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Die deutsche EU-Präsidentschaft versammelt am 25.-26. Juni 2007 in München Patentpolitiker aus ganz Europa zur Beratung über ‘die Zukunft der Europäischen Patentgerichtsbarkeit’. Justizministerin Zypries wird als Festrednerin wie gehabt für die einheitliche Durchsetzung europäischer Patente mihthilfe einer an das Europäischen Patentamt angedockten Europäischen Patentgerichtsbarkeit werben. Der FFII wird versuchen, sein Konzept eines schlanken und demokratischen Patentwesens dagegen zu setzen. U.a. ist ein Infostand vor dem Eingang der Konferenz am Montag morgen angemeldet. |
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Inhaltsverzeichnis1 Notizen von der Konferenzfinden sich im Moment nur in der englischen Fassung. 2 VorankündigungAm Montag, den 25. Juni um 10:00 beginnt in der Münchener Residenz der letzte Kraftakt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für das Europäische Patentstreit-Abkommen EPLA, mit dem ein an das Europäische Patentamt (EPA) angedocktes höchstes Europäisches Patentgericht geschaffen werden soll. Die Veranstaltung ist ganz diesem Ziel verschrieben. Sie wird von Politikern aus Berlin, Brüssel und München (EPA) und Vertretern der “innovativen Wirtschaft” dominiert, die dieses Ziel verfechten. Ein paar hochrangige Richter sind als Redner mit relativ kurzen Beiträgen vertreten. Wissenschaftler und Kritiker fehlen völlig. In der letzten EU-Ministerrats-Sitzung ludt die deutsche Präsidentschaft nochmals alle nationalen Ministerialdelegationen zur morgigen Münchener Patentjustizkonferenz ein. Auch die Mitglieder des Europäischen Parlaments erhielten im März eine Einladung. Das Publikum ist handverlesen. Hartmut Pilch vom FFII erhielt immerhin auf Bewerbung hin Zutritt als Zuhörer. Die Konferenz findet in der Münchener Residenz statt. Vor deren Toren, auf dem Max-Josefs-Platz, versammeln sich Freunde von FFII München und Wissensallmende e.V. ab 8:30, um ihren Standpunkten so gut es geht Gehör zu verschaffen. 3 Ungebrochener Ruf nach Durchsetzung wackliger PatenteDie Veranstalter der Münchener Patentjustizkonferenz beschreiben das Anliegen der Bundesregierung wie folgt:
Der Gastgeber Raimund Lutz, der als Präsident des Bundespatentgerichts nach wie vor Deutschland im Verwaltungsrat des EPA vertritt und auch nach seinem Wechsel vom BMJ zum BPatG die Berliner Patentpolitik mitprägt, erläutert in seinem Schreiben, welche Bedeutung die einheitliche Patentgerichtsbarkeit für die europäische innovative Wirtschaft hat:
Mit anderen Worten: der Ruf der Bundesregierung nach Einrichtung eines Europäischen Patentgerichts ist ungebrochen, obwohl von allen Seiten immer wieder ernste Zweifel daran geäußert werden, dass ein solches Verfahren kostengünstig wäre. De facto entscheiden nämlich nationale Gerichte wie das BPatG und das Düsseldorfer Verletzungsgericht für ganz Europa, und die theoretischen Probleme, die das EPLA zu lösen vorgibt, kommen bei rechtsbeständigen Patenten kaum vor.
Hier kommt das wirkliche Anliegen: das Europäische Patentamt erteilt jede Menge Patente, die kaum effektiv geschützt werden können, weil sie vor nationalen Gerichten im Ernstfall keinen Bestand haben. Damit sich endlich auch in Europa eine Risikokapital für Patentklagen bilden kann, die für Beschäftigung im Patent-Gewerbe sorgen, müssen wir peinliche Diskussionen über die Grenzen der Patentierbarkeit ein für alle mal beenden und dafür sorgen, dass die Regeln europaweit einheitlich von einem kleinen Kreis erfahrener Patentrichter festgelegt werden. 4 Kontroverse Diskussion: EPLA oder EPLA?
D.h. auf dem Symposium stehen nur zwei Ansätze zur Debatte: EPLA und EU-EPLA. Ferner wird noch über das “Für und Wider von Spezialgerichten” diskutiert. Grundlegendere Themen, wie sie etwa das Europäische Parlament mit seiner Resolution vom Oktober 2006 angesprochen hat, nämlich
stehen, soweit erkennbar, nicht auf der Tagesordnung. In wie weit die vorgeschobenen Probleme der Marktfragmentierung wirklich existieren und wie sie mit einfacheren Mitteln gelöst werden könnten, ist auch nicht Gegenstand der Diskussion. Dass eine Machtkonzentration der Patentjustiz erwünscht ist, steht von vorneherein fest. 5 Einbeziehung von Richtern in die Agenda
Auf dem zweitätigen Programm findet man folgende Richter
sowie Kollegen aus USA, Japan und China mit jeweils relativ kurzen Redebeiträgen, sowie zwei Richter, die an Podiumsdiskussionen teilnehmen. Die Richter in ein Aktionsprogramm “einbezogen”, die von anderen, nämlich der “innovativen Wirtschaft” und den folgenden Patentpolitikern
und den flankierend auftretenden Patentaktivisten aus der Wirtschaft geprägt wurde. All diese Teilnehmer haben eine führende Rolle beim Versuch gespielt, die Patentierbarkeit von Software und Geschäftsmethoden in Europa gesetzlich abzusichern und entsprechende Vorschläge gegen den Widerstand der Mehrheit der gewählten Gesetzgeber durchzudrücken. Als dies scheiterte, verschob sich der Schwerpunkt ihrer Aktivität auf das EPLA. 6 Fett für die Zukunft!Angesichts eines solch einseitigen Patent-Aktivismus im Namen unserer Regierungen müssen wir versuchen, irgendwie außerhalb des Konferenzprogramms unseren Standpunkten Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mitglieder der Münchener Gruppe des FFII e.V. haben Demonstration vor der Residenz am Max-Josefs-Platz ist für morgen vormittag ab 9:30 angemeldet. Dort wird, wie kürzlich in Berlin, ein fetter “Patman” mit Transparenten wie
für die Patentbranche werben. Wissensallmende e.V. wird einen “Wissenskäfig” aufbauen. Es gibt auch eine Reihe von Flugblättern, die wir auf einem Infotisch verteilen. Wir werden wohl ab 8:30 vor Ort sein. Wohl erst ab 9:30 werden einige Konferenzteilnehmer, einschließlich Fachjournalisten, an uns vorbeiziehen. 7 Weitere Informationen
7.1 Ankündigung des BPatG
7.2 Aus dem Einladungsbrief
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