Logikpatente > Chronik > Geschichte > Neues 2004 > Chirac 04/08/24 > Tacke 04/08/25 > Rat 04/01/29 > Rat 04/05/07
| ||||
| Rat 04/01/29 | Rat 04/04/02 | Rat 04/04/08 | Rat 04/05/07 | Rat 04/05/18 |
In Anbetracht der Tatsache, dass der gegenwärtige Ratsvorschlag hinter verschlossenen Türen von Patentamtsfunktionären verfasst worden ist, sollte dieses befremdliche Ergebnis niemanden überraschen, leider.
Ihr verschlungenem und irreführendem Patentneusprech, ausgehandelt in undurchsichtigen Hinterzimmergeschäften, ist eine Beleidigung des Europäischen Parlaments, des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses, des Länderausschusses und der unzählbaren Experten und Interessenvertreter, die sich in ernsthafte Erörterungen über dieses Richtlinienprojekt mit uns eingebracht haben. Kommission und Rat haben nicht nur ihre eigenen Hausarbeiten nicht gemacht, sie versuchen auch, all die harte Arbeit, welche die gewählten Gesetzgeber für sie getan haben, zu verwerfen, ohne eine Antwort auf die erhobenen Bedenken auch nur zu versuchen.
Es wird klar, dass die nationalen Patentbeamten im Rat weder "Harmonisierung" noch "Klarstellung" wollen. Ihnen geht es lediglich um Sicherung von Pfründen der Patent-Institutionen. Wenn sie nicht bekommen, was sie wollen, beerdigen sie einfach die ganze Richtlinie und versuchen, andere Wege um das geltende Recht herum zu finden, dessen Klarheit ihnen so viel Schmerzen bereitet.
Der neue Entwurf weist alle begrenzenden Änderungen des Europäischen Parlaments zurück und wird vom FFII als "der patentfetischistischer Entwurf, der in seiner Kompromisslosigkeit alles bisher dagewesene in den Schatten stellt" beschrieben.
Formal ist COREPERs Entscheidung vom Mittwoch nur eine "Vorhersage" der endgültigen Entscheidung, die beim Ratstreffen der Minister für Wettbewerbsfragen am 17.-18. Mai zu bestätigen wäre. Bis dahin können Mitgliedsstaaten immer noch ihre Meinung (und ihre Entscheidung) ändern.
Die inhaltliche Unterstützung des COREPER-Textes wird in einigen Staaten als recht wacklig eingeschätzt, und von COREPER vermittelte Entscheidungen können durchaus platzen (wie beispielsweise bei der Diskussion um das Gemeinschaftspatent im letzten Jahr).
Bei der Legalisierung von Software-Patenten geht der COREPER-Text noch weiter als der Text der Europäischen Kommission von 2002. Damals hatte die Kommission in schwierigen Verhandlungen zwischen der Generaldirektion Binnenmarkt (Bolkestein) und der Generaldirektion Informationsgesellschaft (Liikanen) zugestimmt, keine Programmansprüche vorzusehen. Nun scheint die Generaldirektion Informationsgesellschaft unter dem vereinten Druck von Bolkestein und den Patentsachbearbeitern des Rates umgefallen zu sein.
Ein durchgesickertes Dokument aus Bolkesteins Generaldirektion Binnenmarkt deutet an, dass die Generaldirektion Informationsgesellschaft keine Einwände gegen Programmansprüche mehr erhebt. Dieses Zugeständnis von Liikanen wird benötigt, um den Vorschlag der Ratsarbeitsgruppe als "A-Punkt" durch die Ministerratstagung zu expedieren, d.h. als Konsenspunkt, der keiner weiteren Diskussion unter den Ministern mehr bedarf.
Für die kommende Woche ruft der FFII zu einem weiteren Netzstreik und zu einer Welle von örtlichen Veranstaltungen und Demonstrationen auf. Bereits jetzt demonstrieren Leute mit Transparenten nahe den Büros der EU-Kommission.
Jonas Maebe +32-485-36-96-45 (Niederländisch/Englisch)
Erik Josefsson +46-707-696567 (Schwedisch/Englisch)
Thierry Coutelier +352 406776 (Französisch/Deutsch/Englisch)
Benjamin Henrion +32-498-292771 (Französisch/Englisch)
Dieter Van Uytvanck +32-499-16-70-10 (Niederländisch/Englisch)
Tomasz Marciniak +48-61-8779-208 (Polnisch)
Stepan Kasal +42-0-257323410 (Tschechisch)
James Heald +44 778910 7539 (Englisch)
Weitere Kontakte können auf Anfrage bereitgestellt werden.