Fans") 29,8 22,9 17,4 16,8 Nicht-Nutzer von M-Commerce ("Ablehner") 24,9 19,8 12,4 10,4 6,4 7,3 4,2 3,2 1,3 bis 5 EUR 6-10 EUR 11-20 EUR 21-50 EUR 51-100 EUR 101-200 EUR über 200 EUR Basis: M-Commerce-Fans (n=1.247) M-Commerce-Ablehner (n=5.624) Intramundos, April 2003 Nutzung von MMS weltweit Erwartungsgemäß sind Jugendliche und junge Erwachsene bei der Nutzung der Möglichkeiten von M-Commerce deutlich stärker vertreten als die älteren Generationen. 23,3 Prozent aller "M-Commerce-Fans" kommen aus der Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen, weitere 32,4 Prozent aus der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen und 19,5 Prozent aus der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen. Die älteren Jahrgänge verwenden ihr Mobiltelefon dagegen deutlich seltener für den Kauf von Waren, Dienstleistungen und mobilen Services. Während in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen immerhin noch jeder Siebte (14,7 Prozent) Intensiv-Nutzer Gebrauch von den M-CommerceAngeboten macht, ist es in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen nur noch jeder Vierzehnte (7,2 Prozent) und bei den über 59-Jährigen nur noch 2,9 Prozent. Zum Segment der multimedialen Kurznachrichten (MMS) befragte A.T. Kearney in seiner aktuellen Mobinet-Studie vom Juni 2003 Besitzer von Mobiltelefonen in 15 Ländern weltweit, wie viel sie für die Nutzung von MMS auszugeben bereit sind. Annähernd zwei Drittel (64 Prozent) gaben der Umfrage zufolge an, für den Versand multimedialer Kurznachrichten bezahlen zu wollen. Weitere zehn Prozent erwarten, diesen Service kostenlos zu bekommen. Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang, dass insbesondere die jüngeren Generationen bereit sind, für einen solchen Service zu zahlen. Mit zunehmendem Alter der Befragten lässt sowohl die Zahlungsbereitschaft als auch das Interesse an einem derartigen Dienst deutlich nach. Während bei den unter 19-jährigen 80 Prozent bereit sind, für MMS Geld auszugeben, sind es bei den 45- bis 54-jährigen nur noch 51 Prozent, und bei der Generation der Rentner (65 und älter) sinkt diese Quote auf 25 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 292 Abb. 297 Insbesondere jüngere Mobilfunknutzer sind bereit, für MMS zu zahlen Weltweit: Bereitschaft, für MMS-Dienste zu bezahlen nach Altersgruppen in Prozent der Befragten 2003 < 1 USD 1 USD 2 USD 4 USD 10 USD umsonst weiß nicht 26 10 4 9 14 1 12 8 6 15 20 1 13 9 4 9 17 1 16 10 4 8 16 1 28 9 3 8 13 39 56 64 2 46 38 45 37 36 10 4 10 11 25 2 8 3 3 11 17 2 11 4 6 5 11 1 Gesamt 0-18 Jahre 19-24 Jahre 25-34 Jahre 35-44 Jahre 45-54 Jahre 55-64 Jahre 65+ Jahre Basis: 5.600 Nutzer von Mobilfunkgeräten A.T. Kearney, Juni 2003 Umsatz mit Spielen weltweit Wie schon in der oben erwähnten Detecon-Studie dargestellt wird ein nicht unbeträchtlicher Teil des Umsatzes mit mobilen Datendiensten im Bereich der Unterhaltungsanwendungen generiert. Handy-basierte Spiele tragen einen großen Teil zu diesem Umsatz bei. Die Marktforscher von The Research Room errechneten in einer Analyse vom Juli 2003 für das Jahr 2003 einen weltweiten Gesamtumsatz von gut 1,5 Milliarden USD, bestehend aus den Umsätzen resultierend aus dem Kauf der Spiele sowie den spielebasierten Verbindungsumsätzen. Im Jahr 2004 soll sich der Umsatz den Erwartungen der Marktforscher von The Research Room zufolge auf knapp 4,7 Milliarden USD verdreifachen. Bis zum Jahr 2007 wird mit einem weiteren Anstieg der weltweiten mobilen Spiele-Umsätze auf 41,3 Milliarden USD ausgegangen. Eine weitere wichtige Anwendung, von der sich die Anbieter von mobilen Datendiensten in Zukunft viel versprechen, ist die mobile Übermittlung von E-Mails. Die britischen Marktforscher von Analysys rechnen damit, dass im Jahr 2008 rund 40 Prozent aller europäischen Mobilfunknutzer (=21 Millionen Nutzer) ihr Mobiltelefon zum Senden und Empfangen mobiler E-Mails gebrauchen werden. Dies geht aus einer Studie von Analysys vom Juli 2003 hervor. Gegenwärtig (2003) nutzen diesen Service nach Angaben von Analysys weniger als ein Prozent der europäischen Handynutzer. Der Umsatz, der mit mobilen E-Mails in Europa jährlich generiert wird, soll der Prognose von Analysys von 49 Millionen EUR im Jahr 2003 bis auf 2,9 Milliarden EUR im Jahr 2008 steigen. Location Based Services (LBS), also mobile Dienste zur Standortbestimmung, gelten als kritischer Erfolgsfaktor des Mobile Business insgesamt. Dies geht aus einer Studie des eco Forum vom April 2003 hervor. Bei einer Befragung unter 40 M-Commerce-Experten stuften über drei Viertel (76 Prozent) der Fachleute LBS als Schlüsselfaktor für den Erfolg von M-Business ein. Nutzung mobiler E-MailDienste Location Based Services Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 293 Obgleich LBS derzeit noch kein Top-Thema im Bereich der mobilen Datendienste ist, rechnen 83 Prozent der Experten damit, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) gehen davon aus, dass sich LBS zum Massenmarkt entwickeln wird, sobald sich die Mehrheit der Verbraucher dafür interessiert. Bei der betrieblichen Anwendung von Location Based Services wird insbesondere den Branchen Logistik und Transport, Touristik, Vertrieb und Automobil ein hohes Interesse und Adaptationspotenzial vorhergesagt. Jeweils über 90 Prozent der Experten rechnen in diesen Branchen mit einer besonders zügigen Durchsetzung von LBS. In der Nahrungs- und Genussmittelbranche, in der Investitionsgüterindustrie und der Textilwirtschaft wird es der Einschätzung der Befragten zufolge deutlich schwerer für LBS werden, sich durchzusetzen. Die Einsatzmöglichkeiten der mobilfunkgestützten Standortbestimmung sind vielfältig und nur durch die Grenzen des Erfindungsreichtums der Anwendungsentwickler beschränkt. Von Restaurant-Tipps bis zur UnfallOrtung ist das Spektrum der möglichen Einsatzgebiete ebenso breit wie vielfältig. Neben einem "Buddy Alert", bei dem ein Mobilfunknutzer mit Hilfe seines Handys prüfen kann, ob einer seiner Freunde (der diesen Service ebenfalls nutzt) gerade in der Nähe ist, können bspw. auch Kinder von ihren Eltern mit einem LBS-fähigen Handy ausgestattet werden, um diesen jederzeit Auskunft über den jeweiligen Aufenthaltsort ihrer Kinder geben zu können. In Deutschland nutzt NOTFON D, die Notrufzentrale der deutschen Autoversicherer, seit Dezember 2003 einen Location Based Service, um den Standort von havarierten Autofahrern (mit deren Einverständnis) bestimmen zu können. Hintergrund dieser Anwendung ist, dass bei bis zu 30 Prozent aller Notrufe der Anrufer nicht genau angeben kann, wo er sich gerade befindet. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit stellt das Vitaphone-System dar. Hierbei handelt es sich um ein Mobiltelefon mit integriertem GPSgestütztem Ortungssystem, das als Notruftelefon eingesetzt werden kann. Durch Drücken einer speziellen Notruftaste informiert das Mobiltelefon automatisch die Vitaphone-Servicezentrale, die den Notruf bei Bedarf inklusive der bis auf 15 Meter genauen Position an die Rettungskräfte weiterleitet. Auf Wunsch werden auch die Angehörigen informiert und hinterlegte medizinische Daten an die Rettungsärzte vor Ort weitergeleitet. Die Marktforscher von Strategy Analytics rechnen in einer Marktevaluation vom März 2003 damit, das sich der weltweite Markt für Location Based Services im B2C-Bereich im Jahr 2008 auf rund acht Milliarden USD belaufen wird. Weitere Informationen zur Nutzung von Datendiensten finden sich auch im Kapitel Mobilkommunikation 5.3.1 ff. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 294 6.8 E-Government E-Government steht im Dienste der Verwaltungsmodernisierung und des Abbaus von Bürokratie. Bürger ebenso wie die Wirtschaft erwarten eine leistungsstarke und kostengünstige öffentliche Verwaltung. Die Effizienz und das Innovationsvermögen der Behörden sind entscheidende Faktoren für einen modernen, erfolgreichen Wirtschaftstandort des jeweiligen Landes. Die Vorteile von E-Government liegen vor allem in der verbesserten Servicequalität für Bürger und Unternehmen und in einer größeren Effizienz für alle Beteiligten. Auch wird die Bürgerzufriedenheit erhöht sowie die Akzeptanz des öffentlichen Sektors. In diesem Kapitel wird einerseits anhand von internationalen BenchmarkStudien der Entwicklungsstand Deutschlands im E-Government bestimmt, zum anderen wird im internationalen Vergleich analysiert, wie die derzeitige Nutzung der vorhandenen Angebote ist. Generell festzustellen ist, dass es sich bei E-Government um einen stark expandierenden Bereich handelt. Dieser Ansicht sind auch die befragten Experten (siehe Trendbericht, Band 1, Kapitel 2.4). Abwicklung von staatlichen Verwaltungsakten und Dienstleistungen mit elektronischen Mitteln. E-Government ist eine Sonderform des E-Business, mit dem Unterschied, dass auf der einen Seite nicht eine Firma, sondern ein Amt oder eine Behörde steht und auf der anderen der Bürger oder die Unternehmen als Kunden (zur Definition vgl. auch 5. Faktenbericht, Kapitel 6.10.1., S. 428 ff.) Definition Unter E-Government (Electronic Government) versteht man die Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 295 6.8.1 E-Government-Systeme international E-Government international Es ist anzumerken, dass beim internationalen Benchmark der Cap Gemini Ernst & Young Entwicklungsstand elektronischer Behördendienstleistungen nur auf Landesebene, nicht auf regionaler oder kommunaler Ebene berücksichtigt werden kann. Vor allem im Hinblick auf den Ausbaustand des G2B (Government to Business), das in erster Linie auf kommunaler Ebene stattfindet, müssen bei länderübergreifender Betrachtung kommunale Aspekte unberücksichtigt bleiben. Bereits zum vierten Mal in Folge untersuchte Cap Gemini Ernst & Young im Auftrag der Europäischen Kommission und der Generaldirektion Informationsgesellschaft die öffentlichen Dienste im Internet. Die ,,Webbasierte Untersuchung des elektronischen Service-Angebots der Öffentlichen Hand" ist Teil des Benchmark-Programms, das den Fortschritt von ,,eEurope" durch einen E-Government-Indikator misst. Die Initiative ,,eEurope" ist aus dem ,,eEurope 2002 Aktionsplan" hervorgegangen, der im Juni 2000 verabschiedet und im Juni 2002 durch den ,,eEurope 2005 Aktionsplan". erweitert wurde Der ursprünglich im ,,eEurope 2002 Aktionsplan" definierte Benchmark-Indikator ,,Prozentsatz grundlegender öffentlicher Dienste, die online verfügbar sind", wurde erweitert um den ,,Prozentsatz grundlegender öffentlicher Dienste, die vollständig online ausgeübt werden können". Die Studie soll den teilnehmenden Ländern einerseits einen Vergleichsmaßstab bieten und zum anderen die Möglichkeit, Fortschritte im Bereich E-Government beurteilen zu können. Nahezu alle untersuchten Länder weisen einen Umsetzungsgrad auf, der über die Stufe der einseitigen Interaktion hinausgeht und lassen eine positive Entwicklung in Richtung zweiseitiger Interaktion erkennen. Die aktuelle Erhebung vom Oktober 2003 umfasst 18 Länder (die 15 EUMitgliedsländer, Island, Norwegen und die Schweiz). Von den 20 von der Kommission und den Mitgliedsstaaten entwickelten öffentlichen Leistungen, die in der Studie auf ihre Online-Verfügbarkeit hin untersucht wurden, sind 12 Dienstleistungen für Bürger und acht Unternehmen. für · · · · · · · · · · · · * ** Bürger Einkommenssteuern Arbeitsvermittlung/Arbeitsplatzsuche Sozialleistungen * Persönliche Dokumente ** Kfz-Zulassung Antrag auf Baugenehmigung Erklärungen gegenüber der Polizei Öffentliche Bibliotheken Geburts- und Heiratsurkunden Immatrikulation an Hochschulen Meldung der Adressänderung Gesundheitsbezogene Dienste · · · · · · · · Unternehmen Sozialbeiträge für Mitarbeiter Körperschaftssteuer Mehrwertsteuer Gewerbeanmeldung Einreichung von Daten an Statistik-Ämter Zollerklärung Umweltgenehmigung Öffentliche Beschaffung Darin enthalten: Arbeitslosenunterstützung, Kindergeld, medizinische Kosten, Stipendien Darin enthalten: Pässe, Führerschein Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 296 Um den Grad an Online-Ausprägung dieser Dienste zu messen, wurde das folgende Vier-Stufen-Modell angewandt: · · · Stufe 1- Information: es werden Informationen online über die Website zum Abruf zur Verfügung gestellt. Stufe 2 - Interaktion: das Herunterladen von Formularen, Bestellen von Unterlagen und die Kommunikation via E-Mail mit der Behörde ist möglich. Stufe 3 - Zweiseitige Interaktion: die Verarbeitung von offiziellen Formularen einschließlich Berechtigungsprüfung der antragstellenden Person ist machbar. Stufe 4 - Transaktion: der gesamte öffentliche Dienst steht online über die Website zur Verfügung. Es ist kein formaler · papierbasierter Vorgang mehr erforderlich. Die Online-Verfügbarkeit öffentlicher Dienstleistungen wird also somit bestimmt vom Grad, zu dem es möglich ist, Dienste elektronisch bereitzustellen. Da für einige Dienstleistungen die höchsten Stufen 3 und 4 nicht relevant sind, wird der Wert pro öffentliche Dienstleistung als Prozentzahl des Maximums berechnet. Somit ist das Ergebnis ein Prozentsatz, der für jedes der 18 untersuchten Länder angibt, wie jeder Dienst sich hin zur vollen elektronischen Fallbehandlung entwickelt hat. Um zusätzlich die Entwicklungsstufen innerhalb einer Gruppe artverwandter Dienste identifizieren zu können, unterschiedet Cap Gemini die folgenden vier Servicekategorien: 1. Einnahmengenerierende Dienste: Dienstleistungen, bei denen Zahlungen von den Bürgern und Unternehmen an die Behörde erfolgen ­ vor allem Steuern und Sozialbeiträge. 2. Registrierungsdienste: Dienstleistungen zur Sammlung von Daten als Ergebnis administrativer Pflichten ­ z.B. Geburt, Tod oder Heirat. 3. Leistungen für Bürger und Unternehmen: Dienstleistungen der Behörden, die Bürgern und Unternehmen im Gegenzug für Steuern und Beiträge angeboten werden ­ z.B. Öffentliche Bibliotheken oder Arbeitsplatzvermittlung/-suche. 4. Genehmigungen und Konzessionen: Dokumente, die von Behörden ausgestellt werden ­ z.B. die Erlaubnis ein Haus zu bauen oder ein Unternehmen betreiben zu dürfen. Wenn es um E-Government geht, kommt Europa demnach langsam aber sicher voran. Die vierte Untersuchung zeigt einen durchschnittlichen Online-Umsetzungsgrad von 67 Prozent für die 20 analysierten Dienstleistungsangebote der Öffentlichen Hand in den 19 Ländern, was einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten gegenüber Vorjahr entspricht. Hinsichtlich der bereits vollständig onlinefähigen Dienste weist die vierte Untersuchung einen Durchschnittswert von 45 Prozent für 17 (miteinander vergleichbare) Länder aus, was einen Zuwachs von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr bedeutet. OnlineUmsetzungsgrad international Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 297 Besonders hervorzuheben ist, dass die Angebote für Unternehmen bereits schon zu 79 Prozent umgesetzt sind, die Angebote für Bürger erst zu 58 Prozent. Diese Differenz bleibt auch bei den vollständig onlinefähigen Diensten bestehen: sind für Unternehmen bereits 63 Prozent umgesetzt, so sind es für Bürger erst 32 Prozent. Nach Ländern betrachtet weist Schweden den höchsten Grad hinsichtlich der Online-Verfügbarkeit von Verwaltungsdienstleistungen auf. Von den 18 Ländern, die zwischen der dritten und vierten Erhebung einen Fortschritt erzielten, gehören Österreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande und Frankreich mit Wachstumsraten von über zehn Prozentpunkten zu denjenigen Ländern, die die größten Fortschritte erzielten. Abb. 298 Im europäischen Vergleich sind in Deutschland unterdurchschnittlich viele Behördendienste über das Internet erreichbar Westeuropa: Grad der Online-Verfügbarkeit von Angeboten der Öffentlichen Hand in Prozent und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten, Oktober 2003 Schweden Dänemark Irland Österreich Finnland Norwegen Frankreich Großbritannien Niederlande Portugal Spanien Italien Belgien Island Schweiz Griechenland Deutschland Luxemburg 87 (0) 86 (4) 86 (1) 83 (27) 80 (4) 75 (9) 73 (10) 71 (9) 65 (11) 65 (7) 64 (0) 59 (2) 58 (11) 56 (3) 55 (6) 54 (2) 52 (4) 47 (15) Cap Gemini Ernst & Young, Oktober 2003 Wachstum zum Vorjahr in Klammern OnlineUmsetzungs grad in Deutschland Deutschland belegt Verwaltungsdienstleistungen beim für Online-Angebot Unternehmen und verfügbarer Bürger im Transaktionsfähige Dienste international europäischen Vergleich inzwischen den vorletzten Platz unter 18 untersuchten Ländern. Laut Cap Gemini ist Deutschland demnach im Jahr 2003 in Europa von Platz 16 auf den 17. Rang zurückgefallen. Mit einem Durchschnittswert von 52 Prozent Online-Verfügbarkeit ist man weit vom Spitzenreiter Schweden mit 87 Prozent entfernt und bildet vor Luxemburg das Schlusslicht. Hinsichtlich des Indikators der vollständig transaktionsfähigen Dienste ergibt sich ein anderes Länderranking. Hier liegt Dänemark vorne, gefolgt von Österreich und Schweden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 298 Abb. 299 Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den vollständig online-fähigen Diensten im Mittelfeld Westeuropa: Grad der vollständig transaktionsfähigen Dienste der Öffentlichen Hand in Prozent und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozentpunkten, Oktober 2003 Dänemark Österreich Schweden Finnland Irland Großbritannien Norwegen Frankreich Italien Deutschland Spanien Portugal Belgien Griechenland Island Niederlande Luxemburg 72 (11) 68 (48) 67 (0) 61 (11) 56 (6) 50 (17) 47 (12) 45 (10) 45 (10) 40 (5) 40 (0) 37 (5) 35 (10) 32 (0) 28 (0) 26 (5) Wachstum zum Vorjahr in Klammern 15 (10) Cap Gemini Ernst & Young, Oktober 2003 Transaktionsfähige Dienste in Deutschland Bei der Analyse der vollständig transaktionsfähigen Dienste, befindet sich Deutschland allerdings mit 40 Prozent bereits im Mittelfeld auf Rang 10. Trotz des noch überwiegend unbefriedigenden Ergebnisses für Deutschland werden sich nach Ansicht von Cap Gemini deutliche Fortschritte im E-Government durch die Initiativen der Bundesregierung ,,BundOnline 2005" und die kommunal orientierten Initiativen von ,,Media@Komm-Transfer" zeigen, die Deutschland in Zukunft beim EGovernment weiter voranbringen werden. Cap Gemini Ernst & Young weist darauf hin, dass sich die Situation zwischen Bund, Ländern und Gemeinden hierzulande durchaus unterscheide und deswegen differenziert zu betrachten sei. Während der Bund bereits ein großes Spektrum an Verwaltungsdiensten über das Internet anbietet, gingen die Angebote einiger Bundesländer, Städte oder Gemeinden aufgrund leerer Kassen nicht über eine Informationsseite im Web hinaus. Neben Cap Gemini Ernst & Young führt auch die internationale Unternehmensberatung Accenture bereits seit dem Jahr 2000 eine internationale Benchmark-Studie zu den E-Government-Aktivitäten in 20 Ländern durch. In der ersten Analyse wurde festgestellt, dass führende Politiker zwar in zunehmendem Maße die hohen Potenziale von Online Government hervorhoben, ohne jedoch dabei die Implementierung solcher Systeme in Angriff zu nehmen. Die zweite von Accenture durchgeführte E-Government-Studie vom April 2001 ,,Rhetoric vs. Reality - Closing the Gap" zeigte, dass Regierungen aus aller Welt ihren Worten Taten folgen ließen und begannen, ihre Visionen von E-Government in die Tat umzusetzen. Dennoch blieb bei allen 22 untersuchten Ländern noch viel zu tun. Ausführliche Ergebnisse dieser Studie enthält der vierte Faktenbericht ,,Monitoring Informationswirtschaft" (S. 413 ff). Die Entwicklung des EGovernment international Accenture Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 299 Accenture Methodik In ihrer dritten Studie (Untersuchungszeitraum 2 Wochen im Januar 2002) ,,eGovernment Leadership - Realizing the Vision" untersuchte Accenture den Fortschritt, den die nunmehr 23 (Neuzugang: Dänemark) Länder in den vorangegangenen 12 Monaten bei ihren Anstrengungen zur Umsetzung ihrer E-Government-Visionen erreichen konnten. Hier wird auch erstmals die Umsetzung umfangreicher strategischer Initiativen und Programme begleitet. Ausführliche Ergebnisse dieser Studie enthält der 6. Faktenbericht ,,Monitoring Informationswirtschaft" (S. 387 ff). In ihrer vierten Studie (Untersuchungszeitraum 2 Wochen im Januar 2003) ,,eGovernment Leadership - Engaging the Customer" analysierte Accenture, inwieweit die 22 untersuchten Länder (2003 allerdings ohne Neuseeland) ihre Visionen in den letzten 12 Monaten umsetzen und welche Länder den größten Fortschritt erzielen konnten. Zur Feststellung des Entwicklungsstandes eines E-Government-Systems in einem Land kombiniert Accenture die gewichteten Ergebnisse von den zwei Indikatoren "Service Maturity" und "CRM" zur Gesamtbeurteilung in der "Overall Maturity". · Service Maturity: Bei der Online-Verfügbarkeit von · Dienstleistungen wird zum einen gemessen, wie viele behördliche Dienstleistungen überhaupt online angeboten werden, und wie vollständig jede einzelne dieser Dienstleistungen über das Internet abgewickelt werden kann. CRM: Mit dem zweiten Indikator, der die Qualität und Intensität der Online-Bürgerbeziehungen (,,Customer Relationship Management") misst, wird das Vorhandensein und die Ausgereiftheit von folgenden Faktoren untersucht: eine zentrale Anlaufstelle, Ausrichtung auf Kundenbedürfnisse, CRM-Techniken/ Methoden, Portalfunktionalitäten und zusätzliche Mehrwertdienste. Overall Maturity: In die Gesamtbewertung des Entwicklungsstandes geht das Ergebnis zur Online-Verfügbarkeit der Dienstleistungen mit 70%iger Gewichtung ein, das des Customer Relationship Managements mit 30 Prozent Diese Gewichtungen wurde gewählt, da der Schwerpunkt der Studie auf der Untersuchung des Grads der erreichten Entwicklung der elektronischen Online-Versorgung bis hin zur Interaktion mit Bürgern und Unternehmen lag. · Accenture unterscheidet zusätzlich fünf Ausbaustufen von behördlichen Online-Dienstleistungen, um den unterschiedlichen von den Ländern erreichten Reifegrad der jeweiligen E-Government-Ausbaustufe bewerten zu können. Diese sind: · · · Die Stufe "Online Presence" bedeutet, die Informationen werden lediglich online angeboten, es fehlt aber noch jede Möglichkeit zur elektronischen Kommunikation zwischen Kunde und Behörde. Die Stufe "Basic Capability" beinhaltet bereits erste interaktive Angebote, d.h. der Kunde kann bereits aktiv werden und eine elektronische Nachricht oder Eingabe an die Behörde absetzen, die jedoch noch meist passiv bleibt. Auf der Stufe "Service Avaibility" werden bereits so viele Services Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 300 · · wie möglich online gebracht, beide Seiten sind in der Lage, aktiv elektronisch zu kommunizieren. Auf der Stufe "Mature Delivery" sind bereits Transaktionen möglich, die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen den Behörden funktioniert, erste Angebote und Dienste haben sich bereits bewährt und werden stark genutzt. Mit der Stufe "Service Transformation" ist der höchste und vorbildlichste Reife- und Ausbaugrad onlinefähiger E-GovernmentLeistungen erreicht. Internationales Benchmark: Ergebnisse Overall Maturity Hinsichtlich der Gesamtbeurteilung im "Overall Maturity Index" sind die drei führenden Nationen laut Accenture Kanada, Singapur und die Vereinigten Staaten von Amerika, vor Dänemark (57,09 Prozent), Australien (54,80 Prozent), Finnland (53,10 Prozent) und Hong Kong (52,71 Prozent). An achter Stelle rangiert Großbritannien (51,29 Prozent), Deutschland mit 48,53 Prozent nach Belgien (49,68 Prozent) an 10. Stelle vor Irland (47,73 Prozent) und Frankreich (47,40 Prozent) sowie den Niederlanden (42,88 Prozent) und Spanien (41,50 Prozent). Abb. 300 Deutschland hat das Potenzial von E-Government noch nicht ausreichend ausgeschöpft International: Ranking von ausgewählten Ländern nach dem Reifegrad ihrer E-Government-Services in Prozent 2003 Kanada Singapur USA Großbritannien Deutschland Frankreich Japan 71,34 61,16 60,14 51,29 48,53 47,40 40,96 Accenture, Januar 2003 Internationales Benchmarking: Erreichte Ausbaustufe Analysiert nach den erreichten Ausbaustufen ergibt sich im internationalen Benchmark für alle von Accenture analysierten Länder folgendes Bild: Erreichte Ausbaustufe Service Transformation Mature Delivery Service Availibility Basic Capability Online Presence Land Kanada Singapur, USA, Dänemark, Australien, Finnland, Hong Kong, Großbritannien, Belgien, Deutschland, Irland, Frankreich Niederland, Spanien, Japan, Norwegen, Italien, Malaysia Mexico, Portugal, Brasilien, Südafrika International gesehen haben bereits alle untersuchten Länder den Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 301 Accenture: E-Government in den USA untersten Entwicklungsstand der Online-Präsenz hinter sich gelassen. Die meisten Länder befinden sich wie Deutschland in der Stufe "Mature Delivery". Kanada bleibt unangefochtener Spitzenreiter. Die USA machten auch im Jahr 2003 gute Fortschritte und konnten ihren dritten Rang hinter den führenden Ländern Kanada mit der höchsten Ausbaustufe "Service Transformation" und Singapur mit der Stufe "Mature Delivery" halten. Eine deutliche Verbesserung wurde hinsichtlich des Customer Relationship Management erzielt. Auf die von George W. Bush ursprünglich verkündete und überarbeitete E-Government-Vision unter dem Titel ,,Expanded Electronic Government", bei der das Bürger-fokussierte Regieren im Mittelpunkt stand, folgte im Oktober 2002 die Bekanntgabe der ,,E-Government-Strategie". Dieser Aktionsplan hat zum Ziel, sowohl die interaktiven Möglichkeiten zwischen Regierung und Bürgern als auch mit den Unternehmen auszubauen. Im E-Government-Strategieplan der US-Regierung sind 24 Initiativen enthalten, die die Leistungsfähigkeit und Effizienz der Transaktionen der Regierung verbessern sollen. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Verbesserung der Service-Qualität für Bürger und Unternehmen zu. Diese Programme unterscheiden folgende Kategorien: G2C (z. B. Zugang zu Darlehen online), G2B (z. B. Rationalisierung von internationalen Handelsprozessen) und G2G (z. B. e-Zuschüsse). Mit diesen Initiativen sollen vor allem Kosten beträchtlich gesenkt werden, da überflüssige Ausgaben und übermäßige Schreibarbeiten reduziert werden können. Das zentrale Regierungsportal www.FirstGov.gov wird um neue Sicherheitsdienste erweitert, die eine sichere Übertragung von OnlineTransaktionen zwischen Regierungsbehörden und Bürgern gewährleisten sollen. Diese Maßnahme zählt zur Initiative ,,eAuthentication", die auch den Bereich G2G einbezieht. Nachdem im September 2002 ein Prototyp für e-Authentication aufgesetzt wurde, wurden verschiedene Anwendungen in diesen Dienst migriert, die z. B. auch die elektronische Signatur für ausgewählte Ministerien ermöglichen. Der Zeitpunkt für die vollständige Umsetzung dieser Initiative wurde für September 2003 angesetzt. In der Gesamtbewertung (,,Overall Maturity") konnten die USA einen erreichten Ausbaugrad von 60,14 Prozent erreichen. Japan konnte sich im Länderranking vom 17. auf den 15. Rang verbessern, vor allem aufgrund der enormen Zunahme der OnlineVerfügbarkeit von Dienstleistungen ("Service Maturity"). Japan konzentriert sich nach wie vor auf den weiteren Ausbau der notwendigen IT-Infrastruktur im Rahmen des Regierungsplans, der Japan zur informationstechnologischen Supermacht machen soll. Als Teil dieses Plans hat Japan mit der Implementierung des Verschlüsselungsverfahrens (,,Public Key Infrastructure") begonnen. Accenture: E-Government in Japan Die Umsetzung dieser Maßnahme bildet die Voraussetzung für das Ziel, Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 302 Accenture: E-Government in Großbritannien Bürgern, Unternehmen und der Regierung komplette Online-Dienste anbieten zu können. Japans zentrales Bürgerportal www.e-gov.go.jp orientiert sich derzeit noch sehr an den Bedürfnissen der Behörden und bietet eher Informationen als Dienste. Die meisten Behörden befinden sich noch in einem Stadium, in dem beraten wird, mit welchen Anreizen die Nutzung von Online-Diensten gesteigert werden könnte. Insgesamt lässt sich feststellen, dass Japan noch wenig Nachdruck auf Customer Relationship Management legt. Ein bemerkenswertes Wachstum zeigt sich im Bereich der mobilen E-Government-Services aufgrund von i-mode, insbesondere auf der kommunalen Ebene. Inzwischen sind mehr kommunale Webseiten via Mobiltelefon zugänglich als zentrale Regierungsseiten. Diese lokalen Angebote könnten die Vorreiterrolle für den Ausbau der zentralen OnlineDienste der Regierung übernehmen, da sie sich auf lokaler Ebene bereits beim Einsatz bewährt haben. Japan erzielt in der Gesamtbewertung (,,Overall Maturity") einen Ausbaugrad von 40,96 Prozent. Großbritannien fiel 2003 im Länderranking um zwei Plätze von Rang sechs auf Rang acht zurück, da sich die Fortschritte im E-Government verlangsamten. Großbritannien verfolgt weiterhin das im Rahmen des ,,Office of the eEnvoy" angekündigte Ziel, bis 2005 alle Behördendienste komplett online zu bringen und legt insbesondere Nachdruck auf Maßnahmen, die das Customer Relationship Management voranbringen. Die Regierung investiert in den nächsten vier Jahren vor allem in die Breitbandkommunikation, da die bisher eher schleppende Einführung im Widerspruch zum erklärten Ziel steht, den Hochgeschwindigkeitszugriff auf das Internet zu ermöglichen und gleichzeitig Regierungsdienste online zu bringen. Unter Führung von Andrew Pinder hat das ,,Office of the e-Envoy" umfangreiche Werbeaktionen gestartet, um die Bedeutung und Nutzung des Internet als Kanal für den Zugang zu Regierungsdiensten zu erhöhen. Obwohl laut Andrew Pinder rund 75 Prozent der Online-Dienste am Jahresende webfähig sein werden, ist die Nutzung durch die Bürger noch gering: nur einer von zehn Bürgern hat diese Art der Online-Dienste bisher überhaupt genutzt. Um der Sorge der Bürger über den Umgang mit ihren Daten Rechnung zu tragen, wurde eine neue Gesetzgebung zum Datenschutz eingeführt. In der Gesamtbewertung (,,Overall Maturity") erreicht Großbritannien eine Reifegrad im E-Government von 51,29 Prozent. . Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 303 Accenture: E-Government in Frankreich Frankreich liegt, wie schon im Vorjahr, weiterhin auf Platz 12 der 22 untersuchten Länder bei gleichmäßigem Fortschritt in der Verbesserung der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen und dem Customer Relationship Management. Nach der Wiederwahl von Präsident Jacques Chirac wurde ein neues EGovernment-Team unter Führung von Jean-Paul Delevoye aufgestellt, Minister für Öffentliche Angelegenheiten und Verwaltungsreform und Henri Plagnol, Staatssekretär für Staatsreformen, verantwortlich für die elektronische Verwaltung. Das seit 1998 in Frankreich von der Regierung verfolgte E-GovernmentAktionsprogramm ,,Administration électronique" wird konsequent fortgeführt. So soll im Jahr 2005 der gesamte Öffentliche Dienst online sein. Zur Verwirklichung seiner E-Government-Vision hat Frankreich klare Prioritäten gesetzt, die detailliert in einem Bericht festgehalten sind und innerhalb der nächsten fünf Jahre umgesetzt werden sollen. Der Kernpunkt des Berichts bezieht sich auf die Rolle, die die IKTTechnologien bei der Verbesserung der öffentlichen Verwaltungsdienstleistungen einnehmen können sowie auf 18 Vorschläge, wie die Ziele erreicht werden können. Wie schon in den Vorjahren, steht dabei der Ausbau der Dienstleistungen für die Bürger im Mittelpunkt. Laut Accenture befindet sich Frankreich in einer strategisch wichtigen Phase auf dem Weg zum E-Government, nachdem das Fundament für die Vision und die Struktur für die Umsetzung der E-Government-Initiativen steht und ein entsprechendes Bewusstsein für die Möglichkeiten und Vorteile bei den Bürgern geschaffen wurde. Frankreich erreicht in der Gesamtbewertung (,,Overall Maturity") 47,40 Prozentpunkte. Unter den 22 untersuchten Ländern ist Deutschland von Rang 9 (2002) auf Rang 10 (2003) zurückgefallen. Was die Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen (,,Service Maturity") betrifft, konnte sich Deutschland zwar laut Accentrue erneut verbessern und nimmt nunmehr den 3. Platz unter den 22 Ländern ein, erreicht jedoch bei den CRM-Fähigkeiten nur Rang 18 und fällt deshalb im Gesamtscore zurück. Nach Meinung von Accenture hat Deutschland das Potenzial der Bereitstellung von Online-Dienstleistungen noch nicht voll ausgeschöpft (232 von 440 Dienstleistungen sind derzeit erst online) und hat bei der Ausrichtung der Angebote an den Bedürfnissen der Kunden noch Nachholbedarf. Dies ist aber bereits im E-Government-Plan ,,BundOnline 2005" vorgesehen. Um individuellen Kundengruppen maßgeschneiderte Dienstleistungen zur Verfügung stellen zu können, erfolgt bei den Angeboten in Zukunft eine Ausrichtung und Anpassung auf die unterschiedlichen Bedürfnisse. Es wird unterschieden zwischen Government to Citizen, Government to Business und Government to Government Angeboten. Accenture resümiert: Deutschland zeigt, dass es in der Lage ist, E-Government-Initiativen zu implementieren. Das sehr gute Ergebnis bei der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen reflektiert Qualität und Konsistenz. Um jedoch die nächst höhere Reifestufe zu erreichen, sollte sich Deutschland intensiver den kundenorientierten Aspekten seines Programms zuwenden. Accenture: E-Government in Deutschland Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 304 Zum Stand von E-Government aus deutscher Sicht In der Gesamtbewertung (,,Overall Maturity") erzielt Deutschland 48,53 Prozentpunkte. Auch in Deutschland selbst wird kontinuierlich die derzeitige und zukünftige Entwicklung von E-Government vom Fraunhofer eGovernment Zentrum, Berlin analysiert. Im Rahmen eines ,,Monitoring 2003/2004" wurde im Sommer 2003 eine Befragung bei rund 800 deutschen Verwaltungen in Bund, Ländern, Bezirksregierungen, Landkreisen und Städten durchgeführt, wobei folgende Aspekte des E-GovernmentEngagements durch den Fragebogen erfasst wurden: · · · · · · · · · Status Quo und Steuerung Schwerpunktsetzung (G2G, G2B, G2C, G2E) Technologien und Standards Kooperationen Investitionsvolumen Strategie Erwartungen und Visionen Erwartungen und Planungen Einsatz bzw. Implementierung von Fachanwendungen und Basisdiensten. Die wichtigsten Befragungsergebnisse sind: 79 Prozent der Befragten erwarten, dass die Bedeutung von E-Government bis 2006 erheblich zunehmen wird. Knapp elf Prozent der Verwaltungen dagegen beschäftigen sich noch nicht mit dem Thema E-Government. Auch die Trendberichte konnten durch die Expertenbefragung eine prinzipielle Unterstützung der Informationswirtschaft für E-Government (siehe Trendbericht, Band 1, Kapitel 2.4) feststellen. 54 Prozent der befragten Verwaltungen orientieren sich an der übergeordneten E-Government-Strategie ,,BundOnline 2005", fast ein Drittel richtet seine Aktivitäten dabei nach einem verbindlichen Masterplan. Als Technologiestandard wollen 70 Prozent der Verwaltungen den Standard der Bundesverwaltung SAGA (siehe Glossar) einsetzen. Hinsichtlich des Umsetzungsgrades von E-Government-Lösungen gab ein Drittel der Befragten an, sich etwas im Rückstand zu befinden. Dieses Ergebnis wird von Accenture (siehe oben) bestätigt. Der größte Fortschritt war bei den befragten Verwaltungen des Bundes festzustellen. Knapp 40 Prozent haben hier ihre Planungen vollständig realisiert. Ein erhebliches Hindernis für die Einhaltung von Zeitplänen stellt die finanzielle Lage der öffentlichen Hand, insbesondere der Kommunen dar. Vor diesem Hintergrund wird für fast 50 Prozent der Projekte eine zeitliche Verzögerung erwartet. Für die detaillierte Einzeldarstellung der mehr als 60 E-GovernmentProjekte und laufenden Aktivitäten des Bundes, der Länder sowie ausgewählter Gebietskörperschaften und Kommunen sei auf die Studie verwiesen (Monitoring eGovernment 2003/2004. ­ Hrsg.: Wegweiser GmbH Berlin / in Zusammenarbeit mit Fraunhofer eGovernment Zentrum, 2003). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 305 6.8.2 E-Government in Deutschland 6.8.2.1 Bund, Länder und Kommunen Deutschland Online: Ziele Im September 2000 hat der Bund mit der Initiative BundOnline 2005 systematisch begonnen, öffentliche Verwaltungsdienstleistungen durch IT zu modernisieren. Dabei kommt der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen entscheidende Bedeutung zu. Das Ziel dieser Initiative ist, alle rund 440 onlinefähigen Dienstleistungen bis zum Jahr 2005 über das Internet abrufbar bereitstellen zu können. Es werden bereits 232 Dienstleistungen online angeboten (Stand Ende 2003). Mit ,,BundOnline 2005" hat die Bundesregierung das größte E-Government Programm Europas gestartet (Volumen: 1,45 Mrd. EUR 2002-2005). Auch der neue Masterplan der Regierung ,,Aktionsprogramm Informationsgesellschaft Deutschland 2006" betont "E-Government, Sicherheit und Vertrauen im Internet" als wichtige Handlungsfelder. Bund, Länder und Kommunen haben sich im Sommer 2003 auf die gemeinsame E-Government-Strategie ,,Deutschland-Online" verständigt. Schwerpunkt von ,,Deutschland-Online" bildet das Vorhaben, die wichtigsten Verwaltungsdienstleistungen aller staatlichen Ebenen ohne Zuständigkeits- und Medienbrüche über das Internet abzuwickeln. Noch steht diesem Ziel die gegenwärtige heterogene IT-Landschaft von Bund, 16 Bundesländern, über 300 Kreisen und weit über 13.000 Kommunen in Deutschland entgegen. ,,Deutschland-Online" ordnet die Verwaltungsabläufe in Schlüsselbereichen der öffentlichen Verwaltung durch den Einsatz von Informationstechnik neu. 50 Prozent der im Strategieplan festgelegten Vorhaben von Bund, Ländern und Kommunen sollen bis 2005 flächendeckend realisiert sein. So existieren beispielsweise bereits: · Inhalte · virtueller Arbeitsmarkt- bereits online gegangen im Dezember 2003: eine Plattform für Beratungs- und Vermittlungsprozesse, von der Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gleichermaßen profitieren können eVergabe: bis Ende 2005 sollen die Vergabeverfahren des Bundes ausschließlich über ein entsprechend ausgefeiltes, sicheres elektronisches Vergabesystem im Internet abgewickelt werden (2003 wurden bereits ca. 175 Ausschreibungen über das System erfolgreich abgewickelt). Noch in der Umsetzungsphase sind beispielsweise: · Übermittlung von Lohnsteuerbescheinigungsdaten von · Arbeitgebern an die Steuerverwaltung (Projekt ElsterLohn): bis zum Jahr 2005 soll die elektronische Lohnsteuerbescheinigung die Lohnsteuerkarte als Beleg zur Steuererklärung ersetzen. die elektronische Steuererklärung. Die befragten Experten des Trendberichts sehen insbesondere auch EProcurement in öffentlichen Verwaltungseinrichtungen als vielversprechendes Projekt (siehe Trendbericht, Band 1, Kapitel 2.4), der mit dem Kabinettsbeschluss Öffentliche Beschaffung bereits weit in die Umsetzungsphase gegangen ist. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 306 Auf der Basis der Strategie ,,Deutschland-Online" haben sich die Regierungschefs auf 20 gemeinsame Projekte geeinigt, mit denen in Zukunft Verwaltungsdienstleistungen über das Internet erbracht werden sollen. Diese 20 Schlüsselprojekte setzen auf den erfolgreichen E-Government-Initiativen MEDIA@Komm auf. des Bundes ,,BundOnline 2005" und Strategie Bei der Einführung aller Systeme wird der Bund auch darauf achten, den Zugang barrierefrei zu gestalten, z.B. auch für sehbehinderte Bürger. Im Rahmen von ,,Deutschland-Online" bilden folgende fünf Säulen die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen: · Portfolio: Online-Bereitstellung von ebenenübergreifenden · Dienstleistungen für Bürger wie zum Beispiel das Meldewesen, die Kfz-Anmeldung oder Registerauskünfte. Portale: Aufbau eines Internet-Portal-Verbundes, um den Zugang zu E-Government-Dienstleistungen zu optimieren, z.B unter Einsatz eines zentralen Zuständigkeitsfinders. Infrastrukturen: Auf- und Ausbau von gemeinsamen E-Government-Strukturen zur Erleichterung des Datenaustauschs und zur Vermeidung von Doppelentwicklungen. Standards: Schaffung von gemeinsamen Standards sowie Datenund Prozessmodellen für E-Government. Für die Entwicklung wird als Ausgangsbasis der Standard der Bundesverwaltung SAGA (Standards und Architekturen für E-Government-Anwendungen) vorgeschlagen. Transfer: Verbesserung des Transfers von E-GovernmentLösungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen, um Knowhow zu vervielfachen, Interoperabilität zu gewährleisten und Parallelentwicklungen zu vermeiden. · · · Abb. 301 Übersicht der E-Government-Projektvorhaben I. Säule: Dienstleistungsportfolio II. Säule: Verbund der e-Government-Portale III. Säule: Infrastrukturen IV. Säule: Standards, Datenund Prozessmodell 1.a) 1.b) 2.a) 2.b) 3. 4. 5. 6. 7. Justizregister Gewerberegister Meldewesen Personenstandswesen Amtliche Statistik Kfz-Wesen BaföG Geodaten Bauwesen 1. Projektgruppe ,,Internetportale" 2. Zuständigkeitsfinder 3. Online-Services 4. Gemeinsames Internet-Angebot 1. Clearingstellen 2. Geschäftsmodelle 3. Signaturbündnis 1. XML-Standardisierung V. Säule: e-GovernmentKoordinierung und Transfer 1. MEDIA@KommTransfer 2. St-Runde e-Government 3. Geschäftsstelle der Staatssekretärsrunde Bund Online, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 307 E-Government in Deutschland auf kommunaler Ebene: MEDIA@Komm Bestandteil der Initiative wird ferner auch die geplante MEDIA@KommTRANSFER-Maßnahme sein, die Anwendungen und Dienste, technische Lösungen, Standards und Best-Practice-Erfahrungen für den Aufbau der kommunalen eGovernment-Lösungen aus dem MEDIA@Komm-Projekten bereitstellt. Generell kommt der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen eine entscheidende Bedeutung zu. Die Überwindung von Koordinationslücken und die Sicherstellung von amts-, bereichs- und verwaltungsübergreifenden Lösungen sind laut Trendbericht (siehe Trendbericht, Band 1, Kapitel 2.4) eine zentrale Schwachstelle des E-Government Programms. Deshalb nutzt ,,Deutschland-Online" die Stärken des förderalistischen Systems (so wie beispielsweise mit MEDIA@Komm-Transfer): einige Partner gehen mit kommunalen oder lokalen Entwicklungen voran, andere profitieren davon. Eine der wichtigsten Strategien im E-Government Programm Deutschlands ist deshalb, künftig alle prioritären und ebenenübergreifenden E-Government Vorhaben gemeinsam umzusetzen. Es stehen insgesamt bereits schon über 300 eGovernment-Lösungen zur Verfügung. Seit Oktober 2003 steht der Ratgeber ,,Kommunales E-Government" zum Abruf im Internet bereit (http://erfolgsmodell.mediakomm.net/), mit dem die aus der Begleitforschung gewonnenen Erfahrungen der MEDIA@Komm-Studie genutzt werden können. Damit kann aus vielen einzelnen Projekten ein "eGovernment-Teppich" geknüpft werden. Ziel der ursprünglichen größten Multimedia-Initiative der Bundesregierung MEDIA@Komm, die im Dezember 2003 nach fast vierjähriger Laufzeit erfolgreich abgeschlossen wurde, war es, die Vorteile und Möglichkeiten der IuK-Technologien zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu nutzen. MEDIA@Komm setzte auf kommunaler Ebene an, da hier der Kontakt zwischen Staat und Bürgern am intensivsten ist. Die Initiative verfolgte einen ganzheitlichen Aufbau von virtuellen Rathäusern und virtuellen Marktplätzen und setzte dabei auf E-Government-Projekte mit Modellcharakter. Über 6.000 Internetauftritte der Kommunen belegen, wie hoch das Engagement bei der Entwicklung zahlreicher kommunaler Online-Angebote gewesen ist. Die Realisierung der Modellprojekte geht auf einen Städtewettbewerb zurück, der 1998 initiiert wurde. 136 Städte und Gemeinden nahmen mit ihren Konzepten daran teil. Ein Jahr später ermittelte eine Jury die Preisträger Bremen, Esslingen und den Städteverbund Nürnberg. Die Preisträgerstädte haben mittlerweile mehrere Auszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen wie zum Beispiel das ,,eGovernment-Label der EU" für das ,,Bremer Online-Portal" (2001), den ,,e-Europe-Award" für ,,bremen online services" (2003) und den E-Government-Wettbewerb von Bearing Point und Cisco für das virtuelle Bauamt Esslingen sowie Spitzenplätze bei Benchmarks für Bremen und Erlangen erreicht. Im folgenden werden einige der Leitprojekte kurz angerissen, die zeigen, wie aus kommunalen oder lokalen Entwicklungen für übergeordnete Vorhaben und Projekte gelernt werden kann. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 308 Bremen Online Die bremische Verwaltung wurde als Sieger in der Kategorie ,,Die Rolle des E-Government für europäische Konkurrenzfähigkeit" 2003 ausgezeichnet. Bei ,,Bremen Online Services" handelt es sich um ein Kooperationsprojekt zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Mehr als 100 Dienstleistungen wurden in den letzten vier Jahren online gebracht. Parallel dazu wurde der Protokollstandard OSCI (Online Services Computer für die deutsche obligatorischer Standard für E-Government vorgeschrieben wird. Für seine Übertragbarkeit besonders hervorzuheben ist auch das im Juli 2003 abgeschlossene NRW-Pilotprojekt für E-Government, das vom Städte- und Gemeindebund initiiert wurde. An diesem Gemeinschaftsprojekt waren zwölf Städte und Gemeinden aus NordrheinWestfalen beteiligt, die in acht Teilpilotprojekten den Verwaltungsvorgang auf elektronische Bearbeitungsweise umgestellt haben. Die Teilprojekte bezogen sich mit auf die häufigsten Geschäftsvorfälle, die in einer Kommune auftreten, wie zum Beispiel Bauleitplanung, Melderegisterauskunft und Personenstandswesen. In diesem Rahmen ist auch das ,,E-Government-Starter Kit" entwickelt worden. Hierbei handelt es sich um eine modulare E-GovernmentPlattform, die neben einer Benutzerverwaltung bereits zwei Fachverfahren enthält: die einfache Melderegisterauskunft und die Beantragung von Personenstandsurkunden. Das ,,Starter Kit" wird allen Kommunen in Deutschland zur Verfügung gestellt. Durch die präzise Dokumentation des Pilotprojekts und mit Hilfe des Starter Kits wird es auch kleineren Städten und Gemeinden ermöglicht, elektronische Verwaltungsverfahren für Bürger und die örtliche Wirtschaft einzurichten, ohne größere Investitionen tätigen zum müssen. ,,Das wichtigste Ziel, die Übertragbarkeit der Ergebnisse, wurde damit vorbildlich erreicht. In Zeiten knapper Kassen kann auf diese Weise durch E-Government Geld gespart werden" (Aus: http://www.heise.de/newsticker/data/anw-22.07.03-007). Im Rahmen des Leitprojektes ,,Digitales Ruhrgebiet" (d-NRW) wird seit Dezember 2002 die Bereitstellung und Fortentwicklung einer interkommunalen Plattform zur datenschutz- und rechtssicheren Interaktion zwischen Bürgern, Verwaltungen und Wirtschaft verfolgt (http://www.projektruhr.de/de/digitales_ruhrgebiet). Um das Projekt erfolgreich durchzuführen, sind neben den Kommunen und dem Land Nordrhein-Westfalen verschiedene öffentliche sowie private Partner in Form einer Public Private Partnership-Gesellschaft beteiligt. Im Rahmen des bundesdeutschen Wettbewerbs der Initiative D21 und des Behördenspiegels für die besten Modernisierungsprojekte für die Zusammenarbeit zwischen öffentlichen Institutionen und Privatunternehmen (Public Private Partnership) im Rahmen des E-Government wurde das Projekt im vergangenen Jahr mit dem ,,PPPAward" ausgezeichnet. Kommunalwirtschaft Interface, entwickelt, siehe der Glossar) mittlerweile vom Bund als NordrheinWestfalen Digitales Ruhrgebiet: ­ Public Private Partnership Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 309 6.8.2.2 Nutzung und Akzeptanz von E-Government in der Bevölkerung international und in Deutschland Nutzung international Zum dritten Mal in Folge führte Taylor Nelson Sofres (TNS) die Studie ,,Government Online" zur Akzeptanz und Nutzung von E-Government in 32 Ländern der Welt durch. Dazu wurden in einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung zwischen Juli und Oktober 2003 31.823 Erwachsene interviewt. Bei der Nutzung von elektronischen Behördendiensten weltweit zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderung. Auch 2003 hatten 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in den 12 Monaten vor der Umfrage E-Government-Dienste genutzt. Gründe für diese Stagnation sieht TNS unter anderem in der anderen Grundgesamtheit. So nahm Schweden, im Vorjahr Spitzenreiter bei der Nutzung, nicht mehr an der Studie teil, während Israel und Bulgarien als neue Teilnehmer, allerdings mit der geringsten Nutzung, hinzukamen. Wird Schweden aus den Vorjahresergebnissen ausgeklammert, so ist ein Anstieg der Penetrationsrate um einen Prozentpunkt bei der Nutzung zu verzeichnen. Das Ausmaß, in dem die erwachsene Bevölkerung E-Government-Dienste bereits in Anspruch nimmt, variiert sehr stark in den untersuchten Ländern. Liegt die Quote beim Spitzenreiter Dänemark bei 63 Prozent, beträgt sie in Bulgarien nur ein Prozent. Deutschland rangiert mit einer Penetrationsrate von 26 Prozent auf Rang 19 und verbesserte sich gegenüber 2002 um zwei Prozentpunkte. Abb. 302 Dänemark ist weltweit Spitzenreiter bei der Nutzung von Behörden-Dienstleistungen über das Internet International: Top Ten Länder mit der höchsten Nutzung* von E-Government-Angeboten und Positionierung Deutschlands in Prozent der Bevölkerung 2003 Dänemark Norwegen Finnland Singapur Niederlande Kanada Faröer Inseln Australien Neuseeland USA Deutschland 63 (56) 62 (56) 58 (49) 53(53) 52 (41) 51 (48) 47( 52) Vorjahreswerte in Klammern 47 (46) 45 (40) 44 (43) 26 (24) * In den letzten 12 Monaten (November 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2003 Schweden nahm 2003 nicht an der Untersuchung teil Auf Länderebene können einige Regionen bei der Nutzung eine deutliche Zunahme verzeichnen: Dänemark (+13 Prozentpunkte), Niederlande (+11 Prozentpunkte), Finnland (+9 Prozentpunkte), Indien (+9 Prozentpunkte), Hong Kong (+9 Prozentpunkte), Norwegen (+6 Prozentpunkte), Spanien (+6 Prozentpunkte) und Lettland (+6 Prozentpunkte). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 310 E-GovernmentNutzung in Asien Die geringsten Nutzungsquoten weisen neben Bulgarien Lettland (14 Prozent), Litauen (12 Prozent), Türkei (9 Prozent), Polen (6 Prozent) und Ungarn (6 Prozent) auf. Die Inanspruchnahme behördlicher Dienstleistungen über das Internet schwankt im asiatisch-pazifischen Raum zwischen 15 Prozent (Japan und Malaysia) und 53 Prozent (Singapur). Während sich die Nutzung von E-Goverment-Angeboten in Singapur auf dem vergleichsweise sehr hohen Vorjahresniveau bewegt, zeigt sich in Neuseeland ein Anstieg um fünf Prozentpunkte (45), in Hong Kong sogar um sechs Prozentpunkte. Diese Entwicklung wird von TNS auf den gesteigerten Bekanntheitsgrad von E-Government in diesen Ländern zurückgeführt, der durch die Weiterentwicklung und Zunahme der OnlineDienste möglich wurde. Bei der Nutzung von E-Government-Angeboten verharrt Japan weiterhin wie Malaysia trotz Wachstum auf einem noch niedrigen Niveau (je 15 Prozent). Zwar wurden in den letzten Jahren viele Regierungsseiten entwickelt, jedoch sind die meisten im Hinblick auf die Transaktionsmöglichkeiten noch verbesserungswürdig. Zudem weist Japan ein im Vergleich zu anderen Ländern niedrigeres Wachstum bei der Breitbandkommunikation auf. Abb. 303 Die Inanspruchnahme behördlicher Internet-Dienste ist im asiatisch-pazifischen Raum von Land zu Land sehr unterschiedlich Asien/Pazifik: Nutzung* von E-Government-Angeboten in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Singapur Australien Neuseeland Hong Kong Taiwan Südkorea Japan Malaysia 53 (53) 47 (46) 45 (40) 43 (37) Vorjahreswerte in Klammern 35 (30) 27 (23) 15 (13) 15 (12) * In den letzten 12 Monaten (November 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2003 E-GovernmentNutzung in Europa Die skandinavischen Länder sind weiterhin welt- und europaweit führend, was die Inanspruchnahme von Behördendienstleistungen über das Internet angeht. In Dänemark, Norwegen und Finnland liegt die Nutzungsquote zwischen 58 Prozent (Finnland) und 63 Prozent (Dänemark) der Bevölkerung. Auch die Niederlande liegen mit 52 Prozent deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 30 Prozent. Deutschland liegt im europäischen Vergleich mit 26 Prozent erreichter Penetration noch hinter Spanien (32 Prozent), nur Italien (24 Prozent) und Großbritannien (18 Prozent) haben noch geringere Werte aufzuweisen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 311 Abb. 304 In Westeuropa liegen die Skandinavier und die Niederländer bei der E-Government-Nutzung an der Spitze Westeuropa: Nutzung* von E-Government-Angeboten in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Dänemark Norwegen Finnland Niederlande Frankreich Spanien Irland Deutschland Italien Großbritannien 63 (53) 62 (54) 58 (49) 52 (41) 35 (25) 32 (26) 30 (26) 26 (24) 24 (20) 18 (13) Taylor Nelson Sofres, November 2003 * In den letzten 12 Monaten (November 2003) Vorjahreswerte in Klammern Schweden nahm 2003 nicht an der Untersuchung teil .. und in Osteuropa Soziodemographie der E-GovernmentNutzer international Abb. 305 In Osteuropa steht die Penetration von E-Government-Lösungen noch am Anfang. In Lettland ist die Steigerung der Nutzungsquote (von 8 auf 14 Prozent) am deutlichsten. Während die Nutzung des Internet stark mit dem Alter korreliert (je jünger, desto wahrscheinlicher wird das Internet genutzt), ist das bei der E-Government-Nutzung eher nicht der Fall. Online-Government-Angebote werden am stärksten von Personen in der Altersgruppe 25-34 Jahren frequentiert, wo auch der Bedarf am größten ist. Männer nutzen diese Angebote tendenziell häufiger als Frauen. E-Government-Nutzer sind in der Regel älter als der typische Internet-Nutzer Der Geschlechterunterschied fällt geringer aus International: Soziodemographie von Internet-Nutzern und E-Government-Nutzern* in Prozent der Bevölkerung 2003 Internet-Nutzer nach Geschlecht Internet-Nutzer nach Alter 68 56 45 49 48 40 40 27 13 Gesamt Männer Frauen unter 25 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ E-Government-Nutzer* nach Geschlecht 30 34 E-Government-Nutzer* nach Alter 29 19 41 36 39 26 8 Gesamt Männer Frauen unter 25 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ * In den letzten 12 Monaten (November 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 312 Nutzungszwecke international In Bezug auf die Zwecke, zu denen Behörden online frequentiert werden, zeigen sich international 2003 im Vergleich zum Vorjahr kaum Veränderungen. Informationssuche: Staatliche und behördliche Internet-Seiten werden nach wie vor in erster Linie besucht, um Informationen online abzurufen (,,Information Seekers": 24 Prozent der Bevölkerung in den letzten 12 Monaten). Download: Auf dem zweiten Platz der Nutzungszwecke rangiert das Downloaden von behördlichen Formularen oder relevanten Dokumenten (,,Downloaders": 11 Prozent der Bevölkerung). Providers: Bei der Kategorie ,,Providers" (Übermittlung von persönlichen oder den Haushalt betreffende Daten über das Internet an Behörden) ist ein leichter Anstieg um einen Prozentpunkt auf neun Prozent zu beobachten. Transaction: Mit acht Prozent nutzt ein Prozent der Bevölkerung mehr das Angebot, behördliche Leistungen online per Kreditkarte oder Bankeinzug zu bezahlen (,,Transactors"). Consulters: Der Penetrationsgrad im Bereich der über das Internet getätigten Meinungsäußerung (,,Consulters") stagniert noch bei vier Prozent. Klammert man Schweden aus den Ergebnissen aufgrund der geänderten Grundgesamtheit im Jahr 2003 aus, so liegen die Penetrationsraten bei der Informationssuche bei 25 Prozent und beim Downloading bei 12 Prozent, was ein leichtes Wachstum um einen Prozentpunkt bedeutet. Dies gilt auch für "Providers" (10 Prozent) und "Transaction" (neun Prozent), Consulting die sich dann um zwei Prozentpunke verbessern, während bei vier Prozent bei homogener, vergleichbarer Grundgesamtheiten bleibt. Abb. 306 Die Nutzung von Behördendienstleistungen über das Internet ist weltweit noch nicht besonders transaktionsorientiert International: E-Government-Nutzer* Kategorien in Prozent der Bevölkerung 2003 "Information Seekers" "Downloaders" "Providers" "Transactors" "Consulters" keine Nutzung 24 11 9 8 Information Seekers: Informationssuche Downloaders: Herunterladen von behördlichen Formularen Providers: Übermittlung von persönlichen Daten Transactors: Online-Bezahlung von behördlichen Leistungen Consulters: Meinungsäußerung über das Internet 4 70 * In den letzten 12 Monaten (November 2003) Mehrfachnennung möglich Taylor Nelson Sofres, November 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 313 Sicherheitsbedenken als Barriere Sicherheitsbedenken spielen weiterhin weltweit die entscheidende Rolle, die der vollständigen Akzeptanz von Online Government Services noch entgegensteht, wenn auch ein Rückgang feststellbar ist. 58 Prozent der Bevölkerung (2002: 63 Prozent) halten das Internet zur Übermittlung von persönlichen Daten (wie Kreditkarten- oder Kontonummer oder Auskünfte das eigene Gehalt betreffend) an Behörden für zu unsicher. Für ,,sicher" halten es dagegen nur 25 Prozent. Generell sind Sicherheitsbedenken erwartungsgemäß bei den jüngeren Bevölkerungsschichten und bei Männern schwächer ausgeprägt. Abb. 307 Taiwan und Deutschland haben im internationalen Vergleich die meisten Sicherheitsbedenken bezüglich E-Government International: Beurteilung der E-Government-Angebote als "unsicher" in ausgewählten Ländern in Prozent der Bevölkerung 2003 Taiwan Deutschland Frankreich Spanien Italien Niederlande USA Kanada Großbritannien Finnland Norwegen Dänemark 82 81 73 72 71 69 61 60 59 57 49 48 Taylor Nelson Sofres, November 2003 Nutzungsumfang in Deutschland Bei den Sicherheitsbedenken in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr noch wenig geändert. Hielten in 2002 15 Prozent der Deutschen das Internet für sicher genug, um darüber persönliche Informationen weiterzugeben, sind es jetzt 16 Prozent. 81 Prozent halten es dagegen immer noch für zu unsicher. Der Studie von TNS zufolge haben in den vergangenen 12 Monaten 26 Prozent der Deutschen Dienstleistungen von Regierungseinrichtungen über das Internet genutzt. Das entspricht einer Zunahme von zwei Prozentpunkten im Vergleich zu 2002, und stellt somit eine moderate Wachstumsrate im internationalen Vergleich dar. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 314 Abb. 308 Im internationalen Vergleich kam Deutschland 2003 bei der Nutzung von E-Government dem Länderdurchschnitt näher Deutschland/International: Internet-Nutzung* und E-Government-Nutzung** in Prozent der Bevölkerung 2002 und 2003 2003 2002 26 24 Deutschland Deutschland 53 42 30 30 International International 45 42 E-Government-Nutzung Internet-Nutzung * im letzten Monat (November 2002 bzw. 2003) ** in den letzten 12 Monaten (November 2002 bzw. 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2002 und 2003 Soziodemographie der deutschen E-GovernmentNutzer Abb. 309 Die Nutzung behördlicher Internet-Dienstleistungen ist in Deutschland in allen Altersgruppen unter 45 Jahren bereits mit mehr als einem Drittel verbreitet. Am stärksten ist die Nutzung der Altersgruppe 25-34 Jahre mit 46 Prozent, was auch dem internationalen Nutzungsspektrum entspricht. 31 Prozent der deutschen Männer, aber erst 21 Prozent der deutschen Frauen nutzen E-Government-Angebote. Im internationalen Schnitt liegen die Quoten mit 34 Prozent resp. 26 Prozent bereits höher. Hinsichtlich Bildung und Einkommen folgen die E-Government-Nutzer der generellen Internet-Soziodemographie. Elektronische Behördendienste werden sowohl in Deutschland als auch international eher von jüngeren Menschen genutzt Deutschland/International: Soziodemographie der E-Government-Nutzer* in Prozent der Bevölkerung 2003 Deutschland nach Geschlecht 31 26 46 34 21 Deutschland nach Alter 37 28 15 Gesamt Männer Frauen unter 25 25-34 35-44 45-54 55-64 5 65+ International nach Geschlecht 30 34 International nach Alter 36 39 41 26 29 19 8 Gesamt Männer Frauen unter 25 25-34 35-44 45-54 55-64 65+ * in den letzten 12 Monaten (November 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2003 Nutzungszwecke in Detuschland Das Nutzerprofil der deutschen E-Government-Nutzer gleicht dem der internationalen Nutzer. In erster Linie wird nach Informationen auf den Behördenseiten gesucht (,,Information Seekers": 21 Prozent) oder es werden benötigte Formulare bzw. Dokumente herunter geladen (,,Downloaders": acht Prozent). Sicherheitssensible Aktionen wie die Übermittlung von persönlichen Daten oder gar Transaktionen wie das Online-Bezahlen werden nur von je sechs Prozent getätigt. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 315 Insgesamt gesehen ging der Anteil an Personen, die noch keine E-Government-Dienste in Anspruch genommen haben von 76 auf 74 Prozent zurück, während im internationalen Durchschnitt gesehen der Wert bei 70 Prozent stagnierte. Bemerkenswert ist, dass die Deutschen mit einem Anteil von fünf Prozent ,,Consulters" bereits (um einen Prozentpunkt) intensiver die Meinungsäußerung über das Internet betreiben als dies international üblich ist. Abb. 310 Die Nutzung der E-Government-Angebote folgt in Deutschland dem auch international gültigen Nutzungsverhalten Deutschland/International: E-Government-Nutzer* nach Typen in Prozent der Bevölkerung 2003 "Information Seekers" 24 21 "Downloaders" 11 8 "Providers" 9 6 Information Seekers: Informationssuche Downloaders: Herunterladen von behördlichen Formularen Providers: Übermittlung von persönlichen Daten Transactors: Online-Bezahlung von behördlichen Leistungen Consulters: Meinungsäußerung über das Internet "Transactors" 8 6 "Consulters" 4 5 International Deutschland * in den letzten 12 Monaten (November 2003) Taylor Nelson Sofres, November 2003 Fazit Im internationalen Ranking belegte Deutschland bezüglich der Nutzung von E-Government-Angeboten Platz 19 von 32 untersuchten Ländern. Mit 26 Prozent Penetrationsrate liegt Deutschland zwar noch unter dem internationalen Durchschnitt von 30 Prozent, hat sich aber diesem weiter angenähert. Deutschland ist neben Taiwan das Land mit den größten Sicherheitsbedenken, wenn es um die Weitergabe persönlicher Informationen an Behörden über das Internet geht. So stellen TNS zufolge Sicherheitsbedenken weiterhin eine ernst zu nehmende Barriere dar, die es zu beseitigen gilt, damit behördliche Online-Dienstleistungen noch stärker als bisher in Anspruch genommen werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 316 6.8.2.3 Signaturbündnis Elektronische Signaturen Im April 2003 wurde zwischen Staat und Wirtschaft das Signaturbündnis geschlossen, das zum Ziel hat, gemeinsam eine Sicherheitsinfrastruktur für die digitale Signatur aufzubauen und den Bürgern mit einer Chipkarte die Nutzung einer Vielzahl von öffentlichen und privatwirtschaftlichen E-Government-Anwendungen zu ermöglichen. Grundgedanke des Bündnisses ist, dass Staat und Wirtschaft gleichermaßen aus dem verstärkten Einsatz elektronischer Signaturen Nutzen ziehen, da sie sowohl für E-Government-Anwendungen als auch für E-Commerce benötigt werden. Bis Ende 2005 sollen die Voraussetzungen geschaffen sein, den elektronischen Rechts- und Geschäftsverkehr flächendeckend nach einheitlichen technischen Standards mit elektronischen Signaturen abzuwickeln. Im Rahmen von ,,Deutschland-Online" baut der Bund auf den Standards auf, die die Mitglieder des Signaturbündnisses erarbeiten. Die Kartenprojekte des Bundes wie zum Beispiel Jobkarte und Gesundheitskarte, werden durch eine ,,eCard-Initiative" gefördert, um die damit verbundenen Anwendungen zu synchronisieren und zu harmonisieren. Durch diese institutions- und branchenübergreifende Kooperation soll ein investitionsfreundliches Klima für die Anwendung von elektronischen Signaturen hergestellt werden ­ so heißt es im Programm der Bundesregierung. In diesem sind zur eCard-Initiative und zur digitalen Signatur unter anderem folgende Ziele verankert: · Einführung von 40 Millionen Jobkarten bis Ende 2005 · Einführung von 80 Millionen Gesundheitskarten zwischen 2004 und Ende 2005 · Elektronische Lohnsteuerbescheinigung bis 2005 · Heilberufsausweise und die Gesundheitskarte · sowie in absehbarer Zukunft auch die nächste Generation des Personalausweises. Bis spätestens Ende 2004 soll der Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Signaturgesetzes nach der Stellungnahme Bundesrates vom 11.6.2004 überarbeitet werden. Der des neue eCard-Initaitve Gesetzentwurf dient der Behebung von Rechtsfragen, die bei der Anwendung des Signaturgesetzes aufgetreten sind. Darüber hinaus werden die Voraussetzungen für eine zügige Beantragung und Ausgabe von Signaturkarten mit qualifizierten elektronischen Signaturen im elektronischen Verfahren geschaffen. Damit können die im Wirtschaftsleben bereits seit langem eingeführten und bewährten Verfahrensprozesse, z. B. bei der Registrierung und Ausgabe von EC-, Bankkunden- oder Versicherungskarten, auch für die Ausgabe von Signaturkarten mit qualifizierten elektronischen Zertifikaten mit den entsprechenden Synergieeffekten (Verwaltungsvereinfachung, Kostenreduzierung) genutzt werden. Der Gesetzentwurf beschränkt sich auf insoweit notwendige Klarstellungen und Ergänzungen für den Gesetzesvollzug. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 317 IT-Sicherheit im Internet Die Akzeptanz der E-Government Dienstleistungen wie auch z.B. die Nutzung der E-Commerce-Angebote hängen darüber hinaus entscheidend von der generellen Sicherheit des Internets und der Informationstechnik ab. Deshalb hat die Bundesregierung eigens für diese Thematik eine eigene Behörde, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gegründet. Denn der Schutz der inneren Sicherheit ist heutzutage untrennbar mit der Sicherheit in der IT und des Internets verbunden. Dieses Bundesamt wird als IT-Sicherheitsdienstleister der Bundesregierung eine wichtige Rolle und Funktion übernehmen. Schon heute sind konkrete Handlungsempfehlungen für die öffentlichen Verwaltung sowie Industrie und Wirtschaft zum Abruf verfügbar. Wichtige Aufgaben der Behörde sind: · · · · · · Bereitstellung kostenloser IT-Sicherheit-Tools zum Download (www.sicherheit-im-internet.de) Entwicklung eines Masterplans zur Verbesserung der Sicherheit im Internet bzw. zum Schutz vor SPAM Zertifizierung von IT-Produkten, um sichere von weniger sicheren Produkten besser unterscheiden zu können IT-Grundschutz, speziell auf den Mittelstand ausgerichtet ständige Marktbeobachtung im Bereich der IT-Sicherheitspolitik Verfolgung der internationalen Initiativen "Trusted Computing Group (TCG)", verantwortlich für die Definition von Spezifikationen für die Schaffung vertrausenswürdiger Hardwaresysteme und der "Next Generation Secure Computing Base" (NGSCB) zur Schaffung vertrauenswürdiger Softwarenutzung. Im Programm zur ,,Informationsgesellschaft 2006" heißt es hierzu: ,,Anliegen des Bundes" ist es, durch diese Behörde die Sicherheit in der Informationstechnik als strategisches Ziel für alle Nutzerinnen und Nutzer zu positionieren ­ für Unternehmen und Verwaltung ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger." Es muss eine vertrauliche und manipulationssichere Nutzung von eGovernment ­ genauso wie von eCommerce möglich sein. Die Behörde arbeitet auch international mit den entsprechenden Initiativen wie dem bestehenden Verbund der ,,Computer Emergency Response Teams" (CEDRT) eng zusammen und hat auch schon für den deutschen Mittelstand Mcert ins Leben gerufen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 318 6.8.2.4 eDemocracy eDemocracy und Online-Wahlen Die effiziente und kundenorientierte Ausgestaltung von Dienstleistungen und Angeboten im eGovernment geht einher mit eDemocracy, der Stärkung demokratischer Beteiligung von Bürgern mittels Internet. eDemocracy in Form konkreter Partizipationsangebote muss von Anfang an als zentrales Element in jeder E-Government Strategie verankert sein. eDemocracy umfasst alle über das Internet vermittelten Austauschbeziehungen zwischen den Bürgern und der Politik. Dazu gehört die Beteiligung an politischen Informationen, der politischen Meinungsbildung sowie an politischen Entscheidungen. Hierzu zählen auch Online-Wahlen. Zu der politischen Interaktion gehört auch die Planung, Gesetzesentwürfe online bereit zu stellen. Hierzu wird die Initiative ,,Vorbereiten politischregulativer Entscheidungen", die Teil von BundOnline ist, einen wesentlichen Beitrag leisten. Bei der Vorbereitung der Gesetze kann ein effizienter Dokumentenaustausch ohne Medienbrüche zwischen alle Beteiligten erhebliche Rationalisierungen, Beschleunigungen bei den Abstimmungs- und Entscheidungsprozessen bringen und auch bei der lückenlosen Dokumentation der Abläufe unterstützen. Zur eDemocracy gehören auch Online-Wahlen. Der Stimmabgabe der Bürger vom heimischen Computer aus stehen jedoch noch einige Hindernisse im Wege. Probleme bereiten zum Beispiel die Sicherheitsbedenken, die Frage, wie das Recht auf die geheime Wahl gewährleistet und gleichzeitig sichergestellt werden kann, dass eine Person nicht mehr als eine Stimme abgibt. Unerlässlich für die Durchführbarkeit der elektronischen Wahlen ist die digitale Signatur, wofür aber nach wie vor entsprechende Standards fehlen. Online-Wahlen Die Initiative D21 e.V. hat als erster Verein in Deutschland zur Wahl seines Vorstands im Dezember 2003 ein Online-Wahlverfahren eingesetzt. Für die Wahlberechtigten wurden zwei Möglichkeiten der Teilnahme angeboten: Die ,,Fernwahl" vom heimischen PC aus und die ,,Nahwahl" an elektronischen Terminals vor Ort in Berlin. Projektpartner für die Fernwahl war die Micromata GmbH, deren Wahlsystem ,,Polyas" für Massenwahlen seit 1996 kontinuierlich fortentwickelt wird und für rechtlich verbindliche Wahlen ein Modul enthält, welches die Authentifizierung über digitale Signaturkarten unterstützt. Den Wahlberechtigten wurde eine Chipkarte mit ihrer persönlichen Signatur samt Kartenlesegerät kostenlos zur Verfügung gestellt. Anhand der Signaturkarte erfolgte die Identifikation des Wahlberechtigten auf dem Server, die Stimmabgabe anschließend über eine Web-Eingabemaske. Für das Nachwahlverfahren wurde ,,i-vote" von der Forschungsgruppe Internetwahlen der Universität Osnabrück eingesetzt, das in zahlreichen Wahlen bei Universitäts-, Sozial-, Personalund Betriebsratswahlen, aber auch bei der Wahl kommunaler Gremien bereits erprobt wurde. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 319 Voraussetzungen für OnlineWahlen Um einen rechtlich verbindlichen Rahmen zu schaffen, den es bis dato für die Abwicklung von Online-Wahlen noch nicht gab, wurde die Vereinssatzung von D21 geändert. Die neu erstellten Satzungszusätze wird die Initiative in Form von Musterparagraphen anderen Vereinen kostenlos zur Verfügung stellen. Die Online-Wahl war nach Angaben der Initiative auch gerade unter finanziellen Aspekten erfolgreich, da Reiseund Personalkosten in beträchtlicher Höhe eingespart werden konnten. Die Realisierung von Wahlen über das Internet erfordert laut Initiative D21 eine Reihe von Voraussetzungen: · · · · · · Eindeutige Identifikationsmöglichkeiten Sicherung der Privatsphäre des Bürgers, der den Service nutzt Bereitstellung öffentlicher Zugänge für Bürger ohne eigenen Zugang Gewährleistung der Datensicherheit durch Sicherheitsmechanismen Gewährleistung Wahllokalen des sicheren Datenaustausches zusätzliche zwischen Bereitstellung der benötigten Ressourcen und Mittel Vorteile von Online-Wahlen Die generelle Einführung von Online-Wahlen könnte nach Angaben der Initiative D21 folgende Vorteile mit sich bringen: · · · Berücksichtigung der zunehmenden Mobilität der Menschen, Entgegenwirken zur steigenden Zahl an Nicht-Wählern, Verkürzung des aufwändigen Zählens bei bisherigen Systemen und darüber langfristig eine Senkung der Kosten. Nicht zuletzt könnte Deutschland mit dem Einsatz von Online-Wahlen weltweit eine führende Position auf dem Technologie-Sektor erlangen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 320 6.9 Online-Banking 6.9.1 Einführung und Begriffsklärung Die Begriffe PC-, Online-, Internet-, Telefon- oder Mobile Banking umschreiben eine Vielzahl von Zugangswegen, mittels derer Kunden mit ihrer Bank in Kontakt treten können, ohne eine Bankfiliale betreten zu müssen. Die Bezeichnung "Electronic Banking" (E-Banking) kann als Oberbegriff für alle Arten der elektronischen Abwicklung von Bankgeschäften verstanden werden. Das folgende Kapitel beschränkt sich in seiner Analyse auf den Bereich des Online-Banking und ­Brokerage. Mit Online-Banking bezeichnet man sämtliche Bankgeschäfte, die über das Internet abgewickelt werden. Dies umfasst Abbuchungen, Überweisungen, Daueraufträge sowie die komplette Kontoverwaltung. Synonym dazu werden häufig Begriffe wie Homebanking, Internet-Banking, Web-Banking, Net-Banking, Telebanking oder Electronic Banking verwendet. (In älterer Literatur wird der Begriff des Online-Banking teilweise noch, in Abgrenzung zum Internet-Banking, als Abwicklung von Bankgeschäften mit Hilfe von spezieller von den Banken bereitgestellter Software definiert.) Dagegen wird der Aktienhandel über das Internet im Allgemeinen als Online-Brokerage bezeichnet. Er wird sowohl von traditionellen Filialbanken als auch von darauf spezialisierten Direktbanken im Web angeboten. Welche Bankgeschäfte der Online-Kunde von zu Hause aus erledigen kann, variiert von Bank zu Bank. Zum Standard im Online-Service gehören mittlerweile Kontostandsabfragen, die Ausführung von Inlandswie Europaüberweisungen oder die Abwicklung von Daueraufträgen. Auch Online-Brokerage, also der Kauf und Verkauf von Wertpapieren via Online-Verbindung, gehört in der Regel zum Angebot der Banken im Internet. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 321 6.9.2 Online-Banking international und in Europa International Rund 100 Millionen Haushalte weltweit nutzen mittlerweile das Internet, um ihre Bankgeschäfte auf elektronischem Weg zu erledigen (Stand: Dezember 2002). Bis zum Jahr 2010 soll sich dieser Wert auf rund 300 Millionen Haushalte verdreifachen. Dies geht aus dem aktuellen Report "Online Banking by the Numbers 2003" von Financial Insite hervor. Dem Bericht zufolge steigt nicht nur die absolute Zahl der Nutzer von Online-Banking, sondern in gleichem Maße auch die Nutzungsintensität, da die Kunden ihre Bankgeschäfte häufiger online abwickeln und auch eine größere Bandbreite an Produkten und Dienstleistungen bereits online zur Verfügung steht. Die Weltbank geht in einer Studie aus dem Jahr 2003 davon aus, dass bis zum Jahr 2010 die Mehrzahl der Industrieländer weltweit Online-BankingPenetrationsraten von 90 Prozent oder darüber haben, mit Spitzenwerten von über 95 Prozent für die skandinavischen Länder, die bereits jetzt aufgrund höchster Internet-Penetrationsraten zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Online-Banking-Nutzern zählen. Deutschland liegt der Studie zufolge sowohl gegenwärtig als auch im Jahr 2010 mit einer Online-Banking-Penetrationsrate von dann rund 92 Prozent im internationalen Vergleich im oberen Mittelfeld, noch vor Großbritannien (2010: 90 Prozent) und den USA (2010: 89 Prozent). Abb. 311 Die Weltbank erwartet im Jahr 2010 Durchdringungsraten von 90 Prozent und mehr für viele Industrieländer International: Online-Banking-Penetrationsraten in Prozent 2000, 2005, 2010 Norwegen Finnland Dänemark Schweden Schweiz Irland Deutschland Singapur Japan Australien Großbritannien Österreich USA Niederlande Spanien Frankreich Belgien/Luxemburg Portugal Italien 2010 2005 2000 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Weltbank: ,,E-Finance-Penetration Projections", Januar 2003 USA Einer aktuellen Studie von Nielsen//NetRatings zufolge hat sich die Zahl der US-Amerikaner, die in den letzten sechs Monaten Finanztransaktionen über das Internet durchgeführt haben, um knapp 80% erhöht: Gaben im Herbst 2001 lediglich 12,96 Millionen Amerikaner über 18 Jahren an, Online-Banking bereits einmal ausprobiert zu haben, so stieg diese Zahl im Herbst 2003 auf 23,18 Millionen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 322 Abb. 312 Seit Herbst 2001 ist die Zahl der Online-Banking-Nutzer um 80% gestiegen USA: Nutzer von Online-Banking in Millionen 2001-2003 +79% 23,18 17,08 +36% 12,96 +32% Herbst 2001 Herbst 2002 Herbst 2003 Nielsen//NetRatings @Plan, September 2003 Gartner Die Marktforscher von Gartner G2 rechnen damit, dass der Anteil der (erwachsenen) US-Amerikaner, die ihre Finanzgeschäfte online abwickeln, von 17 Prozent (2002) auf 30 Prozent oder 67 Millionen im Jahr 2007 steigen wird. Dieses Wachstum wird Gartner zufolge unter anderem auch dadurch unterstützt, dass jede der 50 größten amerikanischen Banken zumindest grundlegende Bankdienstleistungen online anbietet. Abb. 313 Immer mehr Amerikaner wickeln ihre Bankgeschäfte online ab USA: Anteil der Online-Banking-Nutzer an der Gesamtbevölkerung (ab 18 Jahre) in Prozent 2001-2007 30 28 26 23 20 17 13 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 GartnerG2, September 2002 Jupiter Diesen Trend bestätigen auch die Marktforscher von Jupiter Research, die das Online-Verhalten allerdings nicht auf Personen-, sondern auf Haushaltsebene analysieren. Demnach steigt der Anteil der USHaushalte, die Online-Banking betreiben, von 2003 bis 2008 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 14 Prozent. Im Jahr 2008 wird dementsprechend mit einer Zahl von 56 Millionen Haushalten gerechnet, die ihre Bankgeschäfte online durchführen. Gegenwärtig (Dezember 2003) betreiben laut Jupiter Research rund 40 Prozent der Haushalte mit Internet-Zugang auch Online-Banking. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 323 eMarketer Bemerkenswert ist, dass Jupiter Research davon ausgeht, dass das prognostizierte Wachstum der nächsten fünf Jahre vor allem von Haushalten mit mittleren und niedrigen Einkommen getrieben wird. Hierzu zählt Jupiter Haushalte mit einem Haushaltsbruttoeinkommen von weniger als 75.000 USD pro Jahr. Etwas geringere Wachstumsraten berechneten die Marktforscher von eMarketer, die für das Jahr 2007 von rund 43 Millionen Haushalten ausgehen, die Online-Banking betreiben werden. Nachdem im Jahr 2003 26,1 Prozent der Gesamthaushalte bzw. 39,5 Prozent der Haushalte mit Internet-Zugang ihre Finanzgeschäfte online abgewickelt haben, wird dieser Anteil laut eMarketer im Jahr 2007 auf 38,7 Prozent (alle Haushalte) bzw. 50,6 Prozent (der Online-Haushalte) steigen. Abb. 314 Auch in den kommenden Jahren wird die Zahl der Online-Banking-Nutzer stetig steigen USA: Schätzungen verschiedener Institute zur Zahl der Online-Banking-Haushalte in Millionen 2000-2008 eMarketer Jupiter Research 56,0 40,9 46,2 40,0 51,3 43,0 35,3 36,3 29,6 32,2 27,8 23,3 17,6 12,5 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 eMarketer, Oktober 2003/Jupiter Research, November 2003 Dass die oben aufgeführten Schätzungen der verschiedenen Marktforschungsinstitute zur Entwicklung der Nutzerzahlen des OnlineBanking zwar in dieselbe Richtung zeigen, sich im Detail aber dennoch unterscheiden, liegt an den individuellen Berechnungsgrundlagen und zu einem hohen Maß auch an den persönlichen Zukunftseinschätzungen des Analysten, der den Marktforschungsbericht verfasst hat. Welche der Prognosen letztendlich am realistischsten ist, wird erst die Zukunft zeigen. Da aber, wie oftmals bei der Einführung neuer Technologien zu beobachten, zu erwarten ist, dass nach anfänglich hohen Wachstumsraten nach einiger Zeit eine zunehmende Sättigung des Marktes eintritt und damit einhergehend die jährlichen Steigerungsraten geringer ausfallen, erscheint die eMarketer-Prognose (mit den nachlassenden Wachstumsraten 2006 und 2007) etwas realistischer. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 324 Populäre Dienste Die populärsten Online-Banking-Dienste sind einer Untersuchung von ForeSee Results zufolge die Bezahlung von Rechnungen sowie der Abruf von Online-Kontoauszügen, gefolgt von der Prüfung des Kontostandes. Jupiter Research kommt in einer Studie vom November 2003 zu vergleichbaren Ergebnissen. Demnach sollen im Jahr 2006 über 30 Prozent der Rechnungen in den USA online bezahlt werden. In absoluten Zahlen steigt die Zahl der online abgerufenen und bezahlten Rechnungen von 643 Millionen im Jahr 2001 auf 3,5 Milliarden im Jahr 2006. Und bis 2008 soll die Zahl der US-Haushalte, die ihre Rechnungen online abrufen und begleichen, mit einer jährlichen Wachstumsrate von rund 40 Prozent auf 68,7 Millionen gestiegen sein. eMarketer rechnet hier mit etwas geringeren Werten und geht nach 23 Millionen Haushalten, die ihre Rechnungen im Jahr 2003 online beglichen, für das Jahr 2006 von rund 44 Millionen Haushalten aus. Abb. 315 Die Begleichung von Rechnungen ist die populärste Online-Banking-Anwendung in den USA USA: Aktivitäten von Online-Banking-Kunden in Prozent der Befragten 2003 Begleichung von Rechnungen Online-Kontoauszüge Prüfung des Kontostandes Überweisungen Kontoverwaltung Kreditanträge 19 19 18 16 4 3 n=847 ForeSee Results/Forbes.com, Juni 2003 Die Gründe, die nach Ansicht der US-Amerikaner für den Einsatz von Online-Banking sprechen, sind vielfältig. Nach einer Umfrage von Pew Internet & American Life Project ist der Zeitfaktor ein bestimmendes Element: 79 Prozent der Befragten gaben an, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln, weil es ihnen erlaubt, dies zu jeder Zeit zu tun. 71 Prozent nannten die Zeitersparnis als wichtigen Faktor für ihre Entscheidung für das Online-Banking. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 325 Abb. 316 Flexibilität und Zeitersparnis sind maßgebliche Faktoren für die Nutzung von Online-Banking USA: Gründe für die Nutzung von Online-Banking in Prozent der Befragten* 2002 Bankgeschäfte können zu jeder Zeit durchgeführt werden Zeitersparnis durch Online-Banking Bessere Kontrolle über eigene Finanzen Diskrete Durchführung eigener Bankgeschäfte, ohne mit jemandem reden zu müssen Online sind mehr Finanzinformationen verfügbar Kostenersparnis durch Online-Banking Online sind mehr Bankdienstleistungen verfügbar 79 71 52 41 36 30 25 * 2.092 Befragte (ab 18 Jahre) Pew Internet & American Life Project, November 2002 Neben der Betrachtung der Gründe für Online-Banking ist es aber genauso wichtig, die Gründe zu analysieren, die nach Aussagen der (Nicht-)Nutzer gegen die Durchführung von Finanztransaktionen im Internet sprechen. Die TowerGroup fand in einer Studie vom Juni 2003 heraus, dass Sicherheitsbedenken und eine umständliche / unkomfortable Bedienung der Online-Anwendungen an erster Stelle bei den USHaushalten genannt werden, die bisher noch kein Online-Banking betreiben. Abb. 317 Sicherheitsbedenken und unkomfortable Benutzung dominieren bei den Gründen gegen die Nutzung von Online-Banking USA: Gründe gegen die Nutzung von Online-Banking in Prozent der Haushalte* 2002 Sicherheitsbedenken Unkomfortable Bedienung Möchte Bankgeschäfte lieber persönlich abwickeln Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Vertraulichkeit Bietet meine Bank nicht an Weiß nicht, wie Online-Banking funktioniert 26 22 21 6 5 5 * mit Internet-Zugang TowerGroup, Juni 2003 Sicherheit Wie oben gezeigt sind Sicherheitsbedenken der wichtigste Grund, warum Internet-Nutzer in den USA ihre Finanzgeschäfte bisher noch nicht online erledigen. Was denken nun diejenigen, die Online-Banking bereits durchführen, über dieses Thema? Einer Studie von Barry Leeds & Associates vom Juli 2003 zufolge halten mittlerweile 70 Prozent der Online-Banking-Nutzer Internet-basierte Finanztransaktionen für sicher. Im Jahr 2001 waren dagegen nur 56 Prozent der Befragten dieser Meinung, ein Jahr zuvor sogar nur 49 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 326 Europa Online-Banking ist in Europa mittlerweile eine allgemein akzeptierte Art, um mit seiner Bank Kontakt aufzunehmen und Bankgeschäfte abzuwickeln. Die Deutsche Bank geht in ihrem jüngsten E-Banking Snapshot vom Dezember 2003 davon aus, dass mittlerweile rund 83 Millionen Europäer das Internet für ihre Finanztransaktionen nutzen. Die aktivsten Länder sind Deutschland (25,0 Millionen Nutzer) vor Großbritannien (15,3 Millionen) und Frankreich (10,1 Millionen). Abb. 318 Deutsche und Briten nutzen Online-Banking am häufigsten Europa: Online-Banking-Nutzer in Millionen 2003 Andere 25,1 Deutschland 25,0 Italien 7,5 Frankreich 10,1 Großbritannien 15,3 Europa gesamt: 83 Millionen DB Research: E-Banking Snapshot, Dezember 2003 In dieser Analyse kommt die Deutsche Bank weiterhin zu dem Schluss, dass die Durchdringungsrate von Online-Banking in den reicheren Ländern deutlich höher ist als in den wirtschaftlich schwächeren. Hierzu wurde das Bruttosozialprodukt pro Kopf dem Anteil der Online-Banker an der Gesamtbevölkerung gegenüber gestellt. Danach liegen Länder mit einem hohen Pro-Kopf-Einkommen wie z.B. Schweden, Finnland, die Niederlande und Deutschland auch in der Nutzung von Online-Banking deutlich vor Ländern wie Spanien und Italien, die ein niedrigeres Bruttosozialprodukt pro Kopf aufweisen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 327 Abb. 319 Mit zunehmendem Pro-Kopf-Einkommen steigt auch die Nutzung von Online-Banking Europa: Online-Banking-Penetration in Prozent der Bevölkerung und Pro-Kopf-Einkommen in US-Dollar 2002 Pro-Kopf-Einkommen in US-Dollar 35000 30000 25000 20000 15000 10000 5000 0 0 5 10 15 20 25 30 35 Online-BankingPenetration in Prozent Forrester/DB Research: E-Banking Snapshot, Dezember 2003 Datamonitor Forrester Einer Datamonitor-Studie vom März 2003 zufolge betreiben mittlerweile 60 Millionen Europäer Online-Banking. Im Jahr 2000 waren es noch 23 Millionen. Für das Jahr 2007 prognostiziert Datamonitor eine Steigerung auf ca. 84 Millionen Nutzer. Großbritannien und Deutschland sind Datamonitor zufolge die größten Märkte für Internet-basierte Finanzdienstleistungen. Betrachtet man nicht die absolute Anzahl der Nutzer, sondern die Verbreitung des OnlineBanking, also den Anteil der Online-Banking-Nutzer relativ zur Gesamtbevölkerung, so liegen die skandinavischen Länder, insbesondere Schweden und Finnland, mit einem Anteil von über 40 Prozent vorn. Das Marktforschungsinstitut Forrester geht wie Datamonitor für das Jahr 2003 ebenfalls von 60 Millionen Online-Bankern aus. Den Prognosen zufolge soll sich diese Zahl bis zum Jahr 2007 auf 130 Millionen mehr als verdoppeln. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21 Prozent. Eine Verlangsamung dieser Wachstumsraten im Vergleich zu den Vorjahren rührt vor allem von der mittlerweile hohen Penetrationsrate in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und vor allem den skandinavischen Ländern her. Im europäischen Durchschnitt führt mittlerweile knapp jeder Fünfte über 18 Jahren seine Bankgeschäfte online durch. Nach wie vor liegt aber ein deutliches Nord-Süd-Gefälle vor: Während insbesondere in Schweden und Finnland, aber auch in Großbritannien und Deutschland OnlineBanking mittlerweile sehr populär ist, liegen die südeuropäischen Länder der Forrester-Studie zufolge am unteren Ende der Nutzungsstatistiken. So betreiben in Italien mit 4,8 Millionen Nutzern nur rund zehn Prozent der Bevölkerung über 18 Jahren Online-Banking, während der Wert mit lediglich 500.000 Online-Bankkunden in Griechenland noch darunter liegt. Entsprechend hoch sind auf der anderen Seite in diesen Ländern die Wachstumsraten, in Italien beispielsweise 88 Prozent innerhalb des letzten Jahres. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 328 Online vs. offline Betrachtet man nur die Gruppe der Internet-Nutzer in diesen Ländern, ergibt sich ein ähnliches Bild: Während der Forrester-Studie zufolge rund 60 Prozent der Internet-Nutzer in den nordischen Ländern und den Niederlanden Online-Banking nutzen, sind es in Italien und Griechenland erst rund ein Drittel. TNS Infratest befragte in einer Umfrage vom Oktober 2003 Deutsche, Holländer und Briten nach ihren bevorzugten Zugangswegen für die Erledigung ihrer Bankgeschäfte. Hier traten deutliche Unterschiede in den Präferenzen der einzelnen Nationalitäten hervor: Während Deutsche und Briten mit 48 resp. 42 Prozent am liebsten eine Bankfiliale besuchten, treten die Niederländer am liebsten über das Internet mit ihrer Bank in Verbindung. Abb. 320 Deutsche und Briten besuchen für Bankgeschäfte am liebsten die Filiale, Holländer nutzen das Internet Europa: Bevorzugte Abwicklung von Bankgeschäften in ausgewählten Ländern in Prozent der Befragten* 2003 42 Durch Besuch der Filiale 24 48 Durch Nutzung von Bankautomaten für Geldauszahlung und Kontoausdruck 27 31 30 14 17 15 Online über den PC / Internet 32 Per Telefon 9 4 NFO Infratest, Oktober 2003 * Deutsche, holländische und britische Bevölkerung ab 18 Jahre Anmerkung: Fehlende Werte zu 100%: weiß nicht, keine Angabe Altersverteilung War das Internet bisher eher eine Domäne der jüngeren Generationen, so werden sich in der Zukunft zunehmend auch ältere Jahrgänge dem Netz zuwenden. Der Begriff "Silver Surfer", anspielend auf die grauen Schläfen der älteren Internet-Nutzer, beschreibt diese Entwicklung. Doch nicht nur das Internet allgemein wird zunehmend von Älteren genutzt, auch die Möglichkeiten des Online-Banking entdeckt diese Altersgruppe immer stärker für sich. Einer Studie von Jupiter Research aus dem Jahr 2002 zufolge wird sich der Anteil der 45- bis 64-Jährigen an den Online-Banking-Nutzern von 23,8 Prozent im Jahr 2002 auf knapp 30 Prozent im Jahr 2007 erhöhen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 329 Abb. 321 Auch ältere Menschen nutzen zunehmend das Internet für die Abwicklungen von Finanzgeschäften Europa: Online-Banking-Nutzer nach Altersgruppen in Prozent 2002-2007 7,9 15,9 8,2 16,7 8,7 17,3 9,3 17,8 10,1 18,2 10,8 18,6 31,9 30,9 29,9 29 27,9 26,7 28,6 13,2 2002 15-24 Jahre 27,7 13,8 2003 25-34 Jahre 26,8 14,4 2004 35-44 Jahre 25,8 15,0 2005 45-54 Jahre 24,6 15,8 2006 55-64 Jahre 23,6 16,6 2007 65+ Jahre Jupiter Research, 2002 Produkte Untersucht man die Art der Produkte und Dienstleistungen, die von den Online-Banking-Nutzern in Anspruch genommen werden, so kann mit wenigen Ausnahmen gesagt werden, dass relativ einfach strukturierte Produkte wie Überweisungen und Aktienkäufe gut angenommen werden, komplexere Produkte dafür kaum. Einer Studie von Forrester Research aus dem Jahr 2003 zufolge werden Produkte wie Hypothekarkredite, Konsumentenkredite und Lebensversicherungen so gut wie nie online abgeschlossen. Abb. 322 Komplexere Finanzprodukte werden bislang kaum online nachgefragt Europa: Im Internet gekaufte Finanzprodukte in Prozent der befragten Internet-Nutzer 2002 Produkt Spanien Schweden Italien Hypothekarkredite Konsumentenkredite Kreditkarten Girokonto Sparkonto Aktien Investmentfonds Pensionsfonds Lebensversicherung Kfz-Versicherung Andere Versicherung Großbritannien 1 3 6 2 4 1 1 0 1 8 5 Frankreich 0 1 0 1 1 3 1 0 0 0 Deutschland 1 1 1 2 2 4 2 0 0 3 1 0 0 1 2 3 2 1 0 0 2 0 1 1 1 1 2 6 5 1 0 2 2 0 0 1 2 3 1 0 0 3 0 Niederlande 0 1 1 2 5 2 1 0 0 2 3 Mehrfachnennungen möglich Forrester Research, 2003 Dies soll sich einer Pressenotiz von Forrester Research vom Oktober 2003 allerdings in den nächsten Jahren ändern, zumindest für den von Forrester untersuchten Bereich der Hypothekarkredite. Für dieses Finanzprodukt rechnen die Marktforscher mit 1,6 Millionen Darlehensverträgen mit einem Gesamtwert von geschätzten 230 Milliarden EUR, die im Jahr 2008 in Europa online abgeschlossen werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 wird von rund 495.000 online abgeschlossenen Verträgen ausgegangen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 330 Mobile Banking Treibende Kraft hinter diesem Wachstum sind laut Forrester Research in erster Linie die skandinavischen Länder, die bei der Internet-Nutzung in vielen Bereichen führend und den neuen Möglichkeiten, die sich im Netz bieten, in besonderem Maße aufgeschlossen sind, sowie Großbritannien, das sich durch eine hohe Eigenheimquote auszeichnet und traditionell ein höheres Volumen an Hypothekendarlehen aufweist. Forrester geht davon aus, dass der britische Markt für OnlineImmobiliendarlehen (nach der Anzahl der online abgeschlossenen Verträge) im Jahr 2008 rund doppelt so groß sein wird wie der deutsche. In Norwegen, Schweden und Finnland beträgt der Anteil der über das Internet abgeschlossenen Verträge bereits heute über 10 Prozent. Mobiltelefone haben es nach Aussage der DB Research nicht geschafft, sich als Zugangsmöglichkeit für Bankgeschäfte zu etablieren (E-Banking Snapshot September 2003). Allenfalls für aktuelle News und Benachrichtigungen (Alert-Services), nicht aber für komplexere Anwendungen werden Mobiltelefone üblicherweise bei Bankgeschäften genutzt. Daran wird nach Ansicht der DB Research auch die Einführung der nächsten Mobilfunk-Generation wenig ändern, da höhere Übertragungsraten allein immer noch kein ausreichender Grund und Anreiz für Mobile Banking darstellen. Einer Umfrage von Forrester Research aus dem Jahr 2003 zufolge gaben nur rund zwei Prozent der Befragten aus verschiedenen europäischen Ländern an, über ein Mobiltelefon Bankgeschäfte erledigt zu haben (Basis: Gesamtbevölkerung). Danach befragt, welche Finanztransaktionen sie denn über ihr Mobiltelefon durchführen würden, gab mit rund 70 Prozent die überwältigende Mehrheit der Handybesitzer an, keinerlei Finanztransaktionen über ihr Mobiltelefon ausführen zu wollen. Rund 18 Prozent können sich immerhin vorstellen, Parktickets mobil zu bezahlen, und gut 15 Prozent würden Eintrittskarten für Veranstaltungen und Konzerte mit ihrem Mobiltelefon bezahlen. Die Marktforscher von IDC gehen in ihrer jüngsten Trendberechnung zum Thema Mobile Banking (Mai 2003) davon aus, dass sich der Anteil der Europäer, die Mobiltelefone für ihre Finanzgeschäfte nutzen, bis zum Jahr 2007 auf 4,6 Prozent erhöhen wird. Vor 2006 oder 2007 wird aber nicht mit einem signifikanten Wachstum gerechnet ­ in den ersten Jahren nach Einführung dieser neuen Technologie gehen die Marktforscher nur von verhaltenem Zuspruch der Nutzer aus. In diesem Trend unterscheiden sich die einzelnen europäischen Länder laut IDC auch nur wenig. Etwas optimistischer sind die Marktforscher von Datamonitor, die für das Jahr 2004 bereits von 14 Millionen Bankkunden in Europa ausgehen, die ihre Finanzgeschäfte über ihr WAP-Handy durchführen. Auch Datamonitor geht aber davon aus, dass das Mobiltelefon in erster Linie für simple Finanztransaktionen genutzt wird und komplexere Produkte und Dienstleistungen weiterhin über das Internet oder die Bankfiliale abgewickelt werden: "Mobile banking will be to Internet banking what the atm [Geldautomat] is to the branch today", so Adam Hill von Datamonitor. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 331 6.9.3 Online-Banking in Deutschland Online-Banking Deutschland Die Popularität von Online-Banking nimmt auch in Deutschland beständig zu. Lag die Zahl der online geführten Konten in Deutschland im Jahr 2000 noch bei 15,1 Millionen, so hat sich diese Zahl nach der aktuellsten Studie des Bundesverbands deutscher Banken knapp verdoppelt und liegt Ende 2002 bei 29,7 Millionen. Abb. 323 Die Zahl der Online-Konten in Deutschland hat sich in den letzten Jahren mehr als vervierfacht Deutschland: Zahl der online geführten Konten nach Bankengruppen in Prozent und gesamt in Millionen 1998-2002 7,0 Mio. 8,0 18,7 10,2 Mio. 6,5 19,7 30,5 15,1 Mio. 7,3 15,9 27,8 19,7 Mio. 6,6 17,7 29,9 29,7 Mio. 16,2 37,6 4,5 35,9 43,3 49,1 37,4 45,8 41,8 1998 Banken 1999 Sparkassen 2000 2001 2002 Volks- und Raiffeisenbanken Postbank Bundesverband deutscher Banken, Juli 2003 Insbesondere die Sparkassen konnten in den letzten Jahren deutliche Marktanteile hinzugewinnen und führen mittlerweile rund 38 Prozent der Online-Konten in Deutschland. Marktführer sind aber nach wie vor die privaten Banken, zu denen auch die deutschen Großbanken wie Deutsche Bank und Dresdner Bank zählen: Mit 12,4 Millionen geführten Online-Konten und einem Marktanteil von knapp 42 Prozent liegen sie weiterhin an der Spitze. Abb. 324 Rund 80% aller Online-Konten in Deutschland werden bei privaten Banken oder Sparkassen geführt Deutschland: Verteilung der Online-Konten nach Bankengruppen in Prozent 2002 Volks- und Raiffeisenbanken 16,2% (4,8 Mio.) Postbank 4,5% (1,3 Mio.) Private Banken 41,8% (12,4 Mio.) Sparkassen 37,6% (11,1 Mio.) Bundesverband deutscher Banken, Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 332 Ausblick Zahl der Nutzer Die Popularität des E-Banking wird weiter zunehmen. Den Marktforschern von IDC zufolge wird Online-Banking in Deutschland zwischen 2002 und 2007 im Durchschnitt um elf Prozent jährlich wachsen (ausgehend von der Zahl der Online-Konten), von gut 20 Millionen im Jahr 2002 auf prognostizierte 32,6 Millionen im Jahr 2007. Allerdings trete in den Jahren 2006 und 2007 eine deutliche Verlangsamung des Wachstums ein, was in einer einsetzenden Marktsättigung begründet ist, so die Einschätzung von IDC. Maßgeblich getrieben wird dieses Wachstum zum einen von der nach wie vor steigenden Verbreitung und Nutzung des Internet, zum anderen aber auch von der zunehmenden Auswahl an Finanzprodukten, die online verwaltet werden können. Zum steigenden Erfolg des Online-Banking trägt nach Ansicht von IDC nicht zuletzt auch die sich verändernde Aktienkultur in Deutschland bei, d.h. die Bereitschaft der Menschen, über die traditionellen Sparformen hinaus auch Aktien und andere handelbare Wertpapiere in ihre Vermögensplanung mit einzubeziehen. Hervorzuheben ist der Studie zufolge aber, dass die Internet-Angebote der Banken die traditionellen Vertriebswege wie die persönliche Finanzberatung oder den Besuch in der Filiale nicht ersetzen, sondern diese ergänzen. Die jüngste Erhebungswelle der Allensbacher Computer- und TechnikAnalyse (ACTA 2003) ergab, dass 12,9 Millionen Deutsche die Möglichkeiten des Online-Banking nutzen. Dies entspricht einem Anteil von 25,4 Prozent an der Bevölkerung. Die Vorjahresuntersuchung vom November 2002 kam demgegenüber noch auf einen Wert von 20,1 Prozent oder 10,2 Millionen Nutzer. Befragt wurden für diese Untersuchung 10.424 Personen zwischen 14 und 64 Jahren im Zeitraum Januar ­ August 2003. Eine Studie von Forrester Research aus dem Jahr 2002 spricht von 16 Millionen Personen, die derzeit in Deutschland Internet-Banking betreiben. Forrester erwartet zum Jahr 2005 eine Steigerung auf 32 Millionen OnlineBanker, dies würde 70% der gesamten deutschen Internet-User entsprechen. Damit werde Deutschland mit der Zahl der virtuellen Bankkunden auf Platz eins vor Großbritannien (17 Millionen in 2005) und Italien (knapp 14 Millionen) liegen. Zu etwas niedrigeren Zahlen kommt eine Studie der TNS Infratest Finanzforschung. So hat sich der Anteil derjenigen Bundesbürger, die ihre Bankgeschäfte auch online abwickeln, innerhalb der letzten 12 Monate um fast 40 Prozent erhöht. Aktuell nutzen bereits rund 9 Millionen Deutsche die Möglichkeiten des Online-Banking. Online-Banking erfreut sich dieser Untersuchung zufolge aber nicht nur einer stetig wachsenden Nutzerschaft, sondern auch einer zunehmenden Akzeptanz bei den Kunden. Mittlerweile können sich bereits 75 Prozent aller Online-Banking-Nutzer vorstellen, ihre Bankgeschäfte künftig ausschließlich online abzuwickeln. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 333 Die wachsende Akzeptanz des Internets für die Abwicklung von Bankgeschäften zeigt sich auch in einem größeren Interesse der Kunden an der Online-Nutzung von komplexeren Finanzprodukten: So ist beispielsweise die Zahl derjenigen Online-Nutzer, die sich prinzipiell vorstellen können, Bausparverträge online abzuschließen bereits auf deutlich über 6 Millionen angewachsen. Die Banken seien gut beraten, so die Finanzforscher von TNS Infratest, sich nicht durch das angebliche Ende eines Internet-Hype beeindrucken zu lassen und das Wachstum des Marktes für Online-Banking zu unterschätzen. Wie in der Offline-Welt, muss das Marketing der Banken auch den Anforderungen ihrer Kunden in der Online-Welt dauerhaft gerecht werden. Betrachtet man nicht die Gesamtbevölkerung, sondern nur den Teil der Deutschen, die auch einen Internet-Zugang besitzen, so nutzten zuletzt mehr als die Hälfte der deutschen Internet-Nutzer (52%) das Internet für Bankgeschäfte (Stand 4. Quartal 2003). Dies entspricht einem deutlichen Anstieg von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Dies geht aus den aktuellen Internet-Strukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen hervor. Befragt wurden für diese Untersuchung 3.736 Personen über 18 Jahre in Deutschland. Rund elf Prozent nutzen das Internet der Studie zufolge auch für Wertpapiergeschäfte Versicherungsgeschäfte. (Online-Brokerage), zwölf Prozent für Unterschiede bei den Nutzerzahlen Wie oben gesehen differieren die Angaben zur Zahl der Online-BankingKunden teilweise zwischen den einzelnen Marktforschungsinstituten. Die unterschiedlichen Angaben lassen sich zum einen durch die unterschiedlichen Grundgesamtheiten erklären: Die ACTA beispielsweise bezieht sich auf die Bevölkerung im Alter zwischen 14 bis 64 Jahren, während die Marktforschungsinstitute von IDC, TNS, Forrester etc. sich, wenn nicht anders angegeben, auf die Gesamtbevölkerung beziehen. Zum anderen können die Angaben aufgrund der Tatsache differieren, dass die Ansprüche an das Kriterium "Nutzer von Online-BankingDienstleistungen" je nach Marktforschungsinstitut unterschiedlich hoch sind: Während die eine Studie eine Nutzung von Online-BankingDienstleistungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (z.B. innerhalb der letzten vier Wochen) verlangt, reicht es bei anderen Studien, überhaupt jemals eine Online-Banking-Transaktion durchgeführt zu haben, um in der Berechnung erfasst zu werden. Wie sich das Verhältnis von Nutzungswunsch und Nutzungswirklichkeit bei Online-Banking und Online-Brokerage entwickelt, untersucht die von Fittkau & Maaß herausgegebene W3B-Studie "Banking & Broking im Internet", die mittlerweile in der 16. Auflage vorliegt. W3B Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 334 Die Internet-Nutzerzahlen steigen weiter ­ und das Potenzial für die Nutzung von Online-Banking im privaten Bereich ist noch lange nicht ausgeschöpft, so das Ergebnis der aktuellen W3B-Studie vom Frühjahr 2003. Seit Herbst 2001 ist der Anteil der Nutzer mit grundsätzlichem Interesse am Online-Banking stetig von 67 Prozent auf mittlerweile über 75 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs der Anteil der tatsächlichen Nutzer des Online-Banking von 57 Prozent auf knapp 67 Prozent. Abb. 325 Sowohl das Interesse als auch die Nutzung von Online-Banking-Diensten steigen seit Jahren kontinuierlich an Deutschland: Tatsächliche Nutzung und Nutzungsinteresse von privatem Online-Banking in Prozent der Internet-Nutzer 2000-2003 Nutzungsinteresse Tatsächliche Nutzung 75,2 75,4 71,8 69,6 71,1 67,2 66,9 61,7 62,2 56,9 54,7 54,1 Herbst '00 Frühjahr '01 Herbst '01 Frühjahr '02 Herbst '02 Frühjahr '03 Fittkau & Maaß: ,,WWW-Benutzer Analyse W3B", Juli 2003 Auch nach den Gründen für die Nutzung von Online-Banking wurde in der Untersuchung gefragt. Die von den Kunden wahrgenommenen Vorteile sind demnach vielfältig. Die meisten Anwender überzeugt die Möglichkeit, ihre Bankgeschäfte jederzeit erledigen zu können (93%). Als attraktiv werden auch die Zeitersparnis (88%) und die Ortsunabhängigkeit (75%) empfunden. Abb. 326 Zeitvorteile und Ortsunabhängigkeit sind die maßgeblichen Faktoren, die für Online-Banking sprechen Deutschland: Gründe für die Nutzung von Online-Finanzdienstleistungen in Prozent der Online-Banking- und Online-Brokerage-Nutzer 2003 Weil es jederzeit möglich ist Weil es zeitsparend ist Weil es ortsunabhängig ist Weil es kostengünstig ist Weil es sicher ist Weil es anonym ist Anderer Grund 93,3 88,2 74,6 55,9 17,6 9,8 1,9 Fittkau & Maaß: ,,WWW-Benutzer Analyse W3B", Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 335 Demographie der Nutzer Abb. 327 Die privaten Online-Banker stellen der Studie zufolge ganz spezielle Anforderungen an Finanzdienste im Internet: Neben der Sicherheit persönlicher Daten (63%) werden vor allem detaillierte Informationen und günstigere Gebühren als in der Filiale von mehr als der Hälfte der Nutzer erwartet. Gleichzeitig möchten 44 Prozent der Nutzer online individuell beraten werden. Betrachtet man die demographischen Eigenschaften der Nutzer von elektronischen Finanzdienstleistungen, so sieht man, dass deutlich mehr Männer als Frauen die Möglichkeiten des Online-Banking nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt die bereits erwähnte Studie ACTA 2003. Danach sind 61 Prozent der 12,9 Millionen Online-Banking-Nutzer männlich und lediglich 39 Prozent weiblichen Geschlechts. Auch bei der Schul- und Berufsausbildung folgen die demographischen Merkmale der Online-Banking-Nutzer denen des durchschnittlichen Internet-Nutzers. So nutzen nur 24 Prozent aller Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss das Internet für Finanzdienstleistungen, während 38 Prozent aller Personen mit Hochschulreife von dieser Möglichkeit profitieren. Die Mehrzahl der Online-Banking-Nutzer ist männlich, jung und hat eine höhere Schulbildung Deutschland: Online-Banking-Nutzer nach Geschlecht, Alter und Schulbildung in Prozent 2003 Online-Banking-Nutzer nach Geschlecht 61 39 Online-Banking-Nutzer nach Alter 31 20 25 14 5 5 Männer Frauen 14-19 J. 20-29 J. 30-39 J. 40-49 J. 50-59 J. 60-64 J. Online-Banking-Nutzer nach Schulbildung 39 20 17 21 4 Volks-/Hauptschule ohne Berufsausbildung Volks-/Hauptschule mit Berufsausbildung Höhere Schule ohne Abitur Abitur ohne Studium Abgeschlossenes Studium Institut für Demoskopie Allensbach, ACTA, August 2003 Dass das Internet von Personen mit höherem Einkommen auch in höherem Grad genutzt wird, gilt sowohl allgemein als auch für die Nutzung von Finanzdienstleistungen im Internet. Mehr als 65 Prozent der Deutschen, die Online-Banking nutzen, verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 2.000 EUR. Wer mit wenig auskommen muss, begibt sich seltener ins Netz: Nur gut fünf Prozent der Online-Banker kommen aus der Einkommensschicht bis zu 1.000 EUR Haushaltsnettoeinkommen. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 336 Abb. 328 Online-Banking wird überwiegend in den höheren Einkommensklassen betrieben Deutschland: Nutzer von Online-Banking nach Haushaltsnettoeinkommen in Prozent 2003 unter 1.000 EUR 1.000-1.999 EUR 2.000-2.999 EUR 3.000-3.999 EUR 4.000-4.999 EUR über 5.000 EUR 5,4 29,3 29,4 19,9 7,3 8,7 Institut für Demoskopie Allensbach: "ACTA", 2003 Online-Banking bei Jugendlichen Nach einer Umfrage des Bundesverbands deutscher Banken (BdBJugendstudie 05/2003) verfügen 77 Prozent aller 14- bis 24-Jährigen über einen Internet-Zugang. 35 Prozent dieser Jugendlichen erledigen ihre Bankgeschäfte der Studie zufolge bereits online. Mit zunehmendem Alter steigt erwartungsgemäß auch die Zahl derer, die Online-Banking betreiben: Während nur 12 Prozent der 14- bis 17Jährigen ihre Bankgeschäfte elektronisch abwickeln, sind dies in der Gruppe der 21- bis 24-Jährigen bereits 58 Prozent. Abb. 329 35% aller Jungendlichen und jungen Erwachsenen mit Internet-Zugang erledigen ihre Bankgeschäfte online Deutschland: Nutzung von Online-Banking bei jugendlichen Internet-Nutzern* in Prozent Mai 2003 58 35 37 39 31 12 16 Befragte gesamt 14-17 Jahre 18-20 Jahre 21-24 Jahre Hauptschule Mittlere Reife Hochschulreife * 14-24 Jahre n = 574 Bundesverband deutscher Banken/ipos: BdB-Jugendstudie, Mai 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 337 Deutliche Unterschiede gibt es auch bei der Analyse der jugendlichen "Online-Banker" nach Grad der Bildung: Während nur 16 Prozent der Hauptschüler Online-Banking betreiben, so sind es bei den Gymnasiasten 39 Prozent. Auffällig ist zudem eine starke geschlechtsspezifische Affinität zum Online-Banking: 42 Prozent der männlichen Internet-Nutzer, aber nur 27 Prozent der weiblichen nutzen die Möglichkeiten des E-Banking. Die reine Internet-Nutzung differiert dagegen nur wenig: so besitzen nach Angaben der Befragten 79 Prozent der männlichen und 74 Prozent der weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Internet-Zugang. Wird die Gruppe der 14- bis 24-Jährigen danach befragt, wie wichtig ihnen ein gutes Online-Angebot der Bank ist, so geben mehr als die Hälfte (52%) an, dies sei ihnen weniger (37%) oder überhaupt nicht wichtig (15%). Eine weitere Erkenntnis der Studie: Jugendliche und junge Erwachsene halten Online-Finanztransaktionen für sicherer als die Erwachsenen insgesamt. Unter den Befragten zwischen 14 und 24 Jahren bezeichneten 50 Prozent das Online-Banking als sehr sicher oder sicher. Damit haben die Sicherheitsbedenken im Vergleich zu früheren Studien deutlich abgenommen. Im September 2002 lag die Quote derer, die OnlineBanking für sehr sicher oder sicher halten, noch um fünf Prozentpunkte unter dem heutigen Wert, im Juli 1998 sogar um 19 Prozentpunkte. Auch diese Untersuchung bestätigt, dass das Sicherheitsempfinden stark von der eigenen Nutzung des Internet beziehungsweise des OnlineBanking abhängt. Je weniger eigene Erfahrungen vorliegen, desto höher sind die Sicherheitsbedenken. Während von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die keinen Internet-Zugang haben, 51 Prozent Sicherheitsbedenken äußern, reduziert sich dieser Anteil in der Gruppe der jugendlichen Internet-Nutzer auf 39 Prozent. Und bei den Befragten, die ihre Finanzgeschäfte bereits im Internet abwickeln, haben nur noch 17 Prozent solche Befürchtungen. Abb. 330 Mehr als die Hälfte aller jungen Internet-Nutzer hält Online-Banking für (sehr) sicher Deutschland: Sicherheit des Online-Banking aus Sicht der 14- bis 24jährigen Mai 2003 "Online-Banker" 83 14 3 1 Internet-Nutzer 55 32 7 7 kein Internet-Nutzer 36 43 8 14 Jugendliche gesamt 50 35 7 8 (sehr) sicher nicht so sicher überhaupt nicht sicher weiß nicht Bundesverband deutscher Banken/ipos: BdB-Jugendstudie, Mai 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 338 Zustimmung zu Online-Banking Abb. 331 Dienstleistungen im Bankgeschäft werden zunehmend elektronisch abgewickelt. Einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken zufolge schätzen nicht nur junge Leute, sondern auch zunehmend Senioren die moderne Technik. Immerhin fast jeder Zweite, der 60 Jahre oder älter ist, bewertet diese Entwicklung positiv. Bei jungen Leuten steigt die Zustimmungsrate auf 72 Prozent. Die Zustimmung zu Online-Banking sinkt mit zunehmendem Alter der Befragten Deutschland: Bankkunden, die die zunehmende elektronische Abwicklung von Bankdienstleistungen für gut befinden, nach Altergruppen in Prozent 2002 Bis 29 Jahre 72 Bis 39 Jahre 72 Bis 49 Jahre 60 Bis 59 Jahre 51 60 Jahre und älter 45 Bundesverband deutscher Banken/ipos, März 2003 Ansprüche der Nutzer . Mit der zunehmenden Etablierung des Online-Banking sind auch die Anforderungen der Kunden weiter gestiegen. Die Sicherheit der Datenübertragung, detaillierte Informationen sowie günstige Gebühren stehen an erster Stelle. Dabei zeigen sich die aktiven Nutzer von OnlineBanking anspruchsvoller als die durchschnittlichen Internet-Nutzer. 66,3 Prozent der aktiven Nutzer hegen den Anspruch auf niedrigere Gebühren bei Online-Banktransaktionen. Dieser Wert fällt bei den Internet-Nutzern mit 53,6 Prozent deutlich niedriger aus. Weiterhin ergibt die W3B-Studie von Fittkau & Maaß, dass ein persönlicher gleichbleibender Ansprechpartner nur für 28,4 Prozent der befragten Internetnutzer wichtig ist. Somit können fast zwei Drittel auf diesen Service verzichten. Die persönliche Beratung per Email ist für viele Nutzer ausreichend. 51,4 Prozent der Online-Banking-Nutzer und 43,6 Prozent der Internet-Nutzer gaben an, dass sie die individuelle Beratung per E-Mail befürworten. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 339 Abb. 332 Aktive Online-Banker sind anspruchsvoller als durchschnittliche Nutzer Deutschland: Anforderungen an Finanzdienstleister im Internet in Prozent 2003 Internet-Nutzer gesamt 59,3 55,1 53,6 47,0 44,6 43,6 41,2 33,0 32,1 28,4 Sicherheit der Datenübertragung Detaillierte Informationen über Finanzdienstleistungen Günstigere Gebühren (z. B. für Kontoführung) als ,,offline" Automatische Berechnung (z. B. von Preisen, Renditen) Günstigere Preise/Angebote als außerhalb des Internet Individuelle Beratung bei Bedarf (z. B. per E-Mail) Anbieter ist (auch außerhalb des Internet) bekannt Informationen über Anbieter selbst Grafische Darstellungen, Tabellen (z. B. Kursentwicklungen) Ein persönlicher, gleichbleibender Ansprechpartner Nutzer privates Online-Banking 69,8 64,2 66,3 55,1 53,7 51,4 48,9 38,0 38,1 30,4 Fittkau & Maaß: ,,WWW-Benutzer Analyse W3B", 2003 Die Produkte Die Studie untersuchte weiterhin, welche der verschiedenen OnlineBanking-Produkte auf besonderes Interesse stoßen und für welche auf der anderen Seite wenig Bedarf besteht. Demnach gilt das Interesse der (potenziellen) Kunden neben der Online-Kontoführung vor allem dem Abschluss von Versicherungen via Internet sowie dem Online-Handel mit Aktien und Fonds. Bei vielen Produkten klafft allerdings eine mehr oder weniger große Lücke zwischen Nutzungswunsch und ­wirklichkeit. Lediglich bei der Kontoführung via Internet führen 89 Prozent der Personen, die an einer (privaten) Online-Kontoführung interessiert sind, das Konto auch bereits online. Abb. 333 Der Nutzungswunsch von Online-Finanzdienstleistungen ist höher als die tatsächliche Nutzung Deutschland: Tatsächliche Nutzung und Nutzungswunsch von Online-Finanzdienstleistungen in Prozent der Internet-Nutzer 2002 Online-Banking/-Kontoführung (privat) Online-Kauf/Verkauf von Aktien Online-Banking/-Kontoführung (geschäftl./berufl.) Online-Kauf/Verkauf von Fonds Online-Abschluß von Versicherungen Online-Kauf/Verkauf von Optionen, Zertifikaten Intra-Day-Trading via Internet Online-Kauf/Verkauf von Rentenwerten Aufnahme von Krediten via Internet Online-Abschluß von Bausparverträgen Online-Abschluß von Immobilien-/Baufinanzierungen 61,7 69,6 16,7 14,5 9,7 7,0 8,9 7,9 10,5 10,3 28,5 3,5 2,8 2,5 1,5 0,4 0,4 19,9 23,3 44,9 Tatsächliche Nutzung Nutzungswunsch 5,3 4,8 Fittkau & Maaß: ,,WWW-Benutzer Analyse W3B", 2002 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 340 Internet-Banking ist beliebt ­ zu diesem Schluss kommt auch eine Trendumfrage von Mummert Consulting und Inworks. Der Studie zufolge stehen Dienste wie Überweisungen und Kontoverwaltung in der Gunst der Internet-Nutzer ganz oben. Beide belegen im Ranking der meistgenutzten Online-Banking-Funktionen mit 86 und 82 Prozent die Plätze eins und zwei, dicht gefolgt von den Daueraufträgen mit 70 Prozent. Die restlichen Anwendungen scheinen weniger interessant: Nur zwei von fünf Internet-Banking-Nutzern verwalten ihre Depots über das Netz. Abgeschlagen auch der Online-Wertpapierhandel, den lediglich 33 Prozent der Internet-Surfer nutzen. Die gewinnträchtige Finanz- und Anlageberatung spielt im Internet kaum eine Rolle: Nur ein Viertel der Kunden lässt sich digital betreuen. 16 Prozent der 782 Befragten führen gar kein Webkonto. Ihre Hauptargumente für den Gang in die Bankfiliale: Sicherheitsbedenken und benutzerunfreundliche Internet-Seiten der Kreditinstitute. Der persönliche Kontakt ist für die Bankkunden beim Abwickeln von Überweisungen oder beim Einrichten von Daueraufträgen relativ unwichtig: Ihn würden nur 12 Prozent der E-Banking-Verweigerer vermissen. Nach dem Blick auf die Wünsche und Nutzungsgewohnheiten der Anwender von Online-Banking stellt sich nun die Frage, welche der gewünschten Dienste die Banken tatsächlich derzeit anbieten. Einer Studie von IDC zufolge ist die zur Verfügungstellung von Detailinformationen zu Produkten und Services am weitesten verbreitet: Fast alle der analysierten Banken (95%) bieten diesen Service auf ihrer Internetpräsenz an. Abb. 334 Webbanking wird vielseitiger Deutschland: Onlineangebot von Banken in Prozent 2002 Detailinformationen über Produkte und Services Kundenservice online Portale Kundenservice mit integriertem Callcenter Bestellung online Spezieller Content für registrierte Besucher Bezahlung online 95 85 79 68 58 45 42 Mehrfachnennungen möglich IDC, März 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 341 Zufriedenheit Vor allem die Erreichbarkeit ihrer virtuellen Bankfiliale per E-Mail oder Telefon könnte nach Ansicht vieler Kunden deutlich besser sein. Das gilt auch für die Onlineunterstützung bei technischen Problemen und Fragestellungen zum Online-Banking, so die Ergebnisse einer Untersuchung der TNS Infratest Finanzforschung. Mit der sicheren und unkomplizierten Abwicklung des Zahlungsverkehrs über das Internet waren dagegen 80 Prozent der Befragten zufrieden. Eine Studie der Meta Group bestätigt diese Kritik. Das Marktforschungsunternehmen hatte im Jahr 2003 120 deutschsprachige Internet-Auftritte untersucht und festgestellt: 38 Prozent der Banken beantworten eine E-Mail überhaupt nicht. Auch waren über 20 Prozent der Websites innerhalb von 48 Stunden mindestens einmal nicht erreichbar. Lässt sich also insgesamt feststellen, dass Online-Banking beliebt ist und in zunehmendem Maße genutzt wird, so gilt dies auch für das OnlineBroking, wenn auch zur Zeit noch auf niedrigerem Niveau. Nach einer Studie der TNS Infratest Finanzforschung vom Juni 2003 beläuft sich die Zahl der Bundesbürger, die ihre Wertpapiergeschäfte über das Internet erledigen, auf mittlerweile zwei Millionen. Die Internet-Strukturdaten der Forschungsgruppe Wahlen gehen davon aus, dass derzeit rund elf Prozent der Personen, die einen InternetZugang haben, ihre Wertpapiergeschäfte online durchführen. Dass sich dieser Wert in den vergangenen zwei Jahren nicht erhöht hat, wird lediglich auf die Wirtschaftsschwäche in vielen Ländern, dem Einbruch der Börsenkurse und den schlechten Erfahrungen, die viele Privatanleger in der Vergangenheit mit dem Wertpapierhandel gemacht haben, zurückgeführt. Im ersten Quartal 2001, zu den Hochzeiten des Börsenbooms, lag dieser Wert noch bei 19 Prozent. Im Rahmen der Allensbacher Computer- und TelekommunikationsAnalyse ACTA (2003) wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie in Zukunft Aktien über das Internet kaufen würden. Von den Befragten, die bereits das Internet nutzen, gaben 23 Prozent an, das Internet für diese Zwecke nutzen zu wollen. Weitere 17 Prozent waren unentschieden. Interessant ist auch hier die Analyse nach Geschlecht: Sagen knapp 30 Prozent der männlichen Internetnutzer, dass sie Aktien über das Internet kaufen würden, so sagen dies nur gut die Hälfte der Frauen. Online Brokerage Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 342 Abb. 335 Knapp doppelt so viele Männer wie Frauen würden Aktien über das Internet kaufen Deutschland: Kauf von Aktien über das Internet in Prozent der Internet-Nutzer 2003 Männer Frauen 68,0 59,8 Gesamt 53,3 29,5 23,3 15,7 17,3 16,4 16,9 Würde über das Internet kaufen Käme nicht in Frage Unentschieden Institut für Demoskopie Allensbach: "ACTA", 2003 Aufwärts gehen soll es, so die einhellige Meinung der Analysten und Marktforscher, nicht nur mit dem Online-Banking allgemein, sondern auch mit dem Online-Broking, der Wertpapierverwaltung und dem Wertpapierhandel über das Internet. IDC beispielsweise geht von einer annähernden Verdopplung der Anzahl der online geführten Wertpapierkonten in Deutschland von 2,7 Millionen (2002) auf 4,8 Millionen im Jahr 2007 aus. Dieses Wachstum sei, wie oben bereits vermerkt, maßgeblich getrieben von der steigenden Verbreitung und Nutzung des Internet, der zunehmenden Auswahl an online verfügbaren Finanzprodukten und der sich verändernden Aktienkultur in Deutschland. Maßgeblichen Einfluss auf den letzten Punkt hat nach Ansicht von IDC insbesondere die derzeit in Deutschland diskutierte Rentenreform, die den Menschen mehr Eigenverantwortung für Einkommen im Rentenalter übertragen will. Dies wird dazu führen, dass mehr Menschen als bisher ihre Finanzgeschäfte selbst übernehmen, was schließlich auch zu einem Wachstum der Nutzerzahlen von Online-Banking und ­Broking führen wird. Dass insbesondere bei der Wertpapierverwaltung und dem ­handel noch großes Wachstumspotential herrscht, lässt sich an der Gesamtzahl der Depots ablesen, die derzeit in Deutschland geführt werden. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken wurden 2002 36,95 Millionen Wertpapierdepots von den Kreditinstituten betreut. Und auch das Wachstum der Anzahl der Wertpapierdepots weist auf ein hohes Potenzial hin: Innerhalb von fünf Jahren hat sich diese Zahl gut verdoppelt (1997: 18,3 Mio. Depots). In diesem Zusammenhang spricht nicht nur IDC davon, dass die erfolgreiche Bank von morgen eine "Multichannel"-Bank sein wird, eine Bank also, die ihre Produkte und Dienstleistungen dem Kunden über verschiedene Vertriebswege anbietet. Dies kann sowohl über ein Filialnetz als auch über einen Internetauftritt geschehen, über das Telefon ebenso wie per Post. MultichannelBank Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 343 Im Wettbewerb um den Online-Brokerage-Kunden von morgen stehen die Chancen für Filialbanken mit Multichannel-Angebot, d.h. mit der Möglichkeit sowohl online als auch offline Geschäfte zu tätigen, deutlich besser als für die Direct Broker. Insgesamt wird sich laut Forrester Research bis 2005 die Zahl der Online-Brokerage-Kunden in Deutschland im Vergleich zum Jahr 2000 um 180 Prozent steigern. Die Zahl der Kunden, die Multi-Channel-Angebote wahrnehmen, wird sich für den gleichen Zeitraum sogar mehr als versechsfachen. Abb. 336 Die Zahl der Online-Brokerage Kunden wird sich im Jahr 2002 um 84% im Vergleich zu 2000 erhöhen Deutschland: Online-Brokerage Kunden in Millionen 2000-2005 2000 0,8 1,7 2,5 2001 1,6 2,0 3,6 Multi-Channel-Kunden Reine Online-Brokerage Kunden 2002 2,8 1,8 4,6 2003 3,6 1,9 5,5 2004 4,5 1,9 6,4 2005 4,9 2,1 7,0 Forrester Research, 2002 Bis zum Jahr 2005, so die Prognose von Forrester Research, wird es mehr Multi-Channel-Kunden als reine Online-Brokerage Kunden geben. Um die Akzeptanz gegenüber Online-Banking und Online-Brokerage weiter zu erhöhen, sollten Anreize für die Nutzung von OnlineFinanzdienstleistungen geschaffen werden. Forrester untersuchte in seiner Studie, welche Faktoren die Nutzung von Online-Banking begünstigen würden. 58 Prozent der Befragten sehen in der Übernahme von Sicherheitsrisiken seitens der Bank einen Anreiz, um Online-Banking zu nutzen. Weiterhin sagten 51 Prozent, dass sie den Online-Service ihrer Bank nutzen würden, wenn ihnen Boni wie Gutschriften und Zinserhöhungen angeboten werden würden. 35 Prozent der Befragten erachten die Bereitstellung eines Telefonsupports als wichtigen Anreiz. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 344 Abb. 337 Die Übernahme von Sicherheitsrisiken würde 58% der Befragten dazu bewegen, Finanzdienstleister über das Internet zu nutzen Deutschland: Anreize für die Nutzung von Online-Banking und ­Brokerage in Prozent 2002 Bank übernimmt Sicherheitsrisiken Gutschriften/höhere Zinsen Schlechte Erreichbarkeit der Filiale Verteuerte Filialdienstleistungen Telefonsupport bei Bedarf Besseres Internetverständnis Generell kein Interesse Sonstiges 58 51 50 41 35 25 4 3 Basis: 513 Deutsche Forrester Research, 2002 Versicherungen Die bereits erwähnte W3B-Studie von Fittkau & Maaß hat neben dem allgemeinen Nutzungsinteresse und der Nutzung von Online-Banking die Teilnehmer der Studie auch danach befragt, welche Versicherungen sie online abwickeln möchten. Am ehesten in Frage kommen dieser Studie zufolge die Kfz-Versicherungen: die Haftpflicht-Versicherung mit 30 Prozent der Nennungen und die Kaskoversicherungen mit 26 Prozent der Nennungen. Wenig überraschend sind die Platzierungen am unteren Ende der Liste. Kein großes Interesse besteht demnach an der OnlineVerwaltung und ­Abwicklung bei Wohngebäude- und Fahrradversicherungen. Abb. 338 Kfz-Versicherungen sind bei der Online-Abwicklung am beliebtesten Deutschland: Versicherungen, bei denen eine Online-Abwicklung gewünscht wird in Prozent der Online-Nutzer 2003 Kfz-Haftpflichtvers. Kfz-Teil- oder Vollkaskovers. Meldung/Abwicklung von Schadensfällen Hausratvers. Privathaftpflichtvers. Krankenvers. Private Unfallvers. Lebensvers. Berufsunfähigkeitsvers. Private Rentenvers. Wohngebäudever. Fahrradvers. 30 26 24 17 16 14 12 11 10 10 9 Mehrfachnennungen möglich 8 Fittkau & Maaß: ,,WWW-Benutzer Analyse W3B", Juli 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 345 6.10 Online-Werbung 6.10.1Online-Werbung weltweit E-Advertising Umsätze weltweit Laut PricewaterhouseCoopers (PwC) sind 2003 weltweit 10,5 Milliarden USD mit E-Advertising umgesetzt worden. GartnerG2 geht mit 11,5 Milliarden USD von einer ähnlichen Größenordnung aus. Bis 2006 sollen die Online-Werbeumsätze nach Angaben von PwC auf 13,7 Milliarden USD ansteigen, was ein Plus von 7,3 Prozent bedeuten würde. Jupiter Research schätzt die Online-Werbeumsätze erst für 2007 in der Größenordnung von PwC auf 14 Milliarden USD. Die Umsätze von Jupiter Research sind geringer, weil E-Mail-Werbung und Rubrikanzeigen bei der Erhebung nicht berücksichtigt wurden. ,,Research and Market" sagt für dasselbe Jahr bei gleicher Definition einen höheren Anstieg auf 15,9 Milliarden USD vorher. Abb. 339 Die Online-Werbeumsätze werden weiterhin zunehmen Weltweit: Online-Werbeumsätze in Millionen USD und Wachstum in Prozent 1999-2006 5.429 7.431 10.080(+85,7%) 10.597 (+42,6%) 9.604 (-4,7%) 10.440 (-1,5%) 9.854 (+2,6%) 14.497 (+38,9%) 10.541(+7,0%) 1999 2000 2001 2002 PricewaterhouseCoopers Datamonitor 2003 21.667 (+49,5%) 11.489 (+9,0%) 2004 28.653 (+32,2%) 12.537 (+9,1%) 2005 35.715 (+24,6%) 13.657 (+8,9%) 2006 40.315 (+12,9%) 2007 44.871 (+11,3%) PricewaterhouseCoopers, 2002/Datamonitor Market Research, 2002 Wie aus der Grafik ersichtlich, kommen PwC und Datamonitor hinsichtlich der Umsätze mit Onlinewerbung zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen und Vorhersagen. Auch bei den anderen in diesem Kapitel behandelten Aspekten gibt es immer wieder Differenzen zwischen den Angaben zum derzeitigen Online-Werbemarkt sowie den Prognosen unterschiedlicher Marktforscher. Dies beruht auf ungleichen Erhebungsmethoden und vor allem auf Unterschieden bei den berücksichtigten Werbeformaten. PricewaterhouseCoopers bezieht die meisten Formate (Banner, Sponsorenschaft, Rubrikanzeigen, Schlüsselwort-Suche, Interstitials, E-Mails, Rich Media), Datamonitor aber auch noch diverse andere Gebühren und Rabatte mit ein. Generell sind die Prognosen zwar nach unten korrigiert worden, jedoch geht PricewaterhouseCoopers auch weiterhin davon aus, dass die Umsätze in der Online-Werbung stärker wachsen werden als in der Werbung insgesamt, so dass weltweit der Anteil der Internet-Werbung an den Gesamtumsätzen der Branche von 3,15 Prozent im Jahr 2003 auf 3,38 Prozent in 2006 steigen soll. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 346 Abb. 340 Die Ausgaben für Online-Werbung werden stärker ansteigen als für Werbung insgesamt Weltweit: Anteil der Online-Werbeausgaben an den Gesamtwerbeausgaben in Milliarden USD und in Prozent 1997-2006 982 (0,36%) 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2.115 (0,74%) 5.429 (1,80%) 10.080 (2,99%) 270.749 284.790 300.986 Gesamt 9.604 (3,00%) 9.854 (3,04%) 10.541 (3,15%) 11.489 (3,22%) 12.537 (3,32%) 13.657 (3,38%) PricewaterhouseCoopers, 2002 336.642 320.401 324.200 334.894 356.359 377.349 403.774 Internet Trend zu großen Werbeformaten Nach dem ,,Ad Serving Trend Report 2003" von Doubleclick setzen die Werbungtreibenden weltweit zunehmend auf große sowie Rich-MediaFormate im Internet. Doubleclick ermittelte für animierte OnlineAnzeigen weltweit im dritten Quartal 2003 einen Anteil von 36,6 Prozent unter allen Internet-Werbeformen und für das vierte Quartal 2003 bereits von 39,7 Prozent. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2002 lagen die vergleichbaren Anteile erst bei 23 Prozent respektive bei 25 Prozent. Die Daten wurden auf Basis von ca. 172 (3. Quartal) bzw. 204 Milliarden (4. Quartal) Online-Anzeigen von mehreren tausend Kunden ermittelt, die DoubleClick betreut. Der Studie zufolge gehört das Standard-Banner zu den Formaten, die bereits seltener geschaltet werden. So hat sich sein Einsatz im dritten Quartal 2003 gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Prozent zugunsten größerer Formate verringert. Mit 58 Prozent Anteil an allen Werbeformen entfällt aber immer noch der größte Anteil aller geschalteten Anzeigen auf Banner. Erstmals in der Liste der meist geschalteten Formate befindet sich das Leaderboard (siehe Glossar). Dieses Breitformat verzeichnete im 3. Quartal weltweit einen Anteil von 8,8 Prozent an allen Internet-Werbeformen. Zum ersten Mal lieferte DoucbleClick im 4. Quartal 2003 auch separat Angaben für die Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA). Danach machen die Rich Media Formate europaweit 37,5 Prozent aller geschalteten Anzeigen aus. Das Standard-Banner bleibt mit 52,3 Prozent das meistverwendete Format in Europa. Das Leaderboard dagegen ist mit 0,08 Prozent aller geschalteten Anzeigen in der EMEARegion erst das sechsthäufigste. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 347 6.10.2Online-Werbung in den USA Online-Werbung in den USA Das Interactive Advertising Bureau (IAB) schätzt die Ausgaben für Online-Werbung im Jahr 2003 auf 7,2 Milliarden USD, was ein Anstieg um 20 Prozent gegenüber 2002 (4,5 Milliarden USD) bedeutet. Pro USInternet-Nutzer werden demnach 39 USD in Online-Werbeformen investiert. Der prozentuale Anteil der Online-Werbung am gesamten amerikanischen Werbemarkt sei im Vergleich zum Jahr 2002 mit 2,5 Prozent jedoch gleich geblieben. Das Niveau vom Jahr 2000 (8,1 Milliarden Werbeausgaben) soll nach konstantem Wachstum innerhalb der nächsten Jahre bis 2006 wieder erreicht werden. Die vom IAB erhobenen Zahlen basieren auf den Ausgaben der 15 führenden Online-Werbevermarkter, die auf die gesamte Branche hochgerechnet wurden. Die Zahlen beinhalten Online-Werbeeinnahmen von InternetSeiten, kommerziellen Online-Dienstleistern, E-Mail-Anbietern sowie allen weiteren Anbietern, die Online-Werbeflächen anbieten. Die Marktforscher von eMarketer gehen von einem vergleichbaren wenn auch etwas geringerem Volumen von 6,9 Milliarden USD im Jahr 2003 aus. Der Hauptgrund für das Wachstum des Online-Werbemarkts in den USA, den eMarketer mit ca. 13 Prozent im Vergleich zu 2002 angibt, läge im rasanten Wachstum des Suchmaschinenmarketings von 123 Prozent. eMarketer schätzt in seiner Studie ,,Search Engine Marketing" die Umsätze mit bezahlten Sucheinträgen auf 2,07 Milliarden USD für 2003, was eine Steigerung um 927 Millionen USD gegenüber 2002 bedeutet. eMarketer beziffert den Anteil der bezahlten Suchmaschineneinträge mit 30 Prozent der gesamten Ausgaben für Online-Werbung in den USA. Die Analysten von eMarketer erwarten, dass die Werbeausgaben auch weiterhin steigen werden. Während die Ausgaben für Online-Werbung 2004 auf 7,8 Milliarden USD geschätzt werden, rechnet eMarketer bis 2007 mit 9,9 Milliarden USD. Abb. 341 Bis 2007 sollen die Online-Werbeausgaben nach dem Einbruch im Jahr 2002 wieder kontinuierlich steigen USA: Investitionen in den Online-Werbemarkt in Milliarden USD 2001-2007 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 7,1 6,0 6,9 7,8 8,6 9,3 9,9 eMarketer, Dezember 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 348 6.10.3Online-Werbung in Europa Online Werbung nach Ländern in Europa Im Jahr 2003 wurden in Europa laut Forrester Research 793 Millionen EUR in Online-Werbung investiert. Sie gehörte somit zu den wenigen Branchen im vergangenen Jahr, die im europäischen Raum wachsen konnten. Auch Forrester sieht die Entwicklung der Ausgaben für OnlineWerbung positiv. Bei jährlichen Wachstumsraten in Höhe von 12 Prozent sollen sich laut Forrester die europäischen Online-Werbeausgaben bis zum Jahr 2008 von derzeit 0,7 auf 1,4 Milliarden EUR verdoppeln. Europaweit wird der Anteil der Online-Werbung 2008 am gesamten Werbemarkt auf 1,5 Prozent geschätzt. Laut einer aktuellen Prognose von Forrester Research bleibt Deutschland neben Großbritannien und Frankreich der wichtigste europäische OnlineWerbemarkt: Die Umsätze durch den Verkauf von OnlineAnzeigenplätzen sollen in Deutschland laut Forrester bis zum Jahr 2008 von 173 (2002) auf 297 Millionen EUR steigen. Laut Nielsen Media Research wird der Online-Werbemarkt 265 Millionen Euro bereits schon 2003 erreichen. Als Gründe für das steigende Interesse der MarketingManager an Online-Werbung (darunter Banner-Anzeigen, Sponsoring, Interstitials und Rich Media-Anzeigen ohne Suchmaschinen- und E-MailMarketing) nennt Forrester vor allem die gestiegene Online-Nutzung. In einer Befragung von MSN gaben 40 Prozent der britischen MediaEinkäufer und Brand Manager an, ihre Online-Werbebudgets in dem nächsten halben Jahr erhöhen zu wollen. In Deutschland und Frankreich registrierte laut e-business der Banner-Trackingdienst LemonAd sieben bis zehn Prozent mehr Online-Anzeigenkunden als im Jahr 2002. Was die Anzahl der Online-Kampagnen und geschalteten Banner betrifft, nahmen laut LemonAd Barometer (seit 07/2003: Nielsen//NetRatings LemonAd) im Zeitraum von Januar bis Dezember 2003 Deutschland und Großbritannien die beiden ersten Plätze ein. Italien belegt, wie auch in den ersten neun Monaten 2002, den dritten Platz in beiden Kategorien. Norwegen verzeichnet für das Gesamtjahr 2003 erheblich weniger Bannerschaltungen und Online-Kampagnen als im Zeitraum Januar bis September 2002. Die folgende Grafik weist die Angaben der Kampagnen und der Online-Bannerschaltungen ohne Wiederholungen aus. Zahl der Online-Werbekampagnen Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 349 Abb. 342 Was die Zahl der Online-Werbekampagnen und Banner betrifft gehört Deutschland zu den Spitzenreitern Westeuropa: Zahl der Online-Werbekampagnen und Bannerschaltungen in ausgewählten Ländern 2003* Zahl der Kampagnen Zahl der Bannerschaltungen 32.313 31.690 Deutschland Großbritannien Italien Frankreich Niederlande Schweden Dänemark Norwegen 21.415 17.473 8.903 6.823 6.379 4.296 Großbritannien Deutschland Italien Frankreich Niederlande Dänemark Schweden Norwegen 84.066 67.517 49.217 46.861 19.862 17.828 15.285 14.836 * ohne Wiederholungsschaltungen LemonAd, 2004 MarketingTools Mobile Marketing In einer Umfrage von Forrester Research gaben 64 Prozent der europäischen Marketing-Verantwortlichen 2003 an, dass die Bedeutung von integrierten Marketing-Kampagnen über mehrere Kanäle für 2004 zunehmen wird. Acht von zehn Befragten wollen vor allem ihre OnlineWerbebudgets 2004 erhöhen. Forrester zufolge werden Marketing über Suchmaschinen oder E-Mail neben "traditionellen" Display-Werbungen das Wachstum des digitalen Marketings antreiben. Es wird teilweise sogar ein schnelleres Wachstum dieser Bereiche erwartet als das der Display-Werbung. Das Marktpotenzial für Mobile Commerce in Europa wird laut schweizerischem KMU-Magazin für das Jahr 2005 auf 3,4 Milliarden USD geschätzt. Davon entfällt auf mobiles Marketing ein Anteil von 20 Prozent. Pixelpark zufolge ist die Nutzung mobiler Dienste als Marketingkanal besonders attraktiv, da die Anzahl der Mobilfunknutzer steigt. Nach einer Einschätzung der Europäischen Kommission stieg der Anteil der Mobilfunknutzer an der europäischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2003 bereits auf 65 Prozent. Der überwiegende Teil dieser Nutzer (85 Prozent oder über 200 Millionen EU-Bürger) verfügt somit über ein Endgerät, das speziell den Zugang zum mobilen Internet unterstützt. Mobile Marketing kann also als einer der größten Zukunftsmärkte angesehen. So erwartet die Mobile Marketing Association (MMA) für das Jahr 2010 insgesamt zwischen 7 und 10 Milliarden EUR Umsätze in Europa. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 350 6.10.4Online-Werbung in Deutschland Umsätze Nielsen Media Research zufolge erzielte der deutsche Online-Werbemarkt 2003 eine Steigerung um 3,7 Prozent auf 265,3 Millionen EUR (Vorjahr: 255,9). Der relativ geringe Anstieg verglichen zu dem bemerkenswerten Wachstum des Vorjahres (20,9% 2002) hat laut Deutschem Multimedia Verband (dmmv) konkrete Gründe. So floss ein wesentlicher Teil der insgesamt gestiegenen Online-Budgets in den Bereich SuchmaschinenMarketing, der durch die Statistik von Nielsen für 2003 nicht erfasst wird. Als weiteren Grund nennt der dmmv die stärkere Selbstbeschränkung der online werbetreibenden Unternehmen bei bestimmten Angebotsbereichen wie Erotik und Glücksspiele, die zu einem überproportionalen Rückgang an Werbeausgaben geführt hat. Der Nielsen Online-Werbestatistik liegen die monatlichen Bruttowerbeaufwendungen von derzeit Top 18 Vermarktern von OnlineWerbung zugrunde. Sie umfasst die auf 700 Websites erzielten BruttoWerbeumsätze, was einer Abdeckung von 70 bis 80 Prozent des gesamten Online-Werbemarktes in Deutschland entspricht. Abb. 343 Der Online-Werbemarkt zeigt 2003 nur ein moderates Wachstum Deutschland: Entwicklung des Online-Werbemarktes in Millionen EUR und Wachstum im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2001-2003 255,9 3,7% 265,3 20,9% 211,6* 2001 * ohne Suchmaschinenmarketing 2002 2003 Nielsen Media Research, 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 351 Abb. 344 Die Online-Werbeumsätze liegen 2003 durchschnittlich 3,7 Prozent über Vorjahresniveau Deutschland: Entwicklung der Online-Werbeumsätze in Millionen EUR, Januar 2002-Dezember 2003 28,2 2002 2003 28,2 27,3 27,5 27,3 23,6 23,5 26,6 20,7 22,0 21,8 23,0 22,5 17,8 21,6 21,5 20,6 20,2 20,2 16,9 17,8 15,9 13,6 13,9 Jan. Feb. März April Mai Juni Juli August Sept. Okt. Nov. Dez. Nielsen Media Research, 2003 Abb. 345 Dennoch legte der Online-Werbemarkt stärker zu als der Werbemarkt der klassischen Medien. Allerdings entwickelten sich Nielsen und SevenOne Media zufolge die Online-Werbeumsätze 2003 nach Quartalen konträr zu der Entwicklung der Werbeerlöse in den klassischen Mediengattungen. Die Einnahmen durch Internet-Werbung wuchsen zwar im ersten Halbjahr, gingen aber im zweiten Halbjahr deutlich zurück. Dagegen ist das Wachstum in den klassischen Medien beinahe ausschließlich auf das zweite Halbjahr zurückzuführen. Die Online-Werbeumsätze stiegen im ersten Halbjahr, fielen aber im zweiten Halbjahr 2003 Deutschland: Veränderung im Online-Werbemarkt im Vergleich zum Vorjahresquartal nach Medium in Prozent 2003 Klassische Medien Online 37,2 6,7 7,8 6,0 2,9 -3,6 1. Quartal '03 2. Quartal '03 -11,0 3. Quartal '03 -7,6 4. Quartal '03 Nielsen Media Research, 2003 Insgesamt machten im Jahr 2003 die Internet-Werbeausgaben unverändert 1,5 Prozent der gesamten Werbeinvestitionen von insgesamt rund 17,4 Milliarden EUR aus. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 352 Abb. 346 Die Online-Werbeausgaben hatten nur einen Anteil von 1,5 Prozent an den Gesamtwerbeinvestitionen Deutschland: Werbemarktanteile nach Medium in Prozent 2003 Fachzeitschriften 2,2% Plakat 3,1% Funk 5,3% Publikumszeitschriften 21,7% Online 1,5% TV 42,7% Gesamtmarkt 2003: 17.422.,5 Mio. EUR Tageszeitungen 23,5% Nielsen Media Research, 2003 Nach einer Erhebung des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) wuchs Online-Werbung im Jahr 2003, unter Berücksichtigung des Suchmaschinen-Marketings, um 20 Prozent und steigert damit den Anteil der Online-Werbung am Gesamtmarkt auf beinahe zwei Prozent. Bis 2006 soll der Marktanteil sogar fünf Prozent erreichen. Auch der dmmv erwartet für 2004 ein starkes Wachstum von ca. 15-20 Prozent der Online-Werbeausgaben sowie einen Anstieg des entsprechenden Anteils auf 3 Prozent bis zum Jahr 2005. Damit kann die Online-Werbung in Deutschland die wirtschaftliche Rezession auf dem klassischen Werbemarkt unbeschadet überstehen. Dieser Trend wird durch das Dialogmarketing-Barometer des Wiesbadener Deutschen Direktmarketing Verbandes e.V. (DDV) bestätigt, in dessen Rahmen im September 2003 241 Mitgliedsunternehmen befragt wurden. Sie erwarten, dass die Bedeutung der Online-Werbung in den nächsten drei Jahren um 30,3 Prozent zunehmen wird. Nicht nur bei Online-Werbung, sondern auch bei allen anderen Mediengattungen stiegen die Werbeausgaben Deutschland: Brutto-Werbeausgaben im Mediensplit in Millionen EUR 2002-2003 Abb. 347 Print TV 7.971,2 8.266,0 7.248,8 7.443,8 2002 Radio Plakat Internet 897,3 915,8 499,1 531,6 255,9 265,3 2003 Gesamt 2002: 16.872,3 Mio. EUR 2003: 17.422,5 Mio. EUR Nielsen Media Research, Januar 2004 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 353 Banner und Kampagnen Die positive Entwicklung in der Online-Werbung im Jahr 2003 wird auch vom LemonAd Barometer bestätigt. Im Zeitraum von Januar bis Dezember 2003 wurden auf den von LemonAd getrackten Web-Sites in Deutschland 67.571 Banner (nur erstmalige Banner, ohne Berücksichtigung der darauf folgenden wiederholten Banner) geschaltet. Lag die Gesamtanzahl der Banner-Schaltungen (einschließlich wiederholter Banner) im Januar und Februar 2003 noch bei 9.311 bzw. 9.032, ist sie im Laufe des Jahres deutlich gestiegen, wie die Zahlen (einschließlich wiederholter Banner) für November (14.272) und Dezember (12.686) aufzeigen. Laut LemonAd betrug die Zahl der Werbekampagnen 32.313 und die Zahl der Werbekunden 7.675. Ein Vergleich zum Vorjahr ist aufgrund der geänderten Datenbasis nicht möglich. Bei den Gesamtjahreswerten 2003 wurden wiederholte Aktionen nicht berücksichtigt. Abb. 348 Der Werbemarkt im Internet zeigt auch 2003 eine positive Entwicklung Deutschland: Zahl der Banner, Kampagnen und Werbekunden in der Online-Werbung, Januar-Dezember 2003 Zahl der Banner 67.517 Zahl der Kampagnen 32.313 Zahl der Werbekunden 7.675 LemonAd, 2004 Langfristig positive Zukunft Die Erwartungen für die Zukunft der Online-Werbung in Deutschland sind weiterhin positiv. So prognostiziert die Organisation Mediaagenturen im Werbeverband GWA (OMG) in ihrem Wintermonitor für 2004 ein Wachstum der Brutto-Werbeinvestitionen im Internet um 9,1 Prozent, wodurch dieses Segment weit über dem durchschnittlichen Wachstum von 3,3 Prozent aller Mediengattungen liegt und in Zukunft der Wachstumstreiber sein wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 354 Abb. 349 Die Erwartungen für das Wachstum der Online-Werbeinvestitionen sind für 2004 überdurchschnittlich positiv Deutschland: Prognostiziertes Wachstum der Brutto-Werbeinvestitionen im Mediensplit im Vergleich zum Vorjahr in Prozent 2004 9,1 4,6 4,0 3,6 2,6 1,5 Internet Plakat Tageszeitungen TV Funk Publikumszeitschriften 0,1 Fachzeitschriften Durchschnittliche Wachstumsrate: 3,3% Nielsen Media Research, 2003 Diese positive Einschätzung für die zukünftige Entwicklung der OnlineWerbung wird auch durch die Studie "Werbeklima I/2004" der Wirtschaftswoche in Kooperation mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gestützt. Demnach erwarten 36 Prozent der 151 befragten Werbeleiter und 50 Prozent der 31 befragten Agenturleiter für 2004 eine Steigerung der Ausgaben für Online-Werbeträger. Die Werbeleiter aus den befragten Wirtschaftsbereichen rechnen damit, dass die Online-Werbeträger um 11 Prozent zulegen werden. Allerdings schätzen die Agenturleiter dieses Wachstum nur auf 5 Prozent ein. Die zweistellige pessimistischere Wachstumsprognose wurde hauptsächlich von den befragten Werbeleitern aus der Konsumgüterindustrie und dem Dienstleistungsbereich getragen. Die Befragten aus dem Investitionsgüterbereich gingen dagegen lediglich von einer Steigerung um zwei Prozent aus. Im Hinblick auf die erwarteten Marktanteilsraten erhöht sich somit für das Jahr 2004 auch der geplante Anteil der Online-Werbung am GesamtWerbebudget auf 9 Prozent bei den Werbeleitern und sogar auf 10 Prozent bei den Agenturen. Die bevorzugten Einsatzbereiche für Online-Werbeträger sind 2004 wie im vergangenen Jahr auch Wirtschaft und Finanzen (53 Prozent) sowie Unterhaltung (44 Prozent). Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 355 Abb. 350 Die bevorzugten Bereiche für die Online-Werbung sind auch 2004 Wirtschaft und Finanzen sowie Unterhaltung Deutschland: Derzeitiger und geplanter Einsatz von Online-Werbeträgern nach Bereichen in Prozent der Befragten* 2003 und 2004 Wirtschaft und Finanzen Unterhaltung Nachrichten Computer und Technik Sport Auktionen/Shopping Malls Gesundheit und Pflege 53 40 42 44 41 38 2004 40 39 36 2003 32 23 25 * Basis: Werbeleiter (2003: 88, 2004: 92) 15 16 Wirtschaftswoche, September 2003 Die positiven Wachstumsprognosen für Online-Werbeträger werden zusätzlich durch die erwartete starke Zunahme der Bedeutung integrierter Kommunikation ­ als Vernetzung aller Kommunikationsmaßnahmen ­ gestützt. 62 Prozent der befragten Werbeleiter und sogar 81 Prozent der Agenturleiter prognostizieren, dass dieser Kommunikation in den kommenden Jahren eine größere Bedeutung als bisher zukommt. 76 Prozent der Werbeleiter halten die Online-Werbeträger für am besten geeignet, die speziellen Anforderungen auf der Medienseite wie beispielsweise Flexibilität in technischer und zeitlicher Hinsicht zu erfüllen. Agenturleiter sehen neben den Printmedien und dem Privatfernsehen (84 Prozent) die Online-Werbung gleichauf mit Publikumszeitschriften mit je 81 Prozent als am besten geeignet an. Abb. 351 Online-Werbeträger eignen sich sehr gut für die integrierte Kommunikation Deutschland: Eignung der Mediengattungen für ,,integrierte Kommunikation" in Prozent der Befragten 2003 Privat-TV Publikumszeitschriften Online/Internet Fachzeitschriften Zeitungen Außenwerbung Hörfunk Öffentl./rechtl. TV Kino 54 64 84 81 81 76 64 71 71 Agenturleiter 56 65 43 40 48 45 Werbeleiter 61 21 23 * Basis: Werbeleiter (151), Agenturleiter (31) Wirtschaftswoche, September 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 356 Branchen mit hoher OnlineWerbenutzung Laut Nielsen Media Research und SevenOne Media nimmt die Dienstleistungsbranche trotz einem Rückgang der OnlineWerbeinvestitionen um 10,2 Prozent weiterhin den Spitzenplatz bei der Analyse nach Branchen ein. Sie investierte im Jahr 2003 47,8 Millionen EUR in Online-Werbung, was beinahe einem Fünftel der gesamten Online-Werbeinvestitionen entspricht. Die Rolle als wichtigster Wachstumstreiber 2003 kann dem Handel und Versand zugeschrieben werden. Dieser Wirtschaftsbereich erhöhte seine Werbeinvestitionen um 8,2 Millionen EUR und verzeichnete somit eine Steigerung um über 24 Prozent gegenüber Vorjahr. Ausbildung und Medien positionierte sich mit 27,1 Millionen EUR auf Rang drei, gefolgt von Finanzdienstleistungen (26,3 Millionen EUR), Telekommunikation (23,2 Millionen EUR) und Verkehrsmittel/-einrichtung (17,2 Millionen EUR). Abb. 352 Die Branchen Dienstleistungen und Handel sowie Versand führen bei den Online-Werbeinvestitionen Deutschland: Online-Werbeinvestitionen nach beworbenen Wirtschaftsbereichen in Millionen EUR und Veränderung zum Vorjahr in Prozent 2002-2003 Dienstleistungen Handel u. Versand Ausbildung u. Medien Finanzdienstl. Telekommunikation Verkehrsmittel/-einrichtung Sonstige Wirtschaftsbereiche EDV/HW/Software EDV-Dienstleistungen Touristik 47,8 (-10,2%) 53,2 41,9 (24,4%) 33,7 27,1 (-30,6%) 26,3 (-11,0%) 29,6 23,2 (3,6%) 22,4 17,2 (21,4%) 39,0 2003 14,1 2002 10,0 8,8 15,8 (57,2%) 15,7 (78,9%) 9,6 (35,4%) 7,1 Gesamt: 2003: 265,3 (3,7%) 2002: 255,9 8,4 (0%) 8,4 Nielsen Media Research, 2003 MarketingTools Das zweitstärkste Wachstum nach Handel und Versand zeigte der Hardund Softwaremarkt mit einer Erhöhung seiner Werbegelder um 78,9 Prozent auf rund 16 Millionen EUR, gefolgt von den sonstigen Wirtschaftszweigen (57,2 Prozent). Laut einer Untersuchung des Institute of Electronic Business (IEB) und EPlus Media liegt der Anteil mobiler Werbung an den Gesamtwerbeinvestitionen sowohl bei Unternehmen als auch bei Agenturen noch weitgehend unter 5 Prozent. Für die Untersuchung wurden 185 deutsche Unternehmen und Agenturen in einer Querschnittserhebung befragt, wobei 37 Prozent aus eigenständigen oder in Unternehmen integrierten Agenturen bestanden. Jedoch sind 69 Prozent der befragten Unternehmen und 44 Prozent der befragten Agenturen der Ansicht, dass der Markt reif sei für mobile Werbung. Auch hält über die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) und der Agenturen (51 Prozent) die Technik für ausgereift. Aufgrund der großen Marktdurchdringung halten sogar 88 Prozent aller Befragten das Mobiltelefon für den idealen Kommunikationskanal für mobiles Marketing. Andere Endgeräte wie PDA's oder Laptops positionieren sich dagegen weitaus schlechter. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 357 Insgesamt kommt derzeit bei 20 Prozent der Agenturen und 11 Prozent der Unternehmen Mobile Marketing zum Einsatz, wenn Dialog-Marketing betrieben wird. Laut Angabe des Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. (VATM) wurden 2003 bundesweit 26 Milliarden SMS versandt, was eine breit angelegte Basis für mobile Marketingzwecke darstellt. IEB zufolge wird zurzeit SMS als Responsekanal am meisten genutzt (44 Prozent der Befragten). unternehmenseigene Infodienste folgen mit 33 Prozent. 6.10.5E-Mail-Marketing Zunehmende Bedeutung von E-MailMarketing E-Mail-Marketing gewinnt weiterhin an Bedeutung. Dies liegt in erster Linie an der kostengünstigen Umsetzung und der Zeitersparnis von EMail-Marketing gegenüber traditionellen Offline-Kampagnen. Im öffentlichen Ansehen ist jedoch laut E-Business-Jahresrückblick 2003 von Electronic Commerce Info Net (ECIN) die Kundenansprache per E-Mail im Jahr 2003 deutlich gesunken. Als Gründe werden jedoch nicht nur die drastische Zunahme der SPAM-Mails (d.h. E-Mails ohne Zustimmung des Empfängers) vermutet, sondern auch die schwache Qualität des E-MailMarketing. Diese resultiert vor allem daraus, dass in den Werbe-E-Mails einer Newsletteranalyse von Wonderpixel zufolge häufig sowohl die personalisierte Ansprache als auch individualisierte Inhalte fehlen. Das Volumen der unerwünschten Werbe-E-Mails (SPAM) in Unternehmen verursacht jährlich Produktivitätsverluste in Milliardenhöhe. Die EUKommission schätzt, dass weltweit 50 Prozent aller E-Mails unerwünschte Werbe-E-Mails sind. Das Beratungsunternehmen Ferris Research rechnet weltweit mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 15 Milliarden USD für 2003. Abb. 353 Die meisten Spam-E-Mails erreichen auch zukünftig die Internet-Nutzer in den USA Weltweit: Anzahl der täglichen Spam-E-Mails pro Internet-Nutzer* nach Kontinenten 2003-2008 Nordamerika Europa, Mittlerer Osten, Afrika Asien/Pazifik Lateinamerika 41 39 36 30 30 31 29 28 29 27 22 23 19 13 14 10 10 11 9 5 6 6 4 2 2003 2004 2005 2006 2007 2008 * Internet-Nutzung vom Arbeitsplatz aus Ferris Research, April 2003 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 358 E-MailMarketing in den USA E-MailMarketing in Europa Die SPAM-Mail-Flut wird nach einer Schätzung der International Data Corporation (IDC) die weltweiten Umsätze für Computersicherheit einschließlich E-Mail-Kontrollprogramme stark erhöhen. Für 2003 gingen die Analysten von 236 Millionen EUR für Anti-Spam-Lösungen aus ­ bis 2007 sollen sich diese Umsätze sogar vervierfachen. So soll auch der weltweite IT-Sicherheits-Gesamtmarkt, der 2002 von Datamonitor auf ein Volumen von 7,1 Milliarden Dollar geschätzt wurde, bis 2006 auf 13,5 Milliarden Dollar wachsen. Die Region Europa wird von 2.156 Milliarden Dollar um durchschnittlich jährlich 18 Prozent bis 2006 auf 4.150 Milliarden Dollar wachsen. In den USA wurden nach Angaben von Jupiter Research 2003 2,1 Milliarden USD in E-Mail-Marketing investiert. Bis zum Jahr 2008 wird mit einem Anstieg der Ausgaben auf 6,1 Milliarden USD gerechnet. Die Umsätze mit legitimen Werbekampagnen per E-Mail sollen sich von 720 Millionen USD im Jahr 2003 auf 1,8 Milliarden USD in 2008 erhöhen. Nach einer Untersuchung von DoubleClick bei Einzelhändlern und Versandhandelsunternehmen, konnten diese Unternehmen durch die direkte Kundenansprache per E-Mail eine kontinuierliche Steigerung ihrer Einnahmen erzielen. So betrugen die Einkünfte pro gesendetem E-Mail im vierten Quartal 2003 rund 0,26 USD (2002: zweites Quartal: 0,21 USD). In derselben Studie wurden Kunden, die dem Erhalt von E-Mails zugestimmt hatten, nach ihrer Meinung über die Aussender befragt. 90 Prozent der Kunden zeigten sich sehr zufrieden mit dem jeweiligen Einzelhändler, 91 Prozent gaben an, eher dessen Produkte zu kaufen, 88 Prozent würden den Einzelhändler weiterempfehlen. Wie bereits oben erwähnt, bestätigt auch Quris, dass schwache Qualität der Werbe-E-Mails die Beziehung zum Kunden dauerhaft beeinträchtigen kann. Nach Ergebnissen einer in 2003 durchgeführten repräsentativen Befragung von knapp 1.700 E-Mail-Nutzern in den USA, hat bereits fast die Hälfte der Befragten als Reaktion auf eine nicht adäquate E-MailAnsprache jeden weiteren Kontakt mit dem betreffenden Unternehmen eingestellt. Andererseits wurden 57 Prozent der Befragten auch zum Kauf des in einer Werbe-E-Mail geworbenen Produkts angeregt. Quris betont die Wichtigkeit der kontinuierlichen Beobachtung der E-Mail-Beziehung zum Kunden sowie die Qualität von Ansprache und Inhalt. Einer Studie von DoubleClick zufolge zeigen sich europäische Konsumenten E-Mail-Marketing aufgeschlossener als US-Bürger. Durchschnittlich öffnen rund 42 Prozent der europäischen Empfänger Werbe-Mails im Vergleich zu 37,1 Prozent in den USA. Aufgeschlüsselt nach Ländern, liegt die Öffnungsrate in Frankreich bei 46,1 Prozent, in Großbritannien bei 42 Prozent und in Deutschland bei 33,8 Prozent. Betrachtet nach der Klickquote, die angibt, wie viele Nutzer die enthaltene Online-Werbung tatsächlich angeklickt haben, liegt Deutschland mit 9,5 Prozent vor Frankreich (8,1 Prozent) und Großbritannien (6,9 Prozent). Aufgrund der zunehmenden SPAM-Problematik ist jedoch auch ein Anstieg der Rate der abgewiesenen Mails zu beobachten. Nach Ergebnissen der Studie beträgt die Abweisungsrate europaweit 11,8 Prozent. In Großbritannien liegt die Rate mit 13,2 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, in Frankreich bei 10,6 Prozent und in Deutschland lediglich bei 8,2 Prozent. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 359 Positive Auswirkungen auf die weitere Entwicklung des E-Mail-Marketing in Europa einhergehend mit einer Reduktion des Volumens unerwünschter Werbe-E-Mails werden von der neuen EU-Richtlinie erwartet, die seit Oktober 2003 neue Datenschutzregelungen für EUStaaten bei der elektronischen Kommunikation festlegt. Ein zentraler Bestandteil der Richtlinie sieht unter anderem den Schutz personenbezogener Daten für Internetnutzer vor. Demgemäß dürfen keine unerlaubten Werbe-E-Mails mehr verschickt werden, es sei denn, sie dienen zur Pflege bereits bestehender Kundenbeziehungen. Laut EUKommission beliefen sich die Produktivitätsverluste aufgrund unerwünschter Werbe-E-Mails für Unternehmen in der EU bereits 2002 auf 2,5 Milliarden EUR. Der Trend zum E-Mail-Marketing wird sich in Deutschland auch weiterhin fortsetzen. Nach Ergebnissen der Studie "Deutschland Online" gaben die befragten 491 Medienunternehmen 18,4 Prozent ihres Direktmarketingbudgets für E-Mail-Marketing aus (2002), Unternehmen der Werbewirtschaft (521 Befragte) 15,3 Prozent. Der Anteil dieser Werbeform am Budget wird bei den Medienunternehmen bis zum Jahr 2005 auf 29,1 Prozent steigen und bei der Werbewirtschaft auf 26,2 Prozent. Laut Dialogmarketing-Barometer des Deutschen Direktmarketing Verbandes, in dessen Rahmen im September 2003 241 Mitgliedsunternehmen befragt wurden, erwarten 65,1 Prozent, dass die Bedeutung des E-Mail-Marketings generell in den nächsten drei Jahren zunehmen wird. 58,1 Prozent der Befragten (Mehrfachnennungen waren möglich) sind der Ansicht, dass vor allem personalisierte Mailings an Bedeutung gewinnen werden. Nach Ergebnissen der 17. Internet-Nutzeranalyse vom Oktober/November 2003 (117.000 Befragte) des Marktforschungsinstituts Fittkau & Maaß, lasen 72 Prozent der Internet-Nutzer bestellte E-Mail-Werbung ganz durch oder überflog sie zumindest. Nur 12 Prozent löschten sie sofort. Ganz anders verhält es sich dagegen mit SPAM-Mails, die kaum auf Akzeptanz stoßen: bei 78 Prozent der Nutzer landen sie ungelesen im digitalen Papierkorb. Das legitime E-Mail-Marketing wird jedoch zunehmend vom Aufkommen unerwünschter Werbe-Mails negativ beeinflusst. Das Ausmaß der unerwünschten Werbe-E-Mail-Flut ist laut ,,conceptbakery" in den USA bereits Wahlkampfthema. Auch hat der US-Kongress ein Gesetz gegen unerwünschte Werbe-E-Mails verabschiedet, das im Januar 2004 in Kraft getreten ist. Die neuen Bestimmungen sehen unter anderem vor, dass das Versenden von unerlaubten Werbebotschaften mit hohen Geldbußen beziehungsweise Haftstrafen geahndet wird. SPAM-Mails auf Mobiltelefone zu versenden, wird grundsätzlich verboten. E-MailMarketing in Deutschland SPAM-Mails Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 360 Laut Information Week beeinträchtigen die unerwünschten SPAM-Mails die Produktivität und den betrieblichen Kommunikationsfluss an Arbeitsplätzen in den USA bereits erheblich. Ferris Research schätzt den Schaden 2003 für die US-Unternehmen bereits auf ca. 10 Milliarden USD. Einer Studie der Information Week zufolge werden in den USUnternehmen jedoch noch keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen, um den SPAM-Mails entgegen zu wirken. So kontrolliert nur knapp die Hälfte der IT-Manager der US-Unternehmen das Aufkommen von SPAM bzw. räumt dem Problem mit SPAM nur mittlere Priorität ein. Die Unterbindung von SPAM-E-Mails hat erst in jedem zweiten US-Unternehmen Priorität USA: Kontrolle und Eindämmung von SPAM-Aufkommen in Unternehmen in Prozent der befragten IT-Manager* 2003 Kontrolliert Ihr Unternehmen das SPAM-Aufkommen? Welche Priorität hat die Unterbindung von SPAM in Ihrem Unternehmen? Geringe Priorität 10% Abb. 354 Nein 51% Ja 49% Hohe Prioriät 37% Mittlere Priorität 53% * Basis: 550 befragte IT-Manager Information Week, September 2003 Auch für Deutschland ist festzustellen, dass das Zusenden unerwünschter Werbung unter dem Gesichtspunkt des unlauteren Wettbewerbs nach der Rechtsprechung in der Regel verboten ist. Die neue Richtlinie zum Datenschutz in der elektronischen Kommunikation, die in das neue Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) einzubringen ist, wird eine ausdrückliche Regelung über unverlangte Werbung enthalten. Allerdings reicht nationale Rechtsprechung allein nicht aus: erforderlich ist hierzu eine weltweite internationale Zusammenarbeit. Das "Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik" (BSI) wird sich neben dieser Problematik auch der generellen Aufgabe verpflichten, eine vertrauliche und manipulationssichere Nutzung des Internet zu ermöglichen durch zentrale Maßnahmen zur Absicherung der Online-Kommunikation. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anwendungen 361 6.10.6Suchmaschinen-Marketing Trend zum SuchmaschinenMarketing Zu einem wichtigen Trend im Informationsmarkt entwickelt sich das Online-Werbesegment Suchmaschinenmarketing. Der Markt für bezahlte Sucheinträge, d. h. erkaufte Suchmaschinenpositionen, betrug laut Jupiter Research in 2003 weltweit bereits 1,6 Milliarden USD und soll 2008 bereits 4,3 Milliarden USD Umsatz erzielen. Für Westeuropa geht Jupiter Research von einer Umsatzsteigerung des Marktvolumens von 208 Millionen EUR (2003) auf 284 Millionen EUR für 2004 aus. Für das Jahr 2005 werden die Investitionen in diese Werbeform auf 363 Millionen EUR geschätzt. Der Grund für die schnelle Bedeutungszunahme dieses neuen Marktsegments liegt darin, dass diese Internet-Marketingform vor allem gegenüber herkömmlichen Direktmarketing-Kampagnen per Versand das kostengünstigste Instrument für die Neukundenakquise ist. Suchmaschinen sind für die Nutzer meist der erste Anlaufpunkt bei der Suche nach Diensten, Produkten und Informationen. Nach Angaben von Jupiter Media Metrix bahnen sich bereits 42 Prozent der Online-Käufe über Suchmaschinen an. Da 60 Prozent aller Internetnutzer lediglich die ersten 10 Resultate der Suchmaschinen beachten, werden Top Platzierungen für Unternehmen immer wichtiger werden. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Accenture eGovernment Leadership ­ Engaging the Customer Leitstudie Um den aktuellen Stand der E-Government-Entwicklung in 22 Ländern zu untersuchen, testeten die Analysten der Unternehmensberatungsfirma Accenture die im Internet angebotenen Behördendienstleistungen der nationalen Regierungen. Die Untersuchung fand in der ersten Januarhälfte 2003 statt. Es wurden elf Servicebereiche analysiert: Personenbezogene Dienstleistungen, Recht und öffentliche Sicherheit, Verteidigung, Bildung und Ausbildung, Agrarwirtschaft, Verkehr, Regulierung Mitbestimmung, Immigration und öffentlicher Einkauf, und Post, eDemocracy. Bei den getesteten Services handelt es sich um traditionelle behördliche Dienstleistungen, die üblicherweise am Schalter, telefonisch oder per Post bereitgestellt werden. Bei den von den Analysten simulierten Anfragen wurden typische Bedürfnisse aller Lebenslagen von Bürgern und für Unternehmen übliche Anliegen zugrunde gelegt. Grundgesamtheit und Erhebungsverfahren: Analysten von Accenture, die als Bürger oder Unternehmen E-Government-Dienste in Anspruch nahmen. 201 nationale Angebote wurden analysiert aus den elf Anwendungsbereichen: Landwirtschaft, Verteidigung, eDemocracy, Bildung, Human Services, Immigration, Rechtsprechung und Sicherheit, Postdienste, E-Procurement, Mitbestimmung, öffentliche Einnahmen und Zölle, Transport und Verkehr Zeitraum: 7.2.-22.2.2003 Region: 22 Länder: Australien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Irland, Italien, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Portugal, Singapur, Südafrika, Spanien, USA. Analyse nach Indikatoren: Service Maturity: wie viele Dienstleistungen werden online angeboten? Customer Relationship Management (CRM): Qualität und Intensität der Online-Bürgerbeziehungen und Möglichkeit zur Transaktion Overall Maturity Wert: gebildet zu 70% aus Service Maturity und 30% aus CRM Analyse nach fünf Ausbaustufen von behördlichen OnlineDienstleistungen werden unterschieden: "Online Presence, Basic Capability, Service Availability, Mature Delivery, Service Transformation". Weitere Informationen: www.accenture.com s. "Institut für Demoskopie Allensbach" ACTA Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie ARD/ZDF ARD/ZDF-Online-Studie Leitstudie Seit 1997 bilden die ARD/ZDF-Online-Studien jährlich die ARD/ZDF A.T. Kearney BITKOM Entwicklung der Internet-Nutzung der bundesdeutschen Bevölkerung ab. 1.000 Bundesbürger ab 14 Jahren wurden für die aktuelle Untersuchung vom August 2003 vom Institut ENIGMA GfK befragt. Herausgeber/Institut: ARD, ZDF / ENIGMA GfK, Wiesbaden Fallzahl: 1.046 Befragte Feldphase: 05.05.-11.06.2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 14 Jahren Weitere Informationen: www.ard.de oder www.zdf.de ARD/ZDF-Offline-Studie Parallel zur ARD/ZDF-Online-Studie wird jährlich als KomplementärStudie die ARD/ZDF-Offline-Studie durchgeführt (zuletzt im August 2003). 800 Interviews mit Bundesbürgern ab 14 Jahren, die das Internet nicht nutzen, geben Aufschluss über die Haltung der Offliner diesem Medium gegenüber und eventuelle Nutzungsabsichten. Weitere Informationen: www.ard.de oder www.zdf.de Mobinet Regelmäßig erscheinende Studie zum Nutzerverhalten und aktuellen Trends im weltweiten Mobilfunkmarkt, herausgegeben von der Unternehmensberatung A.T. Kearney und dem Judge Institut of Management an der Universität Cambridge. Die aktuelle 6. MobinetStudie erschien im Juni 2003 und basiert auf rund 5.600 Interviews mit Mobilfunknutzern in 15 Ländern weltweit. Weitere Informationen: www.atkearney.com Daten zur Informationsgesellschaft Leitstudie Jährlich aktualisierte Übersicht mit den wichtigsten Daten zur deutschen IKT-Infrastruktur im internationalen Vergleich. Grundlagenwerk für den deutschen Markt. Zuletzt erschienen im Februar 2004. Die Zahlenangaben in den "Daten zur Informationsgesellschaft" basieren zu einem großen Teil auf Statistiken, die im aktuellen EITOBericht enthalten sind, dem europäischen Standardwerk zum IKTMarkt (s. "EITO"). Weitere Informationen: www.bitkom.org Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Bundesregierung Informationsgesellschaft Deutschland 2006 Aktionsprogramm der Bundesregierung vom Dezember 2003. Ziel des Aktionsprogramms ist es, die Entwicklung in der Informationsund Kommunikationstechnologie in Deutschland zu stärken und die derzeitige Position Deutschlands bei der Verbreitung und Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien in den kommenden Jahren weiter auszubauen. Weitere Informationen: www.bmwi.de BdB-Jugendstudie Studie des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) zur Einstellung Jugendlicher in Deutschland gegenüber Finanzprodukten und Finanzinstituten, erschienen im Jahr 2003. Enthält Angaben zur Nutzung verschiedener Produkte und Dienste, darunter auch Informationen zur Nutzung von Online-Banking. Der BdB bringt darüber hinaus in unregelmäßigen Abständen Statistiken und Analysen zum deutschen Bankenmarkt heraus, darunter auch Angaben zur Nutzung von Online-Banking- und ­ Broking-Anwendungen. Weitere Informationen: www.bdb.de Webbasierte Untersuchung des elektronischen ServiceAngebots der Öffentlichen Hand Leitstudie Jährliche Erhebung (bereits zum vierten Mal) zum Fortschritt des E-Government in Europa. Die Studie misst zum einen den Prozentanteil grundlegender Service-Angebote der Öffentlichen Hand, die über das Internet verfügbar sind sowie den Prozentanteil der grundlegenden Dienste, die vollständig online ausgeübt werden können. Auftraggeber der Studie sind die Europäische Kommission und die Generaldirektion ,,Informationsgesellschaft" im Rahmen des ,,eEurope Aktionsplan 2005". Grundgesamtheit und Erhebungsverfahren: repräsentative Stichprobe der verschiedensten Dienstleistungsangebote. Je Land wurden 20 Dienste von Forschern von Cap Gemini Ernst & Young analysiert. Die URLs der Dienstleistungsangebote wurden in eine relationale Datenbank eingegeben, diese gibt die Daten an ein Auswertungstool weiter, das über eine präzise und strukturierte Vorgehensweise verfügt. Das Auswertungstool führt den Untersucher durch einen wohl definierten Pfad, der jede Dienstleistung mit einer Punktzahl versieht. Zeitraum: Oktober 2003 Region: Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweiz, Schweden, Vereinigtes Königreich. Bundesverband deutscher Banken Cap Gemini Ernst & Young Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Analyse: Der endgültige Prozentsatz der Online-Ausprägung pro Land wird berechnet als der Durchschnitt der Prozentsätze der 20 Dienste für dieses Land. Dienste, die laut Reifegradmodell die Stufen 4 bzw. 3 erreichen, erhalten den Wert 1. Dienste auf einer niedrigen Stufe erhalten den Wert 0. Der Indikator wird dann berechnet als die Prozentzahl der Dienste, die den Wert 1 haben gemessen an der Gesamtzahl der untersuchten Dienste. Reifegrad: Der Grad der Online-Ausprägung der Dienste wird in vier Stufen gemessen: Information, Interaktion, zweitseitige Interaktion, Transaktion. Um zusätzlich innerhalb einer der Gruppen artverwandte Dienste identifizieren unterschieden: Leistungen zu können, werden die folgenden Servicekategorien Einnahmegenerierende Bürger und Dienste, Registrierungsdienste, für Unternehmen, Genehmigungen und CDI China Internet Network Information Center Datamonitor Konzessionen. Weitere Informationen: www.cgey.com Stellenmarktanalyse 2003 Studie zum Arbeitsmarkt für IKT-Berufe in Deutschland. Enthält auf der Basis einer Zählung der Stellenangebote in ausgewählten Printund Online-Medien u.a. Analysen gegenwärtig gefragter ITQualifikationen. Erschienen in der 16. Auflage im Juli 2003. Weitere Informationen: www.cdi.de Statistical Survey on the Internet Development in China Jährlich herausgegebene Studie zur Situation der Internet-Nutzung und ­Entwicklung in China, inklusive statistischer Daten zu Hosts, Domains, Websites, soziodemographischer Struktur der InternetNutzer sowie Art und Intensität der Internet-Nutzung. Erschienen in der 13. Auflage im Januar 2004. Weitere Informationen: www.cnnic.cn eBanking Strategies in Europe Jährliche Studie zum europäischen Markt für OnlineFinanzdienstleistungen. Zuletzt erschienen im März 2003. Weitere Informationen: www.datamonitor.com Business in the Information Age Leitstudie Jährlich aktualisierte internationale Benchmarking-Studie zur Evaluierung des Ausmaßes, in dem britische Unternehmen IuKTechnologien in ihre Geschäftsprozesse integriert haben, zuletzt herausgegeben im November 2003. Die Ergebnisse basieren auf rund 8.000 Telefoninterviews mit Unternehmen aller Größenklassen in den Ländern Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Irland, Südkorea, Schweden und den USA. Department of Trade and Industry (DTI) Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Grundgesamtheit und Erhebungsverfahren: repräsentative Stichprobe zur Nutzung von E-Business-Anwendungen in Unternehmen, durchgeführt von der Marktforschungsgesellschaft HI Europe in Zusammenarbeit mit Booz Allen Hamilton im Auftrag des DTI auf Basis einer computergestützten Telefonbefragung (CATI). Befragt wurden 3.114 Unternehmen in Großbritannien und jeweils 500 in den restlichen zehn untersuchten Ländern. Die Unternehmen wurden unternehmensgrößen- und branchenrepräsentativ ausgewählt. Alle Zahlenangaben sind repräsentativ im Hinblick auf die Mitarbeitergrößenklassen der Unternehmen. Alle Prozentangaben dieser Studie beziehen sich, wenn nichts anderes vermerkt ist, auf den mitarbeitergewichteten Anteil der Unternehmen, d.h. die Unternehmen, die x Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen. (Bsp.: Wenn der Studie zufolge also bspw. 87 Prozent aller untersuchten Unternehmen über einen Internet-Anschluss verfügen, bedeutet das, dass insgesamt in den Unternehmen, die 87 Prozent der Gesamtmitarbeiterzahl darstellen, ein Internet-Anschluss zur Verfügung steht.) Befragungszeitraum: Mai bis Juli 2003 Untersuchte Länder: Großbritannien, Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Irland, Südkorea, Schweden, USA. Fehlerquote: +/- 3% für Großbritannien, +/- 5% für die restlichen Länder Sohistication Index: Um die Fortschritte bei der Anwendung von OnlineTechnologien in Unternehmen messen zu können, berechnete das Department of Trade and Industry (DTI) in seiner diesjährigen Studie einen sog. Sophistication Index, anhand dessen die Ausgereiftheit der implementierten IKT-Anwendungen in Korrelation mit dem Nutzen für das Unternehmen eingeordnet werden können. Der Index basiert auf 54 Indikatoren und gibt den Grad der Integration und Anwendung von IKT-Technologien wieder, segmentiert nach den folgenden Faktoren: · · · · · · · · Environment: äußere Rahmenbedingungen, Wettbewerbssituation, staatliche Einflüsse etc. People: IKT-Verständnis und ­Wissen der beteiligten Personen, Informations- und Unternehmenskultur Technology: Nutzung und Verfügbarkeit von Online-Plattformen und Anwendungen Process: Abläufe und Prozesse bei Unternehmen, Kunden und sonstigen Beteiligten Awareness: Beteiligten Entscheidungsund Technologiekompetenz der Adoption: Verfügbarkeit der Technologien und Ressourcen Deployment: Nutzung und Optimierung der Ressourcen Impact: Auswirkungen der Einführung und Nutzung der Technologien Weitere Informationen: www.dti.gov.uk Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Deutsche Bank EITO E-Banking Snapshot Vierteljährlich erscheinender Report zur europäischen und weltweiten Verbreitung von E-Banking-Anwendungen. Weitere Informationen: www.dbresearch.com European Information Technology Observatory 2004 Leitstudie Jährlich erscheinendes Kompendium der europäischen IKTWirtschaft. Enthält ausführliche Übersichten und europäische Vergleiche mit einer Fülle von Statistiken zu allen Aspekten des Informations- und Kommunikationsmarktes in Europa. Standardwerk des europäischen IKT-Marktes. Zuletzt herausgegeben im März 2004 mit Unterstützung der nationalen IKT-Verbände (für Deutschland: BITKOM). Ein Teil der statistischen Daten entstammt einer Kooperation von EITO mit den amerikanischen Marktforschungsgesellschaften IDC und Forrester. Weitere Informationen: www.eito.com Broadband Worldwide Studie zum weltweiten Markt für Breitbandtechnologien, erschienen im März 2003. Beinhaltet umfangreiche Statistiken zum gegenwärtigen Stand der Breitband-Verbreitung sowie zu den erwarteten Zukunftsaussichten. Splits nach Regionen, Ländern, Art der Breitbandzugänge etc. verfügbar. Es wurden 27 Länder in den vier Weltregionen Asien/ Pazifik, Nordamerika, Westeuropa und Lateinamerika untersucht. Jede derzeit verwendete Art des Breitband-Zugangs (DSL, Kabel, Wireless, Glasfaser (fiber), Satellit, Ethernet LAN und Powerline) wurde berücksichtigt. E-Commerce Trade & B2B Exchanges Studie zum weltweiten E-Commerce-Markt im B2B-Bereich, herausgegeben im April 2003. Interactive Banking in the US: Making the Most of a MultiChannel World Online-Banking-Studie über den US-Markt, erschienen im Oktober 2003. Weitere Informationen zu allen eMarketer-Reports: www.emarketer.com eMarketer eMarketer eMarketer Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie EMC EOS Gallup Europe EU-Kommission EU-Kommission Financial Insite EMC World Cellular Review EMC ist eines der maßgeblichen Marktforschungsunternehmen im Bereich der Mobilkommunikation. Jährlich im Januar bringt EMC die World Cellular Review mit Statistiken zum weltweiten Mobilfunkmarkt heraus. Weitere Informationen: www.emc-database.com Flash Eurobarometer ,,Internet and the Public at large" Leitstudie Jährlich erscheinender Report, zuletzt herausgegeben im April 2003. Basiert auf einer Telefonbefragung von ca. 30.000 Europäern in den EU-Ländern zu den Themen Internet-Verbreitung, -Nutzung und ­ demographie, Sicherheit des Internet, Online-Aktivitäten allgemein sowie Nutzung von Diensten im Bereich E-Government und E-Commerce durch EOS Gallup Europe im Auftrag der EUKommission, Generaldirektion Informationsgesellschaft. Grundgesamtheit und Erhebungsverfahren: Telefonische Befragung von 30.292 Bürgern der EU (ca. 2.000 pro Land). Befragungszeitraum: 4.-19. November 2002 Weitere Informationen: http://europa.eu.int e-Business Market Watch Die Initiative e-Business Market Watch wurde im Januar 2002 von der Europäischen Kommission gegründet mit der Zielsetzung, die Entwicklung des E-Business in der Europäischen Union zu untersuchen und zu dokumentieren. Im Juli 2003 brachte die Initiative ihren zweiten Statusbericht The European e-Business Report heraus, der u.a. auf Befragungen von annähernd 13.000 europäischen Unternehmen aus 15 Industriesektoren basiert. Weitere Informationen: www.ebusiness-watch.org eEurope 2005 Aktionsplan der Europäischen Kommission vom Mai 2002 mit dem Ziel der Förderung der europäischen Informationsgesellschaft. Weitere Informationen: http://europa.eu.int Online Banking by the Numbers 2003 Weltweiter Benchmarking-Report zum Stand der Entwicklung im Online-Banking, zuletzt erschienen im Dezember 2002. Weitere Informationen: www.onlinebankingreport.com Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Fittkau & Maaß ForeSee Results Forrester Forrester Forschungsgruppe Wahlen Online WWW-Benutzer-Analyse W3B Fittkau & Maaß. 16. WWW-Benutzer-Analyse W3B. Hamburg, 2003 Die W3B-Studie befragt über 95.000 deutschsprachige InternetNutzer zu deren Einstellungen und Verhaltensweisen im Internet. Die aktuelle 16. Befragungswelle der WWW-Benutzer-Analyse W3B fand vom 1. April bis 6. Mai 2003 statt. Weitere Informationen: www.w3b.de Online Banking Survey ForeSee Results, ein amerikanisches Marktforschungsinstitut, führte im Sommer 2003 zusammen mit der Zeitschrift Forbes eine Umfrage zur Nutzung von Online-Banking-Dienstleistungen in den USA durch. Weitere Informationen: www.foreseeresults.com European Online Banking Users, 2002 to 2007 Online-Banking-Nutzerstudie, herausgegeben im März 2003. Western Europe's IT Outlook for 2004 Studie zum europäischen IT-Markt, veröffentlicht im Dezember 2003. Enthält Statistiken und Prognosen, basierend auf der Befragung von 490 IT-Entscheidungsträgern (z.B. CIOs) aus mittleren und großen Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien. Weitere Informationen: www.forrester.com Internet-Strukturdaten Die Forschungsgruppe Wahlen erhebt regelmäßig in repräsentativen Telefon-Umfragen bei pro Quartal ca. 4.000 Personen ab 18 Jahren Strukturdaten zur Internet-Nutzung in Deutschland (Anteil an der Bevölkerung, Soziodemographie, Nutzzwecke). Herausgeber/Institut: Forschungsgruppe Wahlen Online, Mannheim; SIGMA Institut, Mannheim Fallzahl: 3.785 Feldphase: 12.01-18.03.2004 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 18 Jahren Weitere Informationen: www.fgw-online.de Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie GartnerG2 GfK Idate U.S. Online Banking Goes Mainstream in 2003 Studie vom Februar 2003, die die US-amerikanische Bevölkerung über 18 Jahren nach ihren Online-Banking-Gewohnheiten befragte. Weitere Informationen: www.gartnerg2.com Webscope Kontinuierliche Erhebung des E-Commerce-Marktes im B2C-Bereich. Basis ist ein feststehendes Panel von 10.000 deutschen InternetNutzern, die die deutschen Internet-Nutzer über 14 Jahre repräsentieren. Weitere Informationen: www.gfk-webscope.com Broadband Markets Europe, Asia, North America Idate, ein auf den IuK-Sektor spezialisiertes französisches Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, brachte Ende des Jahres 2003 einen Report zum weltweiten Breitband-Markt heraus. Der Report enthält umfangreiche Statistiken und Analysen zu verschiedenen Märkten in Europa, Nordamerika und Asien. The World Internet Access Market 2003 erschienene Studie, die u.a. Statistiken zum weltweiten Breitband-Markt enthält. The World Mobile Services Market 2003 erschienene Studie zum weltweiten Markt für Mobilkommunikation. Enthält u.a. Statistiken zur Zahl der Mobilfunkteilnehmer mit Prognosen bis 2007. Weitere Informationen: www.idate.fr Idate Idate Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Institut für Demoskopie Allensbach Allensbacher (ACTA) Computerund Telekommunikations-Analyse Seit 1997 führt das Institut für Demoskopie Allensbach die Allensbacher Computer- und Telekommunikations-Analyse (ACTA) durch, um die Ausbreitung der neuen Technologien in den privaten Haushalten, die Entwicklung der Nutzung und die Auswirkungen auf das Informations- und Konsumverhalten zu dokumentieren. Die Analyse basiert auf einer jährlichen Umfrage unter rund 10.500 Personen zwischen 14 und 64 Jahren hinsichtlich ihrer Nutzung von Telekommunikation, Computern, Internet und Online-Medien, Informationstechnologien, Fernsehen und Unterhaltungselektronik in Deutschland. Daneben werden zugleich Veränderungen von Einstellungen und Gewohnheiten, Wünschen und Interessen der Bevölkerung beobachtet. Die aktuelle Welle wurde im Befragungszeitraum Januar bis August 2003 durchgeführt. Weitere Informationen: www.acta-online.de Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) Die Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse, kurz AWA genannt, ist eine Markt-Media-Studie, eine Mehrthemenumfrage über Konsumgewohnheiten, Lebenseinstellungen und Mediennutzung. Durchgeführt wird sie seit 45 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von etwa 100 Verlagen und TV-Sendern. Die AWA stützt sich auf rund 21.100 Interviews. Die Ergebnisse - gültig für derzeit 64,43 Millionen Deutsche ab 14 Jahre - werden jedes Jahr im Sommer veröffentlicht. Weitere Informationen: www.awa-online.de Mobile Business Monitor Der Mobile Business Monitor der Hamburger Marktforscher von Intramundos analysiert das Verhalten von Mobiltelefonkunden u.a. im Bezug auf mobile Datendienste. Die Studie wurde zuletzt im Frühjahr 2003 durchgeführt und basiert auf der Befragung von 28.000 Mobilfunkteilnehmern. Weitere Informationen: www.intramundos.de The Face of the Web Jährlich erscheinende Marktstudie der amerikanischen MarketingResearch-Abteilung der Ipsos Group zur Internet-Nutzung. Untersucht werden die Bedingungen in 13 verschiedenen Ländern. Weitere Informationen: www.ipsos-insight.com Institut für Demoskopie Allensbach Intramundos Ipsos-Insight Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie ISM/ Forrester iSuppli Report on Technology in Supply Management Gemeinschaftsstudie des Institute for Supply Management (ISM) und Forrester Research, in der analysiert wird, inwieweit E-BusinessAnwendungen und Technologien in den USA schon Verbreitung gefunden haben. Die Studie basiert auf den Aussagen von 294 Einkaufsleitern in US-amerikanischen Unternehmen. Die aktuelle Studie wurde im dritten Quartal 2003 durchgeführt und im Oktober 2003 veröffentlicht. Weitere Informationen: www.ism.ws Compute Platform Market Brief Regelmäßig erscheinende Marktstudie der amerikanischen Marktforschungsgesellschaft iSuppli. Analysiert u.a. den PC-Markt und dessen Entwicklungsaussichten. Weitere Informationen: www.isuppli.com 2003 Workforce Survey Jährlich erscheinende Studie zum US-amerikanischen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte. Enthält Statistiken und Analysen u.a. zur Zahl der Angestellten nach Bereichen und zu den Zu- und Abgängen auf dem Arbeitsmarkt. Zuletzt veröffentlicht im Mai 2003. Weitere Informationen: www.itaa.org International Telecommunication Union Die ITU ist eine der führenden Anbieter von Statistiken zum weltweiten Telekommunikationsmarkt. Zum Angebot der ITU gehört u.a. u.a. die World Telecommunication Indicators Database. Weitere Informationen: www.itu.int Online Bill Viewing and Payment Forecast 2003 ­ 2008 Studie von Jupiter Research zum Verhalten von Online-BankingNutzern in den USA, publiziert im November 2003. Online Banking Forecast, 2002 ­ 2008 Studie von Jupiter Research zur zukünftigen Entwicklung des OnlineBanking in den USA, inkl. der maßgeblichen Einkommensschichten. Herausgegeben im Dezember 2003. Weitere Informationen: www.jup.com Wachstumsfaktoren sowie Analyse der wachstumsstärksten ITAA ITU Jupiter Research Jupiter Research Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Mummert Consulting Mummert Consulting Trendumfrage "Online-Banking: Angebotszufriedenheit" Die Studie vom Mai 2003 zum Thema Angebotszufriedenheit beim Online-Banking wurde von Mummert Consulting und vom ITDienstleister Inworks durchgeführt. Im Zeitraum vom 24. März bis 6. April 2003 nahmen 782 Personen an der webbasierten Umfrage teil. Telco Trend Der TELCO Trend ist eine regelmäßige Expertenbefragung zu den Entwicklungen in der Telekommunikationsbranche. Als Methode wurde eine Internetbefragung gewählt. Zielgruppe der Befragung sind Fach- und Führungskräfte der Telekommunikationsunternehmen (Carrier, Service Provider) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere Informationen: www.mummert-consulting.de Berichtet monatlich über die Internet-Population (Größe, Soziodemographie, Häufigkeit und Dauer der Nutzung) in 13 Ländern (Australien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Italien, Japan, Niederlande, Schweden, Schweiz, Spanien, USA) auf der Basis ihrer Befragungspanels mit über 130.000 Personen weltweit. Nielsen//NetRatings @Plan Studie zur Internet-Nutzung, durchgeführt im Herbst 2003. Die Angaben zur Nutzung von Online-Banking-Dienstleistungen basieren auf einer Umfrage von Personen über 18 Jahren, die zumindest einmal in den vergangenen sechs Monaten eine Online-BankingTransaktion durchgeführt haben. Weitere Informationen: www.nielsen-netratings.com IT Market Compensation Study Jährlich herausgegebene Studie zum US-amerikanischen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte. Enthält umfangreiche Statistiken zur Gehaltsentwicklung nach u.a. Sektoren und Regionen. Die Studie basiert auf den Ergebnissen einer Umfrage unter 151 Unternehmen und repräsentiert die Gehaltsdaten von 43.990 IT-Fachkräften. Zuletzt erschienen im Juli 2003. Weitere Informationen: www.people3.com Nielsen// NetRatings Nielsen// NetRatings People3 Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Pew Internet & American Life Point Topic Pew Internet & American Life Project Das Pew Internet & American Life Project ist eine US-amerikanische Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, wissenschaftliche Forschung zu fördern, die sich mit den Auswirkungen des Internet auf das gesellschaftliche Leben in Amerika befassen. Weitere Informationen: www.pewinternet.org World Broadband Statistics Die Analysten von Point Topic, einem britischen Marktforschungsinstitut, das sich auf die Analyse des weltweiten Breitband-Marktes spezialisiert hat, veröffentlichen regelmäßig Reports und Statistiken zum weltweiten Breitband-Markt, zuletzt im März 2004. Weitere Informationen: www.point-topic.com Breitband-Access 2007 Der im Juli 2003 erschienene Report des Marktforschungsinstitutes Prognos enthält eine Übersicht über den Markt für breitbandige Internet-Anschlüsse in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Report analysiert die verschiedenen technischen Zugangsformen und gibt Prognosen zur Marktentwicklung bis 2007. Weitere Informationen: www.prognos-mediareports.com Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post Leitstudie Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat die Aufgabe, durch Liberalisierung und Deregulierung für die weitere Entwicklung auf dem Post- und Telekommunikationsmarkt zu sorgen. In regelmäßigen Abständen bringt sie Jahresberichte sowie Tätigkeitsberichte heraus, die u.a. umfassende Statistiken zum deutschen Telekommunikationsmarkt enthalten. Weitere Informationen: www.regtp.de Prognos RegTP Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie SevenOne Interactive/forsa Statistisches Bundesamt @facts Leitstudie Seit Januar 1998 befragt das Marktforschungsinstitut forsa im Auftrag der SevenOne Interactive jeden Tag telefonisch etwa 500 Personen ab 14 Jahren (ca. 10.000 Personen pro Monat) in Deutschland zu ihrem Internet-Nutzungsverhalten. Der Ergebnisse werden monatlich veröffentlicht. Herausgeber/Institut: SevenOne Interactive, IP NEWMEDIA, Lycos Europe/Forsa Fallzahl: 10.000 Befragte (pro Monat) Grundgesamtheit: Bevölkerung ab 14 Jahren Region: Deutschland Fragestellung: Nutzen Sie zumindest hin und wieder das Internet beziehungsweise das World Wide Web, egal ob zu Hause, am Arbeits- oder Ausbildungsplatz, in der Schule, in der Hochschule oder von einem anderen Ort aus? Feldphase: kontinuierlich Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Vergleichbarkeit: durch die kontinuierliche Erhebung (seit Dezember 1998) ständige Vergleichbarkeit und historische Datenverfügbarkeit gegeben. Weitere Informationen: www.atfacts.de Informationstechnologie in Unternehmen Leitstudie Studie im Auftrag der Europäischen Kommission zur Ausstattung von Unternehmen in nahezu der gesamten gewerblichen Wirtschaft mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Ergebnisse der ersten Erhebung von 2002 basieren auf einer schriftlichen Befragung unter 6.675 deutschen Unternehmen in den folgenden Wirtschafszweigen: Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Instandhaltung Gebrauchsgütern, Verkehr und und Reparatur von Kraftfahrzeugen und Hotels, Sonstiges Beherbergungsgewerbe, Grundstücks- und Nachrichtenübermittlung, Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen, Erbringung von Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen. Insgesamt wurde eine Schichtung nach 28 Wirtschaftszweigen und fünf Beschäftigtengrößenklassen zu Grunde gelegt. Erhebungsmethode und Grundgesamtheit: Die Daten aus der Erhebung zur Nutzung von Informationstechnologien in Unternehmen sind gebunden hochgerechnete Angaben, abgeleitet aus einer Zufallsstichprobe. Die Ergebnisse beruhen auf Angaben von mehr als einem halben Prozent der in den Strukturstatistiken der betrachteten Wirtschaftszweige ausgewiesenen Unternehmen. Zeitraum: 2002 Region: Deutschland Vergleichbarkeit: Es ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Wiederholung dieser Studie geplant, die mit den vorliegenden Daten vergleichbar sein und somit u.a. auch Vergleiche über Zeit möglich machen wird. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie Statistisches Bundesamt Informationstechnologie in Haushalten Leitstudie Pilotstudie im Auftrag der Europäischen Kommission zur Ausstattung von privaten Haushalten mit modernen Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Ergebnisse der ersten Erhebung von 2002 basieren auf einer im April und Mai 2002 durchgeführten schriftlichen Befragung von 4.962 privaten Haushalten und 10.718 Personen in zehn deutschen Bundesländern: Baden-Württemberg, Brandenburg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, SchleswigHolstein, Thüringen (Telefoninterviews nur in Sachsen). Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung stehen sie für rund 38 Millionen Haushalte und ca. 74 Millionen Personen im Alter von zehn Jahren und älter. Erhebungsmethode und Grundgesamtheit: Repräsentative Befragung von ca. 5.000 Haushalten mit 10.700 Personen ab 10 Jahren in Deutschland. Die repräsentative Quotenstichprobe bezog sich auf alle privaten Haushalte am Ort der Hauptwohnung der Bezugsperson, welche vom Mikrozensus für das Vorjahr nachgewiesen wurden. Dadurch konnten Haushalte aus unterschiedlichen sozioökonomischen Gruppen erreicht werden ­ unabhängig davon, ob sie einen Telefon- oder Internet-Anschluss besitzen. Zeitraum: April und Mai 2002 Region: Deutschland Vergleichbarkeit: Es ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Wiederholung dieser Studie geplant, die mit den vorliegenden Daten vergleichbar sein und somit u.a. auch Vergleiche über Zeit möglich machen wird. Weitere Informationen: www.destatis.de Internet- und E-Business-Einsatz im bundesdeutschen Mittelstand 2003 Die Studie zum E-Business-Verhalten deutscher mittelständischer Unternehmen wurde von der Marktforschungsgesellschaft TechConsult im Auftrag der Zeitschrift Impulse und IBM im April 2003 mittlerweile in der fünften Auflage durchgeführt. Zielsetzung der Studie ist, die derzeitigen und zukünftigen Aktivitäten deutscher Mittelstandsunternehmen im Bereich des E-Business zu untersuchen. Zu diesem Zweck wurden im Zeitraum von Dezember 2002 bis Januar 2003 1.008 Interviews in Unternehmen mit zehn bis 999 Mitarbeitern in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen durchgeführt. Weitere Informationen: www.impulse.de TechConsult/ Impulse/ IBM Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie TNS Government Online ­ an international Perspective 2003 Leitstudie mit internationaler Benchmarking-Möglichkeit Internationale bevölkerungsrepräsentative Benchmark-Studie zur Bestimmung des Grades, in wie weit E-Government-Angebote in der Bevölkerung derzeit genutzt und akzeptiert werden. Grundgesamtheit: 31.823 Erwachsene Zeitraum: Juli-Oktober 2003 Region: 32 Länder: Australien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Färöer Inseln, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Indien, Irland, Italien, Israel, Japan, Kanada, Lettland, Litauen, Malaysia, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Polen, Singapur, Slowakei, Spanien, Südkorea, Taiwan, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, USA. Vergleichbarkeit: mit Ergebnissen aus 2002 gegeben (28.952 Interviews in 31 Ländern und 2001 mit 29.077 Interviews in 27 Ländern) Typisierung: Der Nutzungsgrad wird wie folgt typisiert: "Government Online, Information Seekers, Downloaders, Consulters, Providers, Transactors, Non-users". Government Online ­ a national Perspective (Germany) Leitstudie für Deutschland Länderauszug für Deutschland aus der internationalen bevölkerungsrepräsentativen Benchmark-Studie zur Nutzung von EGovernment-Angeboten in der Bevölkerung (siehe oben). Grundgesamtheit: 1.509 Erwachsene Zeitraum: Juli-Oktober 2003 Region: Deutschland Vergleichbarkeit: mit Ergebnissen aus 2002 und 2001 gegeben. Typisierung: Der Nutzungsgrad wird wie folgt typisiert: "Government Online, Information Seekers, Downloaders, Consulters, Providers, Transactors, Non-users". Weitere Informationen: www.tns-global.com TNS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie TNS Emnid (N)Onliner Atlas Leitstudie TNS Emnid untersucht jährlich in Zusammenarbeit mit der Initiative D21 die Nutzungsabsichten und Online-Aktivitäten der deutschen Bevölkerung. 30.000 telefonische Interviews geben Aufschluss über die Internet-Nutzung und soziodemographische Daten der Onliner. Der (N)Onliner Atlas bietet darüber hinaus die Möglichkeit, regionale Unterschiede bis auf die Ebene von Regierungsbezirken untergliedert festzustellen. Herausgeber/Institut: TNS Emnid / Initiative D21 Fallzahl: 30.116 Befragte Feldphase: 18.03.-24.05.2003 Stichprobe/Gewichtung: repräs. Telefonbefragung/ Soziodemographie Grundgesamtheit: deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren mit Telefonanschluß im Haushalt Weitere Informationen: www.nonliner-atlas.de Online-Finanzmonitor Der ,,Online-Finanzmonitor" der TNS Infratest Finanzforschung wird viermal pro Jahr durchgeführt und basiert auf insgesamt 8.000 Online-Interviews (2.000 Interviews pro Welle). Ziel ist die detaillierte Analyse des Online-Finanzverhaltens der Deutschen in den Bereichen Banken, Versicherungen und Bausparkassen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die regelmäßigen Internet-Nutzer in Deutschland. Weitere Informationen: www.tns-infratest.com e-Security: Consumers' Perception Is the Bank's Reality Studie zum Sicherheitsbedenken bei der Nutzung von OnlineBanking in den USA. Herausgegeben im Juni 2003. Weitere Informationen: www.towergroup.com E-Commerce and Development Report 2003 Jährlich erscheinender der HandelsEntwicklungsorganisation der Nationen, zuletzt Bericht Vereinten und im TNS Infratest Finanzforschung TowerGroup UNCTAD November 2003 herausgegeben. Der Bericht analysiert den Stand der weltweiten Entwicklung des IKT-Sektors unter besonderer Berücksichtigung von E-Commerce-Aktivitäten und enthält eine Vielzahl von Informationen und Statistiken zu allen Aspekten des elektronischen Handels. Weitere Informationen: www.unctad.org Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang I ­ Kommentierte Bibliographie US Census Bureau E-commerce Multi-sector Report Im März 2003 erschienene amtliche Statistik zum E-Commerce-Markt in den USA. Beleuchtet u.a. das Verhältnis von B2B und B2C sowie die Verbreitung von E-Commerce in den unterschiedlichen Industriesektoren. Weitere Informationen: www.census.gov E-Finance Penetration Projections Prognose der weltweiten Online-Banking-Verbreitung bis 2010, herausgegeben im Januar 2003. Weitere Informationen: www.worldbank.org Broadband Access Technologies Studie zum US-amerikanischen Breitband-Markt, herausgegeben im August 2003. Enthält Informationen zur historischen Entwicklung der Breitband-Technologie in den USA sowie Prognosen zur zukünftigen Entwicklung bis zum Jahr 2008. Weitere Informationen: www.yankeegroup.com Weltbank Yankee Group Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang II - Abkürzungen Anhang II - Abkürzungen ADSL AMR ANA AOL ARPU B2A B2B B2C B2G BA&H BAT BCG BdB BDI BIP BITKOM BVB CAD CAGR CAM CATV CDMA CDSL CEPIS CIO CMG CRM DIHK dmmv DMS DSL DSP DTAG DV DVB-T DVD DWDM EAI Asymmetric Digital Subscriber Line Advanced Market Research Association of National Advertisers America Online Average Revenue per User Business-to-Administration Business-to-Business Business-to-Consumer Business-to-Government Booz, Allen & Hamilton British American Tobacco Boston Consulting Group Bundesverband der deutschen Banken Bundesverband der Deutschen Industrie Bruttoinlandsprodukt Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien Bundesverband Informations- und Kommunikationssysteme Computer-aided design Compound Annual Growth Rate (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) Computer Aided Manufacturing Community Antenna Television / Kabelfernsehen Code Division Multiple Access Custumer Digital Subscriber Line Council of European Professional Informatics Societies Chief Information Officer Computer Management Group Customer Relationship Management Deutscher Industrie- und Handelskammertag Deutscher Multimedia Verband Dokument-Management-System Digital Subscriber Line Digital Signal Processor Deutsche Telekom AG Datenverarbeitung Digital Video Broadcasting-Terrestrial Digital Versatile Disc Dense Wavelength Division Multiplexing Enterprise Application Integration Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang II - Abkürzungen EBPP EDI EDV EIS EITO EMEA ERP ESIS EUR EWR FAQs G2G G2C G2B GfK GI GPRS GSM gTLDs HCDS HDSL HIC HTML http IAB IAT ICANN ICM ICT IDSL IDC IDR iDTV IfD ifo IHK IIE IKT INF IpT IpW Electronic Bill and Payment Electronic Data Interchange Elektronische Datenverarbeitung Electronic Information Services European Information Technology Observatory Europe/Middle East/Africa Enterprise Resource Planning European Survey of Information Society Projects and Actions Euro Europäischer Wirtschaftsraum Frequently Asked Questions Government to Government Government to Consumer Government to Business Gesellschaft für Konsumforschung Gesellschaft für Informatik General Packet Radio Service Global System (for) Mobile (Communications) generic Top Level Domains High Speed Circuit Switches Data High Bitrate Digital Subscriber Line Home Infotainment Center Hypertext Markup Language Hypertext Transfer Protocol Internet Advertising Bureau Institut Arbeit und Technik, Wuppertal Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Siemens) Information and Communication Mobile Information and communication technology ISDN Digital Subscriber Line International Data Corporation Initiative Digitaler Rundfunk Interaktives Digitalfernsehen Institut für Demoskopie (Allensbach) Institut für Wirtschaftsforschung Industrie- und Handelskammer Institute for Information Economics, Hattingen Informations- und Kommunikationstechnik Internet-Nutzungsfrequenz Internet-Nutzer pro Tag Internet-Nutzer pro Woche Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang II - Abkürzungen ISC ISDN ISP IT ITAA ITU iTV IuK IVW IW JPY KBit KM KMU LAN LBS MHz MMA MMS MHS NC NGI OECD PAC PBX PC PDA PIN PSTN PVR PWC RADSL RegTP ROI SDSL SET SME SMS SSL TAL TCP/IP Internet Software Consortium Integrated Digital Services Network Internet Service Provider Informationstechnik Information Technology Association of America International Telecommunication Union Interaktives Fernsehen Informations- und Kommunikationstechnik Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern Institut der deutschen Wirtschaft Japanische Yen Kilo Bit Knowledge Management Kleine und mittelständische Unternehmen Local Area Network Location Based Services Megahertz Mobile Marketing Association Multimedia Messaging Service Multimedia Home Platform Netzcomputer Next Generation Internet Organisation for Economic Co-operation and Development Pierre Audoin Conseil Private Branch Exchange Personal Computer Personal Digital Assistant Personal Identification Number Public Switched Telecommunication Networks Personal Video Recorder PricewaterhouseCoopers Rate Adaptive Digital Subscriber Line Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post Return on Investment Symmetry Digital Subscriber Line Secure Electronic Transaction Small and medium sized enterprises Short Message Service Secure Socket Layer Teilnehmeranschlussleitung Transmission Control Protocol over Internet Protocol Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang II - Abkürzungen TDMA TK T-DSL U.K. UDSL UMTS UNCTAD USD VATM VDI VDMA VDSL VDZ VIP VoIP VPN VR VUD VWd WAP WIK WIK WITSA WLAN WLL WML WTO WWW ZAW ZEW ZVEI Time Division/Domain Multiple Access Telekommunikation Telekom-Digital Subscriber Line Grossbritannien (United Kingdom) Unidirectional Digital Subscriber Line Universal Mobile Telecommunication System United Nations Conference on Trade and Development US-Dollar Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e.V. Verein Deutscher Ingenieure Verband Deutscher Maschinenbauer Very Highspeed Digital Subscriber Line Verband der deutschen Zeitschriftenverleger e.V. Virtueller Parteitag Voice over Internet Protocol Virtual Private Network Volksrepublik Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland e.V. Vereinigte Wirtschaftsdienste Wireless Application Protocol Weitester Internet-Nutzer-Kreis Wissenschaftliches Institut für Kommunikationsdienste World Information Technology and Service Alliance Wireless Local Area Network Wireless Local Loop Wireless Markup Language World Trade Organization World Wide Web Zentralverband der Werbewirtschaft Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Zentralverband für Elektrotechnik und Elektronik Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Anhang III - Glossar 3G 3. Generation: Die dritte Generation im Mobilfunk. Die Geräte und Netze dieser Generation arbeiten nach Standards, die von der ITU (International Telecommunications Union) unter der Bezeichnung IMT-2000 gefasst werden. Oftmals synonym mit UMTS gebraucht. Third Generation Partnership Project: Ein Verbund von Herstellerfirmen und Organisationen. Ihm kommt bei der Entwicklung der technischen Spezifikationen der künftigen 3G-Netze eine führende Rolle zu. Begriff aus dem Bereich E-Government (administration to administration): steht für Geschäftsbeziehungen zwischen staatlichen Stellen bzw. öffentlichen Einrichtungen untereinander, z.B. der elektronische Abgleich von Daten der Meldeämter mit denen der GEZ. Begriff aus dem Bereich E-Government (administration to business): bezeichnet Geschäftsbeziehungen zwischen einer staatlichen Stelle bzw. öffentlichen Einrichtung und Unternehmen, z.B. Platzierung von gesetzlich erforderlichen öffentlichen Ausschreibungen auf den Rathaus-Webseiten einer Stadt. Begriff aus dem Bereich E-Government (administration to customer): meint die geschäftlichen Beziehungen zwischen staatlichen bzw. öffentlichen Einrichtungen und dem Bürger. Ein Beispiel hierfür wäre die Möglichkeit seine Steuererklärung online abzugeben. Es wird gemessen, wie oft ein Werbebanner eingeblendet wurde. Es wird gezählt, wie oft ein Werbebanner eingeblendet wurde. Advanced Mobile Phone System: Analoger Mobilfunkstandard, der in den USA, in vielen Regionen Südamerikas und im pazifischen Raum verbreitet ist. Das Verfahren arbeitet im Frequenzbereich um 800 MHz, ist zu keinem europäischen kompatibel. die Migration in die aber Für Standard zweite 3GPP A2A A2B A2C Ad-Clicks Ad-Impressions AMPS ARPU Mobilfunkgeneration gibt es die digitale Variante D-AMPS (Digital AMPS), die um 1.900 MHz anzusiedeln ist und den Übertragungsstandard T-DMA nutzt. Durchschnittlicher monatlicher Umsatz pro Teilnehmer (Average Revenue per User); gebräuchlich im TK-Markt Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Bluetooth Business to Administration (B2A) Business to Business (B2B) Business to Consumer (B2C) CDMA Technologie zur drahtlosen Koppelung von Handys, Organizern, Notebooks und sonstigen Mobilgeräten. Transaktionen zwischen Unternehmen und Verwaltung Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen Geschäftsbeziehungen Unternehmen. zwischen Verbrauchern und Code Division Multiple Access: Eine von mehreren technischen Methoden, wie derselbe Übertragungskanal (dieselbe Frequenz) von mehreren Teilnehmern gleichzeitig genutzt werden kann. Das Funktionsprinzip: Die Datenpakete sind durch eine AdressKennzeichnung, den Code, für den jeweiligen Empfänger gekennzeichnet. Digitaler Mobilfunk-Standard, der vor allem in den USA angewendet wird, cdmaOne nutzt Frequenzen um 800 MHZ und 1900 MHZ und lässt sich aufrüsten auf cdma2000, dem amerikanischen Pendant zu UTMS. Diese Rate gibt an, wie viele Interessenten im Verhältnis zur Einblendungshäufigkeit einen Banner angeklickt haben. ist eine eher großflächige, in den Inhaltsbereich eingebundene Internet-Werbeanzeige. Sie bietet sehr viel Platz für die Werbebotschaft und ist am ehesten mit einer Printanzeige (Inselanzeige) zu vergleichen. ist ein ganzheitlicher Werbeansatz, der den gleichzeitigen Einsatz von unterschiedlichen Werbeträgern vorsieht. Die Zielgruppen können so in unterschiedlichen Medien (Online, Print, TV, etc.) mit anderen redaktionellen Inhalten und Werbemöglichkeiten erreicht werden. ist ein Online-Werbeformat, das aus einer Reihe von DHTML-Befehlen besteht. So kann der Banner sich frei auf der gesamten Website bewegen. Alle elektronischen Verfahren, mit denen man Waren und Dienstleistungen durch Übertragung elektronischer Datenpakete von einem Computer zum anderen bezahlen kann. cdmaOne, cdma2000 Clickrate Content Ad / Rectangle Crossmedia DHTML-Banner Digital Cash Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Domain NamenSystem (DNS) DSL Zahlen sind schwer zu behalten. Deshalb werden die Domain Namen mnemotechnisch vergeben. Domainnamen liest man am besten von hinten nach vorne: Die letzten Buchstaben eines Namens geben an, ob eine Adresse kommerziell ist (.com), zu einer internationalen Organisation gehört (.int) oder ob der Betreiber sich zu einer bestimmten Nationalität bekennt (.de für Deutschland). Man nennt diese Domains auch Top Level Domains (TLD). Die Verwaltung der TLD.de obliegt dem Deutschen Network Information Center (DeNIC). Auch in anderen Ländern findet man nationale Network Information Center (NIC). Die davorstehenden Zeichen nennt man Second Level Domainname bzw. einfach nur Domainname. Alle Zeichen, die davor stehen, nennt man Subdomains, diese werden vom Systemadministrator des jeweiligen Rechners vergeben. Digital Subscriber Line Breitbandige Anschlusstechnik auf Basis von ZweidrahtKupferleitungen v.a. für "die letzte Meile" zwischen Vermittlungsstelle und Endnutzer (z.B. Haushalte). Die Übertragungsgeschwindigkeit hängt von der zu überbrückenden Leitungslänge ab, ist aber auf jeden Fall um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen Kabelmodems oder ISDN. · HDSL ­ High Bitrate Digital Line 2 Mbit/s auf einer Übertragungsdistanz von 1,5-3 km · SDSL ­ Symmetric Digital Subscriber Line HDSL-Systeme, die zusammen mit einem herkömmlichen Telefonanschluss die gleiche Doppelader benutzen können · ADSL ­ Asymmetric Digital Subscriber Line 2-8 Mbit/s auf einer Übertragungsdistanz bis 10 km Digital Signal Processor (Digitaler Signalprozessor): Ein für bestimmte Aufgaben speziell konzipierter Mikroprozessor. Ursprünglich für Anwendungen der reinen Signalverarbeitung bestimmt werden unterschiedlichste Modelle dieses leistungsfähigen Chips in der Bildverarbeitung, im Mobilfunkbereich, in der Kryptographie und im PC-Bereich (dort als Co-Prozessor) eingesetzt. Typische Anwendungen beispielsweise Videodaten sowie die Datenkompression in Modems. redundanzmindernde Codierung sind von Sprachund DSP Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar DVB-T Das Digital Video Broadcasting-Terrestrial ist eine E-Advertising E-Commerce Digitaltechnik zur Fernsehübertragung, die es mit ihrer Datenkompressionstechnik ermöglicht, vier Programme über einen Fernsehkanal zu übertragen. Synonym für Online-Werbung / -Marketing Austausch von Waren und Dienstleistungen über elektronische Netze, hauptsächlich über das Internet. Dabei wird zumindest der Bestellprozess online über das Netz durchgeführt. Evolved Data for GSM Evolution: Ermöglicht höhere Daten-Geschwindigkeiten auf Basis des GSM-Standards. Statt der im GSM-Netz heute verfügbaren Datenraten von maximal 14.400 bps erreicht. EDGE durch verbesserte Codierung bis zu 48.000 Bit pro Kanal. In Kombination mit GPRS stehen dem Anwender damit insgesamt bis zu 384 kbps zur Verfügung. Electronic Learning Der Begriff beschreibt die Strategie, mit der Weiterbildung für bestimmte Lerngruppen entwickelt und vorwiegend online eingesetzt wird. sind ein Werbeformat im Internet, das beim Anklicken oder nach dem Seitenaufruf über den Bildschirm fliegt und sich anschließend auf einen vorbestimmten Werbeplatz einfügt. Die vom International Network Center (InterNIC) verwalteten "generic" TLDs (.com, .org, .net) können von jedermann weltweit beantragt werden. Dies gilt auch für .edu und .gov (nur den US-amerikanischen Regierungsstellen vorbehalten). Bei einer Einrichtung wendet man sich an den Whois-Server des InterNIC. General Packet Radio Service: GRPS erhöht Geschwindigkeit in der (Übertragungstempo des analogen Festnetzes) auf bis zu 56 Kilobit in der Sekunde. Die GPRS-Technologie nutzt die Vorteile der paketorientierten Datenübertragung und der Kanalbündelung. Bei höchstem Datendurchsatz von 21,4 kBit/s pro Kanal ergibt sich bei Bündelung der acht GSMKanäle eine maximale Datenübertragungs-Kapazität von 171,2 kBit/s. Aber: Diese Übertragungsrate ist nur ein theoretisch erreichbarer Wert. Praktisch beschränken sich die Netzbetreiber auf 53,6 kBit/s. Mobilkommunikation die von 9,6 Kilobit die Sekunde EDGE E-Learning Flying-Banner Generic Top Level Domain (gTLDs) GPRS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Green Card GSM HSCSD IDTV Auf fünf Jahre befristete Arbeitserlaubnis in Deutschland für IT-Spezialisten aus dem außereuropäischen Ausland. Global System for Mobile Communication: ist heute weltweit das am meisten genutzte digitale Mobilfunksystem. Die geringe Übertragsungsbreite eignet sich nicht für Internet-Anwendungen. Highspeed Circuit Switched Data beschleunigt die GSMDatenübertragung durch Bündelung von Funkkanälen. Improved Definition Television: Fernsehen mit verbesserter Auflösung i-mode ist ein offener Standard, der auf der Programmiersprache iHTML basiert, eine Unterart des HTML. i-mode basiert auf zwei wesentlichen Anwendungen, nämlich der so genannten i-mode-Mail, die von Handy zu anderen Handys oder PCs gesendet und empfangen werden kann und zahlreichen Content-Angeboten, die von tagesaktuellen Nachrichten zu Politik, Wirtschaft und Sport über Dating/Chat und ortsbezogene Informationen, wie Stadtpläne und Routenplaner, bis zu Spielen, FunAnwendungen und Erotik reichen. i-mode wird derzeit über GPRS angeboten. International Mobile Telephone Standard 2000: Familie von Standards der dritten Mobilfunk-Generation, wird in Deutschland im Allgemeinem mit UTMS gleichgesetzt. Als Internet-Hosts werden alle Computersysteme bezeichnet, die bidirektional mit anderen Computern über das Internet vernetzt sind. Hierzu sind sie jeweils mit einer eigenen IP-Adresse ausgestattet, die Rückschlüsse über die nationale Zugehörigkeit der Hosts ermöglicht. Erhebungen Zeitabständen über Internet-Hosts werden in kurzen i-mode IMT-2000 Internet-Host mittels automatisierter Verfahren durchgeführt. Dabei wird die jeweilige Anzahl der WebAdressen mit den sog. Country Code Top Level Domains (z.B. "de", "fr" oder "us") und den Generic Top Level Domains (z.B. "com", "edu" oder "org") erfasst. Es besteht keine Gewähr, dass Hosts mit einer Country Code Top Level Domain "de" sich auch tatsächlich in Deutschland befinden. Problematisch ist die Zuordnung der Generic Top Level Domains zu den einzelnen Ländern. Die OECD verwendet in ihren Statistiken Schlüssel, wie diese Generic Top Level Domains auf die einzelnen Länder aufzuteilen sind. Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Interstitials / Superstitials sind die größten Online-Werbe-Formate. Interstitials werden automatisch beim Öffnen einer Website geöffnet und verdecken zumeist den Bildschirm. Sie verschwinden Sekunden, entweder oder ganzen automatisch nach müssen durch einen einigen Mausklick IP-Adresse ISDN geschlossen werden. Der Superstitials hingegen wird im Hintergrund geladen und kommt erst beim Schließen der werbetragenden Website zum Vorschein. Die Kommunikation zwischen Computern im Internet funktioniert nur, weil jeder angeschlossene Rechner eine eindeutige Adresse hat. Diese Adresse ist nichts anderes als eine Zahlenfolge, die sogenannte IP-Nummer. Integrated Digital Services Network: Integriert werden Telefon, Telefax und Datenkommunikation. Vorteile sind bessere Qualität und höhere Geschwindigkeit (64 Kilobit pro Sekunde je Kanal) gegenüber der analogen Übertragung Internet Service Provider: Anbieter von Internet-Diensten Location Based Services, ortsabhängige mobilfunkgestützte Dienste Eine einfache statische oder auch komplexe interaktive Werbefläche auf Online-Werbeträgern, die sich auf die gesamte Seitenbreite ausdehnt. Dienstleistungen, die auf die Position des Handy-Besitzers maßgeschneidert sind, z.B. Tankstellenortung. sind automatisch erstellte Dateien, die jede Aktion eines Web-Servers protokollieren. Festgehalten werden beispielsweise Art und Zeitpunkt abgerufener Dateien, die IP Adresse der Besucher, die vor dem Seitenaufruf zuletzt besuchte Seite etc. Multimedia Message Service: Nachfolgetechnologie der SMS (Short Message Service), mit der nicht nur Textmitteilungen, sondern auch Farbfotos, Animationen und digitale Musik versendet werden können. Ein Multimode-Endgerät unterstützt verschiedene Übertragungs-Modi, also unterschiedliche Funkstandards. Wegen der weltweit unterschiedlichen Migrationsstrategien von 2G nach 3G (W-CDMA, cdma2000, TD-SCDMA) werden Vielreisende voraussichtlich mit MultimodeTerminals weltweit Mobilfunk-Dienste nutzen können. Einsatz des Handys beim elektronischen Handel bzw. Einkauf ISP LBS Leaderboard Location Based Services Log-Files MMS Multimode M-Commerce Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar Mobile Content M-Payment OSCI Inhalte wie Nachrichten und Musik, die über das Mobiltelefon abgerufen werden Per Handy abgewickelter Zahlungsverkehr Online Services Computer Interface: Nachrichtenstandard, der gezielt für den Einsatz im E-Government konzipiert ist und den gesicherten Datenaustausch für E-GovernmentAnwendungen ermöglicht sowie die Interoperabilität zwischen G2G-, G2C- und G2B-Software vereinfacht. Anzahl der Sichtkontakte mit einer werbeführenden Seite Beim Erlaubnismarketing erhält der Verbraucher nur Werbung, die er selbst angefordert hat. ist ein Online-Werbeformat, das automatisch in einem eigenen Fenster erscheint und sich über die eigentliche Website legt. Es kann nur durch einen Mausklick wieder geschlossen werden. Website, Einstiegsseite, die von möglichst vielen InternetNutzern als Einstieg ins Internet genutzt werden soll Ein multimediales interaktives online (Werbe-)Format, das gleichzeitig Ton, Bewegtbilder, Graphiken oder andere nicht textbasierte Informationen enthalten kann. Standards und Architekturen für E-GovernmentAnwendungen: Ein für die Umsetzung von E-Government richtungsweisendes Dokument, das im technischen Bereich den Umsetzungsplan der E-Government-Initative ,,BundOnline 2005" konkretisiert und laufend fortgeschrieben wird. Secure Electronic Transaction: Verfahren zur Verschlüsselung von KreditkartenInformationen, entwickelt von Visa und Mastercard. ist ein Werbeformat im Internet, das eine hochformatige Werbefläche hat, die man mit dem aus der Printwerbung bekannten einspaltigen 1/3 Seitenformat vergleichen kann. Normalerweise wird dieses Werbeformat rechts oder links neben dem eigentlichen Inhalt platziert. Werbe-E-Mail, die ohne Zustimmung des Empfängers an ihn versendet wird. Page Impressions Permission Marketing PopUp Banner Portal (Internet-Portal) Rich Media Format SAGA SET Skyscraper / Wallpaper Spam-E-Mail Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar SSL-Internet-Server Eine der besten verfügbaren Indikatoren über die in einem Land verfügbare moderne Infrastruktur für den E-Commerce ist die Zählung derjenigen Server, die mit dem Secure Socket Layer (SSL) arbeiten. SSL dient der verschlüsselten Übertragung von Informationen über das TCP/IP Protokoll. Die häufigste Anwendung von SSL ist https (verschlüsselte Variante von http), die sich aufgrund der hohen Übertragungssicherheit sensibler Daten besonders gut für den E-Commerce eignet. sind Internet-Werbeflächen, die immer im Blickfeld des Internetsurfers bleiben, auch wenn dieser scrollt. Sie befinden sich somit immer im sichtbaren Bereich. In der Regel sind sie rechts vom Inhalt platziert. Siehe ,,Interstitials" Frequency Division Duplex (FDD), Time Division Duplex (TDD): Als symmetrisch gilt eine Datenübertragung, wenn die Daten im Downlink und im Uplink mit derselben Datenraste transportiert werden. Bei der asymmetrischen Übertragung fließen die Daten von der Netzseite (Downlinks) in höherer Geschwindigkeit als vom Kunden zum Anbieter (Uplink). Time Division CDMA: Eignet sich besonders gut, um große Datenmengen schnell im asymmetrischen Verfahren zu übertragen. Time Division ­ Synchronous CDMA: Gemeinsam mit der China Academy of Telecommunications Technology (CATT) entwickelte Siemens dieses spezielle Übertragungsverfahren für UMTS, das vor allem in China eingesetzt werden soll. Das "S" deutet auf den SynchronModus hin: Alle Funk-Basisstationen senden und empfangen synchron. Universal Mobile Telecommunication Systems: Unter UMTS versteht man den Mobilfunk-Standard der dritten Generation (3G). Der hauptsächliche Unterschied von UMTS zu seinen Vorgängern ist die deutlich höhere Datenübertragungsrate. UMTS ermöglicht Übertragungsraten von - theoretisch- bis zu 2 MBit/s. Das ist die 31-fache Geschwindigkeit von ISDN-Geräten im Festnetz. Schneller Internet-Zugang, mobile multimediale Video- und DatenAnwendungen, mobile Bildtelefonie, Börsengeschäfte oder Online-Reisebuchung jederzeit und überall - all das soll der Mobilfunkstandard der dritten Generation ermöglichen. StickyAds / ScrollAds Superstitials Symmetrische/Asymmetrische Übertragung (FDD) TD-CDMA auch TDD TD-SCDMA UMTS Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004 Anhang III - Glossar UTRA WAP W-CDMA Universal Terrestrial Radio Access: Hat zwei Modi: UTRA FDD wurde aus W-CDMA entwickelt und soll für weiträumige Netze eingesetzt werden. UTRA TDD wurde aus TD-CDMA auf Vorschlag von Siemens entwickelt, Anwendung vor allem im Haus und bei sehr hohen Verkehrsdichten und niedrigen Geschwindigkeiten der Teilnehmer. Datenübertragsungsraten bis zu zwei Megabit pro Sekunde. Wireless Application Protocol: Auf der Basis des WAP-Standards lassen sich InternetInhalte und interaktive Dienst auf dem Display eines Mobiltelefons abbilden - WML = eine Bildbeschreibungssprache ähnlich wie HTML (=Hypertext Markup Language), angepasst für kleine Bildschirme. Bei jeder Übertragung können mehrere Seiten übertragen werden. Wideband CDMA: Variante des CDMA-Prinzips mit hohen Übertragungsbreiten. Für W-CDMA hat sich hierzulande die Bezeichnung UMTS eingebürgert. Es ist die europäische Nachfolgetechnik von GSM und wird auch als FDD bezeichnet. Das komplette Online-Angebot eines Anbieters Bei WiMax handelt es sich um eine Fortentwicklung der WLAN-Technologie. Während bei herkömmlichen WLANLösungen Reichweiten zwischen 30 und 100 Meter die Regel sind, erlaubt WiMax die Übertragung über deutlich größere Entfernungen. Den Aussagen der Entwicklerfirma Intel zufolge beträgt die Reichweite der neuen Technologie bis zu 50 Kilometer. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist mit bis zu 70 Mbit/s 23 mal höher wie die der schnellsten ADSL-Anschlüsse beziehungsweise mehr als 1.300 mal so schnell wie GPRS. Wireless Local Area Network beschreibt drahtlose Funknetze, mit denen zumeist Laptops kabellos verbunden werden. WLANs sind räumlich abgegrenzt, nutzen lizenzfreie Frequenzen und können Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 11 Megabit pro Sekunde verschicken; fünfmal schneller als UMTS. In Zukunft soll die maximale Übertragungsgeschwindigkeit gar auf 54 Mbit/sec steigen. Web-Site WiMax WLAN Monitoring Informationswirtschaft 7. Faktenbericht 2004