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Abstimmung in 8 Tagen: 2000 IT-Arbeitgeber fordern das Europäische Parlament auf, NEIN zu Software-Patenten zu sagen
Brüssel, München und Amsterdam 2003/06/22
Zur sofortigen Freigabe

A "Petition for a Free Europe without Software Patents" has gained more than 150000 signatures. Among the supporters are more than 2000 company owners and chief executives and 25000 developpers and engineers from all sectors of the European information and telecommunication industries, as well as more than 2000 scientists and 180 lawyers. Companies like Siemens, IBM, Alcatel and Nokia lead the list of those whose researchers and developpers want to protect programming freedom and copyright property against what they see as a "patent landgrab". Currently the patent policy of many of these companies is still dominated by their patent departments. These have intensively lobbied the European Parliament to support a proposal to allow patentability of "computer-implemented inventions" (recent patent newspeak term which usually refers to software in the context of patent claims, i.e. algorithms and business methods framed in terms of generic computing equipment), which the rapporteur, UK Labour MEP Arlene McCarthy, backed by "patent experts" from the socialist and conservative blocks, is trying to rush through the European Parliament on June 30, just 13 days after she had won the vote in the Legal Affairs Committe (JURI).

Das Plenum des Europäischen Parlaments wird über diesen Entwurf der Europäischen Komission zu einem Richtlinienvorschlag zur Patentierbarkeit von Software COM(2002)92 am Montag den 30. Juni abstimmen. Hartmut Pilch erklärt als Vertreter von Eurolinux - einer Allianz von Organisationen und Unternehmen aus allen Staaten Europas und allen Sektoren der europäischen Software-Industrie:

Sollte das Europäische Parlament diesen Report annehmen, selbst mit den Anmerkungen, wird es nicht nur im völligen Widerspruch mit der öffentlichen Meinung befinden, wie die größte Online-Petition zu IT-Fragen gezeigt hat, die die Welt je gesehen hat. Es wäre ebenso im völligen Widerspruch mit seinen selbst proklamierten Absichten. Das Resultat des Passierens von McCarthy's Richtlinienvorschlag wäre, daß "Amazon's Ein-Click-Einkauf" unzweifelhaft zu einer patentierbaren Erfindung wird, und so werden auch mehr als 20000 breite und triviale Software-Patente und Patente auf Geschäftsmethoden, welche vom European Patent Office (EPO) gegen Buchstaben und Geist des geschriebenen Gesetzes erteilt wurden, nicht mehr vor Gericht anfechtbar, außer einer felsenfesten Nachweisbarkeit von Prior Art.
Reinier Bakels vom Institut für Informationsrecht an der Universität Amsterdam, Author einer Studie über die Direktive zu Software-Patenten, sagt:
Nun ist es am Europäischen Parlament, über ein hochumstrittenen Entwurf für eine Richtlinie zu Software-Patenten abzustimmen. Der JURI-Entwurf bebsichtigt, die Klarheit zu verbessern. Es hätte dabei zumindest klar definieren sollen, was patentierbar ist, und was nicht. In Wirklichkeit jedoch ist es eine Sammlung von magischen Formeln, die nichtmal Rechtsexperten verstehen. Vor allem für kleine und mittelgroße Software-Entwickler ist das ein Disaster. Ein Patentstreit kann ein solches Unternehmen ruinieren. Es bleibt zu hoffen, daß das Europäische Parlament versteht das, wenn sie in wenigen Tagen über die vorgeschlagene Richtline abstimmen.
Dr. Karl Friedrich Lenz, Professor für europäisches Recht in Tokyo, kommentiert:
Sollte das Europäische Parlament JURI folgen und die öffentliche Meinung und alle wissentschaftlichen Studien ignorieren, werden wir horente Lizenzzahlungen von der europäischen Software-Industrie an die Amerikanische sehen, viele Prozeße wegen Software-Patenten, Internet-Patenten und Geschäftsmethoden, und einie Reihe nicht wünschenswerte Effekte auf Open-Source-Software. Und eine große Menge an neuen Monopolrechten im Sektor der Informationsgesellschaft einzuführen, wird bestimmt nicht bei dem strategischen EU-Ziel helfen, "die am meisten wettbewerbsfähigste und wissensbasierte Wirtschaft der Welt zu werden."

Weitere Stellungnahmen entnehmen Sie bitte unserer Dokumentation JURI votes for Fake Limits on Patentability.

Da die Bezeichnung im Feld "Beruf" für jeden frei wählbar war, gestaltete sich die Zusammenfassung recht schwierig. Deshalb können wir hier nur Mindestzahlen nennen.

PositionAnzahl ((mindestens))
Unternehmseigentümer, Geschäftsführer, Vorstandsvorsitzender2000
Chefentwickler, IT-Leiter, Leiter v. Forschung & Entwicklung2100
Programmierer, Software/System-Architekt/Ingenieur/Designer/Analyst23000
Wissentschaftler, Forscher, etc2600
Professor (vor allem Informatik, Mathematik, Physik)400
Anwalt180
Deutschland29773
Frankreich27047
Spanien13120
Italien9673
Vereinigtes Königreich9385
Dänemark5141
Niederlande5041
Belgien4587
Schweden4355
Polen3195
Österreich3262
Schweiz3090
Finnland2732
Tschechien1503
Norwegen1497
Ungarn1386
Portugal1128
Ireland911
Greece563
Luxemburg287
Untenstehend finden Sie die Anzahl der Mitarbeiter einiger großer Unternehmen und Institutionen, die unsere Petition unterzeichnet haben. Bitte beachten Sie, daß 2/3 der Unterzeichner Ihren Arbeitgeber nicht angegeben haben.

Unternehmen
Siemens231
CNRS220
IBM156
INRIA114
Cap Gemini Ernst & Young108
Alcatel99
France Telecom97
Ericsson94
Epita92
Hewlett Packard (HP)85
Helsinki University of Technology78
Nokia74
RWTH Aachen (Technische Universität zu Aachen)78
SuSE67
ETH Zurich (Technische Universität zu Zürich)61
Deutsche Telekom AG59
Sun Microsystems58
University of Cambridge56
Philips54
University of Helsinki53
EDS50
Compaq42
SAP44
ST Microelectronics42
Telefonica31
Steria30
Politecnico di Milano29
CERN29
Oxford University29
Motorola29
ABB28
Renault28
Lucent27
Nortel37
Alcôve26
ATOS Origin59
Belgacom25
Getronics25
Transiciel23
Nevrax23
Red Hat32
Cisco Systems21
innominate21
Thales21
DaimlerChrysler20
altran20
T-Systems20
EADS19
BMW19
BULL19
mobile.de18
Accenture18
Sema Group17
Air France16
Alplog15
Sony15
Telecom15
Lufthansa15
Schlumberger14
Microsoft14
Andersen Consulting13
Oracle13
Intel13
Amadeus13
Epitech13
Vodafone13
AT&T12
British Telecom12
Unisys12
NCC11
debis Systemhaus21
Infineon11
Mobilix11
Fujitsu Siemens Computers11
KPNQwest10
Atrid10
Easter-eggs10
Bosch10
SOT Finnish Software Engineering Ltd.10
E-Post:
media at ffii org
Telefon:
Hartmut Pilch +49-89-18979927

Weitere Kontakte auf Anfrage

Das Eurolinux Bündnis für eine Freie Informationelle Infrastruktur ist eine offene Koalition von Firmen und Verbänden, die gemeinsam eine auf dem Urheberrecht, offenen Standards, freiem Wettbewerb und quelloffener Software wie Linux aufbauende kraftvolle europäische Softwarekultur fördern und schützen wollen. Firmenmitglieder und Förderer von EuroLinux entwickeln oder verkaufen Software für Betriebsssysteme wie GNU/Linux, MacOS oder MSWindows unter freien, halb-freien oder proprietären Lizenzbestimmungen.
Der FFII ist ein in München eingetragener gemeinnütziger Verein für Volksbildung im Bereich der Datenverarbeitung. Der FFII unterstützt die Entwicklung öffentlicher Informationsgüter auf grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards. Über 300 Mitglieder, 700 Firmen und 50.000 Unterstützer haben den FFII mit der Vertretung ihre Interessen im Bereich der Gesetzgebung zu Software-Eigentumsrechten beauftragt.
http://swpat.ffii.org/log/03/epet0622/index.de.html
[ Logikpatentnachrichten 2003 → Abstimmung in 8 Tagen: 2000 IT-Arbeitgeber fordern das Europäische Parlament auf, NEIN zu Software-Patenten zu sagen | JURI votes for Fake Limits on Patentability | Petition Initiators Thank the European Parliament | Parliament Accepts Petitions Against Software Patents | Rencontre du groupe de travail sur le brevet du Conseil de l'UE ]
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http://swpat.ffii.org/log/03/epet0622/index.de.html
© 2003/12/10 (2003/06/22) Arbeitsgruppe
deutsche Version 2003/12/10 von Enrico Weigelt